“ “ wollen. Seine iibri en Reden bei den verschiedenen Em- ;ZFFL eejierlichkeiten wiederhole? die bekannten Versprechungen „urid behandeln bas triviale Thema von der Repeal, worunter gegenwartig du unter der protestantischen Bevölkerung Anklang findendg foderale Syskkm versianden wird. Hervorgehoben zu werden “verdutzt, das dem An ein nach ängMiÖe Streben O'Connell's, dre Stimmung des Voles bei seiner veränderten Repeal-Taktik sicb giinstig er.- hatten. So sprach er unter Anderem in einem Orte der Gra ' aft Tipperary: _ „ „ _ „ ,
„Man hat mir ?eiagt, daß ich iiicht genug physische Sircitmittcl b,?“ siiße, um meinen roien Zweck zu erreichen, aber ich kann mich einer gro- ßeren phVfischm „ acht rühmen, als ste irgend ein Erobern oder Kaim" ehabt odcr ewünscht hat. Ja, Männer von Tipperarv", ich bin für Euch ins Gefängm gegangen, das Raffelu der Verbrecher-Eisen klang mir in meineuOhrcn, als die Gefängnißthiiren hinter mir geschlossen wurden. Ich habe für mein Land gelitten und ich bin bereit, noch mehr für dasselbe zu leiden. Aber Ihr werdet mir meine Arbeit erleichtern, meine Mühen mil- dern und durch das friedliche Abwarten wie bisher bcwrisen, daß Ihr
wiirdig seid der legislativen Unabhängigkeit, welche Irland erstrebt. Nur einen Monat will ich wegbl'eiben, und wenn ich zurückkomme, so will ich Schritt vor Schritt diese Gegend durchziehen. Ick) werde auf meinem Riickwcge dann dem Volke m die An en sehen, um darin zu lesen, was in Eurem Innern vorgeht, und zu er ahreu, ob Ihr wahr seid und man Euch vertrauen kann. Ja, ich werde beginnen in mei- ner Vaterstadt Cahireivcen, von dort nach Killarney, Limerick und Nenagh, und die beste Rede, welche ich in meinem chm je gehalten, denke ich bei meiner Ankunft hier zu halten! Langsam werde ich alsdann einherzichen, und ich werde dann erfahren, welche Gefühle das irländische Volk bescclen. Ich werde dann sehen, wie ich schon gesagt, ob sie wahr sind und verläßlich, und mein Entschluß wird durch meine Erfahrungen dann gerechtfertigt werden, die Sacbe zu vollführen, die wir begonnen! Ja, ich kann auf Euch bauen! Ich kann mich verlassen auf Eure Ruhe, auf Eure Folgsamkeit gcgen mein Wort. Ich bin über Alles erfreut, das; das Volk sich ruhig und gemäßigt hält und daß es entschlossen ist, so zu verharren. Ich weiß, daß Zhr Al- lc'ö thut, um den "Frieden zu wahren, ich warne Euch über Alles gegen die Fallen und Schlingen dcr Spione und geheimen Agenten.“
Ein fruchtbares Unglück hat sich vorgestern Nachmittag in der Kohlengrube von Haswell in der Nähe von Durham ereignet. Es fand nämlich gerade zu der Zeit, als eine große Anzahl voiiMännern und Knaben (man giebt die Zahl derselben auf 150 an) in der Grube bkschäftigt war, eine Gas-Explosion, wie sie in diesen Gruben nicht selten vorkommen, statt, durch welche sämmtliche Arbeiter bis auf drei gctödtet worden sind. Es wurden sofort Anstalten gemacht, die Körper ans Tageslicht zu schaffen, und nach den leßteu von gestern Abend datirtcn Berichten hatte man auch bereits iibcr 11111 Leichen hervvrgelwlt. Die drei gcrettctcn Arbeiter verdankte" ihre Erhaltung dcm Umstande, daß sie sich am unterstkn Ende dcs Schachtes befanden, Und daß bei dcr Verschüttung der Grube mehrere Balken cin schirmcndes Dach über ihnen bildrten und zugleich die Stickluft, die sich entwickelt hatte, von ihnen entfernt hielten. Mehrere Arbeiter fand man angekleidct auf einem Haufen zusammen- liegen und schließt daraus, daß die Verschüttung nicht in allen Thei- len der Grube plößlich stattgefunden hat, da die Arbeiter meistens fast nackt arbeiten, und Jane daher noch Zeit gefunden haben miiffen, iixi) anxukleiden und einen Fluchtwersuch zu machen. Der Jammer, den das schreckliche Ereignis; verursacht hat, ist unbeschreiblich, denn fast keine Familie in der Umgegend dcr Kohlengrube giebt es, die nicht Wenigstens eines ihrer Mitglieder Verloren hai.
I (l) w e i 3.
Kanton Zürich. Die s(hweizcrischc gcmcinniixzige Gesell- schaft hat bei ihrer Versammlung in Zürich beschlossen, eine aus fiinf Mitgliedern bestehende AiiSwanderungs-Kommission zu bilden, die sich mit Allc'm bcschiifiigen soll, was die Auswanderung vermindern und, falls sie stattfindet, das Loos dcr Auswanderer erleichtern kann. Die Kommission soll im Jahrs 11115 der Gesellschaft das Resuitat ihrer Thätigkeit berichten.
Kanton Luzern. Die hiesige Regierung hat ein Kreis- schrcibrn an die sechs andrren katholischen Stände erlassen, worin sie dieselben zu einer neuen Konferenz in Betreff der Wiederherstellung der aargauischen Klöster einladci, Die Kosten sollen nach dem Maß- stabe dcs eidgenössischen Geld-Kontingeuts auf die Kantone vertheilt
werdcn, I t a 1 i e n.
Neapel, 24. Sept. (A. Z.) *Der König, von dem man allgemein laubte, er iverde in Triest dem Kaiser VonOesterreicl) einen Besuch ab atten, hat seine Staaten gar nicht Verlassen, sondern Ca- labrien, nnd zwar Cosenza, Catan aro, Monteleone, Pizzo, Reggioxr. besucht und wird über Brindisi, anfredonia, Jog ia in diesen Ta-
en nach Neapel zurückkehren. Auch die neue StrafJ-Kolonie auf den ' remiti-Jnseln besuchte der König und war auf dieser ganzen mit vielen BeschMrden verknüpften Reise stets von der Königin brgleitet,
Die in Calabrieu und Basilikata aufgefundenen Stcinkohlen-Lager haben fich, nach der Untersitchung diirch sächsische Bergbau-Verständige, als sehr unbedeutend ergeben.
*Die Anleihe, welche im Jahre 1821 zum Betrage von 23,“ Mil- lionen Pfund Sterling in Enzkland negoziir't wurde, ist nunmehr durch die Einlösung der lexzten Ob igationen in London völlig getilgt.
Spanien.
