1844 / 182 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

' Abschrift einzusenden.

- " Gun en ersol !. Nach eiiier zweimaligen Sus- eme Abizs'j'dtiviienngu ziiieiiillixnzum dsiittenmalé verwirkt ware, stets auf erliisi WKL? ensihast als Advokat und Anwalt zu erkennen. Der rechtskraftige deros rind des Verlusts der Eigenschaft als Advokqt oder_Anwalt wird Aus 2p§chügung des General-Prokumtors am Appellattonögmchtöhofe durch iii: Amtsblätter der rheinischen Negiexungen bekannt gemacht und durch Ausßm'chung aus der Advokqtep-Matnkel vollstreckt. ,

5. 12. Von jedem Diöztplinar-Besckpluffe hqi dex Vorßeher binnen acht Ta en eine von sämmtlichcn Mitgliedmz des'Tisztplmar-Raths vollzogxne Ahichrift dem öffentlichen Minisimgm emzure1chen. Dcr Vorsteher des Dis- ziplinar-Nakhs zu Köln überreicht Uedem Genxral-Proknrator.

§. 13. Bei denjenigen Landgerichten, bet welche]: 11qch.§. '.! wegen

Mangels einer hinreichenden Zab__l von Advokaten eiii T1§ztplii1ax-Nath nicht gebildet werden kann, verneht dessen Stelle bx1_dem D1631plinar- Strafverfahren eine aus fünf Mitgltxdem bestehende Civil-Kammer, unter Mitwirkung des öffentlichen Yiit!isitkl_lltqö.„ _ ck „_ .

§. 14. Gegen die erlanenen Diözipiinar-Beichlusse nt nur .die Benra- fung und zwar binnen Monatsfrist _zuläifig, „Fur den Vcnyiheilien lauft diese Frist vom Tage der auf Yetretbx-n des offentlichen Ministeriums bc»- wirkten Zußellung des Beschluned; fur das 'offxntliche Marxistezmm von dem Tag:, wo dasselbe die !m 9". 12 btstnnmte Abschnft erhal- ten hat, und im Falle des §. 13_ von dem ,Tage, an' welchem“ der Beschluß verkündet worden ist. Die Berufung_ wird ditich emen Gerichts- vollzieher-Akt eingelegt. Appellitt der Veryrtheilee, so wird der“ Berufungs- Akt, wenn die Verurtheilung durch den Diöztplmar-Rath zu Koln geschehen ist, dem dortigen (Hencral-Piokurator, sonst dem Oher-Prokuratox des be- treffenden Landgerichts zngesiellt. Naeh Maßgabe dicses Untrrschtcdes steht auch die Berufung selbst entweder dem General-Proknrator oder dem Ober- iourawr u. . _.. Yk k§. 15,311eber dic eingelegte Bcinfuug eikcnni ein, 9116 zwei C1»!!- Senaten gebildeter DisZiplinar-Seuat des Appcllanonsgenchtshofes, "unter dem Vorfise des Ersten Präsidenten, in _dcr N-aths-Kammer' iiach Anhdrung des General-Prokurators, so_ wie ded Beichuldtgten, wcnn diem auf die an ihn ergangene Vorladung erschießen ist. _ __“ ,

§. 16. Der gcgen Diöztplinar-Bcicbliine zweiter Znßanz [mier Auß- schluß der Opposition allein zulässige Caffaxtoijsrekms jst-m dcr fur Civil- sachen vor eschriebencn Frist und Form einzulegen. Die Zustellung der Rekursschrit geschieht, wenn der Veritrthxilte dcn Rekurs emlcgt, an den General-Prokumtor beim Appellationögcrtchtshofc, welcher, wenn er eme

Erwiedetung darauf für nöthig erachtet, die Erwiedernngöschrift dem Cassa-„..

tionskläger zustellen läßt und solche hiernäcbst pebst dcr Zystellungs-Urkunde an das Sekretariat des Revifions- nnd Caffationsyofes ubersendct.

§. 17. Von allen DiEziplinar-Bcschlüssen wider Addokateiz imd ?in- walte ist durch das öffentlickze Ministerium Unserem Znsnz-Mmisier eme. Alle dieser Verordnung entgegenstehend(Bestimmun- gen, insbesondere der Beschluß vom 4. Dezember 1800 (13.1**r|1113-1kc])(,.), die Artikel 102 und 103 des Dekrets vom 30. März 1808 und die Artikel,

19-41?- des Dekrets vom 14.Dezember 1810 werden hierdurch aufgchobcn. ,

Urkundlich unter Unserer Höchstcigenhändigen Unterschrift und beige- drucktem Königlichen Znsacgcl. , Gegeben Charlottenburg, den 7. Zum 184].

(l.. 8.) Friedrich VZilhelm. Prinz vvn Preußen, v.Voyen. Mähler, Gr.M Alvensleben. Eichhorit. v. Thile. v. Savigny. Fil). ». Bülow. v. Bodglschwingh. Gr. zu Stolberg. (Hr. v. Arnim.

Nbein-Proviuz. Daz uaturhisiorische Mufeum zu Bonn ak durch ein bei dem Dorfe Rott am Siegengebirge aufgefundeqes ?ossiies kleines Säugethier aus der Gaitng 'der Mdschusthtere eme interessante Bereicherung erhalten. Das ziexliche Thierchen, „welches also einmal in den rheinischen Gegenden heimisch gewxsen sem muß, kommt mit dem auf Java lebenden Zwerg-Moscbusthter am mersien überein. - Die mit der Abendpost am “.'-1, Juli aus London gb- geqangenen Briefe und Abcndblättcr lnngtcn, '." Folge der ;cßt ['in-- gciretenen beschleunigten Dampfpaketboot-Verbindung, schon an; 20. Juni um 91? Uhr Morgkns zu Köln an; foigltch ist 1th 3w:schen beiden Städten eine Communication im Zeitraum von anderthalb Tagen möglich.

Ausland.

Deutsche Eundesßaatcn,

Königreich Bayern. Der Niirnb. Korxesp. 'giebt in seinem Vlatte vom 28. Juni ausführliche Nachrichtxn uber die unru- higen Auftritte im Landgerichte Feuchtwgngen, m Bezug auf den Bau einer Landstraße resp. bei" dem Termme am 12ten d. M.„ der die Akkord-Verhandlun en zum Gegensiayde hqtte. Es fand stchxan diesem Tage vor dem andgerichtö-„Gebäude em Hause von 6--00 Landleuten ein, drang gewaltsam m ,den,Vor,plaH und wußte durch seine drohende Stellung bei der Unzulänglichkeit der zur Aufrechthal-

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tung der Ordnung vemendbarcn Mittel den Termin durcb Einschüch- terung dcr Akkordlustigen abermals zu vereiteln; allen wohlmeinenden Abmahnungen ebenso, wie den im Namen des Geseyes und unter Eröffnung der Folgen eines solchen verbrecherischenBeginnend an ihn Zerichteten ernsilichen Aufforderungen nur frechen Hohn entgegenseyend.

inem solchen geseßlosen Treibcn gegeniiber erschien es als heilige Pfiicht der Behörden, dcm Gesetze Gehorsam, der gestörten öffentlichen Ordnung Genugthuung, dem amtlichen Ansehen Jolgeleisiung in eben so ruhi- ger und gemäßigter, als fester Weise zu verschaffen; es wurde daher der zum zweitenmale vereitelte Termin abermals anberaumt, und Unter Zuziehung der zum Schußc dcr Bcbördcn erforderlichen bewaffneten Macht abgehalten. Der Erfolg hat bewiesen, wie nothwendig lcytcre Maßrkgcl war, da wieder eine Anzahl von 11- bis “121MLandlcuten fich versammelt hatte, und bedenkliche Zusammcnrottungcn theilweise "Uk dUkch die eben so feste als ruhige Haltnng dcs Militairs, iibri- gcns ohne Beschädigung der Erzcdcntcn, zerstreut werden konnten, nachdem den geseßlichen Auffordcrungcn keine Jolgc gcleisict wordcn war. Die Untersuchung wegrn drs Tunmltö vom |L. Juni ist im GMK?- und der geseylichen Ahndung werden die Schuldigen nicht entgehen.

