1844 / 227 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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- ' alle deutschen Länder nach "ckck aber ck es iebetirficblrjrßstrieäkr? Lebens auf bereitwillrge und

elf! , , "" Cigeuthü-ml'cbkm ib!“ t aben, und daß folglich diese Aus- wäkkks? WnsankastXFZX'vokt dem giebt, was deutscher Fleiß

WWS -em h “es a lei en vermag, und was er in fort- m'“ "“W“ Kraft hem 8 Zukunft noch erwarten läßt. Und

twickelun für di“? „??x??xdexrzeczßxe'hung glaguben wir, diese“ Gewerbx-Ausstellurrg, deren Zfrößnun wir mit |olzer Freude begrußen,-m_rhrer Erscheinung und ihren Foßgen als ein bedeutungsvolles Erergmß der Z„nt bezerchnen u können, Welches die allgemeirrste Therinahme rm hochsien „Grade ?„ Anspruch nehmen darf und, wie war mcht zweifeln, auch uberall

finden wird.

ovin We halen. Der Weftphälisch_e MerYu-r b,;xchZr„aus szicherer ZFUW“, daß Sr, ExcelleandZm „Herrn Mim- ster Eichhorn eine von der Mxhrzahl 'der westphalqchen Wurrdarzte erster Klasse unterzeichnete Bittsthklft emgerercht worden, worrrr um Abscha ung der Benennung „Wundarzt erster Klasse“ und Verlerhrrng eines 5)chtrrens gebeten wird, Welcher die eraliycation und Befugnisse dieser Klasse von Aerzten möglichst genau bezeichnet. Dre ergentlrche Veranlassung hierzu soll, wie das angeführte Blatt fragt, durch viel- fache, von Doktoren gemachte Versuche gegeben sem, den Namen „Wundarzt“ zu einer Mißdeutung der wirklichen Befugnisse der mcht- promovirten Medico-Chirurgen beim Publikum zu bemchn.

Nhein-Provinz. Dcr KölnischenZeitung berichtet rrn'rn aus Ruhrort vom 9. August: Während der Anwesenheit Sr. Kö- niglichen Hoheit des Prinzen Adalbert ij“!- Wkskl erging an denselben von Ruhrort aus eine Einladung zur Bextchttgung unserer ,mrsgedehn- ten Hafen- und industriellen Anlagen, dre aus das „frcurrdlrchste ange- nommen wurde. Heute erfrcrrte uns der Prinz nrrt ferner Anwesen- heit, besah zunächst die Pläne der Stadt und rhchr Umgebungen, durchfuhr dann in einer Schaluppe, gefolgt von cmer Menge v_on Fahrzeugen, die fesilich geschmückten Hafcn- Anlagen und stieg bei der Hafenschlcuse und dem Hafenkopfe aus. Als Sc. Köni [. Hoheit sich bei dem Dampfboot-Werfte der Herren Jaco i, Haniels und Huysscn befand, wurde em eben vollcnde- tes eisernes Schleppboot vom Stapebgelaffen. „Nachher, fuhr der Prinz in einem Dampfschiffe durch dre Ruhrmundung, rn welchcr 1ange Reihen geschmi'rckter Fahrzeuge vor Anker, lagen. Ber dem festlichen, zu Ehren des Prinzen Veranstaltcien Mittagsmahle, welches der hohe Gast mit seiner Gegenwart bcxhrtx, fehlte es nicht an passenden Trinkspriichen, und auch drs Ereigmnchvbm 26.Julr,wurdc in passender und loyaler Wcise erwahtrt. Se. Komgl.Hohert arrßertc sich in anerkenncnder freundlicher Werse uber das, qu c'r gesehen. Es kann nur wohltbätige Folgen haben, wenn ern Mitglied unserer Königsfamilie aus eigener Anschauung sich überzeugt, „wre 'rusitg vorwärts sirebend die deutsche Betriebsamkeit "und wre dieselbe jeder Förderung von "hoher Stelle durchaus wurdrgwst. _ kYer Elberfelder Zeitung wird aus Koblenz grschrreben: „Ur

Bischof Arnoldi hat gegen die hier bestehende sogenannte. fromme Gesellschaft ein Benehmen an den Tag gelegt,. welches [)'mlanqlrch Zeugnis; von dessen richtiger gemäßigten Derrkwezse giebt, diesen en- ten aber vielen Verdrnß verursacht haben (oil„ rudern cr rede Gele- genheit vermied, mit denselbcn in nähere Bezrchurrg zu kommen und auch unier Anderem bei einem von jenen gerade- ihm zu Ehren vcr- anstalteten Mabie nicht erschien. Dieses Ausbleiben des hohen Pra- laien gefiel der erwähnten GcieUschast ib wenrg, daß man wohl xrnen Toast fiir das Oberhaupt der Kirche, namlich den Papst, aber Ferries- we es einen fiir unseren Bischof ausbrachte, dem doch mrfangirch das Feä allein gelten sollte.“

% Schmeß a. d. II., 5, Aug. Dcr Sturm und die Regengüsse haben von neuem sich erhoben, doch sinkt der Strom fort- dauemd, wenn auch nur langsam. Wasserstand 14 Fuß 4 Zoli. Die Straßen sind größtentheiks frei, aber der zuriickgkblikbkne Schlamm bedeckt in den niedrigen Stabfthciken fußhoch das Straßknpfiaster. Die mephitiscken Diinste werden so manche- Krankhcit erzeugen. Jm Uebrigen herrscht natiirlich große Niedergeschkagcnhkit.

Am 6. August. Kein Lüftchen bewrgt sich heute, und die Wasserfläche, vor kurzem noch Tod und Verderben drohend, licgt, bis mrf13 Fuß 6 Zoll gesunken, wie ein klarcr Spiegel vor uns, wäh- rend die glühenden Strahlen der Sorme ihren lange entbehrten Se- gen uns spenden. Der Lebensmut!) kehrt wieder. Tausend Hände regen sich, um dcn Finthen so manches Opfer noch zu entreißen und zu retten, was ctwa noch zu retten ist. Der Untersti'ryrrngs-Verein fährt fort, die Nothleidendcn mit Lebensmitteln zu versorgen, doch werden die Kräfte desselben sehr bald erschöpft sein. Zur Vethäti- gung der Nächstenliebe bietet sich hier jedem Menschenfrcundc, nah und fern, die passendste Gelegenheit dar.

Ausland.

Deutsche Bundesstaaten.

Königreick; Bayern. Der Nürnberger Korrespon- dent vom 12. August giebt “Details über den Fortgang der Ar- beiten am Ludwigs-Kanal, um nachzuweisen, daß die großartrgc Schöpfung, welche den Main mit der Donau verbindet, nach mensch- licher Voraussicht im Laufe des Jahres 18-15 vollendet nnd der Ka- nal alsdann in seiner ganzen Län e von Bamberg bis Kelheim ohne Unterbrechung der Schifffahrt geb'anet sein wird.