H Pkadrid, 25.Se)11. eZOie Gaceta enthielt gestern einen amtlichen Artikel, worin erklärt wird, daß die Schwierigkeiten, welche sich der Wiederherstellung der friiherhin zwischen Spanien und Ma- rokko besiandenen freundschaftlichcn Verhältnisse entgegenscvten, aus dem Wege eräumt wären, und daß man nahe dareinséi, riiteUeber- einfun t aui; den bereits fésigeseßtcn, eben so gereihten als anständi- gen rundlagrn abzuschließen. Am 17ten "kam der spanische "Konsul, welchen widrige Winde nach Cadix znrü'ckgetricben hatten, in anger an, wo er von dem marokkanischen Befehlshaber "auf das feierlichste, und in Ge enwart des englischen Gesandten empfangen urid in seine amiiichen efugnisse wieder éingeseßt wurde.
Die Grundlaqen, auf denen der Jiiedens-Traktat abgeschlossen werden soll, sind, so viel ich erfahre, folgende. Die bei der Hinrich- liznsg D*armont's betheiligten Beamten werden abgesetzt, dieUeberresie die es Ungiiicklichen arrogrgraben *und nach dem Ritus'seiner Religion beßatixt, seine Angeckörigen, erhalten eine Geldsumme aus dem *ma- Wkümsthen Staatss ab. Die Gräuzlinie “des von den Spaniern U") EMU 311 behauptenden Gebietes wird auf demsJuße her esicllt, wie er in dxnr leßien Traktate zwisihe'n beiden Mächten festgesßvt ist. EWKOMM1ifiM-'beßebciid mis Spaniern, Marokkaner" und den Be- RIGHTS textinxmer Tritt,:srcih nerXtalenMacht, soll “WM wkekr-rx'én, M - „. ck „! kk, pam er a rei: e, deren 'die ro “er WM'MY l"H"“Wti en, 11 “Kiki" . Etivl' "Meint 'es, daß die - ::xi- 1-18 „„
. *“ . editi'oriosCo s verwknd' “ ta t.
* “Mm MTU“ WkiftiIi'n AWmäßtkteliüQMnüßkYst/sn gKampfes “ka:-"81 WM“ Kak'dér'üeüe M “ “1: 11er 'am-vä- én Angere- -„k„ “.","- Om! “ Mddéka'R :; " "11 RK erkm'éik "f““ 'i" Ln ! “Wh?! 1,8 1; “,L-im . «:"-M)
it drm damaikgen Minkwi- dkrég WMQ“,
psvrüihen ““auf Enis “diMng fiir die auf
ir-vm '!!qu "““ay
t Emmi» seqivß «
ekkgkssheijm, IDW Y
1482
Antonio Gonzalez, einen Handels-Traktat ab, desen Bestimmungen für Spanien so überaus lästig sind, daß nur ein so unwissender Mann wie Herr Gonzalez sich entschließen konnte, ihn zu unterzeichnen. Un- ter Anderen wiirden die Schiffe mit uruguayischer JlaYe den spani- sclxen völlig gletchgesiellt, so daß irgend ein fremdes chiff sich nur mit Papieren dieses Staates zu versehen brauchte, um in Spanien aller Rechte der einheimischen Flagge zu genießen, denn über die Be- schaffeyheit der Certifikate und den Ursprrm der Schiffsmannschaft war nichts festgeseßi. Die Republik beeilte ck, die Ratifikation die- sxs Traktats hierher zu schicken, allein hier erhoben sich so nachdrück- liche Stimmen gegen den Inhalt deffelben, daß die Minister Espar- tero's nicht wagten, ihn zu ratifizireu, Unter dem spanischen Land- volke der „nördlichen Provinzen, noch mehr aber unter den Bewvhnern der kanarischen Inseln, herrscht der Wahn, daß man in Montevideo sich schnell bereichern könne, ein Umstand, der zu zahlreicher: Aus- wanderungen nach dem Uruguay Veranlaffung giebt. Während des Zeitraumes von “1836-4841 wanderten “13,606 spanische Unterthancu dorthin aus, denen späterhin etwa 51101) andere gefolgt sein mögen. Diese Leute gelangen zum Theil durch ihren Fleiß zu einigem Ver- mögen, da aber Spanien bisher keinen Konsul bei der Republik an- gestellt hat, so befinden sie sich ohne allen Schuß und sind allen Ar- ten bon Gewaltthaien und Erpreffungen preiögcgeben. Man verhin- dert sie, das Land wieder zu Verlassen, und bei dem obwaltenden Kriege mit Buenos-Ayres hat man die spanischen Unterthemen ge- zwungen, nicht nur in der Natioual-Miliz, sondern auch unter den Lrnien-Truppen Kriegsdiensic zu leisten. Ja, man überfiel sogar die in dem Hafen liegenden spanischen Schiffe, führte die Mannschaft aus Land und reihte sie unter die Truppen ein. 2er Klagen jener Un- gliicklichen, die hierhcrgelangten, wurden Von Cspartxro unberücksichtigt gelassen. Die provisorische Regierung hatte beschlojseit, ein Geschwa- der nach dem Rio de la Plata zu schichen, als die Händel mit Ma- rokko den Abgang diescr Schiffe verhinderten. Nun hat die Regie- rung auf dll! Antrag des Herrn Martinez de la Rosa diese Angele- genheit aufs neue in Betracht grzogen, und den diesseitigen Konsul in Bayonne, Herrn Creus, hierher berufen, um ihn, mit den gehöri- gen Jnstructioncn versehen, und von einigen Kriegsschiffen begleitet, als Gcncral-Konsul nach Montevideo abzuschicken, damit er iiber die Jnteresscn der dortigen spanischrn Unicrtbanen wache.
Die Regierung hat den vornmligen Finanz-Ministcr Carraöco (Marquis von Santa Olalla) und den Marquis von Pcüaflorida, friiher Minister des Innern, zu Senatoren ernannt. Jener war von der Provinz Badajoz, dicser von Madrid vorgeschlagrn worden.
'Die Garcia veröffentlicht heute ein Königliihes Dekret, ver- möge dessen den Zuhabern von Schabbillets, wrlche in Folge des Geseyes vom 29. Mai 11112 cmittirt wurden, gestattet wird, dicse gegen dreiprozcntige Staatspapicre zu dem Course von 82 pCt. nm: zutauschen. Die Regierung wird den Cortes dirseMaßregel mitthci- len. Da dieses Dekret be'rcitö am 1:11cn unterzeichnet, aber erst heute veröffentlicht Wurde, so giebt dieses zu mancherlei Auslegungen Veranlassung. Gestern stiegen an der Börse die drei.- und die fiinf- pro;eniigcn Papiere, Heute schwankten jene zwischen 28 und 29, diese zwischen 217; und 212, auf zwei Monate.
Es heißt, Heir Martinez de la Rosa hätte seinen vertrauirsten Freund, den Introducteur dcs Ambassadcurs, Herrn Arama, zum Ge- sandten in Neapel, und dagegen dessen Schwager, den Herzog von Rivas, der diesen Posten gegenwärtig bcklcidkt, und ebenfalls der- trauter Freund dcs Minister-Präsidenicn ist, zum Botschafter am französischenHof ernannt. Es ist indessen wohl anzunehmen, daß nur die persönlichen Frinde des Herrn Martinez de la Rosa dirsks G5?“- riicbt aussprengen, um ihn als einen don unstatthaftcn Privat-Riick- sichten geleiteten Mann darzustclimt.
