1878 / 293 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 12 Dec 1878 18:00:01 GMT) scan diff

Rom habe Redner niemals erhalten ; die Kurie lehne dies qua) ent-

denab,weil dann der Vorwurf begründet wäre, sie mische ßch

innerstaatliche An elegenheitcn. _ Die Kjrche träxefür keine be;

stimmte Staatsverfaßung em, weil sie die verschiedensten Be- zie7ungen u unterhalten habe, und jeder thholik_ki§nne si au weltli em Gebiete frei bewegen. Es, et begreiflich, da seine (des Reimers) Partei, die des Frte ens bedüxx, eine Basis suche, eine Basis, die 25 Jahre lang im Stgate reußxn moralische Eroberungen Lemacht habe; dieselbe sei gefunden in der Verfaéßung, die dere elfte Herrscher Preu 6112, der Monach, der die acität am besten verstand, gene ringt habe. Die e Basis wieder aufzunehmen solle ein Hohn em!_ DW (Worte seien mindestens eine bittere Kritik im Mxmde eines imsters einer Monarchie, die doch eine Kontinmtät darstellen soUe. Redner gin sodann auf den zur Berathung stehenden Antra ein, und rte aus, daß derselbe nur die Erhaltung der 110 bestehenden Ordenßanftalten, die besonders den Unter- richt betrieben, bezwecke. Wenn man ben Frieden wolle, müsse man erst einen Waffenstillstand ab- schließen, da n gehöre aber vor Allem„ daß ,man den Kampf einste e und nicht in geschärfter Weise fortführe. Der Antrag sei vollständig unpräjudizirlick), er sei aber aiich nuß- bringend, denn bei dem aÜgemeinen Lehrermangel konne em ErsaY für die Schuchhwestern nicht geschafft werden. Daß die chulschwestern, iese armen schwachen Frauen, dem M1- nister Widerstand geleistet, bestreite er, fie hätten nur ihr Recht, das BiÜigkeithefühl der Geseßgeburxg anzuxufen, ge- braucht. Der vorlie ende Antrag sei von ihnen nicht beein- flußt, fie wüßten ni ts davon. _

Der Kultus=Minister 131“. Falk erklärte, er könne, 111cht alle Mißdeutungen in diesem Augenblicke widerlegxn, die aus der eben gehörten Rede der Regierun entgegentrc'cten. Nur zwei kurze Bemerkungen gestatte er siZ: erstens'habe er dezn Gedanken Ausdruck gegeben, daß es ohn [et, wenn ein Gegner dem andern, noch unbesieaten, orschläge mache, die man nur einem totalniedergeworfenen machen könne; er habe aber nicht gesagt, was der Abg. Windthorst wuxiderbarer Weise daraus gemacht habe; zweitens: sollte aus seiner) (1360 Ministers) Ausführungen geschlossen werden, daß er irgend wie an ein Konkordat gedacht habe, so müsse er konstatiren, daß ihm dies ein ebenso unbegreifticher wie fernliegender Gc- danke gewesen sei. ' ,

Darauf wurde von den Abg. Haucke, Wmdthorst (Bielefeld), Rickert, Techow, Graf Vethusy und Graf Stirum beantragt, über den Antrag des Abg. Dr. Windthorsi (Meppen) zur em- fachen Ta esordnung überzugehen. Der Abg. Haucke erklärte, er nach der etwas erregt „gewordenen Debatte dieselbe wieder auf das nüchterne Gebiet der ge- schäftlichen Behandlung zurückführen wolls. Redner glaube im Namen der sämmtlichen Antragsteüer, die den An- trag auf Uebergang zur Tachordnung unterzeichnet hätten, dem Abg. Windthorst alS Antragsteller des vorliegenden An- trags die Versicherung abgeben zu können, _daß der Anirag auf Uebergang ur Tage?:ordmmg nichts Femdseliges, nichts Verleßendes entZalten solle und daß der Ernst der Situation vollauf von alLen Mitgb'edern des Hause?, gefühlt Verde. Die Umstände, welche das Gesetz von 1875 nothwendig g?- üiach1 häiiéii, seien amd 1191116 noch vorhanden, und dex Mi: nister habe erklärtx daß ein Bedürfnifz, das Klostergefeß auf- zuheben, nicht vorliege. Redner könne für seine Person und für seine politischen Freunde die Versicherun abgeben„ daß ihrer Ueber eugung nach dieser Antrag weit 6 „er zum Frieden führen wer 9, als wenn die Verhandlung 1111 Hause noch weiter nach dem Antrags des Abg. Windthorst (Meppen) ge- führt werde.

Hierauf erklärte der Abg. Windihorst(Meppen), es Über: ,

rasche ihn nicht, daß der Antrag auf Uebergang zur Tages- ordnung gestellt werde, aber sachlich bedauere er es, denn es heiße soviel, als den Antrag, den das Cexitrum gesteklt, 3 11111106 zurückweisen. Zwei der heute gehörten Vorträge seien von so schwerwiegendem Inhalt gewesen, das;, der An- trag wohl eine zweite Berathung verdient hätte“ jedenfalis könne sein Antrag ohne den vom Centrum gestellten Antrag, betreffend die Verfaffungsänderung, diskutirt werden. Das Bild von einem unterworfenen Feinde perharreßzire er durch- aus, der Staat und die Staatsregierung seien für ihn keine Feinde. Er und seine Freunde hätten nur die ihnen gegen: überstehende Regierung auf das aufmerksam machen wollen, was sie im Interesse der von ihnen vertretenen Bevölkerung für nothwendig hielten. Er beilage, daß es ihnen gegenüber an Wohlwoücn fehle.

Der Antrag auf einfache Tagssordnung wurde angenom- men und das Haus vertagte sich um 31/4 Uhr.

_ n der heutigen (16.) Sißung des Hauses der Abgeor neten, we1cher am Ministertische der Ministßr des Innern Graf zu Eulenburg und mehrere Regierungs- kommiffarien beiwohnten, setzte das Haus die zweite Be- rathung des Etats des Ministerium?- des Innern fort. Die Debatte war neulich bci Kap. 89 Tit. 1 der AUSgaben (Gehalt des Ministers) unterbrochen worden. Der Abg. Dr. von Sybel wies zunächst die Angriffe, welcbe neulich der Abg. Bachem gegen den „Dentscben Verein“ gerichtet hatte, zurück" und bezeichnete es als eine iÜoyale Pole- mik, wenn man, statt die Gründe der Gegner zu widerlegen, deren persönliche Ehre angreife. Wenn er auch zugeben müsse, daß bei einem gxoßen Vereine einzelne Mißgriffe seiner Organe stattfinden könnten, so müsse er doch entsch1eden in Abrede steUen, daß derselbe in unehrenhafter Weise denunzirt habe. Die Regierung mache keineswegs einen konfessionellen Unter- schied zwischen den Beamten, wenn fie nur die Staatheseße loyal. aquührten. Beim Schlusse des Blattes hatte der Abg. Dr. von Jagdzewski das Wort.