Kurfürstenthum Hessen. Das Km-fiirstlichc Justi; Mi nistcrium hat durch ein Kommunikat vom 7. Juni d. Z. die Ober- Gerichte angewiescn, sämmtlichen Advokaten zu cröffncn, einc Theilnahme derselben an der mainzer Addokatcn-Vcrsannnlung solle als eine Zuwiderhandlung gegen die Vkroidnung vom 2]. Juli 1832 Nr, “.I (den Beschluß aus dri“ Listen Sißnng dcs Buudcötags vom Jahre 17-432) (in_eschen und dcdhalb gcgmi die Thciknchnicr nach Maßgabe dieser Ycrordnung cin Strafverfahren eingeleitet werden. Jener Ministerial-Erlaß erklärt, der Zweck der ?ldvokatrii-Vcrianiiii- lung zu Mainz, als auf eine Abändkrung bestehender Staats-Etnrtch: tungen gerichtet, sei ein politischer.

*1- Luxemburg, 28. Zillli, Mit dem: gcsfrigcn Tage schloffrn die diesjährigen SiYnngen der Landstände. Die meisten zur Bera- tl)ung gekommenen (Hegensiände bctrafen Lokal-Jntcrescn, wobr: dcr Geseerorschlag iiber allgemrine Jeucr-Affc*kuranz viele und lebhqfte Debatten Veranlasztc; da man sich über die Grundsätze deffclben mcht

'“einigen konnte, so ist er zurückgelegt und wird daher erst in den

Siyungen des nächsten Jahres wieder zur Sprache kommen, Das

7, Geseß über die Personalsteucr ist zwar mit „Abänderungcn angenom- '*men worden, befriedigt abrr selbst in dcrjcßtgenJorm noch nicht all-

gemkin; gleiches gilt von dem Gescß-Vorschlag iiber die Gcmcmdc- wege, in wk1chem man eine Bceinträchtigun. der Armen sehen Will. Das Post-Gcscy ist den allgemeinen Wiincichen entsprechrnd ange- nommen.

Das; im Primär-Unterricht dns Dcutschthum den Sieg davon truq, ist der thätigcn Mitwirkung des Herrn Ober-Gemchtérathcs Eyschen vorzugsweise zu verdanken, einem Manne voi) erprobter Recht- 1ichkeit und tüchtiger Gesinnung, der sich mit Feuereifer der deutschen Sache annimmt, Indeffen verdient auch die Untersützung dcs Gou- verneurs Herrn de la Fontaine lobend erwähnt zu werden. Auffals- lend tvar es, daß der Direktor des Athcnäums, dex sich zur Zeit offen für die deutsche Sache aussprach, seiner damaligen Gesinnung widersprechende Ansichten entwickelte, was wvhl einem Mangel an Selbsiständigkeit zuzuschreiben sein dürfte. Charaktersestigkett imd Gesinnung sind jedoch Attribute, die besonders dem Vorsteher cincr

Lehrausialk niemals fehlen soUien. Während es wünschenswertb ge- wesen wäre, die Män el des Jricdcmannschen Schulplanes abzuj- schaffen, unterliegt es einem Zweifel, daß'man mir deshalb fett Jahren damit umging, ihn gänzlich zu beseitigen, Wkli er auf das deutsche Element basirt ist. Dieses zu lähmcn, scheint sich ztdar das ehemalige Luxemburger Journal, das sich jeßt Courriejr du (Hrand-Duché nennt, zur Hauptaufgabe emacht zu haben, indem sich die Reduction durch zwei Häupter der " nti-Deutschen versinkt hat, da sich dieses Blatt jedoch, im Parteigeiste geschrikben, iiber einen nur sehr beschränkten Leskrkreis ausdehnt und Vom Volke gayz ignorirt wird, so ist der Einfluß desselben minder schädlich. Hieran liegt aber auch der Grund der Abneigung gegen deutsche Blätier. Während es selbst im wahrenSinne des Wortes einc cxoti1chePflanze ist, bezeichnet es die neue luxemburger Zeitung nur deshalb mit dem Ausdruck eines fremden Erzeugnisses, Weil diese in der deut- schen Sprache auftritt. Es ist unglaublich, zu welchen Abgeschmackt- heitkn sich die Leidenschaft hinreißen lassen kann, wenn six im Be- wußtsein des Unrechts auftritt. - Sc. Majestät der König Groß- herzog wird Mitte Juli in Walferdingcn eintreffen.

Frankreich.

Paris, 26. Juni, Die “Debatten über die Eisenbahnen schei- nen mit dem sonderbaren Schicksal des Rumillyschen Amendements, welches hälb angenommen, halb verworfen wurde, ihren Gipfelpunkt erreicht zu haben. Der Widerspruch, in welchen die Deputirten-Kam„ mer hikk- was! W" a"ck sagen mag, mit sich selbst geratheu ist, in- dem sie einen abstrakten Grundsaß aufsieUte, vor dessen praktischer Ausführung sie gleich darauf wieder zurücktrat, hat ihr vielleicht dies? Verhandlungen etwas verleidct; jedenfalls ist sie gestern mit zwei Eiscnbahn-Projckken rden so schnell verfahren, wie sie die früheren Diskussionen in die Länge dehnte. In einer einzigen SiYUng wurde sie mit den Geseycntwürfen iiber die Bahnen voi) Tours- nach Nantes und von Paris nach Rennes fertig und gcnchmxgte beide ganz nach dem im Jahre 1842 angenommenen System. Vorher hatte sie auch noch über das Ganze des Entwurfs für die Bahn iiach Lyon adge- stimmt und denselben mit den bekannten, in den einzelnen Artikeln vorgenommenen Veränderungen gutgeheißen. Endlich "fand„sie ain Schluß noch Zeit zum Beginn der allgemeinen Diskusiion uber die Bahn nach der belgischen Gränzc, worüber heute Weiter berathen wird. Hier hat die Konnnission selbst vorgeschlagen, daß der Staat die Schicnenlegung iibcrnehme. Die Kammer wird also zum dritten- male iibcr diese Frage zu entscheiden haben. ,

