1878 / 291 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 10 Dec 1878 18:00:01 GMT) scan diff

klärung ist in dén betreffenden Zeitungsbxrichten unrichtig wiedergegeben worden, und es haben_s1ch hteran Befürchtun- gen Seitens der Interessenten in Könx sberg geknüpft, welche durch den Wortlaut jener Erklärung mt erlegt werden, welcher nach dem stenographischen Bericht folgendermaßen lautete:

,Dagegen sind in drei Punkten technische Schwierigkeitep erwaÖsen, welche Überwundm werden müssen, che an dte deft- nitivx Ausführung des Projekts gegangen, werdep kann. Es sind dies erstens di: Einsprückxe, welche slch bezte en auf dre Gsfahr, welche davon befürchtet wird, daß pack) ,egfaU der Nogat in ihrer bisherigen Verfassung dxe' Tzefe „des Wasserstandes des Pillauer Tiefs steh 1n_ xxner Weise vermindern würde, daß die Schtffahxt leidet, zweitens die Befürchtung, welche die Stadt Dgnz1g wegen der Gefährdung ihrsr Schiffahrtsintcreffen von enzem Theil dees Projekts, von dem Durchstiche des Danz1gßr Haupts, hegt; endlich drittens sind es die Vedénken, ob dvs Dirschauer Brücke im Stande sein wird, in ihrcm gegenwär- tigen ZUstande die vergrößerten Wassermassen, wschs m . U: knnst der Weichsel bei Dirschau zuströmen werden, zu fas e_n und durchzulaffen. Nachdem die Verhandlungen, wsche nut den Interessenten gepflogen worden sind, umd die Aussixhxurx- gsn, welche sich auf die von mir bezeichneten Schwisrxgkexten bszicbcn, vor wsnigcn Wochen in meine Hände gslangtej), bsabsichtige ick) nunnwhr, die technische Entscheidung Übsxr dxe bezeichneten drei mekls erbsizuführen, und zwar Huxel) dxe höchste tcchnische Z:».stanz unssrcs Landes, die bkzügkchs Vau- bohörde im Handel&Ministerium.“

_ Jm wsiteren Verlaufe der gestrigen (13) SLHUW des Hauses der Abgeordneten seßt? daS Haus dis zweite Verathung dos Etats des Ministemums- des Innern fort. In der Spezialdebatts 11er das Sozialistengeseß vcrs11chte dEr Abg. von Ludwig den Grund der stark€n Entwicklung der Sozialdemokratie leßiglioh auf die Geseß- g€l1ung der leßten Jahrs zurückzuführem und empfahl dem Hause die gründliche Umkehr auf allen Gebieten dss Staatslebsns und Rückkehr von den bisher befolgtcn Prinzipien zu dem akten preußischen Wahlspruch: „81111111 cuian“. Der Rodner billigte die vom Minister angeordnsteu Schr1txe, umd rühmte die Energi-e, mit dEr derselbc die ilm gssetzhck) ÜbertrUgene Vcrantwortlichkeik aufgsfaßt habs. lber gletch: wohl würde SS ein großer Jrrthum sCin, wenn man nxm dw Hände in den Sckwoß legs" und glauben WOM, daß dW_GL= fahr besisgt oder zu ihrßr Besiegung auch nur ein wesanlxMr Schritt gcschkheu sei. Es sci absolut nothweUdig, _pmttw Her Sozialdsmokratie 811tgegeantWten uud sozéale Rczwrmßn em: szÜhrEn. Darauf bestritt der Abg. Richter (Hagen) die erksam: kcit der von der Ncgisrung crgriffßnen Maßregslu; dieselben seiLU vie[mehr geeignet, die Heilung dLE Usbsls zn hemmen, dLnn dnrch diE rigorosen Mittel «56qu man im Volke MW Erbitterung, welche es den a11tis0zialistischen Bestrebungen der bürgsrlichenMittelklassem mehr Und meh? Erschwere, in bessern: dem Sinne einzuwirksn. In sehr Ungeschickter Weise hqbe da?: Vreßbureau die allgemcine freudige Stimmung _bLim Em: znge des Kaissrs als ein Symptom der durch dsn AUB- :UHMI'UWMD HLWOPWUfcmn «cruhég..:.g DDr chnükhcr dargestsUt. An jonem Tagc habe man keineswsgs an den kléinen Belagerung-Zzustand, sondern einzig und allßin an den Kaisér gedacht. Das Fest sci aus.": der freien Initiativs dsr Bürgerschaft hervorgegangen Und hab*: in allen Schichten der Berliner stölkerung einen Anklang und eine Theilnahme gefundsn, wie niemals eiue cmdsro Fsier vorhsr. Eincmsolchen BZWLisL von Patriotismus gcgenübex möge die? Ncgierung doch er:1stlichBLd€nk€n tra-zen, ÖM Boden der Hauptstadt (][?- einen dxxrck) UUd dnrch von antimonarchifchsn AgitationM durch: wühlten darzustellsn, Utld Maßregeln zu treffsn, dis ach dxr Ausfluß cineS tißfßn MißtraUens die BLVÖlkSLIUUJ U11ng€chf trcffé. DLV Abg. Graf Bethnsy-Huc bemerkte, er hmlte SE für zwsifel: hast, 05 es zweckmäßig sSi, eineBe-prechung 611101' Maßrsgel in Wem Partikularlandtagc hsrbciznführcn, wecher darüder ksine ÖCsÖÜLßMdL Stimme habe, sowie darüb-zr, ob diese?- 1_1icht «,in Eingriff in die Rschte dss ReichStageH sei. Absr dio1e Mctsz- rcgel greife? so tief in die Rechte der Privatsn ein, daß ihre Wichtigkeit den de11er Über diese politischen Zwoifel [)iUweg- scßé, Der Abg. Virchow habe selbst anexkannt, daß er in dEr Stezllung deH Ministecm sich ebenfalls die Frags gestkllt haben würde, 95 er von sLinßn gessßlichsn Befttgniffen Gebranch machen solle. Die dee des Abg. Virchow könne zu einem erheblichen YkißVCT: Üänkmiß Anlaß JCÖSU. Derselbe habe hinsichtlich der größeren und geringeren Strafbarkeit Und Respßktabilität der Judi- vidusn zwischsn solchen UUterschicdcn, die? sich zum KöniZStnord hinneigten und solchen, Mlche sich nur zur Rcvoluüon mit Zlcwaffnetcr Hand entschließen würden. Gewiß habe 265 der