Königreich Sachsen. Der Bürgermeister, von Dresden hat am 13. August das nachfolgende, von des Königs Majestät an ihn gerichtete Handschreibcn veröffentlicht:

„Mein lieber Bürgermeister Hübler! Dic freudigen Gefühle, die Mich bei der Rückkehr in Meine gute Stadt Dresden, nach langer Abwesenhcit, befreiten, find durch den herzlichen Empfang, Welcher Mir daselbst zu Theil ward, noch um Vieles erhöht worden. Auf das innigste gerührt über diese Beweise neuer Liebe, die Meincm Herzen so wohl thaten, ersuche Ich Sie, Meinen innigßen Dank dafür zur Kenntnis; Meiner guten Dresdner zu bungen, und verbleibe mit wa rer Hochachtung Ihr wohlgeneigter Friedrich Auguß. illniv, 12. Augu 1844.“

_Am orgxn des 12. Augusr fand in Pillniy eine feierliche KW“??? Sr. Majestät von beinahe "800 Sängern und Mu-

ern a .

Huzoothnm Sachsen- Koburg- Gotha. In Ge- mrrß "_“ ÜR“; vom Herzog von Sachsen-Kobnrg-Gotha am 24, Juli YS ""'" Reskripts ist der Titel des Ministeriums dahin abgeändert ," daaß VJYelbe vom 1. Au ust au die Bezeichnung: „Her- - s ora, _es Staats- inisierium“ führen wird, wo- » “W hm ckckck der für diese Behörde nach dem Restripte ' - «*- -- “W“" 1826 troffenen _organischen Bestimmungen au &“ . “UWE! . Unter drefem neuen Titel macht zuglei hej J MUMM "ck"“ vpm 1. Anguß bekannt, daß es" von &“ “ckMus- ÜWY: ZZZ???“ ;Yernnrltung Pb keiner Bezie- „„ WWW .:- .... „.? ,rrxrxwxrrrrxx"

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er o t mn ol eiu. Se, Königl. Hoheit der,.Krorr- prinzzbon zDiJrehwark an ansrt Iten Nachmittq s von AlFona, m Kiel an und feste au enbliälich mit dem Dampfschr e „Aegrr seme Reise

na Friedericia ort. , _ ck Das anhaltende Regenwetter, weiches jedoch m den levten Tagen etwas nachgelassen hat, fängt an dre AerpdteJAusfichten sehr zu trüben. Hinsichtlich der Rappsaat, so wert diese nicht schon vor mehreren Wochen eingeärndtet war, ist der Nachtherl des Auswachsens bereits eingetreten, auch der Roggen beginnt tberlwerse sehr zu. leiden; jedoch wird in dieser Gegend, wenn es jetzt trocken blklbt, der

Schaden im Ganzen noch nicht bcdcutend wcrden.

Oesterreichische Monarchie,

«i- Ans Böhmen. Anfangs Aug. Nach, einer Zlnordnupg des H0f=Kricgsratbs sollen auch in dirsernJahrc dre m Bobmcn drs- lozirten Infanteric-Regimcnter und Crtra-Corps zu Waffxu-Uebungen anf 4 Wochen vereinigt werdcn. Bei der Kavallerie rv-rrd eberrßrllö nach vorans'grgangcnen vierwöchcntlichen Uebungen de_r errrzelnkn Ub- kl)eilungen cine Konzentrirunq in ganzcchgtmerrtern stattfinden. Den Uebungen beider Truppen-(Hattungcn werdcn dre c-ntsyrcchendc-n Asti!- lerie-Abtheilnngen nnd Gcschiißc beigegeben. Dre Konzentrrrrrrrg m dkn brei größeren Lagern bei Prag, Theresienstadt und Budweis be-

innt am 26. August und soll am *.?R-August iiberail brendct Sci". Das Lager bri Prag bildc'n 14) Bataillone Jrrfairicrrr, 3 Gre? rmdier: und *.? Jäger-Bataillons, 12 Escadrons_Krrramere, dann 4 Fuß- und 4 Kavallerie:Battcriccrr, jede zu () Gcichirtzcrrz Das ngcr bci Theresienstadt wird 6BataiUone Infanterie, “1Fcldxagcr-Brrtmllon und [ Fnß-Batkcric, jenes bci Budweis die 4 Bataillone dcs Infern- tcric-chimcnts Worber und [ Juß-Baitcric vrreinigen. Außxr kli:- scn ."; größeren Lagern findrn noch „Truppen-Ucbungcn start sur dic Jnfantcric zu Zosephstadt, Eger, Palscn, Neuhaus und Czaslau, dann fiir die Kavallerie zu Pardubib, Saaz und Klattau.

“i' * ra 9. An . Tic Stände Böhmens rrrrierhalten aus dem DoxstikZZJonds dJrch Sclbstbcstcrrerung bekanntizch auch mch- rcrc Lehr-Anstalten. Außer dem htexrgkn, fur Schrrlcr_ ans allen Ständen bestimmten polytechnischcnInstitute werdcn aus drcschbnds noch besondere Reiß, Tanz- und Fcchtlchrrr bcsoldedzrrm Untrrrrxchte fiir mittellose Söhne des böhmischen Herran-“urrd Ritterstcrndcs. Lluf dcm im vorigen Monate stattgehabtcrr GrfchaftG-Ymrdtage rst der Be- schluß gefaßt wvrden, diesen Unterrichts-Gcge-usiande“rr nochKczn-e Von den Ständen zu unterhaltende Turn-Anskalt hinzuzufugcn. chc [);-rt vor der Hand ebenfalls die Bestimmung blos zur Bkrruyung fur Söhne der bciden erwähnten Stände, und rs soll der Inhaber der hiesigen, von Kindern aller Klqsscn sehr zahlreich) besuch- tcn gymnasiischcn Anstalt, HerrSn'phanU ziim siandrscherr «rurnlehrer bestellt Werden. Bei der arrcrkamrtcn Wichtigkcrt_abcr, die das Jur- ncn, als ein wesentlicher Theil drr phyjischcn Erziehung, gegenwgrtrg behauptet, und bei der Ausbreitung, dre dasselbe neuerlich, wre m Preußen, so auch in anderen deutsrhen Burrdesstaatey, erlangt hat, ist nicht zu zweifeln, daß jenes Von den Standen ber uns zu errich- tcnde Turn-Jnstitut isolirt bleiben werde, und vielmehr zu hoffen, daß der bald sich herausstellende große Nußcn desselben auf ange- messene Art auch den Angehörigen des Biirgersiandcs zu erlangen möglich gemacht werden wird.

Die in einem meiner friiheren Berichte erwähnten Vor:

Konsuls, Herrn Drummond Hay, hatte sich an Bord des „Hekla“ bx- geben. Ueber die Sicherheit des Herrn Hay sßlbß war mar: m einiger Besorgnis; gewesen, aber nach den lehrerr m England einge- gangenen Nachrichten befand er sich, auf der Ruckkehr von Marokko begriffen, nur noch zwei Tagemärsche von anger. . .

