war die Witterung, namentlitb zu Anfang des 1877er Sommers, zu wtlchee - it große, Dise vorberrscbte, günstig. Aucb für die Pro- dvkticn t der Winter 1877/78 andauernd aeei „nete T_emp'eraiur nud liefetke das für die Bierbereituna unentbebr tcbe EW 111 Menge. Ebenfalls üußig für den Brauereibekrieb War der niedere Stand der Hopfenpreiiie im abre 1877/78. ür den Centner feineren Hopfen wurdkn im Durch chnitt 210 „M, i r Yen Centner ordinären Hopfen nur 120 ..“ bezahlt, während die entwrecbenden Durch c_bnii_tspreise des Vorjabrs 650 „ki und 500 „sé betrugen. 1e m den früheren Jahren, so wurde in diesem Jahre der Hopfen größten- tbeils aus Böhmen, Bayern, Württemberg und Baden, meistens durch Vermittlung von Händlern, bezogen.. Der Hopfen- bau findet im Großkerzogtbmn Hessen nur in geringem Umfange statt. Ungünstig haben auf den Brauereibetcieb dre höheren Gersten- preiseeingewirkt, indem der Durchsehnitts-Marktpreis von 100 1112 Gerste 19 „M betrug, egen 174 „;ck des Vorjahres. Weizen kam mcbt'zur Verwendung. I)as produzirte Bier ist meist schwaches, untergäbrtges Braunbier, das entwéder als Jung- oder als Schenkbier'und als Lagerbier zum Verkauf kommt. Aus 1 Ctr. Malz wurden Mindestens 16 und höchstens 2,5, im Durchschnitt 2 111 solchen Biers gezogen. cÖie Fabrikation des obergäbrigenBieres hat, wie schon in den fruheren Jahren, auch in 1877/78 wieder verbältnißmäßiß bedeutend abginomuien. Aus 1 Ctr. Malz smd durchschnittlich 3 111 o ergäbriqes Bier bereitet worden. Die Verwendung von Malzsurwgaten ist ebenfaus in _Abnalxme begriffen und ist man namentlich_von dem Zusaß von Reis zuruck- ekommen. Die Durchschnittsprei1e .von Reis- und Gerstenmal1 waren 111 1877/78 annähernd einander gleich und bctrugen 161 „14 pxo Ct; Dauerbafiere und feinere Biere werden nur ausnahmsweise m zwei Brauereien in Pfungstadt und in Gießen als .Exportbter“ berne- fieÜt. Von dem faßMife zum Verkaufe gelangenden Biere hat sich der Durchschnittspreis festgestellt Von einem 111 Schenkbier zu 17 „14, Lagerbier 18_20 „M, obergährigem Bier 10 „M Die höchsten Stcuersummen Wurden entricbtet von der Aktienbrauerei zu Muniz mit 127 401 „M und von der Rheinischen Brauerei zu Weiienau 11111 48 812 „44 Sämmjliche Brauereien bereiten Schenk: und Lagerbier nach der bayerischen Methode. Mit Anspruch auf Steuerruck- vcrgüiung wurden i. J. 1877/78 im Ganzen 30 855 111 Bier haupt- sächlich nach 'der Schweiz, nach Elsaß-Lothringen, Belgien uns Baden ausgefühxt. Was die Viereinfubren anbelangt, so fanden dieselben foritM-“rend in 1ehr erheblicher Menge aus Frankfurt a. M. statt. Die Biereinfuhren aus den süddeutschen Staaten haben nur ca. 12158 111 betragen. Die Einfuhr aus dem Auslande war noch unerheblicher“ der Zoll hiervon ergab nur eine Einnahme von 5789 ckck Wie in den Vorjahren, so war auch im abgelaufenen Jahre 1877/78 der weitaus größte Theil der Brauer fixirt und zivar vorwiegend unter der Bedingung der Nachversieuxrung. Die Ver- waltungskosten sind verbäliuißmäßig unbedeutend gcrvesen. Es wur- den im Ganzen 737 377 11] Vier (6332 1:11 ober- und 730 995 111 untcrgäbriges) 1ebra11t für welches 101. 712 284 „M Brausteuer ge- zahlt Wurde. ie Ausfnhrvergüiung betrug 101. 30 856 «M
Verkehrs-Anstalten.
Tkiest, 23. Dezember. (W. T. B.) Der L_loyddampfer . Minerva“ ist heute Nachmittag mit der osiindijchen Ueberland- post aus Alexandricn hier eingetroffen.
Southampton, 23. Dezember. (W. TB.) Der Nord- dc111sck11' leyddampier„Mose1“isteingeiroffen.
New-York, 23.Dezember. Das PostdampfsCbiff „Mosel“ Vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, Welches am 8. De- zember von Bremen und am 11. Dezember von Southampton ab- 1915111119611 war, ist gestern 8 Uhr Abends wohlbehalten hikr ange- ommen.
Berlin, 24. Dezember 1878.
Cöln, 24. Dezember, 4 Uhr 20 Minuten früh. Die Englische Post vom 23. Dezember früh, planmäßig in Vsrviers um 8 Uhr 21 Minuten Abends, hat den Anschluß an den BahUzug Verviers-Düffeldorf nicht erreicht.
Bekanntmachung.
Nack) den Statuten des an hiesiger Universität bcstebenden „Vaterschen Freiiifcbes“, welcher von dem am 15. März 1826 hier- ieibst Ukrstorbenen Professor der Theologie Dr. Johann Severin Vater gestiftet ivorden ist, sollen die Kanturrechie von dem jedes- maligen ältesten und Nächsten männlichen Deszendenten des Stifters, cycntuell seiner Brüder ausgeübt Werden. Demgemäß Werden die- jcnigen Personen, Welche hiernach auf die KoÜaiurrecbte Ansprnch zu haben glauben, aufgefordert, ihre Ansprüche baldigst und späte- stens bis Ultimo März1879 bei dem unterzeichneten Kuratorium anzumelden und nacbzurvcisen. Sollten sich bis dahin kollaturberech- tigte Verwandte des Stifters nicht melden, so würden die Kollatur- beiugnisie bis auf Weiteres dcr theologischén Fakultät bierielbst übertragen werden.
HaUe, den 22. Oktober 1878. _
Königliches U11iNriitäts-Kuratorium. Roedenbeck.
Dcr Reliefiries des Berliner Rathhauses.
Während die künstlerische Ausschmückung der Innenräume des Bßrltnxr Rathbguses noch'immer ihrer Weiteren Fortführung barrt, prase11111t sicb die Ayßenseite desselben seit Kurzem als ein nunmehr auch 111 der Dq'koratwn ailseitig abgeschlosfer1es Ganzes. Nach und nach haben wahrend der letzten Wochen die in sämmtlichen vier Fa-Zaden 111 17er Höhe des ersten Stockwerfs vorspringenden Balkon- brustungen dre langst erwarteten, in dem bekannten Marchsckoen Ct.“:- bliffement zu Chariotienburg in gebranntem Thon bergestcüten Fük- lungen cxbalien, die ihnen von Anfang an zugedacht Waren. Sie bestehen m etner stattlichen Reihe von Reliefs, die dem Bescbaucr eme. Anzahl chaxakterifttscher Scenen aus der (Geschichte der von un- sci'cixibaren Anfangen zu stetig wachsender Bedeutung sich empor- ichwmgende11 Hauptstadt veraegenwärtigen und damit einen Stoff be- handeln, wie _er als Inhalt der das Gebäude fricsartig umsäumen- deu Kom ofitwne_n mit Rücksicht auf die ihnen angewiesene Stel1e kaum pai ender hatte gewählt Werden können.
