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't u eben, nnd hierzu eine Kommissioit-ernanni, welche L:“ ?thhixxe zdes alb baldigst bekannt machen wird,
ja. rovin . Der Ober; Yergratb iind Professor NöggIeTi-Tetb zuPBonn häzt von Sr. Maxesiai dem Kaiser von „Ruß- [and den St. Stanislaus-Orden 21er Klasse "erhalten, - E11! m Lüttich gebildeter Verein für den Fortban des, Ko_lner Domes, ubex- sendete unterm 20. Mai dem Doinbau-Verem 979 Fr. **"le ,Ko- m'gl. Regierung zu Koblenz bringt als Warnung, zur offentltchxn Kenntniß, daß, nach Mittheilung der dortigen Jusitz- Behörde“ tn neuerer Zeit mehrfache Betrügereien vcriibt und versucht worden seien, indem unerfahrenen Landlcuten Spielmarkcn als Goldstücke aufge-
drungen wurden.
X- Von der Ostsee, 7. Juni. In keiner Provin; dcs preu- ßischen Staats diirften die segenöreichen Wirkungen, die sich an seine neuere Agrargeseßgebung knüpfen, rascher in die Erscheinung treten, als in der Provinz Pommern. Man kann sich des Erstaunens nicht crwchrcn, wie reißcnd, namentlich in dem leiztcn Decennium, hier die Fortschritte gewesen sind. Auch gebührt diesc Anerkennung den Rit- tergutsbesißern, obgleich sie wegen des Umfangs ihrer Grundstücke bki allen landwirthschastlichen Veränderungen mit größeren Schwierigkei- ten zu kämpfen haben, eben so sehr, als den bäuerlichcn Wirtbcn. Einen für das ganze landwirtbschaftliche Publikum interessanten Bc- lkg hierfiir hat jüngst dcr meisibietendc Verkauf cincs in allen scinen Zweigen vorzüglichen Wirthschasis-Zth-ntariums von einem Gute im dcmminer Kreise von nur 2200 M. M. Größe grgcbcn, dcffcn Cribs, wie wir Verbiirgcu können, nahe an 50,000 NUM- betrug. Fkklltih grhöric der Bcsiizcr zu den Männern, die besonders durch Roth 11:10 That zur Hsbung dcr pommkrschcnLandwiribsckxaft bkigctragcn haben, ixidrffcn diirften sick) doch in ganz Tcuisähland n.'cnig Scitenstiickc zu diesem Falle finden.
Ausland.
Deutsche Vunchsaatrn.
Königreich Bayern. Fiir Sc. Majestät dcn Kaiscr von Rußland ist in Kissingen das Haus des ])|'- Maas gcmieibet'und zum Theil auch das Kurhaus in Anspruch genommen; ein Seiten- gebäude ward fiir das Gefolge bkstimmi. Der Minister bes Yus- wärtigen, Graf Nesselrode, und General Kloinmichcl, so wie dre an den deutschen Höfen akkreditiricn russischen Diplomaten und andere vornehme Ruffcn werdcn daselbst erwartci.
Königreich Sachsen. Man sagt, Espariero Wkkdc nach Dresden kommen. Diese Stadt (heißt es in dcr Augsb. Allg. Ztg.) scheint ein freundliches Asyl abzugeben für Männer, dcucn die Zügel der Herrschaft eniriffcn worden sind, und die nun,emc ,unyfrct- willige Ruhe suchen; so haben sich auch die Fürsten Ghtka Mtt ihrer Familie dort niedergelaffcn.
Königreich Hannover. Zu Göttingen bcfiitbcii sich im laufenden Sommersemester 652 Studirende (4 mehr als im Von- gen Halbjahr). Der Stand der Lehrenden zählt 88 ordeiiilichx, “17 außerordentliche Profsfforen, 1 Prof. lmnomriux und 232 PU- vat-Docenien.
Königreich Württ'emberg. Se.-Majcsiäi der Kiinig hat die Absicht, zur Stärkung seiner Gesundheit dcn Yio1l0k Juli m der Schweiz zuznbringen; cs heißt, daß Juterlaiep auscrwal)st ski."- Einer Gesellschaft von Bürgern Stuttgarts rst es endlich gelun- acn, die allgemeine Theilnahmc fiir eine Beleuchtung dchiadt dureh Gas zu erwecken, wclche binnen Kurzem 1.116 Leben„ ticken soll. 7- Zn der zweiten Woche des Juni wird die Vill angekundtgie und viel besiriiiene Vuckhändlermcsse zu Stuttgart abgchalietz wcrden, wobrt sich zeigen muß, ob man sich iiber die Bedeutsamkeit beiselben kerne übertriebenen Vorstellungen gemacht hat. „Man hoffi iiamltck), ,daß die größere Zahl der süddeutschen Verlagshandlcr personltii) erscheine," werbe, um auf diese Weise das Supremat Stuttgarts fur alle Zeit zu sichern. _ Am 5. Juni haben, wie die Ulmer Sck11cllpost er- zählt, fast sämmtliche beichsiungsbau-zu Ulm beschaftigienMaurer, größtenthcils Tyroler, ihre Arbeiten eingestellt und sind, etwa 200 an der Zahl, mit ihrem HandivcrkSzeug, ohne Exzesse, zu begchcii, nach ihren Quariirren in der Stadt gezogen. Unzufriedenheit nut dem Arbeitslohn soll die Ursache davon sem.
Großher ogthum Baden. Die erste Kannnex der Stände be- harrte in ihrer iyung vom 7.Juni auf den friiher von ihr angenommeiien Art. 1 des Geseh-Entwurfs über die Sache der Volksschullehrer, und Wies
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die von der zweiten Kammer beantragte Erhöhung des Gehalts (mit 7 Stimmen gegen 6) zurück, obwohl Staatskaih von Riidt die Erklärung abgab, daß die Regierung einer solchen Erhöhungfbetstuyme. -- In der 82|en Sisung der zweiten Kammer richtete, bet Fortsetzung der Dis- kusfion über den Geseß-Entwurf über die _Gekichts-Verfassung, der Abg. Bassermann an die Regierungs-Kommiifiou die Frage, ob die Amis- richter geheim oder öffentlich das Schlußvcrfahren vornehmen und das Urtheil fällen, oder ob überhaupt das Verfahren vor den Amtögerichten geheim, wie bisher, bleiben oder öffentlich werden solle. Auf die Erklärung des Staatöraths Jolly, es solle bleiben wie bisher, erwiederteBassermann: „Es soll also bei den Einzelnrichtern geheimes Verfahren stattfinden, wie bisher. Wenn dem so ist. so isi das Mindesie, was die zweite Kammer thun kann, daß fie entweder den Antrag der Minorität der Kommisfion, wonach dem Einzel- richter zwci Beisißcr aus dem Biir crstande beigegeben werden sollen, annimmt, oder daß fie einen großen “„xhcil dcr im §.75 dem Einzel- richter zugewiesenen Bcfugniffe streicht, wonach dann dieser Theil an die Bezirksgerichte fallen müßte, bei wclibcn das von uns als so wünschens- wertk) erkannte öffentliche Verfahren stattfindet,“ In der weitcrcn Diskussion erklärten fich Zittel, Martin, Gottschalk, Rinkcschwcnkcr, von Jöstkitt und Wclckcr fiir die Gerichts-Vcisiycr aus dem Biirgcrstandc, während Staats- iath Jolly vrrsichcrtc, dic Regicrnng worde nicht damxif cingcbcn. Bei der Abstimmung erklärte fich die Kammer mit 33 Stimmen gegen 28 fiir das Institut der GerichtsBcisiHer, vorbehaltlich der näbcrcn Bcstimmimgcn, die die Sache erst noch in der Kommission erhalten solle.