_ Der BundeSraths = Bevollmächtigte, Großherzo lich hessische Geheime Finanz-Ratl) Müller ist hier eingetroßfen

_ Der General-Feldmarschall Freiherr von"'911an- teuffel, General-Adjutant Sr. Majestät des Kaisers und Königs ist nach seiner Besißung Topper in der Neumark

abgereist.

Ick _ Se. Durchlaucht der Prinz Friedrich von Hohen- zollern, Oberst-Lieutenant und Commandeur des 2._Garde- Dragoner-Regiments, hat sich mit kurzem Urlaube nach Dresden begeben.

Bayern, München, 10. Dezember. (Al1g. 899") Der GeseßgebungSausschuß der Kammer der sichs: räthe hat ißdeygestrigexi Abendfißung die Berathung des Entwurfs einéß Geyeßes, die Zwangsvollftreckung in das un- .bewegliche' Vermögen wegen Geldforderungen betreffend, über

welchen Hr. ReichSrat von Neumayer referirte, zum Abschluss gebracht“ der 63an elangte, mit nur sehr wenigen Aende- rungen ber vom Ausschuß der Abgeordnetenkammer beschlossenen Fassung, zur Anna me. Der leßtgenanyte Aus- schuß ist heute 111 die zweite Le ung deß Entwuxf§ eines Ge- setzes zur Ausführung der Reichs = Civtlprozeß- ordnung und Konkursvrdnung eingexretexi, und es wurden in dieser SißunÉ die Art. 1_121 m1t mcht wesZnt- licher Modifizirung der eschlüsse der erstxn Lesung erledig't; die noch weiteren Artikel des Entwurfs erd _der Ausschuß m der morgen stattfindenden Sißung erledigen können.

Hessen. Darmstadt, 11. Dezember. (W. T. B. Nach einem um 9Uhr Morgens ausgegebenenBuUetin hat st bei der Frau'Großherzogin das Fieber in der [eßten Nacht etwas vermindert; der örtliche Prozeß ist nicht fortgeschritten, das Aügemeinbefinden ist befriedigend.

Sachsen-Meiningen-Hildburghausen. M e in i n g e n, 10. Dezember. (Magd. Ztg.) Der Landtag hat m seiner jüngsten Sißung bei Beratkung des Ausführungs eseßes zu dem Gerichtsverfa sungSgeseße aufWuns derRe- ierung davon abgesehen, rückstchtlich der eststellung der ensionSvcrhältniffe die vom Ausschusse vorge chlagene Klassi- Jation der Beamten an unehmen, dagegen beschlqffen, die egierung zu ersuchen, si mit den übrigen jhürmgischen Re- gierungen über ein gemeinsames Pensionsgefeß zu verständigen; bis auf Weiteres aber das bestehende Pensions- geseß aus dem Jahre 1859 zur RichLschnur zu 11ehme_n Und einen etwa erforderlich werdenden Mehraufwand aus der Staats- kasse zu decken.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 11. Dezember. (W. TV.) In dem Aus chusse des AbgeordnetenhauseéZ zur Be- rathung des erliner Vertrages fand „heute eme lange Zeit in Anspruch nehmende Debatte 11be die formelle Frage statt, ob zur Gültigkeit des Vertrages. 519 Genehm1gnng der ReichHvertretung nothwendig sei. Schließlich wurde beschlqssen, morgen in die Debatte über den Berliner Vertrag emzu- treten.

_ Die „Polit. Korresp.“ nwldet aus Konstantinppel: Die Verséßung Mahmud Damai Paschas nack) Tripolis ist angeblich in FOYL der Entdeckung Einer gegen den Sultan gerichteten erschwörung, an deren Spitze Mahmud Damat Pascha gestanden haben _soll, erfolgt. Als Mitbe- theiligte bei dieser Verschwörung smd mehrere höhere Beamte und Ulemas, darunter der ehemalige Scheik Ul Islam, Saffan Fehans, verhaftet und von Konstantinopel entfernt

worden.

Prag 11. Dezember. (W. T. B.) Der Kronprinz Erzherzog Rudolf hat die Nacht ruhig verbracht. Es ist kein Fieber eingetreten. Die Verleßung ist [€ichl.

Großbritannien und IrlanH. London, 12. De- zember. (W. TB.) Courtauld (ltbcral) wurde Mit einer ("'N'-„44144- ...«1. 1 41 L;“...„m“ ...... *" ..; „k. * .. o... : 1 . k! „& . „“It-[10148244- oou 47:1. ou _ du 3141“ Unxcxyuuvmmgmcoc für Malon gewählt;“?ér fruhen. Bextreier Malons ge- hörte der konservativen“ Partei an. _ Das Parlament

wird voraussichtlich am 17. d. M. vertagt werden.

Frankreich. Paris, 10. DezMiber. (Fr. C.) Die ver: einigten Linken des Senats haben ihre Fraktion?- Vräsidentcn Calmon (linkes Ckntrum), Ls Roycxr (Linke) und Testelin (rcpublikaniscbe Union) beauftragt, cin Manifest an die Senatorenwähler auszuarbcikcn, welches zu Ende nächster Woche der Öffentlichkeit übergsben werden soli.

_ 12. Dezember. (W. T. B.) Das „Journal officiel“ meldet die Ernennung des Admirals Jauréss zum Bot- s chafter in MadIid an Stel16 des Grafen Chaudordy, welcher zur DisPOsition gestelli wurde.

Italien. Rom, 11. Dezember. (W. T. B.) Die Deputirtenkammer seßte heute die Debatte über die die innere Politik betreffendcn Jnterpellationen fort. Mehrere Redner begründeten die von ihnen beantragten Tach- ordnungen. Die Minister Cairoli und Zanardelli gaben neue Aufklärungen Über die Politik des Kabinetö. Schließlich wurde die von dem Deputirten Baccelli eingsbrachte TageSordnung, mit welcher sich das Ministerium einver- standen erklärt hatte, in namentlicher Abstimmung mit 263 gegen 189 Stimmen abgelehnt. Diese Tagesordnung bssagt, daß die Kammer die Erklärungcn des Minister-Präsidcnten und des Ministers deS Innern zur Kenntnis; genommen habe, und vertraue, daß das Ministerium des Königs mit fester Hand die Ordnung in der Freiheit aufrecht zu erhalten ver- stehen werdeKZ

Türkei. Konstantinopel, 11.Dezember. (W. TV.) Die Pforte hat eine Militärkommifsion ernannt, um 1319 Frage der Rektifikation der Grenze Griechenland?» zu prüfen und einen Bericht vom strategischen Standpunkte aus über dieselbe zu erstatten. _ Der Großvezier Kheireddin Pascha hat ein Rundschreiben an die Vertreter der Pforte im Auslande gerichtet, in welchem er als den Zweck der im Ministerium vorgenommenen Veränderungen angiebt, durch wirksame Maßregeln die Schwierigkeiten im Innern des Landes und die politischen Fragen, einschließlich der durlchs den Berliner Vertrag übernommenen Verpflichtungen zu 0 en.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 11. De- ember. (W. T. B.) Der Reichskanzler Fürst (Hort- ichakoff ist heute Abend hier wieder eingetroffen. Dex Stellvertreter des Fürsten, Geheime Rath Giers, sowie die obersten Beamten im Ministerium des Auswärtigen waren zu1;_Vdegrüßung des Reichskanzlers auf dem Bahnhofs an- we en .

