1912 / 124 p. 9 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 24 May 1912 18:00:01 GMT) scan diff

, Z w e i t e * V e i , ZW MUMM Nerxhsmrzeüger und Königäirh Preußisthen Staatsanzeiger.

„;ck 124. ,

lage

Berlin, Freitag, den 24. Mai 191,2-

(ScHluß aus der Ersten Beilage.)

Wenn BksWrck bettte noch lebte, ich glaube " " ' lenkt. V€r_nunft[w,lkd Unfinn, Wobxtat Plagk- o LeakkaYtetlet HIFZTÖLUYZY “'th "ZH FHTW Staatsbursek- diese Werden sich aber nich? untkr UF - . (** Praszdent , r. Freiherr don Erfka: Der A5 »» worry. “ZLF YFM «' F?." Zbgr-Y““J«WJ"DY YM zann- , euren tt" YM MUflJanFtlFarYilsbchzZYssJariZNT' sagen, daf: “FLEXX FUÉYYW , Par . , ble priVUfe St [[ *" FF)?" CHaZkerSetZeisfogcordneten in die Diskuésixxgzumxidebdeön amt- Abg, r. Zrer (nl- : Der Abg. von Sa M"" hat gxsaslk, (xlles mlxlffe em Ende Haben, und richtig, aucb ßseFxéY-ZY [at em Ende geha t. Da igb Wunsch€„daß das Grses mögüchst bald z„stande komme, so varznhte 1ch aztfs Wort, weil die Ste ung meiner ckckck." Fande Zu dem Vorltegenden Geseßentwurf zur Genüge bekam? :|. „)ch 131ockZte nur ““MÉUS meiner politischen Freunde dem La11d1?,xxtsck)aff§1xtrlxel[Yeuxséfrkn JUTriÉiigen Dank anssprccben für die mannsx en , ur as eutschrnm d . leg- H 0 ff (fortscbr- Volksp.); Meine polYifFexTnFYFnde smd der Meümng, daß der Grundsaß der Gleichheit aÜer P

. _ rrußen vor dem Gesgxz xx:xx!) dEQN Vorlregenden chetzentwur dn ck31) ' Ick kann mtck) tn bLng auf unsere staatsr€chtlichctT Bxdénrklxréchutxkrzxe.

neuliä)?" Ausführungen unseres Fraktionsgenossen Dr. Pachnicke be:-

jebezn, und [ck„MOÖW nur unsere Bxdßnkßn über die T sjmarkZUPOÜÜk auf SÖTSIWJ-HVNÜU, auf die Nordmark äußern Wir befuxchtery'daß dUrch djese Ausdehnung das Gegenteil Jessen er; WW wsrdext wrrd, "Jas man beabfichxigt, eine Stärk " _ rums W (“"-L SÖWÖUW "Nd Schad1gung des Deutsckytums. Die “jmarkenpolrxik bat aUerdmgs eine Nebenwirkung gchabt„ die als eine uTtUrtat [)?WÖUÜ Mrd?" MUß- das; näm[ich ein guk Tkil drs Gro?- ründbCfißss ZENTRALE","Ud„dak„a11fKkeknbéfißer angeseyt Words:: smd. er in Nox _estvtg ist fur em solches Vorgehen kein Raum. _ dschlßswlg Tft Ls noch stbnyerer als in Posen, ' ationalrtät festzustellen.! Es 1st xn jedem einzelnen FaÜe sebr schwer festzustell?"- OL) der Ansredler jvzrklich ein Deutscher im Sinne deÉ Gejeßks lst-_ «Ick fllkchk€, daß mxt diesem Grieß dem Deutschtum in NordschleSth em schr schlechter Dicnft erwiesen wird. Ich wil] kein Propher sein, aber nach den" Vorgängrn, die wir in Posen und Wxstyreußßn erlsbt haben, furchte ich, daß wir in Nordschkeswig cin? Schwachng de§ Dentsäytums werden festsjrllen müffen. Was L?HcmTUturéasxstchogklOlchstL tRubedundSanückbaltung, und es ist zu eu , ankn um * ' ' parieÄF WFB“ ck d n tos, mit emem Gegenstoß g. (_)r ar t (Soz.): Die Vertekdi cr des Gée ? hauke _gar mcbts Reyes mehr bsigebracbt. I?!) bin dchYlinLaTY an;]?„néblxlkn LME, 311lch skhx kurz zu faffen. Ich freue mich, auch exxdlrch emmal usktmmung m diesem Hanse gefanden zn Haben. Was du.: Forrn dcr erhandlung b'etrifft, so hat, seitdem iel) Hier fiße, noch ken)? Stßung stattgefuydcn, m der soviel Erregung, soviel Lärm und sowas Radau gewxsen rst, wie bsute. Es kamen nicht bkoß Zurufe, sondarn aucb Schnypfwyrte und Pfuirufe. Ick) habe ja nichts da- gegen, "wenn SLS m dteser Weise Jbrer Erregung AUFDruck geben. Ick) 1v1111schc :xrcht era dre Redefreiheit irgendwis einzuschränken, ich möchte nur fc1ksteUen, daß jkder Mensch in seiner Errkgung zu Worfcn und Handämgen kommt, die Er in normalen Zeiten untcrläßt. DIL. L_[bgeordnetexx Von rschts usw. mögen fich ja manchma[ in ibren berl1g1t€x1 Parriotlxchkn G)"?fübken durch amdcrc Vérlrxzt glauben. Wenn aber umere briligxtsn Gcsühlß verleßt werden, dann mögen sis in Zu- kuyft uns unsere Errxgrzng zugute halten. Dann Werdrn wir in ZUkunfr viel besser mxkemander auskonmtcn. Ein gewiffcs Ykaß muß