Freie Stadt Lübeck. Tic zu Liibcck beabsickitigie Bildung eines Vt'kl'ills dcr Gustav-Adolph;Stiftung hat zu höchstinicressanien Diskussioncn für und widcr von Skiken mchkci'cr Gcisilichcn in den neuen liibeckischen Blättern Vcranlasstmg gegcbkn. Dic Vcr- tbcidigung dm“ Stiftung lilli'ö Zweigvm'cinö diirfte iibrigcnö, wie ein im hamburger Corrrspondcntcn enthaltenes Schrribcn aus Liibkck vom 6. Juni nachweist, [richt dcn Sikg davon tragcn, und die aliprotkstaniischk Stadt somit bald dcm großcn gcmcinsamcn Bunde bcitrcicn,
Freie Stadt Bremen. “Das Oberweser Dampfschiff „ Wittekind“ ist am Nachmittag des 9. Juni auf die berüchtigten Liebenauer Stcinc grstoßcn und, xmchdcm cs vorher noch die Passa- giere (etwa 60) an's Land gcscyi, gcsunlkn, TZklck)?!“ Art die Be- sck)ädigung und ob die Reparatur bald 311 hoffcn ssi, wußik man am 10101 in Vrcmcn noch nicht. Bci der Landung der Passagiere", dic sogleich durch Cxirapost Wkitcr brfb'rdcri wurdcn, soll ck an unange- nehmen, Wenn gleich bei dcr Seichtigkeit des Jlnffcs gcfahrloscn Un-
sällcn, Vcranlasit durch Angst und Hasi, nichi gischlt haben.
%% Frankfurt a. Pk., 9. Juni. Ihre Majestät die Kd"- nigin Wittwc Von Großbritanien setzte gestern Vormittag, von dcm Herzogs von Smhscn-Meiningen begleitet, die Reise nach Likbktlstkin fort. Sc. Hoheit drr Herzog Brrnbard zu Sachscu-Wcinmr hatte seine erhabene Sehwägcrin hier begrüßt.
Die von der Bunch-Versammlung zm“ Priifung dcr elektro- 11mgnciischcn Maschine Wagnrr's ernannte wisenschafiliihc Kommission hat in dcn lcytercn Tagen ihre Aiblit berndigt und der hohen Vc- l)ördc ihren Bericht cingclicfci'i. Darauf sind dieHcrren vvnEliiug- "hausen, Schubaril) nnd Steinbcil Von hier abgcrcisi. Es wäre vor- eilig, cin bcsiinnnicö Urtbcil iibm' dic Wagncrschc Erfindung abzngc- ben, wahrscheinlich bat er aber sein Ziel noch nicht ganz erreicht.
In Mainx ist in dcr vvrigen Nacht ein Theil des großen Gasi- l)auses zum „Rheinischen Hof“ abgebrannt.
Ocstcrrcichische Monarchie.
"l' Prag, 6. Jimi. Sc. Kaiserl. Hoheit Erzherzog Stephan, unser verehrter Statthalter, ist nach 1nel)rwöcl)entlicl)cr Abnxcscnheit in Wien gestern Abends im besten Woblsrin hill“ kingt'troffcn und wohnte: heute bt'rciis dsr fcicrlichkn Fi'ohnlkiihnath-Prozc'ssion bci. Auch Sc». Kaiscrl. Hobcit dcr Erzhrrzog Karl Jerdmmzd, Brigadier drt“ hilsigcn T'i'nppkn-?lbthrilung, ist hcute Morgens wieder hier an- gekommen.
Peter von Cornelius hielt sick) anf seiner Riiciri'ise von Zialiyn leider nur einen Tag hier auf; die fiir scinen Aufenthalt voi'bcrcitc- tanrstlichkcitcn lillikl"blikblll daher, Weil Umstände Von der dringend- sic'n Wichtigkeit ihn niithigtcn, scinc Weiterreise zu bcskhlcunigcn. “Dcr gefeierte Meister hat jedoch durch den hiesigen Akade'mie-Dircktor Herrn Ruben, nnter Anführung der erwähnten Umstände, öffentlich seinen Dank aussprechen lassen fiir die von den hiesigen Kiinstlern und Kunstfreundcn bezeugte Theilnahmc an den zur Feier skinks Auf; enthaltes projektiricn Festlichkeiten.
Russland und Polen.
St. Petersburg, 6. Juni. Am 2tcn d. ist die Prinzsssin von Oldenburg, Gemahlin des Prinzen Peter von Oldenburg, gliick- lich von einem Prinzen entbunden ivorden.
Durch Uias Vom 20sten v.M. hat Sc. Majestät der Kaiser fiir
die Zeit der Abwesenheit des Vice-Kanzlers, Grafen von Nesselrobe, dem Ober-Ceremonienmeisier und Wirklichen Geheimen Rath, Gra- fen Woronzoff-Daschkoff, die Leitung des Ministeriums der auswärti- gen Angelegenheiten übertragen.
In Folge Kaiserlichen Ukasks ist ein neues Reglement für die Beförderung zu akademischen Graden erschienen, welches für die Uni- versitätcn zu St. Petersburg, Moskau, Charkoff, Kasan und für die St. Wladimirs-Universität gilt. Den Conseils dicser Universitäten sieht das Recht zu, akademische Grade in der philosophischen, juristi- schkn und medizinischenFakultät zu erihcilcn. Zu den beiden ersteren Fakultäten sind dicö die Grade als Kandidat, Magister und Doktor; in der medizinischen werden die Grade und Titel und die mit den- sclbcn Verknüpfte" Rechte anfGrundlage _der hieriiber bestehenden allge- meinen Verordnungen erlangt. Sowohl russische Unterthancn aus allen frcicn Ständen wic Ausländer können diese akademischen Grabe erlangen. Durch den Dokiorgmd tritt man in die achie Rangklasjs, durch den Magisicrgrad in die neunte, durch den Kandidaicngiad in die zehnte cin. Die in den Militairdixiist kintrctcnden Kandidath ivcrdcn, wenn sie 3 Monate als Unterofstzikr gcdicnt haben, zu O1]!- zicrrn befördert, insofern sic dnrch Kenniniß drs Fronicdtenites"denc_n wiirdig sind, wenn auch in denjenigenRegimentern, in welche ]te aus- genommen wcrden, keine Lfsizicrsiellcn Vorhanden sind.
Frankreich.
