Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten. 80. Sißung vom 23. Mai 1912, Vormittags 10 Uhr. (Bericht von Wolffs Telegraphiscbem Bureau.) Ueber den Be inn der Sißung ist _in der gestrigen Nummer d. Bl. beri tet worden. Aitf der Tagesordnung steht die dritte Beratung des
Geseßentwurfs über Stärkun des Deutschtums in eimgen Landesteilen (Befißbefeétigungßgeseß).
Justizminister Dr. B e f e l e r:
Meine Herren, die Ausführungen des Herrn Abgeordneten ver- anlassen mich, zu der Rechtsfrage mich nochmals zu äußern. Ick be- merke dabei, daß ich heute repliziere; Staatst'egirrung habe ich bei der zweiten Lesung dargelegt, und ick) halte diese Ausführungen aufrecht. Im einzelnen wlllicb nur noch fol- gendes hinzufügen.
Was über den Artikel der Reichsverfassung zu sagen ist, babe ich meines Erachtens bei der zweiten Lesung voÜftändig dargexegt; ich kann nur auf das verweisen, was ich damals gesagt habe.
Was das FreizügigkeitheseZ anlangt, so will ick) kurz meinen Gedankengang und den der Staatßregierung dabei entwickeln. Das Freizügigkeitßgeseß gestattet jedem Deutschen, in jedem deutschen
Staate Grundeigentum zu erwerben. Der Herr Abg. Maxx ist mit mit darin einverstanden, daß fich das nur auf Grundeigentum beziehen kann, welches überhaupt zur Ver-
äußerung bereit steht (Abg. von Trampczynski: Zweiter Absaß 1), und daß niemand ein Recht hat, zu verlangen, daß ihm ein Grund- stück, welches er gerade zu haben wünscht, auck) übertragen werde. Sondern insoweit handelt es fich um das DispofitkonSreÖt des Eigen- tümers, dieser darf über sein (Grundstück verfügen, wie er wiÜ. Nun wird darauf verwiesen, daß Beschränkungen in der Richtung unzuläsfig seien, daß jemandem Erschwerniffe bereitet würden, zu dem Erwerb eines Grundstücks zu schreiten. Der Herr Abgeordnete hat in dieser Hinsickot vornehmliéh auf den § 3 des vorliegenden Gesetzentwurfs verwiesen; sonst steht auch im Geseß überhaupt nichts, Was den Ge- danken behandelte. Es ist nirgends gesagt, daß an einen Angehörigen polniscHer Nationalität cine Veräußerung nicht stattfinden dürfe- (Lachen links und im Zentrum.)
Es ist mir vorgehalten worden, daß ich bei der Beratung des Enteignungsgeseßes gesagt hätte, ' es sei unzuläfstg, ein Verbot dahin zu erlaffen, daß Grundeigentum nicht an einen Polen veräußert werde. Das habe ich damals gesagt, und das sage ich auch heute noch. Es ist nirgends in diesem Gesetze gesagt, daß verboten sei, einem Polen Grundeigentum zu verkaufen. (Erneutes Lachen und Zurufe bei den Polen und Sozialdemokraten: Unglaublich!)
Diese damalige Aeußerung steht mit der jeßigen Auffassung der StaatSregierung nicht in Widersprucß. Jm § 3 ist gesagt worden, daß ein WiederkaufSre-cht Vorbehalten werden soUe, und es wird dabei auf das Ausführungsgeseß zum Bürgerlichen Geseßbucs) verwiesen. Bei der Beratung diefes Geseßes ist die Frage, ob damit ein Eingriff in das Recht polnischer Staatsangehöriger geschehe, beHandelt worden, im Plenum überhaupt nicht(Abg. von Trampczynski: Nanu?), sondern es ist ohne einen Widerspruch damals das Gesefz angenommen worden, und es ist heutigen Tages in Geltung. Nur von dieser gesetzlichen Bxftimmung, die das Ausführungsgesetz zum Bürgerlichen Geseßbukh enthält, soll Gebrauch gemacht werden, wenn der Fiskus fich ein Wiederkaufßrecht vorbehält, wie es in Ö 3 vorgesehen ist, und damit ist nichts in dieses Geseß hineingetragen, was nicht bereits bestehenden Rechts wäre.
