“ ani !- “mmi, in der größten Gefahr. - InWeh-s WTbrnTZtéau? g“.F.-Li'il'ugusi mit Käbnen in den“ Straßen. _ Dg: fortwährenden Winde und Stürme aus West, Sud- .und Nordwest während des Juni und Juli haben das Haff durch die O_sisee_der- maßen angesaut, daß es sein Bette an ,der sogenannten lithamschen ( östlichen) Seite übertreten und Alles überschwemmt hat, _ Nach Berichten vom 5. Au ust ist das Wasser der Weichsel und Nogat im
Fallen, der Elbingflu dagegen wieder gestiegen.
Provinz Schlesien. Die Schlesische Chronik enthält folgenden, aus Breslau vom 1. August datirten Artikel: „Der Mi- nister dcs Innern hat unterm 2.1. Zum d. J. an sämmtliche Ober- Präfidcnien (mit Ausschluß des der Rhein-Provinz) eiue Verfiigung erlassen, worin die Ansicht einer Stadtverordnetcn-Versammlung, daß die Königl. Kabinets-Ordre vom 19. Aprilc. über die Veröffent- lichung der VeschlüZe städtischer Behörden und Ver- treter die Königlichen estscyungen der Städte-Ordmmg und der Instruction fiir die städtischen Vertreter beschränkt habe, als auf einem Mißverständnis; beruhend erklärt wird. „ „Zn denjenigen Städ- ten““, heißt es in dem gedachten Reskript unter Anderem, „„in welchem die Siädte-Ordnun vom “19. November 1808 gilt, bedarf es der Genehmigung des Magistrats zu der Veröffentlichung der Gut- achten iiber die Verwaltung eben so wenig, als solche zum Ab: drucke der in §. 14 der allegirten JnftrUction bezeichncren Auésäße über Gegenstände bevorstehender Berathungen er order- lich ist. Die Allerhöchste KabinctS-Ordrc vom 19. April d. I. hat daher in den betreffenden Vorschriften der Städic-Ordnungen nichts geändert, noch beschränkt, sondern die Gegenstände, welche in gesty- 1icher Weise veröffentlicht werden können, nur vermehrt.““ Somit ist allen städtischen Behörden und Vertretern, die sich mit ihrer Passivität, Bequemlichkeit odcr Oeffrntlichkeitsschcu hinter die angeblichen Beschränkunqcn der Königl. Kabincts-Ordrc vom 19. April d. J. zurückziehen wollten, die Verschanzung weggenommen, und sobald die Bürger einer Kommune darauf bestehen, wird diesem Fortschritt der Oeffentlichkeit in städtischen Angelegenheiten nicht länger cinHindcrnis; cntgegengeseßt werden können.“ - Zu den letzten Konferenzen des breslauer „Vereins zur Abhiilfe dcr Noth dcr Weber und Spinner“ ist beschlossen worden, 300 Ctr. Flachs von ausgezrichnetcr Qualität aus Preußen einzukaufen und ihn vorschußweise an die Lokal-Vercine zn vcrtheilen, damit eine zweckmäßige Unterstiitzung auch der Spinner erzielt werden könne, zumal da die diesjährige Aerndtc wenig Hoff- nung darbietet. _ Zn Rcinerz sind am 2. August 5 Menschen durch den Einsturz cines Brandgiebcls gctödtct und mehrere schwer verwundet worden.
Provinz Posen. Die von Posen nach Erdmaunsdorf entsandten Deputirten erhielten am Tage ihrer Ankunft dase'lbst (::]. Juli) eine Einladung zur Königlichen Tafel, bci welchcr Gelc- gcnbcit Ihre Majestät die Königin sich iibcr die Allcrhöchstihncn bc- wiesene Anhängliihkcit und Licbe auf huldvvllc uud crgrcifcndc Weise äußcrtcn.
Ausland.
Dculschc Bundesstaaten.
Königreich Bayern. Se. Majestät der König hat Von Palermo aus für die Verbesserung der Soldaten-Menagc folgende Bestimmungen zu geben gernbt: Bei einer täglichen Einlage in die Menage von 5 Kr. soll der Soldat, sobald das Pfund Ochscnflcisch auf 11 Kr. gestikgen isi, bci jedem Kreuzer, den es mehr kostet, eincn
halbcn Kreuzer Thcuerungs-Zulage erhalten, iiberdies sollen die bis- 4-
her zur Untersiiißung von Unteroffizieren und ihrknFamilicn verwen- deten Ersparnisse bei dem Holzvkrbrauche in den Kasernen, wekchc nicht unbedeutend sind, der Verbesserung der Mcnagx zugewendet wcrden - eine Verfiigung, welche, wie der münchner Korrespondent der Augsb. Allg. Ztg. sagt, den bayerischen Soldaten riicksichtlich seiner Nahrung so gut oder besser sicklen diirfte, als es irgendWo der
Fall ist.
Königreich Sachsen. Am 5. August fand zu Leipzig eine Versammlung des dortigen Haupt-Vereins dcr Gustav-Adolbl)- Stiftung statt, Demselben haben sich bisher 539 sächsische Zweig- Vereine angeschlossen. Die Jahres-Einnabmen betrugen ctWas über 6000 Riblr, Von der Masse der eingegangenen Untersiiißungs- Gesuche konnten der Kürze der Zeit wegen nur einzelne mitge- theilt werden; !ie gaben, wie die Dxutsche- Allgxmcinc Zeitung bemer t, der Versammlung em, trauriges Bild von der kläglichen Hiilflosigkeit und Bedrängnis?“ vieler protestanti- schen Gemeinden, namentlich in den österreichischen Staaten und in Bayern. Die Versammlung bcwilligte von den ihr zur Verfügung stehenden Geldern einen Theil zur Unterstiiyung ZWcicr Gemeinden in Oesterreich, einen anderen Theil überließ sie der am 8, August in Chemniß stattfindenden Versammlung sämmtlicherjzum leipzigcr Haupt-Verein gehörigen Zweigvereine zur beliebigen Dtöpo- sition. Der von einem der Anwesenden gestellte Antrag, es möchten von der Central-Verwaltung des Vereins alle geeigneten gescßliihcn Mittel ergriffen werden, um eine Aufhebung des bayerischcn Verbots zu ermöglichen und auch dort nothleidendcn Protestanten zu Hiilfe zu kommen, ward einstimmig angenommen.
Königreich Hannover. Der in Kassel erschienenen Ueber- seßung der „Memoiren des Herzogs Karl von Braunschweig“ ist in Hannover der Debit versagt worden.