Dcputirtcn-Yammer. Sißung vom 6. Jlllli. Die Diskussion der mißcrordcntlichcn Krcdit-Bewilligungen fur Algiex Wurde heute geschlossen, die “.)lbstimmung iibcr den ganzen ,Gkscy-Ent-wnri mußte jedoch annullirt Werden, weil sich nicht mehr die zur Giiltigicii cinrs Votnms erforderliche Anzahl von Stimmcn vorfand, Noch bm biUlätlglich zahlrcicher Versammlung war abcr vorher schon das Anwndcmcnt der Kommission, welches auf das Kapitel fiir die vor,- gci'iicktcn Postklldl'k G:“änzlinic des Tell cine Riductioan 10,1)M'J1. vorschlug, mit stat'l'rr Majorität verworfen worden, nachdem noch Herr Gustav von Beanmont mit großsm Aufwand von Bercdsamieit gcgcn die beantragte Verkiirzung des Kredits ge- sprochen hatta. “Dieser Dcputiric, noch vor einem Jahre cincr dcr entschicdcnstkn Gcgncr des von der RegierunFin Algirr angcnomnwncn Systems, fand damals dcn Krieg in Afrika Verab- s11)cnungbwiirdig, dic axxögadebnic Occupation erschien ihm als eme Thorhcit und die Kolonisirung als eine Chimäre, Er verspoitkie dic Feldzngsplänc, bcmitlcidcte dic erfochtlnen Siege und zeigte mit un- crweichlicher Strenge das Mißvrrhältniß zwischen Gewinn und Ver- lnft. Damals stand er, nack seinem heutigen Vckenntniß, ganz auf demselben Punkte wie jetzt Herr Job.). Plöylich aber ist Herr von Beaumont ganz anderer Meinung geworden. Eine Reise, die U“ durch Algerien gcmakht, hat ihm, wie er Versichert, dic Ueberzeugung aufge- drungen, daß er sich im Großen und Ganzen geirrt habe, wenn er agch Em- zclncs in dcmchikrungs-Systcm noch immer tadeln müsse. So stndrter zwar die Art und Weise, wie beim Kolonisireu zu Wirke gegaiigxn werde, namentlich das Vereinzcln dcr Ansiedelungen, nicht zwcckiimßtg; eben so crkliirt er sich gegen die fortdaurrndcn Versuche, kmchrisch mid unabhängig gesinnte Bergvölker, wie die Kabylen dcs ,Zurjitra, imt Waffengewalt unterjoxhcn zu jvollcn, wobei man unnug dic Krach des Landes, skill (Held und sein Blut, Verschwende. ' ?lber cr Z| rm entschiedener Anhänger der Occupation in ihren ]?ßtgin Gmnzcn, findet die Art der Kriegführung tadcllos, glaubt,. daß _dic Cmgebbr- nen sich allmälig unterwerfen wiirden, und daß diese Asklkalllskhe .Ko- lonie einer schönen Zukunft entgegengehe.
„Ich habe“, sagte der Redner unter Anderem, „während meines ?lnf- enthalts in Algier den Eindruck erhalten, daß die Untcchrfnng dcr arabiichcn Stämme ernstlich ist, und das; wir wirklich Herren der von uns besetzten Pimkie sind. (HM Manuel: Welche Täuschung.) Ick schildere mcinc Eindrücke", und da muß ich sagen, daß cht Niemand in Afrika das Ernst- lichc dcr llntci'ivckfnng dcr dortigen Stämme bcstrcitct. Disse Unterwerfun- gcn haben jetzt cinen ganz andcrcn Charaktcr, wic friiher. Es kamen sonst dergleichen vor, die ihre 6 Monarc dauerten und nach drr ?lerndte anch wit'dcr anshöitcn; cht aber haben sic schon 3 Jahre gedauert. Dies ist eine Vcrbcsscrnug der Zustände, die Jedem in die Augen fallen muß, es ist die Folge cines mit bcwundernsivsrtbcr Geschick1ichkcit gclcitctcn und hrlrcnmiithig gcfiihrtcn Krieges. Es ist dies schon ein schr großes Resllimi, nicht, als wäre daraus dic Folgerung zu ziehen, das; der Fricdc in Afrika nicht mehr gestört meiden, da[; keine Empörung dcr unichorsrnen Stämme mcbr stattfinden könne, Es kommt nur daranf an, das; das Land giti verwaltci tvcrdc', und daß man die arn- biscbc Vevbllcrnng zu leiten vcrsiehr. Die Araber sagen: „„Wir bezahlen Euch die Steuern, dafiir seid Ihr uns eine ordentliche :)irgierungschuldig."“ Es ist gewiß, das: die Steuern jest von allcn Stämmen dcs Till gehörig entrichtct werden. Diese Stämme sind vollständig organistrt. Nicht ein einziger ist so entfernt vom Centrum, das; nicht cin ans dem arabischcn Biixcmt zn Aigicr abgescrtigier Befehl in 36 Stunden zu ihm gelangen könnte. Eine andcrc Besorgniß, die mich friiher bcnnruhigie, ist ebenfalls größtenthrils aus meinem Gimiithe Verschwundcn. Ich fragte mich nämlich, ob wir nicht von Stämmen zu Stämmen, von Posten zu
immrr nicht über ein bksiimmtcs Farben-Schema haben einigen konnen. Bekanntlich vcrtheilie einer unserer ersten Geologrn bci,dcr Versammlung der Naturforscher in Breslau (1883) mehrere Exemplare, eincr geognositschcu Farben-Tabelle an die dort anmesenden Geologep unt dcr Aiifsordcrnng, ihm ihre chcrkungcn dariiber mitzutheilcn; allem kqum zwo! oder dict hielten es der Miihe wrrtb, ein Wort darüber zu verlieren, und xs blieb Alles beim Alten. Das ist ein trauriges Zeichen und beweist wenig Eifer fiir die Wissenschaft, Wir haben fast so viel vrrscbicdc'iic Jarben-Tgbcllcn als geognoslische Karten, und es herrscht hier eine ahnliche Verwirrung, wie vor dem Erscheinen von Vronn's 1101110071 3605110511971 in dir Nomep- klatur der fosfilen Thieke, wo eine Spezies zizweilen an zwazmg verschie- dem Namen hatte und, der Eitelkeit des „".-111" und „"ob-15," zu Liebe, eine wahrhaft babylonische Verwirrung cingrriffcn tvar. Dtexem [es?erey Uebelslnnde isi nun frci1ich durch jenes Meisterwerk abgeholfetz, abcr die Farben hatten noch immer vergebens der Erlösung, und es scheint fast, als sollte eine Uebereinkunst in dieser Beziehung noch layge zu den „frommen Wünschen“ gehören, da selbst eine Stinnnx, wie dte-oben eiivahnte _ eine der gewichtigsten im Reiche der Grobgie _ fich mchbGehor verschaf- fen konnte! Doch kehren wir zu unserem Gegenstande zuruck. '
Die Ausführung der Karte zeichnet fich durch große Klqrhctt und San- berkeit und namentlich durch schöne, große Schrist aus. DteVerlqgshand- lung hat auch hier wieder ihren alten, wohlverdienten Ruf bewahxt und denjenigen, die ihre Karten durch die kleinste Schrift zu einem Wahren Llu- genpulver machen, ein nachahmungswerthes Beispiel gegeben. Den Preis, 1 Thaler 10 Silbergroschen, wird wohl Niemand, der mit den Schmierig- teit? ckbe;j Edntwersung und Ausführung geognoftischcr Karten bekannt ist, zu o 11 en, ,
iim Schlusse wollen wir über die technisch mehr oder weniqer wichti- gen meralien. die in dem auf der Karte dargestellten Terrain vorkommen, noeh einige Worte sagen. _
