1844 / 238 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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Niederung im skuhmerßreise Z| “'" B““h' von 8 '"s Rathen ““M“"vxn' ' ber konnte die verheerenderr Ueberschwxm- KWZJXTYMIFZT adurch den Rückßau sämmtlrcher Gewasser mutig!?ßt alle Méderungm bis zu einer ,Hybe „überflutheten, dkk- so“ "“.?"M'Nachrichten reichen, ohne Beisynl 1ft. In dem ganzen YZYselthale des hiesigen Regierungs-Beztrks vox ciwa 9 „Quadrat- 'Meklen im Umfange sind nur ??,Orischgften-mrt 3319 Emwohneron „";-'chont geblieben, und es sind gänzlich 11111nd1rt 171 Ortschaften mit

03 043 Einwohnern, theilweise inundirt 87 Ortschaften mit 23,035

Einwohner"-

7 Außerdem sind Von 28 auf der Höhe liegenden Ortschaften mit

- o nern, die in der Niederung belegenßn Ländereien über- ;szméxlxwsoh daß 286“ Orischaftrn rnit 53,115 Emwohnern von dem betro cn md. _ , ,. UngltÉkki der Tcißcsiidcn Schnellrgkeri, mrt der du; Fluthcn fich uberall hin ergoffcn, bei dem Sturm, der gleichzeit1g dre Wassermassen „(ruf- "hne, war das Leben der nach den Dämmen oder auf d1c Boden

I?“ zum Theil unsicheren Häuser flüchtenden Bewohner vielfach

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bcdei-nnoch ist es gelungen, iibcrgll dahi11„wo dic Gejahr am dringendsten war, zur rechten Zeit Hülfe zu bringen, und Mr haber), Gott sei Dank, kcin Mcnschenlcbcn zu bequgen. A-uch das Vieh ist fast ohne Authme gerettet. Gro'ßentherl's ift dns der. qufttgen Urrtcrftiißung zu verdanken, Welche d1e Behörden, nqmentltch 111 den Städten Thorn, Graudcnz, Kulm und Ncrrenburg bxi allen Standen qcfunden haben. Namentlich mus; dre wirksczme Halse, welche der Kommandant der Jrsie Graudcnz, GeneralZMajor don Drdenroth durch zu Hiilfe geschickte Mannschaftcn 1111d-Maierra11111 bet, der Erdaltung der vorzugöweise bedrohten Dämme bei Michelau gclcrsiex, ruh-mend er- wähnt werden. Die Unerschrockcnhett dcs anernxurcz'ßicutenants Stürmer, welchem Von dem Magistrat zu Thorn dre xxuhrungjdcr ausgcscndetcn Retinngsbötc anvertrgrrt wgr, gelarrg 113,7 vrcr polnische Flößknechte, welche sich nach Zcrstorimg thrcr Floße d1cht am Stru- del kincs Dammdurchbruchcs auf eimgc hohe U_lmen geretiet hatten, aus der augenscheinlichsten chcrrsgcfahr zu ,hefrerert, da glc1ch darauf, nachdkrn die That vollbracht war, die Baume vom Strom fortge- riffcn wurdcn. ,

Dreizehn andere Flößcr wurden von rhm rind seßmcn wackeren Lcuten gliicklick) von den Trümmern ihrer gcbrcchl1chcn sahrzcuge ge- bor cn. gGrdß und noch nicht zu berechnen ist der Schaden, den Tansendc arbeitsamer Menschen durch diese so unerwartetenMbcrschwemmungen erlitten haben. Mitten in den Segxn dcr _Acrndtc, du? eben begin- nen sollte, bruck) das Vcrdcrben hinein, D1e Wtcscu, auf denen du's mühsam dem Regen abgerungerre Heu rroch 111 Haufen stir'nd, die Kartoffel- und Gctraidcfelder, dre d'er Sichel harrtmr, Gcmusr- und Obstgärten voll reifer Früchte, *-- dre Hoffnungen dcs ganzen Jahres wxrrdcn mit einem Schlage in ein naffcs Grab versenkt. Zwar wrrd 111 den höher gelegenen Theilen der Nicdcrung, von dcnxn dad_Stau- wasser sich allmälig zurückzieht, hier und da das_„(Hetrmde gearndtct, aber es isi zweifelhaft, ob die so lange untcr Wancr gewesenen Nehren

noch ein gesundes Nahrungdmittel bietßn werden, und selbst ob das Stroh noch für das Vieh brauchbar sem Wird. " , _ Die Wicicn sind, wo das Waiscr wcrchk, großtenihcrldmrt Schlamm bedeckt, 11) daß die Erhaiirmg des, nothwendrgen'Bctmebs- Viehd uud cherr Dnrchwiuicrrmg die errrsilichßen Bciorgnrffe errxgi. Für den Augenblick isk “durch dre Croffnmrg dcrbxnachar1errchor- 0111 zur 1111c111g11d11cken Weide, . und d11rch_ dre Yerertwühgkeri view“, Gutsbesitzer auf den Höhen, der welchen c111 Ther! dcs thcd untcr- qcbracht ist, dem Nothstande so vrel 11113 moglich abgeholfen. ' Auch wird wohl der Versuch gemacht werden, arif daenvorrWaffer frri Wrrdrndcn Feldkrn Fuitkrkräutkr, nrclihc noch spat 1111 Jahre gc: 11.1111“ WM'ÖML körmen, abs nothdiirftigc Aushiilfe 311 crzrcicn.“ ?[l'kr dc-trroch kam- 1111111 11111“ mit Schrecken daratr dcnkcrz, daß 111 .; Mo- 111111-11 den“ Winter mit seinem Hochwasstr, scmcm Eisgrrngc hcrmmaht, und daß bis dahin, um rrock größeres Unheil zu vcrhrrtc'n, „dw außer den erwähnten Brüchen durch starke Schälungen, durch Strrrnte und chengiiffe äußerst beschädigten Deiche hergcstcljt skirt miisscrr. Hier isi znnächst die wirksamste Hiilfe nothwck11d1g, da dtc Mttiel dcr Deichpslichtigcn mit cntkrästeterrt Yrrgcsparm bci fortdauerndkm Jutterrnangci dazu nicht auörctchen können. Vertrauungsvoll sehen die bedrängten Einsassen, die brodlos gewordenen Arbeitcr-Fanrrlien der Hülse entgegen, welche das milde Herz unseres Königs und die Theilnahmc cdlcr Menschen in der Nähe und Ferne ihnen ficherlrch gewähren wird.

Ausland.

Deutsche Bundesstaaten.