An der AuSiührung 11er umfangreichen Arbeit wurden außer dem Profeffor Caland'relli, der zugleich die Leitung des Ganzen über- nahm, , noch drei andere Berliner Künstler, die Bildhauer SchWeiniß, Geyer und Brodwolf, betbeiiigt. Sie Wußten ihre Aufgabe derartzu lösen, daß das von ihnen gemeinsam ge- schgffxne Werk sich dem Auge als eine im Wesentlichen durchaus em- be_1111che Leistung darstellt und in seiner Gesammtbaltung die im Einzelnen vorhandenen individueUen Verschiedenheiten der Auffassung und der Behandlmz'aswei e nirgends als eine empfindliche Störun bemerkbar werde'n laßt. 11 dieser günstigen Wirkung aber trägt au dxr Umstand bei," daß d e architektonische Gliederung des Gebäudes eme genügende raumlichgTrennung der einzelnen Partien des aus- gedehnten Cyclus ermöglichte, deffen sechsunddreißig Relieftafeln in tbrcr Anordnung. durch die Gruppirung der Balkonbrüstungen be- dingt werden, die sick) in der vorderen Front zu beiden Seiten des bochrageudxn Tburmbaues in je einer fortlaufenden Reibe entlang- ixhen, wahrend sie an den drei Nebenfayaden auf die vortretenden
:salite undtauf die mittleren Portalanlagen beschränkt find.
Den Rei e_xi der Darstellungen eröffnen die von SchWeiniß mo- deUirth, die ud- und die Ostfront, d. l). die nach der Ratbhaus- und der Iudenstraße gerichteten Seiten des Gebäudes, schmückenden neun Reltxfs.d1e in lxicbt verständlicher Weise die ersten Anfänge und die allmahÜcbe Ausbildung des städti chen (Gemeinwesens veranschaulichen. Von der Bekehrung der in der ark seßbaften Wenden zum Christen- thum außgehend und dabei dem troyigen Widerstreben der Anhänger
des alten Heidentbums die freudi eHingabe der Mehrzahl des Volkes und den Sturz der bisher vereinten Gößenbilder qucnüberstellend, versinn11chen sie weiterhin die Urbarmacbung des Landes, in welchsm der Weinstock beschniiten, das Feld besteut und das rei e Korn ax- mäbt wird, sowie die Gründau?) der Stadt, an deren ufbau die Handwerker emsig arbeiten, un den nun beginnenden Verkehr der Landleute mit den hinter ihren Mauern wohnenden Bürgern, die gegen den Erlös ihrer riverblicloxn Thätigkeit die ihnen von draußen zugeführten, am T or veronten Früchte des Ackerbanes, der Jagd und der Viehzucht eintauschen. Mit der zunehmenden Kul- tivirung aber gedeibt zu leich auch Zucht und Sitte, und so schildert denn das folgende Relie?, das erste der öxtlicben Front, das iraulicb anmuthende Leben des woblgcordneten Hauses, die ehrbare Matrone, die dem Streit ker spislenden Geschwister Webrt, die heranwachsende Jugxnd, die der ernsten Belehrung lauscht, und die Mutter, die mit ihren Kindern voller Freude den beimkehremdcn Gatten begrüßt. Als Pendant dieser Komposition führt diejenige des anderen Eckrisalits dem Bescbauer die Segnungen der Kirche vor, die Spen- duna des Abendmabls, die Trauung eines jungkn Paares und die Mildthätigkeit der andächtig das Gotteshaus Verlaffcnden. Inmitten der Fa9ade aber, oberhalb des drcitbeiliaen Portals, findet eine Darsteüung der Gerechtigkeitspfieae ihren Play, die in einem breiteren Mittelfeld die zu feierlicher SitZuna vcrsammalien Richter nebst dem von links ber berbeigkbraéhien Schuldigen und dxn von rechts herantretenpen Parteien zeigt, während zwei schmalere Seiten- siücke die Begsbung der Miffetbat durch einen Raubmord und die Bestrafung des an den Pranger gefesselten Verbrechers enthalten.
An diese Schilderung der Grundlagen aÜer bürgexliche11 Gesel]- schaft schließen 1ich nun in dcr Hauptfroni d:"s Gebäudes zunächst die zehn von Otto Geyer modeUirten Reliefs (111, die, das Bild des nach allen Skiken bin immer reicher sich entfaltendkn städtischen Lebens noch weiter ausführend und von den mshr aenreartigen Scenxn zu den eigentlich historischen binüberleiiend, mit der anmuthigen. von frischem, gesundem Lc-ben erfüllten Darsteliuna ciner Luftbarkcit be-
innen, die Juxxg und Alt zu frobcm Tanz und (Hela-xze Vereint. Die eiden folgenden Tafeln veranschaulichcén dann die Gswerbe des Bäckers, des Schusters und des Lobaerbers, sowie das bunt.“ Treiben des Marktes, auf dem neben dem Fleischer, der Fischhändlerin und der _Bauxrsfrau mit ihren Körben und Säcken auch der umherziehende jüdi1chc Krämer sicb einstellt. Ein Bube, der mit dem geraubten Apfel davoncilt, ver- mittelt den Uebergang zu der Schilderung der Schule, 111 der Kna- ben uud Mädcben gesondert unterwiesen werden. An d1e Vorfüh- rung des (Großhandels durch den Kaufbetrn, der die zu Sckpiff ber- beikommenden Waaren in die Speicher veriad.11 läßt, die Ball'n und Fässer aber, die Er fortsendet, nicht ohne“ Sorge dom bewaff neten Knecht anvertraut, reibt sicb hierauf passend als ein Hinw-sis auf die Unsicherheit jener Zeiten der Ueberfali 111126 die Landstraße dahin ziehenden Transports durcb 5111116112116 Raub1'itter und an 513-- ses Bild des blutigen Handgemenges wieder das der bingkbcnden Pflege der Kranken und Armen durch den sorgsndcn Arzt und die liebevoll der Noth siucrndk hochberzige Frau des begüterten Bürgers. Den Bcich_[uß 611131111) machen zwci bistorisckpc Scenesn, die Ucberaabe der Schlüwel der Stadt an den ersten Hohenonernscben Kurfürsten, der mit fcsieß Hand dem Lande (Heseiz und Ordnung schafft„ 111111 die von sxinsm Nachfolger in Angriff ;;?1101111119116 Errichtung der Burg an der Spree, dcrcn Plan der BaUtnLiiWr dem inmittc'n der fleißig ha.:tirendcn Wcrklenée dasichsnden (Hebietcr vorweist.