Ausdehnung der

aÜerdings eing2halten werden Gewiffe Ausschreirun " " - . . gen jmd so grob- YYZMVÜWT- daß fie unter allen Umständen wkrmiéden Werden

Einer solc'Hen Ausschreitung bat fich bc ' k , . ute der Landwrrt- JchaskMxnrstcr schuldtg_ge_macht. Er bat Mitglieder des Reichstags 111 gro 1cherW61se beletdtgt, er hat gesagt er müsse n "([MS d Wen „Abstrmmunqen Zweifel hegen ob auén Ab 'd (; gewd' “d '? jm Reichstage gestimmt babsn däs Deutsch III"" n,erz,kl-1e N Yatrrlcznd sei. Das ist eine un/würdige BebanYunMckze WTF "Wk das mehrbkkx' (Vizepräfidsnt Dk- P orsck; rügt diesen IKWZFWÉLl ls Ws- angctnt-ÜZUQ Einsn angemeffeneren Ausdrnck kann*ich nicbt afi Öm- (Vizevra11dentDr- Porsch: ann :qu ich Sie ur O d n 87" Es wäre „MMW an der Zkik- daß die Herren Von dezr Re ZAMM, Zukunft sick) etwas mehr im Zaume hielten Der LaanirtschYstY minister hat zwar die nationale Zuverkäsfigkéjt der Katholiken nichr ?nthYfklxegéFZlkn-dxß [Yk abe?z dYNUf der anderen Seite zu er- 61111 , an an ru ,? ' ' kathok'rscbe Ansiedler nicht in großextdeZJFcésF-rabSe-„tÜFZWYTLFnL-Ytkälet Was dsr Minister gesagt hat, bedcuwt doch tatfächlich daß Lk dié katholisckycn Mitbürger für national minderzuverläsfig Hält Wenn der Besnch derselben Kirche und die eheliche Verbindung'dis Bc:- fäxchtung, daß die Katholiken nicht standHalten werden soviel näbsr legt, so ist das inlmltlich eben nur Zweifel an ihrer néxtionalen Au- vexläsfigkeit. WoÜte man bosbaft sein, so könnte man aus dieser Ér- wägnng vorschlag€n, in Zukuft bloß jüdische oder dissidcntische An- siedchn ?ÖernenjJ Und dsa beonMÜ “Fg de? Abg. VonKardorff fartig,

