* ** .* *-, * _5' „., _ -*5 “ ***-1- „“., “**??4...) .... -WHKW* . “;?»87xch.,7»« “W“...“ M ,
-' ; ..«-§W».W»« „:: .-=:»«3« ,;«57.
gekündigt. Hierdurch würden die Bormünder in_ die "un- angenehme Lage versetzt, innerhc-lb emer kurzen Zeit zunachst für die Anlage der von der Reichsbank zuruckerhaitenen (Helder und dann für deren Ueberführung nach den Hmterlegupgs- stellen zu sorgen. Die Reichsbank werde auf die desfallsigen Verhandlungen jedenfalls eingehen., ,
Der Regierungskommiffar Geheime Fmanz-Nath Dahlke er: widerte, thatsächlich würden die Mündelgelder im Sinne des Antrags Meyer von der Reichsbank mcht- mehr verwahrt; diese Gelder seien in voUem Umfange uriickgezahlt i_vord'xn. Die Reichsbank habe nur noch Mit der, epositeiikaffß 'm Coln Verbindung; die betreffenden Geider ssien aber Judizml: und nicht Vupillargelder. _
Der Abg. ])r. ammacher bemerkte, dem Antrags Meyer liege ein Mißverständni zu Grunde. Wenn die Vormünder das Vermögen der Mündel bei der Reichsbank angelegt hätte_n, so sei das eine reine Privatangelegenheit der Vormünder 1elbst. Dieses Verhältniß habs mit der Hinterlegungsordnung gar nichts zu schaffen. _
Der Ab . 1)r. Meyer (Breslau) führte aus, sem Antrag wolle sich eben dieser Vormünder, welche die Mündelgelder dort angelegt hätten, annehmen. _
Der Abg. Loewenstein hiLU auch so den Antrag 7111: nicht gerechtfertigt, denn die HinterlegungSordmmg habe es nicht mit Geldern, sondem nnr mit Pretiosen und gbld- werthen Papieren zu thun, Der Antrag Meyer wurde hier: auf abgelehnt. '
Es folgte die zweite Berathung des Entwurfes eines Ausführuncngeseßes zur deutschen (Zivilprozeß- o r d nu n g , deffen Enblocannabme Abg. Loewenstein beantragte;
Ueber diefen Geseßentwurf erstattete der Abg. Worzewski Namens der Justizkommission Bericht.
§. 2 lautet in der Vorlage: ,
„Die zuiäsfige Berufung auf dcn Rechtsweg gegen nicht richter- licbc Eniscbeidunmen erfolgt mzr durcb Erhebung ber Klage.“
Hierzu hat die Kommission folgenden Zuiaß beschlossen:
„Wird eine vor Ablauf der Frist zur Berufung auf den Rechtsireg Zum Zweck der Terminsbestimmung ein Kereicbte oder zum Protokoll des Gerickytöscbrcibcrs angebrachte [age binnen zivxi Wochen zugestelit, so ist die Frist g:ivahrt, Wenn auch die Zusteiluna nacb Ablc-uf derFrist erfolgt.“ .
Der Regierungskonnm ar Geh. Ober=JusUz=Ratb Kurl- baum11., bekämpfte Namens der Regierung diesen Zusaß und bat, denselben zu streichen. Wenn man ein solches Bedürfmß anerkenne, hätte man einfach die Civilprozeßordmmg anders gestalten müssen. . '
Ter Abg. Kreck) bemerkte, A(inea 2 sei a11e_rd1ngé3 m_ir von BdeUtung, wenn es mich reichsgeseßliche Fristen beträse. Diese würden aber ohne das Alinea 2 durch das an sick) be- rechtigte Alinea 1 wider dcn Wil1en des Geießgebers gekürzt, denn es solle den Leuten die gesammte Frist zu Gebote stehen, um sich zu überlegen, ob sie den Rechtsweg“ betreten müßtsn. Von dieser Zeit gingen aber nach Alinea 1 die 4_5 Tage ab,§welche die Zusteliung der Klage erfbrberte. Die Reichs: gefeße bestimmten nicht, was unter Bsrmxmg auf den Rechts- weg zu verstehen; deshalb müßte man 1ie in ihrem Sinne interprstiren. '
Der Justiz-Minifter 1)r. Leonhardt mies bagbgeti nach, daß das Alinea 2 den Bestimmungen der ReichtZ-justizgeseße nicht entsprechen würde. Deshalb erscheine diese Bestimmung
ehr bedenklich, wenigstens störb sie die Harmonie init dem
eichSrechte, dessen System fie durchbreche.