Königreich Württemberg. DieOrganisaiion des„Würt- icmbergischen Handelö-Vereinö“ ist in so fern vollendet, als die vier Von den Statuten vorgeschriebenen Privat-Handels-Kammern des Landes gewählt und konstituirt sind. Die Mitglieder dieses Vereine; haben sich durch ihren Beitritt zu demselben verpflichtet, Streitigkei- ten über Handels e enstände, in Welche sie verwickelt Werden, mögen sie Kläger oder e lagte sein, zur Entscheidung Vor die Schieds- gerichte, resp. die betreffenden Handels-Kammcrn zu bringen. Der Schwäbische Merkur macht die sehr ?roße Zahl der Vereins- Mii lieder bekannt. Die vier Privat-Hande -Kammern oder Schieds- lgiexjigtebefinden sichinStuttgart, Heilbronn, Ulm und Reut-
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Großherzogthum He en. Die Inschriften am Lubwi s- TYÉJÜÄSYUFÜ. Jie nachO esien laub;::d„LZldij dem ETr en „ o “; ie na „en ent“ ie n ae der a e
*“ Grundidemlegung, und derchEntbiiillung.b g g
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G " '“ "stbmn Sach en W m ' “ . ' ei . Gesandfkchat in ximar bat unkexm 81. Juli bekxnrnt ngiTrchffids-Y,
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nßchbem im Königreich Polen die dortigeRegierung über keine Grund- stucke mehr ziir Aufnahme fremder Einwanderer zu verfügen habe, Leßtere sich nicht mehr auf Krongütern niederlassen können, mithin auch m Zukunft bei der betreffenden Gesandtschaft keine Pässe dieser Art mxhr vifirt werden. Nur wer einen Vertrag mit einem (Huts- herrn im Kbtitgreiche Polen untcr Beiziehung der amtlichen Behör- den des Königreichs abgeschloffen und den Beweis dafür vorlegen kann, erhalt das erforderliche Visa. Dasselbe gilt auch von Hand- werkern und Fabrik-Arbeitern.
Landgrafschaft Hessen-Homburg. Tem Frank- furter Journal wird aus Hom b u rg unterm 4.2[ugust berichtet: „Vbn den hohen hier weilendeu Gästen hat Se. Königl. Hoheit der Prriiz 'von Preußen uns gestern auf einige Tage vcrlasskn. Se. „Königliche Hoheit Wohnt, dcm Vcrnehmen nach, heute in Koblenz dcm Dank-Gottcsdienstc bei, welcher dort aus Anlaß drs wimdcr- baren Schuch gehalten wird, der dem Könige und dcr Königin von Preußen bci dcm Mordanfallc am “.'6sten v. M. durch die göttliche Vorsehung zu- Theil geworden ist. Der Prinz wird sodann, die quchcuzcit bis zu den Manövcrn in Preußen bcnußknd, wahrschein- lich cinxn kl-l'k3kn Besuch in England machen, Jhre Königliche Hoheit die Prinzesjm aber bis zu dem Ende Ihrer angefangenen Kur bicr *.Jchiien. WIG von cincr Reise Hiichsidersc1bcn nach England in dscntlichrn Blattern gesagt wvrdcn, beruht sonach auf eincm Jrrthum.“
Oeftcrrrtchrschc Monarchir.
„_ ;) thn, im Juli. Uilslk Magistratsgcbäude, das erst nn- laiigst niit wurdigcrcn Lokalitäten fiir die Civil-Justiz Versehen wor- dcn isi, bkkommt mm von anßcn eincn dcn Gescßcn dcr “Ilc'sthktikcnt- sprechenden, recht frcmidlichen Anstrich. Wir begrüßen diss mit Frau.- dcn und als Vorzcichcn, daß nun auch das inncre Waltrn besser ein- gcrichtci Werde, Wobei das der Manipulations;“)lcmtcr vor Allem zu nennen ist. An diesem bricht sich selbst die Encrgic dcr Kollegien, weil eine noch so prompte Bcf'o'rdcrung vom Raibstischc nichts uiißt, rvcnn sich der Bittsteller nicht dazn bersicht, drm ersteren seine Huldigungen darzubringen. Die wichtigsten Akte im Grund- buchs-Amtc z. B. bleiben untcr dcm Vorwande, das; keine Zeit zum Vollzugs vorhandcn sci, wochcn-, ja monatelang unbefolgt licgcn, ob- schon drr Auftrag des Rathstischrs an Eile mahnte und trifiiqe Griinde fiir die Meinung vorhanden sind, daß der vvrgeschiißie Zeit- mangel leicht beseitigt werden kann. Daffclbc gilt vom Expeditc, dcr Buchhaltcrci und besonders vom Institute der Gsrichtödicnrr. Tic dariiber von Allen, wclchc mit diesen Hiilfsämicrn iu Beriihrung kommen, crtönendenKlagen treffen auch dicRathstischc, wenigsieiisin- sofern, als die Heilung von ihnen ausgehen sollte und in ihrcr Macht läge, da sie nur dancrnde Cncrgic und bcrdoppcltc Wachsamkeit cr- fordert. Die Stelle eines Direktors der Gynmasial-Studicu ist er- ledigt. Möge die Wahl dazu einen Mann treffcn, der den traurigen Zustand unscrcs Gymnasiums ganz erfaßt und die Kraft brsiyt, scinc wesentlichen Gebrechen festen Muths aufzudecken und zu beseitigen. Wie vcrlautet, liegt der von der GcscngbnngscHof-Kommission aus- gearbeitete Entwurf zu einem neuenHandels- und Wechselrcchic schon längere Zcit dcm Staats-Rathc zur Priifung bor.
.I Aus Ungarn, Ende uli. Die Fabrication des Zuckers
„mis Runkclriibcn sind in unserem ande große Kapitalicn zugchendct
!Öwordcn, abcr allgemein vcrlautct die Klage, das; sick) dieselben nicht
»rrntircn. Derr hanptsächlichen Grund davvn, dcn Mange'l an gehö- rigen Kenntnissen, bewi'isi am besten die dcm Grafcn Karl Jorgé-eb
Z“] gehörende Zucker:Jabrik zu (thim's, writhc sich im besten Betriebe
_?und in jährlicher Llusdghmmg bcfindrt. Der Graf hatte mit seinem ,Kcrmcrbliikc zur Dit'cction iii Verlier einen Mann erkoren, de'r, aus Frankreich stammend, dic Fabrication chan krimi, mii dcnchcn dcs Handcls schr vcriraui und grundrhrlich isi. Dieser schuf die große Fabrik und überrascht mit seinen Erfolgen ganz Ungarn.
Frankreich.