Den festen geschichtlichen Boden, der hiermit beiretcn isi, brauchen die zehn von Brudiyylf herrührenden T*arstcili1nx1cn, dcnexi die andere Hälxte dcr vorkcren Facxade ein;]cräumt ist, nicht wieder zu verlassen. In dex Predigt Texels, der dcn um ihn v:1samme[ten Béwobnern der markischen Hauptstadt seinen Ablaß anpreist, an die Kämpfe der Reformationszeit erinnernd, schilder11 sie im weiteren Verlauf die Einführung der Buchdruckcrei in Bcrlin, die Aufnahme der vertrie- benen französischen Protestanten durch den großen Kurfürsten, die Begründung der Akademie der Wisicuschasten durch 'die von den her- vorragendsten Mitglicdern dersslben umgebene geistreiche Sophie Charlotte, di: Gcmahlin dcs crsien Königs, sowie das gleichzeitige Cmporblühen de_r Künste, das durch den Besuch König Friedrichs 1. 111 ck Werkstatt Schlüters anaedcutet 111115, 11111) endlich die kraftige Entwickelung de_s acnxrbliében Lebens unter Friedrich dem Großen, der dem Beicbauer als Beförderer der Sei- deUWeberei und als Begründer der 51'0r1el1an111an11faktur enchgeniritt. Die vier [exten Reliefs dixser Reibe aber sind d 1: Zeit der Bc- freiungskrixge gswidmet. Die Verleihung der Städteordnung durch Friedrich Wilbelm111., der Ukben der Köniain Luise tbronend er- scheint, Weist auf die tiefgicifcndeii inneren Reformen hin, die den neuuen Aufschivung begründen. Daran skbiicßt siL) eine Gruppe der Man'ner, dere-q Wirkcn in Wort und That das nationale Bemußt- sein in allen Schichten des Volkes wachzurufcn Wußte, eine Schilde- ryng des ailxcmeiuen Anfbrucbs zum 5111111wa für's Vaterland, dem die Daheimbleibknden freudig ibre Habe opfcrrt, und _ als Vcrfinw lichung des glücklichen Ausgangs _ die Ei11bringm1g dcs einst von den Feinden geraubten Sicgcsrvaaens, dLn (111€!) d?!" Schöpfer 116119111111, der alte Schadow, mit inniger Genugthuung wisdcr aus der Frsmd: zurückkehren sieht. _
Mit einér mit voilcndeter Meisterschaft an*.eordneten Kompost- iion, die_ als Schmuck des an die Haupterii anstoßcnden Cckrisaiits der westlichen, nach der Spandaum'stmszc geisbrten Faxade in den Gestalten der Heim, Hufeland, Beuth, Wa(i), Schinkel, Ci). F. Tieck, (Cbczmiffo, Raupach und Zelter das «cistige Leben Berlins in der den Bexrxiungskriegen folgenden Friedenszeit repräsentirt, eröffnet Calan- drelli die dcn ganzen Cyclus abschließende Folge der von ihm model- [irten sieben Relicfs, 111111 5111211 das dcs anderen Risalits, der glück- lichkn (Errungenschaftkn der jüngsicn Vergangenheit chenkend, den Jub-él über den Sieg der deutschen Waffen, die festliche Bekränzung des Reichswappens und die begeisterte Verbriiderunq des Nordens und des Südens schildert, wiihrend die 1ünf obkrl)a1b der Durchfahrt eingefügten Tafeln die Periode Frisdrich Wilhelms _ 117. umfassen. In dem breijen Mittelfeld thront der König selber, umgeben von Stüler, 21. von Humboldt, LW- pold von Buch, Meyerbeer, Mendelssobn 11111) Kaulbaä), die zu seiner Rechten, von Rauch, Cornelius, 11:11 (Hebrüdcrn Grimm, Ludwig Tieck und Linné, die zu seiner Linken ersche'inmi. Dazn ge- sellen sich in den zivei nach rechts bin folgendem Reliefs als Ver- treter der bildenden Künste noch Schievelbein, Bläser, Hildebrandt, Kiss, Langhans, Fischer 5111) Klöber, als bervorragmide Gelehrte
chönlein, Johannks Miiller und Dieffcubacb, dia sich zur einen, sowie Schelling, Boeckb und Karl Ritter, die sich zur anderkn Seite des in dcr Miltc dasiyenden Rechtslehrers Savigny gruppiren. Die beiden 11achli11kshin angeordneten Komposiiioneu vsraxxscbauliäzen dagsgen in dem arbeitsamen Treiben einer Maschinenbauwerrstatt 11111) in der DarsteÜung des Festes, mit welchem die VoUendu :g der tausendsten Loksjnoiive in dem Borsigsckyen Ctabliffemeni gefeiert wird, den in derselben Zeit, der jene Männer angehören, sick) voll- ziehe_11dcn, fortan für den ganzen Charakter der Skadi bedeutsamen Aufschwung der Berliner Eisenindustrie. _
Troß des ausgedehnten Raumes, der den Künsilern zu Gebote stand, war es doch namentlich in den der neuestcn Zait angehörenden Theilen des Cyklus, die cas mannigfach verzweigte geistige Leben Berlins während der letzten Dezennien veranschaulichen soUtkn, eine keineswegs leichte Aufgabe, den hier in fast überreicber Fülle sich dar- bietenden Stoff in den gegebenen Rahmen zu fassen. Währen. daher die Zustände der früheren Vergangenheit der Stadt dem Bescbaner in genrcartigen, schon durch die in ihnen geschilderten realen Vor- gänge interessirenden Scenen vorgeführt Werden, von denen besonders die von Otto Geyer entworfenen durcb lebendige Auffasinng und Frische der Empfindung, sowie durch reizvolle Schönbet der Formen zu fesseln wissen, sah sich Calandrelli fast ausschließlich auf eine mehr
_oder minder äußerliche Zusammenstellung zahlreicher Porträtfiguren an-
gewiesen. Um so ungetheiltere Anerkennung verdient die scharfe und feine Charakteristik und die in jeder Linie meisterhafte Komposition, durch die sich gerade diese Partie des ganzen Cyklus in so hohem Grade auszeichnet, daß wir schon allein um ihrer wi'U-n den Fries aks eine dankenswerthe Bereicherung unseres künstlertschen Be Hes begrüßen
müßten. Der _wesentlicbste Vorzug desselben aber besteht doch Wohl darin, daß die Darßeüunq in den Bildern einer ruhm- und ehren- vollen Ver angenbeit die sie an einer fort und fort von dem acschäf. tigen Trei en des Tages umwogten SteUe dem Auge entront, fich einer durcbWeg schlichten und allaemein verständlichen Sprache de- fieißiat. durch die neniaftens einzelne der Reliefs in nicht geringem MUZ?) dazu befähiat erscheinen, im Lauf der Zeit mehr und mehr die edeutung wirklich populärer KunsWerke zu gewinnen.
Die Anthropologiscbe Gesellschaft bielt am Sonnabend Abend im Hörsaal des GeWerbemuseums ihre diesjährige General- versammlun ab. Dem vom Vorsitzenden Professor 011. Virchow er- statteien Ja resbericbt entnehmen wir, daß die Berliner Geseüschaft es auch im ablaufenden Jabra: übei'nommen batte, neben der Lokal.
„forschung die Fäden nach Außen anzuknüpfen“ "sie wurde“ hierin vor.
