1844 / 142 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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' en Amte (Bürgermeisterei) Borgbdrst bestehen, eben so I;? Textxecßlßgf die Polizei in den gedachten Distrikten, von neuem

anerkannt,

Aachen, 18, Mai. In einem voti der heutiger! Aachener Zeitung mitgetheilten, „Vom Rhein“ datirten Artikel heißt es un:

ter Anderem :

„Es ist jest schon mehrere Wochen her, daß ausdrücklich gcstattctwor- den, was allexdings von keiner umerer GemeindezVerfaffungcn verboten ist,

nämlich ihre Verhandlungen zu publizircn, Darin, daß die Erlaubniß gc-

radezu ertheiit worden, muß der Wunsch erkannt werden, das: fie bcnnßt werde; in der betreffenden Verfiigung mus; weniger eine Zillassimg als eine Anregung gesucht Werden. Auch von anderen Seiten sind die Gemeinden darauf aufmerksam gemacht worden, Wie man zimi'ichsi in der Entwickelung des Gemeindelebcns den Grund zur Entwickelung des Staatslebcns erblicke. Man hat in mehreren der alten Provinzen jene Verfiigung nicht abge- numet, um ein größeres Leben in die Gcmcindc-Vcrfaffung 31: brin- gen. In Sachsen, wie in Preußen, besonders in Schlcsien beciferten

fich die städtischen Behörden, durch größere Publizität fich mit ihren (Re-

meinden in bessere Verbindung zu bringen. Jene Verfügung hat die etwa

noch Schwankenden vollends aufgemimtcrt und es wiid bald wenig Kom-

munen mehr geben, wo dieses Prinzip eines freieren Staatslebcns nicht anerkannt und axtheführt werde. Nur am Rheine ist es gmbstill. Wer erklärt dies Räthsel? AmRhcine, wo man am energischßen fiir eine mög- lichst freie Gemeinde-Verfassung sich bcmiiht hat, am Rheine, ivo man der

Oeffentlichkeit vor Allem das Wort redet, gerade am Rheine i!? ['S todt, wie zuvor. Die französische *))knnizipal-Versaffung, so schlecht sie ist, ver- bietet doch die Oeffentlichkeit nicht. Man hat sie nicht benutzt; immerhin. Aber jest wird fie gestattet, ja gewünscht und man bleibt im alten Schlen- drian hängen. Das macht Niemanden von uns Ehre, weder unserer städtischen Verwaltung, noch den Verwaltetcn, dic nicht entschieden darauf dringen, daß ihre Vertreter die Pflicht, welche sie gegen sie haben, l'effet cr- füllen. Die städtischen Behörden verkennen ihre Stellitng, obgleich sie Weit einfacher ist, als die eines jeden Staatsdcamtcn. Da die Kommune olme- hin nichts wollen kann, was im Widerspruch mit dem allgemeinen Wohle steht, so hat die Behörde ihre Hauptverpfiichtung gegen die Kommune, deren Vertreterin fie nur ist. Die städtische Behörde hat nicht selbstständig Zit regieren, sondern in Gemeinschaft mit der Kommune diese Zit dci'walten. DieserSinn liegt jeder Miinizipal-Vcrfassung unter, der französischen schlech- ten so gut, wie den liberalen prcnsischen; mir das; bei derersteren diePflicht umgangen werdenkann, Weil die Kommiinc von der gerechten „Wahl ihrer Ver- treter aus*geschloffen bleibt. Die Pflicht aber bleibt dieselbe, desto schlimmer fiir die, Welche die 9)?öglichkeit, sie zu umgehen, benulzen. Das; dies häufig gesrbehcn, hat zumeist die allgemeine Stimme gegen diese Verfassung aufge- regt. Diese Stimme hat fich allerdings in der leisten Zeit einige Konzes- sionen errungen: aber wie find sie so spärlich! Mehrere Verwaltungenhaben ihr Budget publizirt, aber bei Weitem noch nicht alle, und um nur von den größeren zu sprechen, so hat jetzt erst Köln cs versprochen, nnd "Flachen, deffcuBiirger, die städtische Behörde an*der Spitze, doch auch fiir die größte Oeffentlichkeit petiiionirt haben, ist noch nicht einmal so n'eit gekommen, etwas zu versprechen. Und vom Budget bis zur Publizirung der Ver- handlungen ist noch ein bedeutender Schritt. Wenn man dagegen die Bewegung in den schlefischen Städten vergleicht, wo es fast keinen Ort mehr giebt, in Welchem fich die öffciiiliche Meinung nicht blos auSgcsprochen, sondern anch dnrchgcdrungcn, so sollte manmcinen, der Ruf, in welchem das Rheinland sieht, sei mir ein usitrpirter, das Streben nach Fortschritt, nach Entwickelun , das man uns nachriihmi, sei nur erdichtet. Dem ist nun freilich nicht ?o. Aber Wohl trägt die Schuld ein anderer Fehler, der uns anklcbi: der nämliÉ), daß wir es nur zu oft Nrschmäben, aus einer gegebenen Position dcn mi“) lichsten Gewinn zu ziehen, und “daß,

wenn wir, die wir doch sonst so prakmch find, das Vonommcne, das, was wir uns als Vernünftiges Ideal einmal vorßcstcckt haben“, nicht erreichen können, wir lieber gar nichts Wollen. Das ist ein politighcr Fehler, der

dem Rheinlande Wohl vorgehalten zn Werden verdient.“

Ausland.

Deutsche Bundesstaaten. VaYlern. München, 16. Mai. Unser Kronprinz wird ge-

gen den nfang des nächsten Monats mit seiner Gemahlin, iiber de; ten Befinden seit kurzem die erfreulichsten Gerüchte in Umlauf- ge- kommen sind, auf längere Zeit nach Berchtesgaden gehen, ivo bis dahin auch Ihre Majestät die Königin eingetroffen sem wird.

Die Augsb. Allg. Ztg. enthält eine aus Miinchen daiiric Erklärung, Wonach dic Notiz iiber die Errichtung eines protestantischen Missions-Vereins dahin zu berichtigen ist, das; die Bewilligung dazu nicht unterm 17. Januar d.J., sondem an dem gleichen Tage 1845;

erfolgte,

Nicht der Oberst-Silber-Kämmerer Graf von Yrsck), wie mch- 1*erc Blätter besagen, sondern dessen Bruder, der als vorzüglicher Landwirih bekannte Gutsbesitzer, ist dieser Tage gestorben.

Lindau, 11. Mai. Am 17ten v, M. fand in Rorschqch zwischen den Bevollmächtigten derDampfboot-Gesellschafteu von Frie- drichshafen, Lindau und Konstanz eine Zusammenkunft statt, in Welcher