Tas Journal du Havre isi dcr Memmr , daß dre Ngchnch- irn, 'welche die englischen Blätter neuerdings n er dre Borsalle auf Otaheiti gegeben (f. den Art. London 111 unserem, gestrigen Blair), und wonach einige Häuptlinge der Insel, denen dre Jranzosxn rhre Weiber mit Gewalt geraubt, unter dem Ausruf: „„Sind wn denn Hunde, daß wir uns so behandeln lassen sollen?“ dre Eingeborenen zum Aufstande getrieben: und an 50 Franzosen mxdergemeßelt harter), nichts als eine übertriebene und entstellte Variatron der v_orr franzo- sischcn Blättern bereits mitgetheilten Berichte aus Otahertr bis zum 26. März sei. Auch das Journal des Débats ist der Memung, daß jene Nachricht sich auf das schon bekannte Scharmüßel in der Bucht von Tairabu beziehe, in welchem nur 4 oder 5 Franzosen umsLeben gckommen, *Das ministerielle Blatt empfiehlt bei dieser Gelegenheit überhaupt große Vorsicht in der Aufnahme der von so entfernten Gegenden und. durch Privatqucllcn herkommcndcn Nachrichten und führt eine in französischen Blättern enthaltene Version der lebten Erklärungen des Herzogs von Wellington an, um zu zeigen, wie geneigt die Partxi-Lerdenschaft zu unrichtiger Auffassung selbst bei nahe liegenderr Mitteln zu genauer Information sich erweise, Der Herzog hartx iramlrch gesagt: „„I, will von den lex_ztcn Vorgängcn auf Otayertr mcht sprecherr, dre zu Folge von Umständen stattgrfunderr, gcgen die wir protesirrt haben und die von der französi1chen „Regierung desavourrt worden sind.“ Die französischen Oppositionsblättcr h_attcn aber den Mrttelsalß qauz weggelaffcn, so daß der Protest und dre Desavourrung auf „dre icytcn Vorgänge, nicht, wie der,.Herzog von Wellington es gememt, auf die Occupation von Otahcitt, bezogen Wurden.

Wenn einer Korrespondenz der Presse aus Papeiti vom 26. März zu glauben ist, so haben die otaheitischen Händel zwischen den Franzosen und Engländern schon, wie ma_trbefiirchten mußfe, erne,n sebr nachthciligcn Einfluß in religiöser Hinsicht ausgeübt. Die Linheiticr fangen an, wieder vom Christenthu-m abzufallen, da sie ihre Lehrer, die englischen und französischen Missionaire, sich gegen- seitig so leidenschaftlich bcfchdcn sehen. Der französische Berichter- starter schrcibt dics freilich nur den lbmtrikben der Engländer zu rrnd behauptet, die Missionairc dieser Natron gelangten schon zu der Crn- sicht, daß sie zu weit gegangen, und suchten. nun, dre Wilden wieder zu beruhigen, aber er gicbt doch zu, daß die Mrs]!onatre„der Fran: zoscrr von den Eirrgcborncn cben so znrirckgewwsen wurden, als die der Engländer. Es schcir_1t also dkn _Crsiereir nicht ebefn gelungen zu sein, durch ihr Br'iipiei emen besjercir Eindruck auf dre Otahciticr zu machen. „Das ist drc Frucht“, heißt cs m der Kor- respondenz, „Von funfzigjährigcm Predrgrn. „Man, versichert, der alte Abcrqlaubc sei durch eine ehemalige Priesterin wresdercrweckt worden, die iir das Lager der Wilden gekommen str, urn ihnen borzuwerfen, daß sie ihre Götter Verlassen, und ihnen die Wiederkehr rhrcr Unab- hängigkeit zu prophezeicn, wenn sie ihre Jeiorschc'wreder aufrrch-tcn wollten. Die Wirkung ihres Erschcrncns so-ll iiberdies durch rcrchlrchc Spenden einer Art von Alkohol, der mrs eurerPsiarrzekgezogcrr wird, unterstützt worden sein.“ Was die politischen Verhaltnrffx betrifft, so wird in dieschorrcspondcnz gcradczubehauptet, “das snglrsche Dampf- schiff „Comroran“ habe Flinten und Pulver fur dre Eingeborenen

schläge unserer Geseüfthast patrioiischcr Kunstfreunde, zur Restau- rirung dcs unicr dem Namen Belvedere in der Nähe der [)ieiigcn Kaiserburg befindlichen Fcrdinandcischen Lusiichloffes, haben, zur großen Freude aller gebildeten Stadtbewohner, die bb'chFic Gc- nchmigung erhalten. Nach einer in dieschagen „an das hiesige Gu- bernirrm gelangten Mittheilung dcs mesibbfrncistcr-Amtes hat der Kaiser das Ancrbietcn der erwähnten Gcselljchaft, „den großen Saal je'm-s Lustschlosses auf ihre Kosten mit Freskogctzräldcn aus der Ge- schickic Böhmcns zu zieren, angrrrbmmcn und dre Yorlcgung der zu dicser: Gemälden zu wählenden hrjtorischcn Gcgcnstandrr angc'ordnck. Fiir mehrcre im Innern nothwendige Hkrsicllungen auf einer der mo- numentalen Würde nnd Bcstimmung des Gebäudes, dann seiner Aus- schmückung durch Malerei und plastische Dr'coration, entsprechende Weise fi!-1d die auf 15,419 Fl. C. M. v-ranschlagten Kosten auf den Etat dcs Kaiserlichen Hofstaatcs übrrnommen worden. Der Von der gcnanntcn (Hrsellschaft fiir die Ausführung dcr Fresken mrs- geseyte Betrag ist auf 30,000 Fl. C. M. uormirt und theils schon vorhanden, theils auch bereits gesichert durch das Actien- Erträgniß des mit jener Gesellschaft Verbundeukrr Kunst-Vereins. Die Ausfiihrung des Ganzen wurde unserem wackeren, um die Förderung des Kunstsirmcs hochvrrdicntcn Akademie-Direktor Ruben iibertragen, dessen eigene Schöpfungen sowohl als auch die Befähi- gung zur Mithiilfr, wrlche unter seiner treuen Leitung mehrere Zög- linge der hiesigen Akademie bereits erlangten, eine glückliche Lösung des ganzen großartigen Unternehmens verbiirgen. Durch die Her- sieilung !jenes Gebäudes nach seinem urspriinglichen Bßstarrde in dcr äußeren Form und inneren Ausschmückung desselben zu einem nationa- len Dcnkmale erhält dasselbe nicht nur eine seiner herrlichen Lage und schönen Bauart würdige Bestimmung, sonderrr es wird diese Restauration auch der Anfang, bei uns die Kunst rn das öffentliche chen wieder einzuführen und sie so ihrem höchstenbmd edelsten Zweck zuzuwenden, Was nicht ohne vorthetlhafte Riickwrrkungen blei- ben kann und wird.

Frankreich.