Parts, .'3. Aug. Die otahcitischcn Angelegenheiten haben in dxzi lcytcn Tagrn das Interesse für dic Ercignissc an der marokka- ntjchen Griinzc fast in den Hintergrund gedrängt. Das Ministerimn wird von der Oppositions-Prcsse dcr Feigheit nnd Unempfindlichkt'it fiir die National-Ehre besiiwldigt, besonders im Gegensatz zu der Haltung der englischen Minister in dicser Sachc, Sir R. Perl und Lord Aberdeen, sagt man, zandern keinen Augenblick, einc feierliche Erklärung abzugeben, um die öffentliche Meinung ibrcs Landes zu- fricdcnzustellen; sic Vcrhcblen nicht, Nachrichten Von Otahciti erhalten zu haben, siesprcchcn ihre Ansicht iiber das Geschehene aus; sic zeigen an, daß sie Genugthuung gcfordert, sie übernehmen also die Vcrank- wortlichkeit fiir die Gewährung dieses Vcrlangend. Dcr französische Minister dagegen trete furchtsam und zitternd vor die Pairs-Kannncr mit dem lächerlichen Möhrchen hin, daß es ihm anNachrirbtcn fchlc, daß die Zeitungen mehr wüßten als er; während ganz England danissio- nair Pritchard, troH seiner gewaltsamen Handlungdwcisc, in Schuß nehme, blos Weil er englischer Konsul gcrvcsen nnd Engländer sci, finde Herr Guizot kein Wort zu Gunsten der französisibcn Offiziere, des Gouvrrncurs und des Kommandanten drr Gcscllschafts-Jnseln, die sich durch das unwürdichenehmcn cines lcidcnschaftlichcn und hartnäckigen Feindcs zu strengen Maßregeln genöthigt gesehen, und er Verwiinsche dcn Zufall, der die Ncuigkciten aus Otabciti :;oii) zwci oder drei Tage vor dem Schluß der Scssion':mchFrankreich gcbrachi. Die eine Regierung also 0013 und fiihrt, Gcnuxthmmg fordernd, obne viel nach der Gerechtigkeit ihrer Sache zu foréchcn; die andere dc- miithig und lahm, um Zcit zum Nachdenken bittcnd und sich bcmii- hend, ein Unrecht aufzufinden, fiir wclrhes sie um Verzeihung ersuchen könne. Ein solches Raisonnement kann nicht befrem- dcn, da die Opposition in dcr Bcsißnahme vonOiaheiii selbst und in der Absetzung der Königin Pomarch kein Unrecht erkennen will und gegen diesen ersten Gewaltschritt freilich jeder spätrrc ach unbedeu- tend erschcinen muß. Was aber die Vcrglcichung mit dem Beneh- men der cn lischen Minister anbelangt, so hätte die französische Op- position diesßlbe auch Weiter verfolgen und auf sich und ihre britischen Kollegen ausdehnen sollcn, um aus der ganz anderen nationalanal- tung der Lebtcren bci ernsten Fragen der auswärtigen Politik, wclche dort nie anders als mit gcmeffeucr Würde auch von den Gegnern der herrschenden Partei behandelt werdcn, die Verschiedenheit in dem parlamentarischen Auftretcn dcr beiderseitiger: Regierungen sich 32," er- klären. Im vorliegenden Falle haben indeß allerdings auch Manner, von deren Seite man keine schikanenhafte Opposition boraudzuseßcn hat, wie gestern in der Pairs-Kammer Herr Charles DW!"- zur Verthcidigung des Verfahrens der französischen Behörden auf Ota- heiti das Wort nehmen zu müssen eglaubt, edoch ohne _auf den Ur- sprung der jeßt dort bestehenden erhältni e zurückzugeben. Wenn aber auch die Haiidliiugsweise des Gouverneur Bruni und des Kom- mandanten d'Aubi ms gegen den Missionair Pritchard sich rechtferti- , en lassen ma , gso ald man davon ausgeht, daß für sie zu jener Zeit die franzöYsche Occupation von Otaheiti eine vollbrachte That- sache war, so wird doch, wenn die Frage zwischen Frankreich und England zur Verhandlung kommt, die Angelegenheit von einem an-_ deren Standpunkt aus behandelt und dabei auf die Quelle der ent-
standenen Differenzen, nämlich auf die völkerrechtliche Frage über dri:- Besißnah on den Gesellschafts-Jnseln, zurückgegangen werden mussen. Die n Punkt hat Herr Ch. Dupin gestern ganz außer Acht gelassen, als er bei Gelegenheit des Gesey-Eniwurfs iiber einen außerordentliche" Marine-Kredit, iiber den er den Kommissions- Bertchd erstattet batte, fich, veranlaßt durch eine Interpellation des Marquis vori Boiffy, in Abwesenheit des Miuisicrs der auswärtigen Angelrgcnheaten folgendermaßen iiber die Sache vernehmen ließ: „Es ist gxskern eine Nachricht von England eingetroffen und durch unsere Blrrttrr nebst Uebersetzungen offizieller Aktensiiicke verbreitet worden; ich trage aber kein Bedenken, zu erklären, daß diese Doku: menie der_Cbre des jenseits des Kanals so lcbhast angegriffenen J,)kakltZE-ZOWZWW nicht im geringster: zum Nachtbcil gereichcn. Diese Aktcnjtucke beweisen, daß der besagte Offizier (Capitain Braak) cin MMU von Herz ist, ein Mann, der den Absichten der Regierung gc- mak; gehandelt hat. Nachdem er von der Regierung den Befehl cr- bqlten, Liahciti zu verwalten, hat er dies Land so verwaltet, wie sexmc Pflicht es ihm vorschricb. Er ist auf Hindernisse von Seiten eines Mannes gctroffsn, dcr, nicht seinen Charakter als Gesandter, sondrrn seinen Charakter als bloßer Konsul oder vielmehr Handels- ?lgcnt, dazu mißbrauchte, Juirigucn zu nähren und denHaß dcrEin- gcborcncn gegen die Franwscn aufzuregen, Ich sagt“, die Regierung von Ltahciti (d. l). der französische Goribcrncur) durfte nichtAnsiand nchmcn, Hand an eincn Mann zu legen, der so aus skischkr That betroffen wurde. Und doch befahl dcr Gouverneur noch, mit allen möglichen Riicksichten geg?" kin?" MM" JU vcrfabrcn, der sich selbst außerhalb dcs (Irsxyrs gestellt thkiZ- UW nach sehr kurzer Haft ließ ll" denselben axis em kngllschks Schiff „hm- iibcrbringcn. Mag immcrhin das english? Parlament VM „dlljséfn Thatsachen Kcnntniß genommen haben. Es giebt in dcr Majoritai beider Parlamcntshiiuscr gerechte Männer genug, wclche, anerkennen Werden, da[; der Goerncitr von Ltahciti sich in seinem Rxchtc befand. Dies ist, meiner Ansicht nack), der wahre Stand der Dingr, und wenn der Offizier, von dem ck sich handelt, unter unY-angcklagt wcrdrn sollrc, so wiirde ich ihn auf der Tribüne vrrtberdtgcn, von ivclibcr Scitc mich die Anklage ausgehen möchte.