Amerika. Washing ton, 11. Dezember. (213. T. B.) Die Repräsentantenkammer hat heute die Geseßvorlage angenommen, durch welche das Gehalt der Gesandten der Vereinigten Staaten in Paris, Berlin, St. Pete'rsburg und London auf je 15 000 DoÜars festgefeßt und d1e Ne- gierung zur Ernennung eines Generalkonsuls in Athen er- mächtigt wird. , ,

New- ork, 11. Dezember. (W. T. B.) Seit szei Tagen Kerr cht hier ein heftiger Südoststurm, durch den im ganzen ande viel Schaden angerichtet worden ist. In Folge der dur den Sturm ervorgerufenen Ueberfchwexnmun- gen fan en me?;rere isenbahnunfälle statt bet denen verschiedene Per onen um das Leben kamen. _ Der Gouver-

neur von Süd-Karolina, General Hampton isi zum Se: nator der Vereinigten Staaten für Süd: arolina gx wählt worden.

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.

Darmstadt, Donnerstag, 12. Dezember, Vormitta s_ Bulletin von heute früh 9 U r: Die Frau Großherzogin Hat die [este Nacht ruhiger als ie vorhergehende, aber ichla os zugebracht. Das Fieber hat sick) etwas verringert; die diph- iberischen Membranen haben sich weiter verbreitet.

Bern, Donnerstag, 12. Dezember, Vormittags. Ständcrathe wurde von Frenler aus Schaffhausen ein Antrag eingebracht auf Aufhebung des Artikels 65 der Bundesver- fassung, durch welchen die Todes- und Körperstrafe abgeschafft worden war.

Paris, Donnerstag, 12. Dezember, Vormittags. Der Gouverneur der Bank von Frankreich und ehemaligc Minister unter dem Kaiserreich, Rouland, ist gestorben.

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Nr. 69 des .Athblatts der Deutschen Reichs- Post- und Telegrapbcnverwaltung“ hat folgenden Inhalj: Verfügungen: Vom 7. Dezxmber 1878: Das Reicbsxieseß über den Spielkartenstemvel vom 3. Juli 1878 betreffend, _ vom 6. Dezem, ber 1878: Päckereiverkebr während der Weibnachtßzcii, _ vom 4-De- zember 1878: Postkarten mit Antwort im internatiorialen Verkehr,». vom 6 Dezember 1878: Schluß der Post-Dampfscbiffabrten auf der Linie Hamburg-Drontbeim.

Landtags = Angelegenheiten.

Im 3. Breslauer Wablbezirk (Poln. Wartenberg, Nams- lau und Oels) ist an Steile des zum KreiMeriÖts-Direktor ernannten Kreisgerichts-Ratbs Stabr, der Majoratsbefiyer Graf York Von Wartenberg auf SchlabiiZ mit 281 von 384 abgexiebenen Stim- men zum Mitgliede des Hauses der Abgeordneten quablt worden.