Paris, 10.Aug. Die heutigen Nachrichten *aus-„Marokko lau- fen friedlich. Der Moniteur enthält folgende Mrithcrlrmg dariiber“: „Berichte aus Tanger vom L.AUJUst meldrn, daß zu dieser Zeit dre dem Kaiser gcseßte Frist abgelaufen und daß aufxdas chte Schr.“- ben des Herrn von Nyon (französischen General-Konsuls) noch kerne Antwort eingegangen war“, der „Gregebts“ 41me welcher Tarrgcr in der Nacht zum Ztcn verlasZ'cn hatte, bringt dre Krrnde,-daß 111 dem Augenblick, wo die Feind eligkciten beginnen sollten, xm Schkclben des Kaisers dem Pascha von Larachc Voilmrrcht HJ“ Friedeus-Unter- handlung ertheilte. Der Kaiser benachrrchtrgte uberdres dcn Pascha noch, daß er ein Schreiben an den Prmzen von Joruvrlle zu richten im Begriff fiche, welche die Wiederherstellung des Frtxdcns sichern solle.“ Der Pascha von Larache, Sidi Vusselam, der aljo beauftragt ist, mit dem Prinzen zu unterhandclu, hatte schon rn der leßiet) Zett freundliche Gesinnungen gegen Frankreich gezeigt, wogegen SrdrBen- dkis- der Minister des Sultans und bisheriger Vermittler zwischen ihm und Frankreich, vvn entgegengeseßter Stimmung schien. Man schließt daher, daß der Sultan jeßt ernstlich den Wunsch hege, emen Vergleich zu Stande zu bringen. Gleichzeitig hat man über En?land aus Gibraltar vom 30. Juli die Nachricht, daß das Darup boot „Hekla“ am Wsien Tanger verlassen hatte, daß einige Tage vorher marokkanische Truppen in diese Stadt eingerückt waren, sich aber wieder darauijfernthatten. Es war kein einziger Christ mehr in Tanger, und auch alle Juden," die es lich machenkomrten, waren ausgeWandert, um nicht der WiUkür der emgebornen Truppen preisgegeben zu sem, vor denen sie sich- wie die englischen Korrespondenzen „sagen, nbch mehr fürchteten, als vor den Bomben der Franzosen. Wie es sckxcmt, waren den Beduinen, die der Bevölkerung roßen Schrecken emsloßen,

die Thore verschlossen worden. Die Gattn des englischen General-

zur Bekämpfung der Franzosen auf Otaheiti gelandet, ein, England“ habe die Eingeborncn in dcr Bucht von Tatrabu k_ormn9ndlkk- und der Gouverneur Bruat habe das Verfahren des 9)kar111e;Lreutena11ts von Arrbigny gcgen Herrn Pritchard vonommen gebilligt. Ueber den Charakter und Lebenswandel des Lesteren hat jest ein zu Caen er- scheinendes Blatt, der Haro, allerlei nachtheilige Angaben verbreitet, welchc cs um so glanbhafter machen sollen, das; er auch zu Otahciti cine nnzicmliche Rolle gespielt habe. „Derenglische KonsulPritchard“, l)ciß_t es in diesem Blam', „der cht in der politischen Welt so virl Ausxc-hen, macht, ist, in Caen schr bekannt. Vor etwa 12 Jahren kam er nItt eiiier zahlreichen Familie und einer Kammerjungfcr, welche die Arrfxrrht “nber dre Hmdcr fiihrtc, hier an und licß sich in einem Hotel garni nrcdcr. Hrcr lebte er einige Monate auf sehr behaglichcm Fuß, obne das; Zeniand von Lady Pritchard etwas sah oder hörte. Herr Prrtchard war__cm sehr cxcentrischer Mann, sein National-Phlegma hatte einer Urrxzcrncnr'nhrit im Benehmen Play gemacht, die sehr nach der Tavrrne und anderer schlechtcr Gesellschaft schmeckte. Seine Bc- kaiirrte sprachen von rhm, wic Von cinemvcrschrobenenKopf, und selbst ferne Landsleute gestandrxn, daß es mit seinen Gedanken nicht immer ganz rrchrrg zn sr'm scheme. Nach Verlauf einiger Zeit entfernte sich Herr Prrtchrrrd m ernerschöncn Nacht ganz im Stillen, ließ seinen zahlreichen chferanter) nichts als die Ehre zurück, ihn bedient zu ha- ben, und vergaß zwcr ferner Söhne, die sich in cinerPensions-Ansialt zit Cech befandcrr. Die armcnKinder hatten es der Menschenfreund- lichkeri des Penstorrs-Vorstehers zu verdanken, daß ie nicht in ein Hospital gebrrrcht wurdcn, denn erst nach längerer „eit wurden sie vorr rhrchamrlre reklamirt.“ Uebrigens äußertsich das Journal des D e*b ats ,folgendcrnr-aßen- iiber die vvrleßten Verhandlungen des Ober- hauscs-(dre lebten jmd rn Paris noch nicht bekannt) in Betreff der otahertrschcn Angelegenheit: „Wir können nicht umhin, zu versichern, daß Wir durchaus kcmrn Werth auf diese Debatte legen, an welcher Lord Aberdeen, das eigentliche Organ Englands für die auswärtigen Bczrrhungcn, keinen Theil nahm. Vielleicht hätte der Herzog bon Wellington besser gethan, zu schweigen, als sich in die von ihm qc- machtcn Erläuterungen einzulassen, die durchaus nichts aufklären, 'in- dem er sagte, dqß er nicht in die Frage eingehen Wolle, ob Herr Prrtchard dre erduldete Behandlung verdient habe oder nicht! Darin ltkgi ja das ["mein-" 5:1"!3115 der ganzen Sache, und so lange nicht rxntjrhicdcn ist und wir noch unklar dariiber sind, von welchchcrtc-dre rrstenllcbrrgriffe auSgegangcn, können wir gerechter Werse nicht rrbcr dre von England in Anspruch genommene Gcnuq- tl)uung urtherl'en. “Lord Haddington, der See-Minister, scheint die Sache von viel richtigerem Standpunkte aus anzusehen, indem er sagte, dqß, rvrrrn Agenten irgend einer fremden Regierung über ihre Justructtonen [)rrrausgrhcn und handeln, man sich deshalb an ihre Regierungen zu halten habe; das Recht der Intervention könne durch- aus nrcht untergeordneten Agenten irgend einer anderen Regierung anheim- fallen, welche ihr Land auf solche Werse iu Kriege verwickeln könnien, deren Folgen gar nicht abzusehen wären. Wirmiiffen eingestehen, daß diese Worte em Verdammungs-Urtheil des Herrn Pritchard sind und seine Uebergriffe andeuten und enthalten.“ Der Constitutionnel ant- wortet qui diese Bemerkungen, das Z).)kinisicrium könnte sich alle diere Wettlaufrgxn Redensarten ersparen; cs komme nur darauf an daß dasselbe einfach erklärt", ob rs Herrn von Aubiqny desavouireti :urdthtadeln Wolle oder nicht; akics Andcre sei überflüssig und nichts ver .