Königreich Bayern. Die Augsburger Allg.Ztg. bc-

richict aus M iinche11 (20, Aug.): „Die EiUWeibung der Ludwigs- kirche ist auf Vcrhäitniffe gestoßen, welche man im Publikum bereits ,für beseitigt erachtet. Darf man den hierüber cirkulirenden Grriichtcn Glauben schenken, so ist man in Betreff der Dotation von dem frü- her beabsichtigten System abgewichen und dieselbe wird in eincm der Großarti keit des Gebäudes und seiner kostbaren Verzierung ange- messenen aßstabe erfolqen. “- Die Gesevgebungs-Kommission ist in vollsker Thätigkeit begriffen. Seit der Mitte dieses Monats folgen die Sitzungen in fast ununterbrochener Reihe auseinander.“ - Prof. Gruithuisen zu München machte am 21. August Folgendes bc- kanni: „Kaum war am 13101 dieses Monats der [Wie Son- nenflcck auögetreien, kaum bat die iible Witterung angefan- gen, sich ins Gleichgewicht zu scßen, als am 15011 wieder einer der größten Sonnenflecke im Osten der Sonne eintrat und neue Unruhen in unserer Atmosphäre erregte. Stürmisch jagte der Südwesiwind alle durch Hive verflüchtete Feuchtigkeit aus dem mittelliindischcn 5)Yeere zu und, und die Verdunstung des herabgefallenen Wassers WUK Unsere Luft fortwährend so ab, daß man zu glauben in Ver- sachuyg kam, Frühling und Herbst gäben einander die Hand. Keine rrietnerEnidcch11ngen hat mir noch eine unangenehme Stunde gebracht, drese abxr Tage, ja Wochen, Monate.“ - Am 19. August brach Nach1s_ m Grafenau bei Passau Feuer aus, welches so heftig um Ick JU , daß brd 5 Uhr in der Frühe bereits 2?- Häuser, darunter das R.“ bhaus, em Raub der Flammen waren.

11 d Ykoszherzogihum Baden. Das Großherzogl. Staats- ?) [ egrerurigsblatt vom 20.A11g., Nr. 21, enthält nachßebende YM aTTFhÖrZWe VZroxdmmg: Yxöold von EZM?! Cs,)nadxt, Groß- 1, _ . eto von “rin en. 11 n ctra ! der in «edman souveramen Läufern Deutkichlands [111 die Mitglieder

Mx: Msmovxmmen Prädikate abeu W 6 "d“ b :- MPÉF “*"-Mis?" Ékbskvébxrzose da;,rJWiidi 112“; s'oxnigel. FHNW M' ,; *" PWÉZIÉ sHWQtrn ritzz'Sssknueln In “:S

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von Dusch. Auf Höchsten Befehl Sr. Köpigl. Hoheit des Großher- zogs: Büchler. _ Die beiden .durchlauchtrgsien Prinzen von Baden, welche in Heidelberg siudiren, gaben am 17. August 111 Schweym; en ein glänzendes, höchst sinnig angeordnetes Fest, zu Welchem d1e &rosefforen der Universität, mehrere andere Famrlrcn der Stadt und Umgegend und die bei den Prinzen vorgeste-llten Studenten e-rngelade-n waren. Die Großherzogin Stephanie Kömgl.Hohe1t ver-schonerte d1c Festlichkeit, indem sie mehrere Stnndcn an derselben Theil nahm.

Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin. Nach;- dcm sowohl der Handels: und Sch)iff,'ahrts-Vertrag, der am 1. Mm zwischen Großbritanien 1111d »))?ccklcnburg-Schwerin abgcschlosscn wor- den, als auch die an demselben Tage unterzkichneic bksondcre Uebcr- einkauft, wonach die mecklenburg-strelivschc Regierung jcnemVerirage beigetrctcn ist, ratifizirt und die Ratifications-Urkunden am “10. Aug. zu Doberan ausgewechselt worden sind, ist am “.'-1. Aug. dre Vcr- öffentlichung dcs erwähnten Vcrtrags durch das schwerincr Off1- zielle Wochenblatt erfolgt.

Freie Stadt Lübeck. Die Wescr-Zcitung meldet aus Lübeck vom 22. August: „Mit dcm gcsiernAbknd spät hier cingc- troffenen Dampfschiff „Naslcdnik“ ist der Königl.dä111schc Kammerherr von Lindholm, Fliigel-Adjntant des Prinzen von Hesscn, [)iclsi'lbst cingrtroffcn, welchcr die Leiche des Rindcs dcr Großfürstin Alexandra und des Prinzen Friedrich Von Heffcn nach Rumpcnhcim in das dor- tige hcssische Erbbegräbniß begleitet,“

")(" Deszau, 27. Aug. Heute wurde hier folgende Bekannt- machung in allen Familien verthcilt: _

Das nachstehende, von 1111sc1emgt11'1'digsicnHirzogc 1111, uns und d1c Stadtverordneten huldvoll crlaffcnk, höchsteiger1härrd1ge Schmidl":

„E13 ist meincm Herxcn cin wa-hrcö“ Bcdurfmß, 1111111111 11111111 gctrcrtcn Deßaucrn meine große Erkc1r1rtlichkc11 sur Ihre, 11111,“ brr 111111111111 111d111dcrt Gesundheitézusiandc. bewiescne Tlrxrlrrahrnd 1110311010101“. sic gcrcrchtc 1111r zur Stärkung und Erleichterung bc1 dcr tiZcrlwcrdj 1chmcrzhafrm 31111, wclche untcr Gottes gnädigem Bristaude 111111 gluriluh 11-bcrsiand111 111. _, _

Durch meinen Bruder Fricdrich bxnachrrchtrgt. d??? die Burgelschast cinen festlichen Empfang fiir mir!) bcabnchtrgt, spreche ich h1crdrrrch, nrcrnc-n innigen Dank dafiir aus, und wünsche, daß er 1111tcrblerbe, 111111 1111111110 cht von neuem bewiesenen so wohlthrtcndcn Gcsmnungen vor1 Auhar1g11ch- keit meiner theurcn 232111121111»! hinlänglich Gcnrrgthunng gewahrcu.

' 19. 11 11 18 4.

JW“ W g Leopold.“

thcilcrt wir den Einwohnern hicsircr Horzoglichcu Rcsidcnz hierdurch mit. Teßau, 11111 21, Angriff 18-11. _, _ Der Stadt-Nath allhrcr.

F r a 11 k r e 1 ck.

Paris, 21. Aug. Die Regierung hat kciric jvcitcrrn 911111111111,-

ien Vom Kricgsscha11plaß in Marokko vcröffcntlnht, Wider abcr d1c Sec-, noch über die Land-Opcraiioncn. Das; von der rrrardkigrrijrhcn Küste keine Berichte eirrgchrn, 1111111111 weniger Wunder, wcrl sich dort der Oprraiionépunkt des Prinzen wcitcr „entscrnt', schr besorZi abcr fängt man an wegen des Standes der Dmge _a11 der Landgrauzc zn werdcn, da so lange keine Depesche vom Maqchall Vrrgeaud erfolgt ist. Die leßte Nachricht von ihm war die: es werde Aich gut gc- hcn, sobald der Sohn des Kaisers angckommcn sci, nnd drise wnrde 11111 ".'-„21119110 publiziri. Privatbricfc aus Oran Vom 111111 [111113111 111111 heute wieder eine Kunde Von dorf, cs fragt sich indcß, ob siczuvcrlir11ig1sk. Da11ach1värc der Sohn “ch Kaisers 11111230,000Mc1n11 1111 der Grär13e einge- troffen, und noch 20,000Ma1m sollten ihm folgen, Die Unterhandlungen hätten bis dahin fortgedauert, man glaube aber, daß die Marokkaner dabei keinen anderen Zweck hätten, 1116 Zeit zu gewinnen, um noch mehr Truppen z11sa11111111111131chcn3 dcr Marschall soll sich daher 311 eincm Angriff rüsten. Was die chikn Nachrichten Von der Flotte bcirifff, die' iibcr Spanicn artgc'iangt sind und (11113 Cadix [113311111 101111 rcichi'n, so so!! ein Th1'1'1 deo Geschwadcrs nach Larrachc 1111d Mogador abgcscgclt sein. Herr Drummond-Hay war an Bord des „chuvirts“ zu Gibraimr cingctroffcn. An der Börse war das Gc- riicht in Umlauf, dcr Hafen Larraehc sei schon von französischen Trup- pen bcscßt worden, und in Toulon glaubte man auch, daß Prinz Joinville sich nicht auf ein Vombardcmknt dcr Fcsir111gswkrke von Mogador beschränken, sondern dort landen 1111d din 5111113111 Brsiy nehmen Werde.