_Der Etat der Berg-, Hütten- und Salinenve'rtval- tung für das Jahr vom 1. April 1879/80 schließt (zb in der Ein 11 abm e mit 88 326 915 „14 gcgen 95 670 892 „11 des vorigen Etats, mithin um 7343977 „14 weniger, in der dauernden AuMabc mit 76 442 754 „14 (_ 5847 380 „M); die einmaligen :md außerordent- [icben AuGgabeu betragen: 1235 000 „14 (_ 240 000 „M.). Es bleibt mithin ein Ucberscbnf; der (Einnahme über die Au'sxzabe von 10649161 „14 (_ 1256597 „110. Bei den Einnahmen smd in An- satz gebracht: von den Bergwerken: 55 975 785 „11 (_4050 515 .,11); von den Hütteanrken: 20 927 170 „14 (_ 2770 530 „M); von den Saleerken: 4729150 „16. (_ 157 845 „W;, von den Bade- anstalten (und zwar zu Elmen bei Schönebeck, zu Durrenberg, zu Artern und zu Oeynhausen) 141 300.14 (_ 2067.11 ; von danxmetnscbgfts. Werken (Königlich preußische und Herzogli braytischweigische"51*om- munionrverke am Unterbarz und Königlich preußijckze nnd Fnrstlich- SÖaumburg-Lippescbe Gesammt- Stcinkoblenbergwerke bci Obern- kirchen) 3176 560 „14 (_ 220100 „ck). Bei den dauerndcn AukLgaben erfordern die Betriebskosten der Bergmerke 47 825 475 «ck (_ 3 279 650 „10; der Hüitenwerie 19 759 370 „11 (4,359 580 .11); der Salzwerkc 3 772 000 „14 (_ 108125 „B.); der Badxamstalfen 138 300 „11; (_ 20 607 9112); der oben genannten Werke, weiäoe mn ankkren Staaten gemeinschaftlich betrieben werden 2 584 560 „14(_104 500-111). An Verwaltungskosten erfordern die Ministerialabtbeilung fiir das Berg- wesen 178 5704/14, wie im vorigen Etat; die Ober-Bcrgämter 1256 291 „14 (_ 4364 „M), die ber,;tccbnischen Lehranstalten 393 730 „11. (+ 24 780 „M). An einmaligen und außerordentlicbxn 211160011211 sind in Ansa gcbracbi: ]) Zur Ausfübruna bon Bobrveriucben und zwar zur Vo endung ch bci Cottbus in Angriff genommenen Tief- bobrlochs zur Untersucbmm dcr Steinkoblkn-Formation, zur Vokscndung des Tiefbobrlocbs mm'eit Cammin und zur Jnangriffnabme eines Tiefbobrsoch in der Provinz Westfalen zur Untersuchung der Verbreitung der Steinkohlen - Formation 150000 „16. (wie im vorigen Etat); 2) zu Bauprämien für Bergleute, Welche in der Nähe der fiskalischen Steinkbbien - Bergiberke im Bezirk der Bergiverksdirektion zu Saarbrücken 1ich WZHUbaUsék für eigene Rechnvng bauen: 6000094 (wie im vorigen Etat); 3) zur Gewährung unverzinslicber Darlehen an solche Bergleute, jvelcée M in der Nähe der Saarbrücker Steinkohlen-Bergwerß Wohnbäustr für eigene Rccbnnng bauen: 100000 „11: (wie im 1Wk1ch Ctiii); '4) zur Vollendung und zur Bestreitung der Kosten für die innere (Ein- ricbtuna des im Bau begriffenen neuen Dienstgebäudas für die Berg- MrkS-Dirckfion zu SaarbrÜcken: 240 000 .114(+ 90 000 „m); 5) Sul- vrntion zum Bau der St.Gottbard-Eisenbabn, 7. Rate und 1. Halfte der 8. Rate des auf die Bergverlvaltung faUenden Theils der Pausch- summe von 1200 000 „111: 135 000 „11; 6) „Kosten einer An- schlußbabn von dem skalischen Steinkoblxn-Bergweik Bcrgloh- Oesedc nakb dem Bahn of Gcorg-Maricnbätfe: 250 000 „15 7) Benr- trag zu den Kosten der Vertiefung der kanalisirten Saar von 0111- dingen bis Saargemünd, des Saarlanals bis zum See bon Sonder- singen und dcs Rhein-Marne-Kanals auf der Strecke von Gondcx- singen bis zur franzöfiscben Grenze, resp. bis zum Rhein bci Sinz);- burg i. E., .sowie für die Erhöhung der Dämme des Speiscrkservlotrs 2c. bei Gonderfingen, erste Rate der zu gewährenden Subvcntton: 300 000 „16 _ Die dem Etat beigegebenen Erläuterungen bemerken: „Die nun scbon seit mehreren Jahren andauernden UUgüUstigi'tl Kon- jumkturen auf dem Gebiet der Montan-Jndustrie baben seit der_Yuf- steÜung des vorigen Etats nicht nur keine Wendung zum BUMM genommen, sondern sich vielmehr noch verschärft. Namentlici) befinden iich dic Steinkohleu - Verkaufspreise, Welche auf den Saarbrücker Gruben im abgelaufenen EiatSjahr 1877/78 gegen das Vorjahr im Mittel um 7,41 ,x; (von 48,67 auf 41,26 43),pro C'nt“ ner gesunken find, auch jetzt noch auf sehr niedrigem Nwegu, und aucb die Metallpreise, _ mit Ntisnabme des etwas in die Höhe 4?" gangenen Silberprsises, _ sind gleich den Salzberkaufspretsen 'nocip im Sinken begriffen. Unter diesen Umständen babcn die wirkltchkn Einnahmen und Auögabcn in den Vorjahren 1875 und 1876 bei der Aufstellung des Etats pro 1879/80 nicht zum Anhalt genommen werden können, sondern es haben vorsichtig die BetriebSeinnahnxcn dcr Staatswerke erheblich niedriger, und selbsx niedriger als'm dem laufenden Etat zum Ansatz kommen müjxen, obwohl die "Pro- duktion?- und Fabrikationsmengen des Verg- und Hallen“ betriebe; der einHeitig preußischen Werke im Großen und Ganzen in gleicher öhe wie für das Etatsjabr 1878/79 beibebalien worden, und nur die zum Verkauf gelangenden Kochsalz- und Stem- salzquanta nach den Erfahrungen der leßten Jahre etxras mertnnkk veranschlagt sind. Auck) die Einnahmen der mit anderen Staaten gemeinschaftlich betriebenen Werke haben, ungeachtet der etwas “VST" stärkten Produktion auf den Unterbarzer Kommunionwcrken,e1nen Rückgang erfahren' und ebenso mußten die Einnahmen der LXW“ werksabgaben und Steuern wegen des andauernden Sinkens der «M“ kaufs- resp. Versteuerungspreife geringer angenommen werden.. Dem gegenüber konnten indeß auch die Betriebskosten so- wohl bei den einseitig preußischen, als auch bei den Ge, meinsckyaftswerken durÖWeT nicht unerheblich vermindert werden- Die Ausgabefonds für ie bergtechnischen Lehranstalten habe? eine Steigerun um 24 780 „14 erfahren, welche lcdlt,g lich der eologicichen Landesanstalt und Bergakademie m Ver 13 zu Gut ommen. Nachdem nämlich die Vollendung des "UMS Dienstgebäudes fiir diese Anstalt beim Beginn des _CtatsxakM 1879/80 erfolgt sein wird, liegt das Erfordernis; vor, die OMM'sa_ tion dieser Anstalt der für sie von Hause aus in Aussicht genommk

'nen Gestaltung ent egen zu führen. Die in dem Neubau zu ver- einigenden Hauptabttetlungen der Anstalt Werden alSdann folgende sein: 1) Die aeblthscbe_LandeSanstalt mit dem geologischen Landes- museum. 2) Die .lbtbeilung der Anstalt für die aeologiscbe Auf- nahme des norddeuischen„ Flachlanbes unter spezieÜer Berück- fichtjgux1g 1a_nd- und „forstwtrtbschaftlicher Interessen. 3) Die Ver - akademie erder Bibliotbek. 4) Dre Laborotorien für Minerali- analyse und fur ngetallurgtsche' Probirkunst. 5) Die neu errichtete Station ziir Ans'fubrung cheMtscher Untersucbun en im Interesse der Eisenbahnmdystate. 6) Das Museum für Berg*au und Hüttenwesen. _. Erne Veraußerung von Staatswerken hat weder in der [an- senden Etat'tkpertode stattgefunden, noch liegt es in der Absicht, dén Verkauf Lll1ks. dxr vorhandenen ftskalischen Werke im Etatsjabr 1879/80 herbetszUHren.

Statistische Nachrichten.

Das 'K'aiserliibe statistischeAmt vsröffentlicht im Bande )()(311, der Statistik des Deutsxhen Reichs u, A. eine Uebersicht der Einfuhr „zollpFlichtrger Artikel und der berecbueten Zollbetraiic fur das Jabr1817 und verglichen mit dem Vor- jahre._ Danach betrag d'kt-J Ertrag der EingangSzöUe, ive1chen 193 onpfltcbtige Waaxenposrttonen geliefert haben, im Ganzen 106957 652 „14, wabxend derselbe für 1876 von 217 Waarcupositio- nen. von Welcbkn feii 1. Januar 1877 24 zoÜfrei wurden, auf ]21040 509 „14 be:,ecbnet worden ist. Im Einzelnen lieferten:

Artikel 1877 % 1876 %

über 1 §))„iiliion Mark 306 . 17 80 809 517 „14 75,55 90 060 875 „14 74,42 über 500 000 bis ]Miil. Mark 19 12 861 101 12,03 13 670 903 11,28 über 100000 _ 10039 588 9,38 11014 903 , 9,11 1752 925 1,64 2 232 794 1,84 1 363 927 1,27 1 492 773 ., 1,26