“ Dieser Vortrag Wurde öfters bon lebhaften Beifallsbczcigungen iiiiirrbrochcii, und als dcr Redner die Tribüne vkrließ, empfing er die (Hliickwiinschemehrerer Pairs. Der vorliegende Gescy-Entwurf rrbiclt dann mit 91 grgcn 4 Stiw- men die Genehmigung der Kammer, 11ach„d?m„9)kü_qu"s„ VM ,Bwisy eincn vcrgcblichchcrsuch gemacht hatte, die Dlökils[1011 uber di,?"ota- britische Angelegenheit noch weiter fortzusetzen. Emo andere „offent- 1iche Demonstration in Bezug alls disst? Sßche fand gestern in dcr Oper statt. Es wurde „d'tarl K'l,“ Von Halevy gegeben, ""d. im zweiten Akt forderte das Parterre laut den National-Gcsang: „Krieg den Tyrannen! nimmer soll in Frankreich England bcrrschrn!“ Tie Dircction ließ darauf anzeigen, das; das bcgcbric Munksiuck LU An- fang dcs dritten Aktcs ausgrfiihrtwcrdcn sollx. DWS geschah; BWW- chaffcur und der Männcr-Chor trugen danxlbk VN“; 95 WIN |M“- mischcr Applaus, und der Gesang mnßtc wwkkkholk MWE"- S*Wf Molé ist gestern Abend nach chiilly gerufen worden“, er hatte eine Besprechung mit dem Könige, die ,a," drci Stunden dauerte. Map glaubt, das; dieselbe sich auf Otahcztx bezogdxlyabe, und 96 verbrei- tet sich zugleich das Gerücht, im Mnnsier-Qorqcil .si'!,?!1kskl)1edkll wor- den, daß drci Spezial-Kommissaricn, aud dcn Mitgbcdcrn der beiden Kammern und dem Staais-Rkexh waahlt, „nach ZMF! Iklskl “['I?“ schickt werden sollten, Um eine Untersrichung iibxr die [iirtgstcn Ekli- nisse anzustellen. Dieser Beschluß, “l)"ltßk cs, ware bereits dem engli- schen Botschafter, Lord Cowlcy, eröffnet worden. „ , ,
Nach Privatbrirsen aus Gibraltar vom “..)1_._ Juli scheinrrr die Resultate, die man sich von der Mission des cngllichkn GNWMl-Kol!“ suis Hay an den Kaiser von Marokko versprach, sich iioch zii bcrzo: gcrit. Herr Hay hatte zu Mogador a),1_f_ dic Erlanbmß ÖZ'Ö KMU's ziir Fortsetzung seiner Reise wartcii nirijßn mid konnte diese Sinkt erst am 10. Juli verlassen. ,Glcichzeitig kxblllk dcr inarokkamjcke Konsul zu Gibraltar ein Schreiben, wrlchcs il)_t_t benachrichtigtc, daß der Kaiser im Begriff stehe, Marokko 331 vcrliincn, um sich nach FLZ und Mcquincz zu bcgcch, um der (Hrgnzc "aber zu sem und seine Untertbancn bcsscr zu iibchachrn Und in Gehorsam zu halten, ch und Mcquincz licgen nur eiiie halbe, Tagcreise von einander, und Meqnich ist der Sanimclblalé; zahlreicher Truppcn-Corps. Wahr- scheinlich wird also Orrr OT“) bci scincr Ankunft zn Marokko den Kaiser dort nirht mehr getroffen haben. Der Konsul crklärt, daß, wenn im Fall cincs allgcmc'incn Truppcn-Aufgcbots die Verschiedenen Distrikte ihre Kaballcric-Kontingcntc ftellcn, der Kaiser 100,000 Rej- tcr, darunter 51 100 prächtig andgcriisteie Schwarze, zu Jez und Mcquinez wiirdevcrsammcln können. Die maurisckx Kavallerie bat keinchitcndaniur; jcdcr Reiter fiihrt Provision fiir 20 Tage bei sich. *Die Zahl [00,000 wird jedoch fiir eine großcUcbcrtrcibung gc!)alic:1,_nmnmiißicdcnninAnschlag bringen, daß ein ;30jäbriger Iiricgcr oft“l0Ki11dcrl)at, die frühzeitig zu Pferdc sitzen lernen. An der nmrokkanischcn Küste soll ein französisches Schiff auf danrnnd gerathcn sein, so daß man Geschütz und andcre Stiicke drr Ladung iibcr Bord rvcrfcn mußte, um es flott zu machen; wäh- rend dcffcn schaai'ic'n, wie gemeldet wird, die Marokkaner untcr fürch- terlichcm Geschrei sich zusammen und jvollicn es eben angreifen, als es wicdcr frei wurde und seine Jahrt föriscßkU komxir.
]; Paris , TZ. Ang. Tic Tribünen der Pairs-Kammcr Wäi'i'n bciite imgrwiibnlick) gefiillt, da man vrrnomrnen hatte, das; Inicrpkllaiiouen iii Vctrcff dcr Aeußcrungcn Sir,?)iobcrt Peel's im englischen Parlament an den Minister drs Aizswäriigkn gerichtet wcr- dcn sollten. T*»ir Pairs waren zahlreich erschienen, die Herren Guizot, Villemain, “Dimmu, Martin (du Nord) und Lacave Laplagne befinden sich auf drr Ministcrbank. HM“ bon Mareuil Verlangt das Wort und virlicst cin Von ihm mit dem Marquis bon Boissy bcrfaßtcs Gesuch um Ermächtigimg, den Minister der auswärtigen Angclegcn- beiten iiber Ltabciii intcrpcllircn zu diirfen. Hcrr Guizot Verlangt das Wort. Er Werde heute nicht thun fiir den Marquis vonBoiffy, was er neuerlich nicht fiir den Fürsten “von der Moskw.) thun zu dürfen geglaubt. Es gebe Thüren, die mcht jedesmal geöffnet rvkr- den diirften, so oftmandarananklopfe. So lgnge dcrgcetgnrte Angert- blick nicht gekommen, Werde er nicht 1,1,1, Erklarungcn eingehen, wodurch die allgemeincn Interessen des Landes gefahrdet werden konnten. Erglanbc, man diirfe nicht alle Behauptungen der Jouruaxc auf der Tribüne diskutiren, Wenn dicThatsachcn bekannt und aufgeklärt seien, sei er bereit, die Debatte iiberAUes anziinehmen, ,rvas die Regierung gethan haben wkrde„ Bis dahin verweigcre crxcde Antwort. Der Fürst vvn dcr Moskwa: Er habe ncqlich m Gegenwart der vom Ka- binctgegcbenen Erklärungen mcht-Weiter in dasselbe dringen zu müssen geglaubt. Seitdem aber habe die Frage eme andxreGestalt gewon- nen, neue Thatsaxhen lagen vor. Der erste Minister des englischen Kabinets habe in AUSdriickcn gesprochen, daß es nöthig sei, daß die Regierung saFe, wie sie sich zu verhalten gedenke. Dic Geduld des Landes ha 2 ihr Ziel, dieses Ziel sei ekommen. Ueber-
zeugt, daß keine Unbescheidenheit darin liege, Au schlüsse über diese Frage zu verlangen, nntexjsiiiye er aus allen Kräften das Verlangen