Die Abgg. Loewenstein und Windthorst (Meppen) vier- theidigten den Standpunkt der Regierimg. Abg. „l)r, Bähr (Cassel) dagegenkarach für den KommisstonSantrag. Derselbe wies darauf hin, daß die „Berufung auf de„n Rechtsweg“ in Folge der nxuen Gesetzgebung dock) ihatiächltch ems andere Bedeutung habe, als bislanL. Gegen das Prinzip der Prozeß:
ordnung werde mit dem Zu aße Übrigens mich gar nicht ver- stoßen, dénn dieselbe kenne ebenfaÜ-Z Außnabmen. Abg. Windt- horft (Bielefeld) bat, den Zusatz beizubehalten, wenn derselbe aber abgelchnt würde, auch den ersten Absaß zu streichen. Wenn man fortan der Einreichung der Klage die Zustellung derschlben an den Beklagten gleichseßo, so verkiirze man doch offenbar die von den betreffenden (Heseßen gegebe- nen Kristen gegen die Intention dieser Gesetze selbst.
er Regierungskommiffar erlärte, dis §§. 119 und 213
der Reicbs- Civilprozeßordiiung beträfen nur singuläre Fälle, enthielten also keine Durchbrechung des ailgemeinsn Prinzips. Die Anmeldung 'der Berufung auf den Rechtsweg falle von ;elbst weg, weil ihr nicht, wie früher, ein mündliches Ver- abren vor dsm Richt€r unmittelbar folgeii kbtme,
Der Abg. Fiebiger äußerte, die Bestimmung des Absaß 1 lege die Entscheidung darüber, ob der Rechtsweg zu betreten sei, in die Hand des Beamten, der die Zustellung besorge. Dem würde durch Abfaß 2 vorgebeugt.
Der Justiz:?)kitiister Or. Leonhardt erklärte auf eine An: frage des Abg. Windthorft(Meppen), daß die Regiernng gegen die iibrigen Abändsrungen der Komniissiom nichts zu erimxern habe. Darauf wurde der §. 2 in der von der Kommisston vorgeschlagenen Fassung und dann die iibrigen Theile des Entwnrfs 9,1] bloc angénommen.
Ohne,». Debatte wurde ferner folgende Resolution an- nommen:
.Die Königlicbe Staatsregierunß aufzufoxbetn, dem Landtage in der nächsten Session einen Gesetzentrvurf Vorzule en, in Welchem die nc-be.: ben Reichs-Prozeßgeieyen in Gültigkeit bleibenden Vor- schriften ker Aügemeinen Gerichtsordnung für die preußischen Staaten zusammengesteÜt und dem Bedürfnis; entsprechend um- gearbeitet Werden.“
Ferner wurde auf Antrag des Abg. Löwenstein der Geseß- entwurf zur Ausfiihrung der Konkursordnung, ohne Debatte in zweiter Lesung vom Hause 81] 11100 angenommen,
Es folgte die zweite Berathung des Geseßentwurfes, be- treffend die Uebergangsbestimmungen der deutschen Civil rozeß-Ordnung und der deutschen Straf- prozeY-Ordnung.
Der Abg. Löwenstein beantragte auch hier die Annahme 611 6106 nach den Beschlüssen der Kommission eventuell, mit Ausschluß des §. 48, falls gegen diesen Paragraphen Be- denken erhoben werden sollten. Der §. 48 laiitet: „Die Gerichtsferien beginnen im Jahre 1879 im ganzen Umfange der Monarchie am 1. August und endigen am 30. September.“
Der Abg. Krech befürwortete als Referent den Antrag der Kommission. Durch die Verle ung der Ferien in die beiden leßten Monate vor dem 1. ktober 1879 glaubte die Kommission die Ueberführung in dLn neuen Zustand wesent: lich zu fördern. Nicht nur werde es dadurch den Richtern und Beamten, welche ihren Wohnort zu“wechseln hätten, er- möglicht, den Umzug vor dem 1.0ktober zu bewirken, sondern
September besonders mehrenden Geschäften würde selbst nicht bei voller Präsenz des Beamtenpersonals dazu fiihren, dciß a11e Vorbereitungen für den Uebergang der_ (Hesxhafte auf die neuen Gerichte am 1. Oktober vollendet sein wurben. Dazu komme, daß man erwarten düxfe, daß die Parteien fich. 111 dieser Ferienzeit auch der Einreichung aller nicht schleumgen Klagen ent alten würden. _ „ _ Der „egierungskommiffar Geheime Jizstiz=Rath Schmidt wandte sich gegen §. 48 der Komm1sfion§besch1uffe, welcher füx das Jahr 1879 die Monate Auguji und Sxptember alzs Gerichts- ferienzeit festfeße. Die StaatSrepierung kon_ne aus emxrsolchen Verlängerung und Verschiebung d_er Ferien 'nur einne Ver- zögerung der Interessen der Parteien und eme Verzogerung der ganzen Reorganisation erwarten, _ . ' ' „_ „ Der Abg. Löwenstein erklärte, daß eSziemlich gleichgultig sei, auf welche Weise den Jnkonvenienzen der Ueberführung des alten Zustandes in den neuen aus bem Wege gegangen werbe; Uebelstände würden jedenfalls.?- __1n der Uebexgangs: periode sich heraussteUen. Der Komm1s11bnSUom'chlaZ3 181 nach Ansicht der Majorität derselben das geringste Uebe ;“ glaube aber die), Justizverwaltung auch mit dex aiten Bestimmun (Gerichtsferien sechs Wochen vom 21. uli bis _1. Septembex auszukommen, dann habe man keinen rund, diese rgge für so bedeutend zu halten, um daran das Gescß etwas eitern zu la en.