500000 „16 . 11931“ 50000- 130594 , 0,13 146 094 0,10

100000 „14 . über 10 000- 50000 „16. Weniger als

10 000 „14, . die seit 1/1 77. zollfreien Ar- tikel . . . . _ _ 2422167 „, 1,99

Zusammen 1,93 106 957 65294 100 121 040 509.114 100

Als- Fep_anzar111el ,sind k.unächst die meisten der unter Position 25 kes 301110111.“ klassifiztrten Gcgenstände (Material- und S ezerei-, auch KonditorWaar-zn und aiderc Konsumtibilxen) von Wi tigkeit, demnachst Halb: und Ganziabrikate der Textilindustrie, sowic Schwäne, Okl und LedLr aUer 2111. Von den wichtigeren zolipflicbtigen Ar- tikeln des Jabres 1877 vardienen folgende, die einen Zollertrag von je 500000 „16. und darüber lieferf-n, namentlich hervorgehoben zu Werden: roher Kaffee mit 33 535 775 „14 oder 31,35% des Gesammt- Youbetrages (1876 37 239 440 „14 oder 30,77 %), unbearbeitete

abaksblatter mit 10 830 396 „14 oder 10,13% (1876 10496 424414 oder 8,67170', Wein in Fässern mit 8314 776 „16. oder 7,77 % 1876 9047 232 „14 oder 7,47 *1..), Salz mit 4540 554 „15 odkr 4,25 % (1876 5789153 „14 oder 4,78 %), Korinjben und Rofinez mit 3 206 880 „11. oder 3,00 % (1876 3 738180 „16. oder 3,09%), upbcdrucktc, qewalkte woÜene Zeug- und Filzwaaren rnit 2 677 350 „16. odex 2,50 % (1876 2 914140 „14 oder 2,41%), Schwäne mit 2580 474 „14 oder 2,41 % (1876 2403 254 „16 od'er 1,99%), ein- und ziveidräbtigxs robes Baumwollengarn mit 2023 890 „14 oder 1,89%. (1876 2610444 „11 oder 2,16%), 511319:- mif 200017»; ,“ Mx 1,87% (1876 2103110 „;.-. 0561" 1,74 «) 1affinirtcr Zucker alier Art mit 1982 745 „10 oder 1,85% (1876 3603 555 „11 oder 2,98%), geschälter ReIS mit 1 711289 „14 oder 1,00% ( 1876 2030 268 „16 oder 1,68%), unbedruckie, unge- walkte 2c. Woklenk Zeug- und ilzwaaren mit 1406 640 „14 xder 1,32 % (187 62017 860 „14 odcr ], 7%), Arrak, Rum, Franzbranntwein MW 1401 192 „14 oder 1,31% (1876 1732 302 „14 oder 143%) Tabakßstenge1 mit 1377 528 „14 oder 1,29% (1876 1235 460 „11 (Mr 102 M)), Wein in Flaschen mit 1 142 800 „16 od r 1,07% (1876 1 189 656 „16. oder 0,98('/()), frische Südfrüchte mit 1038 558 „14 oder 0,97 ",/0 (1876 898 248.114 0061“ 0,74 %),Pfeffkr mit 1 038 4924/15,1)d?k0,979/0 (1876 101200 „11 oder 0,84%), Leinöl in Fässern mit 957 740 „16 (1816 1 182 788 «“). bawmwoilene Zeagwaarcn T3 48 „15 pro Ctr. rnit 890 136 „16 (1876 934 272 „M), Cigarrem mit 837 240 „14 (1876 9056-10-14), Scidcnwaaren mit 804 840 „16 (1876 1020 600 „M), Yanmwoilemvaach 5 78 „16. pro Gtr, mit 796 848 „11 (1876 187 (ZV „M), Butter mit 762 768 „11 (1876 690 405 „M). 911615112 und Syrnp mit 706118 „10 (1876 815 783 „M), Tbce mit 68412094 (1876 575 960 „W) 510100111210an mit 666 488 „16 (1876 73101094), Mund in mit 645132 „15 (1876 786852 „110, “Bier mit 615 028 „14 (_1876 693 750 „141, Oel in Fässern, iiickyt besonders genanntes, mit 004 364 „111 (1876 638 409 „M), Käse mit 587 030 „11: (1876 668,60.) „169, Leder aUcr Art mit 573 522 „16. (1876 669 816 „M), fertige Kleider, kiinstlickye Blnmen, Schmuckfedern mit 563130 „14 (1876 _609120 „B.), Wollcngarn, dublixtcs, «färbt und drei- oder 111 brdrabiigcs mit 560 604 «14 (1876 568176 96), Konfitüren, Saxe?" Zen, KakaomMiE, Cbokolade, gkbranntkr Kaffee mit 554 715.14 (1816- 072 544 „P.), Halbseidenwaarcn rnit 542 880 „14 (1876 547410 „ck), Flci1cb, zubereitetes, Schinken, SPLCk, Würste mit 507 798 „14 (1876 271683 „M).

_ _ Das „Centralbkattiür das gesammte Unterricbfswesen“ ent- balt m'se'ncr le151€n Nummer eine Uebersicht über die Zahl ber bei dem LaUdbeer Und der Yiarine in dem Ersatz- 1a'brex1877/78 e_iniestellten Preußischen Mannschaften Mit Bezug auf ihre Schulbildung. Wir entnehmen der- selbcn'fowende Daten: Die Zahl der eingesteüten Mannschaften be- ÜUA 111 der Provinz Preußen 10935 m;t Schulbildung, 929 cbne Schuibtldung (oder 7,830 %), zusammcn 11864; in der Provmz Brandenburg 8475 mit Schulbildung, 35 ohne Schulbtsdung (odcr 0,411 %), zusammen 8510; in der Pro- UTM Pommern 5775 mit Schulbilduug, 55 ohne Schul- bildung (ober 0,9430/9), zusammen 5830; in der Provinz Posen 5302 11111 Scbulbtldung, 669 ohne Schulbildung (oder 11,204 %), zusammen

71; in der Provinz Schlesien 13 771 mit Scbulbildung, 313 obne Schulbildung (odkr 2,222 %), zusammen 14 084; in der Provinz Sachsen 7146 mit Schulbildung, 21 obne Scbulbildung (oder 0-„2930/0), zusammen 7167; in der Provinz Schleswig-Holstein 3666 xml Schulbildung, 15 ohne Schulbildung (oder 0,407 %), zusammen 2681; zn der Provinz Hannover 6108 mit Schulbildung, 26 obne Schulbildung „(oder 0,424 %), zuxammen 6134; in der Provinz Wesi- ialcn 5686 mrt Schulbildung, 30 obne Sckyulbildung (oder 0,525 ')/0)- zysammen 5716; in der Provinz Heffen-Naffau 4607 mit Schul- bildung„ 8 obne Schulbildun (oder 0,173 %), zusammen 4615; in dcr Rbemprovtnz 12 324 mit Yehulbildung, 39 obne Schulbildung (Vdik (1,315'70), zusammen 12 363; in der Provinz Sigmaringen- H benzollen 242 mit Schulbildung, keiner obne Schulbildung (oder (400000), zusammen 242. Im Ganzen wurden im Königreich Preu- ßen eingestellt: 84 037 mit Schulbildung, 2140 ohne Schulbildung oder 2,483"/o). zusammen 86177. Die höchste Schulbilduni be- aßen die Manwschaftcn in Hobenzollern-Sigmaringen, wv keiner

Vb"? Schulbtldung War; die niedrigste Stufe nimmt dagegen die

Provinz Posen ein, wo 11,204 % der eingestellten Mannschaften obne Schulbildung Waren.

Kunst, Wiffensckxaft und Literatur.