dg. Virchow nicht gcwollt, aber dicse Deduktion könne leicht dis Außlsgung erfahrsn, da[; in dem gßseßxxebenden Körper Preußens die Revokntion mit gewaffneter Hand irgend w-Zlch Vertretung und Rechtfkrtigung finde. Solchen Verdacht müsse er entschiedsn zurückweisen. Tßr Avg. Virchow habe der Politik der RegiLrung in ihrsn Zweckßn und Zielen Schuld an der Sozialdemokratie gcgeben. J!: jener FFM habe (1er die Rc- gisrung ihr? kamer kennen lernen en, Um zu benrtheilen, Mr der gcfährlicherosei. Die Zicke der ngierungspolitik seien dis Einignng der deutschen Nation in ein Reich und die Kräfti- gung der inneren tmd äußeren Stsllung gewesen, Ziele, WklkHe dis Fortschritt§part€i längst vor dem Eintritt _des Fürsten Biswarck in das Ministerium auf ihre Fahne geschrieben hatte. 51511»: die Fortschrittspartei es denn gar nicht vergessen, daß der Fürst Bisvmrck dazu andsre Mittel angewendet habe, als ihre voÜkommen unbranchbaren? Derselbe habe die Mittel ge- wählt, die? er allein habe wählen können. Aber die Fortsohritts- partei habs gegen dis. Rsichsverfaffung gestimmt, ge en die M2hrzahl der Orgmxisationsgeseße, ja, gsgen 5011 *rieden, dM dsr sicgreich wiederkehcnös Kaiser dem Parla: mente vorgelegt habe. Die anfänglichs Konzession des Abg. Vtrchow, daß der Minister gcseßmäßig verfahren sei, habe dsr- slee später so restringirt, Daß der Abg. Richter gar nicht nöthig gehabt hätte“, dtese Maßregel als eins absolute T orheit dgrzustellen. Ob dieselbc nothwendig &ewesen, vermöge er. edner, mcht zu beurtheil-Zn, aber wenn die egieruna die Ueber eugung yon der Wahrscheimlichkeit der Gefahr gehabt, dann Zätte sie thre Pflicht verleßt, wenn fie nicht die geeigneten chresfions: maßregeln ergriffen Hätte. Wie die verantwortlichen Minister die Erlass des Kaisers, so kontrafignire diese ministerielle Maßregel das gesammte Volk. Er glaube nicht, daß die ausnemiesénen Verson-Zn ZU'" 93"5§3"1"'“O fähiJ fasien, aber die' “Lehren diesex Sekte könnten in hirnverbrannten Köpfen den Plan dss Kömg-Zmorch erzeugen. Die so ialdemokratische Presse habe auch vor Erlaß des SozialistengeFeßes die Atten-

tate der rusfischen Nihilistcn so apotheoftrt, daß sie dadurch

. Andeutungén und Besorgnisse mitgetheilt.

ihre milde Beurtheilung anderer ähnlicher Vorgänge nicht au§geschlossen habe. SLL das eine Logik, daß man die offene Agitation nicht unterdrücken solXe, weil man die geheime nicht treffen könne? Steine man die Frage, so würde das anze Land die Antwort ertheilen: die Regierung babe ihre ZZfliM gethan!

Der Abg. Dr. Hänel führte aus, diese, Bemerkun des Vor: redners sei doch nur zutreffend, wenn das Volk fi entweder nach dem Wunsche des Grafen Bethusy blindlings den An: ordnungen des MinistcrinMS unterwürfe, oder wenn es voll- kommen Übsr die Begründung der Maßregeln orientirt wäre. In der Rede des Ministers seien keine, die Sicherheits- maßregeln begründende Thatsachen, sondern nur allgemeine Er habe gar nicht erwartet, daß der Mimstsr mekr sage, denn ein; un: zeitige PUblizität könne nur der Beo achtunJ dsr Thatmchm schädlich sein. Es sei aber doch gewiß, Daß ]?de gehcnne Ver- bindung untsr der Klausel des Strafgessßss stehex'sckwn ]eßt seien entsprechende kriminalistische Untersuchunchn nn Gangx. Erst nach d€r Beendigung derselben könne ein srcheres UrthUl Über das Vorhandensein solcher geheimen revolntmnären Ver- bindungen abgegeben werden. Einstweilcn könne weder me ViUigux-xg noch eine Verurtheilung des Verfahron-Y des Mun: storiums stattfinden. So berechtigt die Maßregel set, so wrdczr- spreche sie doch einigermaßcn dem im Volke alteingewxxrzeltcn monarchischem Gefühle, das an dis Rückkehr, VLS „)0701158 911566“ des Monarchen Die Gefühle der Milde und Gnach knüpfe. Die soziale Frage bewsgs die Welt; ihr Zweck scx die Hebungder niedßrfton Volkalaffcn auf ein höhere“; mora- lischss Niveau; die Fortschrittt3pakt€i wolle dicS Ziel auf dem nge der aÜmählichen Entwickslung errcichcn und bekämpfe deshalb diejsnige Partei, welche die Ekréichnng diessH Ziele?» auf die Gewalt FLUG, diE Sozialdemokratie. Könnte man es ihr vsmxgen, da sie auch die ErWichung politischer Ziele auf frisdlichc'm Wege befürwortet? Nur die AUIfühmmgßn des Grafen Bstlmsy Eingehend, crwidgrte Rodner, daß die Fort- schritthartLi für die beiden süddentschen Verträgs, aber gegen den bayerischen wegen seins): Nessxvatrcchte Und demnächst dennoch für di? deutsche Verfassung im Ganzsn gestimmt habs. Graf Bethusy habe danrotost aquesprochen, als ob irgsnd Jemand hier im Hanse cm revolutionäre gkwaltsams Texxdenzcxx dächte. Jm Namsn nicht blos ssinsr (des Redners) Partei, 10_ndern der großßn Majorität des Hauses wsise or die Berechtrgung des Vorredners zu solchen Protextßn zurück. _

Der Abg. von Rauchhaupt erklärte sich Namens fsmer Partsi dex. StaatßregisrUng und der Innern dankbar für die loyale Erläutßrung und aquÜl)rlichc Darlegung OS!“ in Folge dos SoziakisteUgsssße-Z geTWffMLU Maßnahmen. GLJSU die lichtvollcn Ausführungen des Ministsrs des Innern sei bisher noch nicht ein Argumsnt vorzubringen möglich gewesen. Um so mehr sci ec; Nicht Nux ein politischer Fkhler der Fortschrittspartei gewesen, an 516 Regierung Übcrhaupt dis hWtige Anfrage zu richten, sondern noch ein wcit größersr, die folgende chatte daran zu knüpfen. Es sei durch krissélbe der tiefs Riß zu Tagsjge- treten, welcher dis Anschauungßn dEr FortschrittsPartei mcht