noch Einem Fürsten unterworfen waren, immer von diesein zum Hauptsitz erwählt. E73 ist diese Insel unter den Secfahrern diescr Meere berühmt durch das vortreffliche Trinkwasser und Rindvieh, Welches sie vor den ande- ren Inseln auSzcichnct. Die Insel Groß-Comoro ist zwar die größte, aber soll Mangel an Wasser haben; Mohilla ist ein flachcrcs Eiland, wo auch nur Cistcrnen und Sumpfwassrr Fein soll; die Insel Mayotta endlich ent- xpält Wasser, ist aber an Fruchtbarkeit weit hinter Anjoanna zuriick. Diese cytcre Insel wird wohl bald von den Franzosen, welcbe jetzt mit der Er- bauung eines Forts auf einem dancbcnliegenden Jnselchenxveschäftigt find, in Beschlag genommen werden. Comoro und Moyilla sind jetzt auch von eigenen Fürsten beherrscht, und so ist Anjoamm jest auf sich selbst reduzirt, Es isi sehr gebirgig, und die höchste Spiße soll 5900 Fuß betragen, reich an allen afrikanischen Gewächsen nnd wohlbcvölkert, Die Hauptstadt Mii- zemude liegt an der Nordseite der Insel, mit einem verfallenen Fort“, an jeder Seite der Stadt ergießt fich ein Strom frischen Waffers, von denen der wefiliche Dizoni, der östliche Kuonecoumbro heißt. Die Einwohner find Muhamedaner und sprechen cinen eigenthiimlichen Dialekt der Kaffcrsprache; Wunige sind der arabischen Sprache mächtig, dagegen sprechen Viele gc- brochen englisch oder franzöfisch, und nichtdieses allein, sondern eine außer- ordentliche Geldgierhabenfie durch den Verkehr mit den Fremden gewonnen, wovon die Folge Betrug und die liiftigske Beitrlei ist. Der Fürst hat von seinen Unterthancn kein Einkommen, und der Vortheil seines Königthums beschränkt sich darauf, daß er die Geschenke empfängt, welehe die Schijxße zur Vergeltung fiir die freie Wässerimg zu geben pflegen. Die inwohner find berüchtigt als verrätherisch und hmtcrlisiig; ich muß gesehen, daß mir niemals etwas begegnet isi, was mir Besorgnis; hätte machen können, vielleicht daß ich dies der Freundschaft des Sultans vcr- dekk- iii dessen Hause ich wohnte, und dessen Wohlwollen gegen mich zu- sehends [eden Tag zunahm, Er sowohl wie einige der vornehmßen Be- Wohne: sprachen, ehr i r Bedauern aus, als ich wieder fortTing und hofx- ten, daß sie mi ni : zum lestcnmal gesehen. Die Wei ex waren se : "“W“" - dk" Fremden zu sehen, und oft wurde ich Abends cin eladen von WUK ')) Umm", m kb! Haus zu kommen; ich wurde dann an einen Eb- Z'Uv as in einem wo [erleuchteten Zimmer gefiihrt, wo das Licht mich recht eichéinen !vnnte, w hund die Weiber in einem dunklen Zimmer daneben ck MUMM": es wurde mir dann von ihnen auf einer bedeckten Schüsskl “in KMU woblkkechender weißer Blumen gesandt, die ich mir über den als hängen Wk" W "sk war ich anz mit solchen Ktän en behan eu niet meinen Exkurßonen war eine nacß dem Innern der In cl um eßmi G“ *" ““s““hmß "“Um &;WWURNMW von Muzemude ieät, in einer NZ“ Mk- "M “' eF : dum Th ihr 11 UtsYdm nehmen. Es lie :

See in einer Entfernung von unge! : 7 tun m; der Weg ge t

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fast immer bergan aufschmalcn,sie _, licher wiirden, als der bisher heitere Himmel auf einmal "ck mit Wolfen verwinkelte, die nicht zögericn, cinen tropischen Regjeuxzn crgicßeii, der mir keinen trockene11Faden iibrig ließ. Jiideßwarich gliicklich, mcmZicl erreicht zit haben, nur bedancrnd, daß der Aberglaube mir nicht erlaitbic, an diejeni geheiligten Orte eincn Schuß unter die Enten zu „thun,- iveZhe ruhig aus dem Wasser umherschlvammen, ohne einen Tribut fur meine Omnmliing zu liefern. Dieser Sec isi iibrigens nicht über 80:1 Schiiti [img iind etwa (10 Schritt breit, und isi nicht, wie man mir sagtexdte einzige Oiiellc der Flüsse; denn eine halbe Stimde bevor man ziim Gee gelangt, nahe dem Dörfchen “))?irkmzi springt eine starke Quelle am Fuße des Berges herdor um den Dizoniflnß zit verstärken. Mci'kwiii'dig ist es, das; die Prodiictio- nen des Thicrreichs meistens mit denen der Miiscarenen-Jiiscln ([UK (|.: ["im-xx: imd [xmn-bmx) übereinstimmen; so ist ['m-„xm; mil-znrix [31er icht“ gemein, ein schwarzer Papagei, der sich hier findet, stimmt wahrscheinlich mich mit dem ['5. niZei- iiberein. In den Fliiffcn fand ich Waiici-lia 001-5014» in grosser Anzahl, außerdem an Fischen [).-!», Ucztiz (oder dieser Art sehr nahe stehend), 5ilk)'(]j[1|11 und einen neuen 5'|1_*)“11;]|[1|l§. , _ _

11-5 sieht dcml'l. (71*[)i:(]i-'1n!15 von der Insel“ oiirbon lvenigstciis,]ehr nahe; und ein llc|1jit]aci)']!|§ und ']"xplxlnxxz find niit den von *nur in Mozany bique gefundenen identisch. Sehr häufig ist hier szx-o-q-n ()eneU-"i, Yiid die hier vorkommende Affenart gehört zu ],cmul'; von Allem iverden D," den Beweis in meiner Sammlung erhalten. Immer Werde ich die m Anxomina vcrlebten Tage 311 den angenehmen rechnen, obgleich ich glmtbk- daß LÖMchk dcr Miihe Werth ist, noch einmal dahin zurückzukehren, besonders da-eösehr kostspielig 1'sk- Wohl möchte ich aber spiiter nach Zanzibar gehen, um das Festland ZU bereisen, Welches gewiß noch viel Zitiereffanteö und Netzes dai“.- bictet. Am 21. September [auch die Fregatte wieder an, und ich kann hierbei nicht unterlassen, Ihnen einen freundlichenan von dcmGouvcrneur Ahram de Lima mitznthcilcn. Er sandte cinen Bcdienten mii einer Rolle Pinstcr aus Land, mit einem Billet, worin er sich sehr ängstlich ,um-l) nici- “nem Befinden erkundigte, und zugleich sagte, „ich weiß nicht, owa vielleicht Geld nöthig haben, Sie können sonst noch sogleich iiber sechshundert spa- nische Piaster mehr diSponiren,“ Obgleich ich nichts nöthig_hattc_, so war es mir dvch angenehm, von dem Alten diesc freundliche Auxmerkmmkeit zu sehen. Unter den Siißwasserfischen habe ich hier in Mozambique den („!im- mis nnd Zakk)!» von Qnilimane, leider aber "icht den 0111101101113 und (Item) 1011171 wiedergefunden; dagc en eine neue Spezies von ]"UJ-“lll'ps und emen vielleicht neuen Aal. ?

(:*-enero, hierüber und über anderes mehr mit der nächsten Gelegenheit,

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gemeinschaftliche Fahrten fiir den kommenden Sommer und Winter festgestellt, und die desfaUsigen Tabellen entworfen wurden, Die Bevollmächtigten erklärten in dieser Uebereinkunfi, daß sie zu dem Abschluß unbedingt von ihren Verwaltungöräthen die Ermächtigung ck_haiien haben, und bestätigten dies durch ihre Unierschriften iii deiii hieriiher aufgenommenen Protokoll, Gegen diese im Interesse des Publikums von den Betheiligten definitiv abgeschlossene Uebereinkunft legte der_ Großherzoglich badische Finanz-Minisierial-Kommiffär, Ober, ;5oli-Zn1pekior Schmidt, Protest ein, und in Folge dieses Protestes erklarte ,der-Verwaltungsrat!) don Konstanz, das; er die von seinen Bevollmachtigten geschlossene Uebei'einkunft iiicht anerkeime und Von einem gememschastlichen Toursalirtenplaii abstede. Tie konstanzcr Bevolliiixäckitigten sind nicht medrMitglierer deo Veiwaltungs-Ü'iatbes. Tic CJejelljchaxieii von Friedrichsiafen imd Lindau weiden iiireffcn, was ihre Bevollmächtigten eingegangen, halten, und alsbald einc Tadellc herausgeben, in welcher die Fahrten ihrer vier Lainpfdöte ansgezeiii/met siiid.