Das Journal dcs Débais bringt abermals eincn beruhigen- den Artikel iibcr die gegenwärtige Lage drr Dinge, namentlich der Beziehungen zwischen dem französischen und dem englischen Kabirrct. Das mintsierielle Blatt nimmt unter Anderem als gewiß an, das; das Bombardement von Tanger keinerlei Störung in den frcrmdschaftlichcn Verhältnisscn zwischen Frankreich und England zur Folge haben rvcrdc: „Ohne Zweifel“, sagt dasselbe, „hat dieses Ereignis; sehr große Sensation in England gkmachi. Es konnte dics nicht mrdrrs sein. Man kann sich nicht dariiber wundern, das; die Engländer, die Her- rcn von Gibraltar, dichrren don Indien, nach Welck2112lcgyptc11dcn direktestcn Communicationsweg bildct, Alles mit Eifersucht schen, was einen Einfluß, der dem ihrigcn überlegen wäre, an der Einfahrt dcs Mittel- ländischenMeercö begründen dürfte. Die permanentemrd scitlangerZeit unwiderrufliche Occupation Algericns war schon für sie eine Ursache 311 großer Vcsorgniß. Doch auch in England wird sic nunmehr als eine voll- endete Thatsache betrarhtet; England hat, wenn man so sagen darf, endlich die Trauer um Algerien abgelegt. Alle scinc Vcsorgnissc wenden sich cht auf Tunis und Marokko und sind durch das Bom: bardement don Tanger verdoppelt worden. Aber auch bei diesem Anlassc wicdcr ist die französische Regierung so offenbar in ihrem Rcchte, das; man keine Anschuldigung gegen sie zu erheben findet. Die englische Presse kann zwar ihre Besorgniffe nicht ganz verheh- len, erkennt aber (111, daß dic französische Regierung nur gcrcchtc Repressalien übt, daß die sinnlose Hartnäckigkert des Kaisers von Marokko die Züchtigung, 1vclchc ihm zu Theil wird, Vollkommen gerkchtfertigt hat, und daß Frankreich und Marokko zwei 1111- abhängige Staaten sind, welche sich, wenn es ihnen passend scheint, bekriegcn können, ohne daß England in irgend einer Weise das Recht hätte, sich einzumischen. Die französische Regierung bc- thätigte ihre Geduld bis aufs Aeußcrste; ße schritt, und sie kann es sagen, ohne sich einem Vorwrtrse der Schwäche auszuscßen, sie schritt nur gegen ihren Willen zum Krieg. Sie suchte ihn nicht; sie hegte niemals und kann vernünftiger Weise nicht irgend eine Absichi auf Eroberunq oder ermancnte Occupation des Gebiets von Marokko he en. Sie erklärte öffentlich und zu wiederholten Malen auf dcr Trrbüne bc1der Kammern, daß sie nicht den Plan habe, auch nur um einen Zoll Landes die bereits genug ausgedehnten Besiyungen Frank- reichs auf dem Kontinent von Afr1ka zu vermehren. Wenn also die enqlische Pre! e hochtrabende Worte in Schlachtlinie ausführt, um zu erklären, Eng and könne nicht darein willigen, daß Marokko, wie es mit Algerien egangen, eine französische Besihung werde, so können wir uns nicht der emerkung enthalten, daß sie eme ganz unzeitige Entschlossenheit und einen ganz zwécklosen Luxus von Muth entfaltet.“ Dxrs ministe- rielle Blatt erkenntcs übrigens mitBefriedigung an, daß die englische Pkt ? im Allgemeinen so vielMäßigung gezeigt habe, als man „vcr- nün tigerwaise von ihr bei Umsiänden habe erwarten können, die so

sehr geri net seien sie zu beunrnbi en. Nicht minder befriedigt äußert slch Üb" dre ,gkößere Unpartetichkeit, mit welcher dre englische

Presse die otahcitische Frage nachgerade zu beurtlzctlerr anfange, mdem es sagt: „Der Standard, wclchcn wrr gerade 111cht als daß Or- gan der englischenRegicrung bezeichncu-wollen, der, aber dgd_e1nfiuß- reichste Organ der Majorität ist, sagt )cyt, daß drx otahe1111chc An- gelegenheit auf dem befriedigeudstcn Wege zur Erzrelung e111er,Aus- gleichung ist, und daß die Thatsachen, welchc vo_11 Tag zu Tag immer mehr enthüllt werden, nur geeignet sind, dieLöjung 3," kklctchkekn.“

Um die Verordnung 311 rechtfertigen, wonach be) dcr Wahl don Examinaioreu in der polytcchnischen Schule dreiKandrdatcn statt eines einzigen Von der Akademie präsentirtwcrden sollten, führt daFZJour- nal des Débats an, daß die friihere Präsentationsart kernesweges ein altes Recht der Akadcmie gewesen, sondern daß dieselbe vor 18:30 iiberhaupt gar keinen Kandidaten für Ernennungen an der polytxch- nischcn Schule VorZUsrhlageu gehabt, rvcder unter der Restauration, noch unter dem Kaiserreich oder Ko11s111at; erst eine er- ordnung von 1830 habe die Präsentation eingefiihri und, eine Verordnung von 1844 habe sie daher auch modifiziren konnen. Eben so macht das ministericlle Blatt bemerklich, das; weder im Ge- seß noch eine Verordnung vorhanden sei, wodurch das Arni emed Examirmtors mit dem eines Studien-Direktors fiir irnVeretrrbar er- klärt wiirde, cine Vcrordnurrg don 17416 erklärt nur, daß kein Pro- fessor odcr chctitor zu leich Examinaior scirrkömre, ddcr desse111111- gcachtct habe provisdrtih mehrere Male enrc Vercmrgung diescr Functionen stattgefunden, ohne daß die Akademre darrrm befragt wor- dcn wäre.