Dao ausstsckjwemmte Land enthält Rasen - Eisensiein, namentlich in den ['m-hl en und momsiigen Thälem der Malapane und in der Na:-
dmms "“ *obkk"F[Uiscs bei KarlSruhe, sowie bei Oppeln u. s. w. Es "kk duselbe zwar selien ver chmol en, aber de|o häu ger als Bausiein ver- wendet, In der Nähe des asen-Éisensieins findet si auch häufig To rf , FUQYYTUM im Malapane-T ale, _beiLubliniv, Schcdlau und an vielen bmup W: ZZZLZWWL und chmxlzdorf werden die Torflager auf Vitriol Lage: „“ Wm “:::“ und Etxxommm dort unmittelbar zusammen vor. sünvemmm Lud: grauem övset-Thou sind häufig in dem auf- s“ - * "ck E derselbe kbtllweise in Stein ut-Fabriken nicht
anwendbar. Bunsi-in m an „ck 8 "ck PW?" Ober-Stblesiens, jedoch
immer nur in einzelnen Umm gafuudm'wordm,
Der Thoneiscnslein isi in Ober-Schlcfien sehr verbreitet, denn man kann annehmen, daß alle Punkte, an denen sein Vorkommen bckannt ist, in dcr Tiefe mit einander zusammenhängen. Die reichsten Fundorte dcs Eisensteins licgen in einem Zuge von Truswlasy undP-mky inPolen iiber Wichrow, Stirnaliy, Landsberg bis Goslau und Baumgarten bciPitschcn; sodann in eincm zweiten, diesem eisen fast parallelen legk bci Kamieniiz, Sumpen, Olschin, Lyffau, Zborowski, Ponoscbau nnd Nen-Wachow; noch ärmer und zum Theil nur aus risenhaltigent Thon bestehend, sin_d die Vor- kommniffe bci kreuzburger Hiilfe und aus dcr tillowtvcr Herrschaft bei Fal- kenberg. Von diesen Eiscnsteincn Wurden im Jahre 1841 aus 12 landes- herrlichen und 78 Privat-Grnbcn 857,5» Tonnen gefördert, die am Ur- spmngs-Oite cinenWerth von'238,813Rtl)lrn. hatten. “x") Daiaus wurdcn gewonnen: an Roheisen, Rohsiahlciscn, Gußwaaren, Stab-chn und ge- walztcm Eisen, Blechen, Drath und Rohstahl 1.384,240 Cm, an Werth 4,17;4,801 Thaler. „
Das Blei-Erz, welches nur auf der landesherrlichen chdrichögrubc bci Tarnowiß gefördert wird, kommt daselbst im Dolomit vor._ Es wurden im Jahre 1841 gewiznnen: 16,587 Ctr. C'rze und dargus 118-') Mark Sil- ber, an Werth 21,080 Thaler; bleiische Produkte (Kaufblci, Kauf lbttc, Blciplatten und gewalzics Blei) 11,660 Cin, an Werth 91,741 5 Mr. Dcr Gesammtwcrth der im Jahre 1841 aus den Bleicrzcn gewoniicnen Produkte betrug daher 112,824 thlr. Im Jahre 1812 Wurden gcf'ordeit 15,652 Ctr. Erze und daraus gewonnen: 1414 Mark Silber (1402 Mznk feines Silber und 12 Mark Brandfilber) nnd blciische Produktg 11,415110. Der Gcsammtwerth dicserProdnktebctrug 105,282Rtblr. Die Preise fur Giotto und Blei find im Jahre 1842 clwas gesunken, da, inFolge des Anschlusses voti Braunschweig an den deutschen Zoll-Berein, die Goslarischc Gibttc zollfiei in Preußen eingeführt wurde.
Ein anderes sehr wichtiges Vorkommen im Dolomit ist derGallmcv, der fich hier in einer “Häufigkeit findct, wie sonst nirgends, so daß Preiißen von allen Ländern der Erde das meiste Zink produzirt, nnd wsährcnd,fruher das meiste Zink aus China eingefiihrt wurde, wird das schlesische"ka ge- genwärtig nach Ostindien verschifft, wo es auf den dortigen Markten be- reits das chinesische verdrängt. Im Jahre 1842 wurden 1,425,180 Cn“. Gallmey efördert imd daraus ctwa 250,000 Ctr. Zink (Barrcn-Zink und Zink-Ble e) gewonnen, die einen Werth von mehr als 2Mill. Rthlr. hat- ten. Zu Anson des Jahres 1842 galt nämlich der Ctr. Zink in „Breslau 10 Nthlr., und ßieg im Februar bis auf 11 Mbit,; da fich aber, vielleicht
*) Diese, so wie die folgenden An aben, beziehen fich sämmillcb auf das ahr 1841, da dem Res. die An a en für 1842 nur theilweise zu Ge- bote anden; es hat sich indeß im In re 1842 wenig geändert.
wcgcn dicses hohen Preises, dic Vorräthe so sehr anhäuften, das; gcgcn Ende des Jahres in Brcslan und an anderen Orten Schlesiens nahe an 150000 Ctr. Zink lagkrien, so sank der Preis allmälig bis auf 6 R-hlr. fiir den Cm, und W stellt fich fiir das Jahr 1842 ein Durchschnittöpreis von 8 Rihlr. 8 Sgr. 6 Pf. hermis. Im Jahre 1841 wurden 1,162,891 Crx. Gallmcv g:"fördcrk, und daraus 208,291 Ctr. Zink gewonnen.
Das Steinlohlcn-Gcbirge in Obcr-Schlesien, Welches, mit Aus- uabme einer kleinen Partie bci Petrzkowiß, wo es sich an älteres (Gran- tvackcn-) Gcbirgc anschließt, iiberall nur inselförntig aus jiingeren Massen, namentlich aus dem Gips-Gcbirge und dem ansgt'sclchmmten Lande, her- vortritt, zeichnet sich aus durch die I)i„ichtigkcit, Verbreitung und chcl- mäßigkeit seiner Flözc. Die gewöhnliche Mächtigkcit beträgt 1'5-2 Lachter, d'och steigt sie bis ;; und 4 und in einem Falle selbst bis zu 6 Lachtei. BciPctrzkowiß sindrt man nichr als 30 Flözc iibcr cinandcr, die zwar Ulkist schwach, abcr von vorzüglicher Giite sind; an anderen Punkten sind bie Flöze mehr vereinzelt, aber vici mächtiger, z. B. bei Zabrze 9 Hauptfl'oze nnd cinigc schwächere; zusammen mit mehr als 100 Fnß, reinex Kohle; anf Königsgrube 4 Hauptfiöze von 12 bis iiber 20 Fuß Mächiiglett u. s; w.
Ungeachtet im Jahre 1842 mehrere Umstände stil) vereinigten, die un- giinstig auf den Stcinkohlen-Brrgban_Ober-Schlcsiens cmwnktcn- 171731171 dcr KlodniH-Kanal Wegen Ausbesserung der Schlcuscy gesperti wiirde, bac Oder wegen Waffernmngclö im Sommer skikk" „skblffßük- dl,? Wege 1111 Herbst sehr schlecht waren und der Absaß, an die Enenhritten nicht mehr die friihere Höhe erreichte, so erfuhr der Sjenikohlcn-Ylbsaß nnZahre184-2 dUcn. nock durch Vermehrung der Zink-Hiiticn eine Steigerung. Es warden nam-
lich im genannten Jahre ........................... :'J,()49,223Z'/, Tonnen, [m Jahre 1841 dagcgcn nur ....................... 3,821,269 »
mithin im Jahre 1842 ..... 227,9541; Tonnen mehr verkauft. Dies ist fast attSschließltch eine Folge des vermehrten Bedarfs der Zinkhiitten, die im Jahre 1842 216675"; Tonnen Stückkoblen und 35,724L2 Tonnen kleine Kohlen mehr veibrauchten, als im Jahre 1841. Die (Held-Einnahmc fiir die verkauften Kohlen betrug im Jahre 1842 701,088 Rthlr. Herr von Carnall giebt in seinem bergmännischen Taschenbnckpe nach- stehende interessante Uebcrficbt der in den Jahren 1836-1842 geförderten Steinkohlcn und der fiir 1 Tonne gezahlten Preise.