_Sachsen. Lotpzig, Zl.“)Rai. Tie Deutsckie Allgemeine Zeitung nmcht,heut in einem größeren, aus dem iiii1_)tpre11s;ischen Westphalen“ datii'ten und gegen die Unbedingte Lehisteideir auf unse- ren ÖVUUÖM,.ÖOchsthlllkn gerichteten Aufsatze einige Ziitreffende Be inerkimgeanie jdn“ im Liiisziige wiedergeben wollen:

,_ „Wii [111de liier“e sagt sie 11. A., „vor Allem eiiiengroßenllnterscdie'r: zwqchcm Tem, Was c1n_“.chnsch amtlich, und "Dein, Was er aiiscei'mntlicl) thut. Tao ?_lmt, Wenigytenö das Lihi'aiiit, ist ein ?liisslns: des Staats, kgnn iind dars daher diese Quelle iiie gänUiiiiderleitgnen. Dasjeiiiqe, was em Mensch amtlich Witt, mms: immer einen objektiven Halt habeii. "Ter ?)iiciiter,iimg-immei'hin silbjeitiv imd .iiißei“i1111t[ich dic Niiiitizikeit der Gesetze in ;;tvmsel ziehen, es bedarf aber keiner Daiiegiiiig, das; er7 amtlich liicizii diirchans Uni,!t dciecbtigt sci. Weiin mm aucb die gi'i*s:ci'e “_Viaiii1igfaltig- keit, in Weliiier die amtliche Thiitixikcit eiiies Öffentliidcn Lehieid besteht, fci- neii völligen Vergleicki mit der eines :)iicdteiö zuläßt, id 11114"; docb auiiiliier das Beihältiiiß, das: der Lehrer eine vom Stanton ih!"c"*_])lal_; aesteilte Person ist, di'UAllSslblag geben. Hätte der Frank, was sich so sehr idolildeiikeiiläßt, die Bewackiimg dei“ Weiteren ?litsbilditiig iidei'limipt nicht zu seiner Tlvätig keit gemacht, vielmehr dieselbe, wie etwa in England und Nord ?liiicrikaden Elementar-1111tei“iicht, völlig in der Willkür seiner Unterthaneii gelassen, so wiirde iiiiseic Frage eine ganz andere Mesialtiing gewinnen“, da der Staat nnn aber bei uns in Deutschland längst nnd gewiß mit Reidl die Ueber- Wi1ckl111g der Bildiing an sich genommen hat, so sieht es idm aucb selbst- 1'edeiid frei, der Lehre gewiffeSciiraiifen 311 setzen. Ueber die cigentlicbeBc- rechtigimg des Staats 311 dieser Beschränkung scheint man auch im (Janzen tvciiiger uneinig zu sein, als dariiber, ob es Wohl räthliel) sei, von diejcr Berechtigung Gebraiich 311 machen. Die eigcnihiiinlicbe Stellung dcr_ akademischen Jugend 311“ ihren Lcdrei'n sckieiiit uns dies 31! er- hei]cl)cn, denn der Weit größere Theil siiiwöi't in des Meisters Worte, und es ist eine Umverkennbare Thatsache, das; gerade die Ziigend sick) allermcist von dem “.'lnsi'egeiiden imd Umstiiriemdcn angezogen fiihlt; sic dat noch nicht die politischeUnterscdeidung, das fäiiipfeiide mid Vll"!!ichkkjldc Halbwiffen von dem eihaltenden, ihr minder zusagench Ernste dcr eigent- lichen Wiscnschaft ZU Untersehciden. Wir glauben zwar nicht, das; diirch politische Zri'lehrer Revolntionsmänner gezeiiigt Weiden, die ersten Spieße laufen sich bis zu den dreißiger Jahren bereits genialiig ab, bis dahin hilft fick) derjenige, der im Staate noch nichts thun kann, mit der streikenden Poesie und schlendert seine Jenerbriindc hier- und dorthin, Krieg und aber Krieg iufciid. Dad läßt fich noc!) allenfalls crtmgcn,denn dicseBräude ziimdcnnicht, Die zweite Epoche, “das Ucbertragcn der politischen Faselci uud Halbwiffcrci, wie Tic aus so manchen akademischen Vorträgen bei allen sonstigen Philistcr-Elemen- ten mit in Leben und Geschäft gebracht Werden, das sind die schlimmsten Folgen ngi'iindlicdcr politischer Bildung, iind dicse eben sind cs, *die dem Staate die Ucbertvachimg der akademischen Lehr-Vorträge zur ernstlichstcn Pflicht machen. Sieht man aiif diejenigen, die dem Staate dies derargcn, so sind meist solche, die es eben vcrdricset, das; ihr Halbwissen nicht fiir politische Weisheit gehalten Weiden will; wir kennen hier noch sehr wohl von “Ilka- demicen jene Naturen, die, mit den lici'i'lichsien Gaben aingestnttei, nic Fleiß genug anwmden iiiocbten, in die Tiefe zu gehen, statt dessen aber es voizogen, witzige Tagespdlitiker zu werden. Der (chschnmck des Pitblikiimö kann fich aber ändern, und da möchte ihnen bei Zeiten einc solidere Tliä- !igkeit anzumthen sein. -- Fassen wir bei dieser Gelegenheit die jüngst ei“- schienene ?luffordernng des Ministers Eichhorn an die Universitäteit ins Auge, so enthält sic in Bezug aiifLehrfreihcit durchaus keine unangemeffeneBe- schränkung, und statt aller si'iiher angedrohten Vcischrumpfnngcn tritt ein selir wiiiisibeiiswerther Zusatz 311 der bisherigen Lelirwcise in den anempfolylenen Konversatoricn hervor. Wer die ministericllc Aufforderung ohne Voriirthcil liest, der wird sich iiberzeugen, daß lediglich die Sorge für das Heiligthum der Wissenschaft der innere Grund derselben und daß Freiheit ihr Boden isi. Kein Zwang soll Walken, nur die Gilcgcnheit zum griindlilbci'en Studium soll da sein, kein Abrichtc11,ztir Praxis durch Repetitorien, wie sie aus man- ck01 Hochschulen iiblich sind, bei denen der am Beginne des bürgerlichen Lebens stehende jiinge Mann wie ein Tci'tiancr zur Qimrtalöpi'iifang abge- 1“ichtet wird. Als ganz besonders erfreulich bei dcr ncneichrordnimg müssen wir es begrüßen, das:, recht im Gegensaße zu friiheren Ansichten, das Be- sprechen vonAngelcgenheiten des Staats sogar fiir nothwendig erklärt wird. Es bleibt nur noch der Wunsch iibrig, daß die neue Einrichtnng mit (Heist und Eiche erfaßt Werde.“

inigtaniißpfaden, die sehr viel besckywcr-

Ein [)|-“it)(lxit'ls-

lutcr den Seefischen sind einige neue

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Baden. Karlsruhe, 16. Mai. (Bad. Bl,) In der 67. Sitzung der zweiten Kammer ward in längerer Diskussion nicht allein fast einstimmig die Zweckmäßigkeit einer Reform der Verwaltungs-Organi- sation (selbst von Seiten der Herren Regierungs-Commissaire) als eine unabweiödare Forderung der Gerechtigkeit zugegeben, sondem auch die Verminderung der Kosten des Staatshaushaltes, wie der Geschäfte der Administraiivstellen, theils durch Vereinfachung an und fiir sich, theils diirch Ueberlassung eines größeren Theils derselben an die Gemeinden selbst, als durch die Zeitverhältniffe geboten anerkannt, zugleich aber auck), mit Audiiahme weniger Stimmen, eine unbedingte Reduzirung der 3i1“cis:Jiegiei'itiigeit fiir den Augenblick, Angesichts der bevorstehenden Trennung der Jiistiz Von der Administration, für nicht pnffend erklärt. Bei der “Lidstimmung Wurde, nachdem der Abgeord- nete Bassermann seinen im Berichte der Kommission gestellten An- trag, die Vier Kreiö-Regierungeii anf Zwei zn rcduziren, zurückgezogen hatte, beschlossen: „in einer an den Großherzog zn richtendenleresse zu bitten, es [volle in höchste Erwägung gezogen werden, wie die auf eine beunruhigende Weise alljährliil) steigendanuögaben der Staat,»- ?ldmiiiistmtion dnrch genauere Bestimnmngen iiber den Geschäftsz- kxeiö der Stellen, Vereinfachung der Geschäftsbehandlung und Be- fi'einng der Gemeinden, wie der Einzelnen Von einem großen Tdeil aiiitiichei' Ausfiiht, Kontrolle und Einmischung auf ein den nachhal- tigeii Kräften der Staatskasse entsprechendes Maß zurückgeführt wer.- den können.“

Sachsen-Kobitrg. Kyburg, "16; Mai. Die Dorfzei- tung meldet, der liiesige Hof-Advokat Briegleb, gcgen welchen we- «en der iiber die koditrgei“ ständischen Angelegenheiten heransZegebenen Schrift in Zivei Instanzen auf Kriminal-1111tei's1|chung erkannt worden war, sei dim!) einJber-Llppcllationsgerichw-Erkenntnis; von aller Un: tersuchung fl“?igkspr0chk11 worden.