sm g. arx orzuwer en, a er am on "10 “" ' ' chne? Kann man gegen den konfesfiONLÜSUfFffliLFLZ-ILYÜYFZFYLYYY reizen- als Es der Minister getan hat? Das Gesetz ist nichts als ein ArtsnathLgLseH nicht nur gegen die polnische, sondern auch argen die kakholische Bcvölkerung, besonders die deutschen Kathoüken. Sehr zutkcffsUd Har dsr Abg. Von Kardorff bcmerkt, daß fcblisßliä) alles auf bis Skärke dss Nationalgefübls bci den Dsutscben ankomme. Die große Frogs ist nur, ob dieses Gefühl ein eckjtks, im Herzen wnrzekndes ist; Vor cktlerp Nationakgcfühl, das auf einige Hundert MiÜionrn syckulierr, Vor emem Patriotismus, der stal) erst b-zahken laffkn mns; habe ich Dérdammt wenig Respekt. DiE große Massk des Volks, ffié die wir bi€r find, um ihre Und unsere Meinung zu sagem, sieht in dsm Gesch nur wiedrr Lin neULs großes Geschenk aus Staarsmirkcln an diE Agrarisr, einLn neuen Korruptionsfonds, weiter nichts. Man rkgk sich auf, sodaß selbst die parlamentarischcn Formen Zieht gewaHrt Werden, weil es fick) Hier wieder einmak um den Geldsack Handelt. Es ist hier sovisk Von konfessioneklsn Rück- ßchten gesprocth worden; ick) wikl mic!) einmal auf den höheren Stmxdpankf des Cbristenfums stellen. Ist die Vorlage mit dem Christrntum verrinbar? Sie (rechts) werden vielleicht fra en: Wie kommk dicser Soztaldenwkrat“dazu, darüber zu reden? Jun, ick) kenne dée Bibsk und die Grundlehren des Christkntums Vi€[ MUM als die mcisren drr Hsrren; ich will aber doch eine ngwritäk ane! Ihren eigene'n Reißen Jnführexn. In einer Polsm'kk, die in drr „DegtschW TagsszUtnng“ uber, die Streitfrage géfübrr wurdk- 95 fick) “C!)rnxsntnrrt und Darwhnsmus vercinbaren lassen, hat fil!) JUWEL Lm komerVUWLr Mann mrt Namenöuntersckyrkst gegrn

. e Vereinbnkkkik gcroendet. Nach der Darwinsckyen Theorie TZ,? die stre drr „Abstammung des MenschengcschleMs Von einem Paare unmogsrck), dicse Lere ser qber sehr wichtig, denn mxr, chn man, daran, frstHaYtE, frnde die sirtliche Fordcrgng der all'gerncmen Menscbérrlrrb'e :hre Begründung, djé die Mrnschcrc als eme ?MUUÜE betracbfkn lehre.

. chre von darxin811 Familie besagt, ,das; die Mr_nsckxn im FZTFjÖsten Sinne Bruder und. Scbwestcxrrr smd; das jvxzrdc so ar "ür die Neger usw. gelten, Und tck) frage Ste (rechts): thf es ?ür

?

quen-und Dänen? Wenn Sie wirklick: Christen sein woüen, Wenn Sxe Ucholen 1xnd Dancn aW Leibliche Brkmer betrachten onen, dann durfxrr Ste keine solche Politik dsr Unterdrückung machen, sondern munen das Gcscß ableHnen.

Hierauf wird ein Schlußantrng angenommen.

Persönlick) bemerkt der

., _Abg. Sry el (Pole): Der

:)okmfche Gci1tli keit angegriffen. Anzahl Oolnisckxer Grifflirhen,

Abg. yon „Kardorff bat die In diesem Hause filzen cine _ _ ' 11117? auch ich bin einer dajwn. ( Vizevrastdent Dr. Porsch: Ste find nicht genannt worden.) Dcr Abg. Von Kardorff [mt niemand ausgenommen , und ich fuhke nnch kp'ersönlicb gerrofxen. (_Vizepräfident Dr. Pors ck: Das mag aUes ]em, abcr Sn: Und mcbt genannt worden.) Dann be- dguere rcb zur GchäftZordmmg, kurcb' den Schluß der Debatte Vcr- blxldkrt zu sem, dtesL Behauptung sachl1ch zu bekämpfen; ich weise fie 1ntt_Enfr1"xstung zurüxk für mich und meine KoÜcgcn. Außerhalb des Hamers Wurde ich eme solche Bemerkung ab“; eine gewiffcnlose Vcr- [eumdnng be'zcic'hnen.