P o r t u g a l.
„I Lissabon, 21. Sept. Je näherdcr Augenblick rückt, wo der parlamentarische Kampfplai) in den Cortes sich an I Neue öffnet, und die Parteien ihre Kräfte abermals gegen einander abwägen, desto eifriger ergeht man sich auch bereits in Berrchnnngen iiber die gegen- seitige Stärke und das daraus *,u erwartende Resultat des Zusam- menstoßes. Wird das Ministerium dic Majorität in beiden Kammern fiir sich haben? isi die Frage, welche cht vor ailrn anderen die Ge- miither beschäftigt. Die Oppositionsmänncr beantworten sie eben so zubersichtlich verneincnd, als ihre Gegner bejahend; jene rechnen insbesondere die Majoritiit in dsr Pairs-Kammer dem Ministerium entgegen Fu sehen, seitdem der Herzog vonPalmclla cine oppositionelle Stellung gegen das Kabinek in Fo'lgc des vielbcsprochenenDekrets vom 1. August eingenommen hat. Nach den Erfahrungen der friiheren Sessionen jedoch, ja selbst aus der Stimmung und dem Charakter der meistenMitglieder dcr Pairs-Kannncr, läßt sich diese Hoffnung der Opposition durchaus nicht als zuverlässig begründet:, und ungeachtet des augenblicklichen Anschlusses des Herzogs von Palmella an die Partei, als deranaupt man denViscondeSa da Vandeira betrachten kann, würde diese sich doch sehr irren, wenn 'sie den Herzog gencigt glauben wollte, in alle Pläne der Septembristen einzugehen. Zu der Dcputirtcn-Kammer ist das Ministerium, "wie ich anrn schon friiher meldete, auch jeßi der Mehrheit sicher,
Von dem Dekrete vom “1. August, das so viel Geräusch verur- sacht hat, machte das '))iinisterimn bis jetzt einen sehr gemäßigten Gebrauch, obgleich es an Anlaß dazu keinesweges fehlte. Die Richter des Appellationöhofes hier (corre: 41:1 raincxno) sind den Wirkungen jenes Dekreisbekmmtlicl) ebenfalls miterworfcn. Deffenungeachtet haben sie Vor wenigen Tagcn east cin Urtheil des Richters erster Instanz gegen den Herausgeber des Pairiota, der wegen eines mit unglaub- licher Heftigkeit geschriebenen, wahrhaft aufriihrerischen Artikels in eine Geld- und Gsfängnißsirafe verurtheilt worden war, umgestoßen, und der Herausgeber des Blattes geht somit straslos aus. Trotzdem ist bis jeyt keines der Mitglieder des Appellationshofes von hier an einen andern Ort verseYt worden, wie das Minisicrium solches kraft der "Befugnisse, die ihm das Dekret vom 1. August giebt, hätte thun können.
Die nördlichen Provinzen, besonders die Wcin-Disirikte „anden Ufern des Duro, sind im Anfange d. M. von Natur-Ereiqmffen srhwtrheim esucht worden. Dasselbe war in dem Thale des Flusses Povoa der all. Jurchtbare Regeugiisse richteten in Gärten, Feldern, Weinbergrn entseßliche Verheerungen an und vernichteten auf großen Strecken nicht nur die Aerndte dieses Jahres, sondern auch die Hoff- nung auf solche für mehrere Jahre hinaus. Auch Menschenleben gingen dabei zu Grunde.
Gricüzcnland.
S “Athen, 18. Sept. Die Deputirteuwahl von Athen ergab in folgender Ordnung die Namen: Kaliphronas, Koleitio, Metaxas und 'Blaihos. Der erste und vierte sind eiugeboreneAthener. Kaliphronas, ein Sepiembrist, gilt als ein Anhänger von Kolettio, jedoch mit stark ausgesprochenen autochthonen Sympathieeu, welche bekanntlich Kolettis nick)! theilt. Auch in der'Maina sind die Wahlen ganz im Sinne der bestehenden Regierung ausgefallen. Dort standen dem a etrenuen “Ministerium Maurokordatos die beiden alten (friiher feind! an) Ja- 1mils“! 'Maumnichalis und Tsauetsakis -mit ihrem "mächtigen "Ws- ?rnsgegeuxund da daffélbe fal), daß -es *mit “seinen Kundinnen unter- liegen werde, “so wurden dem Jorsgange drr »dortigtn WKM" alle
erdenklichen Hindernisse in den Weg gelegi, was die Leidenschaften so sehr erbihie, daß der Bürgerkrieg ausbrach und nur mit großerMühe und Anstrengung von Seiten der Häupter der erwähnten Familien wieder beigelegt werden konnte. Leider sollen nach der Wahl neue blutig; Feindseli keiten vorgefallen sein.
uch die ahlen von Korinth sind minisierirll; dort wurden die von Maurokordatos hart verfolgten Chefs der Familie Notaras (rer ältesii'u im Peloponnes) mit eminenter Stimmen-Mehrheit gewählt,
"Der erste Jahrestag des :1. (“!.-“).) September wurde mit einem Tedeum in der Hauptkirche, an welchem Ihre Majestäten Theil nab- mcn, und dem Defiliren der Garnison vor dem Königlichen Palast:- gefeieri. Abends war die Stadt, wiewohl nur spärlich, erleuchtet. Bemerkenswert!) ist, daß an diesern Tage viele Offiziere und Soldaten das Denkzeichen des I;. Septembers gar nicht trugen, unter den Civilisten isi dasselbe ganz verschwunden. Der Enthusiasmus war nicht übermäßig, der Tag verlief ohne die geringste Demonstration oder Ruhestörnng, und kaum hörte man am späten Abend bi;- und da einen Jreudenschuß. Das einzig beklagenswcrihe Ereignis; war der Tod cincs Knaben aus guter Familie, welcher von einem betruuch kenen Artillkristen aus Versehen erschossen wurde; denn der Schuß galt eigentlich einem Polizei-Kommissarius, welcher den Thäter sklnkö Schreicns wegen zur Rede stellte. _ „ ,
An diesem Tage wurde eine Brojchiire verthcilt, worin sämmt- liche Proclanmtionen, welche Kalergis seit dem 3. September v, J. erlassen, und einige interesante Briefe, Welche er an hiesige und aus- wärtigeDiplomaten gkskhl'it'bi'll, abgedruckt sind. Als historischks Fak- tum miissen wir anführen, daß er in einem Briefe an die hiesigen englischen und französischen Gesandten diesen, neben andercherdien- sten um die Sache des 8.September, auch ausdrücklich fiir die guten Ermahnungen und Rathschläge dankt, welche sie ihm am Abend des 2. 111.) September, also am Vorabend der Revolution zur Aufrecht- l)altung dcr Einigkeit und Ordnung gegeben haben. Ein Beleg, dcr natiirlich allen denjenigen sehr willkommen war, welche diese briden Herren der ?)Nitwisscnschaft oder gar der Tbcilnahme und Leitung des Komplotts vom ;;. (*15.) September von Anfang an verdächtig nmchen wollten.