ff Der Abg. Weßki bemerkte, die Kommissiqn stelle sich jeden- faUs die Ueberführung des alten Zustandes m'den neuen zu umständlich vor; er (Redner ift KrengbrichtH-Dtrektor) wcxds mit seinem Gerichte in drei Tagen fertiJ? sem, deShalb baie er im Interesse der Beamten und der echtspflcge um .Bei- behaltung der bisherigen Bestimmung. Tex AbZ. 1)r. Bahr (Cassel) trat aus Gründen der Zweckmäßigkeit fiir den An- tra ein.
g Der Justiz-Minister ])r. Leonhardt erwidertx, die Herxen schienen zu glauben, es werde am 1. Oktober eine aÜZeineine Völkerwanderung beginnen. Das sei nick)? die An11cht der Königlichen StaatSregierung; die Gerichte blieben 1a meisten?, an den Steilen, wo sie wären, eine Unrnbe werde'nur m einsm verhältnißmäßig geringen Theile der Monarch» statt- findcn. In Hannover wiirde gar keine Aenderung emtrbten, kaum in Nassau und SchleHwi Holstein; Richter und Gerichte könnten ihre Geschäfte also ru ig fortsexen. Außcrbem seicsn die Richter so sehr daran gewöhnt, im Juli ihren leaub zu nehmen, daß sie dies auch jeßt wieder mit alien Mitteln zu erreichen versuchen würden.
Der Abg. Windthorst (Bielefeld) trat fiir_ den Kom- missionsantrag ein, da die Umändernng der Justizberwaltung doch mehr Arbeit machen würde, als der Abg. WLHkL annehme, Bei der Neigung, am Alten festzuhalten, wiirden gerade; in den lebten Monaten vor der Neuorgapiwtion noch möglichst viele Klagen bei den Gerichten anhängig gemacht wxrden, so daß eine möglichst weiibkmeffene Zeit für die Ueberlsitung der Geschäfte in der That dringend geboten erscheine. Zn dxn alten Provinzen soi dies Bedürfniß Unbestreitbar; am Rhein und in Hannover werde sich der Uebergang leichtex voliztehen.
Der Justiz-Minister 1)r. Leonhardt „erklärte diese Argu- mente für nicht durchschlagend; bei der ]eßigen Ordnung per Ferien werde es ohne Schädigung der neuen Organisation verbleiben können. _
Hierauf wurde die Diskusston geschlossen und der §. 48 der Kommissionsbefchliiffe bei der Abstimmung verrporfen, im Uebrigen das Geseß nach dem Anfrage Löwenstein €!] b10ch3 angenommen. *; -
Einem Antrag der Abgg. v. Bunsen, ])1". Lucius und G9- noffen, den folgenden Gegenstand, Gesetzentwurf, beireffend die Zwan gSvollftreckung in daS unbewegliche V'er- mögen, einstweilen abzuseßen, wurde vom ?usiiz-Minisier widersprochen, worauf der Abg. von Bumsen einen Antrag zurückzog. _
ZU der Berathung selbst beantragte der Abg.Löwenstei11, den Gesetzentwurf (37 Paragraphen) mit AUHnahme der §§ 9 und 12 60 6100 anzunehmen.