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m:"; von “€:: .snfcrvakwcn, ,ochrn au.. von „22:82: dEr nationalliberalcn Partci trenne. Denn der Abg. Virchow had€ dis Politik dcr chxierung angeklagt und WrurthUlt, wer aber daS thus, erklärs "ck gegen die ganzs Politik und gegsn die Entwickelung PW ens seik länger als- zehn Jahren. In Wirklichkeit frene sick) Berlin 57.101: die Vorstcht der Polizsi und sei dem Ministerium dafür dankbar, daß es ihm deél) die besprock)81tcn Maßregeln mögück) génzacht worden sei, eine ungestörte Fsikr DLL? Rückkshr deS Katséch zu bsgchén. Ohne NU?-11ahmemckßreg91n wärs es Nicht n15gl1ch géwsssn Und sci LH nicht möchh, Wißdcr rnhige UL10slch€W Zuständo [)(-:rzustsklejr. Er hoffe, daß dis Worts OLS Minister?- des JUULUL alle Gcmüther beruhigt hätten. _.

Dcr Abg. Dr. LaSker «klärte, die Diskusnon v-Irlangs gßbicterisc.» daß auch die nationalliberale Partei ihre: Stel: lung zu dem (Hssagten kennzeichxxc. EZ sci ungßrccht, wcnn dio Abgg. von Nauchhaupk und Graf Bethasy den _dencrn von der LinkM dLn Vorwurf Machtc11, dicse: Diskusston „her: vorgerufen 311 haben; schon die „Prov.:Korr.“ habs mttge- theilt, dmß dic Régisrung im La11dtag8 über dic Vsrézängung ÖGS kleinen Be[agerungsznstandks Mitthexlnng 111ach9n warde. Der Rovner ging alsdann auf die Gmxesis chZ Sozialistsngeseßes nähér ein, UUd namenUick) anf den Pumkt, daß_b€i Verhängxmg bsstimmtsr Maßregcln dem Rßickzstags Ncchcémchast zu geben sei. Die Erklärung dss Ministors des Innern habs da?: Haus darüber beruhigt, daß es nichx Verschwörungsn gxxwesen seien, die den AUlaß abgegeben haben, wie es, _ er wisse nicht, ob offtziöse chcru odsr Prtvatintereffcn _ verbreitet hätten. Dsr Abg. Dr. Virchow habe: ja 1€lbst gesagt, daß er als Miniftor ebcnfallö diese Maßregol verhäugt haben würde,. eine rückhaltlosere Zustimmung könne doch fchWLrlick) al)- ge eben werden. NÜc-xrdings habe es durch die Rede des A „cx. Virchow d1trchgeklmxgew als ob allo Schuld für das Geseß denjenigen aufgebürdet werden sokle, däo es beschlossen haben. Das Resultat dcr Diskussion sei nur das, daß Partei gegen Partei nach außen hin die Verhandlung benutzt hätten, mn fich sovicl als möglich gegMseitig zu schadsn. Dsr Redner sprach schließlich die Hoffnung cms, daß die Maßregsl nicHt einen Tag [ängcr in Kraft bleiben werde, als es die gebie- terische Nothwendigkeit erheischs; die N02l)weUdigkeit der AUS- weisung zu beurtheilen, sLi nock) Niemand in der Lage.

Hierauf wurde die Diskusfion geschlossen' es folgten eine Reihe persönlicher Benwrkungen der Abgg. Érafen Bethusy: Hue, Rickert, Windthorst und Richter (Hagen), und des Prä- stdenten von Bennigsen.

Nach diessr besonderen Disknssion wurde die herkömmliche an Titsl 1 (Gkhalt dss Ministers) anknüpfsnde angemeine Debatte über das Ministerium deH nnern eröffnet. Der erste Redner, der Abg. Vachßm, schiderte in einstündigcr Rede den Einfluß des K::[xurkampfes auf die Beamten; wäh- rend schon früher Katholiken schwer zu höheren Aemtern hätten gelangen können, seien sie ]"th fast aus allen Aemtern entfernt. Landräthe und Bürgermeister würden nicht be- stätigt, wenn fie nicht versprächen, mit besonderer Lust und Liebe die kirchenpolitischen Geseße ausZUführen. Der Redner führte eine ganze Reihe einzelner älle an, und zog daraus den Schlu , daß die Selbstverwa tung am Rhein voUständig vernichtet ei. Er ging dann des Wetteren, stets unter An- führung einzelner FäÜe, darauf ein, daß die Beamten mit Rücksxcht auf do" Ü**'*"*'*-"«pf LMQUUL und a::gehalt-sn würden, sich in diesem Sinne am öffentlichen Leben, in der Rheinprovinz besonders an den Bestrebungcn des deutschen Vereins, der wegen der Konißerschen Konduitenlisten wohl noch in Aller Gedächtniß sei, zu bethsiligen. Gerade sehr viele

Desondcrs dem Minister .

Beamten hätten zu diesen Listen das Material geliefert, Beamten lebten oft im schärfsten Konfkkte mit den Kreisen in detxcn sie, zu wirken hätten, so daß dxe wistigkeiten sich än aux andere Gebiete ls das kirchenpolttis e allein ausdehnten Gerade diese Beaml :, welche als Kulturkämpfer aufgetreten“ seien vieZach diejenigen, welche sich Amtsvergehungen und s011ders eruntreuungen hätten zu Schulden kommen lassen weil über diese Beamten keine genügende Kontran geübt“ werde. Der Redner warnte schließlich den Minister davor Éntdieser Beziehung in die Fußtapfen seines Vorgängergzu“ re en.