Die Organe der Opposition klagen über das Erscheinen von neuen Räubcrbanden an der türkischen (Hränze und wollen mit einem Scitenblick anf dcn Kolettis schuld grgkbcncn Propagandismuö zu verstehen geben, das; die Türken die Einfälle solcher Banden auf je'dt' Weise hcrvorricfen nnd begünstigten, seitdem das neue Ministerium an der Spitze der Angelegenheiten siehe. Ein Journal sikllt die' Be- l)auptung auf, Rumelien befände sich in dcrselbcn traurigen Lage wic 18:16. Hierauf antworteten die Frcunde des Ministeriums, die's ist sehr wahr, denn wie ein Glied dchmirokordaws ergebenen Familie Stratos sich im Jahre 1236 an der Spiye von zahlreichen türki- schen Räuberbandcn, Miihe cr jenseits der Gränze gesammelt batte, das Land in Aufstand zu bringen suchte und bis Missolunghi vordraiig, Ebenso vvrschrcibt mm dessen Bruder seine Freunde von jenseits der (Hriinze, um sich wcgrn drs Fallcö seim'ö (Hönncrs und des Wadi.- sieges seines Todtfcindcs Grivas zu rächen. Ich lasse die Wahrheit der einen und drr anderenBehauptung auf sick) beruhen und kl"Wi'1[)111' derselben nur dcöwcgcn, weil sii: mir fiir die Charakteristik dcr hlt'si gen Partrikämpfc charakteristisch erscheint.
Den 19. September. Heute Nachmittag um 211111“ sUUd die feierliche Eröffnung der Kammern statt. Das fiir die Siyimgr-r der beiden Körper bestimmte Lokal ist ein dcm König k1g1111111111111§11 gehöriges Gebäude, welches derselbe kurz nach sklllkk AWMF !" Griechenland gekauft hatte und [das mitm“ dem Namciidcr alten Rkstdlu; bekanntist. Dic geräumige Tauz-Rotundc dessclben, 171M1ch111M1lch_dik National-Vcrsammlungen ihre Siyungen gehalten, ist um der 3111911911 Kammer, hier vorzugsweise „Kammcr“ int Gcge'nsalxxe zum „Senate“ genannt, eingeräumt. Hierhin verfügen sich die beiden anderen Gi"- walten und dort vcrkiindct, wie in Frankreich und Belgien, dcrz'iönig Von einem zu diesem Zweck ausgrscizlngenen Throne, welchcr hierauf wieder wrggenommenwird, die Eröffnung des Landtagcs, wiibrcnd in der englischen Pairö-Kammer drr Thron Jahr aus, Jahr em fest- steht (da das Oberhans urspriiiiglich des Königs Rail) war) und die zweite Kammer dorthin zur Eröffnung drs Parlaments vorgeladen wird. Zur äußeren Charakteristik der grirchischen Constitution gehört auch noch der Vorrang, Micher soWodl in der Constitutions-Aktk, als auch in dcn iibrigen Staatsschriften der Deputirten-Kammer vor drm Se- nate eingeräumt wird. In Belgien ist dirs ech so, nur nimmt dort drr König die dritte Stelle ein, während er in der griechischenCharte dén beiden Kammrrn vorsieht.
Nachdem heute Morgen die Siyungsiokale beider Kammern von dem Bischof von Attika geweiht und eingesegnet worden, wurdcn Dc:- putirte und Senatoren vereidigt; erstere unter Vorsiy des Altcröprä- sidenien, fiir letztere hatte der König, welchem nach der Constitution das Recht zustkbi, noch keinen Präsidenten ernannt. Um2Ul)r Nach- mittags fuhr der König zwischen den Spalieren der hiesigen Trup- pen in das Ständehaus, an dessen Eingang ihn eine Kommission aus beiden Kammern empfing und zum Throne geicitete. Nachdem t'r auf drmscibcn Platz genommen und die Versammlung zum Sitzen eingeladen, las die Tbron-Rede ab:
(Da wir diese Thron-Rede bereits in Nr. 277, aber nur nach einer mangelhaften Ucberseßung, gegeben haben, so wirdsrholen wir hier diejenigen Paragraphen derselben, in Welchen sich wesentliche Ab- weichungen von jener ersten, wahrscheinlich nur nach dem bloßen An- hören gemachten Ueberchung finden; es sind folgende:)
„ ........ Meine Verhältniffe zu den fremden Mächten sind durchariz freundschaftlich, und Ich fühle innige Freude, Zbum dicses anzeigen zu kön- ucn. Besondere Dankbarkeit sind wir aber denjenigcn Mächten schuldig, Welche, nachdem sie uns in dcm Kampfe um die Freiheit nachdrücklicher bci- gesiandcn, unsere Unabhängigkeit thatkräftig unterstiiyt haben und zu unter- siiiHen und zu beschiißen fortfahren. _ ...... „
„Die Ansprüche eincr rühmlichen Vergangenheit werden in kek"?! Weise iibersehen Weiden, Eben so wird unsere Aufnicrksanrkeiiin,?[UÜNUkh nehmen der Glanz der hciligcn Religion, ihre möglichst vollständ'gk„ OKI“- nisaiion durcb zivrckmäßige GeseH-Entwürfe, ihre Festigung und M Cm" wickelnng dcs öffenilichen Unterrichts, ferner die Vervoyrommmmg, ""d Vrrbcffcrrmg des Heeres, welchem die Sicherung des Reiches ""d die 81"
naue Vollstreckun dcr Gesch oblie t. , „. , „ Es ist Ihre? Aufgabe, meine Herren, dUkch 5“ Gewi'thrung derjenigen
„ .- - ' ; billigen Mittel Meine Regierum zu untekskUHUJ- ohkkx Welck)? dixvelbe 1.11 der "Leitung der Staats=Angelk§enheiten Fus 523111211119? stoß?" 'mußte, !?!? sowohj den Prioat- als den (Hesammt-Jutereqjm Nachtheil bringen wur-
den ...... „ Die Ver in a un der Geseizgkbnng und deren mit dem Znsiaride'des Volkiis mehr tiibxreciznstii'innende Abandmmg Wind der Gegenstand dicses
"ßen Landtages sein. . . . . .
Moldau nnd Wallachci.
Bukarest, 6. Sept, Der Fürs! Vibesco hat das Ministerium des Innern beauftragt, sich über die Maßregeln zu berathen, wie sämmflichc Distrikte des Landes auf eine zweckmäßi ere Weise und zur größeren Erleichterung der Einwohner sowohl, as der Verwal- tung eingetheilt und arrondirt werden können. Auch sollzuglcich drm Uebelsiande abgeholfen werden, daß einige Distrikte gar keinen Haupt- ort als Centralsiv der Behörden haben und derselbe in anderen zu klein oder unzweckmäßig gelegen ist.