„Nbg; Marx (antr.): Ich habe Hie Von dem Minister erwähnten Arttkel m Yer „Germania“ weder gkjchrisben noch veranlaßt. Ick) habe auch mrmandem Vcrfaffnngsbruch vorgeworfen.

Öbg- Klpvpenborg (Dänß)_bedc_1uert ebenfalls, dnrch den Schluß der Dlskussion um die MdgltMctt gekommen zn sein, gegen dre Vorlage Protest nisdcrzulegcn.

In der Spezialdißkussion werden die §§ 1 und? ohno De-„batte' angcnymmen. __Nack) § Z ist die Erhaltnng der Rentenguter xn dcnt1chem Bentz dnrch ein Wicdcrkaufsrecht des Staates zu sichern.

Abg._yon Trampczynski (Pole) beantragt mit Unter- sknßlrng 181an Jroktionßgsnoffen und der Sozialdemokraten die Streichung- dxesxs Paragraphen und fübrf zur Begründung aus: Der Juxtzznttntstcr [rat fich zu dcr Aeußerung vsrsticgen, die Polen seren gar mcht _vom Grundstückserwerbe ausgesckyloffen.

(: Hort Hoch _alle jur1stksche Logik „cms. Der Widsrstand der Polen ist eme Folge der dreißigjabrigcn Behandlung, die fi?- crfahren. Es gébört schon eine starke politische Bildung dazu, um den Staat Von der Regierung zu unterscheiden. Wir schen anf dexxt Standpunkt, daß aUe Nickptswürdigkeitcn gegen nns _ (szeprafident_Dr. Pots ck) bittet den Redner, Nicht auf die General- drskusfion zntuckzukommen.) Dcr § 3 entbä[t aber dockZ eine Be- sftmmung gegen die Polen, und ich glaube desHaW _ (Bizepräfident Dr;_Por]_ch: Nack; den chflogcnbeiten des Hauses Ut es nur znnlq1s1g, betm § ] eme allgcmcme Besprechung zu führen; bei den nbrtgen Paragrapkxen könnsn nur deren Bestimmungen besprochen werdkn.) Was Umcre Abstinmxung zur Webrvorlage betrifft, so ist der Reichstag axs soxcber auÜLrstande zu cntsch€iden, wie dir Webr- eraac _ (erepräfident r. Porsch: Ich rufe Sie zur Sache!) Der § Z enthalt doch aber ein A116nabmegeseß, und ich muß dock) sagen konnen _ _(szeprasident Dr. P orfck); Ich Habe mich nicht zmx anen_über dre Präsrdialfübrung auseinanderzuseßen. Sie könnten 1a sonst be: allen Paragraphen auf die aÜgemeine Besprechung zurück- korpmen! _ Rufe „rechts: Das haben wir schon zebnmcck gehört !) er haben gegen dre WebrVorlaY erst gestimmt, als diese Vorlage geko'mmen war. (Vizepräfident r. Porsch: Ick) rufe Sie zum znrerßn Ma[ zur Sgckye _1111d mache Sie auf die geschäftsordnungs- maßrgen Folgen aufrzrsrkmm.) Die PftiÖt, die Wahrheit zu sagen, geht j€der cmdcren PWM vor.

[) § 3 wird angenommen, ebenso ohne Dsbattc dic §§ 4 is 6.

7 bestimmt, das; die Ausfiißrrmg des Geseßes, nament- lich die Verwaltung der Geldmittel u11d die AUHÜ-ang des WiedßrkanT-rcchtö von dem Landmirtschaftßminister, dem Finanzminister und dem Ministor des Innern geordnet worden.

_ Aba. Von Trampczynski (Polk) _bcmerkt, daß der Zweck dteser Bsstimmung sei, daß _die Ocffentkickzkext nicht genau erfahren solle, Was mit dem Gelde ge]che[)e.

§ 7 und der Nsst dcs Geseßes werden angenommen.

Bei der Gcsmntabstimmung wird dass Gesetz im ganzen m namentlicher Abstinnmmg mit 212 gegen 99 Stimmen an- genommen. Darauf wird in namentlicher Abstimmung dsr Antrag MizereZki-Marx auf nocßmalige Abstinnnung Über das Geseß nach 21 Tagen mit 211 gegen 98 Stimmen abgelehnt.