Der Minister des Innern Graf zu Eulenburg klärte, die Anzahl der Spezialfälle, die der Vorredner M= geführt habe, in diesem Augenblicke nicht beleuchten zu kön.- nen, doch werde es dessen auch nicht bedür en. Der Minister wolle nur kurz die allgemeinen Gesicht?:pun te besprechen, UUter dEUS]! der Vorrednsr dis Einzelfälle zusammengefaßt habe. Es

sei unrichtig, wsnn er andeute, a[s ob der knlturkätnpferisxhe *

Gesichtspunkt der bei Beamtenernennungen maßgeöendesej und daß diE Beamten angehalten würden, sich an Politischer“ Thätigkeit zu hethßiligen, speziell an dem deutschen Vereine. Was die Veruntremmgen von Beamten angehe, so hänge die angeblick) mangelnds Kontrole nicht mit ihrer politischen Nichtang zusammßn. Es sei oft sehr schwer, selbst bsi gründlicher Kontrols Dßfek'te zu entd-chcn. Aber die späts Entdsckung mit mangelndkr Kontrole in Zusammenhang zu bringen, dafür fehle jeder Anhalt. Dcr kulturkämpferische GesichtSpunkt sei auch gar nicht dEr maßgebende bei der Bsseßung von V&- amtensteüen. DUS allerdings werde auch er thun, ebenso Wie sein Vorgänger, daß er weder Männer selbst ansteue nock) zur Anstellnng empfehlen dürfe, von denen er njché annehmen könne, daß sie in [ovaler Weise die Gsseßedgg Staatcs beobachten. Danack) müsse man um so mehr Der: fahren in LiUer Zsit, wo zu ssinem lebhaftM Bedauern die Geg-ensätze sick) so schroff gegenübe'rftändcn, wo dis gsfollschasß lichsn Beziehungen dsr Beamtsn mit ihrer Umgebung ec"; oft sehr schwor machten, fest zu bleiben auf dem Boden des Gesetzes. Da trsffc fr€ilich anch wohl einmal der Staat Männer bsi BEsCHUUgSU, die nicht den Kreisen gz- nehm sind, in dsnen sie wirken. Das sei der Régierung nicht anasnshm; d€11n sis wünsche auch ein guth freundliches Ver- hältniß zwischen der Bevölkerung und den Bsamksn; aber wem: Lines anfgeopfert worden müsse, diese?, Verhältniß odsr die Pflicht, so ssi das nicht die Befolgung der Pflicht. Diese stehe höher.

Hierauf wurde die weitere Diskussion vertagt und nach einer persömlichsn Bemerkung des Abg. Bachem die? Sißung geschlossen.

_ Zn derheutig€11(14.) Sitzung des Hauses der '

Abgeordnelsn, Mcher am Ministertische dEr Ministsr des IWWM Graf ZU Eulenburg und mehrere RLJ'ZLrUUgSWm-

missaxjen beiwohnten, thsilte dcr Präsident mit, daß" vom

Abg. [)1'. Paur eine JnterpeUation, betwffcnd die Pensions- verhältnisse und die Lage der Wittwen und Waisen der Lehrer eingsgangsn sei. Weiter thei[te der Präsident mit, daß der Abg. Bürgers gestorben sei. DasHa11§ ehrtedas Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Der Antrag des Abg. Windtlzorst (Meppen), betreffend die Einstellung des Strafverfahrens gegen 5911 Abg. Dr. Franz, wurde ohne De- batts angenommmt. Es folgts die erste Bsrathung des GsssZentwnrfs, betrxffend die Aufbringung der Ge- meindeabgaben. Zunächst erhiélt das Wort der Aßg. Löws (Berlin). Dersclbs behauptete, dic ngiermtg habe die frühsren Komxnissionsbcsck)li'rffe nnr in nebensächlichen Punkten in Visser Vorlage acceptirt, dagch habe sis in dM Hc'cuptpunktkn, namentlich in Betreff dsr Schlachtstener ihrsn ursprünglich?" Standpunkt bsibchalten. SWW Partei bleibe ebenfaUs bei ihrer Meinnng Über diese Fragen sto'qen. Das sei auch der Fal! in Bezug auf die Stmwrexemtioncn dor Vsnmtcn. Die Beamten stien mit ihren Forßerungen vollkommen bcréchtigt, abcr ÖL); Staat wälzo hicr stine VerpflichtnnYn anf dic Kommunen ab. Auch die Stsucrfreihcit des: ziIkus müss in Einer für die Kommunsn billigkren Weiß gersgelt werden. Die Regie- rungSvorlage sci unanlmbar. Nucl) sei jetzt bei der offenen Frage der Reichssteuerpo itik dsr ungi'mstigsts Zsitpunkt für die Berathung eins?: solchen Gcseßcs. Das (Heseß sei auch ]“th nicht unbsdingt nothwoudig, die Bedürfnisse einzelner Kommunalvsrbände könnten besonders; geregslt werden. Eine nochmalige kommissarische Berathung der Vorlage sei nicht zu empfehlsn. (Schluß des Blattos.)

_ Nach einem Neskript dés Ministers der geistlichen 2c. Angelegenheiten ist die Frage nach der Auslegung des §. 1 des GLsLHLÖ vom 4. Mai 1843 wegen der Außor- und Wied erin co ur SsGHUU g der auf jeden Inhaber unter öffent- lichsr Autorität auSgLfertigten Werthpapiere dahin ent- schichn worden, daß nicht die evangeliscken (Hemsinde- Kirchenräthe (Presbytericn), sondern diE Kömglichen Super- intendenten gemäß §. 1 jenes Gesetzes Und §. 2 der Verorp- nung vom 16. August 1867 für befugt zu erachten find, M von ihnen außer Cours geseßten Papiere der beregten Art auch wiedßr in Cours zu setzen. Ist dis AußercoursseßuW solcher Papiere durch die Gemeinde-Kirchenräthe 2c. selbst er- folgt, so bedarf es, zur Wiederincoursseßung derselben nach §. 3 des Geseßes Vom 4. Mai 1843 und §. 4 der Verordnung vom 16. AugUst 1867 einch gerichtlichen Vermerks.

_ Der General der KavalTerie Hann von nyhern- komx?tandirex1der General des 11. Armee-Corps, ist Meder akx geret .

Hessen. Darmstadt, 9. Dezember. (W. T. V) Bulletin Über das Befinden der Frau Großherzogm vqn Mittags 121/2 Uhr: Das Fieber hat sich nicht verrin e„rt, dW AnsYweÜung im Halse und diejenige der Drüsen ist arker.