Eine ZWeite Verordnung besagt, daß der Fürsi bei seiner [chien
Anwesenheit in Piojescht sich durch den Augenschein von dem timb- theiligen Einsluffe überzeugte, den die allzu große Ausvehnung Reset Stadt durch isolirte Ansiedelungen theils auf die Verschönerung 31er Reinlichkeit, theils auf die Handhabun der polizeilichen und admini- sirativen Functionen ausübt und eine Zersplitterung der zum Ausßuk“ hen des Ortes erforderlicher: Gesammtkräste veranlaßt. Das Mim- sierium wird daher beauftragt, sogleich die nöthigen Maßkkgkl" 3" ergreifen, um diesem Uebelstande sowohl in Plojescht ais auch in an- drren Orten, bei Zeiten durch Aufführung von Barrierxn und Be- stimmung eines angemessenen Rayons zu steuern und dafur 391018?"- daß ein Weiterer Anbau außerhalb derselben nicht mehr siattfmdu
Türkei.
Konstantinopel, “18, Sept. Der Gesundheits-Rath isi wieder in Wirksamkeit getreten, und die Pforte hat, um den Repro- sentanten der fremden Mächte einige Grnugthuuyg zu geben, den bisherigen Vice-Präsidenten desselben,_Emm Efendi, gbgeseyt und an seine Stelle den bei den Europäern iehr beliebtenDtrektor derQua- rantaine von Smyrna, Riski Bei, ernannt, .
Aus Beiruk wird vom 7. September gemeldet, daß dre Driisen und Maroniten auf den Vorschlag ch Kapudan Pgscha den Kaqer- lichen Fernmn in Brtreff der Entschädiguilg der Christen angenommen haben, (_S. Allg, Preuß. Ztg. Nl". 272.) Die Maro-niten wer- dcu, um nicht einem Kaimakam dcr Drusen untergehen zu sein, mit Bewilligung Halil Pascha's, in das Gebiet ihres Chefs, des Erzbi- siboss, auöwandern,
Fa plata - Staaten,
London, i.Okt. Mit der dänischcn Bark „Sarah Johanna“ sind Nachrichten aus Buenos Ayres bis zum 211. Juli, und aus Montevideo bis zum “1. August Eingegangen, die aber iibcr die' Unterhaiidlimgcn mit Brasilien nichts melden. Die Entfernung des Commodore Purvis von Montevideo hat dort tikfen Eindruck gemacht. ,Die Descrtion unter der Besatzung dauerte fort, In Betreff zweier Milicianos, Namens Goroci und Romero, hatte der jeßige' Plaß- kommandant und Kriegsminister Pacheco *.) Lbes einc Proclamation erlassen, worin beide fiir infam erklärtwerden, ihre Verfolgung, und im Falle drr Habhafkwerdung ihre irrwi'rziiglicheErschießungangeordnetwird. Werdrn fie binnen 414 Stunden nicht festgenommen, so sollen ihre Familien aus ihren Häusrrn Vertrieben, dicse verbrannt, an deren Stelle abkk Eine Tafel mit dcr Inschrift gesetzt werden: „Hier stand das Haris cines Feiglings, und die Gerechtigkeit der Nation hat es geschleift von Grund aus.“ Ein gleiches Verfahren soll grgsn alle beobachtet wcrdkn, dir künftig desertiren. Durch ein anderes Dekrli ivcrde-n “11111 Dollars Belohnung jedem versprochcn, der einen der vier Brii- der Mainkro, dia“ Kriegsdicnste zu thun sich Wl'111kkkkll- WNW Dili“ Sii)rcchi*tisbefcl)lc sollen von dem chigen *.)lnfi'lhkl'l: dk!" 141911111111)?" sranzösischrn Legion ausgegangen srin, die nun emen eingebornkn Montevideaner zum Führer hat.
Ostindien.
Wkalta, 2.5,Si'p1, (Telcgrapbische Tepcsibt'.) Das kDi'tmpfboot „Liverpool“ isi heuti- “2le"; mit der indisrbrn [li'bkkläiid- Post von Aicrandrirn hier angekommen. Dir Nachrichten aus Vo"!- bai.) reichen bis zum 27. August und sind ohne Interessen Truppe»- Trtasche'mrnts, wolchcnach Sckiirkarpnr gcsandiworden waren, mußten Wkgen großer «Dixie und Wassermangi'ls sich wieder zurückziehen, *- Cinr Expedition gigen den König von Vurhara wird in Kabul Vor- bkj'i'iték. ?lkbbar Chan wird sie komnmndirkn. ---- Das Pendschab ist in grdßrrcrAufregung, donn jc. -- Lord EUrnborougl) wird im Laufe des hcuiigen Tages nach Malta kommen,
Dir- (b“;otverbe=Ausstelluug _der deutschen Bucades: uud ZollveremS-Staai'en. “rg1.__*.'lllg. Prrnß. Ztg. Nr. 227, 2118, 2-10, 242, 24:1, 248, 249, 252, * **“)Z, 234, “355, L;")i), 258, 259, 201), 2111, 262, 2113, 2114, 205, 2,611, 267, 270, 271, 272, 27:4, 274, 275, 276, 277 und 278.)
)(]Illl. Brenn st offc.
Wenngleich dieBrennstoffc», wvlcheDeutschland zu seinen erer- ben zu v:»rxvendrn hat, allgemein bekannt und hier nur im Vorüber- gehrn zu erwähnen sind, so haben sic doch eine zu große Wichtigkeit, iim dariiber ganz zu schnieigen, und zumal da der Mangel des immer kostbarer werdkndcn Holzrs dcn Gcwcrbcn großcn Nachthril droht, wird ck von Interesse sein, zu hörcn, daß andere in Mengc vorhan- dene Brennstoffe das Holz großentheils zu ersetzen versprechen, Tie Abwendung dieser Brennstoffe zur Erxcugung von brennbarer: (Hasen (iwdlen-vad und Kohlrn-Waffersioff-Gas), mittelst besonderer Vor- richtungen wird den mcisten drs Feuers bediirfrnden Gcwerbcn einen birdei'rtcnden Vortheil bieten, da theils hierdurch die ganze Brennkrast 11U8ltch verwcndei, il)cils aber der Nachthcil mnganqen wird, wrlche'r durch unmittelbare Beriihrung der Brennstoffe mit*de*m zu bearbei- tcndrn Produkte ,hc'rv_orgcl)t und daher deren Anwpndnnq bisher rni- gigi'iitrai.“ Cs smd 1chon Erfolgreiche Versuche gemacht“, mit Gasen Eisen-zu ick)melzrii, und es diirfte keinem Zweifel unterlichn, das: bald in den meisten (ZZc'wkrbcn auf ähnliche Weise Gas “verwandt Maden wird, Dadurch wird es entbehrlick) Wksde'n, das Holz zu vxrkohlen. “
Von den in niisrrcr Ausstellung befindlichen Arten von Bimm- irraterml, welche freilick) mir von den wenigsten Gewerbetreibenden eingesandt worden, verdienen vorzüglich dic Striniohlen und Cooks voir Saarbrucken Beachtung (Kat. Nr, 1189). Dies treffliche Ma- I)iii)leclii,l11?§x Fuzi], iLFToxrausz cin hlöch| brdeutendkr Erwerbözrvciq drr .- '11 i'_, 1131113017111 1“ 5" **“ Vri'we-iduzigcn in dcn (Hewerbi'nggi'ti'ignßtzilte nnd zu allen WWW?"