Dann hat der Herr Abgeordnete auch noch auf den Art. 4 der Verfassung verwiesen und, wie ich bereits früher vermutete, eben damif den Antrag, der besonders gestellt ist, begründen woklen. Herr Abg. von Trampczynski hat bei der zweiten Lesung bemerkt, dia historische Entwickiung dieser Geseßesbestimmung des Art. 4 zeige, daß meine Rechtsausführung, die ich gemacht hatte, und die ich heute nur wiederholen könnte, nicht zutrifft. Da möchte ich doch einmal dem Herrn Abgeordneten mitteilen, wie dieses sogenannte Grundrecht im Frankfurter Parlament behandelt worden ist. Die Herren wissen ja, daß unsere Verfassung, namentlich was die Grundrechte anlangt, im Wesentlichen auf denjenigen Beratungkn beruht, die im Frankfurter Parlament stattgefunden Haben. Das gilt namentlich auch vom Art. 4. Damals hat der Berichterstatter für dieses Geseß bei seinen Schlußbemerkungen folgendes angeführt:
Der Satz Heißt nicht, daß notwendig alle Geseße für (1112 gleich find, sondern für gleickze Verhältnisse, für Personen in derselben Rechislage solle auch dasselbe Gesey gelten. Man habe in Frank- reich, Belgien und in den deutschen Staaten, die den Saß in die Verfassung aufgenommen hätten, damit einen bestimmten Sinn er- bunden, der vor Mißdeutung bewahre. ",Das Wesentliche des Saßes würde aber auch durch die Annahme eines Amendements: „vor dem Geseye finden keine Unterschiede der Stände stalt“ aUSJedrückt. Die Fassung des Verfaffungsaussckyuffes sei nur deshalb vorzuziehen, weil sie ein dem Volke teuer gewordenes Rechtssprkcbwort wiedergebe.
Und nichts andercs habe ich neulich gesagt, als daß im wesentlichen die Aufhebung der Standeßrecbte beabfichtigt worden sei (sehr richtig! rechts “und bei dcn'Nationalliberalen), und daß die Verfassung im übrigen so angelegt werden müffe, wie ich damals erklärt Habe; es handelt s1ch jeßt wsder um StandeSrecbte, noch um solche Rechte, auf die jeder ohne wkiteres einen Anspruch hat, sondern um Bestimmungen, die ihn nur dann betreffen, wenn'er dem Geseße gegenüber in den Bereick) seiner Anwendung gezogen wird. Also, nachdem der Fiskus fich entschlossen hat, an eine bestimmte Person zu veräußern, so ist bei der Geseyes- anwendung ihr gegenüber der Grundsaß des Art. 4 zu wahren. Bis dahin ist überhaupt für den Art. 4 in diesem Geseße gar kein Raum gegeben und deshalb ist der gestellte Antrag, daß das jeßige Geseß wie eine Aenderung der Verfassung zu behandeln sei, durchaus nicht am Platze, wie ich bereits neulich aUSzuführen die Ehre hatte. Ick) kxnn meine Bemerkungen also nur damit sch[ießen, daß ich sage: ich halte die Erwiderung g€gen meine Rechtßausführungen für unzu- treffend. (Bravo! rechts und bei den Nationalliberalen. Lachen bei den Polen.)
Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Dr. Freiherr von Schorlemer:
Meine Herren! Herr Abg. Marx hat mit besonders [ebhaften und, ich glaube, nicht zu viel zu sagen, erregten Worten fick) dagcgsn gerrendet, daß am letzten Freitag auch vom Negierungkfische aus das
den Rechtsstandpunkt der_
Wort StaaWnoWendigkeit gefallen und besonders betont worden rst! Ich kann ihm ohne weiteres recht geben in der Behauptung, daß unter StaatSnotwendigkeit je naeh der Auffassung der leitenden Stelle etwas Verschiedenes verstanden werden kann. Aber zur Beurtetlung
„ dessen, was ich gesagt und ausgeführt habe, kommt es lediglich darauf
an, was ich unter StaatSnotwendigkeit verstanden habe! (Sehr richtig! links - Heiterkeit") Ich glaube, aÜe, die meine Worte gehört h'abetz, können darüber nicht im Zweifel sein, daß unter Staatdnotwendtgkett im Sinne meiner Ausführungen aÜein die Stärkung und Erhaktung des Deutschtums in den nationalgefäbrdeten Landesteilen zu ver- stehen war! (Lebhafter Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) Meine Herren, das wird und muß eine Staatßnotwendigkeit bleiben, solange Preußen und sein Königtum besteht! (Stürmischer Beifal] rechts und bei den Nationalliberalen.) Auch Herr Abg. Marx hat es von den Polen als selbstverständlich gefordert, daß fie fich als gute und treue Preußen fühlten! Meine Herren, ich habe schon früher ausdrücklich und entschieden zwischen der gewissen, und leider führenden großpolnischen Richtung und denjenigen Polen unterschieden, von denen auch ich ohne weiteres annehme, daß sie gute Preußen find und im Rahmen der Verfassung und der Geseße leben wollen. Aber, ich glaube, ich brauche nicht sehr weit zu schweifen, um darauf .kv'mzu- weisen, daß der Ausspruch, den ich schon vor einigen Tagen zttrerte: „,das mögen die Deutschen unter sich ausfecbten" _ ein Ausfpruch, der gerade nicht von vaterländischer Auffassung zeugt -, auch heute noch in den Reihen der polnischen Führer Geltung bat.