Sachsen = Weimar-Eisenack). Weimar, 7. De- zember. (Leipz. Ztg.) Durch Höchstes Dekret vom 29. 1); M- 1st die zweite ordentliche Landessynode der evangeltjck)?" Kirche des Großlxr ogthums auf Sonntag, den 29. Dezember- einberufen. Die el 8 wird sich jedoch, dem Vernehmen mzeh- aleald nach ihrer Eröffnung vertagen und erst gegen Mut? Januar zur Fortseßung i rer Berathungen wieder zusgmmen- treten. _ Der landständi che Rechnungsausschuß lsk "“ Beendigung seiner Geschäfte heute wieder außeinander gegangen-

Oefterreirh-Ungarn. Wien, 9. De embex. (W. T-V) Der „Polit. Korresp.“ wird aus Kontanttnopel V9“? 8. d. emeldet: der Großvezier Kheyreddin Pascha betonte bust dem mpfange christlicher Würdenträger, der Sultan „398

die Gleichheit aller Angehörigen des türkischen Reiches ohne Unterschiep dcr Konfesstonen zur vollen Wahrheit machen. _ FJ" Adrtanopel wurde ein Engländer wegen C'in- chmuggelung pon Pulver yerhaftet, derselbe entkam jedoch und flüchtete 11) das englische Konsulat, welches die Aus- lieferung verweigerxe. Die Russen drangen darauf in das Konsulathebäude em und nahmen den Engländer fest.

Pest, 9. Dezember. (W. T. B.) Das Unterhaus verhandelte m semex heutigen Sißung über den Antrag Zranyi's, den Verlm er Vertrag zur Berathung auf die ' agesordnung zu setzen. Mehrere Redner, darunter Graf 'Apponyi, sprachen für den Antrag. Nach den Erklärungsn des MtnisterWrästdenten. in welchen dieser ausführte, daß eine Abstimmung über die Gültigkeit oder die Nichtannahme internationaler Verträge unstatt aft sei, wurde der Antrag Jranyi's mit 151 ngLU 96 timmen abgelehnt. _ Dcr „Pester Lloyd“ schreibt, in e*insr gestern bei dem Minister- Präsidenten Tina stattgehabten Komferenz, welcher alle ungarischen Delegirtsn der liberalen Partsi bei- wohnten, wurde einstimmig die Ansicht ausgssprochsn, fÜr die Okkupationskosten pro 1879 ein Pauschale von 20 Mill. zu votiren.

_ 10. Dezembsr. (W. T. B.) Die vereinigten AuZscbüsse der ungarischen Delegation b€riethen gestern Absnd über die auf di? Okkupation BQEUiens und der Hcrzcgomina bezüglichc Kreditvorlage pro 1879. Nach länger?,r Debatte“ wurde dL]: dem bezüglichsn Ve- schlusse dcr östérrcichischen Delegation entsprechcnde Antrag HeqedUe's, 1111th dem Vorbehalt einer nachträglichen VSL“- rcchnung 20 Millionen zu bewilligen, angenommen. Andrassy hatte im Laufß der Berathung die Kompetenz dLr Dslkgation als zwÜfcllos dargelegt. Graf Apponyi meldete ein Separatvotum an.

_ Aus der dee, mit welcbsr der Graf Andrassy bei der Berathung des Etats des Auswärtigen Amtes in der österreichischsn Delegation am 6. d. Mts. die Orient- politik Ocstsrreichs darlßgte und chlche Rede wir ihrem we: sentlichen (Hßdankengange nach berUteZ in einem W[egrapl)isck)€n AUSZUJL mitgethsilt hgben, trageg wir nach der „W. Z.“ folgende Stelle nach, W wclxhsr Nc!) Graf Andraffy gsgen die Behauptung des Delegwten ])r. Demel bezüglich der Haltung Dsutschlands wendete:

Der Hexr Delcairtk sagte, es errcge: seinen Verdachf, daß die Idee, uns nach Osten zu schieben, und also am!) die Idee der OkkupatiM, von Deutschland angereat worden sei, von wo uns nichts Gutes komme odc-r gekommen sei. Nun, ick) könnte heute meine Rede nicht cndigen, ohne auf diesen Ptmkt zurückzukommen. Es wäre nicht nur unpolitisck), es wäre meinerseits Neradczu illoyal, !veUn ich auch nur cinsn Anklcmg in dieser Rich1ung ohne Crwidexnng ließe. Deutschland hat uns auf dem Koxxgreffe als ehrlicher und ÜCUST Freund zur Scitc gestanden. Will man aber, indem man die Okkupation *.*erdammt, Deutschland oder speziell dessen Reichs- kanzler für die Ich der Okknpation verantwortléä) machen, so empört fiel) in mir mein Innerstes. Es lisgt Hikrin vor Allem wsnig Wahr- fcheinlichkeitchwenn mcm mir auf der einen Seite vorwirft, so se1bständig zu sein, daß ick) nacb inncn gegenüber aUcn Vertretungen und deren außgesproMnen Anschauungen dennoch an dieser Idee fest- gehalten Habs, so muß man mrr doch du». nämliche Fx1tigkeit auch nach außen ZUMUWM. Wäre also die Idee von Wem immer gc- kommem tmd sw wäre nicht die richtige für Oesterreich-Ungarn ge- Frese), fck Hätte sie mit Entschiedknhcit zurückgewiesen. Sie ist aber gar nicht von Deutschla-d angeregt worden. Die Protokolle bs- Misen, chf; die Anregung zu diescr Jdce von England attsgegangcn ist, und England wird Hoch uicht Verdäckytigt deen, auch unter die Fciwde Oesterreickos zu gehören? Ick) fragc: abcr _ bicrvon Nbgesebcn _ in MWC Stkl- lung würden wir, Mnn diess Anschammg auch in Regie- rungskrcisen odar iu arößchn Kreisen Eingang fände, Dcutschlakxd gegenüber (]chfbcn? Vor dem Kongresse wnrde ick) angegriffen in