des Marquis von Boi y. Herr Guizot: Er sei erstaunt, daß der “Redner vor ihm so Wenig die wesentlichen Grundsähe der corisiituiioriellen Regierung kenne, daß er dieselbe zwingen Wolle, m Erklärungen einzugehen, welche den Unterhaudlungen scha-
den könnten, die angeknüpft seicn, und etwas zu sagen, was sie „nicht sagen dürfe, Jeder habe das Recht, seine Meinung auf der Tribüne auszusprechen, der Fürst von der Moskwa mache von diesem Rechte einen ausgedehnten Gebrauch; aber man könne ihm kein Rxcht zyer- kennen, zu sagen, die Regierung kümmere sich nicht um,die Wurde des Landes, während sie im Gegentheil im steten Hinbl'kk “Uf dlxsk Würde handle, nur mit Klugheit und Umficht. Bevor man auf eme Debatte eingebe, miiffe man sich versichern, ob die Thatsachen ge_r_1au seien; bis dahin sei er entschlossen, in keine Erklärung sich cmzulgnen. Graf von Montalcmbert erinm'rt an alle Angriffe der engiischen Pkkssc gegen die franxösiscbc Marine und den Prinzen von Zomvilic und bcklagt sich, das; selbst im cnglischcn Parlamente ernst?, enri- nente Männer sich zum Echo dieser ?lirgriffc auf Frankreich machten, Herr (Huizot wiederholt, daß er die Thatsache)! nicht so annehmen könne, wie sie dargestellt worden seicn. Die Kammer wiffe, das; er nicht gewohnt sei, der “Diskussion auszuweichen. Cr mache sich anheischig, iiber Alles Rechenschaft zu geben, was das Rabinct in dieser delikaten Frage gctban haben werde. (Beifall.) Marquis Von Boissy unterstiiyt dic Bemerkungen des Grafchon- talembcrt; man diirfc die Natiorml-Empfindlichkeit nicht Verlesen, die in diesem Augenblicke bis zur Eibitterung gestiegen sci. Er fiihrt als Beweis an, was grstcrn in dcr Oper bci dchorsicllung vonKarl &'l. vorgegangrn sci. (S. oben unter Paris.) Er Verlangthrmgung dcr Jntcrpcllationcn auf Montag. Vielleicht könne das Kabinet bis dahin Aufschliiffe, die es inzwischen erhalten, mittbcilen imd antwor- ten. Der Kanzler fragt, ob die Kammer die Interpellationen dcs Marquis von Boissy zulasscn wolle. Die Kammer entschcidkt mit großer Majoi'ität verriciucnd. Vicomte Dubouchage: Aber die französischen Mariiic: Offiziere seien insultiit worden, man sei ihnen eine (55cririgtl)111mg schiilkig, cr bitte das Kabinci, nicht eine zweite Ausgabe Von cincr Desavonirung zn machrn. Graf Molé“ bkdmicrt, das; das Rabinct, indem es eine kluge Zurückhaltung brobachtc, nicht einige Worte dcr Ernmtl)ignng fiir die französischen Tffizicrc babe berndbmcn laffcn. „Herr Guizot: Wenn er gcglanbt hätts, das; ciiiigc Worte die Wirkung hervorbringen könnten, die ihnen der Herr Graf Molé bcimcsse, so wiirde rr sic ausgesprochen hach, Aber cs wäre ihm unmöglich, weiter zu geben, ohne die Gemiiibcr in einer Sache zu erhitzen, wo es viclmebr um Vcrnhigung zu thrm sci. Er wolle die Chr? und die Wiirdc der Marine aufrechi halten, und cbcn dcobalb könne er aiif dic Interpellationcn nicht antworten.
ck Paris, Ii. Aug, Dic miiiisicricllen Abendbliittcr haben, gcgen qllgciiieinc CrWslUUUg, gcsiern nichts iibcr dcn Stand der Dinge in dcr ruarokianischrn Frage gebracht, abcr schon gcstcrn Nach- mittag wußte man in dcr Pnird-Kammcr, daß die' Regierung cine iclegrapbisibc Depesche mit Nachrichtcn von hoher Wichtigkeit erbal- irrt hatte. Nack) dciiselblii ist der Fanatismus der ganzen musclmän: 111|chc11 Bevölkerung von Marokko auf kk]! äußersten Grad gcsticgrn; zn Tanger soll cin so heftiger Aufstand gcgen die Christen stattgkfundcn haben, daß der Prinz von Joinvillc nur mit gcnmtcr Noth die dort befindlichen Franzosen und den französisrbcn Konsul selbst „zu retten Vcrmochtc, indem er sie an Bord scinkr Schiffe auf- nahm. Hierdurchwiirdc sich auchcrkiärcn, warum der Prinz am L:;stcn abcrmals plötzlich mit drm Dampfschiffe „Pluton“, auf wrlchcm er seine Admiralsslaggc aufgepslanzt hatte, von Cadix nach Tanger abskgclic'. 'Das Erscheinen dcr ganzen französischcn Flotte vor Tanger am “Wien, wo sie in Schlachtordmmg in die Rhede eingelaufen War, sihcint vollends die Erbittcrimg und den Fanatismus dcr “Mauren entstammt zu haben. Denn von allen Seiten kamen dieselben mis dcin Jimern in Muffe herbei, in äußerst drobcndcr Haltung und mit der laut MlöJksPWÜMUCU Absicht, 'ich cincr etwaigen Landnng zu widerschn. Ju dchain-Kammer Zagtc man auch, eine der höchsten Personen von Marokko, die ehemals selbst Ansprüche auf den Thron qcmaiht hatte, deren Namen man jedock) nicht nannte, habe an den Sultan Mach) Abd cl Rbanmn gesihricbcn, wenn er dqs Ultimatum Frankreichs nichr zuriiikwcise, so Werde er (_der erwähnte Thron- Prätendent) selbst an der Spitze von 00,000 Mann ge- gen ihn nmrscbircn. Dcr charaktersrbwgchc Slilkaji. der an- fangs die Unkliigl)cit beging, den heiligen Krieg 1111 gduzcn Lande predigen 311 lasscn, hat damit nun eine Jericrsbrunsi entzündet, die' wirdcr Zn lösclwn nicht nichr in seiner Machi zu stehen scheint. Auch die englische Regierung soll mit Besorgnis; diese unter den Ma- rokiancrn immcr mehr um sich greifende Stimmung sehezr und UYU! ibrcn Agenten daselbst aufgetragen haben, mit dkr größten Umjicht nnd Thätigkeit im Versöhncudcn Sinne zu wirken. .Nicht_bb11chri- iercffc diirfte es sein, zn Vernehmen, daß innnttcwdixscr kkikgéslschcn Aspekten gerade in diesem Angcnblich einer der gejchtckicstcn- Waffen- schmiede von Paris mit der ?,lnfi'rtigniig cines auschrordcniiich prach: tigcn (Hewcbrs fiir den Kaiscr von,?)izirokfo beschaftigt ist. Man kann sich von der Kostbarkeit dicserWassc eme Idee machen aus dem Umstandr, das; das Rohmaterial der in massivem Golde bestehenden Jassnng allein 6000 Fr, wcrtb ist.