Es ist gksicrn von Haussuchungen bei zwei lcgitinnstrschen Pairs qcmcldct worden. Auch von Vcrhaftungen war in einigen Bthiern dic Re'dc. Ter Moniteur enthält nun hierüber folgende OfstZlkÜe Eiklämng: „Seit einigen Tagen Waren Sapeurs der Ingenieur- Abtheilung Von Issy der Gegenstand wiederholter Umtriebe von Sei- tcn zweier Individuen, wclche dicsclbkn anzuwerben suchten, indem sie ihnen theils von Plänen der karlistischen Partei sprqchen undj-von Unternehmungen, die nächstens stattfinden sollten, tl)-etls,Broschuren, autographische Schreiben und Medaillen mit dem Bildmß drs Her- zogs von Bordeaux zeigten und unter sie vertheilen onten, Diese Militairs aber gaben bei dieser (Helcgcnheit eine neue Probe don ihrer Trcue gegrn die Fahne und von ihrer Anhänglichkcit an ihre Pflichtcn. Sie machten Hon jenen Umtriebcn ihren Offizieren An- zcigc, und diese unterrichteten ihrerseits ihre Obereit davon. In Folge dicskr Aufschlüsse und mchrtägigcn Wachsamkeit wurden der- haftrt: Toutain, ehemaliger politischer Verurthcrltcr in der Sache der Rue des Prouvaircs, Cauchard-Deömarcs, Literat, und kak von Lcöpinoiö, ehemaliger Untcr-Präfckt zur Zeit der Rxstanration und Direktor des St. Ludwig-Vereins. Nach den Aufklärungen, welche; die vorläufige Instruction lieferte, find kraft gerichtlicher Mandate bei dem Jiirstcn Von Montmorency-Robecq und be: dem Herzog von EScarö Haussuchungcn angestellt WWW, und man hat versäpedcne Pii-ccn, so wie eine Fabrik von Büsten und Medaillons, die den Herzog von Bordeaux Vorstellen,“ in Beschlag qeiioqnnen. *Die Gc- richte sind mit der Instruction dieser Sache bcichafitgt.“ ,-

Aus Toulon sind Nachrichten vom ZLstcn ubker den „Zustand der Dinge in Afrika eingegangen, die jedoch durch die gestern pubit- zirte telegraphische Depesche vom folgenden Tage an Jutercssc vcrlte- ren. Man Wußte in Toulon nach Brtefen aus Oran vom *16ten, daß die Antwort auf die vom Marschall Bugeaud nach Tanger Ib“ gefertigte Mittheilung eingetroffen war, und es btx-ß, sie laute gun- stig, was jedoch nicht verbürgt werden ckWie. Ware dies aber auch der Fall gewesen, so hätten die nenenFemdstligkeiten der Marokkarier die Lage schon wieder verändert. Der „Vautour“, der mit der Mis-

sion noch Tanger beauftragt War, hatße auf der Rückkchr einige Hg- varieen erlitten, die ihn nötl)ic;ten, m Gibraltar anzulaufcn. Die

englische Marine stellte darauf sogleich das Paketboot „Vesuvius“ zur Verfügung des französischcn Cdmmandeurs, um dem Marschall Bu- gcaud die Depeschen zu überbringen.

© Paris, 26. Juni. Das vermeintliche Kar-listen-Komplot, wovvn man seit Vorgestern allgemeinspricht, und worüber dex Mles- fager von gestern Abends nähere Aufschlüffc giebt, hat bfkl wettxm nicht die Wichtigkeit, die man ihm anfangs berlegte. Die Regie- rung hofft jedoch dabei einer weit bedeutendcren Verschworung„ auf den Grund zu kommen, worüber sie bisxexzt nur mangelhafte-Anzeichcn besiyt, die jedoch von der Art sind, [ic „sehr, zu bcunruhigen., Es ist notorisch, daß die nicht raillxtrtxn,chmmisten, uiid deren Zahl ist sehr groß, jährlich von ihren Etnkunften eine bestimmte Smitmc abziehen, und sie in Dine aligeinxtne Kasse niederlegen, undemkn Reservefonds zur Erreichung politischer Zwecke zit bilden, Die, quf solche Art zusammengebrachtcn Gelder sollen bxreits ubex 40 Millio- nen Franken (?) betragen, Die Regierung weiß, daß diese Restwe- Kasse exisiirt, abcr sie hat noch nicht entdecken können, Wo dre frgg- 1ichanelder aufbewahrt Werden, obwohl sie zg chmuthen scheint, daß dieselben in irgend eincm Schloß dcr VLUÖEL medergelegt sind.

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vollste edruckt und illusirirt, vor uns. Ueber den _meck seines Untcrnehmcns äußert ich der Herausgeber in der Einleitung dahin: .Zu der Umgegend von Powvam, die St. Majestät der König durch mannigfache Bau-Unter- mhmungen und durch Erweiternng der bereits bestihenden GartenxAnlggen unablässig zu verschönern bemüht sind, kommen ,in ne,uester int haufig Umbauten von vorhandenen, theilsKöni lichen, theils anat-Gebauden vor, die neben einer mehrentheils bedingten tweiterung und Ausstattung d.“.k bc- siehenden Räume auch den Zweck haben, das unaugxnehme nnd derjtxachlasfigte Aenßere derselben in einen besseren und meist charakteysmch gefdr- derten Bausiyl umzuwandeln. Mit der Heranégabe dieses Werkeß beabsichtigen wir die successive Mittheilung dieser Vauunternehmungen, die entweder gleichzeitig mit diesen oder kurz nach der Vollendung derselbep er- scheinen soll, damit zugleich über den Kostenpunkt uiid nder die dabei an- gewendeten beachtungswerth scheinenden technischen HulsMuttel, Rechenschaft und Aufschluß gegeben werden könne. Wir geber? dabei der Hoffnung Raum, daß, durch die Ausstellung und Lösung einer Rethe-„der verschiedensten _Auf- avm dieser Art, Beispiele aufgeßellt werden durften, die den Priyat- es er aufmuntern könnten, über die Umgestaltung mid Verbesseruztg seiyes Be vthums nachzudenken, dessen innere Einrichtung seinen Bcduxfmffen nicht entspricht, und dessen äußere Gestalt ihm mißbehagt; welche Mgngel xr aber ertragen zu müssen vermeint, da ihm nicht glaubltch scheint, nur Beibehal- tung des Beschenden, nur mitAntvendung einer gegen einen Neubau der- hältnißmäßig geringeren Summe, in beider„Veziehun-g seinen langst geheg- ten Wünschen und seinen Bedürfnissen genugen zu tdnnen.“ ,

Herr Pekfius giebt sodann eine anziehend geszbncbene Schilderung_der Stadt Potödam nebst einem hißorischen Ueberblick der Entstehung dieser Stadt und i ret Garten-Anlagen und am Schluß derselben folgende hochst interesante achricht: , , . ,

,....Noch andere erfreuliche Unternehmungen smd bereits eingeleitet und sollen successive der Vollendung ent egcngefühtt werden. Es betreffen diese die Verbindung und weitere Ausdeßnung aller um Potodam bestehen- den Garten-Anla en, ska die Umwandlung der Geßend selbst zit einem großen uu -Ganzen. Friedrich der Große e nugte sich mit dem GNU" von Sanssouci, den er mit Allem _auSgestattet „ane, was sei- _ mm fein gebildeten Sinne entsprach, und wohin er fich zuru_ckzog, um sich edlem! B'UÜÜSUUSM hinzugeben. Aber er durfte die Grän en desselben "UU ÜUWUÜM- wenn er nicht erinnert werden wollte, da sein durch Kunst gescbaßmea ?atadieö in einer Wüfte lag, welche außer Sanssouci nur noch ein e der reut lie nde anziehend: Punkte bot, die er schon da- mals durcb Lamm! en a er Art herauSzubeben bemüht war.“ .