Allem in China, Japan und in Süd-Ameri (: wesentlich durch die deutschen Konsularbeamten unterstwßt. Die in Folge dessen sich immer mehr steigernde Fülie der der Gesellschaft zuströmenden Sachen haben -es möglich gemacht, seibständig in Uniersuchungen einzutreten, und damit selbstschaffemd m die Gesammteniwicklung der Anthropologie einzugreifen. Deu kraniometrischen Messungen bat die Gesellschaft im ablaufenden Jahr: eine besondere Beachtung escbenkt. Sie hat einmal durck) ihren Vorsitzenden auf dem Pariser 'ongresie den Versuch gemacht, eine internationale Vereinigung in Bezua auf das Messungsverfabren anzubahnen, die bis auf die Frame dsr Schädelstellung bei der Messung auch herbeigeführt ist, und fie hat ferner dafür Sorge getragen, daß die Reisenden in möglichst umfangreichem Maße iraniometrische Untersuchungen anstCUem Dem nach Westafrika abgegangenen 131'. Buchner find zu diesem Bebufe Seitens der Gesellschaft Apparate zur Ver- fügung gesteUt; (mch Herr 1)1'. Hildebrandt, der in gilernächstxr Zeit sich nach Maraaaskar begeben wird, wird in äbnltcber Weise a'asgeriistet we1de11. Die Beziehungen zu andern GesßÜstbastxn 11110 in so fern aus.1edebnt worden, als man auch mit htstoxischen und geogravbiscbcn Vereinen in Verbindung getreten ist. Ern Wesent- liches Verdienst bat fich um die anthropologische Forschung Hr. .Ha- genbcck erworben durcb Vorführung der Eskimo und ":'iubier. Hr. Hagenbeck gkdenkt im nächsten Jahre einen Trva Samo. jeden bierberzubringen und duxch sie das durch Lapplävder 111115 Eskimos erweckte Bild der arkti1chen Völker noch zu _erweitkrn. Ein Versuch Hagenbecks, Feuerländer nach Europa zu brmgen, scheiterte an dem d8113e11ke11 des Gouverneurs von Punta Arenas, der Hierin eine Verfassungswidrigkcit erblickte. Die GeseÜscbaft hat dnrch diplo- matische Vermtttiung bewirkt, daß künftig derartige Bedenken von der chilenischen Regierung nicht mehr erhoben wérden. _ Bibliothek und Sammlungen der Geseilschaft, namentlich aber die Zahl der PbotoNapbicn bat siti) im laufenden Jahre Wesentlich vermehrt. Als ein erfreuliches Zeichen konstatirte d1r Vorsitzende, daß 111111- mehr in allen prcnßischen Provinzen die Lokalwrscbung und die Lokalsammlung in gutem Fluß gekommen sei. _ Aus dem Kassen- bericht war zu ersebkn, daß die Einnahme 9842 „74 und die Ausgabe 8627 «411 bstraßcn hat. Der Baarbeitand beläuft sich somit auf 1215 «16., dcr Resyrvefoubs kreist 4500 „16 auf Der bisherige Vor- standwurdq sodann ver 'Zikklamation von Neuem mit der Führung der (.Vescbäste beauftragt und der übrige Theil dsr Sißuna d11rch Vorlagen auxgcfiiüt. Von allgemeinem Jntercise waren dar111itcr Bäreyknocbcn und ein Renthieracweil) aus der Maxk_Bra11denburg, zwei 1clte11e Funde, dic Stadtrajl) Friedel der Gescll1chaft vorzeigfc.
Der Verlust an Menscizcnlcben bei der Kollision dcs englischen Dampfkrs „Rinaldo“ und des französiskbcn Dampfers „Byzantin“ scheint, ciner Mittheilung dss „Siäcle“ zufolge, doch wksentlicb acrinaer zu sein, als nacb den ersten Tele- grammeU anzunebmxn war, Wie das genannte Blatt meldet, find fast sämmtliche Pasiagiere gc'rettkt wvrdcn. Dagegen wird unter dem 20. Dezember aus Pera telegraphirt, daß der „Rinaido“ mit 94 Paffagicren_dcs „Byzantin“ dort angekommen iii. Der Kapitän des ersteren erzählt, er babe am 18. Dezember, Nach- mittags ] Uhr, des schweren Sturmes wegen und um den Gesundheitsvaf; des Schiffes vifirt zn rrhaltcn, u1iweit Lampsaki in den Dardaueücn vor zwei Ankern gelegen, als der „Byzantin“ beim VoraUkergehen vor seinen Bug gekommen und darin Längsscite vorbeigetrieben sei. Er habe den Pasingicrcn Zeichen gemacht, ße soUten auf den „Rinaldo“ Hcrübcrkommen, die- selben seien aber von einer solchen Panikartigen Furkbt bcfallcn ge- wesen, das; nur 90 iich anf diese Weise gerettet hätten. Der „Byzantin“ ski da1111 am Hkck vorbeigeiricben und inncrbalb 5 Mi- nuten 11ach dem Z111am111c111111ße mit dem Hinicxtbeiie voran gc- sunkcn. Er (der englische Kapitän) habe sein Möglicbsiks getbaß, 11111 U11enschenlebe11 zu rettcn, dcr schwere Sturm babe aber aÜeVer- suche fast gänzlich vereitelt, dcnn die ausgesexzteu Böte ssien in das Marmarameer binauSgctrieben, 1110 “cas englische Kcicgsscbiff „Fia- mingo“ sie jeth ÜUfsUÖLU Werde. Seinex Ansicht nach seien 200 Per- sonen ertrunken. _ EinTelegramm des Kapitäns von dem cnglisxheti Dampfssviffe „Vindomora“ aus Athen meldet, daß derselbe 111111 Personen vom „Byzantin“ gcretict hat.
In Kroll's Theater fand am Sonnabend die Cröffnuyg der di:sjährigen Weihna chis-Aus stellung statt. Obnwhl 51e- selbe Neucs 11icht bietet, 101117er die scbon Vor Jahren mit großem BeifaU auf,1c11on1menc, von Hrn. chen in Frankfur: am Main mis- geführte Sammlung plastischer Thiergruvpen: „Krieg und Frie- den der Thierwelt“, so wird doch auch jetzt wieder Alt und Jung seine Frcyde daran haben. Die ausgestellten Gruppen find mit seltener Kenntnis; des Tbierlebens und beWundernSrverihcr Meisterschaft .in dcr Gestaltung gearbeitet. Die Kinderwelt zumal wird von de:“- komiicben Szenen, welche 111111 wirksamstem Humor find, in anrkgender Weise gefesselt Und belustigt, Der Römex- saal, dessen Wände, wie die _der anderen AussteÜunNsräume, mti einem Wahren Walde yon fri1chen Ta1'11enbäume11 weihnachtlickzsk- schmückt sind, zeigt in [ebensvoU'n Gruppen den „Kampf der Tblkkc in der Tropenwelt“, während in dem Raume, welcher den Römeriaal mit dem Königssaale vc'rbindet, die bunwristiscben Bilder bcgi11nen, die sick) in dem hinter demKönigssaale gelegenen Rittersaale fort- scyen. In der Mitte dess 1213121111 Saalcs und an der rechten Wan? sind die in Ausdrnck und Aktion der Natnr getreu nachgebiideicn „Cbarakterbilder aus dem Tbierleben“ und an der dem _Ein- gange ge,“,cnijbcrlieae11dcn Wand eine trefflich ausgcfiibktc Gruppe: „Das Tbierlcbexi in der Alpcnwelt“ «gebracht. ZLF Köni1ssaa1e wird ein älteres Stück: „Wünsche und Träume , ein Weihnachtsmärcbkn mit (Hesana und Tanz von E. Jacobsos und O. (Hirndt aufgeführt. Dasselbe ist 11111 bearbeitet und M11 neuen Couplets versehcn und erfreute fich bei der gefäiligen Dar- steüung, die ihm zu Theil wird, auch in diesem neuen Gewgnde lebhafter Anerkennung. Von den älteren Mitgliedern der KrolUch Bühne zeiämeten fich die Hrrn. Cd. Weiß und Hcdxr in den Yoüen des „RLUÜL!" Semmel, 11111) 1615 „Buchbinders Piepke“ ans, wahrend von den neu 211gagirts11K-äften vornehmlich Fr. Holzstamm als „Frau Thekla Semmel“ und Frl. Eva Kraft (Caroline) gefielen.
Von morgen ab wird im Tunnel vor, während und nczci) der Vorstellung eine Tyrolcr National-Sängergesell1chaft konzertiren.
_ Jm Siadt-Theaier aelanßt morgxn mit Frl.Crn estjnk Wegner als Gast das Volksstück „Jbre Familie“, von ])1'. Strude- und Georg Engels, zur Leufführung,
Redacteur: I. V.: Riedel.
Berlin:
Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. ElSUex.
Vier Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).