(] Von der oberen Donau, im Mai. Als im Zach 0410 in Ulm eine aus Raiserl. Österreichisiiyen, Königl. bayerischen und „Königl. wiii'ttcmbergisck)en Jiigenieilr-Tffizieeen bestehende, vom Bundestags in Frankfurt angeordnete Kommission zusaimncntmi, um zu beraiden, wie fiir einen Tdeil der im ziveiten pariser Frieden von Frankreich bezahlten Millionen das ganz schußlose siidwestlichcDeutsch- land gegen denkbare künftige Einbrüche bewahrt Werden solle, als diese Kommission nach der Arbeit mehrerer Jahre in dieser Be- ziehung endlich große Pläne für die Befestigung [Ums entworfen hatte, das zum Haiiptiimffenplaßc in diesem TheileDeuischlands aus- ersehen worden war, da dnrftc man wohl erstaunen, wie nach Auflösung jener Kommission Zidanzig Jahre Verlaufen konnten,.bevor tliiitige Hand an das wichtige und nothwendige Werk gelegt wurde. Es [*ediirfte der drohenden Rüstungen Frankreichs unter dein K))iini- sierium Thiers im Jahre 10-10, um an das Vergesseiic oder 111 Weiter Ferne Zuriingeschobeue wiederum zu erinnern, “Die Verhandlungen wurden wieder aufgenommen und bestimmt, „Ulm und Rastatt“ 34 Haaptsestungen ZU maehen. Der König don Württemberg gab (111le nenen Beweis seiner (icht deutschen (Zekesimmng', das “Pl'lVüt-thtescjsc seines Landes mußte dem Gcsammi-Zntercffc “Deutjchlands weichen, als er cinwilligte, daß Ulm deutsche Bundeödeste Werden sollte. Tenn Ulm ist keine VormauerWürtteinberg's gegen einen von Westen kom:- menden Feind, ein anderer aber ist zur Ehre Deutschlands fiir Ulm nicht mehr denkbar; wird “diese Feste daher einst belagert, so ist Würt- temberg in Feindes Gewalt und muß die ganzen Kosten der Bela- gerung allein tragen. -- Der Königl, preiißisihe Jirgenieur-Major von Prittwiß, bis dahin mit dem großartigen Bau der Festung Po- sen betraut, Ward vvr drei Jahren berufen, um Ulm nach einem neuen System zu befestigen, das bei Koblenz und Posen theilweise schon in Anwendung gebracht worden war. Nach kaum anderthalbiährigei' ?lrbeit wurden seine Entwürfe, Welche jedoch nur die Befestigung des linken (wiirttembcrgischcn) Donau-Users mnfassen durften, Von der Militaii'-Kommission dcs Biii-idestages genehmigt. Sic trafen iibrigens mir in den von den TerrainVcrhäliiiiffen gebotenen Punkten mit den von der früheren Fiommission bearbeiteten und im Schoße der Archive schlummernden Entwürfen iiberein, wichen dagegen in der Bemaßung dieser Punkte viillig Von ihnen ab. Wiihrend jene aUe diese Punkte mit engen kleinen Werken vertbeidigen onten, unternahm es der neue Königl. württembergische Jestungöbau-Dirckt0r, das schwierige Terrain gänz- lich umzugeßalien, einen ganz neuen Plan darauf zu gründen und statt der engen kiinstlich Verschränkten Werke große Fronten in An- ivendimg zu bringen, Welche dic vollständigste Entwickelung aller vor- handenen Vertheidigungsmitiel erlauben.

Am *ld'. Oktober 1842 wurde die Arbeit mit geringen Kräften auf dem Michelsberge, welcher die Haupt-Vertheidigung bilden soll, in Angriff genommen, im ersienWinier langsam, im darauf fol-

genden ungünstigen Sommer mit immer mehr Kräften, und eben so

Konzert von „N. Wkäder. “))?evrrbeer's „Lied vom Meister Klein.“

“Ilm lw'ten gab Herr Mäder im Hotel de Russie ein Konzert, das indcffen seinem Haupt-Jnlmltc nach, wohl beieichnender „Liedcr-leeiid" zii bctiteln gcwi'se'n wäre. "Denn außer einer Declanmtion des Herrn V.Schnei- der und einigen zm“ ".'iijcckselnng dienenden.Klavier-Pik'cen, Wurden sowohl vom Konzertgebee selbst, als mich von den ihn nnterstiiyenden Sängern _nur Lieder Wigetragcn. Unter den letzteren Verdiente bcsondcrö „das Lied vom “„Meister chin“ von der Composition unseres General-Mufik-Direkwrs "))kevei'beer, deu Beifall, den es erhielt, Vollkommen. Aeußerst chamkter- voll ist das humoristische Gedicht musikalisch wiedergegeben, der kantablc JYikst'lsi1H eben so anspieckicnd als der Schluss überraschend iind Mcktvoll. Da wir dies originelle Tonstück bis jeßt noch nicht hörten, so vcrnmilxn wir, daß es ein neues Erzeugnis: NÖOMHM" M““ stets ist, und sind Herrn Fischer, der uns die Bekanntschask desselben ,Nk“ schaffte, um so mehr zu großem Danke verpflichtet, a]s er uns durch seinen gediegenen Vortrag dieses kleinen Meisterwerkes einen doppelten Geniiß bereitete. Aber anch unter den anderen vdrgctragcncn„Liedern fand sich manches recht Gcsälligc und anerkannt Schöne, und Ware hier besonders noch der beiden von Oslo. Kramer gesungenen Schllbcrtschcn uiid Krebs- schen schr ausdrucksvollen Lieder Erwähnung 3" ck11ka HM“ Pslskkk UW Herr L. Schneider unterhielicn das nicht sehr ziihl-reich vcxsammeltc Au- ditorium ebenfalls, Ersterer diirch den Vortrag einiger [entnncnmleii'Gee sänge, Leötcrer durch drei laimicholkslicder, die er in semerhunwristqchen Manier zum Besten gab,

«..ck-*. Dresden, 16. Mai. Das Direktorium: des sächsischen Knust- Vcreins hat sich veranlaßt gesunden, den-Mitglicdcrn dieses Vereins die nächstens zu ersol cndc Absendung der gewählten Vereinöges cnke anzukün- digen, und zwar iir das Jahr 1842: zwei große Blätter, d c in den Gie- belscldcrn des hiesigen Schauspielhauses befindlichen Skulpturen des, Pro- fcffor Nicizschel darstellend, nebst Erklärung der Gegenstände, und fiir das Jahr 1843: eine Lithographie nach dem Gonueschen Gemälde der reuige Räuber“, von Hansftängl. Für das laufende Jahr aber is! die Errichtnitg dcs Landfriedens durch Kaiser Rudolph 1. von Habsburg, ein Kupfeisiich nacb Julias Schnorr von Carolsfcld gewählt, und deshalb unt dcm ruhm- lichst bekannten Kupferstecher Thäter em Ucbercinkommen" getroffen worden, welcher die Vollendung der Platte bis !zum Sommer nachsten Jahres ver-