§ 9 lautet nach den Kommissionsbeschlüssen:
Die “„bei der;?iusfübmng eincr VLÜstkCckUNNÉMÜßkWTl dcn Gerichten zustehenden Entscheidungen insbxsoniere über den bei “ver Zwanngersteigerung zu cttbc'ilcnxen Znichiag erfolgen dnrck.» das Vollstreckunqsgcricht. Die Entscheidungen können ohne vorgängige mündliche Verhandlung erfolgen. Gegen dieselben findet nur so- fortige Beschirerde statt. Wird gegen die Ertbeilung des Zu- schlags rechtzeitig Vescbwcrde cingeleai, so dürfen Eintragungen im Grund- oder HPpoibckenbuche auf Grund des Zuschlags erst nach Erledigung der Bescbrverbe erfolgen, .
Hierzu beantragte Abg. 131". Beim:
.Das Haus “cer Abgeordneten wolle beschließen:
Den Schluß des §. 9 dahin zu fassen:
Wird gegen die Cribeilung kek- Zufchlages rechtzeitig Be- ichtverde einsxelest, so dürfen vor Erledigung der Beschwerde Ein- tragungen im (Grund- oder Hypothekenbuäxe auf Grund des Zu- schlages nur nach Maßgabe des §. 658 der deutschen Civil-Proz ß- ordnung erfolgen.“
Der Antrakzsieiler vert eidigte seinen Antrag, welchen auch derZRegierungs ommiffar, - ei). Ober-Iustiz-Rath Kurlbaum 11., empfahl, während dEr Berichterstatter der Kommission,.Abg. Fiebiger, für die Vorschläge der leßteren eintrat. Hierauf wurde der Antrag des Abg. 01", Petri angenommen.
§ 12a der Kommissionsbesckzlüffe lautet:
„Im Verfahren der Zwangßversteigerung kann der Versteige- rungstermin :*ab dem Ermessen des Gerickxis an der Gerichtbsielle oder an einem anderen Ort des Gerichtsbezirks anberaumt werdcn.“
Die Abgeordneten Dr. von Cum), Plath, Schröter (Bar= nim) beantragten hierzu, folgenden §. 121) anzunehmen:
„Jm Geltungsbereich der Subbastationsordnuna vom 15. März 1869 ist die nach §. "22 derselben eiforderliche Sicherheit mit dem zehnten Theile des jsde9maligen Gcbots zu leisten."
Der Referent Abg. iebiger bemsrkte, daß die Kommission war sich gegen diesen ntrag ablehnend ver alten habe, weil Jie an der altcn Subhastations:Ordnung ni t-Z ändern wolle, überhaupt diese leßtere Frage noch nicht reif fei. Aber die Uebelstände, die sich aus den arbiträren Ermessen des Richters bei Normirung der Kautionsbeträge ergäben, machten eine vorläufiJe Re elung dieser Sachen fast zur Nothwendig: keit und ste te ednet dem Hause anheim, den Antrag von Cun anzunehmen,
Der egierungskommiffar bat um Ablehnung des Antraxöes. Die widerstreitenden Interessen seien so fomplizirter Natur, alf; eine Bestimmung, wie die vorgeschlagene, eine Reihe von Uebe : ständen nur abstellen würde, um eme andere Reihe neuer herbeizuführen. Die angestrebte Sicherung werde schon da: durch sehr unwahrscheinlich gemacht, daß die Hypothekengläu- biger das ganz exzeptioneUe Vorrecht hätten, ihre Bietungß- kaution mit ihren Hypothekendokumenten zu bestellen.
die Entlastung der Gerichte von den sich erfahrungsmäßig im
. Der Abg. Dr. Horwiß richtete an die Regierung die drin:
gende Bitte, ihr V rsprechen bezüglich ber V_orle "ung einxr allgemeinen Subhaßationsordnung baldigst emzu ofen. Die Uebelftändc der gegenwärtigen Lage seien . zu bedßutend, mie Redner aus seiner amtlichen Thätigkeit beim Berliner Ste_xdt- eä'icht versicherte, als daß man nicht praktisch durchgreifen o te.
Der Abg. Schröder (Lippstadt) schloß sich den AUM?- rungen des Regierungskommiffars an und bat um die A lehnuug des Antrages von Cuny. _ ,
Hierauf wurde derselbe bei der Abstimmung mit großer
Majorität abgelehnt, der Rest des Gesetzes aber 611 bloc nach den Kommissionsbesckzliiffen genehmigt. Außerdem nahm bas Haus auch die von der Kommission vorgeschlagene Resolution an, welche die Vorlegung einer allgememen Neuordnitn?_des SubhÉistationswesens, wo möglich in der nächsten Se sion, be me t. , z Der letzte Gegenstand der Tageßordnu'ng war die zweite Berathung des Entwurfs, betreffend die Zwangßvoll- streckung gegen Benefizialerben und das Aufgebot der Nachlaßgläubiger. Der, Entwurf wurde ebenfalls 61] 13100 angenommen, worauf sich das Haus um 41/4 Uhr vertagte.