Man will iibrigens wissen, die nmrokianischc Frage habe zu Mißvrrftändnisscn im Schoße dcs Ministerinmö dic Veranlassung gc- gxbcn, indem Marschall Soulf nicht mit der Von Hcrrn Guizot bis jetzt bcfolgtcnPolitikin allcnPnnkicn übereinstimmen soll. Es scheint, der alte Marschall ist fiir ein encrgisrbcrcs Anftrctcn, Wenigstens dcr- sichcrn dies die Männcr, dir als stine besonderen Freunde bekannt sind, unter ihnen Herr Teste, der, so lange er cin Portcfeuille inne batte, stets auf der Sritc des Marschalls und oft gegen die Ansirbtcn dcö Herrn Guizot stand. Man bersichcrt, dcrsclbc Wolle sich nach St. Armand begcbcn, um den Marsiball zu dem fcstcn Entstblusse zu vermögen, daß er sein Portefeuille nicht länger beibehaltc, welches er schon mrbrnials niederzulegen beabsichtigte, um sich die seinem vorge- riicktenAltcr nöthigcRuhc zu geben. Ob dichmiihungcn dcchrrnTcst? glücklich sein wcr'dcn,ist jedoch nochzwcifelhaft, da aucthrr Gnizot seiner- seits Alles aiifbicict, um den Marschall dchabinct zu erhalten, wcilsein Name besonders bei der Armee immer noch einen gcwiffon Zaubcr ausiibi, Jedenfalls wird vor dem Monat Oktober keine Aenderung im Ministerium eintreten, da alle Mitglieder desselbkn gegenseitig iiber- cingekommcn sind, in keinem Falle vor jcncr Zcit irgend eine Ent- lassung einzureichen. Foriwi'ihrcnd wird Herr Hébcri, der jetzige Gc- neral-Prokuratvr, künftig als Nachfolger des Herrn Martin du Nord im Justiz-Minisicriiim betrachtet; nicht so ausgemacht ist, wer den Finanz»?)kinisier Herrn Lacabe-Laplagnc crscßcn soll, wenn der Gc- braucl) der Bäder auf dessen Gesundheit nicht den gewiinschten Er- folg hervorbringen sollte. Herr Paffy, der schon friiher das Finanz- Portcfeuille bekleidete, hegt zwar niWcrkcnnbar den Wunsch, wieder ans Ruder zu kommen; aber bisher hat er, Herrn Guizot gegeniiber, eine Stellung eingenommen, die eben nicht freundlich zu nennen ist, so daß eine Vereinigung dieser beiden Männer in dem- selben Kabinet kaum möglich wäre. Herr Bignon, der wiederholt Berichterstatter iiber das Ausgabe-Vudgei war, scheint mehr Aus- sichten zu haben als Herr Passy. Dieser Leßtere will auch nur mit Herrn Dusaure vereint ins Kabinet eintreten, der seinerseits mit Herrn Guizot ebenfalls nicht gutsebt. Wie also eine Modification des Ministeriums sich gestalten wird, läßt sich schwer voraussehen, wie viele Wahrscheinlichkeit auch vorhanden ist, daß eine solche nach dem Oktober eintreten diirfte.
Nachschrift. Wie man versichert, ist der Regierung die Nach-
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richi zugekommen, daß der Prinz von„Ioinville mit seiner Es- cadre am “.'4sien schon, also zu einer ZM, Wo, allen Verechniingen zufolge, der britische General-Konsul, Herr Drummond Hay, mit" der Antwort des Sultans Muley Abd el Rhamaii auf das franzoitsche Ultimatum von Marokko und Mogador noch nicht zurück sem konnte, das Bombardement von TanJer begonnen-babe. Er hätte dem englischen Admiral, Befeb Shaber der britischen Jlbtte, Zu- vor davon Kcnntniß gegeben und dieser darauf erwirken, seine Zn- structionen schrieben ihm vor, neutral zu" bleiben. Mari sicht mit Spannung dem Erscheinen der AbkndblRaiter eiiigegrn, die ohne Zweifel etwas dariiber bringen „werden. *„ie vorstehende Nachricht soil durch einen Courier von Gibraltar der bngliichcn Botichast zu Madrid iibcrbracht worden sein, von wo ste hierher gelangte.
Großbritanicn und Irland.
Oberhaus. Sißung vom “.I. August. Die bckannie An- gclegenhcit des in Tunis wegen dopprltcn Mordes Zum Tode verur- tbciltcn nnd hingerichicten Malteser .Xuekcb war heute abrrmalö ein Gegenstand der Besprechung der “Lords. .Lord Beaumont wollte wissen, ob England Von den Mächtcn cine Genugthuring erhalten habe, dercn Konsuln in Tunis sich der von dem britiichcn Konsul Sir Thomas Ronde gutgehcißeuen Hinrichtung drs Xucreb auf iGO? Weise widersetzt hätten. Lord Aberdeen antwortete untsr Fest- stellung dcs wahren Sachverbältniffcs Jolgknch: Xucrcb babe eincn Tunesen und einen Malteser ermordet“, nach den Privilegien, welche die christlichen Mächte im Orient genießen, wiirde 'der Verbrecher ibrcr eigenen Nation vor ein christliches Tribunal gestellt, wenn cr cinen Christen ermor- dct, nach cinem Vertrage Englands mit Tunis aber werde der Verbrecher dcn iuncsischen Gerichten iibkrlix'fcrt, Wynn er einen Tuncscn ermordet. Xuercb sci demzufolgc wegcn dcs ersicn Mordes den Tancscn ausgr- licskrt urid bim“ iiach dcchscye dcrsclbcn zumTodc Vcrurt'yeiltibor- de'n. Gegen die Ausfiihrung dcs Urthcils sei von dem britischcnd'kon- sul keine Eiiiwcndung gemacht worden, wobl aber von dcn iibrigen Konsuln, auf deren Veranlassung der De» die Hinrichtung aufgescho- ben habe, bis die Sache der cnglischcn Regikrung, dercn Uiitcrtban Xucrcb gewesen, habe borgclcgt werden können. Er (Lord Liberdce-n) habe sich nicht Veranlaszt befunden, zu Gunsten des Mörders ciuzu- schreitcn, und das Urtheil sci vollstreckt wvrdcn, Eine Genug- il)uung habe die e'nglischc Regierung gar nicht zu sordrrn; es seien indes; von ihr Beschwerden erhoben worden iiber die Machina- tionen dcr fremden Konsuln gegen Sir Thomas Reads. In Folge davon haben Schweden und Sardinien ihre Konsnlu abgerufen, die iibrigen Staaten daö Benehmen der ihrigcn mehr oder weniger, gc- mißbilligt; niir Frankreich allein habe zu seinem (Lord Aberdeeißs) Bedauern scincn Konsul in Schuß gCanth'll, und behauptet, daß dc'rse'lbc Recht gethan habe, auf dem von den christlichen Mächten für ihre Unterthancn in Anspruch gcnommcm'nVorrcchte cxccptionellcr Gerichtsbarkeit zu bestehen. Er habe die Frage indeß auf sich be::- rubkn lassen, nachdem die Regierung ihre Absicht, die Hinrichtung dcs Xucrcb, erreicht. Lord Beaumont nnd der Graf Minto stellten sich Zivar mit dieser Antwort des Ministers nicht zufrieden, doch blieben ibre Weiterrn Jnterpellatiouen obne Resultat.