sprochen hat,

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in dem nicht weniger ungünstigen [chien Winter fortgesetzt, und damit bis jeßt sehr Bedeutendes geleistet. Die Wilhciinöfeste mit ihrem geivaltigen Reduit „der Wilhelmsburg“, den ganzen Michelsberg umfassend, ist in den Erdwei'ken fast vollendet, gcgen 100,000 Kubik- Klafter Erde und Steine Wurden in dem sehr schwierigen Boden be- idegi, Auffüllungen don 40Juß Höhe, Abgrabungen von fast gleicher Tiefe ausgefiihrt, das ganze Terrain umgestaltet und so viel vollen: dei, daß Ulm schon ]“th mit geringer Nachhülfe größeren Widerstand leisten könnte, als friiher. In diesem Angcnblicke sind iiber 2000 Arbeiter, darunter gegen 200 Maurer, die sich täglich vermehren, an dem Festungsbau beschäftigt; denn mit dem Eintritt der besseren Jahreszeit haben jest auch die *).)kaurer-Arbeiten begonnen, die im Laufe dieses Sommers nicht nur die Grundnmnern der riesen: haften Wilhelmsburg, einer Vertl)eidigungs-Kascriie, bis zum ersten (Heschoß, sondern auch die Grabeinekleidungen der beiden mäch- tigen Jliigel-Redontcn der Wilhelmsfeste und deren Kasematten :c. Wenigstens theilweise Vollenden sollen. -- Außer diesen großenArbei- ten ist auch die Haupt-Uniwallmig, Miihe, Von der Wilhelmsfeste rechts und links herunterlaufcnd, Ulm in Weiteren Kreisen einschließt, und sich ober- und unterhalb der Stadt an die Donau anschließt, an mehreren Stellen in Angriff genommen. I)ichrere abgesondertc imd selbstständige Forts und bcfcsiigte Thiirme, später angelegt auf den umliegenden Höhen oder in den hiimuömiindenden Tdälern, Wer- den Ulm nicht nur zu einem Waffenplaye erstenRanges, sondern mich 31: einem gewaltigen derschanztcn Lager erheben, das einer sick) erst hier bildenden oder bis hierher zum Riiikznge gt'ZWUUchlU Ulrmee zum sicheren Stützpunkte dienen wird. Trotz dieser sehr be- deutenden Arbeiten sollen bis cht doch mir etwas iiber 800,00!) Giilden, darunter an „'S-00,000 Giildeii fiir (Ii'iiiidsiiiik; Cixwerbungen, auf denJestungsbau verwendet worden sein; ein preu- ßijcher, ein siichsischer, eiii kurdessischer, ein nassauisiber iind dreizehn württembergischeJugenieur-Öffiziere sind dabei hinreichend beschäftigi. TerGrundstcin soll, der Sage nach, in wenigen Wochen gelegt wer- den, wahrscheinlich jedoch mit weniger Flikklicklikkjh als man friiher Vermutheie. Man hatte die Grundsteinlegung im vorigen Herbste erwartet, als das Königl. württembergische Arniee-Corpö sieh in die- sigeeGegend zu größeren Ki“iegs--Uebuiigen versammelte. Sie im- terblieb aber wahrscheinlich aus der Ursache, weil der damals aufdem [“ce[)_teiiTo11aii::llfer noch nicht begonnene Jestungsbau die dort gleich- zeitig vv_rzune[)mendc (55rundsteinlcgmig iiicht erlmibte.

Ansxdem rechten zum Köiiigreiche Bayern gehörenden Doman- Ufer? denen Terrain-Verhältnisse iibrigens Weit weniger Schwie- rigkeiten dai'bieten, als das linke Ufer, bemerkt man nämlich auch jetzt noch keinerleiAnfang, der dort zu errichtenden und die Be- fesiignng-Ulmö erst ganz verdollständigcndcnLli'beiteii. Es ward hier gleichzeitig mit der Königlich wiirt'rembergischeii eiiicRiiiiigliii) bayeri- sche Jexiiiiigö[*_i]ii-Dii'ection errichtet, bei welcher bis jetzt nur baderische Zugeiiieur-Lsmierc angestellt sind, Diese Direction hat sich bisher blos niit dcr Verfertigung von Entwürfen beschäftigen müssen, denn erst der letzte, in diesem Winter vollendete, istinMii11chet1 gutgeheißen und der Bnndes-Militair-Kommission in Frankfurt Vorgekegt worden, Ob er auch dort Zustimmung erhalten wird, steht zu hoffen, Wenig- stens befindet sich der neue Königlich bayerische FestniigodaU-Dircktor seit mehreren Wochen in Frankfurt. Die Ausfiihrung des sehr schön gezeichneten Planes, nach welchem das der alten Stadt Ulm gegen- iiberliegende Oertchen „“Neu-Ulm“, seit zwanzig Jahren allinälig ent: standen und jth einige Hundert Einwohner zäiileud, zu einer mit mehreren Kirchen, Theater, Raidhaus n,s,w. geschmückten bedeuten- den Stadt und Festung erhoben Werden soll, scheint auf Hindernisse gestoßen zu sein, Vor derHand möchte es auch hinreichen, Wenn die auf der bayerischen Seite anzulegenden Jesiutigswerke baldigst begonnen und in richtigen Einklang mit dergroßartigen Befestigung der württembergi- schen Seite gebracht werden wollten. Erst hierdurch wird es möglich, den strategisch wichtigen Punkt Ulm so zu benuHen, wie seine Lage cs gebietet. Hier laufen sieben Straßen zusammen, darunter die nächste dom Rhein zur Donau fiihrende; die Donau, die zum Osten fiil): rende Haupt-Ader Deutschlands, beginnt hier schiffbar zu Werden. Eine der nächsten Folgen der hier erbauten Festung diirfte die Rekti- fizirung des bis Donauwörth in fast völligemNatur:;Zustande [WWW- 1ichen nnd derSchifffahrt außerdem durch viele schlechte Britikengroße Hindernisse in den Weg legenden Donaubettcs, so wie der Bau einer direkten Eisenbahn nach Augsburg sein, um damit eine doppelte Ver: bindung mit der österreichischen Gränze zu gewinnen. DaßUlm als Festung eben so auf dem nächsten Wege niit Rastatt durch Eisenbahn Öerbunden werden muß, bedarf keiner WeiterenAndeutung, Wenn aueh die Ausfiihrung derselben bei der seltsamen Richttmg, welche der Eisenbahnbau )'th in Württemberg zu nehmen sihciitt, in bedeutende Ferne gerückt sein diirfte.

?Frnnkrcich.

Pairs-Kmnmer. Sißung „vom 15. Mai. Ehe der Großsiegelbewahrer, Minister der Justiz und des Kultus, in der Sache des Klerus das Wort nahm, um denselbeii gegen ungerechte Angriffe zu vei'theidigen und bei dieser Gelegenheit auch seine Mei- nung iiber die wiedererweikte Jesuitenjurcht auszusprechen, wozu ihn Vorzüglich die Aufforderung des Grafen I)ioiitaieiiibcrt Vei'aiilaßte, die dieser in'Folge einer Rede des Herrn Peistl an deiiMinistcr richtete, hatte Herr Cousin jene beiden Thematic, noch einmal zur Sprache gebraeht. Den Paragraphen iiber die Bedingung der Stil- dienzeugnisse rechtfertigcnd, antwortete der gelehrte Redner dem (Hra- fen Montalembert ungefähr Folgendes:

Man hat gefragt, wie ich, dci“ ich friiher eik'läit, das; die Studien- Zeugniffc nicht durchaus nothweiiig seien, jest fiir dicse Bediiigiing stim- men könne. Allerdings, meine Herren, habe ich im Jahre 18:20 Mich so geäußert, ich habe sogar im Jahre 1840 einen GeseH-Entwnrf abgefasit, in welchem sich nichts von Studicn-chgniffen findet. Wer nun und was hat mich dazu chogen, jeßi mich anders zu ciklären? Sie, Herr Graf von Montalembert und Ihre Freunde, indem Sie, der Religion und der Freiheit zu dienen glaubend, mit den besten Absichten den Versuch gemacht haben, eine gewisse mit Recht oder mit Unrecht Verabscheute Congregation wieder zu Ehren zu bringen, Und über unsere Häupter zu erheben, wodurch das Land in Allarm verseyt worden isi, (Bewegung.) Wahrliib, es wäre eine Albernheit, nm derctwillen ich 1104!) einmal in die Schu]: geschickt zu werden Verdiente, wenn ich hier, kraft cines theoreti- schen Prinzips, die unumgängliche Nothwendigieii bestreiten wollte, daß einem großen Uebel vorgebeugt, das; ein Theil der französischaniigend verhindert werden miiffe, in ausländischen und mit Recht Verdächtigen Nnstalien zu studiren, um unter dem Deckmantel dcs Bakkalaureats fiir unsere constitutionelle Oidnung verderbliche Lehren als Contrcbande zuriick- nbringen und unter uns zu verbreiten. (Schr gut.) Wir sind praktische - jänner, und ich erkläre, daß ich jest, wiewohl mit Bedauern und von Ihnen dazu gczWungen, fiir die Studieu-Zcugnisse stimme. Es handelt sich hier nicht um die Universität, Die Univerfität fürchtet für ihre Anstalten nicht die Konkurrenz von Bürgelette und Freiburg. Hätte ein großes enro- päisches Comm; über die Früchte zu urtheilcn, Welche unsere Collé-ges lie- fern, und iiber die, welche man in jenen beiden berühmten Instituten gc- winyt, wir würden mit einiger Ziiveificht vor ein solches Tribunal treten. (BUMM)- AberderName der Universität wiirde die eigentliche Frage, ivelche jeßr voxliegt, nnr verwirren. Nicht von ihr handelt es sich, sondern von Frankreich, von dem „franzöfisckien Vaterlande mit seinen Institutionen, Ge- srxzen, Sitten uiid seinem Geist. Dieses Alles liegt jest, Ihnen haben wir es 11 danken, '," dieseegeringfügigcn Frage iiber die Studienzeugniffe ein- gcs [offen. Wir identifiziren diese Bestimmung keineStveges mit dem Leben

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der Monarchie und des Vateilandes. Tas Gxsey ist nicht ewig. Wer von uns dachte vor 4, vor 10 Jahren an kie_Zeri1iien und an die geheimen religiösen Gesellschaften? Wem von uns fiel es ein, von jedem Penfions- Vorsteher eine schriftliche Er_klärnng, zu forderii, daß er zii kciiiex uncilaubtcn Congregation gehöre? Gras Portalis hat es ohnen vor einer Woche gesagi: In den Jahren 181811117: 1819 verlqngtetheiiik-nd eme solche Exklus- rimg, Warum forderte man sie 1828l LOL!! ]jc Uo'thjg gewoidcn, weil die Jesniten wieder erschienen waren. zie Juli RCVVLUUOU hatte sie zerstreut und an ihre gewohiiicn anlitchisymtiLi vertrieben, Tank n'un den Fortschritten dcr Fi'eiheit und des: Friedciio, '„ank [*Nolihcks-kkl Will- fähi'igkcit, aiif Welche sic rechnen zu konnen glaiibten, find iic wieder unicr

Uilö erschienen, um, wie immer, den _Kiieg unter ,11115 aiiziifiick)eii_„ nm alle * (Frömerunqen zu vergifien, um das Episkodat ausznregen, :u veixuhren nnd ,

mit sich foiiziireißen, Glanben sie, meine Herren, das Episkopat ist nicht ,“9 sm, wie man Jhncn sagt. Ich [mbc Klasen, 1chmerzliche Klagen gc-

..- . .

hdit, und Wenn kékSkkUt nnr zivxschen zwii großenK*drpe1schastcnselilvcbie, ;

Zwischen der Kirche und der Universität, hätte _m der “Ziani,jdce „sie beide in sich schließt, diesem beklagensweitlicn _.Jigmpse iiicht liicht am „Ziel sech iöiiiien? Tie Kirche nnd die Unichimt hadert niidt entgegeiigeiey-ie Jiitercffcii, denn man mußte die Uiiidcrfiiät aiijhebc'n,«Wenn ,!!c der Religion sibaden Wollte, so wie in Wahrheit „kik Kirche eiiie schwere Schuld auf sicli [aden wiirde, Wollte sie die [liiwerntat 111 dem derselben anvertimitcn Amte dcs dsfentlichen Unterrichts beiin-

ruhigen. Es sind aber ,chmklingc ZleschCU-kic Uiichisiiiit und die IlirÖk getreten, tvelibe Verloren sind, Wenn dicse beiden Korper m gmem Verneh- mm mit einander bleiben; “])kiinner, die beim Jii'icgc _;U gewinnen habeii, oder vielmeiir, die mir etlvas zu sein veimögcn durch den Umsiiai; diler un- serer sie ziiiiici'wcisendeii Jiistitiitioncii Und alten Grundmxxe; eiiie Dougie- gatidn eiidiicki, dic nnr liinicr dcr [)?"Ölcl'ZsCZMU Sebiiijwcdr eincr iiiidc- sibi'änkten Freiheit wieder erscheiiieii kam!, und deshalb die («einliilieit ;11 dieser thöiigtcn ?liiknfniig eiiier schranken- iind regellosen «Freilieir treibt, die Mcisilicbkeit, die dieser Unbekannten Freiheit nicht bedarf, sourcen Wir der alten und ewigen Freiheit der Kirrde, ZU lehren, Was 0500 ihr aiivertimit hat. Ja, die Jesuiten sind es, die das Episkopat aufregen und 311 einem beklageiiswi'i'tliei1 Kampf fortreisecn, und unter diesen Umständen kann ich iiicht niiihin, :eldst ViiiIscbaften gegen diese Congi'egation zu veilaiigeii,"