olge einer Rede, in dar Fürst Bißmarck in persönlich Für mich sebr chmeichelbafter Wsise sick) geäußert hat. Es wurde gejagt, das sei nur porfönlich, Deuschland gebe entschieden mit Rußland! es hätte anch darin, das: Rußland und England fick,» geeinigt häktsn, gegen tms gewirkt. Das Wurde also DcUt'schland VOTILWOkaU, und zjvar mit vollem Unrecht, dsnn _ ich wiederhole _Niemand war an dcm Komrcffc, der nicht sagen muß, Deutschland Habe sowobk dem curv- päisÖen Fricdén als Ws spkziclleörliche und verläßliche UUtkrstüxxUng gcwährt. Nun abxr: wie sollte sich Deutsöhland eigentlich stellen, um uns recht zu Lhun? Unterstüßt 29 uns nicht bis zu eimem Grad, wie Es nicht kann, ohne fick) mit andcrn Mächten in Antagoniömrxs zu setzen, so wird es als gegen uns gefinnt verdächtigt _ leébt es uns aber seine UnLcrstüßung, wie es dies im vorliegenden Falie (“k)klilb gethan hat, dann uird es wieder verdächtigt. Mir ganz unbegreiflich, denn wenn man anführt, 95 vae uns aUs Deutschland verdrängen, so muß man doch bedenken, das; wir (1213 Deutschland längst draußen sind und das;, Wenn es überHaupT Ab- siÉIten gegcn uns gehabt hätts, eitxe JMZ andere Modalität da wäre, als jene, uns die Okkupation Von Bosnien und der Herzegowina aUzurathen, nämlich ein engeres Zusammengeöen mit irgend einer Macht , “cia den unsrigen entgegengesetzte Intkreffcn hätte. Wann also Dcutschland nicht ausschließlich für uns einsteht, so klagen wir es an, gegen uns zu sein; steht es aber in irgend einer Frag: für 11:16 ein, so heißt es, es Wolle uns nach dem Osten Treiben. Welck)? Verhältnisse würden fick) da gestalten, WE:“.n diese Ideen auch in Regierungskreisen maßgebend wäßen? Ick glaube aber nicht bloß in ReNierungskreisen bertscben dicke Anßäyten nicht, sie find in gar keinen Kreisen Oesterreicb-Ungarns vorWaltend; denn jeder Mensch muß das kaicbt des natürlichen Verhältnisses zwischen uns und den Nachbarn füblzn. und ich glaube, Herr V1". Demel fühlt es so gut wie wir Alle.

GroßHrätaunien und Irland. London, 9. DS- zember. (W. T. B.) In der heutigen Sißung dxs Ober- hauses begründete der Staatssekretär für anten, Lord Cranbrooke den von ihm am [eßten Donnerstag angekx'm: dtgten Antrag, nach welchem die Kosten für den nyeg gegen Afghanistan aus den Einkünften Indiens bestr1tten werden sollen. Lord Cranbrooke wies hierbet darauf hm, daß her Ueberschuß der Einnahmen der indischen Regierung gegen 1hxe AUEgaben gegenwärtig 2 136000 fd. Sterl. betrage. Dte AUSgaben für den Kris gegen Afg qnistan würden für das gegenwärtige inanzja r auf 11 Mill. Pfd. Sterl. ge- schäßt. Diese Last ei ndten somit 1m Stande, zu txa'aen. Sodann erklärte der ednet in Be ug _auf dW poltttsche Seite der Frage, daß die Verhälknkkse tn Centralastexz sch seit dem Jahre 1868 wesentlich verändert hätten. Es set wohl genu aum für Rußland in Mittelafien, aber kein Raum für ußland und England in Afghanistan. Die Ant- wort des Emirs Schir Ali auf das Ultimatum sei der Re ierung am Tage der Eröffnung des Parlamentes noch Mcht bekannthzewesen. Der Krieg sei England aufgxzmzmgen Würden; die Regierung habe ihn unternommen zur Wahrung der Ehrs und Sicherheit des Reiches. Lord alifax begrün- dete darauf seine am Freitag an ekündigte es olut1on. Im Laufe der Debatte sprachen Lor Derby und Lord ng: narvon gegen die von der Nemerung befolgte Polxtxk.

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Graf .

ScTZlTetßlick) wurde die Fortseßung der Berathung auf Dienßag vera . Jm Unterhaus e erklärte der Schatzkanzler North- cotc auf eineAnfrage Havelocks: der Regierung seien keine weiteren direkten Nachrichten aus Kabul zugegangen. Graf Schuwaloff habe_ nach seiner Rückkehr den Marquis von Sabßbury benachrichttgt, daß der russische Gesandte Afgha- mftan verlassen habe. Von anderer Seite habe die Regierung erfahren , daß er bereitsx Uach Europa zurückgekehrt fei. _ Auf eine Anfrage Dlee's erwiderte der UnTer-Staats: sekretär Bourke: der deutsche Botschafter, Graf Münster, hake dem Marquis von Salisbury im September Line vertrauliche Mittheilung, betrsffend diE Ausfüh- rung des Berliner Vertrages, gemacht; dieselbe k51me indcffen nicht veröffentlicht wsrden. Hinsicht: l1ch der Befugnisse der Gerichte auf Cypern “Mn Aus- ländern gégenüber habe kein Schriftwechsel zwischen den Mächten stattgefunden. _ Im weiteren Verlaufe der Sitzung entwickelte Whitbread seine am Freitag angekündigte NL- solution. in welcher die Politik der Regierung, die zu_ dem Krzsge mit Afghanistan geführt habe gemißbikligt Mrd. thtvread erklärte, der Krieg sei ungcre t und müßte sofqrt nach dem ersten Waffenerfolge anf das Schnellsts be: endtgt Weren, ohne dem Emir eine zu JWJE Demi'xthi: gung anZULrlkgeU. _ Eine AUfrage Elcho's beant- wortets dEr SchaHkanzler Northcote dahin, das; die Rhodope : Commission keinen gemeinschaftlich: Bericht erstattet habe; dagegen hätten4Kommissarien ihren WsPSkÜVLn Régierungcn einzelns, jedock) idsnéisckx Berichte erstattet. Das Kabinczt beraths gsgenwärtig darüber, wie dem Uebslstande aszHeler sei. Darübsr Axtskunft zu 9613811, ob die. NSgisrnng den ck17 zngsgangsnen Bericht für glaubwürdig Macht?, lchnte der Schachmzler ab. ELW zeigts daranf an, daß er seine FWJE dcnmächst wiederholen wsrdc. Ns1chdem im Weiteren Verlanfß'der Stßung Forster noch Encrgischs Angriffe gsgen dxe Pol1t1k dsr chierung «genüber Afghanistan gerichtet und 17611 Unternommenett Krisg als Linsn unnöthigsn und LMILVECHTEU bczcichUet hatte, wurde diE Fortssßtmg der Debatte auf Dienstag Wrtagt.

Lahore, 9. Dezember. (W. T. V.) General Stewart ist géstern in QUEtkal) cingétroffßn und hat den Obor- befehl über die bei Quettah stehende Division Übsrnmnan. Eimz in das DÉfilÉ von Khorteck unternommene: Ne: kognoEzirtxng ergab, daß dassßlbe nicht bessßt ift. Gsnsrak: Major V1Hdulpl) hat in Folge dessen Befehl erhalten, mit cixwr Abtheckung Truppsn vorzurückcn Und das BMW zu besetzen;! ......„„ W-xUW-c-«MW-LF'“ , ".