Man macht hicr dic Brnrcrkung, daß die „englische Presse nut cincr gewissen Vorsicht und Zurückhaltung an die Fragen 311.530)?" schci11e, wclche dnrch die Abdankung Mehmed Ali's erhoben rvnrden, „2216111166 auch der Grund dicser Behuismnksit sein mag“, sagt der Constitutionncl, „so scheint man jedenfalls zu wollen, das; Eng- land sich bereit halte, Als die Nachricht von dem ägyptischen Cr- cigniß zu Beirut angelangt sein wird, muß die türkische Flotte sich noch dort bcf1111dkn haben. Schwerlich wird sie unter diesern Umstiirr- dcn daran gcdachk haben, nach Tunis zu segeln, hätte dies „auch 111 ihren Instructioncn gelegen. Der Corrirc-AdmiralParseval Wild 1101) v11111rriylich cine 1111111'1Hc Krcnzfahrt 111111) Tunis machen, dochiönntc er wohl den Bcfchl erhalten, bis Alexandrien zu gehen. Dre tiir-, kischc Flotte besteht aus eincm Linienschiff vo11126 Kanonen, drer von 100, drei von 74, einer Fregatte von 60, zwei von 44 und eirrcr Brigg von “20, zusammen also 7Lir1ienschiffe, 8Fregattenund1Brigq mir 816 Kanonen, wozu noch ein ohne Zweifel bewaffnetes anrp : boot kömmt. Admiral Parseval hat unter seinen Befehlen 5 Lmrcn- schiffe mit 450 Kanoncn, nämlich den „Ocean“ von 120, Nep- tun“ und „Jupitcr“ Von 86, „Marengo“ und „Algcr“ v-on 80. Allerdings sind unsere Kriegsschiffe den türkischen 111 Em- rich11111g und Bildung der Mannschaft weit überlegen, doch wiirde man sich irren, wenn man glaubte, die türkische Floitc hätte in dcn chien Jahren in Material und Pcrso11al kcrrrc Fortschritte gcmacht; europäische Scclcrric und Artillkrrc - Of"- zicre sind ihr dabei zur Hand gcgangen, trnd chzm es zu einem Konflikt käme, wiirde man nicht mehr dre turktsche Flotte von Navarin findcn. Mit der Nachricht Von der Abdrrnkung Mek)- mcd Ali's trifft eine andcrc von einer gcg111Frankrerchs Interesse zielerrdcn ministericllcn Bewegung in Konstantnwpel z11sa-mn1en,„welch,e, die Lage der Dinge nach jcrrcr Seite hin noch 1111111“ vcr“W1_ckelri konnte.

Don Carlos 11r.d seine Familie haben sich (1111 1-ten d. 1111111 Bedeckung von Bourges in die Bäder von Ncrrs bcgebcrr. 1a während ihrer Abwescnhcit von Bourges das Hotel, welches „ste ddrt bewohnen, ganz rcsiaurirt werden soll, so schirrßt man anf eme 11111- gcrc Fortdauer der Haft diescr fürstlichen Prisoncn,

ck Paris, 21. Aug. Glaubwiirdigcn Angaben nach ist es dcn Kabirrkttcn dcr Trrilerieln und von St.Jamcs gelungen, sichiibrr die neueste otahcitischc Frage zu verständigen, Tie gestern eingetretene Verbesserung der Börscnconrsc 1111d4ci11 Artikel des hrutigen Globe 111111111111 jc11cr V1rsich1r1mg 311 Hiilfe". Das genannte Blatt, welches schon 111 Vtcic'ri (1111111119111 Fällcn dic ?lrrfgabc hatte, dicöffcrrtlichc Mei; 1111111“; ,a11f dtc bcrmts crfdlgtc Entschridung vorzubereiten, sprichtl)c111e 11111 cmenr“wohlbekannten Llcccntc von der Nothwcndichit, die Obwal- terrden Drnercnzrrt dnrch gcgcnscitigcs Nachgrbcn auéznqlcichcn. So War-cmdcrrn dir sibwicrixzstc Punkt beseitigt, welchcr scit*18*10 das cu- roparxchc Etnvcrjtändrnß zu stören g'cdroht hat, auch ist aller Grund dorha11d111,„z11 hoffen, das; die Bcsorgnissc, welche die Eröffnung der Fc111dselrgkcttc11 Frankreichs gegen Marokko crrcqtc,dcrschwirrdc11wcrdc. WU" wollen dri diescr lecgcndcit daran crimicrn, daß die Franzosen vor vier Jahrcn die Welt in Flammen zu srtzen drohten, weil eine fremde Flotte wider ihren Willen Acre beschoß. Zrythabcndic Frau-

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zoscn, 1111113 gcwiß eben so entschieden gcgcn den Wunsch und das ; Juicrcse anderer Nationen, Tanger bombardirt, und es fällt keinem „; europäischen Kabinctc und keinem europäischenVolke ein, aufdies VU"- Z;

fahren durch Kriegsgeschrci zu antworten.

Die französische Flotte hat vor Tanger ßärkcr gelitten, als

man erwartet, und dicser Umstand erzeugte wvhl das Gerücht, daß die marokkanischen Vattcrilcn von fremden Artillerisieu bc- dient gewcscn seicn. Bis jktzt Weiß man indcsscn keine einzige Thatsache zur Untcrsiiißung dicser Behauptung anzugeben. Das Admiralschiff, dcr „Srrffrcn“, ist am schlimmsten zugerichtet und wohl hauptsächlich deshalb auf der Rhede von Tanger zurückgelassen wor- den, während der Rist drs Geschwadcrs unter Segel ging, um die Frindseligkeiten gegen die iibrigen marokkanischen Häfen fortzuseßcn. Der „Suffrcn“, welchcr 00Kcrrro11c11 führt, ist eines der schönsten Schiffe der französischen Marine, und man rühmt besonders seine Geschwindigkrik. Dicse Eigenschaft hatte den Prinzen von Joinville bestimmt, ihn dem „Jcmappes“, eincmLinicnschiffe von 100 Kanonen, vorzuziehen. Letzterer wird von demCapiiainMontaguc's de la Roque kornnrmrdirt und hat zwei ancnicur-Compagniecn an Bord, dercn Dienste fiir den iibrigens 1111W11hrscheinliche11 Fall einer Landung und V1- lagcrurrg vorbehancn sind, Das dritte Linienschiff ist der vom Capitaiu Bellanger befehligte „Triton“, welcher, außer seinen 80 Kanonen, c'"? halbe Batterie Mörser Z1 !;1 ])aixi13n8 an Bord hat: Neben den genannten Linienschiffen hat der französische Admiral dre folgenden kleineren Fahrzeu 1: unter seinem Befehle: 1) die Fregatte „Velle- Poule“, durch iFre Fahrt nach St. Helena bekannt, „dre nächst dcm „Suffrcn“ am meisten gelitten hat, 2) den „Gassendr“, Dampfkor- vette von 220 Pferdekraft, mit 6 Kayoncn, 3) dcn „Pluton“, Kor- vette von gleicher Dampfkraft und n11t_ glerchxr Zahl von Geschiiycn, 4) den „ASModée“, Dampfsrcgatte, mrt cngl1scher Maschine, von 450 Pferdekrafk, mit 20 Kanonen, 5) dk" „Rubrsé“, Dampfboot von 160 Pferdekraft und 6 Kanonen, und 6) _das Avrsoschiff „Pandour“ mit 10 Kanonen. Außerdem hat der Prrnz von Zoinville eine Anzahl von anderen Dampfböten zurn Depeschcn- und Spitaldienst. Die ganze französische Flotte, an der marokkanischen Küste hat 378 Kano- nen an Bord, und, d1e Artillene- und Geniesoldaten abgerechnet, eine Mannschaft von 1200 Mann.

Das Bombardement von Tanger hat zwar nach den heutigen Nachrichtep aus Gibraltar und Cadrx, die bis zum Ren und Wien gehe11,„d1e Festungswerke dieser Stadt völlig zu Grunde gerichtet, den Hauscrn derselben aber nur einen geringen Schaden zuge “gt, der noch dazu vdrzugswcise auf die Wohnungen der europäichen Konsuln gefallen 1s1.