_ YU der heuti en (ZZ.) Sißung'des Hauses der Abgeor neten, wel er der Vize:Prasident des; _Staaizs- Ministeriums Graf zu Stolbarg-Wernigerode, der Minister fiir Handel 2c. Maybach und mehrere Regierungskbmnnffarien bin: wohnten, theilte der Präsident nut€ daß voin Justiz- Minister ein Jurisdiktionsvertrag mit dem Furftcnthum Lippe eingegangen sei. In einer Bemerkung vor der Tagesordnung nahm sodann der Abg. von_ 51116er (21an- walde) den neulich gegen den Oberbebrer 1)r.'Mu[lcr m Lipp- stadt gebrauchten AuSdruck „ *rechheit“ ais m dbr Erregung gefallen zurück. Der Abg. öwe (Berlin) rßfexirte sodann“ Namens der Petitionskormnission über die Petition des Ma- gistrats und der Stadtverordnßtenversammlyng zn S Uhl wegen Hcrsieliung einer Eisenbahnverbindung ni1t__bem dortigen Orte und befürwortete den Antrag der Komnnsnon: , ' „um Erwirkung einer Vorlaze Wegen Herstellung einer Eisen- babxwerbindung mit Subl bezw. Gewährung der zum Ba): ber projektirten Sekundärbabn Subl-Grimmentbal in Auksrcbt gx1tellten Staatssubvention von 600 050 „M “ „ '
Dcr HandelS-Minister Maybach, erklarte in) Anschluß an die längere technische Ausführung semes Kommffsxirs, daß er für das in der Petition beregte Unternehmen „016 lebhaftxste Sympathie habe und bedauere, daß er heute niit leexxxi Hai): den vor dem Hause erscheinen _müffe. Sowobi technnche Wie finanzieile Schwierigkeiten senen Ursache hiervon. Man brauche aber nicht bis zum Bau dex großen durchgxbendezr Linic zu wartc-n, sondern es könne im Voraus die fur die Stadt Suhl so nötl)ige Eisenbahii io gebaui werden„ daß sie später einen Theil der großen Luzie zu bilden. geeignet_se1.. Er onc für seinen Theil möglichst zur Beseitigung dieser Klagen beitragen. .
Die Abgg. 1)r. Lucins (Erfurt) mid, Bergex (Witten) nahmen die Erklärung des Handel&Mimstch fur die be- treffenden Landestheile dankend an, Wiesen. aber daraizf hm„ daß das Projekt von den drei AmtSvorgängern des ]eßigen Ministers dilatorisch behandelt sei und, baß ais Hauptmittei hierzu daS Projekt der durchgehenden Lime gedient habe. Der Antrag der Kommission wurde angenommen.
Es folgte die Berathung dcsAntrages des Abg. Frhr. von Heereman in 23er auf den dem BundeSrathe vqr e- legtcn (Heseßentwurf, betre end die Strafgewalt des Re: eZ- tages über seine Mitglieder. Derselbe lautet:
„Das Haus der Abzeordneten wvil: beschließen:
Die Königliche Staatsregicrung aufzufordern, die Bevollmächtigten Preußens zum Bundcßrqibe des Dcutschen inches dahin zu instruiren, daß sie dem däm Bundesrathe vorge- legten Gesewntivurf vom 31. Dezember 1878, _ ' „betrefkend die Strafgewalt des Reichstages über seine Mit-
gliedér,“
i re u iimmun nicbt erjheilen.“ '
h DZJLT heilteng dis Abg. Or. Lasker, ])r. Miquel, ])r. Himel und ])1'. Virchow einen Antrag gestellt. Beim Schlusse des Blattes hatte der Abg. Frhr. von Heereman das Wort zur Begründung seines Anlrages.