Ick) habe schon die [evten Wahlen zum Reichstag genannt„ und wenn ich beute an die leyten Abstimmungen im Deutschen Reichstage erinnere (sebr richtig! r€chts und bei den Nationalliberalen), dann kommt mir doch sehr lebhaft zum Bewußtsein, daß nicht für alle Herren, die da gestimmt haben, das deutsche Vaterland wirklich das Vaterland ist! (Lebhafter Beifall rechts und bei den National- liberalen.)
Und nun, meine Herren, bat fick) der Hauptvorwurf des Herrn Abg. Marx gegen mich darauf gegründet, daß ich offen ausgesprochen habe, daß unter Umständen bei der Besiedlung mit deutschen Anfiedlern auch auf die Konfession der Anfiedker Rückficbt genommen werden müsse! Ich habe einen Teil seiner Ausführungen schon in dcr .Germania“ und in der „Kölnischen VolkSzeitung“ lesen können (hört! hört! und Heiterkeit), in der „Germania“ mit direkten Worten, in der „Kölnischen Volkszeitung“ durcbdas Sprachrohr angeblich eines Sohnes eines deutschen Anfiedlers. Meine Herren, was babe ich am vorigen Freitag wirklich gesagt? Ich habe mich in erster Linie mit
den Worten: „nicht als wenn die Katholiken weniger gute,
und ZUVLrlässige Deutsche wären“, ausdrücklich gegen den naheliegenden Einwurf verwahrt, als wenn ich den Katholiken über- haupt und speziell den katholischen Anfiedlern ein geringeres Nationalgefühl wie den Ewangelischen beimeffen onte. Ich halte diese meine Anficht heute aua“) noch durchaus aufrecht und ick) konstatiere, daß ich mit keinem Worte Anlaß zu der Meinung gegkberx habe, als habe ich das nationale deutsche Empfinden der Katholiken und der kathokiscben Anfiedler antasten wollen. (Sehr richtig! rechts.) Aber, meine Herren, ich habe auf die Vergangenheit und die Geschichte hinweisen und aus ihr den Beweis erbringen müffen, daß fick) das Deutschtum in der Umgebung des Polentums leider zu schwach erwiesen bat und national unterlegen ist, und ick) habe dann ausführen müssen, das; natürlich eine katholische Umgebung dieses nationale Unterkiegen leichter herbeifübrt, Weil bei Angehörigen derselben Konfession, bei dem Besuch derselben Kkrchen (Unruhe und hört, Hört! im Zentrum und bei den Polen) und bei der Möglichkeit, daß die Familien durch Heirat fich untereinander verbinden, natürlich die Befürchtung näher liegt (Große Unruhe und Hört, hört! im Zentrum und bei den Polen -- Lebhafte Zustimmung rechts und bei den Nationakliberalen), daß die Vermischung von katholischen Deutschen mit Polen züungunsten des Deutschtums fich geltend macht. (Wiederholter stürmischer BeifalT rechts und bei den Nationalliberalen. - Andauernde Unruhe und er- regte Zurufe im Zentrum, bei den Polen, den Dänen und den Soziak- demokraten.) - Meine Herren, dafür sprechen die wirklichen tatsäch- [ichen Verhältnisse (Widerspruch im Zentrum und bei den Polen. - Lebhafte Zustimmung rockyts und bei den Nationalliberalen) in manchen Bezirken der Provinzen Posen und Westpreußen. Ick) glaube, man kann es der Anfiedsttngskommisßon, die doch nicht die Aufgabe hat, allein für den Augenblick deutsche Ansiedlungen zu schaffen, sondern die deutschen Ansiedlungen auch in ihrem nationalen Charakter zu erhalten, nicht verübeln, wenn fie in den Fällen, wo ste nicht sofort in Masse große Sisdelungöbezkrke schaffen kann, sondern wo sie -- wie es vielfach der Fall ist “- genötigt ist, eknzelne Dörfer in polnischer Umgebung zu gründen, auch für eine konfesstobelle Trennung der Anstedler Sorge trägt. (Sehr richtig! rechts und bei den Nationalliberalen.) Da, meine Herren, wo es möglich war, auch katholische AnsiedlIr in größerem Umfange anzusiedeln, ist deren An- fiedlung ach) keineswegs unterblieben. Die Katholiken sind in solchen Fäüen den Edangeliscben gegenüber nicht zurückgeseßt worden, und ich kann Ihnen noch im laufenden Jahre den Beweis liefern, daß an diesem Grundsaße festgehalten werden wird, und daß die Ansiedlung der Katholischen keinem Bedenken unterliegt, wo fie.in größerer Masse und so erfolgen kann, daß fie auf eine nähere Verbindung mit d€m polnisch redenden Teile der Bedölkerung nicht angewiesen find. (Sehr richtig! rechts und bei den Nationalliberalen.)