)( Paris, 21. Aug. Es sind Befehle gegeben worden zur Absendung von Kugeln, Bomben, HaubiH-Granatcn, congrevischen und anderen Raketen, die Prinz Joinvillc von den Ministern kes Kriegks und der Marine verlangt hat. Auch spricht man von der Absendung einer Jlotiile kleiner Schiffe zu 6, 8 und 10 Kanonen: Goeletien, Schaluppen, Trinkaduren und anderen leichten Fahrzeugen dcrsclbeu Art, die sich bis auf wenige Klafter den Mauern der ver- schiedenen marokkanischen Hafenpläße nähern könnten, während die schweren Schiffe darauf beschränkt sind, ihre Geschosse aus der Ferne zn schlcudcrn. Der Zustand der Arscnale von Frankreich ist jeyt so- daß der Wunsch des Prinzen schleunigst erfüllt Werden kann.

Gestern Abend wurde in mehreren sonsi gut unterrichteten Krei- scn Von einem Zuge des Marschalls Bugeaud gegen Fez und Me- q111'11cz gesprochen, in Welch lcßterer Stadt die Schäße des Kaisers, worunter allein 55 Millionen Fr. in Baarem, nicht gci*cck)11e_t die sonstigen Kostbarkeiten, unter der Obhut der Negcrgarde sich befinden sollen. sz bildet 311.121 Städte, die neue, Face cl Dschedid, die auf dcm Abhange eines Hügels erbaut ist, und die alte, Jace cl Bali, die sich aus der Hochebene desselben Hügels ausdehnt. Tie leytere wird im Nordwesten von hohen Bergen beherrscht, denen mit jähem Falle ein Fluß cntsirömt, der die Altstadt durchschneidct und nicht allein die Einwohner reichlich mit Wasser versieht, sondern auch eine große Anzahl von Mühlen in Bewegung setzt, von denen eine nach europäischer Art erbaut ist. Der innere Anblick der Stadt, Bau und Verthei- lung dcrHäuser sind gerade wie zu Algirr und Tanger. Scott schäßt die Be- völkerung vonFcz auf300,000Seelen, was offenbar rir1er111gchcurc Ucker- treibung ist. Ali Bcr) schlägt sie auf etwa 1000001111 1111d bkrichiste nach den Anssagen dcr Landesbcwolmer, Vor der Pest von 1793 habe sie 200,000Seele11 bciragcrr. Fez ist mit eincm weiten Gürtel von Mauern umgeben, die am Axrfauge dieses Jahrhunderts, wenn auch 111 schr schlechtem Zustande, noch standen. Innerhalb derselben be- finden sich auch die qustadt 1-11d mehrere große Gärten. Auf zweien der östlich und westlich liegcndannhöher1 erblickt man zwci schralte Forts, die aus einer einfachen Mauer:Verkleidung bistehcn, deren Courtine etwa 20 Mitres hoch ist. Mincngänge sollen von diesen Forts 111111) der Stadt führen. Kanonen werden 111 die Forts 11111“ bei Anlaß von Aufruhr gebracht. ch scheint nicht imStande, cine Belagerung aus- zuhalten, 11111 so weniger, als seine Bevölkcrung eifrig der Industrie und dem Handel ergeben ist und daher, weit entfernt, kriegslusiig zu sein, vielmehr nur daran denkt, was sie besitzt, 311 erhalten, Die Bewohner der Gebirge, welche dort unter dem Vorwande, die Stadt 311 Vertheidigen, einrücken wollten, würden so wenig Einlaß finden wie zu Tanger.

Dic Bcwegung der Geschäfte an dcr Börse war heute zicmlich stockend, indes; erholten? fick) die Course allmälig wieder, obgleich sie (1111Schluß noch immer niedrigcr blieben, als die gestrigcn, beim ;;proc. Anlehcn, das mit 80.20 schloß, 11111 “.'0 Cent., bei dir 5proc. Rente, dic zrrleyt 311120. 101111 6011|i)[311[ und 120.5 aquicfcrurrg Ende Monats gc'fragt war, um 10 Cent. “Die Eisenbahnen hielten 1111) bcncr,.1111d cmzelnc, gerade die schlrchtcrc11, wic Siraßburg-Vasel 1111d Versailles WU.)- thcn sich fogaretwas. Zr1auöwärtigenJo11ds wurdcn wenig Geschäfte gernackt. *

Großbritanien und Irland.

London, “.?-1. Aug. Se. „Königl. Hoheit der Prinz von Preußen übernachten: Vorgestern, crm Montage, auf dcmLarrdsiyc des Herzogs Von Wellington 1'11 Straiirfieldsade, woscldst sich am Abende dcffclben Tages dcr Graf und die Gräfin Von Westmoreland, Lord und Lady Wellesley und eine zahlreiche Gcsrllschaft 311 einem glän- zenden Bankctt vcrsmnmclt hatten. Am Dicrrftagc friik.) reiste Sc. Königl. Hoheit in Begleitung seines Gefolges, des Herzogs von Wellmgion und des Grafcn und der Gräfin von Wostmorcland auf drr Great Western Val)", die sie bei dcr09.)iilcö vorrStrathfieldsnyc 1101111111111 Station Reading «1111111111, 1111ch Oxford, wosclbst der Zug um 1 Uhr Mittags 1111111111111", 'Die bcrcitstchendc Equipagc dcs .Her- zdgs von Wcllington nahm den hohen Gast auf, Und fiihrte 11111 nach dcr Wohnung des Vicc-Kanzlcrs der Universität, des 01". Wyrrter, Präsidenten des St. Zodnö College. Nach- dem die Gesellschaft hier einige Erfrischrrngcn cingenornmcn, begab 1111111 sieh 311 der in den Schulgebäude" zu Ehren Sr. Königl. Hoheit veranstalteten Urtivcrsitäts-Jcicr'11'111kcit, wozu Tages zuvor s(1'111mtliche anwesende Urtivcrsitäts-Mitglikder eingeladen waren. Es erschienen zur bezeichneten Stunde ungefähr 200 Mitgliedcr dcr vcr- schiedcnen Kollegien, 11111 d111 Prinzen zu empfangen. Die hohkn Herrschaften als Würdenträger der Universität mit ihren ?lmiG-Or- 11111111 bekleidet, dcr Herzog von Wellington als Kanzler der Univer- sität mit dern Kmrzlerkleidc, Se. Königl. Hoheit der Prinz von Prcu- s1111 als Doktor der Rccht§gelahrthrih welchc Würde derselbe bei sei- ner Arrwrsenhcit in England im Jahre 1814 erlangte, mit dem Scharlach-Mantcl und der schwarzen Sammetmiiizc, der Graf von Westmoreland mit gleichcn1 Ornatc, -- Wurden von dcn Vorstcherrr dcr Vorschicdcncn Koili'gien, dem ].)1: Williams, dcm chrw. Herrn Smyd, ],)1'. Buckland, 1)1*. Jclf, ])1'. Symonö :c. an dem Eingangc empfangen, wvrauf beim Eintritt in das große Viereck der Herzog von Wellington vor den Prinzen trat und folgende Anrede 1111 dru- selbcn hielt:

„Möge Ew. König!. Hoheit geruhen, nns, Kanzler, Magister und Schüler der Universität Oxford, zu gcstaltcn, die Freude audzrrdriicken, 1111'1 wclcher wir die Ankunft Ew. Königl. Hoheit in diesern Sir,;e dcr 911111311111 1111d Gelcbrsmnkcit bcgriißcn. Der Besuch Ew. Königl. Hoheit in Vc- glcitrmg Zhrcö crhaberren Vaters unmittelbar nach der Wicderhcrstcllrmg des Friedens von Europa ist nicht vcrgcffcn worden, und wir heißen Ew. Königl. Hoheit bei der gegenwärtigen Gelcgcnhrit mit noch größerem StolZc und Vergnügen willkommen, weil wir schon die Ehre gchabt haben, den Namén Ew. König!. Hoheit in die Register der Universität einzutragen. Die gegenseitige Ack- 1111113111113 das gcgcnscitige Wohlwollen, welche lange in glücklicher Weise zwischen Preußen und Grdßbritanien bestanden haben, sind durch den neulichcn Bc- frlch dcs dcrzcitUrcgiercnden Monarchen bei unserer grlicbtcn Königin er- 11eue11 und verstarkt worden.