_ Der Pariser Weltpostvertrag ist neuerlxch aux!) Seitsns der Regierungen von Chili, Honduras und'LiberiMa unterzeichnet worden; dieselben werden vom ]. Nprlb'd. ;;. ab dem Weltpostverein angehören. Von deri Landern Amerikas sind mithin von dem gedachten Zeitpunkte ab folgende zum Verein gehörig: Vereinigte Staaten. „Canada, Neu-Fundiaub, Grönland, Mexico, Salvadqr/ Britisch Hon- duras, Republik Honduras, Guyana, Brasiliei), Argentina, Chili, Peru; außerdem die britischen, fxaiizbsischcn,'mxber- ländischen, spanischen und dänischen Kolonien in Westindien. '
_ Auf die dem Minister des Innern von einem Re- gierungE-Präsidenten unterbreitets Frage, ob Bxdenksn _da- gegen obwalten, daß den Amtsverbänben des'bortigen Bezirks allgemein empfohlen werde, Amtssxkxetare anzustellen, welche mit ihrer Bestätigung und Vereidigung den, Charakter öffentlicher Beamten erhalten wiirden, hat dei; Minister eine Aeußerung der Regierungs-Prändien im Bereiche der 'Kxeis- ordnung vom 13. Dezember 1872 erfordert. Dic diesfalligen Berichte stimmen sämmtlich in der Auffcxffung iiberein, daß'zu einer derartigen Maßregel, abgesehen von_einxr verichwm- dend eringsn Zahl von AuMahmefälXen, sich em praktisches Bedür niß nirgends herausgesteUt labe, die Ansteliung solcher Amtssekretäre zu einer beträchtliäZen Vermehrung der 21th- unkosten führen würde und die Gefahr in sich ber e, daß in den Amtsvorstehern das Gefühl der persöniichexi eratztwort- lichkeit für die Führung des Amtes und hiermit zugleich das Interesse für ie Gestaltung der Verhältnisse des _ Amts- verbandeß abgeschwächt werden, auch vielfach, der Abs1chtchs Gesetzes zuwider, an die Stelle der persönlichen und unm1tte1- baren Verwaltung des A1:;tes durch den Amtsworstcher die Thätigkeit niederer Bureaubeamten treten würde. Der Minister hat nach einem Circularerlaß vom 14. November v.J. die dargelegten Bedenken für begründet, und andererseits fiir nothwendig erachtet, an dem Grundsaße festzuhalten, daß die Zahl der mit der Qualität öffentlicher Begmten ausgestaxteten
ersonen auf das Maß des Nothmendigsten zu beschranken. sei. Deshalb sei von einer Anordnung, wongch ben Amts- verbänden die Ansteliung von Amtssekretaren aUgemein empfohlen wird, gänzlich Abstqnd 1: nehmen. 'Wo der Um- fang oder besondere Verhältnisse es Amtsbezirkes eine der- artige Maßnahme unerläßlich machen sollten, werde zur Ver-
- -
hütung etwaiger Mißbräuche 2!treng daxauf zu halten sein, daß sich die Thätigkeit der mtssekretäre auf den Bureau:
und Registraturdienst beschränke und von denselben nicht Funktionen von materieller Bedeutung, ebensowenig sonstige Amtsßandlungen außgeübt werden, die ledi lich dem Amts- vorste er bezw. seinem Stellvxrtreter persönliZ) zustehen. Zu solchen, _den Amtsfekretären nicht zu überweisenden Geschäften gehöre jedenfalls auch das Unterzeichnen von Verfügungen und Berichten.
_ Der Bevollmächtigte zum Bundesrath, Großherzoglich oldenburgische Staatsrath Selkmann ist hier eingetroffen.
_ Die Archiv HülfSarbeiter 1)r. Wagner bei dem Staatsarchive 11) Königsberg i,/Pr. und Dr. Kohlmann bei dem StaatSarchive in Schlesvig sind zu Archiv-Assistenten er: nannt worden.
_ Brieflichen Nachrichten zufolge verließ S. M. Glatt- decks-Korvette „Ariadne“, 8 Geschüßs, Kommandant Kor: vetten=Kapitän von Werner, die Samoa=Jnseln am 20. Ok: tober pr., hielt sich vom 24. bis 29. des. Mts. auf den Tonga- Znseln auf und traf am 2. November in Leonka auf den
idji-Jnseln ein.
S. M. Panzer-Korvette „Hansa“, 8 Geschüße, Kom- mandant Korostten-Kapitän HeuSner, ist am 3. Januar cr. in St. Thomas eingetroffen.
Von S. M. gedeckten Korvette „Bismarck“, 16 Ge- schütze, Kommandant Korvetten-Kapitän Deinhard, sind Nach- richten (1. (1. Montevideo, den 22. Januar cr. eingetroffen.
„Bayern. München, 21. Januar. (Al]g.Ztg.) In der Yßeutigen Sißung der Abgeordnetenkammer referirte ? rankcnburger über den Geseßentwurf, betreffend die Zwangs- vollstreckung in unbeweglichen Vermögen wegen Geldfordc- rung,_und erläuterte die bedeutenderen, von den Ausschüssen be- schlossenen Abänderungezi. Nach kurzer allgemeiner Debatte wurde der Gcseßentwurs mit 145 gegen 1 Stimme (Schelö) abgenommen. Ur. Mayer berichtete sodann über den Entwurf eines Ausführungsgeseßes zur ReichS-Civilprozeß- ordnung. Das Géséß wurde bis Art. 218 ohne Debatte angenommen und darauf die Berathung bis morgen vertagt.