Nun hat der Abg. von Trampczynski mir am vorig€n Freitag vorwerfen zu müsfsn geglaubt, daß ich mit diesen meinen Ausführungen eine Absonderung der Bevölkerung befürworte, eine Trennung, die gerade den Polen immer zum Vorwurf gemackyt würde. (Sehr richtig! bei dcn Polen.) Meine Herren, das tue ich nicht. Zahlreiche Bei- spiele aus konfésfionell gemischten Gegenden des deutschen Vater- landes - ich erinnere an Westfalen, an die mir näher bekannte Rheinprovinz, ich erinnere auch an Schlesien - liefern den Beweis, daß die konfesfioneüe Trennung keineswch mit Notwendigkeit auch ayf anderen Gebirten die Trennung der Bevölkerung berbeiführt. (Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Ich bin auch für meine Person ein Freund des Friedens und friedlicher Verhältniss, und nichts liegt mir ferner, als gerade in den gemisckytsprackyigen Bezirken die Bevölkkrung gegeneinander aufzuheßen und ihr ein friedliches Ein- Vernehmen untereinander unmöglich zu machen. Aber Aufgabe der Anfiedlungskommisfion und der Königlichen Staatßregierung bleibt es, zu verhüten, daß der nationale Einfluß des Polentums fiéhzuungunsten der Deutschen geltend mackyt, daß in diesem Verkehr der deutsch Gefinnfe dem Polen unterlikgt und fickj der polnischen Bevölkerung
poÜtisch anschließf.
(Sehr richtig! rechts und bei den National-'
liberalen.) Das ist das einzige, was wir erstreben und lange verfolgen müssen, wie di? Polen auf dem Stan
wirtschaftlichen und politischen Abschlusses gegen die DLUYYKL des harren. (Bravo! rechts-) ' ' Ln ver: Nun hat es mir aufrichtig [erd getan, daß auch der
Abg. Marx in Uebereinstimmung mit" der von Mir Herr nannten Zeitung „Germania“ es, “fur nötig g(,_fmchenc):1 ge, gegen mich, den Landwirtfchaftsm1ntster,"meinen Vater qt, Feld zu führen. Man soll mrt dem Zttteren von Nu j
großer Männer aus der Ver'gangenbelt vorfichtjg sein (sehTsTkuchen rechts und bei den Nationalltberalen), rdenn 20 oder 30 rt
Land gegangen find, haben fick) die Verhaltnisse und die Ans au" vielfach geändert (sehr richtig! reeb'ts und bei den Nationalliberngen und man weiß nicht was BtSmarck, und man „ alen) nicht, was mein mir unvergeßlicßer Vater beute sauer) würde, wenn er nochmals genötigt wurde, sein Urtej[ (;sz Agen (Sehr richtig! rechts und bei den Nationalliberalen) üsben, Herren, wie sich die Anschauungen auch auf “"ÖLrer Se,“ ändern, - ich bedaure e:! erwähnen zu müssen, Aber die Ute
Herren aus der Zentrumsfraktion werden sich dessen mjt Miralten
innern, - beweist das K_KJabr 1893, wo mein Väter der. seinen eigenen Parteigenossen und von der Partei ke on
als schlechter Katholik gebrandmarkt wurde (hört se rechts und bei den Nationalliberalen), lediglich deshalb, w“eiblört! e
damals für die Militärvorkage der Reichsregieru eintrat (hört, hört! rechts und bei den Nationalliberal ng Angriffe, die so weit geführt haben, daß sein-eigener Pfarrer in La), Kirche die Leute aufforderte, für seine Bekehrung zu beten. (Söder hört! rechts Und bei den Nafionalliberalen) Ick wiederhole, daß „kk, ungern diese Erinnerung aufgefrischt habe, aber ich hielt es fr“ meine Pflickyt, gegenüber solchen Angriffen auch diesen Vorgang niur unerwähnt zxi lassen! (behaftes Brads)! rechts und bei den Nationcht liberalen - Zischen im Zentrum und bei den Polen _ WiederhoxJ' lebhaftes Brady! rechts und bei den Nationalliberalcn «- ErnSUtes Ziséhen im Zentrum und bei den Polen.) es