Weniger gut, )edoch aucl)__schr brauchbar, sind die Steinkohlen qus-„Sihlejsiens Gruben (von Königshütte und von Eugenie" Gluck bi*iLaurahutte Nr. 21176) und die aus demplaue11sche11*(331*unde von Pottschoppel, Welche auf Burgkbammer verwandt werden.
Von_ den „atwgcsiclltenBraunkohlen möchten die in der Umqqund voiiBerlin, bei Fürstenwalde Vorkommenden, theils in den Händi-n“ der LVU?" von Rappart nnd V-ußler, theils in denjenigen des Herrn “_ osmar befindlicheir, zu erwähnen sein, da sie für die gewerbliche Einwendung in Berlin von dem größten Nnyen zu werden verspre- ikiitiixzrnwdeijelii'nFZZYtéreiaFTsuche zuvor die Brennräume und Vorrich-
! - , . - und Yk-chi-ZZW Cosinar.)1gepaßt haben. (Nr. 1971 Hildebrandt U fiir Schlesien, Welches no einen. 1" ' voii Brstunkohlen und Steinkohlenchbesißt ?ZYTJIYJYYZMjSstchxi? bet GruneberZ gefundene, von dem “Kaufmann Pohlenz,daseibst unter Nr. 20-72 ausgestellte Kohle von Interesse.
Durch die Anwendung des Torfes zur GaEerzeugung wird auch dessen Verbrauri) allgemeiner Werden und manchen Gegenden Hiilss- imttel zur Grundung technischer Anstalten darbieten können, welche ]th deren nicht haben.
Die von mehrereri Gegenden, besonders aus Weslpbalen, ein- gesandtrn Holzkohlen liefern den Beweis eines guten „Erfolges der
1483
WaldVerkohlung; so die vom Königlikhm HÜUMWi zu Lobe und Littfeldt im Kreise Siegen unter Nr. 12611 emglskndktkn.
AUF. Eisenerze,
Bei weitem der größere Thxil der bei den EisenWerken ver- wandten und mit ausgestellten Ersensieme bkfikht aus Gelb- und Brauneisenstein mit verschiedenen Bexmengyiigen (Eisenoxydhydrat) aus den Flövformaiionen. Disse Eisensteine, zum größten Theil durch Zcrscßung von kohlensaurem Etsxtioxydul entstanden, enthalten nichts der Eisen-Fabricatiou NachthkxllJES, und daher zeichnet sich alles daraus erzeugte auSgesiellte Stabelsen durch Zähigkeit und Weich- beit aus. Die weitläuftigeu Werke der Gebrüder Krämer auf der Quint bei Trier (Nr. 11912), Laurahükké (Eisknskein Vom tarnowißer uud haultcr Revier) (Nr. 21176), Malapanx (27751, Königshütte und (Hieiwiß Tl., Schlesien, (938), Wasseralfingen (2598) und Königs- bronn (2.596) in Württemberg u. a. m. glbrn Beweise dafür, iind ist das aus diesem Eisenstein geblasene Roheise'n dem englischen, aus Sphärofideriten der Kohlensormation erzeugt, am äbniicksten. Aus: gezeichnet in der Form ist der von Pönsgcn zu Schleiden (11121) eingesandte kugelförmige Brauncisenstcin.
Vieler anderen Brauneisensteine diirfte nicht zu gedenken sein, da sie nichts AuGgezcichnetes darbieten,
Diejenigen Eisenwerke, Welche Rasrnriseiistein dkraibciicn, wir z. B. Lauchhammrr bei Mücfcnberg, habkn mit Schwierigkeiten Wk; gen der durch dieses Material so sehr bedingten Sprödigkeit ki'ö Guß- und Stabrisens zu kämpfen,
Die meisten der Gegendru, welche den Stahlsiein (Spatheisen- stein, Pflinz, kohlensaurls Eisenovydul, Grlbspatb, Eisenspatb) erzeu- gen, riiiirilicl) Siegen und Wesiplwlcn, Schmalkalden in Thüringen, Gittelde 1111 Herzogthum BraunsrhMig, Miigdc'sprunq iiiichrioqtbunt Anhalt-Bernburg, Znner-Ocfterrcich, haben Probeii von diririii ,un- vergleicbiichen, durch seinkn Mangangehalt zur Stahlsabricaiiou so audgezcichncten Material eingesandt. Dieses Matcrial liefert ein wei: ßes, zuiri Theil spiegclichtes Roheisen, cms welchem das trcsflichste', kurz) „Harte und Zähigkeit ausgezeichnete Stabeiscn «"de-n so auf wie- Vorziiglichjer Stahl hergestellt werden kann. *
C5 ist folgender Stahlstcin ausgestkllt:
1) Von der Grube Georg zu Horhausen unwrit Savncrbiitte, welch? aiich noch zu drm Stahlroheisin V:“Ülllll'isé'nsikill voniHorbau- sei! („Loixisexund Manganstrin (seine'n zilligcii diibtcn Braiincisriisieiu mit krbitalliitrtem Pyrolusit) a]s Zziisäiiag VkrMnde't.
„ 2) Gibt", Böcking (Nr, 121141 von Aöbachsr Hütte“ bci Kirn (Koblenz). '
51) Rcvirr Lol) und Litifkld und Brnamts-Bc iii Sicicn. Mer kbmmt dcr Siahlsirin als Gartznmsse iiiit din iin Nevii-r “))?i'iszcn i'lnbri'iin'ndi'n Wiki und Kupfererzrn bor.
- -1_) Hcrzoglick) anhaltisck)? Bkrgivirks-Kommission zu Harzgerode, Stirbljtmn von Ncndorf, wo ll" eincn Hauptbrstandtheil dkr*(§„§an;= mano (Nr. 22911) drr dortigen Bicierzgänge andmacht. *
Ait 111c11l)ri]ciisictiie ist als ausgezeichnet drr von'Gcbr. Krämer (1191111111119sandte Von Lomnu'rödorf a. d. Ahr zu bemerken, dcr Braunms-enstein von_F)orbanscn von der Grube Louise, von Saurier- Hinte mugcsandt (Nr. 12115“), diirfte als einer der schönsten iciurr Yk bcirachie1 ivmden können. Von Thoncisenstrin hat mir die G?pLYU Hiiiie bci M*.)olowiy in Schlesien bci Trzesche Proben ciu- gr' an .
Kalkstein ais Zuschlag bei demHoihofen-Beiricbe ift eingesandt: 1) Von Lanra-Hiitte (211711). Derselbe bricht zu Sicmiauowiy, fer- ner von- Saynkr-Hiiitl (*Grobkaik) von Budenheim bki Main:, und Li) V“.)" Königs-Hütte in Ethicsiin (qusixwikalk). Die zur Vitriol- Vrrritung gehörigen Kii'si' 51-11 Nr, “11157, Piittnkr., 24-14Rkichcns1., 2119 Kiipfc'rbci'g; 12231, 7:11 Werden bim“ 11111" im Vorbriqel)?" er- wähnt, da sie als Rohstoffe drr Vitriol=Brrritung angehörkii.