_ 22. Januar. (W. T. B.) Der Landtag hat heute dqs AquührungSgeseH zu dem ReichcdeseHe iiber die Konkuxßordnung zu Ende beratben und mit 134 gegen 10 Stimmen nach den Ausschußanträgen genehmigt.
Saxhsen. Dresden, 23. Januar. (W. T. V.) Se.Ka1serliche "Hoheit der Kronprinz Erzherzog Rndolf von Oesterreich ist heute früh um 91/4 Uhr hier: selbst von Prag eingetroffen und am Bahnhofs von Sr. questät dem Könige und Sr. Königlichen Hoheit dem Prmzen Georg empfangen worden.
Zu ,seiner Begrüßung waren daselbst anwesend der österreichische Gesandte mit dem Personal der Gesandtschaft, der Attachzz der Kaiserlichen Botschaft in Berlin und der dbrttge bjterreichische Militärbevollmächtige Fürst Alois von Lichtenstxm, sowie dsr Kriegs-Minister von Fabrice mit der Generalitc'it und den Stabsoffizieren.
Vor dem Bahnhofs war eine Ehrenmacbe aufgestcllt, deren Front, der König mit dem Kronprinzen abschritt, worauf der Vbrbeiniarsck) „erfolgte. Der König Albert trug die Uniform semes_ österreichischen Dragoner-Regiments, der Kronprinz Rudolf die Uniform seines österrsichischen Régiments mit dem großeneBande des Ordens der sächsischen Rautenkrone.
Die Abfahrt nach dem KöniglichenSchloffe erfolgte unter den Hochrufen der vor dem Bahnhofs zahlreich versammelten Bevölkerung.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 22.Ja11uar. (W.T.B.) Das Abgeordnetenhaus hat nach kurzer Debatte den Han: deleertrag mit Italien angenommen. Der volkswirth- schaftliche Ausschuß de_s Abgeordnekenhauses genehmigte den ansdelsvertrag mit Frankreich, nachdem der Handels- Mimster eine beschleunigte Berathung anempfohlen hatte.
. _ „DW „Polit. Korresp.“ meldßt: Morgen treffen in Wien die Vertreter der ungarischen Regierung ein zu den gestern angekündigten Besprechungen über die Maßnahmen, weiche gegen. die Pest in Rußland zu ergreifen find. Disxierste gemeinsame Besprechung findet am 24. d. unter dem Vornße des Mmister-Präsidcnten statt. _ Weiter meldet dasselbe Blatt. aus Konstantinopel von heute: Dis gestrige Konferenz zrmschen den russischsn und türkischen Bevollmäch- tlg1611 _füjhrte anscheinend noch nicht zur Unterzeichnung des definitivexiFriedenHvertrages. _ Dieaqunordnung des Großveziers eingeseßte Kommission zur Vorberathung der Reform dss, Steusrwcsens und der Verwaltung der ZoÜemnahmsn Wird unverzüglich ihre Vorschläge einreichen. _ Dem Vernehmen nach wird der Finanz-Minister Zuhdi Bey seine Demission nehmen und durch den egyptiscben Prinzen Halim Pascha erseßt werben. _ Der bomnächst bier errpqxtete tunesische Gesandte soll mit einer besonderen Misjion des Bey von Tunis an die Pforte betraut sein. _ Axis Belgrad von heute: Die Skupschtina hat die Ver- langerung dcs Moratoriums für die von dem Kriege des Jahres 1876 in den Grenzdistrikten Betroffenen bis zum Oktober 1879 genehmigt. Der ehemalige Kriegs-Minister Yberst Sava Gruic ist zum serbischen Gesandten in St. Peiersburg ernannt worden. _ Aus Kattaro: Die in Scntari weilenden türkischen Kommissare für die Reguli- rung der montenegrinischen Grenze haben sich mit dem Generalgouverneur von Albanien in Verbindung geseßt.