Tei“ (5,31dßsiegelbcwalser, Herr Martin du Nord: „Je!) begreife, das: die Kammer diese Diskussion zn beendigeii wünscht, iiides; wird sie mir ddii), l_wffe ich, 11och einige iiothtvendige C:"kläriiiigeit eilaiibeii. Man [mt virl von dem Klerus, von dem Episkopat und von den Jesuiten gesprochen. Man hat mit Recht die niedere k55eistlickeit um der Haltung willen belobt, Welche sie nnter den jetzigen Umstiinden beobaehtet, denn sie wiirde gegen ihre Pflichten und gegen das gerechte Vertraiten, Welches sie den ilir vorge- setzten Bischöfen schuldig ist, gefehlt haben, wenn sie an diesen Ledmien theilgenommen hätte. (Vicomte Diabouchage: Sehr gut! Tas sind die richtigen (Binndsäye.) Was das Episkopat bctiifft, so liegt in seinem Verhalten iiiclitö so ?liißerorkeiitliches, das; es die Besorg- nis; der Kammer cikegen, oder sie auch nur bcnnrnhigen diiifae. Es sind iiber den vorliegenden Gegenstand drci Gcsex; - Entwürfe zm“ Beratliitng gebracht worden, der eine 18%, der andere 18-11, imd der dritte so eben. “Finch in den Jahren 18744; und 1841 «ingen dar- iiber Reclamasionen von den Bischöfen bei dcr .“)iegiernng ein, und Herr Persil kann es mir bcxeiigcn, kai: sie daffclbc enthielten, wie die jetzigen. Allkldi11gö hat in den Jahren 1811 und 18424 das Episkopat in den Zci- timgcn reklamirt. Ick) branche meine Ansicht iiber diesc Publizität nicht von neuem atisZnsprechcn, ich habe mich dariiber schon ci'iläit. Uebrigens wiederhole ich unbedenklich, das; Unter allen Umständen das Episkopat aiif eine sorgfältige Priifung 'der von ihm an dichkegiermig gerichteten Bemer- kungen rechnen Kann. ES brancht deshalb seine Zuflucht iiicht zii ken „»),ei- tungen zu nehmen und sich ans eine Polemik einziilasscn, deraneidcnschaft- lichkeit und Ausscdwcifnng wir bedauert haben, nnd die der Sache schadet, der sie dienen soll. Ich gebe zu, das: Fehler, das; schMreS Unrecht begangen worden, Wofiir die Regierung strengen Tadel ergeben [affen mußte. Hoffentlich wiid dergleichen nicht wieder vorkommen, sonst würde die Regierung ihre Pflichten eben so Wenig verkennen, wic daß erstemal, Ucbiigcns scheint es mir, das; man in einer Zeit wie die unserigc die Be- dentunq dieser Schritte, denen man viel zu große Allgemeinheit ;usckircibt, niclit fälscl) anffaffcn nnd der Publizität nnd der Lebhaftigkeit einiger Re- clanmtionen keine übertriebene Wichtigkeit beilegen muß. Wir leben unter einer freien Regierung; die Bischöfe sind Bürger, und Wenn es sich niclit mehr von der Schieflichkeits-ngc handelt, iiber die ick) mick) sehon erkläit habe, sondern von der Ausübung eines vrrfaffiiiigsiiiäßigcii Rechts, so darf man wohl anerkennen, daß wir uns den Folgen nnscrcr Einrichtiingen un- terwerfen miiffen, Was die Jesuiieit betrifft, so glaube ich, das; man der Frage iiber die unerlaubten religiösen Congregationen eine Feier- lichkeit, ja eine Biiterkeit gegeben hat, die sic sicherlich nicht er- halten haben wiirde, wenn man nicht geschichiliche [lechiesernngen in Erinnerung gebracht, dieselben anf Unsere Zeit bezogen, dadurch dieser Corporation einc iiberti'iebene Bedeutung beigelegt, und Besorgiiiffc er- regt hätte, die unter solchen Umständen iiajiiilich imd rechtmäßig sind. “*Ich fiir Mein Theil gestehe, obnwbl ich die Tdatsaciien mit der größten Sorg- falt gepriift, obwohl meine Stellung mir wohl die genaueste Konirolirnng derselben gestattete, so wiirde iel) doch vor den seltsamen?ipologieen, welche wir hier dernommeu liaben, nichts dergleichen geargwöhnt haben. Was ist denn geschehen? Man fügt, die Jesuiten seien plötzlich wieder erschie- nen, und es dättcn daher die Kammern und die Regierung auf ihrer Hut sein miiffen. Laffen Sie uns die Thatsachen befragen. Gewis: War es ein sehr Weiser chiernngö-(Bedanke, der die Verordnungen von 1828 ciiiggb, und es giebt wohl nicht Viele in dieser Kammer, die ihnen nicht Beifall zollte". Sie wnrden vollzogen, und der Zjvcä, der ihnen zu Griinde lag, win sogleich erreicht. Die unerlaubten religiösen Corporationen hatten fiel) in denUnterricht gemischt, sie Wurden davon atngéschlVffcn iind es isi keine Klage zu meiner Kenntnis: gekommen, daß seit 1828 wieder Mitg1iedei“ die- ser Congregationcn in Frankreich Unterricht erilieilt hätten. Die Regieriiiig blieb ixideß nicht unthätig, imd ick) selbst, als ich zu bemeiken giaiibtez das; man in der Vollziehung jener Veroidnungcn hier und da vielleichi etwas lässig sein könnte, beeilte micky, diesein abzuhelfen, Zeh forderte den siibei'ikeii Betvcis iiber vollstäiidige Ausfiihrung der Verordnungen, immcntlich init Hinsicht auf die ?lusscliließiiiig der *).)iitglicdcr religiöj'er angreganoiien. Ick forderte im Jahre 18T? jene Legitimation, die man seit182§iiicht geforderthattc, undichdarfsagen, ich n'ai'so glücklich, sie 31: erlangen. L_deiiii ici) daher behaupten höre, die Verordnungen seien michi ausgefuhrt, dic Btichosc ständen unter der Herrschaft unerlaubter religiöser Qongrcgaiionen, so mirs; ich gcgen diesc Vehauptnng pi'otestiren. "Die Bischdse haben ihre Gcivalt vom Könige und von der geistlichen Behordc„ sic neben,:micr Nieiiiandeö Joch, sic gehorchen nm" den Eingebnngcii-„ihres Gthsslns. Ick) theile auch die geäußerten Vcsorgniffc nicht, ich sni'cl)tc von den Zesniten kdedcr fiir sie noch fiir uns irgend etwas: fiir Uns nicht, weil unsere Institu- iidncn stark genug sind, um allen etlvaigen U11ternclcknmngen derselben ZU widerstehen; fiir sie nicht, weil ich ihnen gai keine solche Bedeutung beilege und nicht glaube, das; “sie unter einer Regierung, wie die Unsiige, in un- serer Zeit und bei unseren “Sitten etwas Anderes zu fürchten haben, als d c Geseye und den natiiilichen Widekwillcn, den sie einfiößen.

Graf von St. Priest: Die Argumente des Herrn Großsicge'lbewiih- reis haben mich, ich gestehe es, nicht Überzeugt; er will von dem Vorhan- densein der Jesuiten kaum etwas wiffeu und doch gestehen sie selbst es ein, und riihmen sich dessen. Wenngleich der Herr Minister iiber die Existenz der Jesuiten sorgfältige Erkundigungen eingezogen haben will, so scbeint er mir doch noch nicht vollständig dariiber aufgeklärt worden zu sein. Zchwar anfänglich gegen die Studien-Zeugniffe, 1“th stimme ich dafiir, aber blos aus den Griinden, diirch Welche Herr Cousin seinen Beitritt zu einer Mas:- MJU "WÜNU hat, die er doch selbst Während seines Ministeriums nicht vorschlagen zu miiffen glaubte. Zugleich kann ich nicht umhin, den Herren Cousin und Perfil fiir die Art iind Weise zu danken, wie fie dic Aeußerungen des Herrn von Montalembert iiber die Zesnitenfurcht beantwortet haben. Der ehrenwertbe Herr von Montalembert hat einen Anachronismus begangen; er hat fick) erinnert, daß die Jesuiten nicht nur Privatpersonen, sondern aueh mächtigen Souvcraincn, einst den größien Schrecken eingeflößt, und daß diese Souveraine, ehe sie sich ihrer entledig- ten, ihrem Joch zn untetWerfen zu müssen glaubten. Aber der edle Graf irrt sich in der Zeit; er hat nicht genug beachtet, das: wir in einer gndcren Epoche und unter einer anderen Regierungsform leben, und daß dlc„Ok'f' fentlichkeit einer constitutionellen Regierung, während sie den instinktmaß'gM Widerwillen gcgen gewiffc Corporationen betvahrt, und MM abstoßende

Kraft vielleicht noch veisiäkit, gleichzeitig den fie umgebenden Nebel zer- streut und dieselben aus ihrem gespenstigen „Zustande guf Wesen und For- men ziiriickfiilirt, die unseren Sinnen-Werkzeugen zuganglich sind; daß sie kieielben mehr als je überwacht, ihnen aber nic_ht mehr geßattet, em Ge- genstand des Schreckens zu sein. (Lebhafter Beifall.) ,

Die Entscheidung über den die Studien-Zeugmffe hekteffenden Paragraphen wurde sodann, wie schon erwähnt, auf den nachsten Tag verschoben.