" Es folgt die dritte Beratung des Gesetzentwurfs Über die [banhprung und Ergänzung der Anchühmmgsgeseße zum Reichs- gech uber den Unterstüßungswobnsiß (Arbeits- scheuengeseß).

_ Abg. Dr. F [eZ ck (fortschr. Volk»): Verschiedene Bestimmungen dtcsrs Gesetzentwurfs“, namentltcb diejenigen über die Zuständigkeif des Krers- und des Bezrrksauss uffes bedürfrn noch einer K*[ärut1g. Ick) bcantragx drshasb, den Ge cYentwurf an die Kommisfion zurück- zuwerOéseUen. P H

. „o.g. Von a,p_ven eim (kons.) ("nr Geschäftsordnung): W" wrdcrsprechen dtejem Antrag? und biLTZUn, in die Verßandlung emantTreÉenzk tss k t" S [ E [

tremaa ere ar-Y o : s icgt nicht der eringste Anka Vor, dre Sache noch emma? einer Prüfung zu untererfen. Eiß ??fsdckoub dcr Verhandlang konnte dieses soziak wichtige Gesetz ge- a )r en.

Abg. Styczynski (Poxe) spricht fiel) für Kommissions-

Verßandßmq aus.

Ah . Dr. Liebknecht (Soz.): Diescs Gesct; kann gar nicht grnndlt genug. beraten werden. Wir kommt denn überhaupt der Vßrtretcr dcr Staatsrsgicrung dazu, sic!) in Lins reine Ggschäfts- ordnungsxrage emzunnscben? Das ist eiae Sachc des «Hauses, und dre gebt [[)n gar nicbts a_n.

„Abg. B, xr)er-cht1tadt (Jenin): Auch ich bitte, den Antrag an Zurnckverryetjnng ax1zunebnxen. Von drr Regierung haben wir kein Wort geborr, das „dre rechtlichen Bedenken gegen den Entjvnrf zu zer- strsuen gsetgnet ware. *

Dor Antrag auf urückvcrweifung der Vorlage an die KommUsmn Wtrd abge[e )nt.

Abg. B orsly (nl,) vsrzichtet (1qu Wort.

. AHL. Dr.-,Fles'ch (fortschr. VolkSp.): Es hat eigentlich ar kemen Zweck, uber dteje Sache noch länger zu sprscben, die Mehr eit steht dock) emrnal fest; Ich möchte aber auf einen Punkt aufmerksam "m_ÖLU, drrxxmcht „grnugend bxrückfiÖtigt Wordsn ist; es ist die Frage, w'slcbe Behorden rtr dcm cheß zur Entscheidung berqun find. Ueber drs, Frage, ob Arbeitsschcu Vorstegt, soU der Kreisausschuss entscheiden. Dieser bxsfsht m de): Reßel zu zroei Dritteln aus Vertretern des Grandhemyes, Und es xstzu Lfürchren, daß jene Frage vorwirgend Vom Standpunkk der Arbctterz der Lrutenot entschicden werden 1011.

Abg. Dr. Ltebknecht (Soz.): Cs bandslt sick) Hier um ein Außnabyxegekeß gegen hie Aerxxjsten der Armen. Es ist durch die Komnzixswnsberatnyg mchk bemcr grworden. Die Namsnsänderung des (Gejeßes entsprmgt wohl dem „Gefühl, daß xs fish Hier um eine schlechte Sache handelt. Statt eme soziale Hexlkunft zu entfaTten,