„Friedrich 6 N“ folge! fühlte das Bediirsniß, außer Sanssouci einen ““'" ““m" d" bkß M- d“. in der Ungenitt eit des inzwischen aufge- summen '" “Um «markes, “MUS uud wechseltmg darböte, und

dieser Doms führte die Aniase des um- Vattml herbei,

„Nachdem nun auch unter der Rrgicrimg des Königs Friedrich Wil“ helm 111. für die Umgebung Potddams, namentlich durch die Anlage drjö rnsfischen Dorfes in der Nachbarschaft des neuen Gartens uud durcY dic Ertveitcrung und Ausbildung der Garten-Anlagen auf ,dexr Psüllknsxznskl Vieles gethan worden; nachdem des Prinzen Karl Königl. Hoh'xit dad schöne Brsißthum Glienicke dnrch rasiloseö Schaffen zu eiiier Veruhmtheit erhoben hnbcn; nachdem Se. Majestät schon als Kronprinz das 117 der Nachbarschaft von Sanssouci gelegene Charlottcnbof zu einem klassischen Complement der Schöpfung der crlanchten Vorfahren jiingeidaiidelt nud aiisgebildet; und nachdem endlich des Prinzen von Preußen KNUIl-HOUU' dic bewaldeten Höhen des Glienicke gegenübergelegeucn Babxrsbergkö durch Bauten und Garten-Anlagcn zu einem wahrhaft kkfkklllxchk" Vkfiv- thum umzuschaffcn noch ferner bemüht find, mußte slch qlö "(“Me Folge der Wunsch herausstellen, alle diese schönen mehr ,oder wemg-cr'zersirciit- [1e- genden Schöpfungen, deren Reize noch durch die charakteristiscxycn Eigen- jbümlichkeitcn jeder einzelnen erhöht werden, durch bequeme Wege, und Garten-Anlagen zu verbinden und so, nachdem anchcandere „an malerischen Wafferzügen der Havel gelegene oder. schone Aussichten btetende Punkte gewählt und beriicksichtigt tvorden, die ganze Insel thsdam in einen einzigen anziehenden Park zu_vcrwaiidein. "

Diejenigen vorhandenen Bauten, Welche diesem großqrngcn Planx stoiend in den Weg treten, sollen fortan einer Umformung unterliegen und stud zuin Theil schon in verschönert“ Gestalt umgeschaffen wdrdeu. Namentlich ist lepteres mit dem Königlichen Civil-Kabinetshaus bet Sattssoitci und mit dem Wohnhaus des Hofgärtners Sello in Sanssouci der Fall geweseq, und die ausführliche Nachweisung, wie, nach Welchen Grundsaßcn iind mit welchen Kosten dies geschehe, bildet den Inhalt der “beiden- erßen Vandchen dcr „Akch1'tektonischrn Entwürfe“, denen wir auch 111 weiteren Kreisen die verdiente Bcachtung wünschen, «u,

Eugen Sue's „Ewiger Jude.“

4 Paris, 26.Juni. Gestern hat der Constitutionne! endlich dk" Anfang des bereits vielbesprochenen „Ewigen Juden“ von Eugen Sue gebrachß auf MWM die Nengier des Publikums der Lese-Kabinette in und außer Frank- reich seit Monaten wie auf eine leckere Beute lauert. Wir fürchten indess?" gar sehr, daß diese Neu ier eine Fehltechmmg gemacht haben wird. w' eisen Lieferungen des „-wigen Juden“ versprechen wenigstens duréaiin nicht, die davon ehe ten Erwartungen zu btftiedigen; man bemerktküt:1 _ vielmehr eine gew ffe ühseligkeit der Anlage, einen Mißbrqutb Mud Er- !ichen Maschinerie des modernen Romans, welche auf Abspannuns Zhan“! schöpsung schließen lassen. Wir möchten jedenfaus den deutschen Bd: voreili- gesamt haben, den neuen Roman Eugen Sue's zum Geg-nßan

., *

gor Sprculationcn zu machen; denn wir bezweifeln doch, daß dechschmack dcr dcntschcn Lesewelt schon so weit verdorben ist, daß man seine Rechnung dabei finden könnte, ihm Ueberscßungen cines vielleicht ziemliciymwmhlosen Buches anzubicten, wenn dieselben auch einen berühmten franzojtschcn Na- men tragen.

Vermischtes.

Man dcrnimmt aus Paris, daß der gkllm'kk Klakmkkklsk Zw a n M iiller, der friiher in der Koche Napylkon 5 war, "“ck langer Zuriickgezogenhcit, wiihrend welcher er fich "'“ d.“,kaonome!"g der Klarinette mit bewunderungswürdigxr Gexllld bkschasklgkt- wwdexmdte Welt treten und auch Deutschland bereixen WFW- wo noch zahlreiche FWU"??? hat, JWan Müller ist jedenfall? em Kunstlcr ersten Ranges. Er hat em Zvsirument, im Genre der Klarinette, Welches das sogenannteVaffet erseßt, erfunden und spielt sein Instrument" unt ciner Vollendung-deö Aizsdrucks, wie man es in Deutschland kaum horen kann. „chen “.."",5 nächtlichen Anfalls, wobei ihm der Arm zeksckvncttert wurde, ist er genotbtgt, fißxnd zu spielen. In diesem Mann? athmct aber nxoch, eme chx-nsxrdft, die kein Dampfwkscn ist, sondern die Zesnnde Energie emcs ursprunglichen- Geistes,

Dek Theater-Nenbau _zu aunqver ist bcschld-ssen. 'Der Konig will die Kosten aus cigcncn Mitteln bestixtten und hat fur das nrue'Schauspiel- haus das mit großcr Praäyt ausgefiihrt werden soll, emxn skllcll Play in der Nähe des Eisenbaynth gewahlt. Dkk Baupkai) 'th genehmigt, in- dessen werden die Arbeiten wdhl nicht,dor nachstem Fruhzahr beginnen.

Kunstfreunde machen tvtx-aufoem bedeytcixdes arnsiffchxs Werk auf. merksam das unter dez) Attsptzien .)hk“ Maxe-ßat der Hexzogm von Parma erschejnei1wikd. Da nanzlxchfdie"FreskogenzaldeCorreggto's immer mehr ihrek Zerstörung durch die Einflusses der Zeit entgc-gengehen, so hat die Her- zogin*21uftrag gegebcn, von ,in-len FreskeixCorreggto's, welche fich zu Parma befinden, und eben so von einigen Gemalden axmigianino's, welche ebenfalls dem Verderben nahe find„ geyaug opieen zu entwerfen. Diese Arbeit habenUHcrr Paul Toschi mn semen Schülern und Professor

allegari iiberizomiiten, imd es wurde bereits unter Toschi's thätigem Aneheil und personlrcher LULU"? der Kiipsxrsttch nach diesen Zeichnungen begonnen. Das gxoßx Werk er chemt m Lieferungen mit erklärendem Text und ist Ihrer questaider Herzogin von Parma gewidmet. Zu seiner Vollendung wird em Zeitraum von zehn Jahren erforderlich sein.