Deputirten-Kammcr, Siyung vom 15, Mai. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat heute der, „Kammer die GescH-Cntwiirfe Fur Anlegung von vier Eisenbahn-Limen vor- gelegt. Es soll nämliib 1) die Eisenbahn von Paris nach dem Cen- trum Frankreichs, einerseits auf Chateauroux und Limoges, anderer- seits auf Bourges und Clermont, in Arbeit genommen werden; ?) ein Kredit von 28 Millionen xum Bahnbau auf der Linie von Pakts nach kein atlantisckiciiTcean, Und Zwar fiir die Strecke zwischeri Tours und Nantes, zur Verwendungkommen“, I) ein Kredit von 558 MtUiZnen wird begehit fiir den Bahnbau von Paris nach der deutscheiiGrqyzr, und zwar für die Strecke zwisckieii Paris und Homarimg uber Eperimy, Chaldns, Bar-le-Due, Toni und Nancy, mit Zweighahnen auf Rlyeims nnd Mey; 4) es soll eine Eisenbahn zwischen Penis'und Rennes iiber Chartres und Ladal angelegt werden. Die in diesen Gesey:Entwürfen begriffenen Eisenbahnen umfaffen an 500 Lieues WNW; sie sollen "all) dem gemischten System, das im Geseß von [R12 angenommen wurde, d, t). theils aufStaatskosten, theils durch Aetien-Vereiiie, gebaut Weiden. Ter Kosien-Antheil fiir den Staat berechnet siii) aiif jährlich iii! Millionen, während sechs Jahren axso auf 5700 Millionen Jr. Ter Kosten-Antheil der Compagmeen wird 311 “.',";0 Mill. angeschlagcn; das Ganze wäre sonach eine Operation Von (510 Mill., auf sechs Jahre repartirt,

Paris, [iv. Mai. Der König und die Königliche_Fami-lte, mit Andimwne dcs Herxogs von Nemours, der noch in Paris zuruck- gebliedeii ist, haben gestern die Tiiilcrieen Verlaffen iind das, Schloß von Neuillii bezogen. Lei“ Graf von Syrakiis, obgleich er sich schon seit acht Tagen zu Paris befindet, ist noch Nicht bei Hofe empfangen worden und wohnt in einem Hotel garni, Als er Vor st-ebeii oder acht Jahren das erstemal nach Paris kam, hatte man für ihn em Zimmer im Palais Royal eingerichtet. ,

Herr Thiers hat seine Geschiehte dcs Kaiserreichs „beendinyund wird in den nächsten Tagen dem Verleger das Manuskriyt em andi- geu, wofiir eine Summe von 500,000 Fr. ausbedungen ist,

Das Zellen-Gefäiigiiiß-System soll, nach Bexechnungenzn der

Presse, nicht nur seine Kosten einbringen, sondern mitder Zett JUZ) noch eine Einnahmequelle fiir den Staat werdeii. „Die Vortheile , sagt dieses Blatt, „Weiche aus dem pennsylvamschen System,“wenit es mit Einfiiht durchgefiihrt wird, fiir den Staat erwachsen Formen, sind noch lange nicht hinreichend bekannt*, aber wir siehen nicht, an, zu erklären, daß es Alles, was man davon crxvartet oder hofft, iiber- treffen wird. Herr Guillot, der Erfinder der Zellen-Wagen zur Transportation der Gefangenen imd friiherer Lieferant der Gefängnisse szontreraulf, Melini, Poissy nnd Gaillon, hat bereits nicht allein das Anerbieien gestellt, dem Staate alle Audgaben fiir die Bekösiigung und Unterhaltung der Gefangenen unier der Bedingung, daß ihm die Erzeug- nisse ihrer Arbeit für 37 Zadie zugesichert wiirden. voilsiäxim'g z.. „(„Na, sondern er hat sich auch bereit erklart, fur xeden derselben noch 10 Centimes auf den Tag zu zahlen, was,. 300 Arbeitstage gerechnet, jährlich “30 Fr, fiir den Kopf ergeben wiirde. „Gesetzt nun“, bemerke Heri“ Guillot, jede Zelle koste 3004er., und dies ,i1t_der hochste “An- schlag, so wird eine siebenjährige Zahlung Don taglich 10 Centrines mit den Zinsen 3016 Fr. betragen, also innerhalb 40 Jahren xede Zelle, und was der Gefangene dem Staate gekostet haben mag, be- zahlt sein und von da an jeder Gefangene dem Staat jährlich 30 Fr. eintragen. Dieses Anerbieten ist dem Staate bereits gemacht wor- den, und es ist sicherlich nicht das lexzte, das gestellt werden wird. Dabei können wir nicht ohne Aergeruiß an die Summen denken, welche in dem Budget für den Unterhalt der zu mehr als einjährigen: Gefängnis; Verurtheilteit angesexzt sind. So im Jahre 1843, einschließlich der Bagnoö, 5,880000 Fr., während für wohl- tliätigc Anstalten nur 1 Million ausgeseizt war. Zu den Central- Gefängniffen befanden sich 19,013 Individuen, die zusammen -1,41_)2,i_)l_)0 Fr. kosteten und nur 2,195,157 verdienten. Also kostet ein Gefangener jährlich “231Fr., täglich 63 Cent„ iind verdiente nur (1115, täglich 41 Cent., was übrigens unbegreiflich ist iind aller Er- fahrung widerspricht. JnAuburn verdiente von 1832 bis 1836 jeder Gefangene 52 Fr. mehr, als er brauchte, in Charleston 181, in Sing-Sing 113, in Baltimore 02, in Leiewarden und Hoore war die Differenz noch größer.“

», Paris, “16. Mai. Die kleine Schrift, welche der Prinz von Foinville unter dem Titel: „Foto 5111' l'état (185 korcßs na- »“ulEzsb! [.“j ["räntétk" veröffentlicht hat, isi geeignet, ein roßes Auf- sehen zu machen. Der Verfasjcr stellt sich darin die ufgabe, zu („„weisen, daß die französische Seemacht sehr weii hinter der Zeit zu- rückgeblieben sei, und daß eine rasche und kräftige Entwickelun der Dampf-Marine dringend noth thue, wenn Frankreich sich aii den Fits; sex.;en wolle, in cinem_etwaigen Seekriege mit England ehrenvoll und crfolgrcick) auf den Rampfplaß treten zu können. Der Prinz von Joinville gesteht von vorn herein zu, daß eine voakommene Gleichheit mit England zur See für Frankreich nicht denkbar sei, und er räumt damit einen Satz; ein, Weicher freilich gewiffermaßen unter die gemeinen Sinne fällt, der aber gleichWohl Von den Eife- rern fiir die französische Nationalwiirde immer als eine abscheu- liche Ketzerei behandelt worden ist Und dessen Anerkennung der Verfasser der fraglick)cii Schrift schwereutgelten niüssen wird. „Ich gehöre nicht zu denen“, sagt der Prinz von Jomville, „Welche in der Selbsttäuschung der nationalen Eigenliebe glauben, daß wir im Stande sind, gegen die britische Macht zur See mit gleichen Kräften zu kämpfen; abcr ick) möchte, doch auch nicht sagen hören, daß wir derselben in keinem Falle widerstehen kiinnen. Meine wohlerxvogene Ansieht gchk dahin, das; es uns möglich ist, den Krieg gegen “ede beliebige Macht und selbst gegen England „auszuhalten und eine rt von Gleichheit dadurch herzustellen, das; wir unsere Hülquuellen auf eine Verständige Art aiiwendcn. Wir werden auch alsdann freilißh keine glänzenden Ci'folge davontrageu, aber uns doch mit sicherem Schritte unserem Ziele annähern können, Frankreich auf dem Range zu erhalten, der ihm gebührt.“ Ju demselben Sinne sagt der Prinz von Joinville an einer anderen Stelle: „Vergessen wir niemals die Wirkung, welche die Zuriickberufung der Flotte im Jahre 1840 her- vorbrachte. Gleichwohl war dies das Einzige, was man „damals thun konnte, und auch heute müßte man bei der ersten Kriegodwbimg eben so handeln.“ Der Verfasser führt diesen Saß" aus er" nachweist, daß auch der vonstänvigste Sieg, den die sx js "_" From 1840 über die englische hätte davontragen können, M dt ck der Anfang der Vernichtung der französischen Smmht Wesen sein wiirde. Frankreich, sagt er , wiirde jedenfalls lange Zeit gebraucht haben, um die Schäden seiner Flotte auszubeßew,“ während Eng!“ im Laufe eines Monats im Stande gewesen wäre, zwei öder !!,-xk neueJlotten an die Stelle derjeni en 1: sehen, die es vexim"! "* und mit Hülfe seiner Kriegsdamp chi : die sämm ', ' '