Es wurden gefördert: im Iahrc1836 1,815,556 Tonnen zu 6 Sgr, 3,3 Pf- » „ 1837 2,100,356 » » 6 » 2,8 » » » 1838 2,281,773 » » 6 » 1,1 » » » 1839 2,361,556 » » 6 » 3,6 »
Posten uns am Ende bis zu unbekannten und unermrßlichcn Regionen '
könnten fortreißen lassen, so daß wir dann selbst über die vor uns liegende Unekmeßlichieit erschrecken wiirden. 3th aber, nachdem ich diese Frage an Ort und Stelle siudirt habe, bin ich überzeugt, daß die natürliche Gränze Algeriens eben so fest und bestimmt ist, als die cincs französischen Depar- tements. Dic Posien, um die es sich handelt, snd gleichsam der Knoten, der den Veifehr dcr ganzen Ccntrallinie des Teil, welche von Tlemzen iiber Maskam, deu Schelif, Milianab und Medeah nach Konsiantine sich hin- ztcht, mit dem weiteren Süden verbindet.“
. Nach Beendigung dieser Debatte befragte Herr Dksjobert den Kriegs-Minisier über die Vorgänge zuBiskara. Er erwähnte des (in unserer gcürigen pariserKorrespondenz angefiihrten) Geriichis von dcr Niedermeyclurig einer ganzen französischen Garnison und von Plün- derung der Kriegskasse und der Vorräthc. Der Marschall Soulf antwortete mit der Verlesung zweier Schreiben, die der Herzog von Aitmale, als Ober-Vefehlshaber der Provinz Konstantinc, an den in sklllkk Abwesenheit dort befchligenden General gerichtet hatte, und von denen das eine aus Batna vom 12., das andere aus Biskara Vom 19. Mai datirt ist. Der Inhalt derselben stimmt ganz mit den Nachrichten iibxrein, Welche dasJournal des Débats nach einem Schreibcn aus Toulon iiber jene Vorfälle mitgetheilt hat (aus welcher Que'lle dlc Bericht in unscrcm gestrigen Artikel Paris vor der Kor- respondenz entlehnt war.) Es geht darum; hervor, daß zu Biskara gar keine französische Garnison sich befand. DcrHerzog von Aumalc hatte daselbst, an friihere Beispiele in dem afrikanischen Kriege sich haltrnd, cin Batailloti arabischer Hiilföiruppen zurückgelassen, welchcs aus der Expeditions-Kolomte genommcn, und dem cinigc Deserteure Völl den Truppen des Kalifa Abd el Kader'ö einwerleibt Waren. Diese nun cmpb'rien sich gegen ihre französischen Oberen und ermor- dxten sie. Der Kalifa Abd el Kadcr's (nicht Achmet ch'ö) der die Empörung angestiftet, war, als der Herzog von Aumalc in Biskara anlangte, aus der WU ihm bcsclzicn Kasbah schon entflohen.
„Das unglückliche Ercigniß,“ sagt der Prinz, „ tvclchcs ihn dorthin brachte, hatte, wie ich cs vorhcrgcschcn, gar keinen politischcn Charakter; es ist_ cn) Pcrmth, cin Meuchclmord, der durch anfmerksamerc Wachsamkcii wghr1ckcmltck zu Verhindern gewesen wärt'. Bcl-Hadsch (dcr Kalifa) fand bi! dcr-chölkerung gar keinannhang und wirklichen Stiinnnkt; erkonntc nicht einmal von den Gebirgsvölkern dic TranSportmittrl erlangen, nm nume Vorrätlw mit fortznnchmcn. Diese sind unberührt geblieben und Werken _die Etablirung der nenen Garnison erleichtern.“ *
Tic chlcsyng dcr Sihreibcn drs Prinzen schien in dcr Kam- 1111'1'_e'men gllllsttgl'll Eindruck zu machen. HEN“ Dcsjobcrt richtctc darauf noch mne Zleiic Frage an den Conscils-Präsidcnirn, dic Llu- gclcgenheitcn von Marokko betreffend.
„Wir haben“, sagte _er, „zu ?lllab-Magrania ein Lager cingenommcn. Am 7. Ykat erklärte der Kricgö-Minisicr vor der Kommission, das; er noch nicht wine, ob dicses Gcbict an Frankreich oder Marokko gchbrc, und daß er dainber Erliindignngcn einziehen wolle. Ich wünschte nun zu wiffrn, ob" "Zirb nn Kaimihum Marokko oder in Algcricn Unser “Jager aufgeschla- g a cn.“
Marschall Soulf: Ich habe die nöthigcn Erknndignngcn eingezogen 1ka dic Gclvrßhkit erlangt, daß die Position von ?lllah-Magrauia zii Ill- gci'tcn gchbrt, Es sind mir Bcwrise dariiber beigebracht woidcn„ daß da- sclbst dic Steurrn stets von den Türken ckhobcn wurden, als diese Algerien im Bcsxlz batten, und das; auch wir die Steuern dort soricrhobcn bach. Es kann in dieser Hinsicht kein Zweifel obrvaltcn, ich habe daher dié Ein- willigung dazu crthcilt, daß unser Lager dort aufgcschlagcn werde, der Trnppen-Znsammcnzichimg gegeniiber, wcichc 311 Uslin auf marokkanischcm Gebiet stattfindet.
Paris, 7. Juni. Es wird jeßi in den öffentlichen Blättern einiges Nähen: iibcr dcn Hergang der Dinge nach Abfassung nnd Vorveröffcnilichnng der Broschüre des Prinzen von Joinvillk erzählt. Der Prinz theilte sic, wie es heißt, zuerst skincm Bruder, dem Her- zoge Von Nemours, mit, der darin msbrcrc Stellen in Bezug auf England und die Ereignisse Von 18-10 strick), und dafiir cin*Pam* Zusäße machte. Nun besprach sich der Prinz vo" Zoinville mit der Königin und mit Madame Adclaidc über seine Absicht, die Schrift zu publizircn. Sie rieihen ihm davon ab, crlangicn jedoch nur so viel Von ihm, daß er sich dazu Vcrstand, dic Broschiirc Vorläufig nur in 30 Exemplaren, 1115 Manuskript, drucken zu lassen. Die Abzüge Wurden dcm Könige, den Ministern, dcn ?ldmiralrn und cinigsn bc- sondcrcn Freunden dis Prinzen unter den Dcpuiiricn, namentlich auch Herrn Thiers, mitgetheilt. Der König, der Von der Absicht der Pu- blication gehört, ließ den Prinzen zu sich rufen und machte ihm Vor- stellungen dagegen. Dieser ließ sich jedokh von scinemEntschluß nicht abbringen und mir noch zu weiteren Abänderungen in der Schrift sich bewegen. Nachdem er diese darin vorgenommen, iiber ab er die Broschüre angeblich Herrn Thicrs mit dem Wunsche, da dieser sie noch einmal einer Revision unterwkrsen möchte. Hkrr Thierö soll dies gethan nnd die Schrift sodann, ohne Vorhpr noch einmal mit dem Prinze'n Rücksprache zu nehmen, an die RcVue dcs deux mondcs übersandt haben,
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Als der Kabylen-Siamm der Jl-ffas am 17. Mai von Marschall Vugeaud besiegt Worden war, erschienen KU? _Héiuptlinge desselben im französischen Lager, das sich auf einem der hochstenPunkte ihres Ge- birges befand, und boten ihre Unterwerfuongzan. Sie glaubten, sich entschuldigen zu müffen, daß sie gegeii die xzmnzoien gekämpft, und thaien dies in folgenden Worten: „WU“ koankkn Ulcht anders als un- scrcn Hcerd vertheidigen, unsere Werber wiirde]! uns sonst nicht mehr haben anskhen, uns keine Nahrung mehr bkl'ktki'll wollen, Ueberdies hatten wir dem Ben Salem yersproihkzl, Mit ihm zu sterben, wenn er mit uns sterben wolle. Hätte er sem 2800 gehalten, so würden wir uns bis auf den leisten M;.mn haben iodten lassen; aber er fioh beim Beginn des Angriffs; Wik haben keine Verpslichtung mehr ge: qen ihn, er wird sich nicht mehr ,'" unseren Gebirgen zeigen, und ivir werden dem Wort, welches wir EUch gcbrn, eben so treu sein, wie dem, welches wir ihm gegeben hatten.