Von Berthoid Auerb ach, dem Verf. der „Dotsgeschichten“, erscheint zu Stuttgart seit 1845 ein Volkskalender unter dem Titel „Der Gevntteks- mann“. Er xv-rd fich in Ton und Auffassung dem Volke ann“ nen und in Format, Preis und Umfang den gangbaren gleich und mit Yolzschnittm anageßamt fein.

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Herr Lespinois, gewesener Unter-Präfekt während der Restauration, und zu gleicher Zeit Verwalter der gcistlichen Brüderschast dcs heili- gen Ludwig, scheint einer der Mitverwaltcr jener Kasse zu sein, wor- iiber der Prinz von Moutmorency und der Hcrzog d'E-anrs die Auf- 1icht fiihren sollen. So erklärte mir wenigstens ein ministericÜerTe- pytirtcr die von der Polizei unternommene Haussuchung bei den bei- den Lcßtcren und die Verhaftung des Herrn de Lrspinois. Unter den Papieren dcs Lcßteren sollen offenbare Beweise vorgefunden worden sein, daß die Legitimisten mit einer Jraction der Radikalen in Vkrbin- duiig stehetx, und Leytcrcn eine regelmäßige Subvention aus dcr Rciervc-Kanc verabreichen laffcn. Moutain und Couchard-Dcsnmrks, wclche ebenfalls ari'etirt worden sind und zu den geheimen Gesell: schastxn gchörcn, ware'n dic Vermittlkr zwischen Herrn Lcspinois und den iibrigen Radikalen.

Großbritanien und Irland,

Oberhaus. Sitzung vom “.',-“). Juni. Die gcsirige Te- batte im Unterhause iibi'r die VerleYnng des Briefgrheimniffrs fand heute bei den Lords ihren Wicderhall. Graf Radnor bcantragée die Vorlegung sämmxlichcr an das General-Postamt seit *1. Januar 1841 erlassener Befehle des Ministers des Innern zur Erbrccbung von Briefen. Als den Grund seincs Antrags gab drr edle Lord scine Ueberzeugnng an, daß der Ministcr seine Befugnis; überschritten und seine gesetzlich ihm zustehende Gewait gmnißbmncht habe“, dcnn nnr rine England selbst oder dessen Souvcrainin drohende (erahr könne, die Anwcndung einer solchen Gewaltnmßregel rechtskrtigcn. Mazzim, der Italiener, sci kill Mann von cmini-ntc'n wissenschaft- lichen Vrrdicnstrn, wclchanllc, die ihn krnm'n, lirbcu und bcwnndkrn, und der Hauptmann Stolzberg habe das einzige Vcrbrcchcn bcqan- gen, daß er der Freiheit gchuldigt, Daraus lasse sich mit (Hrivißlicit cntnchmcn, daß beide Individuen nicht vcrräthcrischc Pläne qi'iie'n England und dLffxii Königin im Sinne siihrrn. Das Verfahren" iibcr gcgen pe don Ckltkn dcr :)ikgierung habe die öffentliche Meiimuq im Lgndq gegen sich, und i'!" miisse bekennen, daß (*1“ dasselbe in dchhnt fiir kme Schmack und eine Schande („1 ['was-i;;- ol' 5113an nm] (li;- ZMP“? halte, die dem Lande damit aiigcihan seien. Er qlaubc, daß Wi'lilgjtcllö dcr Hcrzog Von Wellington das Vcrfahi'cn nicht billiqcn werde, der so Vllikö gethan habe, um dcnCharaktcrEnglands zu hc- bc-n, und der wxgcn seiner (Hei'adheit und Offenheit so hoch qmchtct slk. Dcr Herzog won Wellington sagte: „?)iylords, ich muß dem xdlezi Grafcn fiir dirsc Lobcökrhebungcn dankbar“ skin, mit denen ci" nnch m_jo schönen Ausdrücken iibcrhäuft, und ich kann ihm der- sichcrii, da[; mir in der That die Ehre meines Landes schr am Hm“- zxn liegt„ Mixlords, ich habe eine Pflicht in diesem Hanse in ver- rtchtcn, d1e.Pslicht,_ Ew, Hcrrlichkeitcn hinsichtlich dcs gestellten An; ixi1gcs__dcnxcittgcii WZg zu empfehlen, welcher mit dcn öffentlichen „;ntcrenen und der önentlichcn Sicherheit am vercinbarstcn ist. M*.)- lolrds. das Paxiamcnt hat fiir gut befunden, den Minister des Innern mit cincr gcwqsenGewalt zu bekleidcn, welche ihn berechtigt, Befehle zur Erbrechung von Bricfen auf dem Post-Amtc zu erlassen. Wie ich schon neulich bemerkte, ist dicse Gewalt schon lange in diesem

Lanchatiögxüdt Wordcn. Es ist also kein Zweifel dariiber, daßM1je Wirklich besteht. Unter solchcn Umständln halte ich es sur rathsam, daß das Haus zuvörderft sich davon iiber-

Zl'ng, Vb kiki? Gewalt mich wirklich gciniszbraucht worden ist, ehe es kincn Antrag leUklké'i'sllthng dieses Mißbrauchs znläßt. Eo istschon so vici über dicsenGcgsnstand .gcsprochenworden, aber man hat noch keinen lillzigcn Bcwxis vorgebracht, das; wirklich ein Mißbrauch dcr miniskkkikllkn Gewalt stattgcfundcn hat. Ich ersuche Ew. Herrlich- keiten deshalb, dem Anfrage dcs edlen Lord nicht beizupflichtcn.“ “Dcr Graf VV" Tankcrvillc berief sich zur Entschuldigung dcs Ver- fahren») der Regierung darauf, daß in friibe're'r Zcit sogar einmal der Beschl erlassen worden sei, die Vricfc aller fremden Gesandten, zu erbrechen und bald darauf die Briefe des dnrch scinc Machinatio- nln gegen die Katholiken bekannten, haldwahnsimiigcn Lord George Gordon. Der Marquis von Clanricardc dagegen bewies gcmde aus diesen Beispielen, das; die den Ministern orthciitc Y_qugnis; nur in der höchsten Roth und nur in unmittelbaremJmtsrcyc Englands selbst ausgeübt werden dürfe, Wem) sie Entschuldtgnng fmden wolle; denn der erst erwähnte von dem (ilteren PJ“ „ausge'gangcnc Befehl, sei zu einer Zeit erlassen wordcn, wo fait dk“ gmizc'Wclt gegen England untcr danaffcn stand, und dcsscn Crisieiiz m thr911(53riii1d- Vkstkn bedroht War, nämlich zur Zeit dcs,amcrrkmitschcii Hricgcs, und was den zweiten Befehl betreffe, so ,s_c,1 cr 31,1. eincr Zcit ziir Aus- siihrung gebracht worden, wo ein fanatqtrterPobcldas Land in emen Zustand allgemeinen Aufruhrs zu vc'rsexzcn drohtc'. Ju, dei!- vor- liegendén Fällen dagegen handle es sich um 'die Briefgehctmmne von Ausländern, Wclche unter drmSchuHedcr brttqchenGcscHe leben und nichts gegen die chicrung oder daß Land untcrnoxxxmen haben, das sie dicscs Schußcs nmviirdig machen kdimtk. Graskvo n Haddiugton, der erste Bord der Admiralität, erklärte persönlich Von dcn nähkren Umständsn dcr vvrliegendcn Fiille nicht unikrrichtet zii skin, beschränkte sich indes; nicht darauf, wie der Herz-zgdon Wellington, die Aus- übung der dcmMinistcr eithciltcn Befugnis; nur auf die geschnäßige Eristenz diescr fongniß zu bt'griindcn, sonddrn denkste darauf hin, daß es auch Wohl im Jutcrcsse Englands licgcn kömw, Pläne zu hintertrriben, wclche zwar zunächst nicht gegen England-sclbst zur Ansf'ihrung gebracht ivcrdcn sollten, die aber den aUgem-"im'n Fife: dcn Enropa's und daher auch die Ruhe Englands bcdrohen. Lord Campbell, Lorchnman, dcrLord T[*c1“rick)texvo11England, endlich auch scibst Lord Brougham, trotz seiner Neigung zu dem