„Brockhaus' Großes Konversations-Lexikon“, 12.:

JUICY. hat mit dem soeben ersébienenen 144. Hefte den zwölften “Md zam Abschluß gcbracht, und es kann nach der Vcrsickyeruug der VerlaISHandlung die VoÜendung de4 an; fünfzehn Bände be- messenen Werks im Laufe des Jahres 1879 bestimmt erwartet wer- den. Der b'oxliegende zwölfte Band reicbt bereits bis in den Buch- staben S*bmein. In seinen 1845 Artikeln findet sicb wieker eine

reiche Stoffmaße aus allen Gebieten des Wissens derart ver- arbeitet und zusammengeordnet, das; jedes Detail an der .ichtigen Stelle zur Venuxßung steht. Reich ist der Band auch an jenen grö- ßeren, zusammen ängenden und abgerundeten Darstellungen, die einxn Vorzug des Brockhaus'schen Konversatiois-Lexikon ausmachen. Wir beaegnen darunter den Artikeln: Prag, Presse, Preußen, Pyre- naen, Rhein", Rom (aus Gregczrovius' Feder), Rumänien, Rußland, Sachsen (Konigreicb, Herzogthumer,_ Provinz), sowie den zivet ganz n'euen, bcsbnders wertbvollen Aufkaßen: Reisen und Russisch-Tür- kifcbxr Krieg 1877_78. Der_ erstere giebt eine interesante Klassi- fikattbn der verschiedenen Reisearten, der Handels-, Erforschungs-, Studien" ergrxugungs-, Vade- und Pilgerreisen, nebst einer Ueber- sichbuber die a11e_re u_nd neuere Reiseliteratur; der leßtere eine pollitiscbe'und niilrtärücbe Darstellung des jüngsten orientalischen ZZR Wl'bl1sZ7l8 seinem Abschluß durcb den Berliner Vertrag born . ut .

_,„Die neuen deutschen Reichsmünzen und ihr? Falsifikate“. Ein quwei er für Jedermann zum Schuß gegen Verluste von E. Bork, öniglich preußischem Münzwardein. Frankfurt a. M. Vexlag der Boselli'schen Buchhandlung. 1879. _ c“chnellerchls es sich erWarten lief; _ bemerkt der Vexfaffer der ge- nannten Procbure, dsr selbst Fachmann ist, _ hat sich die Münz- reforrgi tn Deuxschlanb vollzogen. Die Unzahl verschiedener Geldjorixn, dkr [119 dabixi geltenden Währungen sind bis auf ca. 409 9111111011211 m Emtbalcr - Stiicken eingezogen. Die an ihre SteÜe tretenden Reichsmünzcn sind in auSreichender Menge vorbandexx_ und werden noch fortwäbrend geprägt. Das Ergebnis), dreier "Operationen bis Ende 1877 und ihre Ver,;lerchung _mtt ben fruheren Zuständen wird in dem Vorliegenden Werkchen"an1chaultch und guthentifcb dargesteUt und durch drei sehr ausfuhrliche TabeÜen eriautert. Der Vcrfaffer bat mitbin seiner Aufgabe geniigt,“ Wenn er'seine Arbeit als einen ,WegWeiser für Jedermann“ bezeichnet" urid ihre praktische Bedeutung besonders betont.

Der zweite und fur das größere Publikum offenbar interessantere Gegenstand 'der Betrachtung betrifft die Nachahmungen der MM:: dxutscben Retchömunzen. In dieser Beziebung giebt der Verfasser die Falfifikate, Weiche bisher vvrgekommen sind, sowie die Kennzeichcn derselbfcn an. Wir erfahrxn, das; die Goldmünzen am wenigsten dxr Falsxbung aussxeseZt sind. Als sichere Mittkl, die Falschheit el_nkr 211111132fo erkentien, gilt nnr die Wage uad dcr Probicstcin, 111151 aber die Persxbiedenbeit der Farbe oder die Klanglosigkeit._ Die kleine Schrift ist allen Rechnungsbeamtcn und Geschäftsleuten als wertbvoch Auskunftsmittcl zu empfehlen.

„_ Von der „„Internationalen wissensÖaitlicben Btbltotbek“_ (Leipzig, F. A. Brockhaus) ist der )()(W/IBand erschienen. Derjelbebetitth sich „Studien zur Spektral an alyse von J. Normann Lockyex, Mitglied der Royal Society zu Londori." Dcrr Verfasst:, wcklcher diirch ein besonderks Verfahren die Perglercbung des Sonnenspektrums mit dem Metallspekirum ermög- licht bit, bebandelk in dem Lrstxn Kapitel die WeÜen dcs Wassers, ScbaÜs, Ltcbts 20, die Wirkung des Priömas und die an- dxren Grundlagen der Spektralanalyse. Im zweiten Kapitel werden dl? Spektralapparate beschrieben und erklärt. Das dritte Kapitel unterrichtet 11:15 von der Entwickelung, Welche das Pboiograpbiren des Spektrums von Niépre, Hsrscbek und Draper an bis auf die neueste 3711 (1600111111811 bat. Im vierten Kapitel wird die Spektrak- a'xialysc aiif dic Molekulartbeorie (Strahlung) angemendet. Das fiinjfe Kapitel theilt die Beobachtungsn über die [(1ng11 und kurzen L_mten des Spekjrums mit. Das folgende Kapitel beschreibt die O'pektrcn dcr Salze. Jm siebenten Abschnitt werden die Fortschritte erorxert,"welkbc die Einfübrung des Spektroskops in die Wiiien- scbczst . 111r die Untersuchung der Quantität und Quakiiät der “Z-ijsoctatron ermöglicht bat. Das ackyte Kapitel 159111 dyn Staxidpnixkt der Versuche mit, die Spektralanalyse zur quantitatiVen Besttmmxing derjsnigsn Substanzen zu bcnußen, zu deren Erkennung dieielbe dient. Kapitsl 9 erklärt das Zusammenfallen von Spektral- ltmen, und das letzt? endlich behandklt die chemische Zusammen- s.ßung der Sonne. _ 51 Abbildungen in Hokzscbnitt und 8 Tafeln 0011 'Spekirxn 111 Photographie und Farbendruck erläutern die oben skizzirtea Wissenjcbastlichzn Erörterungen des Werkes.

GewerbE un.?! Handel.

' In der gestrigsn ordentlichen Generalversammlung der Kon- trnental-Tc [ cgrapben - (Com )) ag Uie (Aktiengeseilschaft) wurde auf (»HrU-b dss vorgelegten ReÖnUUJ-Zabschluffes, nachdem dcm Di- xéktortitm Dcibarxie für die Rechnungen des abgeiaufenen Geschäfts- xyabres 1877/78 ertbeili worden war, bescbloffen, die Dividende auf 1%_zu bemeffsn und den aiödann noch verbleibenden Reit des Jahres- getvmns dem Rcservefonds zuzuführen.