- zum Deutschen Reichs-An
MMZ
Nr. 51 des „Central-Blatts für das Deutsche Reich", herausgegeben im ReickBkanzler-Amt. hat folgenden Jn- halt: Allgemeine Verwaltungssachen: Bekanntmachung, betreffend Rinderpest. _ Bekannjmachung, betreffend die Gebübrniffe der zur Durchiübrung von AbsperrungSmaßregelu gegen die Rinderpest ver- wendeten Militärkommandos und die Erstatwng der ewtstandenen Mehrkosicn aus Reicbs-Civilfonds. _ Yerbot zweier ausländischer Druckschriften. _ AuSweisung von Auslgndern aus dem Reichsgebiet. - Posiwesén: Schluß der Postdampfsch1ffahrien auf der Linie Ham- burg_Drontl)eim. _ Unvollständige Frankirung der Briefe nach Ländern des Weltpostvereins. _ Münz- und Bankwysen: Uebersicht über die Ausprägung von Reichsgoldmünzen. _ Goldankäuie der Reichsbank. _ Finanzwesen: Nachweisung der Einnahmen an Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern für die eit vom 1. April 1878 bis zam Schlusse des Monats November 18 8, _ Zoll- und Steuerwesen: Uebersicht über Rübenzuckersteuer, sowie Zucker-Ein- und Ausfuhr für NoNMber d. J. _ Konsuiaiwesen: Bestellung eines Konsularagenien.
_ Nr. 70 des „Amtsblatts der Deutschen Reichs- Poit- 11.11) TeikgrarbMVerwaltung“ bat "folgenden Inhalt: Verfügungen: vom 11. Dezember 1878: UnvoÜstandige Franktrung der Briefe nach Ländern des Weltpostvereins; vom 12. Dezember 1878: Gewichtsermittelung bezfiglich dex auf der Werra (81senbahn zu befördernden eisenbah “zahlungspflicbttgen ' Postsendungen; yom 11. Dezember 1878: Schluß der Postdampfscbiffahrtxn auUf der Linie Stettin-Kopenhaaen; vom 15. Dezember 1878: Etnschran7un,i der dienstlich*en Zusätze hinsichtlich der besonderen Telegramme tm deut- schen Verkehr.
_ Nr. 23 des „Archivs für Post'uud T_elegrapbie“, Bei- heft zum Amtsblatt der Deutschen Reichs-Yost- und Texegrapben- verwaltung, bar folgenden Inhalt: Aktenstucke' und Aufxaße: Dex [acedämonische Stabbrief (5113113131), _ Prophetcscbe Aeußerungen aus dem vorigen Jahrhundert über dte kunftige Gsstaltung des Verkehrs- lebens. _ Das Postwesen in _den Straits Seitlements. __ Buch- und Kunst*ruck111erkstätten in London und Parts._ Die Woßsfahrts- anstalten der Reicbs-Post- und Tclegrapbenverwaltung m der ays- ländischen Preis?. _ Reisen cines deutschen Natyrforscbers im Stromgebict des Orinoco. _ ,Die Enideckyngsrecse dcs Oberst Przkwalzki in Central-Asien. _ Kleine M1ttbe11ungeti: Das Haupt- Telegrapbenamt in Berlin. _ Vcsondsrs befttzze e_lektriscbe (8111915111- gcn durcb Telearapbenanlagen. _ Die holla11d"ische_ Monatsschrift „])13 13081- en “1"*1€graaii)0(16“. _ (Heringe Zuganglibkeit der, eng- lischen Priwatsparkaffen. _ Die Posidam11fsch1ffverlzn1du1zgzwischkn Englcn d und Ostindien nebst China. _ Tieriebrsm1iiel tn S1r1en. _ Ueber den V1rbraucb von Holz zu den Eisenbabnunterlagen. _ Sibirische Universität. _ Literatur des eriebrskyefen": Technologie der Elektrizität und des MagnetiSmns. _ Zeitsckynftemuberschau.
Statistische Nachrichten.
(Gemäß den ?_?eröffcxxtlickynngcn des Kaiserlichen «ZiesUx-d. heitsamts sind in der 50. ngiLsWOck)? _ 11011 je 1000 We- wohnern, auf den Jabrcsdurchschnttt vereckZnet, „ gls gesiorbc_n
emeldet: in Berlin 24,5, in Breslau 29,8, m Kontgsberg 28,8, 111
Jöln 28,5, in Frankfurt (1. Pk. 23,8, in Ha_nn1)Ver 19,0, in Cassel 15,0, in Yiagdeburg 32,1, in Stetiin 24,6, m Altoncz 32,0, in Straß- burg 28,9, in München 32,3, in Nürnberg 35,3, in Augsburg 36,2, in Dresden 20,5, in Leipzig 22,6, in Stuttgart 21,4, in Braunschweig 22,9, in Karlsruhe 14,1, in Hamburg „24,9, in Wien 29,2, "in Buda- pest 35,2, in Prag 40,2, in Trteft 30,9, 111 Basel_24,1, i11Brusiel26,7, in Paris 23,7, in Amsterdam 22,4, in Kopenhagen 23,4, !“ Stockholm 16,2, in Christiania 24,8, in St.(Petersburq 41,8, m Warschan 20,5, in Odessa 30,2, in Bukarest 34,6, 111 Rom 28,1, in Turin 30,7, in Athen _, in Lisiabon„34,9, 11) London 24,8, 111 Glasgow 30,3, in Liverpool 37,6, in Dublin 38,1, m Edinburgh 18,7, in Alexandria (Egypten) 34,8. Feryer aus fruhereri Wochen: 111 New- York 21,3, in Philadelphia 17,6, m Bosion _, rn Chicago _, in San Franzisko 13,5 , i11 Calcutta 44,3, in Bombay 30,9, m Madras 45,2. ,
Beim Wochmbeginn herrschten _an den meisten dentsckzezi Bexbach. tungsstationen östliche und südöstliche Luftxtrbtpnnaen, die gxoßicn- 1811116 über Nord nach Nordwest ginngcn (m ."Oe1ltncnstadt und Bremen übe: West bezw. Südwest), in Muyckwn, uber West nach Nordost. In der zMitsn Wochenbälfte ging die Windrose 1edoch fast ailgcmcm nach West und Südwest und am Sibluß der Woche nach Sud'und Südost. Die Temperatur der L::ft c1xtsyrach"d§m Monatsmxttel, Nieder1chläge, meist in Sch.“;eeform, fielen in :paßmem Grade. 1er beim Beginn der Woche niedrige Luftdxuck site,] langsam und be- banptete von Mitte der Woche an iemen eingenommenen Stand-