Antrag zuriick.

Unterhaus. , brachte die marokkanischenAngelegenheiten zur, Sprache und verlangte nähere Aufklärung über die zwischen Frankrctch und Marokko ausge- brochencn Feindseligkeiten. Ohne Zweifel werde die Rexierung sich von dem französisxhc'n Kabinette Aufklärung iiber den Uriprung der- selben und dariiber anSgcbeien haben, wie wcit man smnzösischcrseits den Krieg zu treiben beabsichtige. Möglicherweise auch habe die franzö- sische Regierung, wie das wohl zu geschehen pflege, der britischen die In- structiouen mitgetheilt, welche der an die marokkanische Küste abge- sandte Admiral erhalten habe, und diese Jnstructionen zu kennen, müsse um so wichtiger sein, da dieser Admiral bekanntlich der Prinz von Joinville sci, dessen Name allein hinreiche, vor neuen Verwicke- lungen, Welche die britischen Interessen affizircn könnten, besorgt zu machen. Sir Robert Peel erklärte, daß die französische Regie- rung der britischen dic ausführlichsten und rückhaltlosesten Erklä- rungen iiber ihre Verhältnisse zu Marokko und zugleich die Ver- sicherung ertheilt habe, das; es den Feindseligkeiten gegen daffelbe möglichst aus dem Wege zu gehen Versucht, und daß die freund- schaftlichen Beziehungen zu demselben er!; dann unterbrochen worden seien, als Abd el Kader nicht nur eine uflucht auf marokkanischen: Boden, sondern auch enEWeder bei dem Kaiser direkt oder doch we- nigstens bei dessen Unterthancn Unterstüßung zur Reorganisation und Ergänzun seiner Streitkräfte gefunden habe. Was die stattgehabten Feindseligßeiten betreffe, so sei mit Grund anzunehmen, daß der erste

Sißung vom 25. Juni. Lord J. Russell,

sind dem englischen Volke se'hr neu und iiberraschcnku

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Angriff auf den General Lamoricidrx iiicht auf Befehl des Kaisers stattgefunden, sondern in der antsztplm ßer marokkanischen Truppen seinen Grund habe; über den z_weaten Angriff wisse er nichts, als was die telegrapbische Depesche bertxhte. Wit derselbe aber auch entstan- dkn sein möge, so könne er (Sir Roberthel) doch nur erklären, daß die Von der französischen Regierung crthetlte Auskunft über die An- forderungen, welche sie an Marokko zu tlchxln beabsichtige, so wie die diesen Mittheilungen beige ebene Jnsixuction des Prinzen Joinville das britische Kabinet vou ommen zufrtxkeizgkstellt haben, wenngleich es begreiflicherweise nicht im Standß skl- 1lch dariiber weiter auszu- laffen. Lord John Russell, durch diese Erwiederung fiir jeyt befrie- digt, behielt sich weitere Anfragen dor. .

Eine längere Debatte iiber 'die, Korngrseßx in Folge eines An- trags des Herrn Villiers auf gänzliche Ahschasfung derselben wurde vertagt. Wir kommen morgen darauf zurück.

)( London, 25. Juni. Die Frage über das Lcffnen ver- dächtigcr Briefe auf der Post Ulltkk Verantwortlichkkit des Staats- Sccretairs Wurde gestern Abend abermals vor das Unterhaus ge- bracht, und wenngleich es der Regierung gclang, den gestellten Antrag auf Ernennung kint's Untersuchungs-Coinit-i's, diirch cine Majoriti'it von 4-1Stimn1en verwerfen zu laffc'n, so diirfte sich dcnnoch die statt- gclmbte Diskussion von nicht geringem Nachtheil für sie erweisen. Sir James Graham antwortete richtig und dcrniinftig, daß die Bl- fugniß, Briefe zu öffnen, in alten und neuenPariaxncntoMkten von dcr Lkgislatur des Landes se'ieklich anerkannt und von allsn seinen Vorgän- gern stets nach ligkne'm Ermsffen ausgeübt Words" sei. Man kann auch in dchhat nicht lcugnkn, das; namentlich beiKriminal:Untersuchungen, wir bei dem voriährigrn Proxys; ivkgen Fälschung der Schaßkantmcr- Scheine oder in diesem Jahre bei den Tcstamcntö-VcrfälsckUmge-n, dcr Ministir drs Jmncrn nicht unpaffend mit ciners01chen Gewalt bc- traut ist, da ski"? Pflicht ihm vorschreibt, die Schuldfgcn

3111“ Bcstmfu-iig- zu „ziehen und das Gemeinwohl zu schüyem Jm gkgcnwarttgcn Falle sicllt sich diu lige'ntlichk Frag? da:-

l)in, ob dicse außc'rordcntliche ministericlls Ba'fugniß mit Vlrstaud und Vorsicht ansgciibt wordkn sci odcr nicht. Sir James Graham mus; bc'i all' seiner dollcndctcn Gcschicklichkcik und Entschlossenhcit als Mitvcrwalter öffcntlicher Angelegenheiten eincn ungrwöhnlichcn (Orad Von Unpopnlarität erfahren, und der je'lzige Fall, so unbedeu- tend cr sche'inc'n mag, da das Ukblkschl'liii'n gesetzlicher Vollmacht odlr ministkkililkk“ Befugnis; gar nicht einmal behauptet wird, diirfte auf lange' Zeit das Volk diesc») Landes gcgrn ihn cinnrbmkn. Auch sikhkll gcwiß mit den Einzelnen zurSprache glbrachtkuJällkn nochUmstände in Vkrbindung, Mlchc dic gkrcizte Stimmung im Volke noch steigern können. Die Männer, dkrcn Briefe man gcöffnet hat, sind frcmde Flüchtlinge; die Maßregcl gigs]: sie Wurde nicht zur Entdeckung irgcnd cines Civil - Vergehens oder zum Schutze des Staatcs getroffen, soudcrn auf Ansuchen srsmdcr Gesand- ten. Ick erwähnte bkreits vor einigen Monaten, das; die be- kannten Umtrikbe der geheimen politischen Gesellschaften italienischer Flüchtlinge in London und Paris die Bcsorgniffc der italienischen Regierung rege gemacht hätten, Dieselben Wurden durch den Grafen Pollon, den sardinischen Gesandten am hiesigen Hofe, dem Grafen Aberdeen in einer Note mitgetheilt, Welche den Zustand Italiens als sel)r beunruhigend darstellte nnd bes0nders den Einfluß [)erVorl)ob, welchen Mazzini, das Haupt der italienischen Demokraten in London, dort ausübte. Lord Aberdccn's Aniwort gab dem österreichischen und sardiniichenKabinette große Genugthuung, obschon sie von einer nach- driicklichen Mahnung begleitet war, die päpstliche Regierung zu der- anlaffcn, nicht zu Maßregeln dcr Unterdrückung, sondern vielmehr der ersöhmmg und Reform ihre Zuflucht zu nehmcn. Mazzini ward ndcß unter polizcilichc Aufsicht gkstcllt, und dic M ailä nder Zei- tung erwähnte die's kiirzlich vielleicht zur Unzeit, All diese Dinge Ich wage zu bchaupten, daß neun Zehntel dcs Unterhanscs ode'r dks Volkes, das der Regierung wirklich zugcthan ist, die Möglichkeit solcher Vorgänge