_ Axis dcm Gesäoäftsberickzt der Direktion der Aktiengesell- scbaft fur Bergbau und Hüttenbetrieb „Pbönix“ zu ngr entnebmcn'wir folgende Mittheilungen: Wie sicb schon aus der beekder fakturirt-n Beträgk ergiebt, wclche silb auf 120 473 212 kx; tmt cinem Werthe von 13 838 018 „16, gegen 87069157 kg mit eincm Werth? 097: 11769160 „14 im Jahre vorbei", belaufen, War der Betrieb am Uekbalinißmäßig angestrcnater und umfangreicher. Die Zimabme des Absatzes an fertigen Waaren beträgt 4972 325 13. Fiir Neubau1c11 und Vorrichtunz;sarbciten sind im Ganzen veraus- gabt 71474 „14 Das Konto der Koblengruben hat um die ratirlicbe Amortqatwnsquote von 43 747 „114 abgenommen. Das Dienstmaterial steht um 50161 „16 höher 30 Buch. Die Magazinbeständc zeigen eine Vermnzderunq Von 619 680 „14; es ist darauf eine außergewö'bnlibe Abschreibmig von 85 683 „14 und zwar voxzugSweÉe guf die vorräthigen Erze vorgenommen. In Folge starkeren etrtebes und Ankaufs größerer Quantitäten Roheisen und bochmanganbaltiger Erze haben die Kreditoren in laufender Rech- nimg 11111 463190 „14 zu;;enommm, ivogegen das Gutbabcn der ::!"anqmers um 287712 „11: Vermindeit ist. Im Ganzen hat fich mcs. der unerhobenen Dividenden das Konto der Kreditoren um 173 497 „14 crböht. Die Debitoren find um 1094 906 „16- gcrvacb- sen, dagegei haben Caffa und Portefeuille um 112 365 „14 abgenom- 1xicn. Es kommt dabei eine Abfckyreibung auf in ihrem Werthe redu- ztrie Effekten im Beirage von 46 200-114 in Betracht. Die Reserven haben 111) Ganzen um 85 791 „14 zugenommen. Die General- unkqsten incl. Zinsen betragen 351 635 „16 und haben sich gegen das Vorjabx um 25 961 „14 vermindert. Nach Abzug derselben verbleibt em Reingswinn bon 437 002 „14, der durch Abschreibungen, durch Zuschreibungen zum Erneuerungsfonds der Hochöfen (100000 „11;) und zum Delekederefonds, sowie durch Tilgung des vorjäbrigen Ver- lystes _von 89 682 „11: vqllständige Verwendung gefunden hat, so daß die Bilanz, per 39. Juni cr. obne Gewinn und Verlust abschließt.

_ Dre Ausweise des britischen Handelsamts für den Monat November smd wiederum ungünstig und zeigen, daß Ein- fuhr U11d Ausfuhr stetige Rückschritie machen. Der deklarirte Werth dcs Exports im Noyember betrug 15961669 Pfd. Stekl. gegen 16753364 Pfd. Sterl. im November 1877 und 16 510 627 Psd. Sterk. im November 1876, d. i. eine Abnahme von 42 resp.“ ZF %. Die Abnczbme in der Ausfuhr vertbeilt fick) ziemlich leicbmäßi auf die verschiedenen Exportartikel. In den ersten 11 5)„gskonctten Fieses Jahres betrug der Ausfuhrwertb 178 143 305 Pfd. Skerl. gegen 182 811567 Pfd. Stekl. in 1877 und 185325 348 Pfd. Stekl. in 1876. Die Emfubr verminderte fich im November gegen den ent- sprechenden Monat der beiden vorbergrbendcn Jahre um 191: resp. 29-1 %, nämlich von 32 414 372 Pfd. Stekl. und 31 849 648 Pfd. Sterk, auf 25 684 557 Pfd. Stekl. Der Werth der Ge- treideemfubr tm November bezifferte sich auf 1992 269 P , Sterl.* gegen 3 833 493 Pfd. Stekl. im Novrmber 1877. n den ersten 11 Monaten dieses Jahres fteüte sich der Einfuhrwertb auf 338 982 932 Pfd. Sterk. gegen 361045053 Pfd. Stekl. in 1877 und 344 288 149 Pfd. Steil. in 1876, eine Abnahme von resp. 22 und 5 M11]. Pfd., SterF. Die Edelmetall-BeWegung im No- vember umfaßte eme Einfuhr von Gold und Silber im Werthe von 2359 361 Psd. Stekl. gegen 2117358 Pfd. Sterk. in 1877 und

1 871174 Pfd. Sterl. in 1876, und eine resp. Ausfuhr im Werthe

von 1722 735 Pfd. Skerl. gegen 2813338 Pfd. Sterl. in 1877 u1d 6357 315 Pfd. Sterk. in 1876. In den ersten 11 Monaten dieses Jahres b:trug der Import tn Gold und Silber 28594172 Pfd. Stekl. gegen 33611 697 sb. Stekl. in 1877 und 34 860075 Pfd. Stekl. in 1876, die Ausfu c 24554 784 Pfd. Stekl. gegen 37638977 Pfd. Stekl. in 1877 und 25 995 909 Pfd. Stekl. in 1876.

Frankfurt a. M., 11. Dezember. (W T. B.) Die Frank- furter Bank hat den Diskont auf 43% herabgesetzt.

_ Gotha, 7. Dezember. *Leipz. tg.) Heute ist die An s- fuhrungßverordnung zu dem Gesetze über die Abände- rung der Gewerbeordnung außgegeben rvorden. Nach dieser Veroxdnung bedürfen die aus der Schale cntlaiienen gewerblichen Axbetter unter 21 Jahren ohne Unterschied des Ge'chlechts ein Ar- beitsbnch; etitbunden aber find von der Führung eines solchxn Buches Arbeitér uiiter, 14 Jahren, Welch? eine Arbeitskacte zu fuhren babezi, sowie Gebfilfen und Lehrlinge in Apotbkken und Handxlsgescbaften. Bezüglich dcr A beitskarten bemerkt die Ausfuhrungs - Vkrordnung, daß derselben bedürfen: alle Kin- dex unter 14 Jahren, _rvelcbe in Fabriken, in erkstätten mthDampfkraft, m Baubösxn, sowie in Bergwerken, Salinen, Auf- beyxttimgsanstalten, Znterirdisch betriebenen Brüchen und Gruben be- schaftigt i_verden. Fiir Kinder unter 12 Jahren dürfen aber Arbeits- kartezi nicht auxgcjteüt werden. Die Beschäftigunx' jugendlicher A'rbeiter in Fabriken und denselben gleicbstehenden FIkristaltien darf nicht stgttfinden, bevor vqm Axbeitgeber der Ortépolizeibebörde die Anzeige gemacht wordsn ist; diese Anzeige muß ersehen lassen, ob 111 der b treffenbcn Anlage Kinder zwiscbsn 12 und 14 Jabxen urid junge Leute zwischen "14, und 16 Jahren oder nur eine von beiden Altersklaffxn beicbaftmt werdcn sollen. Was die Unter- brechung des Betriebes einer Fabrik oder eine anderweite Regelung desselben betrifft, so soll dieselbe nur gestattet werden, Wenn die Natur des Betrtebxs oder Rücksichten auf die Arbeiter es wünschens- werib machen, Dre Rücksichten auf die Arbeiter sYen voraus, daß es sich dgrum bczndelt, den Arbeitern, sei es dur Abkürzung der Arbeitszeit, sei 63 in anderer Weise eine Erleichtstung zu Leivabren, w'elcbe bei Jxmehaltung der für die jugendlichen 21c-

erter„gese13ltch „vorgesvcbriebenen Pansen im konkaten Faile nicbt dyrckofubrbar seni wurde. Bezüglich der Aufficbt über die Aus- fuly'ru'na der Vesttmxnungen betr. der Arbeitsbücber und der Be- schaftrgqu der Arbeiterinnen und der jugendlichen Arbeiter bsstimmt die A1z§fubrungsverordnung, daß in jsder gewerblichen Anlage jähr- lich Mindestens zivei Revisionen vorzunehitten sind.