“ Der Gouvkrneur ant- wortete, er achte sie darum nur desto mehr, Weil sie sich gut geschla- gcn, denn tapfere Krieger skien auch sietöj'lbyal, und er rechne auf die Heilighaltung des Eides, den sie de::nKomge dcr Franzosen schwö- rcn wiirden. Die Kabylcn siehcn bet den Arabern wirklich in dcm Ruf, daß sie ihr Wort gewissenhaft halten. Die Häuptlinge ver- langtcn dann, daß man ihnen keine Stkuern auflegc, da sie dcren Weder an Abd cl Nader, noch an die Türken entrichtet und dicsc, als sie mit Zwang gcgen sic verfahren Wollin, scchs bis ackt Mal geschlagen hätten. “Der Gouverneur erwiederte indkß: „ Ick richie mich weder nach Abd cl Kader, noch nach ken Türken; Jrankrcich ist eine andere Macht, als der DR) von Algikr es war; es will, das; Araber und Franzosen ganz gleich behandelt Werden. Ihr Werdet, wie alle Andcrcn, diy Steuern zahlen.“ Darauf vcrncigten sie sich und ergaben sich in ihr Schicksal. Tic Fliffas sind der mächtigste Stamm der Gkbirgskcttc dcs Jurjnra, ihr Beispiel wirkt? daher auf die anderen Stämme, und W Erschienen bald von allen Seiten Re- pxäsentantcn derselben, um ihre Unterwerfung anzubieten. Die drei neuen Vom (Hrneml-Gouvcrneur gcbildcicn Vlyliks nchmcn cinen der schönsten und reichsten Landstriche Algericns ein, auch, wie es scheint, cinen dcr bkviilkcrtsten, denn man zählt dort an 40,000Bcwaffnctr,
Dcr Praise zufolge, ist [*I jth entschiedcn, daß der König der FraYzoscn die Königin von England auf der Insel Whigt besuckcn ivcr ?,
Die Studenten der Unch'rsitäi LöMn haben eine mit 400 Un- terschriften VL1"sl*hlltk Adresse an den Grafen Von Montalcmbm'i, dcr kiirzlich auch Vrlgicn besuchte", gerichtet, in welcher sie „als Zöglinge link!" freien und katholischen llniVLrsität“ ihm für seine Bcslrcbungsn in dcr llntcrrichtöfragc ihren Dank sagen.
Die Budgets;Kommission drr Depuiiricn-Kannner hai disser grstcrn ihren Bericht vorgclcgi; es Wcrdkn darin Rcduciioncn ziim Gesammtbclauf Von .*“) Millioncn auf die verschiedenen Anögabepostkn beantragt.
Durch eine Königlickx Verordnung Vom Likn d, M. ist der Contrc-lemiral Lasuffe an die Stelle des verstorbenen Lalande zum Vicc-Admiml und der Capitain Cecillc, der die- indisch-chinesischc Station kommandiri, zum Contre-Admiral befördert worden.
Die France bcrichici, es sei vorgestcrn früh ein Adjutant der Königin Victoria, Von zwei Secretaircn bl'gli'iii'i“, in Paris angekom- men, und sein erster Besuch sei beim britischenBotschafter, der zweite im russischen Gcsandtschasiö-Hotel und skin dritter im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten gewesen,
][ Paris, 7. Juni. In der heutigen Sißung der Deputirten- Kammer wurde das Gcch wegen der Supplcmcniar- und außcror- deutlichen Kredite für Algerien mit 190 gegen 53 Stimmrn ange- nommen. “Darauf begann die allgcmcinc Diskussion iiber das Gésky,
die Verbesserung der Häfen betreffend. Herr Abraham Dubois begreift die Sorgfalt &? Regierung fiir“ die großen Häfen, dercn Lage der (Heßy-Entwurf verbrffern soll. Der gute Zustand der Hii- fbit Von Marjexille, Bordeaux, Havre sci sicherlich von Ztlkkkkssk silk dte,ganze- Nation, aber man dürfe dariiber die anderen Häfen dcs Rklchs nicht Vc'rgessen. Er nimmt die Obsorge dcr Reqisrung beson- ders fiir die von Diinkirchen und Granville in ?ltispruch. Hc'rr Glais-Bizoin erinnert daran, daß dir vorige Minister der öffent- lichen Arbeiten Vor zwei Jahren sich anheischig gemacht habe, ein allgemeines Gcsclz iiber die Verbeffernng aller Häfen des Landes vor- zulegen. Herr Roger (duNord) spricht vorzugöwäse fiir den Hafen, dessen Vertreter er ist, “Dcr Minister der öffentlichen Arbei- ten bcmcrki, daß berkitö cin Giselz, wodnrch eine Summe von “70 Millionen zu diesem Zweck angcwicscn Win'de, vorgelegt und voiirt worden sei. In demselben seien die Häfen zweiten Ranges we'r- hältnißmäßig besser bedacht gewesen, als die großen. Das gegen- wärtige Gcscß sei nur die Ergänzung des miicren, sei auf die Grund- sätze der Billigkeit und gebührender Bcriicksickßigung auch Öls großen Maritim-Etabliffsmenis gegriindri. HM“ Estencelin wird noch mit
eiiier Rebe gehört. Der Präsident fragt, ob die Kammer zur Diskussion der Artikel schreiten wolle. Der erste Artikel, wonach 174-90111100 Fr. zur Errichtung des Hiilfshafens Jolieite, zum Bau einer Rgndsiraße um den Hafen von Marseille, zweier Hafendä'mme am. Hasen von Jrioul und zur Eröffnung eines Verbindun Skanals zwrschen dem Hascn von Bone und dem See von Bert: ewilli t weiden sollen, wird von Hmn Dclongrais bekämpft, welcher die Koxtknanschlägc fiir den Hafen von Joliette übertrieben hoch findet; dtejxr Hasen wiirke verhältnißmäßig mehr kosten als der von Algier, Herr Berryer bekämpft diese Meinung. Der Hafen von Marseille rechtfertige wegen seiner Wichtigkeit als Hanrcls- und Militair-Etabliffement, so wie durch den bedeu- tenden Ertrag seiner Zölle, die dafür von der Regierung beaytrq-gie- Ausgabe; die vorgeschlagenen Verbessrrungen seien nicht blos nuylich, sondern dringend nothwendig. Marseille habe die Kon- kurrenz aller großen Häfen des Mittelmeeres zu bestehen, namentlich Gcnua's. Nur durch Vergrößerung seines Hafens könne es skin?" Vorrang behaupten, durch Erleichicisung der Einfahrt in den Hafen, und ?l'usdcbnuiig der Quais. Der Minister der öffentlichen A-kb-Llikll: ??_icht in einem Privat-Jntereffe, sondern im Allgemeinen L' die _Yci'großerung _dcs Hafens von Marseille vorgeschlagen. Die «Frage sl't, ob dci Hasen von Marse'ille fiir die Entwiékelung des Han- drls _dßsclbst, wic ']ic seit einigen Jahren sich kundgegeben, hinreiche; das 181 offenbar mcht der Fall, und die Verbesserung desselben um so llokleU'llqukl'L al,) mgn Dampfschiffe dort zulaffcn müsse, deren Nähe dcn chrlsckyinengcfalylich isi. Herr D elongrais verlangt Abstim- mung durch Theilung der Kammer. Die AUZZaben fiir den großen Damm 11. s. w. iverden ohne Aenderung votirt,
Zu der Pairs-Kammer war die Diskussion des Rekrutirungs- (Hkseizch gn bir Tagesordnung. General Cubibres spricht zuerst- dtc Wichtigkeit der viilbcsiriticnen Frage hervorhebend, nur mit Zau- de-rn habe 11 sich cntjchloffcn, das Wort zu ergreifen. Die Frage se*t_noch bci rveiicm nicht erschöpft, biete noch ein weites Feld zur Be]prechung.__ Dcr Redner ist der Ansicht, daß die großen militairi- sch'cn Jnicrcjsen Frankreichs seit lange in leidendem Zustande seien. Sie slten auch durch das 1813 votirte Gesey nicht befriedigt wvrden. (Fr werbe? cin Amendemcnt vorlegen, wonach die “Dienstzeit im Krieg auf 9, tm Frieden auf 6 Jahre festgeseyt werden soll, Der Herzog vfon Nemours tritt ein, und nimmt seinen Play ein, als gerade die allgemeineDiskussion geschloffen wird. Die crsten 12 Artikel des Gaseßcs wurden dann ohne Diskussion angenommen. Uebcr Art. 13 cntspinnt sich eine Dkbaite.