Königlichen Hohcit unter uns als _c'ln neues Zeichen der Fortdauer solcher '- (Hcfinnungen zu betrachten, so wre als eincn Beweis fiir das Interesse, L*

Welches Ew. Königl. Hoheit an der Förderung derLiteratur nnd Wiffc11schaft 1116111111. - Gegeben in unserem Hause dcr Convocation unter dem gemei- nen Sicgcl am 19, August des Jahres dcs Herrn 1844.“

Der Herzog 1116 diese Adresse mit lauter Stimme und mit be- sonderer Betonung der Worte vom Frieden Europa's, Worauf er die- selbeRHe-rrn Bumsen überreichte, der sie für den Prinzen annahm. Se. Komgl. Hoheit antwortete hierauf in englischer Sprache Folgendes:

„Mylord Herzog und meine Herren!

Ich danke Ihnen für die freundliche Aufnahmc, die Sie mir bercitct baden, und fur das herzliche Willkommen, das mich an diesem chrwr'i1digcn Orte degrußi hat. Ich habe nicht jenen feierlichen Tag vergessen, an wcl- chen1_ ich wahrepd “,s Besuchs in diesem Lande mit mcinem Vater, dem hocblcltgcn K-omge, die Ehre hatte, in Gemeinschaft mit ihm meinen Namen 111 Ihk,“ Rc rstcr emgeschrrcben zu sehen, Ich bin voll Dankes dafür, daß der Friede uroya's, dessen glückliche Wiederherstellung mich in meiner friihen „Jugend rri-dies Land führte, dreißig Jahre lang bewahrt, und daß dre gegensemge Achtung und Freundschaft zwischen den beiden Ländern phne Unterbrechmxg „aufrecht erhalten und verstärkt worden ist. Ich bm überzeugt, daß der König, mein Bruder, mit der größten Genug- thuung dic Fortdauer der Gesmnunscu erfahren wird, die er so durchaus zu "würdigen thß", und die er so wgrm erwiedert, Ich wünsche Ihnen Gluck zu dem bluhenden Zustande drcses alten Siges der Religion und

Und wir freuen uns, die (Hrgcnwart Ew. ,

1301 Gelehrsamkeit und bete für dessen fok1dauekndeWohlsahxj und seinen Ruhm. Und ganz besonders vereinigt ich mnneltbhastcn Hoffnungen mit denen die- ser Universität, daß derselben n9ch „lqnse k" Held vorsehen möge, welcher nach Erlangung dcr höch|en m:!itamschen Ehren und des höchsicu Kriegs- ruhms beides in den Zeiten des Friedensfnoch „zu vergrößern gewußt hat.“

Se. Königl.Hoyeit sprach, tyre dle Blatter sagen, mit sehr kor- rekter Betonung und machte auf d1e Versammlrrng einen überaus cFreu- digen Eindruck, der ßch unter lautlosxr Strike auf allen Gefi tern aussprach, Nach diesen Empfqngs-Feierlichkeiten besuchte der Prinz die verschiedenen Denkwürdigkertcn und Jnxtrtute der Univerßtät, die Bibliothek, das geologische Museum, wo !)1. Buckland der Führer war und lange mit dem hohen Gaste Verwmlte, dtc verschicdcncn Kol- legien :c., und begab sich alödann nach dkr Halle des St.John-Col: lege, wo ein glänzendes Dejeun-cr siattfcrrrd. Um 5 Uhr zog sich die Gesellschaft zurück und Se.Kön1gl.Hok)krt begab fich mit seinem Ge- folge und stinen Begleitern nach Nuncham zum Erzbischof von York, wo man dinirte.

Direkten Nachrichten aus Tanger zufolge, welche die Times mittheilt, hätten die Franzosen bei dem Bombardement diescö Tris nur ein n1arokk1111ischcs Geschiiy in dcrHa11pi»Battcrie demonrirt, und

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dic Marokkaner den Verlust von nur 6 odcr / Todtkn zu beklagen.

Spanien.

%% Paris, 21. Aug. Dic Gesandtkn von Frankreich, Eng- land und Belgien sind an Bord des französischcn Dampfschiffes „La- voisicr“ der önigin Isabella nach Taragona gefolgt, von wo der Hof am 1351111 Abrndö 311 Wagen nach Vaxrncia ausgebrochen ist, Von der lcytgenannten Stadt 11116 wird Graf Brcssorr der Königin nach Madrid vorauscilen, nnd der englische (Öcsandtc sich, wie es hcißi, nach Cadix und Gibraltar bc eben.

Die 111 Vitoria abgehaltene ?crsammlung dcr (Brnkral-Junia „„Von Alava ist am 151211 geschlossen worden. Zirrc Verhandlungen „Zwurden 111it vieler Ruhe und Würde gefiihrt, aber die: Vcschlußnahrnen ,)? zeugen von dem energischen Willen, dic Wiederherstellung dcr fueriftischcn 1x Verfassung durchzuscyc'n. Der Marquis von Alameda lehnt 311111 all- gcmeinrn Bedauern eine neue Ernennung 511111 (k)erreral-Dcputirtcn _!von Alava ab, dessen Amt er schon mehrmals mit Kraft und Ge- ' wandthcit fiihrte, und es ist an seiner Statt Herr Urquijo de Zrabien gewählt. Die Gcneral-Junta hat ihre Vollkommene Zufriedenheit 'mit den Lcistungrn dcr Deputation arrögcsprorhcn, wclche znr Vcr- tretung dcr Sache dcr Provinz nach Madrid geschiiit ist, und sie hat idée Vollmachtcn dikscr Deputation vrrlängcrt. Man isi i11 Vitoria fortwährend mit den Vorbcrciinngrn 311 den Fcsicn beschäftigt, die 111 den [13131111 Tagcn dicses Monats stattfinden sollen, und 1111181 dkrren ein großes Stiergcfccht die Hauptrolle spielt. Marr erwartet viele Tausende Von schaulustigcn Fremden, 1111111 11111111 aus den spanischen Nordprovinzcn, sondern auch aus den bc1mchbartc11 frmrzösischc11 Dc- partcmcnts.

Portugal.