, Gesiern hatten dicAbvokateu, denVor kisten e " lichen Errrcucrurrg ihrrs Disziplinar-RathssYU “schreZeTaßDZ-Y FL:: siqnde_wurde wieder, und zwar zum viertenmal Herr Chaix d'Estange mrt „,sz2 unter 5384 Strmmrn gewählt. Im Iustizpalast ging das Gcrucht, daß dte- M-tgiteder des Disziplinar-Ratbs ihre Appellation gegen,das Urihlii, Welches in ihrem Zwiste mit dem Präsidenten Sogmer sie mit eincm VerWeisc bestraft, zurückgenommen hätten.

ckck Paris , 10. Aug. Die Angabe eines Blaites, daß Abd eb Kader durch einen vom Sohne des Kaisers abgeschickten Mann nredergeschoffen wvrden, findet keinen Glauben; beßäkigte sie sich, so könnte man den Frieden als hergestellt betrachten, So lange aber Abb ei Kader nicht zur vollkommenen Machtlosigkeit herabgebracht U7- ivtrd Frankreich die Waffen in Afrika nicht niederlegen können. Daß man auch hohen Oris hier diese Ueberzeugung theilt und noch turmer m_r der Möglichkeit zweifelt, daß Kaiser Muley Abd ethaman sktne jeh: en Versprechun en und Zugeständnisse, wenn überhaupt von lehteren chon die Rede ((zein kann, zu erfüllen im Stande sein soUte, Jehk klar aus der heuti en Bemerkung des Journal des Débats hervor, welches sagt: „Wir wünschen, daß diese Versprechungen gehalten Werden mögen." Zugleich ersieht man daraus, daß auch die Ansicht, als wolle-dcr Kaiser durch die im lebten Augenblicke gegebenen Vcrsprechungcn vielleicht nur aufs neue Zeit zu gewinnen suchen, selbst in den höheren Re- gionen Raum findet. Gestern sprach man iibrigens bereits von der Ab- sendung eines diplomatischen Agenten an den Kaiser Maler) Abd el Rhaman und nannte als dazu bestimmt den jungen Herzog von Glücks- berg, der längere Zeit unter Espartero's Regentschaft und nachher noch bis zur Ankunft drs Botschafters Grafen von Bresson als Ge- schäftsträger zu Madrid fungirte und 1“th die Stelle als erster Ge- sandtschafts-Secretair dort bekleidet. Daß dcr Prinz von Joinvitle nicht länger gezö ert hätte, kräftig gegen Marokko anfzutrcten, isi sicher, denn die eyten Instructionen des Ministeriums sagten aus- drücklich, er solle, wenn am 2. August die befriedigende Antwort nicht erfolgt sei, fich ohne Weiteres dcr Pläye Tanger und Mogador bc- mächtigen.

, Heute und zum Theil gestern schon kündeten alle hiesige Blätter dre Ankunft des Capitains Bouct mit Depeschen dcs Prinzrn von Ioinville aus Cadix an, die vorgestern erfolgt sein sollte, wiihrend heute die bayonner Blätter die Nachricht bringcn, daß derselbe am „Iten, mit Depeschen des Ministeriums bon Paris kommsnd und auf der Reise nach Cadix begriffen, durch Bayonne passirt sei, --- ein neuer BeWeis, wie Wenig man auf die Angaben drr parissr Blättcr sich verlassen kann.

, Fiir die Streitfrage Frankreichs mit Marokko ist iibrigens nnn dix zweite Periode eingetreten, der Kampf Malk!) Abd cl Rhaman's mrt Abd cl Kader beqinnt, Trotz, des starken Anhangs, den der Letz- terwunter den fanatischen Marokkancrn selbst findet, und dcs Ueber- grwrchtes, das er dadurch iiber den Kaiser zu haben scheint, kiinnte sem? Lage doch in der That kritisch werdcn, da Er sich nun zwischen zwer Feuern befindct. Fiir Frankreich ist die neue Lage der Dinge aerdmgs günstig und wichtig, denn wenn es seinerJlotte auch etwas Lcrchirs gewesen wäre, die marokkanischen Scepläye zu verbrennen, so ware es doch eben so schwer als kostspielig, die Marokkaner ins Innere zu Verfolgen und zu besiegcn.

In Betreff des Standes der Dinge hinsichtlich der Wegweisung des Herrn Prrtchard von Otabeiti und dcffen scchstägiger Gefangen- schaft daselbst berntmmt man vvn neuem aufs bestimmteste, nicht blos, Herr von Arrbrgny, sondern auch der Gouverneur der französischen Bejryrmgerr m Ozeanien, Herr Bruni, wiirden zuriickberufen werden, drrser„wcrl cr dre Maßregeln dcs Erstere" gutgeheiszcn. Man fiigt bet, dre betreffende Verordnung werde schon in nächster Woche im Moniteur erscheinen, die englischen Minister aber wiirden Gelegen- heit finden, im Parlamente die im ersten Augenblicke gcmachtchr- klärungen iiber die Sache, Welche hier Anstoß crrcgien, auf eine be- friedigende Weise zu rnodisiziren, Die Schilderung, welche die eng- lische Presse von den französischen Offizieren und besonders Von dem Lieutenant von Aubigny entwirft, ist nichts weniger als der Wahr- heit getreu; Herr von Aubigny ist hier als tüchtiger Seemann so- wobl, wie als Mann von ruhigem, gcmäßigtcm Charakter und als Ofnzicr Von großer Kaltbliitigkcit bekannt.

Man vcrnimmt, daß Ihre Majestät die Königin von Großbri- tanien unmittelbar nach ihrer völligen Gcncsung cine Rundreise in Irland zu machen gedenke, so daß sie also den Bcsuch des Köni s Ludwig Philipp crst nach ihrer Rückkehr empfangen könntr. Dicsgcr würde demnach erst spät im September, wo nichtgar erst in den ersten Tagen des Oktober, stattfinden können. Bis dahin wird jedenfalls die otaheitische Angelegenheit in Ordnung gebracht sein.

Auch zu Mey macht man sich aus Anlaß des dortigenUebungs- lagers Hoffnung auf einen Besuch des Königs. Es ist dort wenig;- stens das Gerücht Verbreitet, außer den Prinzen und Prinzessinnen werde auch der König selbst kommen, um die Versanrmeltcn Truppen eine große Musierung passircn zu lasen. Der trefflichc Empfang, den der Herzog von Nemours zu Langre's, Vesanxon und iiberhaupt im Osten findet, wird durch zahlreiche Privatbricfc bcstätigt, die alle sagen, daß der Prinz einen schr guten Eindruck auf die Bevölkerrrng gemacht habe. Seine Antworten auf die Verschiedenen Reden firrdcn bei allen Unbefangcncn Beifall. Der Prinz hat dabei (11th neue bc- wiesen, daß es ihm an Geist und Redkgabe nicht fehlt, und das; nur eine gewisse Schüchternheit, die sein Austreten charakterisirt, zu so viel- fachen falschen Deutungen über ihn Anlaß gegeben hat.

Briefe aus Italien bringen die Nachricht von cinr'r Vermählung, die, wenn sie sich bestätigt, hier in den Salons des Faubourg St, Germain sowohl als in denen des Faubourg St. Honoré eine mehr als gewöhnliche Sensationmachen müßte. Mademoiselle, die Schwester des Herzogs von Bordeaux, soil sich nämlich in nrorganatischer Ehe mit dem Sohne des Herzogs von Blacas Vcrmählt haben.