Verkehrs-Anskalten.

Southamptbxi, 11. Dezember. Das Poskdampfschiff „Donatx“, Kapitan R. Bussms, vom Norddeutsqben Lloyd m Bremen, Welche?; am 30. November von New- York abgegangen war, ist beute 8 Uhr Morgens wobl- bebczlten hier angekommen 13:11) bat, nacb Landung der für Southampton bestimmten Paffagiere, Post und Ladung. 10 Uhr Morgens die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die „Dorma“ überbrivgs 106 Paffagiere und 110912 Ladnng.

Berlin, 12. Dezember 1878.

Preußisch? Klassenlotterie. (Ohne Gewähr.)

Bei 'der, [261116 beendigten ?iehung der 3. Klasse 159. Königlich prsußischer Kla senlotterie fielen:

2 Gewinne ck 15 000 916 auf Nr. 68 402. 79 876.

1 Gewinn 5 6000 „14 auf Nr. 77172.

1 Gewinn 5 1800 „11: auf Nr. 18 871.

2 Gewinne & 900 „16 auf Nr. 15 765. 84 098.

12 Gewinne Ia 300 „14 auf Nr. 6097. 10 675. 32 453. 40 052. 49 330. 57 049. 61 667. 67 505. 68 101. 75 379. 81 754. 87 304.

e_ntgleifte in Folge eines Radreisen- br11chs an der Lokomotive der 10 Uhr 15 Minuten Vormittags von W 61061? abfahrendeVerson en z ug zwischen dieser Station und Lenntngsen, wobei der Zugführer verunglückts. Andere ersonen haben Verletzungen nicht erhalten. Voraussichtlich wird das dnrck) den Unfal] gespcrrte Geleiss am 12. Absnds Wieder fahrbar sein.

Am 11. d. M.

"S_angerbgusen, 3. Dezember. Ueber Römerfundc in

bnrlngen wird dkr „Allg. Ztg.“ geschrieben:

Nachdem im Laufe des Sommers bei den Erdarbeiten der V1kagbeburg-Erfurter Eisenbahn in der Nähe von Sangerhauien große, Mengen von altgcrmaniscbcn Urnen und Skeletten, sowre _m-cbrere Schmucksachen, darunter schöne bronzene Arxnspangcn m Spiralform, gefunden worden sind, kamezi neuerdings auf derselben Strecke bei dem Dorfe Voigtstcdt (Kreis Sangerhausen) Alterthümer aus Gold, Silber, Bronze und Tbon zum Vorschein, Weiche sich bei genauerer Unteriubung durch den Voxfi enden des brefigen Geschichts- und Alterfbumsvereins (Hrn. Dire tor 131". Fulda) nnzWeafelbaft als Gegenstände altrömi- schen Ursprunxzs erwiesen; diesclben sind jedocb mit germanischen Urnen untermiscbt gefunden wvrden. Dem Urtbeil des Hrn. 131“. Fulda, ber frubxr das Ankikenkabinet der Stadt Cleve verwaltet und eine Reihe röm1schxr Denkmäler und andqegenstände in den Jabr- bucbcrn des Rbeimschen Vereins von Alterthumsfceanden beraus- aegeben bat, Ut, Hr. Professor Dr. Lindenschmit, der Direktor des Museums tn'Mainz, dem sofort Photographien der ge- fundener) Geqemstandeq zugesandt worden waren, in sei- ner eaingebenden _Ruckäußerung beigetreten. Da römische Alterthumer von gleicher Bedeutung in Thüringen bisher noch nicht gefundßn worden smd, und die Beschaffsnbeit der zuxäÜig entdeckten Fundstatte zu der Hoffnitng bxrechtigi, daß weitere Nachgrabungen noxb bedeuiendere_Ergebniffe liefern werden, so folien baldmöglichst großere Mittelkfur ein solches Unternehmen flüssig ymacbt werden. Der Fund entba1t acht Bronzcgefäße, die an drei verficbiedenen Stel- len zum Vorschem Farnen, Darunter befinden sich zwei Kcffel von 24 re"sp. '21 cm, Weite. Der eme dkrselben hat zwei bewegliche, starke rmgform_ta vxrzterte Henkel, tve1che genau auf den Rand auffaÜen; der anfdere ist_embenke11g wie ein Eimer, der" oval zulaufende Boden beider Gefaße tft zerfressen. Ferner zwei Becken, deren rößeres 9 Jm Wett und'bu senkrecbtexi Wänden 9 cm boch ist. ahnliche Gefaße, unzWeifeihaft römischen _oder etruskischen Ursprungs, finden sich in Lmdenscbmüß Publikationen abgebildet. Besser als, die e_rwäbnten „Gefaßy ist ein bromenes kafferol- arttßes Gerat!) und em ähnlich. gestaltetes sebr feinlöcberiges Sie «Zilien, welches, letztere einem bei Ovexbeck _ ompeji, Th,. 11, . 70 _ abgebildeten pompejaniscben Gefäße vo kommen Zletcbt. Selbst die Stxllung dex symmetrischen Linien, welche die öcher bilden, zeigt dieselbe Zeichnung. Sämmtlicbe Bronzegefäße sind von ansprechender Form, namentlich eine schön auSgefchweifte, aber schlecht erhaltene, ache Schale, die einem Stück des Hildes- beimer Stkberfundes, nicbt unähnlich ist. Der bildliche Schmuck bc- scbränkt sich auf einfache Spirallinien. An dem Fu ende eines in der Richtung von Norden nach Südcn liegenden Ske-etts von auf- falle_nder Größe Fand nian in der Tiefe von 3 m, außer zweien der ertxabnien Erzgefasze“ em Paßt „Sporen von 14lötbigem Silber. Dresxlben Ündbon fetnxr sorgfaltiger Arbeit und von skböner Form; die xeßt ublichen Rader ersetzt ein stumbfec Stachel; die Sporen warxn zum AnfcbnaUen eingerichtet (ähnlich wie der an einer vatikamjchen Amazonen-Statue noch erkennbare), der eine trägt

noch Spuren von einer aufgelötbeten Goldverziexung in den