Jin unscrem Lande geradczu gelmtgnkt haben wiirden, hätte man ihnen

Früher davon Etwas erzählt. J'chlimmer.

“Derartige Diskussionen sind nun keinsöivegcs gkcignct, die Stel- lung dcs Kabinets zu verbessern, da Übksdiks noch nichts gesche'hen ist, was die tieferen und schwärenden Wunden mis dcr chien Woche [)eilcn könnte. Ueberblicft man die Liste der 88 konservativen Mit.- “lieder dcs Unterhauscs, wclche bei der nenlichcn Abstimmimg iiber die ;ucker-Z'o'lle gegen die Regierung stimmten, so begegnet man freilich nnr Namen Von Männern, welchc weder durch Einfluß noch Charak- ter ausgezeichnet sind, aber die Unzufriedenheit mit Sir R. Peel, wclchcdicse an sich unbedeutenden Organe an den Tag legen, gkl)t weit tie- fcr nnd crftrcckt sich iiber die Lkbens-Elcmente drr Parte'i. Jin Ka:- bine't, heißt es, doch ich Weiß nicht, wie viel davon wahrist, herrsche cine Mciuungs-Vcrschisdknhcit iiber die Frage, ob man unter solchen gefährlichrn S*.)mptomcn sogleich odcr Wenigstens bei der nächsikn Niederlage rcsignircn, oder aber es vorziehen solle, trotz aller kallcn Freunde und heftigen Opponcntcn die Regie- rung zu behauptkn. Sir R. Pkéi, Lord Aberdeen und Lord What"- xliffk, mehr bekiimmert um die Erhaltung ihres politischcn Charakters "le um den Bksixz der Gewalt und ihrer Emolnmxntc, diirften meiner

Das aber macht die ganze Sache nur

.'Ansicht nach es Vorziehen, ihr Amt niederzulegen, als es unter mt- éWorthoilkmstcnVerhältnissen fortzuführen; aber die jiingcrmt und älte- I-"t'e'l! Männkr, der Lord-Kanzlcr Lord Lyndhurst und der Hcrzog, ' so wie Graham und der ungcstiime Stanlki) klammern sich an ihre Ministerium Pekl, spmckien sich gegen das Wcrfahrcn der Regierung „,'-7. aus, bezeichneten dasselbe als gehässig und cine strengere Bcaufsich- „, tigung fiir unerläßlich. Graf Radnor nahm hieranf vorläufig seinen"

?lcmtkr mit der Hartnäckigkeit, Welche das Alter giebt, oder mit dem Mathe eincr riiftigcren Zcit dcs Le'bens. Das Resultat wird wahr- scheinlich skin, daß das Pccl; Kabinet bis 511111 Schlusse der Session sich halten und seine Fortdauer bis zur nächsten ausdehnen wird; aber es ist sehr die Frage, ob jemals die Einigkeit seiner rrstcn Verathungen und die Stärke stinkt Ersten Maßrcgkln wicder erlan- gen wird.

Uirdrrlandc.

Aus dem Haag, 26.3100. chtc fand eine gemeinschaft- liche Sitzung beider Kammern statt, in Welcher dc'r Minister dcs Zn- ncrn die diesjähiige Session der Generalstaaten im Namen des Kö- nigs fiir geschlossen erklärt:“,

H ck w e t z.

Kanton Luzern. Am 25. Juni wurde die außerordentlicheTag- saßung eröffnet. Der Präsident Siegwari-Müller suckt in seiner Rcdc das Benehmen der Staats-Vehörden des Kantons Wallis und des ober- walliser Landsturms bei den jiiugsien Ereignissen zu rechtscrtigen, cr bxzetchnet die Unterwalliser als Ruhestörer, Rebellen und Meutcrer, dte schdq seit Jahren Geseßc und Ordnung mißachtet, Gott und al- les Heilige mit frevelndcr Zunge qehöhnt und durch das endliche vi'1kfk'lssU11ch'ißige Einschreiten der schon seit langer Zeit allzu nach- sichttgeu, egierung den__verdienten Lohn empfangen hätten.

Bx: Verlesung der Kreditive der Gesandtschaften erhob Vasel- kand' Ems rache gegen die der walliser, weil die durch den Bund ga- raniirte exfassun des Kantons verleßt sei; der Antrag auf Aus- schließung diesex esandtschaft wird jedoch nur von Aargau unter- siüpt und mithin verworfen.

Nachdem die gewöhnliche Beeidiguug erfolY, hegann die Be- rathung über die Angelegenheiten des Kantons ams; zuerß wur- den die bekannten Kreisschreiben der Regierung" von Walhs _und des Vororts, sodann der Bericht des eidgenössischen Kommissariats im Kanton Wallis an den Vorort verlesen, Bern verlangte, daß 11in die übrigen auf diese Angelegenheit bezüglixhen Aktensiücke den Stau- den mitgetheilt wiirden.

Bei der Umfrage an diejenigen Stände, welche die Einberufung einer außerordentlichen Tagsatzung verlangt hatten, erklärten dieselben, daß sie lediglich durch die traurigen Ereignisse in Wallis dazu beßimmt worden seien. Hierauf stellte der Präsident noch den Antrag, ob in dieser Angelegenheit im Allgemeinen jest schon cinzuschreiten oder zu- vor die Frage zu erledigen sei, ob bei den jetzigen Zuständen in Wallis noch eine eidgenössische Intervention stattfinden könne und solle. Die sVedrsammlung entschied sich einstimmig für das Lestere und trennte sich o ann.

Spanien.