Großbritanien und Irland.

Unterhaus, Sißung vom I). August. Die heutige letzte Sivung dcs Hauses vor seiner einstweiligen Vertagung bis „zum An- fange des nächsten Monats War durch mannigfache Erklärungen über den gegenwärtigen Zustand des Landes von Seiten dsr Minister Wir der Oppofition von Bedeutung. Der Antrag Sir R. Peel's, das Haus möge sich bis zum 5. Septcmber Vertagcn, rief die Diskussion hervor, dercn Haupt-Resultat ist, daß nicht blos dcr Wunsch, die Entscheidung über das O'Connellschc Cassationsgesuch noch in dicscm Jahre aussprechen zu lassen, als die Ursache der ungewöhnlichen Vertagung des Parlaments betrachtct rverden darf, sondern daß noch andere Umstände diesc Maßregel vorzugsweise veranlaßt haben. Herr Sheil leitete heute die Diskussion durch eine Darstellung der irländischcu Verhältnisse ein, indem er ver- 1angte, daß das Ministerium nicht erst das Parlament vcr- tagen sollte, um die Entscheidung über das Cassationsgesuch O'Con- nell's aussprechen zu lassen, sondern sofort in seinem cigcr'cn Inter- esse vermöge des Königlichen Begnadigungsrcchtes O'Connell und seine Genbssen rn Freiheit sehen möchte. Zur Motivirung solcher Forderung ließ slch Herr Sheil iibcr die bekannte, vielfach erörterte Art und Weise der Prozeßführung gegen O'Connell ausfiihrlich aus, wie die (He- schwornen-Lrsie verstümmelt, die Jury nur aus Protestanten gebildet, und die Verurtheilung der Angeklagten im Parlamente von Lord J. Russell und Anderen fiir eine Ungerechtigkeit erklärt worden sei, wie endlich die Einkcrkerung selbst dem irländischen Volke als ein ungeheures Unrecht erscheine, Welchcs demselben in der Person seines Besreiets angethan sei, Die mit der bekannten Beredsamkeit des Herrn Sheil offenbarten Ansichten und Angriffe gegen irländische Politik der Minister fanden in Herrn Wyse ihren gewohnten Unter- stüßer, der dxs bedrohlichen Zustandes der Dinge in Irland in em- phatischer Werse erwähnte. „Weder die Regierung, noch die chis-

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latur,“ sagte er, „hat Grund, sich zu schmercheltr, daß sie die Macht befiye, der Aufregung in Irland nach Bxllkbkn zu jeder Zert em Endezu machen. Ick fürchte sehr, daß das Gefuhl der Abneigung _und drs Miß- trauens in dem Herzen der Nutro!) von Tage zyTage gr-bßerx Ausdehz nung gewinnt. Es handelt sich mchtmehk um emen Streitzwaschxn zwe: verschiedenen Fractionen um Amtsgexvalt oder zwischeii verschredeiren Glaubens-Parteien um die Supremaüe- sondern es ,ist-em KAMPFMJU ganzen Nation gegen die andere und der Kampfprers rst unabhangige Gewalt, AndereMänner, Männer, von dencn-„das Haus bis jest wenig Kenntniß hat, die auf der Schaubuhne über taglich mehr hervortreten, Männer von Talent, Energie und Crrtschlosserrbert, nehmen immer mehr die Stelle der Männer Von gemilßlgter Bildung cm. Eine andere Generation, besser unterrichtet„VreUercht nicht bessrr genährt und ge- kleidet als ihre Vorgänger, ist rmAufwachscn begrrffxn-und wird baid gknu herangewachsen sein, um das Volk zu bilden, das, fur )eneMänncr em Werchug sein soll. Und ist mritrrn untcr allcn diesen Elementen der Unbehaglichfeit, der Krankhaftigkett uud Gefabr rm Innern der ps- litische Horizonr ganz frei bon drohendenxSturnran Jft kie„Zklf des ewigen Friedens gekommen und der Krieg fur rmmc_r dahrn?(“ Lord John Russell benutzte nach sslchen Worten des Herrn WM den Zustand des Landes im Allgemeinen, zur Sprache zu bringen. Er stklltc zuvörderst in Abrcdk, daß er, ww Lord Lyndhurst znr Zeit, als das Vorige Kabinet im Sturze begriffen war, zu thun pflegte, zu Ende der Session bie Maßregeln des Ministeriums eincr hämischcn Kritik unterwerfen wolle, und gab als seinen chck an, fern von al- len partcisiichtigen Bestrebungen, die gegenwärtige Lage des Landes im Allgemeinen in Erwägung zu ziehen und scinc Ansichten iiber ric rrotb; wendig zu ergreifenden Maßregeln glcichsam zrrProtoioll zu geben. Er bcriihrtc zuerst die irländischkn Verhältniss, und sprach skin? VlUVUUkk- rung aus, das; trotz der wiederholten Erklärungen dcs Premier-Mini- stets über die Schwicrigkeiten Irlands, der Zustand dieses Lauch im Großen und Ganzcn behufs Einleitung von Maßrcgkln zuerrbcssc- rung dcffclblrr noch niemals in Erwägung gezogen worden sei. Irland sei zwar gegenwärtig ruhig, aber man solle dkch ja nicht annehmen, das; diese Skille das Resultat einer durch die Maßregeln des Mini- steriums gewonnenen Zuneigung drs Volkes sci, Dirse Maßrc'grln haben nur die Erbittcrung des Volkes vermehrt. Lord Russell wie- derholte alle seine frühcr gcgkn die Regierung crhobencn Vorwürfe wegen des O'Comrelischen Prozesses, drr plöylichcn Unrerdriickung der Rkpcal-Vrrsammlmrgen, dcr Zusanrmcnsrßung der Jury und dcr gezWungenc-n Dkduction einer C()k!5[.)il“i](?)/ aus einer Reihe von Um- ständen und Handlungen, welche sich iibcr einen Zeitraum von mehrmmmtlichcr Dauer erstrecken, Allcs dies konnte er nicht (Hcrcchtigkcit , sondern Tyrannei nennen , dic ihrrn Grund darin habe, das; die Regierung mit den Gefühlen dcs Volkes unbekannt sei oder fie nicht achte. Wrmr es nun auch lk- frculicl) sci, bc'merktc er, daß einige nrucrc Maßregeln dcr Regirrrmg rvcnigstrns als Symptome einer besseren Zukunft betrachtet Werden können, so sei doch eine gründliche Heilung der Ucbclstände unmöglich, so lange man nicht Irland mit England völlig gleichstelle sowohl in Bezug aus Pflichtcn als Rechte, und diesen chck zu erreichen sei nichts geeigneter als die Frcüassung O'Connrll's, welche die wahre Zuneigung des Volkes der Regierung gewinnen wiirde, wogegen die längere Haft, an einem am Ende seiner politischen Laufbahn stehen- den Greise vollzogen, den Scheirr persönlicher Rachsucht nicht entfernen könne. Diese Zuneigung aber, so erklärte Lord John RuffeU, ici unter den gegenwärtig obwaltendcn poli- tischen Verhäliniffen fiir die Regierung und das ganze Reich von der größten Wichtigkeit. Die Verhältnisse der GegeUWart seien Von der größten Bedeutung, denn abgesehen davon, daß die Regie- rung dafiir zu sorgen habe, daß Frankreich, den von ihm iiberuom- mcncn Verpflichtungen gemäß, seine Besiyrrrigen in Afrika Weber nach dcr Seite von Tunis noch von Marokko ausbrhnc, habe Sir Robert Perl von Frankreich mit Rkcht fiir die an eincm britischen Unterthan in Otahciti ausgeübte Gewaltthat Rechenschaft gefordert, und sei daher verpflichtet, dem Parlamente, sobald dasselbe wieder zusammen- trcte, über beide Punkte eine die Interessen und die Ehre des Landes zufriedenstcllende Erklärung zu geben. „Man muß,“ sagt Lord John Russell, „wie ich glaube, zugrbrn, daß zu keiner Zeit seit dem allgemeinen Frieden von 1815, mit Ausnahme des Herbstes “174530, nach der belgischen nnd französischen Revolution und den Unruhen in Italien Und dcs lebstcs 1840, nach dem Juli- Traktate jrncs Jahres Und während der Operationen in Syrien, unsere auswärtigen Angelegenheiten geeignet ge- wesen sind, so große Besorgnis; einzrrflb'ßen, wie in dem gegenwärtigrn Augenblicke.“ (Hört!) Einigkeit im Innern sei daher unter solchen Umstiinden mehr noch nöthig als eine starke Flotte und ein zablrrichcs Landbeer, und um so mehr nriiffc man Irland zu versöhnen suchen. Schließlich verbrriterc sich Lord John Ruffell noch über den immer nichr versinkenden Zusiand der arbeitenden Klasse in allen Theilen sowohl Von Großbritanien als Irland und suchte nachzuweisen, daß nicht durch Wiedcraufbcbnng des neuen Armerrgcscycs, in wclchcr so Manche die Hiilfe erblicken wollen, sondern durcb möglichste Verminderung aller die ge- wöhnlichen Lebensbediirfniffe drückenden Belastungen, insbesondere duni) Einfiihrung cines mäßigen festen Getraide-Zollcs und durch Herabseyung dcr Malzsicucr grhoifen werden könne. Urberbmrpt empfahl er eine umfassendere Anwendung des Prinzips der Handels- Frcihcit. Außerdem sprach er sich im Jirtercffc ker ärmeren Klassen für eine 3wckckmäßigc Beförderung der Auswmrderrmgcn aus. End- lich tadelte ('r mit besonderer Bczngnahme auf die abgelaufene Ses- sion des Parlaments, da[; sick) das Unterhaus zu Anfang dchcssion allzusehr Von den eigentlichen legislativen Gr'schäftcn fr'rn halte und zu sehr mit Prinzipien-Fragcn beschäftige, wodurch es komme, daß die nothchdigstcn nnd nützlichsten Maßregeln gewöhnlich am Ende drr Session in übermäßiger Eil bcratbcn wcrden miiffkn.