unkt. " _ 1) Di: Sterblichkeitsverbälinisse der 111eistcnngrbßercn Stadte hab?,n stel) in der Berichtswocbe wiedermetWas Ungunsttger gestaltet. _Dte aÜgemeine Sterblichkeitsverbältr1113zabl fur dte deutschen Séadte stieg von 24,2 der Vorwoche auf 25,0 (auf 1000Bewv11ner ,und aufs Jahr berechnet). anesondere ist der Allthéll des Sauglmgsalters an der Gesammtsterbbchkeit tein gkrlößerer, der dder höheren Alters- kla en über 60 ahr ein e was emerer gewvr cn. . ffUnier den TJodesiirsachen gewannen" Masern u::d dipbtherische Affektionen eine größere Ausdehnung, „wahrend Scharlach unk; Unte'r- leibsiyphen etwas abnabmen. TodesfaÜe an Masern erscheinen tn Nürnberg und Frankfurt a. O. vermebri ; 'Scharlachfieberiodes- fälle nahmen in Danzig, Essen, P::st, 2511m1ngbgm_ etwas ab, tn Berlin und Liverpool wicdxr ermas zu. Dtphtlxeriscbe Affektionen forderten in Berlin, Wien, München, Dresden, Kömgézberg, Danzig, Stettin, Hamburg, Darmstadt, Prag, „Pest_ u. a. zablxetche Opfer, auch breitet fich die Eptdemre 111 vielen Landbezirkxn immer Weiter aus. Todesfälle an Unterleibstvpbus Waxen meist seltener, nur in St. Pktcrsbura„ Warschau, Bukarest, TU_rm etwas häufiger. Die Flccktvvbusepidkmie 111 Vresxan bat Wieder ein:; größere Ausvebnung gewonnen; aus der Berichtswoche wersen 1.- neue Eckranknngen und 1 Todesfall daran gxmckdct. Auch in dem Dorfe chtscbkau bei Tborn herrscht seit Mitte November der Fleck- typhus in hohem Grade. Jn dm Ortschaften an der polmscben Grenze werden häufig Pockenfälle beobachtet._ Darmkatarrbe unh Vrechdurch- iäUe der Kinder erscheinen nur noch m'St. Pktersburg m' abnormer Löbe. Die Pocken haben in den xnetsten von ihnen betmgesucbten rten etwas nachgelassen, wie in Wien, Pest, Pczris,_Warsc3bau, St. Petersburg; in London stieg die Zahl der Todesfalle m der Berichts- ??)cbe wieder auf 17, docbV war chdie Zahl der Neuerkrankungen er- e lich erin er als in der orwo e. „ , „
_gDangaiserlicbe statistisci'e Ami veröffentlichi 'in dem [est herausgegebenen Oktoberbeft der Monatshefte zur Statistik des Deut- schen Reichs für 1878 u. a. eine Uebersicht, der Ernfuhr der bäuptsächlicbsten britischen und irischxn Roherzeug- nisse und Fabrikate nacb DeutschlaLd tn pen 10'Mo- naten 1. Januar bis ult. Oktober d.«1.,verl1chen Mit dem ?leicben Zei1raum des Vorjahres, welche den unter „ufsicht des en?- ischen HandelSamts in London bearbettctxn mqnatltcbeixt „4091-1111 5 roiabiug to tracks 816. nangariou of 611601111811 kingébdm entnomm'en ist* Danach ist der Gesammtwertb der in dieser Uebersicht namxntlich aufgeführien Artikkl im laufenden Jahre demjenigen des Vorjahres
Erste Beilage
_“ V 111111,“ li,“.ienstng, den __24. Member
fast gleich gewesen; er belief 7111) auf rund 237,7 Millionen Mark
gegen 236,5 Millionen Mark in 1877, so das; also in 1878 eine nur unerhebliche Zunahme um 1,2 Mtilionen Mark stattgefunden hat.
ierb-i waren hauptsächlich folgende Artikel betbeiligt: Robkupfer + 1,4 Million. Mark), Eisenbahnschienen (+ 4,0 MiUion. Mark), Masibinen aÜer Art (+ 2,5 Million. Ykark), Seide (+ 0,5 Miilion. Ma1k), Seiden- und Halbseidenwaaren(+ 1.1 »)„siiU.Mark),Woi1engarn (+ 2,9 MiUion. Mark), Oel + 1,7 MiÜion. Mark). Da egen hat der Einfuhrwertb folgenderi rtikel eine mehr oder minder iarke Abnahme erfahren: Roheisen (_ 1,5 Million, Mark), Materialeisen und Eisen- und Stab1waaren (_ 0,8 Million. Yiark), andere Metall- waaren (_ 0,5 Million. Mar ), Kohlen und Koks (_ 2,5 MiUion. Mark), Baumwollengarne (_ 3,5 Million. Mart), Baumwollen- tvaaren (_ 1,5 MiUion. Mark), Alkalien (_ 0,6 Million. Mark), Heringe (_ 0,8 Million. Mark). Im Eimelnm verdienen von den wichtigeren Geienständen dieses Verkehrs ihrem Werthe nacb fol- gende bervorge oben zu Weiden: Rohfupser in Blöcken und Platten für 4097 320 «M (1877 2696 380 „M), Roh-xisen für 10300 400 „M (1877 11 831680 34), Eisenbabnschienen für 6192980 „44 (1877 3216 880 «M), Reifeisen, sowie Eisen- und Stablplatten zu Kesseln und Panzern für 2440 540 „M (1877 2745 780 514), Guß- und Schmiedeeisen und andere Eisen- und Stablartikel für 3 003 300 7“; (1877 3 546 660.74), Dampfmaschinen für 3586 220.34 (1877 2197060 34), andere Maschinen für 11 370 460 „FM 187 7 10257 940 „ckck), Kohlen und Koaks für 13724 240 „44 (1877 16 216780 ckck), Baumwvllen- garne fiir 37 122 940 „44 (1877 40 689 260 446), Baumwoilenwaaren für 19 735 680-441 (1877 21 254 560 „M), Leinengarn für 4 335 460-24 (1877 3 878 460 914), Leinenwaaren für 4007780 „14 (1877 4 364 920 „441, Juteartikel für 9030880 «34 (1877 8 763 120 ck44), Seide gesponnen und gczwirnt für 2490 840 „M (1877 1 978 440 „M), Seiden und Halbseirenwaaren für 2 693 040 “44 (1877 1604 580 „M.), rohe Schafwolle für 4017040 „M (1877 4262 (“00 «((-ck, Wollengarn für 32894620 “44 (1877 29 925 640 „is), Woüknwaaren aÜer Art für 31464720 „44 (1877 31019 620 „M), Alkalien für 4 137 020 .,“ (1877 4734 380 „W), Oel aus Sämereie'n für 9490980 „76. (1877 8 315900 „FH), Heringe für 14439 800 445 (1877 15 254 880 “M).