, „“ck Paris, 7. Juni. Die Kammer-Scssion geht stark auf die thgk nnd bis cht ist noch wenig oder nichts für die Eisenbahn- Zilkk'klssi'n drs Landes geschehen, welche einen Hauptgegenstand der die'Själ)rigen parlamentarischen Arbeitcn atismachen zu sollen schienen. Das Kommissions-Gutachten iiber den Entwurf der Eisenbahn nach der belgischen Gränzc und an den Kanal isi erst gestern auf dem Bü- reau der Kammer niedergelegt worden. Es stimmt für die Vollendung der fraglichc'n Bahn durch den Staat und das Verpachten derselben auf einaneilraum von zwölf Jahren. Die Entwickelung und Unter- stützung dieser Vorschläge ist von der Kommission sonderbarerweise einem Berichterstatter iibertragen, dessen persönliche Ansicht mit der- selben im Widexspruch sieht, indem sie darauf binauögeht, kraft des Gesetzes von 1841 eme Actien-Gcsellschast zur Vollendung des Baues der fraglichen Eisenbahn herbeizuziehen. Dies ist ein erster Ge- winn für die Partei der Actien-Gesellschaft, die ihre Augen seit Jahren auf die Nordbahn gerichtet hat, und die ihren Plan mit einer Ausdauer verfolgt, Welche mit dem davon erwarteten unermeß- lichen Vorihcile im Verhältniß steht, Ein zweiter dcm Spekulanten- Znieresse günstiger Umstand besteht darin, daß die Kommissions- Guiachten iiber die Entwürfe der Eisenbahnen von Paris nach Lyon und, von Orleans nach Bordeaux, wclche im Sinne der Partei der Actien-Gesellschastcn lauten, obgleich später angefangen, doch friiher fertig gewordkn sind als jener Bericht, so daß sie laut eines bereits gefaßten Beschlusses auch friiher zur Verhandlun in der Kammer kommen werden. Ob alle diese Umstände Ergebnis? des Zufalls oder die Früchte ciner gewandten Taktik sind, wollen wir dahingestellt sein lassen. Eine lange Audicnz, wclche Herr von Rothschild vor cini en Tagen in dchuilerieeu gehabt, wird mit den Hoffnungen der groSen Ciscnbahn-Spekulanten in Ztisammenhang gebracht, und tvenn man dem Gerüchte Glauben beimesscn darf, so hat sie für dieselben ein vielversprechendes Resultat geliefert. Man sieht der Entscheidung der Kammer mit einer Spannung entgegen, die dnrch das eben so große finanzielle als moralische Jutereffc, welches sich an dieselbe knüpft, gerechtfertigt wird.
Grossbritanien und Irland. Lonhqn, 7. Juni. Ihre Majestäi die Königin ist heute Morgen nnt ihren erlauchtcn Gästen, dem Kaiser von Rußland und
im Jahre 1810 2650704 Tonncn zu 6 Sgr, 4,7 Pf. » 71 184,1 2908,le » » 7 „ 1,8 :x “1842 Z,124,62[ 1) » 7 » 2,5 »
Diese meahme dchöidcrung ist, wie gesagt, hauptsächlich eine Folge dcr vcrmchrtcn Zink-Pioduciion, diirfte abcr, nach Herrn von Carnall, bci dcn gcsunkcmn ZinkPrcisen nnd din anhaltend ungünstigen Konjunktnrcn fiir dcn Eiscnhiitten-Betricb wohl ihrcn Caltninationsionnkt erreicht hach.
Im Jahre 18-12 warden anf der Lnct'ctia-Alaunyiittc bei Vrzcnskowilz aus 19,241 Tonnen kleiner Kohlen 496 Cir, ?llann gewonnen, die einen Wirth von 2976 Rthlrn. hatten. Fernrr gcwmm man im Jahre 1841 aus 6519 Ctr, Vitriol-Erzc 6212 Ctr. Eiscn-Vitriol und 282 Cn“. gemischten Vitriol, und das eine in Obcr-Schlcsicu vorhandene Meisingwcrk liefcrtc 325 Ctr. Messing, an Werth 14,290 Rihlk.
P detcr obcrschlcsischc Steinbruchs-Bctricb lieferte im Jahre 1841 folgende ro n ?:
Kalkstein (Mitschelkalk) auf 118 Brüchen, 19,976 Klastxr, 9262 Tonnen, an Werth 18,024 Zithlr.
(Hips, ans 32 Brüchen, 35,000 (Ltr., 7684 Tonnen, an Werth 61-16 Rthlr.
Vau-, Weib, Sand- und Bruchstcinc, anf 20 Brüchen, 3402 Klaftcr, an Werth 29,13 Rthlr.
Schon aus der vorstehenden kurzen llcbcisicbt ergiebt fick) die große Wichtigkeit des oberscl)lcsischen Bergbaucs, Stciitbritck)- und Hiittcn-Betric- bes, denn die daselbst im Jahre 1841 gewonnenen Produkte rcpräscntircn emen Werth von mehr als sechs Millionen Thaler. Eine möglichst iichtiqc Daisicllzmg „der g„e_ognosiischcn Verhiiltnisse dicses Landcotbciles war daher gclvti; cm zetigxmaW Unternehmen, wofiir nicht nur der Giognosi, sondern allch dcr praktisch? Berg- und Hiittenmann dem Herrn Vcrsaffcr dankbar sem muß, denn die Gcognoste ist die Leuchte des Bergmanncs,
M*ck.
)] ))
Berliner musikalische Zeitung.