S Viadrid, 20. Juni. Die in meinem vorgesirigen Briese besprochenen Erklärungen Sir Robert Peel's haben hier großes Aus- sehen erregt, und der Heraldo nennt sie „das wichtigste Ereigmß für Spanien nach dem Quadrupel-Allianz-Traktat und der Beendi- gung dcs Bürgerkrieges.“ Es dürfte daher Ihnen nicht unerwünscht skin, die Stimmen di'k hiesigen Tagcspresse über diese Angelegenheit zu vernehmen. '“

Der .Heraldo, der bisher sich jeder Aeußerung in Bezug auf die Vermählungs-Jrage enthielt, erklärt heute in einem längeren Ar- tikel die Vcrmählnng der Königin Isabella mit einem Sohne des Don Carlos für unmöglich und zwecklos, Für unmöglich, weil es sich nicht blos um cine dynastische Frage handle, sondern um anderx sick) widerstreitende und unvcreinbare Prinzipien. Fiir zwecklos, weil am Tage nach der Vermählung der alte Haß mit neuer Wutb wie- der ausbrechen wiirden Troy aller inneren Zwiste unter Moderirten und Ex'altirtcn wäre, so mkint der Heraldo, doch ein Punkt nie- mals angefochten wvrden:

„Tie nothwrndige Aechtung (iu [xkozcrilxciun k0r1102z) einer die öf- Fjjilic'bc Ruhe bccinträchtigcndcn und mit den Institutionen unvereinbarm

amilic'.

„Der Einfluß des mit der Königin zu vcrmählenden Prinzen“, sagt der Hrraldo ferner, „läßt fich nicht ableugnen; es genügt, daß er mit Vorsicht und ohne die Rechte des Landes zu beeinträchtigen geltend gemacht werde. Tiefes diirfen wir von keinem Mitgliede der Familie des Dozt leos erwarten . .. Die erste Folge einer solchen Vermählung würd? die Bildung iwcicr Parteien sein: die Partei des Königs und die Parte! der Königin, die sich vergeblich auf die rechte Seite des Thrones [ehm wiirde, sobald diejenigen, welche aus ihrem Gemahl ein Werkzeug ihrer Herrschsucht machen wollen, alle Ansprüche auf die Obergewalt zu erneuern anfangen (und dies würde ohne Verzug geschehen). Man bedenke die Fo!-

en einer so Wahrscheinlichcn Entwickelung, und man erwäge, ob nicht m ihr alleiis1t der Kcim zu einem Bürgerkriege fiir ein halbes Jahrhundert ent- halten i .“

Ein anderes sich konservativ nennendes Blatt, das erst seit vor- gestern erscheint, der Globo, äußert sich in gleichem Sinne. Aus den von Sir Rob. Perl gemachten Mittheilungen zieht dieses Blatt den Schluß, „daß Don Carlos, iiber seine friiheren Mißgriffe ent- täuscht, nunmehr, obwohl zu spät, sich mit seinen Gegnern auszu- gleichen wünsche.“

„Es ist bekannt“, so hcißt es Weiter, „daß die großeMehtheit der kar- listischcn Partei dieicArt von Aiisgleickyung wünscht, und daß ihre Wünsche voUständig erfüllt würden, wenn se ren Erstgeborenen ihres vorgeblichen Königs anf den Thron an die Seite Zsabeila'ö ]l. geitvi erb!ickten...... Vielleicht fehlt rs anch nicht an Einigen, die zwar nicht seine Parteigänger waren, jcdocb von falschcn Ansichten über unsere inneren Zwißigkeiten ge- le'itet, aufrichtig dcr Meimmg sind, das wirksamste Mittel, diese zu beendi- gen, bestehe in dcr Vereinigung der liberalen mit der karlisiischen Partei vcrmöge der vorgesch1agrncu Vcrmähiung.“

Dem Globo zufolge, irrcn sich Beide, und die karkisiische Partei, als solche, bestände nicht mehr. „Wohl aber“, sagt dieses Blatt, „giebt es in Spanien cine absolutistische Partei, die mit Vergnügen den Sohn dks "Don Carlos und die Königin Isabella srlbsi i'kgikké'n schen wiirde, wenn sie der Rkpkäscntativ-Reqierung cin Ende machten und mit kräftiger Hand das ganze Werk der Re- volution Vernichtctcn,“ Diese Absolutisien erblickten nämlich in der den Söhnen des “Don Carlos durch Jesuiten ertheilten Erziehung das zur chwirklichung ihrer Wünsche nothwendige Element, Denn in Spanien handle es sich nicht um eine dynaftische Frage, sondern nm die Aufstellung der absoluten oder der constitutionellen Monarchie. “„Diese zwei einander gsgcniiberstehcndkn Systeme könnten unmöglich diöxih eine Heimtl) ausgkgliihen wcrden, Eines von beiden müsse o ]:egen.

Dcr Globo ficht endlose Rcactionen uud Redolutionen voraus, fiir dcn Fall, das; der Sohn des Don Carlos sich mit der Königin Isabella Vermähle, und schließt mit folgenden Worten: „Frankreich wird, unsrcr Ansicht nach, eine solche Verbindung nicht unterstiiyen. England, obwohl die? Tories antRudcr sind, betrachtet sie als zweck- los und Univahrsckxinlich, und in Spanien hält man sie fiir unvor- thcilhaft und unmöglich. Wir scßen voraus, daß das Ministerium dicse's als Antwort auf die Note (?) des Don Carlos ertheilt habe.“

Der Castellano, ein konservativcs Blatt, verwirft ebenfalls den Vcrmählungöplan als mmusfijhrbar und die Ruhe des Landes becinträchtigcnd. Dieses Blatt drückt sich noch stärker aus, als die bereits erwähnten. „Weder die Königin, noch die Nation“, sagt der Castellano, „oncn dic Vermählung mit dem Sohne des Don Carlos, und wcdcr dcr cinen noch der andci'cn kann sie als zweck- mäßig erschcincn.“

Das vierte konservativeBlatt, dci“ Tiempo, schweigt bei dieser Gelegenheit,

Dic Blättcr dcr progrkssistischen Partei beobachten bis jeht eben- falls Stillschweigen, Nur das Eco del Comercio sagt, die Kö- nigin wäre viel zu jung, als daß jeßt von ihrer Vermählung die Rede sein könnte.

Die hier zuriickgeblicbenen vier Minister sollen diesen Abend nach Barcelona abrciscn. “Der englische Gesandte läßt Bauten in seinem hiesigen Hotel vornehmen und einen Theil seiner Mobilien nach Var- cclona kommen. Die Bank von S. Fernando hat, wie es heißt, der Regikrung drei Millionen Piasier fiir die Bedürfnisse des nächsten Monats vorgeschossen.

Am 'lLtcn kam der Gouverneur von Gibraltar in Ceuta an, besprach sich mit dcn dortigen Behörden und be ab sich dann in das Lager der Marokkaner, wo er mit großen Ehren ezeugungen empfan-

en wurde. g Zn Sevilla scheint eine Verschwörung entdeckt worden zu sein. Einige Offiziere der Besaßung sind verhaftet worden.

Vorgestern versammelten sich etwa 60 „Patrioten“ in einem Gasthofe zu einem Mittagsmahl, um die Jahresfeier der Conßixution zu begehen. Als die Köpfe sich erhiht hatten, wurden init oßem Geräusch „patriotische Gesundheiten“ ausHebracht. Dieser mßaxd und das Ansximmen der Hymne Esparteroo hatte einen vatw sel mit einigen m demselben Gasihofe anwesenden Ofßzieten zur Fo , der endlich in Thätlichkeiten ausarten.

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