kreist man hier soziale Quackfalberei dcr alxerbedenkliäyftcn Art. Das Geseß vrrstößt gegen Reichsgeseße, gegen das Gzseß, betreffend AUF- bubung der Schuldbaft, und gegen das Strafgeßeßbuch. Man wrll die Säumigen einsperren, um so küxzftig falltge Verpflichtungen ein- zutreiben. Das Strafrecht knüpft, nur an das Vergangene an, und das Gesey sollte eigentlich rmr Anwendung finden auf das schuldhafte _VerbaUcn des saumigen Nährpflicbtigen. Auch die Komunsston ist um diesen Punkt Herumgegangxrz wie die KWL um den heißen Brei. Sie Hat nnr negativ bestimmt, „in welchen FäYen kein Arbeitszwang eintreten dark. Wenn de_x säumtge Näbrpftickyttge gegen das Strafgeseß verstoßt und mh selbst anzeigt, so fährt er beffer, als nach diesem esey, denn im ersteren Falle muß der Strafrickxter einschrei1km nnd der Angeklagte hat alle Rxchtsgarantien dcs prozessualen Verfahrens. Nach„die_scm Gcseß dagegen besmdet er sick) in den Handen der dxskretxonaren VerWaltung. Bei dieser find die gcsetslichsn Garaytxen sz) gut wie angeschaltet.“ Es wird durch dieses Geseß dre ,perso'nl'tcbe Freibeit und Erxstewz bedroht. Ick) erwmtc aUerdtngs mcht, daß Sir den Gcboten der Humanität cntsprcckzen wcrden. Sze werden es annehmen und das Herrcnhaus wird ficherltch auch sem Siegel darauforücken. Die erkaucbten und edlen Herren wxrden Vor den Konsequenzen nicht zurückschrecken. Das Geseß bietet geradezu eincn Anrciz zu ermmellen Handlungen. Die von dem Geses Betroffenen fühlen fich 'icberer in 73711 Händrn der deutschen Justiz, als in dcnexx der Verwaltung. So wird geradezu dasUVer- brechen zmn PaÜadmm gegenüber der Vcrwaktung. (Prafident Freiherr wo 11 Crffa rügt diesen Ausdruck und ersucht den Redner, als er bestreitet, fich so ausgedriickt zu haben, 7th der Präfidrnt annimmt, fich weniger mißVerständlich außzudrucken.) Miszachtnngen der Verfaffxmg nnd Reichsgcseße Hänfen fich m den leßten Tagen, wir begrüßkn das als ein Eichen der Zeit. Ihr oe1ngeb€rischer Weg 1st_gepflastert mit eseßeßVerle?ungen und Versaffungsbrüchen. (Präsrdcnr Dr. Freiherr von Erf (: ruft den Redner znr Ordnuxxg. _ Zwischenrufe des Abg. Kretl). _ An- dauernder Lärm. _ Präsident Dr. Freiherr von Erffa: Herr Abg. Krell), Sie sollen gerufen haben, daß der beg. Liebknechk ein Hanz unwerschämtcr Mensch sci._Abg. Kretb bestätigt dles.-Herr bg. Kretl), ich rufe Sie zur Ordnung !) „Durch solchc'chseßgebungen wird das Ansehen des Parlaments tmmer mehr 111 (Grund und Boden ruiniert.

Abg. S*tyczynski (Pole) spriÖt fich kurz gegen das Gesexz aus.

Abg. Dr. Friedberg (ul.): Ein erheblicher Teil meiner Freunde wird gegen das GLsEH stjmmen, denn es ist ein Verstoß gegen das ReichSrecbk. Wenn man 111 dieser Beziehung auch nur d_en geringsten Zweifel hegt, so muß man außerordentliäy vorfichtig sern.- Den NrfassungöreckytliMn Verbältniscn in nnseremVaxerlandZ wlrd ein solches Vorgehen nicht dieülich ]ein. Emgriffe m die personbxhe Freiheit wsrden nach dem Text des Geseßes nicht zu Vermeiden sem, dann aber muß für ausreichende Nechtsgarantien gesorgt werden. Die Garantien, die das Geseß gibt„scheinen uns nicht anSreicHend zu sein.

Abg. Mertin -Oels (frcikons.): Wir woslenxin Gesxß mache:), das diejeniaen faßt, die sich der elementarstcn Pfjtcbt entziehen", dle sogar das Tier erfüÜt, und da sagt der Abg. Liebkneclok, wtr machten ein Gesrtz gegen die Aermsten der Armen. Dem Abg. Flescb er- widere ich, das; gar kein Grund vorliegt, dies_e_Materte der_ Vex- wa[tungsgerichtsbarkcit zu _entzirHen, denn cs- nt eine Materie, dre inxmer der Vcrrva[tungsgcrtchtsbarkeit untcrkegen Hat.