Wenn eine musikalische Zeitschrift-ihre Tendenz erfiillen und nicht blos [)en Anforderungen dcr Kiinftler und Kunstversiändigen entsprechen, sondern uberhaupt dem gesammten mnfikalischen Publikum Jntereffe einflößcn will, so hat fie fich dadurch, wenn auch kein uncrrcichbarcs Ziel, doch keine leichte Aufgabe gejstellt. Wik sahen, hier sowohl wie anderenOrts, in älterer und neuerer Zeit, derartiye Unternehmungen an der Schwierigkeit der Ausfiih- rung scheitern, und"o (konnte nur mit großen Opfern das Fortbestehen der- selben wenigstens im emen so langen Zeitraum erkauft werden, bis eine
cbrcnvolle Neiirade möglich wurde. Brrlin cntbehrte seit geraumer Zeit eines rcin musikalischer! Organs, und es ist deshalb, so wie aus den eben angefiihrten Griinden, als ein nicht gewöhnliches Verdienst anzu- sehen, daß sich ein Mann vorfnnd, dcr dcn Muth hatte, von neuem cin derartiges Blatt in?- chm zn rufen. Seit nnnmchr halbjährigen: Beste- hcn hat sich dir Berlincr musikalische Zeitung ihrrr Bcstimmnng nach Kräften würdig zn machen bestrebt“, unter ihren Mitarbeitern befinden fich einige recht iiicktigc jüngere Mnfiker Unserer Residenz, die das Vcsicibrcr Knust zu fördern sick) auf alle mögliche Weise bemühen; und nnter dcn so- genannten leitenden ?lrtikcln haben wir bcrcits cinigc schr gcdiegencAufsäyc, die aus ihrer Feder stoffen, vorgefunden. So enthalten 3. B. die Num- mern 12»11 und 19 chi wcrlhvollc Abhandlungen „über Musik zum an- tiken Drama“ und „llbkk (Hcsaiigobildung“, von drnen besonders die ztvcite, bon Zilllus Wciß herriihrcnde, von angehenden Sängern nicht gcniig beherzigt werden kann. Der Beurtheilnngen iiber im Stich erschiencne Compositionen hätten wir mchtcrc, und zwar motivirter, gewünscht, dagegen "Zaren Bcrichtc iiber die im Laufe der Woche stattgchabten Oprrn nnd Poitzcrte immer recht vollständig und zicmlich ausfiihrlich, und gewähren msofcrn ein neucs Zntcreffc, als man dadurch eine Gencral-Ucbcrsickit der wöchentlichen Musik-Aufsiihrungen, über wclche die Referate in den andcrrn Blättern täglich und hier und da zerstreni zu finden find, aufeinmal ctbält. Auch die am Schluß unter dem Titel „ Allerlei“ mitgetheilten Nachrichten smd fiir Musiker und Miisiifrcunde gleich interessant, indem sie den Leser von dim in Kenntnis: schu, was in den wichtigsten Orten der kultivirtcn E-kkc silk Tonkunst geschieht. Ueber den Nusen, den die alljährlich dreimal fitr die Abonnenten derZeitnng nnentgcltlich stattfindenden Konzeltc gewäh- r-en, insofern sie nämlich jungen talentvollen Mufikcrn Gelegenheit geben, sich und ihre Werke zu produziren, haben wir uns bereits in einem Bericht ubcr-das ztvcite diescx Konzerte in diesen Blättern auSgesprochen; fiir das dabei brthciligtc Publikum bilden fie gewiß ebenfalls eine angenehme Zugabe.
? Dresden. Die Stille, welche in unserer mu kali en Welt in Fblge „der Abwesenheit der “Damen Schroeder-Devrient uiid Giiltitiluomo, so wie Tichatschcch's, herrscht, ist auf die crfreulichsie Weise durch die Ankunft des Komponisten der russischen Nationalhymne, des General-Maiors A [ «xis Lwoff, imteibrochenivordrn, Vor einem gewählten Kreise spielte er im Verein mit htefigen Kunstlern: Lipinski, „Kummer :e. Violin-Quartette von Mozart, Beethoven __und Reissiger, und man mußte anerkennen, daß nur Ernst, Lipmski, der altere Müller oder Prume im Quartettspiel mit ihm zu
wetteifern vermögen. Die Auffordetun vieler Kunstfreunde veranlaßte ihn
hierauf, am 41en d. im großen Saal eines Hotels unter Direction unseres
braven Kapellmeisters Reisfigcr durch die Kräfte der Königl. Oper eine Auswahl von Ensemblesiiicken seiner Oper: Lizum e (Zualtiaro zur Aufsäyrung zu bringen. Ein Trio, cin Volkschor, ein Duo, die beiden Fi- nalcs gcficlcn so sehr, daß der Wunsch, die ganze Oper auf der Königl. Bühne zur Ausfiihrung gebracht zu sehen, ein allgemeiner war; wir haben gegründete Hoffnung auf Erfüllung, da die anwesenden Königl. sächfischcn Prinzcn und Prinzessinnen die lcbhafteste Theilnahme zeigten und alle Kunst- Notabilitäten dem höchst giinstigen Urthcil Meycrbeer's über diese Oper sich anschloffen. Jm zivcitcn Theil des Konzcrtcs trug Alexis Lwoff die Adagio von Spohr, nnd darauf mit dem Violoncellisten Kummer (der mit Ser- vaiz imd Ganz rivalisirt) das bekannte von ibm komponirte charaktcrisiische Divertisscmcnt „1,9 ])1101“ vor. In dicscm ganz dramatisch gehaltenen Tonsiuck bewies der Komponist und Bikillösk, das: die Tonmalerei, wenn sie mit (Heist angewandt wird, allerdings in verständlicher Sprache zu reden vermag. Das Piogramm vcrsprach noch Lwoff's zweite Fantaüe über rus- sische Volkslieder, ein originellcs Konzcrtslück, welches wir früher vom Kon- zertmcißcr Ganz in Berlin vortragen hörten, doch fiel es leider der vorge- rückten Zcit halbcr ans, Den Schluß bildcte die rusfische Volkshymne, die von dem ganzen Thcatcrclwr mit vollem Orchester vorgetragen, einen mäch- tigen Eindruck machte“, der da Capo-Rnf erschallte auch so anhaltend , da
sie unter Direction des Komponisten wiederholt werdenmußte. Alexis Lwoß zeigte, daß er zu der kleinen Zahl der geborenen Künstler gehört, denen sich die Gchcimniffc der Kunst zugleich in Folge unabläsfigen Studiums und Selbstdcnkcns erschlossen haben. Als Komponist gehört er der Schule an, welchc in Mevcrbccr ihren Führer verehrt, doch ist das slawische Element in ihm so vorhcrrschcnd, daß er einen eigenthümlichen Play einnimmt.
Professor von Cornelius, aus Italien zurückkehrend, blieb nur eine Nacht hier, es war daher Niemandem vergönnt, Einßcht in die Kunstschäse zu nehmen, welchc sein Genius in Rom eschaffen atte. Unser Professor Vendemann richtet cht seine ganze T ätigkeit auf die Kartons zu den Fresken für Sc. Majestät den König; ein Oelbild seines Schülers Mes zieht die allgemcine Aufmerksamkeit auf sub; der Gegenßand ist aus dem Baucrn-Aufsiand znr Zcii_dcr Reformation gewählt: „ein Ritter, dessen Burg in Flammen sieht, ist von den drohenden Bauern umrin !, [m» Gattin und Kinder stehen um sein Leben.“ Ein Sohn des an erbl ck Karl Maria von Web er berspricht in der Malerei Bedeutendes zu ei- sten; es scheint, als ob Xoxtmits ihm die Staffel liefern sollen, um seinen Play ein!? unter den Hi orien-Malern zu nehmen.
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