Spanien. Madmd, 9. Dszsmber, (WET. V.)"ZJU dem Kongresse gab der Minister:Präsidc11t Canova-Z die Erklärnng ab, das; dic Regierung uicht dis Absicht halW zu verhindern, daß ein REpUblikanEr als Vertr-Zter Frankrsichs new?.) Madrid kommc. Die Bczishungeu Spanien?- zu der französischcn Républik seien durchcms frsnnd- schaftliche. FF.»?

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“ck ooooo .“. o:, . »»Nyz-soyx. Ka,»?- „0. «L., K.)“ om- ZAMM" Snzung der Deputxrtcnkammer beaUtmortcto der "rwgs-Minister die Anfrage Mordini's, betreffend das Vorfindkn von Vroklamationen des Barsantiklubs bLi Durchsuchung einer Kaskrne, dahin, daß ein belangloses Ereignis; das Gerücht in die ZLitmrgen gebracht habe, in einer Kaserne des Militärdistrikts Luca seien Proklamatwncn des Barsantiklubs vorgksundcn. chér dort 110ch in andsren Kasernen famd LiUL derartige Konfiskatim' statt. Mordini or: klärte sick) dUrck) die Zusicherung, da?; in der Armee Kin Ele“: ment von Jndisziplin vorgefundsn worden sei, befrisdigt. Der Mi11ister:Präside11t Cairoli lsgte sodann den Berliner Vertrag mit dsn Protokoüen und 5911 Enfwurf zu eitWr Reorganisation der Csntraladministration des Staates vor. Mr Finanz:Minister brachte darauf einsn GsseUentwurf, betreffend die Zustimmung zu dEr Pariser Mi'mzfonvention, zur Vorlage.

Das Haus seßte demnächst die? Debatte Über die Inter; pellationen fort. Vare sprach sich gcgen jede, Lin Miß: trauensvolum gegen das Kabinst implizirends Motion aus. Das Verhalten des Ministeriums sei ein geseß: und verfaffnngsmäßiges gewesen. Nicotcra kritisirte das Mini- stsrium bezüglich seines Verhaltens in der Fragß der öffent- lichcn Sichk'rheit und Erklärte, er werde gegen das Ministe- rizxm stimmen. ToScanelli sprach für die Politik des Mi: msteriUmS. _ Die Debatte ward darauf geschlossen und die Tagesordnungen begründet. Mancini erklärte, sich den Prinzipien des Ministeriums bezüglich des Vercins: und Ver- sammlungsrechtes anschließen zu woÜen, er billige indeß nicht die Mittel, die isrbei angewcndet wurden. Avezzana ent: wickelte die Morton, durch welche dem Ministerium das volle Vertrauen ansgesprochen wird.

:ck“? Griechenland. Athsn, 9. vaer. (W. *T. B.) Djs Kazmmer nahm das Cännahmebudget an und gLUL[)= m1gte dte Konvention bezügltck) der Staatsschulden.

Türkei. Konstantinopel, 28. November. In der Nacyt vom 20. zum 21. Oktoher ist, wie bereits früher in den Zeitungen erwähnt, zu Adjemler bei Brussa auf einen deutschen Schußgenosssn, den MüÜer Albert Küpper, in der von dLmselben bewohnter: Mühle ein Mordversuch ausgeführt worden, bei welchem der Genannte schwere Verleßungen erhalten hat. Die Kaiserliche Botschaft in Konstantinopel hat seiner Zeit bei der tür- kischen Regierung die nöthigen Schritte gethan, um die Er- mittelung und strenge Bestrafung der Schuldigen zu erreichen. Auch ist behufs Wahrung der diesseitigen Interessen alsbald ein Beamter des Katscrlichen Konsulats in onstantinopel an den Ort der That entsendet worden. Nach den Aussagen des Verletzten und seiner Frau ist das Verbrechen von drei, ihrer Kleidung und Bewaffnung nach zu den rumelischen Emigranten gehörigen Personsn verübt worden, welche mit den Miillerknechtsn des Küpper in Einver: nehmen gestanden zu haben scheinen. Es haben bereits zahlreiche Verhaftungen stattgefunden, und steht zu hoffen, daß den türkischen Behörden bet der Sor falt, mit welcher die Untersuchung geführt wird, die Erwitte ung der Schuldigen gelingen werde.

"?..9' DIWÜSX- (W._T._B_.) _Heute hat _ein anßer- ordentncyer WCLU'TUSWULY ytangesunden, welchem auch die früheren Mmister und andere politische Persönlich- keiten beiwohnten. Es wurde ein Hat übcr die einzu- f ührcnd en Reformen bexathen. Oßman Pascha hat einen Entwuxf zn emer durchgretfenden nyyganisatjyn dex

_Armee ausgearbeitet. _ Die _Anfüßrer der AufständiseHerr mx Mesopotamien _habe'n lhre Unterwerfung angeboten. DW Pforte verlangt jedoch eine schriftliche Erklärung ihrer Unterwerfung.

Dänemark. Kopenhagen, 9. Dezembsr. (W. T. B.)

Zn emem der Regierun aus Saint-Croix zugegan enen

xlegratttme wird die othmendigkeit einer unverzüg ichen

Hülfe hervorgehoben. Jm Folkething soll morgen ein neuer

Geseßentwurf über die Saint:Croix zu gewährende Hülfe ein- gebracht werden.

' Amerika. Washington, 9. Dezembér. (W. T. V.) DLC Repräsentantenkammer (sl)"?s mit 154 gegen 91 _Sttmmen den Geseßentwurf ab, durch welchen die Aus- pragung von Trade-Dollars für die Zukunft unter- sagt und angeordnst wsrden sollte,daß Dieselbsü an die Banken abgegeben werden, um in Dollars, die der Silberwährung entsprechen, umgsprägt zu werden. _ Dcr Schaßsekrstär Shcrm a 11 hat weitßre 5 MiUionen Bonds zur Amorti- satwn einberUfen.

Aus dem Wolffschen Tekegraphsn-Bureau.

. Darmstadt, Dienstag, 10. Dszember. Buklstin. Nach cxner séhr Unrnhigsn Nacht hat sich bei 001? Frau Großherzo- gm da?: waLr auf gleicher Höhe erhalwn, die diphtherische Erkrgnkung auf 'der [in_ken Mandel und der Rachenschleimhaut 1st tm" Fortschreiten, dte Lymphdrüssn dsr linken Halsseite smd starker angeschwoÜen.