_ Ueber die Gymnasien und Realschulen im Groß- herzogtbum essen entnehmen wir dem Dezxmberkxest 13er „Mit- theélungen der roßherzoglici) hösßsckwn Centralit lle fur die Landes- statistik“ folgende Angaben: Jm Schuljahre 1876/77 betrug dre Zahl der Lehrer an den 6 Gymnasien des Landes, zu Darmstadt, Bens- heim, Gießen, Büdingen, Mainz und Worms 115, die Zahl der Klassen 62, die Zahi der Schüler 1994, von denen dkx evangelischen Konfession 1228, der katholischen 546 und der israelinscherz 203 an- gehörten. _ An den 10 Rkalicbulcn unterrichteten im Gau- zen 151 Lehrer in 107 Klasic'n, welche von 3447 Schülern besucht wurden, von denen 2880 der evangelischen, 814 der katholischen und 631 der israelitischen Konfession angehörten. _ Die Zahl “der Volksschulen betrug i. J. 1877, derselben „Quelle zufolge, im Großberzogibum Hessen 988. Nach_ dem Rclisgions- bekenntniffe vertbeilten sich dieselben dexart, dax; 864 ,gcmenxsame Waren und 60 evangelische, 61 katholische und 3 israelitische; 964 Schulen waren gemi1cbte, während 24 nur für Knaben, 24 nur für Mädchsn bestimmt waren, 632 von diesen Voiksscbulcn waren einklaifi c», 200 zweiklassige, 93 dreiklassige, 50 vierklassige und 13 mehr lasfige; in 5261n11ßte ein Schulgeld e11irichtetwerde11, 462 lehrten ohne Schulgeld. Das Lehrpersonal bestand aus 1858 Personexi und zwar aus 1764 Volksschullehrern und 94 Volksschullehrermnen. Die Zahl der Schulkinder betrug ix_n Ganzen 138818 (69119 Knaben und 69 699 Mädchen), von denen 95 603 der evangelischen, 39 643 der römisch-katboiischen, 2758 der israelitischen und 814 andexen Kon- fesfionen angehörten. Durchschnittlich kamen auf 1000 Etnwbhner 157, auf eine Schule 141 und auf eine Lehrstelle 74,7 Schulkmder. Die Hauptstadt Darmstadt besaß 1 gemeinyame, mehrklasfige Volks- sxbule, in welcher der Unterricht ohne Sckzulgeld und zwar von 28 Lehrern und 6 Lehrerinnen an 2065 Schulkinder (965 Knabenund 1100 Mädchen) ertheilt wurde, von denen der xvangebsckoen Kou- fesfion 1809, der katholischen 247 und 9 der israelttischen Koxtfesfion angehörten. Hier kamen d11rchschnittlich auf 1000 Eiywobner 55,4 11111) auf eine Leh1ste11e 60,7 Schulkinder. _ Die Zahl der Fortbil- dungssckyulen betruz] im Jahre 1877: 797 (nur 129 (811111e1nden warm ohne Fortbildu;1gsfchulen), Welche von 18563 Schule„rn, be- sucht wurden, von denen 13 278 der evangelischen, 4653 17er romrfch- katholischen, und 275 der israelitischen Konfesfion angehörten, Auf 1000 Einwohner kamen 21, auf eine Fortbildungsschule 23,3 und auf 100 Schüler der Volksschulen 26,9 Schüler. Dte Fortbildungs- schule in Darmstadt besuchten 345 S111üler (295 evangelische, 47 katholische und 3 israelitische). Hier kamen auf 1000§E111wohner 9,3, 11;1d auf 100 Schüler der Volksschulen 35,8 Schuler. _ Privatunterrichtsanstalten gab es Ende; Mar 1877 m (Großberzogthum Hessen: 84, wo11_dene;1 70 gemeinsa'mx, 2 evange- lische, 8 katholische und 4 isra.liti1che waren. Vaon d1ei"en Anstalten waren 28 gemischte, 20f1"1r Knaben und 36 fur Madchen. Das Lehrpersonal bestand aus im Gakzen 495 Personenn und zwar 305 Lehrern und 190 Lehrerinnen. Die Zahl der Schuler und Schule- rinmn bctrug im Ganzm 6489 (2480 männliche urid 40119 wetbfliche) von denen der evangelischen Konfsssion 3132, _der r_om1sch-katboltschen 2160, der israelitischen 1135 und 62 anderen Konfeifioncn ang hörten. Die Hauptstadt besaß 9 Privatunterrichtékanstalten„(8 gerxieinsame und 1 römisch-katholische) und zwar 4 fiir Knaben und 5 fyr Madchen, an denen ein Lehrpersonal von 90 (48 Lehrer und 42 Lehrerinnen") unierr:chteten. Die Zahl der Schüler betrug im Ganzen 12897 538 mannlicbe und 751 weibliche), von denen 1011 der evangelischen, 165 der röm1sch-k'atho1i- schen und 112 der israeliiischen angehörten. __ ErWerterte Volksschulen und Mittelschulen e iftirten tm Großßerzogthum Hessen im Jahre 1877 im Ganzen 12 3 gemischte, 6 fur Knaben und 3 für Mädchen) mit einem Lehrpersonal von ,69'Lebrern und 11 Lehrerinnen. Die Zahl der Schulkinder betruxx bei dtcsen Schulen im Ganzen 3082 (1497 Knaben und 1585 Madchen), von. dene'n 2367 der evangelischen, 480 der r_ömisch-katléolvischen, 157 der 1srael1- fischen und 78 der deutsch-katholijäyen Ko11fe1swn angehdrteu.
Paris, 19. Dezember. Der Unterrichtsn-Ministex Vardoux bgt soeben mit Hülfe eines Ausschußes von Fachmannern 61118 Statistik des höheren Unterrichts und den ersten Band einer Statistik des VolkSunterricbis in Frankreich zum Abieblusie gebracht, nachdem er schon während der Weltausstequng dtexStattstik d_es Mitteiunterrichts veröffentlicht hatte. Alle diese Arbeiten retchetx m ihren Daten bis Ende 1876 oder Anfang 1877. Der Statistik des Elementarunterricbts sind fol ende tffern entnommen: Die letzte im Dezember1876 bewirkte olkszä lung ergab, daß Fratzk- reich an Kindern von 6 bis 13 Jahren 4502 894 besißt, namltcb 2278 295 Knaben und 2224 599 Mädchen; sie bildkn zusammen etwas mehr als den achten Theil der Gesanzmtbevölkerung Frank- reichs, und zwar emfallen von ihnen 61% auf „das iiackoe Land und 39% auf die Städte. Für ihren Unterriéht zahlte man im Jahre 1876/77 71 547 Elementar chu1en aller Art, worunter 9352 durchaus unentgeltliche. Sie zerfie en in 25 478 Knaben-, 29126 Mädchen- und 17003 gemischte Schulen. Konfessionslqs waren darunter 51657, und zwar 38149 Knaben- oder gemischte, und „13 508 Mädchenschulen. Die Zahl der in bescheidenen Weilern erricht_eten Schulen belisf sich auf 3142. Das UnterrichiSpersonal erreichte die Ziffer von 110 709 Lehrern und Lehrerinnen, und _zwar bilden die levteren in Stärke von "58 992 die 'grchexe alfte. Hierbei sind aber, wi: vorstehend uberhaupt, die rwat chulen
zeigeygxtd Königlich Preußischen Staats-Anzeigc?é_.
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mii erechnet' in den Staatsschulen unterrichtxn 33 663 Lehrerinnen unk)g 46 400, Lebrer. Der Weltliche Unterrichx bescbafttgx 42 249 Lehrer und 21770 Lehrerinnen, der kongregamsttscbe Unterricht 9468 Lehrer und 37 216 Lebrer-nnen. Von je 100 Schulen werdeii 28 von Kongregaiionen geleitet, von je100 Lehrern 11111) Lebxermnea gehören 42 den Kongregationen an. Der _UntersÖxxd erklart sicb daraus, daß bei den weltlichen Schulen metstens 11111: 1 Lehrer, bx: den geistlichen häufig 2 Lehrer oder mehr angssteüt sind. Mit dem Diplome find 68 997 Lehrer und LeHrerinnen auSge- stattet, worunter 40171 weltliche Lehrer und 19 325 welt- liche Lehrerinnen, 3768 geistliche, Lehrer ' und 5733 geist- liche Lehrerinnen. Noch gegenwärtig unxerrtÖtey alsq' 41 712 Personen in den öffentlichen Schulen, obne irgend eme Prufung be- standen zu haben. Die Gesammtzahl der in, dem Schqliabre 1876/77 für den Elementarunterricbt, sei es staatl1chxr o'dr privater, eingeschriebenen Zöglin1e belief fich auf 4716 935, namlich 2400 882 Knaben und 2316053 Mädchen. Unteribnen befanden sich 1 907 027 Knaben und 1835 349 Mädchen, zusammen 3742 376 Kinder in dem schulpflichtigen Alter von 6-13 Jahren, zu ihnen traten dann noch 64155 Kinder von 6-7 Jahren, die in den Kkeinkinderbewahr- anstalten Aufnahme gefunden hatten, und 71620 Knaben von we- niger als 13 Jahren, die schon eine Mitte1schule besuchien; außerdem muß man die Kinder hinzureébnen, die in ihren Fa- milien oder in Spezialichulen, Welche unter der Obhut anderexr Ministerien stehen, Unterrixt empfangen und deren Zahl nicht Mit Sicherk) it festzustellen war. Immerhin sind im Vergleich zu der oben erwähnten Gesammtzabl 624 743 Kmder von 6-13 Jahren und Zwar 270680 Knaben und 354063 Mädchen 1111 Schuljahre 1876/77 der Schule ferxi geblicben. Auf dem Lande _ist der Saby!- besucb in den Monaten Dezember und Januar am starksten, _uzeist über 9070; in den Monaten Juli und August geht er in einigen Gegenden bis auf 60% herab. Dex Minister verheblt sick) nicht, daß diese Resultate noch viel zu 1v11nschen lassen. „Die Aufgabe, saar er, ist eine schwierige; aber die öffentliche Meinung steht guf Seite derjenigen, Welche sich für diese große Sache begeistern; ihr Triumph ist" daher gesichert.“
Kunst , Wiffenfchaft und Literatur.