Sir R. Peel br'lobte den allgemeinen Charakter der Rede Lord Rrrffkll's, der sich vom Parici-Standprmktc fcrngchaltcn habe, und tadrlte nur die einzelnd" Bemerkungen. Er zeigte in dem Haupt- tveilc seiner Rede die Vortheilc, Welche die diesjährige Session in legislativcr Beziehunq dem Lande gewährt habe und rechtfertigie gegen die einzelnen Anschuldigungen in Bezug auf Irland und dre Handels-Beschränkungen die Politik des Kabincts. Wir kommen auf diese Rede noch zuriick.

London, 10. Aug. Ueber den Titel des ncugcborcnrn Prin- zen ist man noch im Zweifel. Nach dem analogenFaU untchcorglll. dürfte er zum Hrrzoge von York erhoben werden, doch stcbk [kk RÜ- nigin allcin die Entscheidung hierüber zu und es ist möglich, daß der Prinz den Rang und den Titel seines verstorbcnen Großvaters, kkö Herzogs von Kent, erhält.

Der nunmehr veröffentlichte Bericht des Gchcimcn Post-Comi- té's des Unterhauses umfaßt sechs Jolio-Spalten dcr Times und entwickelt „auf Grund der in den Staats-Archiven nicdergclegten Do- kamente dre garrze Geschichte des Brief-Eröffrrungs-Verfahrcns von der ersten Einrrchtung der Posten bis auf die jeyige Zeit. Nachdem m_ England die erüen Institute zur Beförderung von Re- gre'rungs-Befehlen, Berichten an dieselben und dergleichen auch dem Dreirsie derPtrvat-Korrespondenz eröffnet wurden, entstand auch- wie darm geschichtlich dokumentirt wird, saft gleichzeitig der Gebrauch, auf