Pest, Diknstag, 10. Dezembkr, Vormittags. In der Nestern Abend stattgehabten Sißung der véxcinigten AnsschÜsse der ungarischßn Delegation hatte sich Graf Andraffy mit dem Llntxage Hegsdue's, wclcher, wie berLits gsmeldet, mit großer Mawytät angepommen worden ist, €i1iv€rsta7xdcn erklärt. an[e1ck)hatte slck) Graf Andraffy gcsgsn den durck) die An- nahme des AUtrcmes HsgedW'S abgelshUTM Antrag Falks ausgesprochén, wslcher empfahl, auf dis Beraiöung der Krsdit- vorlage wegeU der Unzulänglichkeit dsrsclbc-n nicht einzugehen, und den beantragten Kredit von 20 Millioüsn um; mit der qußdrückkickxn Erklärung bewiÜigen wollte, daß die Delega- 11.011 für die Okknpation nichts weitsr Wtirs, bis dis beider- setttgcxn legislativen Versammlungen über das Verhältniß der okkuptrten Länder zur Monarchie entschieden hätten.

, andon, Dienstag, 10. Dezsmber, Vormittags. Wie du: „T1mes“ meldet, hat der In LUiCUr AWM Lentner mit dxr Hamlntrg-AmerikanisMn acketfahrr-Aktjen-(HeseÜschast emen Konxrakt zur Hebung der „Pommcercmia“ abgeschlossen. _ Nack) emsm Telcgramm des „Standaxd“ ach Tabris vom 9. d. würde die Abtretung von Khotnr em Psrsten in MM 14 Tagen erfolgßn.

Bukarsst, Dienstag, 10. “Dezember. Das neue Mi- nistsrmm entwickelte in beiden Kammern ssin Programm, dessen wssentliche Punktß folgendc sind: Aufrechterhaltuxtg der bestsn Beziehnngen zu (10811 Mächten, Ausfi'tbrung des Ver: liner Vertrages, Revision des Artiksls 7 der Verfassung, die S1cherung dEr Unabhängigkeit und der R€chte des Landes und endlxcl) das BSstWbM, die Nation zum WohMande zu führen.

St. Petsrsburg, Dicnstag, 10. Dozsmbcr, Vormittags. An der gestérn anläßlich dss St. G-Zogsfsstch stattgehabtßn BStyirthnng der Ritter deH St. GeorgFOxdens, welche in der féftllch gsschmi'tck'ten MaUöge dN?» IngenicursÖloffeH stattfand, nahmsn gsgen 4000 Personen Theil. Um 1 UN Nachmittags traf der Kaissx Ein und be rüßte die anwestndsn Großfürsten Wld GeUeralo. Sodann näHZrts sich SE. Majsstät den Speis?- tisch€n und trank auf das Ohl dsr Inhaber dss ruhmvollen Ordsns. Demxxächst brachto der Großfürst-Oberkommandirende 61,11 Hoch anf dsn Kaiser aus, das mit enthusia- sttschsn HUWal)rUfen aufgenommen wurds, Währsnd dis Musik die Nationalhymne spielts. Es Zolgte sodann nock) Lin Toast ch Kaissrs auf den Großfürten-Thwnfolger. Abends um 5? Uhr fand im Winterpalais ein Diner smtt, zu wckchem all)». Ritter der höheren Ordßnsklaffén gcladejx waren. Den erstsn Trinksprnck) brachte Se. Majestät der Kaissr A(exander auf das Wohl Sr. Majestät ÖGS Deutsckxn Kaisßrs aus, in welchem er denselbsn als den ältestcn Nxtter des St. Georg?- Orden-Z, als seinen Freund und als beste:? Kennsr dcs Hslden- muthcs der russischen Armee feierte. Stürmische Hurrahs folgten diesem Toast und die Musik spielte die preußische Hymne. Der zweite Toast galt dcn Rittsrn des St. Georgs: ordencZ, wobei der Kaiser hervorhob, die junge russische Armee habe sick) währcnd des letzten Feldzuges des Heldenmuths und der TraditionM dcr altsn rusFischén Armcß würdig erwiesen.

St. Petersburg, Dienstag, 10. Deanber, Vormitt. Der „Regierungsbote“ veröffentlicht ein Handschreibén des Kaisers an den Ministcxr des Innern Timaschsff, in welchsm er das EntlassungSgesuch desselben unter Danksagung für seine bisher geleistan treuen Dienste annimmt und Dom Minister den WLÜÖÄMÄWOBDLU 1. Klassß verleiht. Durch eine weitere Vsrordmmg des Kaisers wird Timafcheff zum Mitglieds des Reichsrathes ernannt und Geheim =Rath Makoff interimistisck) mit der Leitung des Ministczriums des Innern beauftragt.

Statistische Nachrichten.

Das jüngst erschiencne Heft der „Nakbrichtcn über Industrie, Handel und Verkehr aus dem statistischen Departement im Kaiser- lich Königlich österreichischen Handels-Ministerium“ enthält eine Ueberficht über den neuesten Stand der Telcgrapben in den Staaten Europa's, dem wir folgende Angaben entnehmen: Im Jahre 1877 betrug in Großbritannien und Irland, bei einem Flächeninhalte von 314 951 qkm und einer Gesammtbevölkernng von. 33 589 419, die Länge des Staats -Telegeapbennex3es 40 388 km. Linien und 174 533 km Drähte; an Anstalten bestanden 3761 Staats- und 1555 Cifenbabn- und Privatstationen mix einem Personal von 11474 Beamten und 8135 Apparaten. Dx interne Korrespondenz- verkehr bezifferte sich auf 19 453 496 Depeschen der internationale auf 2 420 096, zusammen 21 873 592- Gebühren eiéund Dienstdepescher, waren 420 940. Die Einnahmen *oétrugea ) 335 4-20 Fl. 5,92, 'die ordentlichen Außgaben 11 666 470-151" die außeryx'oentk"*cn 279566 R- Der interne Tarif für 20 Wche war: 50 K- J"'*Éz§"y 5111:ka ?.W- kamen 12,8 km Linie und 545,4 x," Dcäs“ - 'Es“ k . i" aisk statiorz; Z"]? quxcm- a**.“- 3930 Einwszxxkz auf ;FYFZYZUOW Jf14 i-üt_TLKV;??ZL-ÉeYZYMYchYWUZm sjxaren ZZZ ilntérneLxmid km“:: 541, an 1 “en“: * “.“ M .W' - *" "* " 1000 55.35.55 D.St..«xxsx:*w:;.§83.?.:3xsx.x MM" Hab“??? YFM "955298“ * „STRIP ZP T*“

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