Pommern, als Landiibaft der großen norddeutschen Ebene bietet im Ganzen Wenig historische, auf die Gewinnung und Ver- wertbung von nutzbaren Mineralien sicb beziehende Thatsachen, aber doch mehr, als man in der Regel glaubi. Salz und Eisen streiten sich nicht aÜein um den Vorrang im Alter, sondarn in früherer Fit auch um die höhere wirthschaitliche Bedeutung für das Land. er Streit bleibt zur Zeit unentschieden, da die Gewinnung beider Er- zeugnisse bis in das graue Alterthum zuxückreicht und hinsichtlich des Eisens aus ganz alter Zeit keine geschriebenxn 211achrich1en, sondern nur stumme Zeugen in Form von Luppen1chlacken zum Theil mit eingeschlossenen Holzkohlen sich voxfinden. Dem Umfange nach hat die Eisengswinnung wohl kaum eme hohe Bedeutung _gehabt, denn an Reicbtbum des Vorkommens scheint der Raseneisenstein in Pom- mern dem in dem benachbarten Meckbnburg nacbzusteben. Hier ist das Vkrscbmeizen der Rasensrze seit dem Jahre 1282 bei Staven- hagen, seit 1513 zu Grabow, seit 1544 zu Neustadt, seit 1609 im Amte Dömiß, seit 1614 bei Wittenburg und Zarrentin geschichtlich b-xkannt, aber immer nur von kurzem Bestand gewesen, sowie gegen- wärtig seit länger als 40 Jahren die große Menge des Eiseniteins nur als Baumaterial ckth wird, Wogegen für Vorpommern historische Nachrichten über isenhütten bei Jaseniß nördlich“ von Stettin aus der Zeit vor dem 16. Jahrhundert und bei Torgelow seit dem 16. Jahrhundert vorliegen, während über die Eisen- gewinnung im Heutigen Hinterpommern nähere Nachrichten fehlen. _ An Reicbtbum des Erzeugnisses nimmt die Salzsoole wahrschein- lick die erste Steile ein. Außer den Salzqueiien- bei Greifswald, Richtenbcrg, Meschenbagen, Brook, Koblenz, Krugsdorf, Colberg find noch bekannt die zu (Grisiow, Deep bci Treptow a./R., Schwirsen zwi1chen Treptow a. R. und Cammin, Weichmühl südlich von Cam- min, Len bei Belgard, Bubliiz bei Cöslin, Schlawe, Friedrichs- walde, Rugenwalde, Stolpe, Möllen; und erst neuerlich im Jahre 1876 ist in einem au_f Anordnung des Handels-Minijters ganz nabe vor Cammin abgestoßeyen Bohrloch behufs Untersuchung der tiefe- ren Gebirgsscbichxen dtcsex Gegend, besonders zur Erforschung, ob man auf dem Fejtlande die auf der Insel Bornholm und in Sebo- nen auftretende, der Juraformation angebörende Steinkohle vorfinden werde, bei 86 m Tiefe eine stark aufdringende und über die Hänge- bank des Bobtloches bis etwa 1 111 Höhe fick) erhebende Sool-
nelle erschroten worden, deren Salzgehalt bei 293,2 m
iefe bis zu ZZ % stieg. Hierdurch wird es im Zu- sammenhalt mit den oben bezeickyncten Soolpunkten und mit" einer grosxen Zahl anderer zur Salzbereitun benußien in Mecklenburg und zwar bei Sülz im Amte Eldena, Sü ten unweit Sternberg, Neuen- kirchen im Amte Bukww, Sültc_ bei Stabenhagen, Sülz an der Reckniy, sowie mit dem nenerlichst bei Lübtheen erbohrten Steinsalz- lager Wahrscheinlich, da man in größcrer Tiefe in Pommern auf ein ausgedehntes S_teinsazlager zu rechnen habe. _ Die GeWinnung von Bernstein ixt zucrst nur gelegentlich an der Küste, sodann an cininen Punkten im anenlande zum Theil nacb planmäßigem Be- triebe, jedoch nur kurze Zeit auSgeübt worden. _ Ein Versuch im Jahre 1851 bei Riéxcrow im Kreise Belgard Braunstein zu ge- winnen, hat keinen ortgang gehabt. _ Ein weiterer Gegenstand des Bergbaues ist in der Neuzeit die Braunkohle geWefen, mit deren Gewinnuyg im Jahre 1858 an drei Punkten im Kreise Randow des Regleru11qsbez1rks Stettin der Anfang gemacht wurde, worauf später noch Weitere Unternehmungen folgten. So offnungsvoll sicb anfänglich dieser Bergba-theilweis zu gestalten s ien, so hat er doch zur Zeit seit dem Jahre 1877 wieder aufgehört, da der Wett- streit des einheimischen Tories, der benachbarten Brandenb11rger Braunkohle uyd der enleijcben Steinkohle die Bebauung der meist gering mächtigen und n cht immer günstig gelagerten Flöße bei den niedrigen Koblenpreisen nicbt rätbltch erscheinen ließ. _ Schwefel- kies wrrd seit, deni Jahre 1859 an der Nordküste der Insel Wollin bis jetzt theils m der Strandablagerung, theils an dem Küsten- gebänge in den dort aufsetzmden Kreide- und Tbonscbichten zwischen Misdrov und dem ordansee gewonnen und auf Schwefelsäure in der Iordanhüite na e dabei verarbeitet. Im Jahre 1560 hat “0.1: Herzog Barnim, in der Meinung, dieses Erz enthalte Gold und Silber, durcb kursächsiscbe Bergleute eincn förmlichen Bergbau darauf eröffnen und die gerroxmezvn Erze in der Grafschaft Mansfeld und in Leipzig probiren lassen. Nicht 25 Jahre waren na_ch diesem Erzbergbau ver augen, als auch der Herz?,x Ernst Ludwrg von Pommern die Beför erunJ des Ver baues in seinem Lande sich zur Ayféabe machte. Die Schritte, 1 e der Herzog that und welcher Hul : er sich zur Erreichung des ieles be- diente, sind der Gegenstand einer wertbvollen kleinen Schri t, welche der Geheime Bergrath und Obcr-Bergratl) H. Cramer zu Halle unter dmeitel: „M. Johannes Rbenanus, der Pfarrberr und Salzqrafe zu,Allendorf a. d. Werra, ein Beitrag zur Berg- xverkSJescbichte Pommerns aus dem 16. Jahrhundert“, im Verlage der Buchhandlung des Waisenhau'es zu alle oebm bat erscheinen laffen, aus welcher wir die vorsteéyenden ittbei ungen entnommen haben.