London, “.'1. Aug. Die heute cingcgangcncn Kdrrcspondcnz- Berichte aus Lissabon vom 141111 d.M. sprechen von einer bedeu- tenden 056111111111 unter den Beamten des Königreichs, Wklshc ein Dekret über die Verscyungen dcrsclbcrr hcrvorgerufcn haben soll, Man erkennt darin einen neuen Beweis der Allmacht dcs Hcrrn Costa Cabral und dcs Strebens der Regierung 111111) absoluter (Heri. “Das bczcichrrctc Dekret, Vom 1. August datirt 1111d im Diario 1111111 01111 veröffc11t1i1111, verfügt nämlich 111 der Hauptsache, daß alle Rich- ter zweiter Instanz, untsr Ginshmigurrg dcs Staatérathcs, von dem Jrrstiz»Minisicr ohne Weiteres von cim'm Theile dcs Königrcirhs uach dkm anderen, die Azoren und Madeira mit cingeschlosscn, derscyt 11111- dcn diirfen, da:": auch die Richter erster Instanz dicser Verfiigung 1111- tcrworfcn sein sollmr, sofern sie bereits drei Jahre bei eincm Triba- nalc dikslr Instanz fungirt hättcn. (Fs wird scrncr vrrordnct, daß 111111) die Profcfforcn der Universität, ebenfalls unter bloßer Geneh- n11g1111g dcs StaatSrathcö, Von der ngicrnng ohne jvcitcrc Untersu- 111111111 ihrer Stollen entsetzt, cndlich auch, daß alle Offiziere der Armee und der Flotte, wie der Z))?unizipal-Gardc von Lrffabon und Porto, sobald dcr öffentliche Dienst nach dcr Ansicht der Regierung cs verlangt, ohne Weiterck außer Aktivität, unter Beziehung dcs halben Soldcs, versetzt Werden diirfen. (Fin Dekret dom 6.A11g11si, Welches dic 9)?11111'51pal-Gardc11 dechzirie von Errkra, Castello Branco, Beja, Coimbra, Sarrtarern, Portalcgre und Villa Real aufgehoben hat, wird als ein vorbereitendcr Schritt 311 dem neuen Gesetz vom 131011 betrachtet, gcgen Welchrs dic (Hmniithcr des Volkes als gcgen cine Vcrlri)»1111g dcr Charte cingcnommcn wcrden. Dcr Viscondc Sa da Bandcira, Mitglied der Pairs-Rammcr und der Königin persönlich befreundet, hat eincn förmlichen Protest gegen das Tckrct an die Regierung gerichtet, und es werden ähnliche Protcste don danustiz- Bmmten des Königreichs 111 öffentlichen Versammlungen vorbereitet. Man geht so weit, zu erklären, daß die Beamicrr entschloffen scien, sich nur durch physische Gewalt ihrer richterlichin Junctionkn cut- hebcn 311 lasen. 211111; der Herzog von Palmella, der, wie man cr- ziihlt, sich mit seiner ganzen Familie 111111) Velgirn übrrsiedcln will, soll gegen die Politik der Regierung energisch rrmonstrirt und daß betreffende Dekret geradezu als 1111111 Akt der Diktatur [113611111111 haben. Er begab sich 11111 1211711 111111) Cirrtra zur Königin und hatte cine lange Audienz, über dich Inhalt indes; nichts vcrlautci, doch schei1rt dieselbe zur Folge gehabt 111 haben, daß die Ministcr 11111 131111 Morgens und Abends in Ltssabrm sich zum Rabincis-Rathc Versammrltcn.

Ein ande'rcö Dekret dcr 011910111111 ohne Zustimrnnng dcr Cortes gleichfalls erlassen, vrrbictct aus Riickstchtcn dcr Sparsamkeit dic Bc- ziehung von Gehältern fiir versihicdcrtc “211111111 111 einer Person. Die jährliche Ersparnis; wird auf 22,000 Pfd. geschäyt.

A e g 12 p t c 11.

_ Alexandrien, 6. 211111. (Lest. V.“) Der Vice: 311111111 hat ",-'scirrcn Entschluß, cine Pilgeriawt nach Mekka 311 unterrichmcn, auf- Als er in Kahira ankam, ließ er sich einen türkischen Arzt 1539111 Begleitung vorschlagen, wcil Christen die heiligen Orte nicht be- : rctcn dürfen, und traf allc Anstalten zur Reise. Da jedoch der Ge- ;- undheits-Zustand dcs Pascha's 111110 fest genug ist, so haben ihm europäischen Aerzte davon abgrrathcn. Nun melden die neuesten tiefe aus Kahira, daß der Vice-König jenen Plan defini- *. iv aufgegeben habe und die Verwaltung der ihm 1111- ,chrtrautcn Provinzen definitiv behalten wolle. Er hat n der That die Mitglieder des geheimen Conseils, so wie Ibrahim „ascha, 1111ch Kahira bcrnfcn. Man giebt sich daher der Hoffnung 111, daß der seit der Abreise des Vicr-Königs völlig gelähmte Han- „cl bald seine friihere chcndigkeit wieder gewinnen werde.

„Gestern Abcnd erschienen am Eingange dcs hiesigen Hafens dic anlrsche Fregatte „Tync“ uud eine Korvette, parlamcntirtcn mit dem

“gegeben.

n altenHaferi statidnirtcn englischen Dampfboote „chscr“ nnd cut- crnten steh wredcr m der Richtung nach der syrischen Küste, woher sie geÖomFien Hvaren.

. er il eigt regelmäßig“ am 3. August hatte das Wasser schon eme Höhe von 11 Ellen und 1 Zoll.

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Die Gewerbe-Ausstellung der deutschen Bundes- uud Zollvereins-Staateu.

Die gegenwärtig in Berlin eröffnete Gnocrbe-Aussellung*) “M*“ scheidet sich durch eine doppelte Bedeutung von ihren Vorgäng _. Sie ist zuerst ein gemeinsames Werk der deutschen Bundos- jmd ZoUvereins-Staaten: die zahlreichen Gebiete und Länder, in welk unser gemeinsames großes Vaterland im Fortgange der Jahrhunderte fich gegliedert hat, sie wirken alle dabei mit: von den Alpen bis zu Nordsee, von den Ardennen bis jenseits des Riemen haben fish ge- mkinsinnige Männer vereinigt, um in einem großartigen Gemälde die Erzeugnisse industrieller Wirksamkeit dem Vaterlande vor Augext zu legen. So manches treue deutsche Gemüth empfindet die tasse Sehnsucht nach einem gemeinsamen Wirken, nacb Zeichen der Liebe und des Einverständniffes unter den politisch gesonderten Stämnmk, und sucht sie in ferner Zukunft. Hier bietet fich plöleich ein solchee Vereinigungspunkt dar, der, Allen zum Nußcn nud zur Freude, nichts vernichtet, nichts verleßt, der, selbst ein beredier Zeuge drs deutschen Jleißes und der deutschen Kraft, wiederum alle Anstrengung in An- spruchninnnt, urn das Ganze zu durchdringen und nußbar zu maker, der eine vielversprcchcnde Aussicht in die Zukunft eröffnei. Wenn Vaycrn die erste Anregung zu periodisch wiederkehrenden Ausßellun- gen des dentschen Zollvereins gab, wenn der hessische Gewerbe-Veroin den ersten Versuch einer Ausstellung für die Gewerbs-Crzeu nisse dkutschcr Bundesstaatrn in Mainz machte, so war es Preußens Joch- herzigchönig, der alle dcrrKd'rrigen und Fürsten Deutschlands wie ein Bruder dcn Brüdern die Hand reichend, zur Eröffnung jener Reihensvlse den Gcrvcrbrfleiß des ganzen Vaicrlandcs cht zum erstenmale m seine Residenz einlud. Und das Vaterländische Gefühl, welches uns seit Jahrtausrndcn verbindet, ist nicht erftorben; daß es in unserm Tagen wieder lebendiger und durchdringender geworden, hat sich schon bei dikscr ersten von Staats wegen eröffnerrn gemeinsamen Ausstel- lung gezeigt. Aus den verschiedenen Gebieten dcs preußischen Staats fanden sich 1866, aus den süddeutschen Vereinssiaaten 317 , aus den sächsischen und thüringischen Staaten 252, aus den hessischen und rhcinischen Staaten 169, ans Oesterreich 65, aus den norddeutschen Staaten 156, zusammen 2825 Aussteller zu diesem Jeske ein , denen in den chien Tagen noch einige zugetreten sind.