Es wäre zu wünschen gcwrscit, daß alle Eiskiil)iittenbksit)kr ihre Eisenstein? Vollständig ausgrstrlli mid dic Aussti'llung mit den noki)- wwidigrn Erläuterungen iibcr Vorioizimkn und Verwendung dt'rsclbi'n begleitet hätten, Es ist biw iiicht gksckwlwn und daherdic vorstehende Uebersicht mir von wenigrm Interessen ?)iotbcisenstcinc, so wichtig im Eiscni)iittrnhaushalii, siiid schr wknig in drr Aussicllimg vorhan- den. Der misgezcichnetste darunter ist Von Johann Georgenstadt (Nr. 26119), faseriger Rotheiseustciii (Blutstcin) in 11)- «12 Zoll imi- gen keilförmigen Bruchstücken, cinVoriommcn, welchkö srincsGlriMn an Schönbcit kaum findiu diirfte“.
|,. R o i) c i s e 11;
Wir treten nun zu einem wirbtigc'n Zweige drr drittschen Zn- dustrit“, dcr Robeiscn-Erzkugmig. Dirsrlbr ist in nrucsier Zeit durch die Einfuhr englischrn Eisens ernstlich bedroht und neurrdings durch die Fürsorge dei“ ,;Zolivm'ririsStaaten durch eine ;10ll-»Crl)öl)ung fiir das aus drm Anolmide ringcbendr Eisen gischiißt worden. Um so mehr wird es von Znicrrssc skin, die' e'ingcsmidtkn Robristn-Aricit zu vergleichcm Wir tbeile'n das Roheisen ein:
:|. in graues Rohliskn, zn (*51ußwcrk und Siabrismr--Fabrii*ation tauglick), mts Roths, Bramw, Thon-Rasrn und Bobnrn- Eisenstein mit Öolzkohlrn odcr Cooks erblasrn; |). in weißes Roheisen, mir zu trefflichcm Siabrisen und Stahl atiwe'ndbar, aus Stablstcin crzcugi.
Tas crstrrr Rodrisrn ist mit drm rnglisshcn Rohristn groß?":- tl)i'ils zu Vei'gli'ickwn und zu glrichrn Zwecken, wie dieses, amvendbar; das letztere ist Deutschland eigcntbiimlick), imd rin Vorzug, wrlchrr den Druisabrn cine Stabciscn- und S1abl-Jabriration sichern runs), wenn auch die Konkurrenz deo aitsläiidischkn Stabeisens forikauerc, ja sick) vrrmrbrrn sollte.
Graues dt'ritschcs Roheisen, untpr iva'llbi's am!) die fertigen Guß: waarkn gezählt wcrden miissrn, da ',“ir mis demselbi'n gefertigt sind, ist ringesaurt von
1) der Saynkrhiitte (Nr.“12115), Holzkohleneisen;
2) Remi.) und Comp. (Nr, 12111), in Wasser abgeschmiedetrs zum Frischen bestimmtes Roheisen;
11) den (Hebriidkrn Krämer (Nr. 1198), Holzkohlkneisru;
1) der Laurahiitte (Nr. 21176), Congi-isen. "Dieses Roheisen ist ungemein grobkörnig 11le gaar und schenkt von vorzüglicher Qualität zur Stabrisrn-Fabrication; _
:“») Baller und Comp. zu Wilhelmshiittc in Eulan beiSproi- tau (Nr". 211.111). Die Hiittk verarbeitrt Wicsknrrz (Holzkohlenciseu);
(.) Lauchhammer bri Mückenbcrg (Nr, 726). Auch diese Hütte verarbeitet Morastkrz (Holzkohlcncisen);
7) der Königshütte in Schlesien (Nr. 9:18), Coakscisen;
8) Ilsenburg (Nr. 772), Holzkohlencisen;
9) der Königshütte und Rothebiittc im Hannovc'i'sthen (Nr. 1228 und 11-129), Holzkohleneiscn;
10) Rübeland (Nr, 1673), Holzkohleneisen;
11) Zorg? (Nr. 1671), dcsgl. Beide lebten?" im Herzogthume Braunschweig; -
12) Mä desprnng (Nr. 1674), Holzkohleneiscn; im Herzogthum Anhalt-Bern urg;
12) Veckerhagen (Nr. 17 29) im Kurfürftenthum Hessen, Holzkohlen- Eisen. (Aus Gelbeisenstein der Grobkalkformation erblasen);
18) und 15) Wasseralfingen und Köni sbronn im Königreiche Württemberg (Nr. “2596 und 2598), Holzkoh en-Eisen.
Dieses Roheisen ist mehr oder weniger zur Gießerei brauchbar,
wie nter dem Artikel Gußwerk weiier erläutert werden wird. So- bald iesa-s graue Roheisen zum Frischen und namentlich zum Puddrle angcqudt werden soll, isi es vortheilhaft und oft nothwendig, das- selbe einem Vorbereitungs-Prozesse zu unterwerfen, welcher in Eng- land und auf vielen Hütten in eigenen Feuern (reiining sites) vie Frischheerde gestaltet, mit mehreren Formen zur Gebläselust und bei Coakö „vorgenommen wird. Man nennt diese Arbeit das WeißmaÖen des Eisens, da das Predial die graue Farbe verliert und ein weißes, strahliges, drm grellen Roheisen ähnliches Ansehen erhäit,
Solches weiß gemachtes Eisen ist eingesandt:
1) von Laurahiitte;
2) voir Königshütte.
Ju ,K'oriigsbroun und Waffrralfingen wird nicht auf diese Weise, sondern in einem (Hasflammofen das Eisen geweißt und zum Frischen vbrbereitxt. Dad Eisen wird aus dem Hohofen flüssig in den Flamm- oien, mit Torfgas gebeizt, eingetragen. Dieses geweißtc Eisen ist auch zu den schönen Hartwalzen von Köniqsbronn (Nr. 2596) ver- wandt, weiche aufgestellt sind und pro Cir, 20-30 Fl. zu stehen kominen, TikHartwalzrn haben ciiien weißruRing von ctwa1kaoil Breite von der Peripherie nach innen und sind inwendig von grauem Metall.
. _ Eine Probe Vortreffliche): Roheisrns zu Gescbiibläufen von Kö- nigobronn erregt Uilskke Aufmerksamkeit. Es ,ist rin Stück von cinrm Zi't'spj'k11gii'11 Geschützrohre ausgestellt, welchcs rin qetiegertes, i_imnchkm halbtrtkn Robkismi ähnliches Ansehen hat. Einer Notiz der Hrrren Einsender gemäß, ist das Roheisen Zu diesem Rohre aus der „F)Ka'lfti' von Robriscn von Kiiiiigsbronn ans Bohncncchn, bei kaltem Windi- k1"b[11s1'11, und zur anderen Hälfte von Roheisen vonFriedrichs- tbal,(§qlr1chxallö_bri kaltrm Winde i'rblasen und im mit Torf betriebe- iien ,xlarrqn-Tsrn _mit geneigtem Heerde zusammengeschmolzrn. Es ist eiii bei dem 671]th Schuß mit einer Ladung von 1)"; Pfd. Pulver und 1 Kugeln _Fersprcngi.