Abg. Dr. Licbkn (scht (Soz.): («BMW _ist es eixx Gcseß gegkn die Aermslen der Armen, oder ist etw_a sehon emmal em Angebortger der höheren Klaffrn in dikser Weiw zur VsrantWortung ezo (Zn MWM? Der Abg. Mertin kennt die ung[ück(ichen Leute ni t, te

"da angeklagt werdcn, er hat sie kool)! noch nie Verteidigt, aber

ich babß es schon bäußg getan, weil _die Leute zu uns „Vertrauey haben. Sie filzen aber hier und Verrtcbten Ihre geseßltcbe Arbeit zum Schaden des Volkxs. (Präfi'dent Dr. Freibßrr von.Erffa bittet, derartig starke Ausdrücke zu wermetden.) F_ur nns rst es, er- freuücb, wir können uns zu diesen Tagrn Gluck Wunsckyen und Ihnen zurufen: Ende schlecht, alles schlecbt!

Abg. Dr. Flesck; (fortschr. Volksp.): Dic NUffassm1g_des Abg. Mertin ist Vollständi unhaltbar. Früher war dj_e praußtsche Re- gierung stets der Aust t, daß die Maßerie zum Rstcbsstrafge eybucb gehöre. Wie kann man denn sagsn, daß fie „Vyn xeher“ der Ansicht gewesen sei, die jetzt in drr Vorlage vertrc'rcn wjrd?

Abg. B c yer-Neustadt (Zentr): Wir halten dafür, daß die Landekxgesechbung in diejem FaUe souVeran tst.

Damit schÜeszt die allgemeine Befprcchnng.

Abg. Styczv nski (Polc) konstatiert zar Geschäftßordnung, daß aué seine wichtigr Frage wegen der Strctks keme Antwort er- folgt it. *

In der Spezialdebatte, beantragk der Nbg. Kuhr (fortschr. Volksp.) gesonderxe Absttmmung über den von der Kommission zu dem „neuen § La Heß Ausführungsgeseßes zum Unterstüßunchwobnsrtzgeseß beschloßenen Zusaß:

„Als unterstüt gilt der Ehemann oder der unterhaltungs- pflichtige Elterntex oder _ bei nnebelicben Kindern _ die Mytter auch dann, wenn die Unterstüßnng der Ebsfrau (Per der Ktyder obne oder gegen dmx WiULn diescr Unterhaltrmgspfi1cht1gen_ gewahrt ist. Diese Vorschriften finden ferncr ayk den Vater emes un- ehrlichen Kindes, solange er keinc: Famara gegrxmdkt bar, finn- gemäße Amvendung, wenn er ssine VaterschaanacHF x718 V.-G.-B. anerkannt hat o_der sxins Unrerhaltungspfxtcbt 111 emem vollstreck- baren Titel festgcftcüt rst.“ '

Bei der Abstimmung wird dieser Zusaß gestrichen.

Ein Antrag des Abg. Liebknecht (Soz.) auf, namZnt- liche Abstimmung über Art. 1 des EntwurfS wrrd mcht genügend unterstüßk.

Der Rest des GesetzeH wird ohne Debatte nach den Be- schlüssen zweiter Lesung angenommen.

Abg. H off mann (Soz.) protcst'icrt gcgen die_sofortige Vor- nahme der Gcsamtabstimmunß unter Hinweis auf die zu § 1!» be- scbloffene Aenderung.

Abg. v on Kröck) er (kons): Ich Halte dic syfortkge Vornahme der Gesamtabstimmnng für ganz unbedenklickya werl es nach memer ZTjäbrigen Erinnerung als Präfidenr stets dre Praxis des Hauses War, so zu vsrfahrcn, wenn bloß ein Saß odcr Absaß oder Paragraph gestrichen War. _

Abg. Liebknecht (Soz.): Wir _ Haben nach der Geschafts. ordnung das ReÖt, zu verlangcn, daß dre Zusammensteüung dsr Be- schlüffe Vor der Gesamtabstimumng gsdruckt vorliegen muß."

Präfident Dr. Freiherr Von (S_rffg: Nach der Crkkarnng d_es langjährigen Präsidenten dieses Dames konncn wrr wohl unbedenklich sofort zur Gesamwbstimmrmg schreitsn.

Abg. Hirscb-Berlin (Soz.): WEnn früher derarr verfahren worden ist, so dock) nur, wenn „Widerspruch Von ksiner Serre erfolgt?. Hier licgt ein ausdrücklicher W1derspr1tch vor. (Der Redner verltest d:: bezüglichen Bestimmungen der Geschäftsordnung unddes PlatesÖen Kommentars.)