Ab . vv n Kardorff (freikons.): Ick HWP“??? “Usti ti
dur deY Abg. Marx in dieser Weise di,? konfUfioneÜex Öbegßßsyaß in dle Debatte getragen worden smd. Dieses Geseß bringt den-kaök“ fesfionellen Frieden. Es besteht ]a ein auffaÜender Gegenjay zwjscß'm den maßdollen Ausführungen des ZMNUMÖWUUS in Lksfer Jesu?“ und der Heutigen Rede des Abg Marx- WWB dieser Gegensans Anscheinend Haben ihn die Eckxarungen des Ministers veranlaßt. IF?“ Minister hat mit VoÜem Recht darauf bangewlesen, daß die kat «ck“ Anßedler stärker als die Wangeliscben der'Polontfierung aUsgésU' find. Verkennen Sie doch nichté daß wir xn den Osknxarken LW Klerus haben, der auf diése KrPse erUen Emfxuß auch 111 "Mon
polnischem Sinne ansübt. Waren Six objektiv, dann sollten S“!“ selbst nicht wünschen, daß Ihre Konfcsstonsgenoffen „da hineingeömlk werden, wo fie fortgessßt und dauernd wegen dieser Haltung dM polnischen Klerus den schwersten Gewissénskonfliktkn ausgesgßx si es Gerade die kirchliche Versorgung dtessr deutschen Katholiken stößt Ld- dem polnischen Klerus auf dis allkrgröszten Schwicrigkeiten. ((NZZ mischer, andauernder Widerspruch im Zentrum und bsi dxn PAM "r' wiederbolte Rufe bei den Polen.“ Unwahr!) WerLll Sie mr ni“ Vor, daß ick) die Unwahrheit sage; schlisßkn Sie nicht Von fich Kt ander?! (Crnéute stürmische Zurufe. “ Präfidßnt Dr. Freiherr „xf Crfsa: Wenn Sie Zwischenrufe ULÜÖM WoÜen, muß ich Sin bitten, säck) auf Ihre Pläße zu 56965211.) Die Unterdrückung de? Polen, wird gesagt, erfolgt nur, MT fie_KatHo[iken find. Das'sagt ein Mann, der die. Ehre Hat, im preußiyöhc-n Staatsdienst zu stkben ZStürmfschar Ausbruch der Entrüstung rechts und bei den National“ iberalen _ unausgeseßte Pfuirufe und andauernder Lärm, in d = die nächsten Sätze des Redners Verloren geben. In den Lärm ruftkem Abg. H offm ann (Soz.) hinein: Wo bleibt dcr Leutnant?) Ne“ Gründe sind nicbt Vorgetragen worden; es waren 'die alten Lad e Hüter aus dem Schrank der Zentxumspaltsi, die alten Argumente - denen die GefBe Von 1886, 1904 und 1908 bckämpst Wordsn,s1 “ Es kommt auf eine Irreführung der öffentlichen Meinung hM“ Wenn der Mehrheit'dieses Hauses und der Regierung der Vornnl;s " gemacht zvtrd, daß sxe swb leräxtcr Handktber die Schranken dsr Ve" fassung htywegseßsn. Der Abg. Marx hat ja selbst das Urteil des Rei x' gexichts zttjert. Solangß dqs Rcichsgericbt diese Geseßgebung fk Fitstrß erklart hdt, kz'o'nnkn Wik cm 913sz und rubigss Gewissen habe“? „ck efinde nnch m besserer Ge]el]1chast, juristisch nenomanl m der (Gesellschaft des Reickysgerickyts als in dLr-des Abg. Man“ Gewiß Verträgk sub das Gescy mit konseryativen Grundsä en-- ' stärkt den preußtscbc'n Staat, darum werden wir dafür Linum
Nach dem Abg. von Trampczynski haben die Polen in Preußen "icht" mehr zu verükren. Sie [) b a[s it?