An der Tagesordnung war die dritte Verlesung der den Lords Von den Gemeinen iibcrwiesenen Eisenbabn-Bill, welche den Bischof von London veranlaßte, dic Restitution der von dem Unterbause gestrichenen Klausel zu beantragen, nach Welcher des Sonntags keine Wagen dritter Klasse von den Eisenbahn- (kbcsellschaftcn gestellt Wer- den sollen. Die chicrung hatte diese Klausel in ihrem urspriing-
Abstimmung des Unicrbauses im Comité dazu veranlaßt, sircichen. Der Bischof von London kam auf ibre Ansicht wieder zuriick und sachte dcn T))kisxbrauch dsr Sonntagsfeicr aus der Zulassung der nie- dcren Volksklasscn zu dcn sonntäglichcn Eiscnbahnfabrtcn zu erweisen. Die Ziige der dritten Klasse, meinte dcr Prälat, gingkn doch zu langsam, als daß das Volk sie zu Vcrgniignngsfahrtcn bcnuxzrn könnte, und das Resultat sei daher nur, das; die Eisc'nbahn-Vcamrcn in ihrer Sonntagsfeier gestört wiirden. Mit schr scharfen Bemer- kungen erhob sich gegen solche ArgumentationLord Brougham, der das Zwangsxmiißige dcr Sonntagsfeicr iiberhaupt tadcltc und darin nur das Mittel sal), diesc Feier dem Volke gänzlich zu enifremdcn und die immer größere Cnthciligung des Sonntags Vorzubereitkn. Eine iibcriiiäßigc, einc puritaniscbc aöcctische Strenge der Sonntagsfcicr sci nieht aUcin berwcrflich im Prinzipc, sondern anch wcil sie dem Volke dcn Sabbath Verhaßt mache, meinte der Lord, und hob mit Nach;- drnck hervor, daß man den niederen Volksklasscn sowohl aus Billig- keit unschuldige Vergnügungen nach dem Besuche der Kirche gestatten miiffe, als auch mio Riicksichtcn fiir den allgemeinen Gesundheits- lestajid die Mittel nicht erschweren dürfe, chigstcns an einem Tage dcr Woche, ihren engen Bcbausnngen zu ent- fliehen und auf dcm Lande frische Luft zu schöpfen. Wolle man sie dagegen zwangömiißig in drrSiadt festhalten, so wiirdcn sic die Erholung in Schnaps: und Bicrhäusern suchen und die Dcmora- lisaiion fördern. Lord Monicaglc, Graf Wicklow und dchar- qnis bon Clanricardc nahmen an der Debatte Theil, dic wcgkn der verschiedenen *))?einungs-Acußcrmigcn von dem Herzog von We'l- lingtou bis auf den .'xtcn vertagt wurde.
Zu einer längeren, indes; nur Wiederholungen bekannter Arnsw- rungcn iibcr die Beschwerden Irlands enthaltenden “Drbatte fiihrte die dritte Verlesung dcr-Bill gegcn die Ableistung vcrfaffimgswidrigcr Eibe in Irland, Welche endlich, nachdem Lord Wbarncliffc die Politik der Regierung Vcr'thlidigi hatte, znm drittennmlc verlesen Wurde,
-- Jm U nterbansc kam gcsicrn niibtö von allgemeinerche- deutung Vor. Den Haupt-Gegenstand dcr Vcratbnng bildcte dic Bill iibcr insolvc'ntc Schuldner, iiber welche in dcmGenerabConiit-Ü bera- ihcn wurde. Sie betrifft eine Reform der bcstchendcn Gescyc iiber die 90550) |)01101'11111, die Abschaffung dcs Pcrsonal-Arrcsicö fiir Schulden unter 20 Pfd. und eine kaorm der gerichtlichen Prozedu- ren in Falliisachcn. Nach langer Debatte passirte dic Bill das Co- mité“, soll aber mit Zusäyen neu gedruckt und dem Comité", noch ein- mal vorgelegt werden.
)( London, I. Aug. Die Ausdehnung des Verbrechens drr Brandstiftung anf offenem Lande, Welches seit vielen Monaten in den östlichen Grafschaften Englands vorherrscht, muß unter die bi'iriibcndsten Erscheinungen der sozialen Verhältnisse dieses Landes gezählt werden. Man hatte geglaubt, daß die bei der gerichtlichenRundreise in Norfolk gegenwärtig stattfindenden Untersuchungen einiges Licht iiber die Ur- sachen dicser mysteriösen Verbrcchcn vcrbreitcnwiirdcn, aber die ange- klagten Personen sind dem größten Theile nach entweder wegen Mangels an direkter: Beweisen freigesprochen worden, oder die Ver- urthetlten sind Kinder, welche unter dem Einflusse Anderer handelten oder die Verbrechen der Personen von reiferem Alter nachahmtcn.
Es ist iiber die Gesammtsumme der in Essex, Suffolk, Norfolk und- Cambridgeshire während des lebten Jahres stattgefundenen Br'artde „kern Nachweis veröffentlicht worden, aber die Anzahl mus; beträchtlich sem; bet den Ipswich-Assisen allein schwebten 83 Ankla-
en deshalb.“ Sehr häufi hätte man von irgend einem erhabenen unkte in diesen GrafschaJten 3-4 Brände an verschiedenen Seiten
des Horizonts entdecken können. Monate lang hatte jede Ortschaft
lichen Entwurfs eingefügt, mußte sie indes; wider Willen, durch die _
ihre Wache, aber selbst diese Dorswächtxr wnrden bintergangenxdie Land-Polizei, welche neuerdings in diesen Grafschaften orgamslrt worden ist, bleibt in besiändiger Thätigkeit. Hao Gesetz droht, die Kirche ermahnt, die ganze Bevölkerung hat i'me Art schuldbewußtxr Furcht erfaßt, aber das fluchwiirdige Uebel h-crrscht fort, wre die rausamcn Heimsuchungcn cines zornigen Grafics, Argwohn auß- sgäend in die Gemiither der Menschen, die Fruchte der Erde, zersio- rend und die friedlichen Stätten eincr englischen Landschaft *",SPS des Verbrechens umschaffend, das so allgemein und so schkkckllch ist, wie die Verwüstungen des Krieges. _