. Das iveijzr Roheisen, aus Stahlstcin gcblasen und manqunhal- 11:9_(Stzil)i=1)iol)eiscn, Stablkuchcn), welchcs sich wkgcn seinér Dick- sl-llsjigkéii ,11lchk ZU!" Gießerei, wohl abcr znr Siabeisen-Jabrication eignct, [[r m voriiiglicher Schönbkit in mchrerrn Exemplaren vorhanden:
'1) Aus Wistpbalcirund vomRhe-in, voii Sayncr-Hiitte1121151,
von Lol) und Littfeld (12011), von Dreßler in Siegen
(12111), vom Berg-Amir zu Sieqcn.
“ Von Mägdesprung (11174). *
: Ans Wicn_bon der Kaiser], Berqwerks-Produkten-
Vcrschleiß-Tirection (Nr. 21197).
Llßiere hat ctnggsaiidt: n. Sihnchloß, dickgrell (cin Weißes frsies EUS"); 1). Hartsloise (strahligcs weißes Eisen); (*. Parallen- eisen (Wllß,ln1lt sebr kleinen Löchrrn in Menge versehen); 4]. weiche Flossen (lukrgos Roheiskn mit großen Poren“). Lcßiere Sorten siiid schon vorbereitet zur Stahlfabrication (geweißt), wahrscheinlich im Hm*tzcrnennc'fciwr. Diese Materialien geben den trefflichen sieveri- schon Stabi, Von 1vclchcm noch einmal die Rede sein wird, Bei dem Vcrbiasxn dcs Spaibeiscnsteins auf solches Weißes Roheisen fällt eine ungemein nmnganreiche vorwaliriid griine Schlacke, welche bei richti- gem Verbäitniß dic Bischicknng und garen! Gange leicht die porplxyr- artige ")11151e1)rirnng von Krystallen zeigt (xuwcilcn in zwei Verschicke- nen Formen), woyon die Hütte zu Mägkrsprung (Nr,*1674) Proben eingesandt bai.
1,1. Eisengußwaaren.
. Die Bcnußung des graucnRobeistnö zn Gußwerk Von der man- mgfaltigsten Fbrm und Bestimmung wächst immer mehr und ist nicht mehr ausschließlich eine Beschäftigung der Roheisen crzruqcndaniit- tcnwerke', sviidkrn eiiie Mriige voii (Hii'ßereirn, deren Zahl täglich wächst, wic Bedürfnis; urid Spekulation sie hervorruft, kaufen Rob- erson aus dem In- [Md Ainslaiide imd Osrarbeiien dasst'ibt', da sie in drr ngpl mit Maschinen--Viau-Llnsiaite*u und qroßen Schmieden ver- sehen )iitd, durch Umschmelzen zu Gußwrrk in 'der Form von Maschi- nen-Gcräthc-i, Werkzrngkii, arihiirktowischcn Geqenständen und Or- namenten aller Art. Es sind kino große Meitqe Beläge fiir die Fortschritte dicses Thrilcs drr Gewerbe ausgkstcÜt, und*man darf mit Befriedigimg auf die Vollkommrnbeit der Produkte der deutschkn (Hicßcreiru skhkn. Durch die Anlage der Königlichen Eisengießerei ZU Vrrlin wurde vor ;19 Jahren der Impuls zur Cntsichunq ähn- licher in den Händen von Privatpersonen bkfindiicl)en Anstalten“ gege- ben, dcren Zahl, hohe Bliitbe iind Bedeutung fiir die anustrié von Jahr_zu Jahr sebr steigt. Berlin hat eine Menge solchkr Anstalten aus- zuweijcn, unter denen sich die? soon Borsig, Egelö und Freund durch den Umfang ihrer (Heschéiftc nnd die Vollionrnirnbeit ihrer Et“- zcngniise ausgezeichnet und einen großen Ruf r*rworben haben. Da es nicht möglich isi, alle die Gegenstände namhaft zu machen, welche die Anwendung des Rohriscnö zu Giißwerk im der Ausstellung re- präseniiren, so begnügen wir uns mit Aufzählung der Gießeieien wrlibi' Produkte eingesandt haben, die selbstständig als Gußwerk ver;- käufliche (Hegenstäude bilden, mit Ausschluß der Maschinentheile 2r., vondRolMisi-n, drrcu Zabl zu brdmxtcnd ist, nm spezieller erwähnt zu Mr en,
3. Roheisen rrzsugcudc Hiittlrn, wrichr Gußwaarrn eingesandt
)abcn,
1111191“ diescr! diirften die' harzcrCisrnhiiiten zuerst zuneimen sein.
Tie Hütten zn Ilsenburg (_Nr.772), zu Rübeland (1673), Jorge (10.71), ?))kägdesprung 11671) und Wilhelmsbiitte haben eine Auswahl schöncr Platisndfxn eingesandt. Wenn mim bei dcr Beurtheilung diescr Gußwaaren sirl) auf die Arbeit der Gießerei beschränkt und speziell in die Priifung drr Ausfiihrung derselben ein- geht, so Verdirnen alle diese Hütten lobende Anerkenniinq. Ilsenburg, des Grafen Stollberg-Wernigerodr, hat doch wohl den Vor- rang. Zn Hinsicht dcs Gischmackcs, der Anordnung von Form i_rnd Verzierung läßt manchkr Ofen zu wünschen iibrig. Wir möchten saft glauben, das; manche mit Vcrzierungrn zu sehr überladen seien.
JmAllgcmcinln isi drrGuß ra-in und scharf, Wenn auch einzelne Thrilc diese Vollkommenheit?" in geringerem Grade zeigen, so muß man doch gestehen, daß die zu riigknden Unvvllkommenheiten sich auf dikjenigcn beschränken, rvrlche mehr und weniqer bei der Anfertigung größerer Massen von Gcgensiändcn nicht zii vermeiden sind. Die Hütte zu Ilsenburg hat die reichste Auswahl von auögezeichneten (Hußwaarcngclieferi, unter denen auch feine, wenngleich nicht als Ge- gcnsiand der allgemeinen Industrie, rühmlich zu erwähnen sind (z.B. ein gcgossener Fächer). Sie hat auch im Ailgemeinen sehr quien Ge- schmack in der Wahl der Formen und der Decoration der *Gtißwaa- ren gezeigt. Ein Kandelaber von Roihchiitte ist gut gegossen, aber von sJthwcri-r Form. L ck
ie Hütten zu au hammer bci Miickenber aben ein-e
Oefen ausgestrilt, 1velche.in Hinsicht des Gaffesg iind auch dInZLrlix drdmmg z-u wunsch-en iibrig lassen, so ausgezeichnet sonst diese Gießerei im Rufe isi“. Der Gdß hai nicht iiberau die gehörige Reinheit und Scharfe, die Oefen sind mit Verzierungen überladen, und die daran angebrachten Sial'uetten werden schwierig vom Staube zu reinigen sein. Das Poliren der Kanten einiger Oefen hat uns nicht gefallen,- da der 2119| schwer davor) abzuhalten isi und das Ansehen dadurch kaum gewinnt. Enie Eskricbplatte war in' den Vertiefungen „zwis en den erh„abenen Vrrtrefuugen emaillirt. Es kann die weitere 1“!- dung dieser EmaiUe-Arbrit, worin Lauchhammer schon ,so WW