:
(1 en bei uns mehr zu verlieren, irgendeinem anderen Lands; die Lags des_po[nischén Arbeiters Und d polnischen Bauern ist m Preußen beffer als in Oéusfisch-Po[ees„ würden sonst die Polnisckyen Arbetter zu Uns kommen? Sie kome' zu uns, _fic gehen nach Westfalen nicht um unserer schönen bkaUen Au en then, sondern Weil fie dort bessex bezahlt und vielfach M" &ck& behandelt xrsrdcn._ In polnischen Blattern ist darum zu Wiedeck) ho ten Mglan dre Bestatigung zu lesen ewes6n. Das Geseß ist „r' agrarpolrttscher und nationalpolitischer ezieHung ein ganz quis“ gezeUicbnetes Gkseß und vor aljen Dingen em erfreuliches Zeich : dafur, daß der Kurs der Polenpolitik etbalten bleibt. batejn dsr gesamten Ostmark den besten Eindruck gemacht. g " Heydebrand hat gemeint, das Deutschtum müßte zusammenbre 2 wenn es das Vertxauen in die Stettßkett der Polenpolilik vetliern* müßte. Das ist rtcbtig, aber nicht aÜein daddn wird es abthxn ob das Deutschtum sich beHauptet, sondern von dem Nationalgefüb?“ von dcm_Heimatsgefüb[, Von der Vodenständigkcik und Energie n" der es seine _altcn PosttionLn da[ten und neue erringén wird. Hoffnt wir, MJ 65 lbdeaerU Zia fahlen ;cker [) E en g.bon (: - aworßr oe: Envürde ' - verwunderlich sein, wenn fich auch der Ton meiner dexwldtenéeldter Vorredneds'anpaßte. Ich erwidere ihm aber nur, daß die Weges dieser Polxtlkschließlich ihren Urhebern selbst gefährlich würden mssM und daß es'sckplte [ich zu einem Ende kommen muß, jvobki auch"?"- mit den meisten (3er den herzl1ch€n Wunsch habe, daß dieses E17) ein für qlle “Beteiligten," dyn Staat und seine Bürgßr WÜHÜZ e und ersprreßl'rches sein moge; Also der Kurs soll der alteb eiben ULF die VyrlaJe_1st ganz ausgezetckznet. Wie fie sich mit dem Fundaméntnk satz „]UZNNÜ- FYUÜMUMNUU ['S-Y_Uorum“ Verträgt, [)at uns der Al? ' Von Kardorff xncht wsrraten. Dre Regierung und die Mebrke'tF quteken overteren gegen xms auch mit dem Argument “Ös" Txgcr bleibt _ein' böses Tier, auch wenn er mal nicht brÜUfeF HWB" Werden dre exxtfachsten Forderungen der Gerechkigkeit ysrsch[€ie t" dress (Hesengebuyg 1st„ em Produkt der Leidenschaften_ Aber das Mr, des Unhetxs wrrd uberlaufen, wrr haben auf Unserer Seite Fs; werdende Kraft des, verletzten Rechts. Auf Wontaten von sEiten dle Regrerung, auf ,mrkde Bebaudlung verzichten wir gern, Wir Woüer unxer Recht. Dre polnische Bedölkeng mus; Stenern zahlen “Zn dsn preusß1schen Staat, und dann steÜt dieser Skaat sie Ullfer AM nahnge 8138. Wenn der _Aba. von Kardorff von den Wohltaten Ys- pr€uß1schen Staates fur die Polen spricht, so heißt das, die Taisaches ayf den Kopf fteÜSn. lesk, Polengesedebung ist nichts anderes eln dl? Foxtskßung des Kukturkampfeéz. erfelbe Geist bat “uch Fs Sozmlxstsmgeseß erzxugt. 'Nusn schlleßtclszich ein Vkrlegßnßejtsgésey as das andere, und ernss ist x_mmer no bedenklicher als das und an Der große Staatsmann Bksmarck War auch ein großer HWY.
(Schluß in der Zweiten Beilage.)