Desseuungeachtrt muß man gestkhen, daß auf dem Wege zur Vcseitigung dcs Uebels, selbst zur Ergriindung der Ursachen desselbe-n noch keine Fortschritte gemacht worden sind. Die Staats-Oekonomte rcicht nicht biö zu den Motiven, welche die Begehung solcher Hgnd- lungen veranlassen und der (Heseßgeber findet kein Heilmittel. Müssen wir nicht vielmehr an jene blinden Verirrun en des menschlichen Willens denken, welche bisweilen auf die Mayen einer Bevölkerung mit eben so viel Nachdruck wie auf das Individuum einwirken, und welche die Menschen auch bei dem gänzlichen Mangel eines vernünf- tigen Bcwcggrundcs zum Umsturz der gewohnten Thätigkeiten des Liberis, zur Zerstörung des chißcs und der Betriebsamkeit, zum Geltendmachen dcs bösen Priniips antreiben. Wenn jene betrogenen Menschen, welche dieser agrarischen Frevel schuldig sind, ihre elenden Geistlr dem Auge der irdischen Gerechtigkeit so offcn darlegen könn- ten, wie sie der rwigcn Vorsrhung offenbar sind, so wiirden wir noch größere Ursache zur Trauer iiber das Dasein so schlechter Leiden- schaften haben, die ungefesselt in den unwissenden Geistern und rohen Gemiitbcrn bcrrschrn, als über die rauchenden Heuschober und die [odcrndcnScheunc-i. Es ist ein endemischer Wahnsinn und ich glaube, der Weiscstc kann kcine bessere Erklärung davon geben. Bis jkizt ist das Verbrechen ausschließlich auf Scheunen, Schober und Wirthschafts-Gebäude beschränkt geblicben; kein Wohnhaus isi nbch angesteckt worden, auch kein Leben noch verloren gegangen. Dies Faktum fiihrt zu der Vermuthung, daß die Brandstiftungen Werke der Privatrarhc sind. Doch da die Bcsorgniß Jeden veranlaßt, alle seine Besitzungen, selbst das auf dem Felde stehende Korn, zu dern möglichst höchsten Betrage des Wcrtbcs zu versichern, so erleiden die Personcn, derkn Jcldfrüchtc und Gebäude zerstört werden, in der Wirklichkeit keinen Schaden. Die Fcucr-Versicherungen tragen alle Verluste, aber zu gleicher Zeit wächst durch diesen Zustand der Be- sorgniß dic Geibohnbeik dcs Vyrsichcrns zu solcher Ausdehnung, daß die Entschädigungs-Summen von den Einlagen noch immer über- troffen werden. Man hat Versucht, die Brandstiftungen aus der Un- popularität des neuen Armcngcsryes zu erklären; aber in den ersten B' Jahren seit der Einfiihrung dieser Reform in ihrer ganzen Strenge (1034 --1§-i:3) gab kö im Lande weniger Brände als vorher uiid seitdem. Die folgende Uebersicht ist nicht ohne Jntereffe. Man wird sich erinnern, daß während der Agitation der Reform-Bill Brand- stiftungcn gewöhnlich waren. ,
Die Anzahl der eingezogenen, überführten und mit dem Tode bcstraften Brandstifter betrug
im Jahre cingexogeu überführt mit dem Tode bestraft,
“[ck-Bl ...... . “102 ....... Lk) ............... “16
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17434 .
1835
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„[K37 wurde die Todesstrafe für Brandstiftung abgeschafft.
1838 wurden 4-1 Personen eingezogen, 20 transportirt.
18:59 43 21 )) [; u
1040 654 .. 18
1841 27 .. 12
1842 60 .. 1x;
1843 ., 102? .. „ 34 , Hieraus geht hervor, daß seit der Abschaffung der Todessirafe bis auf die chien achtzehn Monate die Zahl der eingezogenen Brand- stifter sich fast um ein Drittel verringert hat, während die Zahl drr Vcrurihcilien beinahe dieselbe geblieben ist,
Gegenwärtig sind die Arissichtcn schr triibe. Ein Sommer von außerordentlicher Wärme und Schönheit hat die' Felder mit Friichten bedeckt, und der Waizcnnamcntlich ist sehr gut und reichlich gcratheu. Aber Besorgnissc sind rege selbst um das stehende Korn; und mit welcher Sichcrycit kann die Acrndie in die Scheuern gesammelt Wer- den? Bis zu Welcher Ausdehnung kann dieser Wahnsinn, der bis jest zwar noch lokal ist, iiber das Land sich verbreiten? wer wird der Schmach und der Entartung eines solchen Unhcils Schranken seHen?
Hrhmrdcn und Uorwcgrn.
Stokk'bolm, 30. Juli. Die Wahl der Mitglieder des Adels fiir die beiden wichtigsten Ausschüsse, nämlich für den Constitutions- Ausschuß, der die Gegenstände dcr Grundgeseygebung und deren Re- formsn, und fiir den Staan-Ausschnß, der das Budget und die iibri- gen Finanz-Gcgcnsiände zu prüfen hat, ist so streng konservativ aus- gefalicn, wie es nur möglich War, indem drci Landes-Hauptlcute und außerdem nm“ Offiziere hoben Ranges gcwählt worden sind. Dies hat einen Dcputirtcn deo Biirgcrftandes veranlaßt, den Antrag zu stellen, ob Landcs-Hauptlcutk, die doch Rechenschaft zu geben schuldig seien und jcdanugenblick vom Könige abgescßt werdcnkönnien, Mit- glicdcr des Staatö-Ausschuffcs sein diirften. Dieser Antrag gründet sich auf §./11dcrI)icichdtagö-Ordnung, worinbestinmitwird, daß Niemand, Von dem die Reichsstände Rode und Antwort zu fordern berechtigt sind, in Ausschüsse, bei welchcn Rechnungs-Ablage für eigene uiid Amidgcschäfte vvrkommcn kann, gewählt rocrden könne. Es fragt sich nun, ob Landcs-Hauptlcute und Mitglieder der Staats-Verwa!- tung, die solche, Rechnungen zu fiihren haben, über die vom Reichs- tage Anmerkungen gemacht werden, und Welche dic Verscyung in Anklagcsiand zur Folge haben können, zn dieser Kategorie zu zählen sind. *Der Ausschuß hat mit :17 gegen 12 Stimmen beschlossen, diese Angelcgenheii den Reichsständen anheimzustcilen.
,I p a n t e n.
%% Paris, Z. Aug. Das französische Dampfschiff, mit dem GeneralGrafen Castellanc und mehreren anderen französischen Staats- bcamtcn am Bord, ist am Liistcn v. M. in Barcelona eingetroffen, ivo man die zur Begliickwiinschung der Königin Christine gekommenen Gäste mit großer Anszeichnung empfing. Der französische Gesandte hat zur Feier des Namenstagcs der Königin-Mutter em großes Jesi- effen gegeben, zu welchem die Mitglieder des diplomatischen Corps, die anwesenden Minister und viele andere ausgezeichnete Personen eingeladen waren. Mawhat in Barcelona, troß der inzwi chen er- folgten Ankunft der Herren Mon und Mayans, die Politi augen- blicklich etwas aus den Augen verloren. Die einzige politische Nach- richt, welche die neuesien catalonisschen Blätter bringen, ist die lös- liche Abreise dex; französischen Ge andtschafts-Secretairs, des errn Vroglie, der mit Depeschen nach Paris geschickt worden isi.
Die Versammlung der General-Junta von Biskaya is! auf den 30sien v. M. festgesevt. Der politische Chef und die General-Dei putirten der Provinz haben Bilbao am 28sten verlassen, um sich nach
Guernica zu begeben und den Berathuugen des versammelten Vol-