Die andere hervvrstechendc Bedeutung, worauf wir vorerst die Aufmerksamkeit des Lesers 1111611 möchten, ist dieMannichfaltikeit der hier vereinigtenZudrrstric-Erzrugniffe. Der Gedanke ist dabei leitend gewesen, alle wichtigeren Zweige der Volkswirthschast, vorAllem srcilich dic verarbeitenden und vcrseiuerndcn, bis an die Gränzeu der schönen Kunst sireisenden Gewerbe, sodann aber auch die Rohstoffe, aus dcncn sie ihre Werke schaffen, und diese Stoff-Erzeugung selbst in Proben vor Augen zu legen, Landban und Viehzucht, Bergbau und Hüttenwesen, Jabrikcn, Gewerbe und Bau-Ansialten, Künste und Er- findungen aller Art haben ihre Leistungen vereinigt. Die mannich- faltigcrr Arbeiten für die materiellen Bedürfnisse des Volkes bilden ein zusannnenhängendcs Ganze, und es wäre von großem Werthe, cine gleichmäßige Kenntnis; von den Leistungen derselben durch An- schauung ihrer Leistungen zu erlangen. Manche wichtige Zweige der- selben entziehen sich indessen theils wegen der Schwieri keiten des Transports, theils wegchmrgels an Halibarkeit einer sol en Schau- sicllung. Es wird deshalb unerreichbar bleiben, in einer Industrie- Ausstellung die sämmtlichen Zwei e der Gemerbthätigkeit in einer ihrer Wichtigkeit entsprechendenSm?cnfolge durch Proben darzusteller'. Es kommt noch hinzu, daß in manchen Fällen eine solche Darlegung 111111 mit großen Kosten oder selbst dauernden Verlusten der Aussteller zu bewirken sein wiirde. Dirse verschiedenen Gewerbzrvcige sind aber bei dcr jcyigenAusstcUung auch Wegen der sehr vrrschiedenen Neigung und Gelegenheit zur Einsendung angemessener Probestiicke sehr ungleich vertreten - cinMangel, der sich auch auf den nachstehenden, die ein- zelnen chige der Ausstellungs-(Hegcnstände beleuchtenden, von Sach- verständigen diescr Zweige ausgkgangenen Bericht übertragen mußte. Dirscr Bericht ist nur von den ersicn Eindrücken der ebe'n beginnen- den Ausstellung arrégegangcn; rr will umsowenigcr abweichenden An- sichtk11 der Bkschaucr vorgrlifcrt, da bci dcr am Schluß der Aus- siclinng bcvorstrhcndcn amtlichen Bcrichterstatimrg eine vollständige Nachrvcisung sämmtlichcr Artsstcllrr11gs-Gcgensiändc gegeben wird.

], Fabrication aus Steinpappe und Papiermasse,

Auf den in Frankreich seit längerer Zeit geführten Streit ob die Fabrication von Skulpturen und architektonischcn Verzierungén in Stcinpappc eine alte oder 11er1ercErfi11d11ng sei, wollen wir hier nicht zurückkommrn. Seit der Restauration dcs Loudrc in Paris und der Kronpalästc in Frankreich hat es sich indessen entschieden herausge- stellt, das; die daselbst, namentlich im Saal der Garden zu Fontaine- bleau und in den Karnmkrn Hcinrich's U., im Louvre angebrachten Ornamente nicht 111311111111) aud dcr 1“th angewandten Composition der Steinpappcnmaffk, sondern vielmehr aus 11311101 11131366 bestehen. Seit langer Zeit aber hatten die Künstler dies zu weiche Material als unzureichend erkannt, 11111 feine Konturen und ausgefiihrke archi- tcktonisrhe Ornamente scharf und sauber wiederzugeben, Da gelang es nach vielen Versuchen, Vor ctwa 6.5 Jahren, Meziércs, die jeßige Steinpappmassc zu erfinden, dercn “feste und zugleich sügsamere Natur 16 möglick) machte, alle Effcktc der wirklichen Skulptur zu erreichen so daß dicseMassc vollkommen wäre, ließe fie sich noch undurchdring; licher gegen die Feuchtigkeit herstellen, ohne an Gewicht und Härte zuzurrchmrn- ancß trotz dieser, gewiß mit der Zeit noch zu beseiti- genden Unvollkonnncnhcit erfiillt sie schon cht ein großes Bedürfniß unserer Zcit, in der man es liebt, obne bedeutenden Geldauswand zu glänzen, und macht den Luxus der Skulptur und Architektur auch der Mittelklaffe zugänglich. Die entschiedcnsic Nüßlichkcit dicser Fabri- cation bcwährt sich aber Vorzüglich bei der inneren Decoration von Sälen und Zimmern, bei der sie die viklscitigste Anwendung findet. So konnte es denn nicht fehlen, daß in kurzer Zeit 111 Paris eine große Anzahl Stcinpapp - Fabriken entstand unter denen sich die von Ballet und Huber, Romagnesi, Tirrart Ber; „ard, anchcr, Halli“, Lombard, Jouin und Guillaume besonders aus- zcichncn und durch silberne und bronzene Medaillen belohnt und auf- gr1111111tc1'k wnrden, Zn Dc111sckla11d sieht in der Steinpapp-Jabri- cation Berlin 1111 der Spiyc, woselbsi sich bereits fünf Fabriken be- finden. Die Leistungen mehrerer derselben auf der gegenwärtigen (Bewcrbc:Audsicllung gercichcn dcr Vaterländischen Industrie zur Ehre. Es fehlen daruntcr Weder die schwierigsten, größten Skulpturen, Sta- tuen und Luxus-Gcgrnstärrdc, noch die reichsten und mannigfachsten architektonischcn Verzierungen, Ornamente und Statuetten, alle gleich sauber und scharf und mit äußerster Reinheit der Conionrcn audge- führt, Bliebc bei diesen in der That erfreulichen Leißungen noch etwas zu wünschen iibrig, so wäre dies eine größere Originalität der Modcllc, unter denen sich leider noch manches dem Auslande Ent- nommenc wiederfindli-

Herrn Karl Gropius in Berlin, Katalog Nr. 486,- gebührt das großchrdiensi, diescniihliche Erfindung nicht allein bier sondem, so vielReserentxri bekannt ist, in Deutschland uersk einge hr; zu haben. Was seine 1m_Jahre1836 hier errichtete Fabri! seit Fuer

*) Ver [. iiber die am 1“. A ' “_ Ztg. Nr, 237, *) "susi “sols" Eröffnung Alls- Preuß.