einen Regierun s-Befebl einzelne Briefe zurückzuhalten und der Ein- sicht des betre enden Regierungs-Departements vorzulegen, und det“- selbe hat bis auf die neue|e Zeit im Jahre 1711, dem 9ken Regie- rungsjahre der Königin Anna, durch ein förmliches Gesch und dann durch alle das Postwcsen betreffenden späteren Parlaments-Akten auto- risrrt, fortgedauert. Sir James Graham hat demnach nur nach dem bestehenden Rechte und nicht anders als alle seine Vor änger gehau- delt. Was nun den besonderen Fall Mazzini's beiti t, so rs! der betreffende Bxfehl vom 1. März bis zum 3. Juni in Kraft gewe- sen, während dessen seine Korrespondenz vom Poft-Amt uu- gelesen dcm Staats-Secretair der auswärtigen Angele rubriken übersandt wurde. Auf die der englischen Regierung hohen LAW zu- gegangenen Vorstellungen, daß Mazzini der Mittelpunkt ewifser Pläne zur Anstiftung einer Jnsurrection in Italien sei, erlie die britische Regixrung, in Erwägung der Wichtigkeit der Aufrechthaltung des eu- ropaischen Friedens für ihre britischen Interessen, nicht aber auf An- trieb crner-fremden Macht, den betreffenden Spezialbefehl. Die'eni- gen “aus diesen Briefen geschöpften Nachrichten, welche der britikchen Regierung zur Vereitelung jenes Versuchs geeignet schienen, wurden crrrer'fremdcn Macht mitgetheilt, auf eine Weise aber, daß keine Per,- sou nmerhalb des Bereichs jener fremden Macht dadurch gefährde? Flykbde, und lcytere auch mit der Quelle jener Nachrichten unbekannt re . , Ein Spezial-Befehl in Betreff der an Grodicki zu Paris und ern ankcrcs fremdes Individuum gerichteten Briefe war nur vvm Iten YZ zum :13.Juni in Kraft und beruhte auf Gründen der dem Schuyc Englands vertrautcn persönlichen Sicherheit eines fremden Sorwcrams; die Briefe schcinen indes; nichts Gefährliches enthalten ZU. brech. Auch bei Veranlassung der Arbeiter-Unruhen in den a- brrkdrstriktcn im Jahre ]K42, so wie der Unruhen in Wales im Ia re 15443, und in diesem Jahre auch in Betreff der Korrespondenz der Herren Worcrll und Stolßmann waren ähnliche Spezial-Befehle crlaffen worden. ' Was die Art und Weise, wie diese Befehle ausgestellt und aus- geführt werden, betrifft, so werden dirjenigcn, welche sich auf reine Krimmalvcrbrcchen beziehen, in Folge eines Gesuchs der betreffenden Behörde an das Ministerium des Innern von diesem leßteren er- lassen, dasGksuck) abxr zunächst an den Unter-Staatssecretairen dieses Ministeriums gerichtct, ber dariiber an den Minister berichtet; die- jenigen aber, welche auf politische Anschläge Bezug haben, werden von dem Minister dcs Jnncrn nach eigenem Gutdünken gegeben doch wird nicht, wie behauptet worden, der ganze Postbeutel dem inisier des Innern zur Untersuchung übergeben. Die erbrochenen Briefe werden, wenn nicht ausdrücklich etwas Anderes bestimmt wird, wieder versiegelt und ohne ein Merkzeichen ihrer Eröffnung weiter befördert. Die Schlußfolgerungen aus dem Ganzen sind, daß 1) die auf Kri- minalbergehen beziiglichcn Warrants, dercn Erfolg im Einzelnen ffir!) nicht nachwkisen lasse, schon der Natur der Sache nach wenig An erregen; daß sich aber unter Umständen 2) der Nußen der auf poli- tische Anschläge bezüglichcn nicht in Abrede stellen lasse, und daß, wenngleich die Publizität, Welche die Sache jeyt erlangt habe, die- jenigen, welche sich staat6gefähr1iche Angelegenheiten mitqueilen haben, künftig vorsichtig machen werde, dennoch die gänzliche ufbe- bung der den Staatssecreiairen bis jetzt zustehenden Befugnisse, all- zugroße Sicherheit für ftaatsgcfäl)rliche Umtriebe bervvrrufen würde. Das Comité überläßt es dann dem Ermessen des Unterhauses, ob und wieweit cine Aenderung der bestehenden Geseye in dieser Bezie- hung nöthig sei.

)( London , 10. Aug. Die Praxis, der Posk anvertraute Briefe zu öffnen, scheint sich in England von derselben Gewohnheit in Frankreich oder in anderen Ländern bauptsächlich dadurch zu unter- scheiden, daß in England diese Gewalt geseylich begründet ist, und niemals ohne alle die Formalitäten einer gesehlichen Handlung der Regierurrg ausgeübt wurde, während das sogenannte cabinet noir ein grbxrmrs urrd willkiirlichks Mittel ist oder war, dessen gewisse französijchxRegrerungen sich bedient haben. Die Berichte der gehei- men Comrtcé's des Ober- und Unterhauses sind nunmehr veröffentlicht n'ordxn, und der leßtere namentlich enthält eine sehr umfassende und erschöpfende Darstellung der Geschichte und der Ausdehnung dieser Praxis. Es kann, nach den Zeugnissen drs Herrn Reeve vom Ge- heimen Rathe und anderer Staats-Archivare, kein Zweifel darüber bestehen, das; die Gewohnheit, Briefe der Durchsicht der Regierung zu unterwerfen, gleichzeitig mit Einrichtung der Posten entsianden ist. Unter der Regierung der Königin Anna wurde dies durch ein Gcseß förmlich sanciionirt und die Anwendung desselben unter Auto- rität cincs vom Staats-Sccretair ausgehenden Befehls gestellt; dasselbe Verfahren ist hiernach ununterbrochen bis auf den heutiger: Tag beobachtet worden. Die Nachweisungen über dergleichen Befehle (&i-Zr'mrrts), welche beim Ministerium des Innern aufbewahrt wer- dcn, sind bis zu Ende des vorigen Jahrhunderts sehr unvollständig, obschon während der Rebellion von 1745, während Lord George Gordon's Unruhen im 3,1780 und in Kriminal-Prozessen wegen Un- ruhestiftung bis zu der Untersuchung gegen Horne Tooke, solche Be.- fehle häufig erlaffen wurdkn. Vom Jahre 1799 bis 1844 sind 372 Befehle erlassen worden, welche die Briefe von 724 Personen zur Oeffnung dcsignirten. Von diesen bezwecktcn 233 die Entdeckung von Verbrechen und Betrügereien und ungefähr 139 die Förderun von Staats- Angelegenheiten *, 20 Befehle iiberhaupt bezogen sich aufdie effnung aus- wärtiger Korrespondenzen. Alle Staats-Secretaire des Innern und einige drr auswärtigen Angelegenheiten haben sich diese Befugniß zu Ruhm gcmacht. Lord Normanby sowohl als Lord-Lieutenant von Irland wie als Ministcr des Innern in ziemlich ausgedehntem Maße. Sir James Graham indeß erließ im Jahre 1842 zwanzig Befehle, welche vorzugsweise in die Zeit der Fabrik-Arbeiter-Unruhen jenes Jahres fielen“, im Jahre [***-13 betrug die Anzahl solcher Erlasse acht, und im Jahre 17414. sieben, Von lcyteren bezog fich einer auf die Kor- respondenz Mazzini's, die in Verbindung mit den befürchteten Um- wälzungen in Italien stehen sollte, und zwei auf die Briefe von vier Fremden, die in Verdacht waren (obschon er sich später als unge- grijndct erwies), gegen die Person des Kaisers von Rußland wäh- rend dessen Anwesenheit in England zu komplottiren. Andere aus- wärtige Korrespondenzen sind nicht geöffnet worden. Es scheint indeß, das; bis vor sehr kurzer Zeit die durch die Post gehende Korrespondenz der fremden Gesandten zurückgehalten und im Ministerium der Aus- wärtigen gelesen worden sei. Diese sehr anstößige Gewohnheit ist nunmehr gänzlich abgeschafft.

Tie Haupt-Argumentc gegen das Fortbestehen dieser Gewohn- heit sind dir, das; in Betracht der sehr geringen Ausdehnung, in wel- cher fie zur Anwendung kam, selbst bei strenger Geheimhaltrm nur schr wenig Vortheil daraus hat entspringen können, und da von nun an, nachdem das ganze Verfahren offenbar geworden ist, Vn- rath und Verbrechen übende Personen sich hüten werden, das Posi- Amt mit ihren Plänen bekannt zu machen. Die Verhandlungen der geheimen Comité's haben übrigens über alle Zweifel erwiesen,45aß diese Befugniß, Briefe zu öffnen, durchaus ßets in gesehlécher Waise und zur Förderung von Staatszwecken, niemals als geheime W, oder aus Privat-Rücksichten oder anderen unehren aste- Bm- den ausgeübt worden ist. Bei der ganzen Sache deshalb t

nichts tadelhafter, als der Vetsuch der Whigs, darauf einen Augris