Pest, 22. Januar. (W. T. B.) In dem Finanz- ausschusse des Abgeordnetenhauses kam [)eute das V'udg et zur Beratbung. Der Finanz-Minister thei te hierbei 1111t, daßer den Bericht über die schwebende Schuld und über die Abroickelimg der Rente, sowie den (Heseßentmurf über die neueste Anleihe dem Abgeordnetenhause am nächsten Freitag sdex Sopnabend yorlegen werde. Zugleich gab der Minister bereits die Hauptziffernbes Berichtes bekannt. Danach war die, Regierung ermächtigt, 260 Millionen Gulden Rente zu ennltircn. Hiervon waren 28 Millionen zur Einlösung von Schaßbonds zweiter Emission zu verwenden. Von den übrigen 232 Millionen wurden bis Ende 1878 211 Millionen ver- kauft und stehen somit noch 21 Miliionen dem Staatsschaße zur Beifügung. Die schwebende Schuld beträgt 4 MilXionen unb einige hunderttausend Gulden in (Hold. Uneingelöst bietben noch. 182 000 Pfd. Skerling Scha bondS, welche zur Einlösuyg nicht präsentirt wurden. Der taat erleidet hier: du_rch keinen Schaden, da die Verzinsung dieser Summe ein- gestellt worden ist,
_ Niederlande. Luxemburg, 22.Januar. W.T.B.) DLL Leiche des verewigten PrinzenHeinri ist heute
Nachmittag 2 Uhr_ hier eingetroffet). Dieselbe bleibt bis zum nachsten Freitag hier. Ihre Königliche Hoheit die Prinzes s in begiebt Sich morgen mitJhremVater, Sr. Köaiglstben Hoheit dem Prinzen Friedrich Carl von Preußen, nach dem Haag.
Großbritaxmien und Irland. London, 22. Januar. (W. T. B.) Ber der heute in Nord-Norfolk stattgehabten thl eine's Unterhauswitgliedes wurde der konser- VUtW? Kandidat, Birkbeck mit 2742 Stimmen gewählt. Der Kandidat der Liberalen, Buxton, erhielt 2252 Stimmen.
, Kalk_utta,23.Januar. (W.T.B.) GeneralViddulph befindet sich_ auf _dem Vormarfche gegen Girishk, General Stewaxt 1th seine RekognocZzirungen in der Richtung auf Khelattghilzai fort.
Frankreich. Paris, 22. Jannar. (W. T. V.) Nach den dem Mamne-Ministerium aus Neukaledonien zu €: gangenen, „gestern 'in Sidney telegraphisch aufgegebenen güiiZi- gen Nachrichten ist es 'der mobilen französischen Kolonne gelungen, die Axifständischen an dsr steilen Felsenküste bei dem Cap Goulvam zusammenzudrängen und sich der von den: selbexi beseßten Stellung nach einem lebhaften Gefecht zu be: machtigen, Die Franzosen hatéen nur 2 Todte.
Spanien, Madrid, 22. Januar. (W. T. V.) Die vori der „Italie? gebrachten und von anderen auswärtigen Blatier'n verbreiteten Nachrichten über Konflikte zwischen Off1z18r211 der Kavallerie und Artillerie der spanischen L_lrmee, sonne iibex 6111911 stattgehabten Fal] der Jnsubordina- tun; werden regierungsfeitig für unbegründet erklärt. Seit derThronbcsteigung des Königs hätten alle Truppen des spaxnschsn Heeres durch ihre Subordination und Manns: zucht _dte, Achtyng, welche sie ihrem obersten Kriegsherrn sch111d1g smd, niemals aus den Augen gsseßt.
Italien. R9111,22.Jamiar. (W. T. V.) Bei der hxitte 1m_ Sengte Fortgeseßtcn Berathung der Interpella- UZ)" Vitellx]chi's Über die auswärtige Politik er: kiarte der MiqisterWräsident Depretis, daß die Re- gierung dem italienischen Gesandten in Konstantinopel em: pfehlßn werde, daS Organisationswerk für Ostrumelien niöglxchft' zu beschlczunigen. Was die Anerksnnung der Unab- hgngigkett Serbiens und Rumäniens anlange, so sti dixfelbe abhciygig von der Annahme des Prinzips der reli: gioseii Freiheit in beiden Staaten. Jn Ubbereinstinimung mit den iibrigen Mächten werde die Regierung bestrebt sein, die Interessen_ der Gläubiger der Türkei zu wahren. Zn Bezug qui Tunis sei er, der Minister-Präsident, der Ansi t, daß'es 1111 Jntbressc ?taliens liege, daß in Riicksicht auf die dbrtige Regentschaft, eine radikale Aenderung eintrete. Be- zuglich' der egyptischen Frage könne fick) die Regierung nur mxt Reserpe aussprechen, weil die botreffenden Verhand- lungen. noch 111 der Schwebe seien. Die Regierung werde iiber die loyale Ausfiihrung aller Bestimmungen des Bbrliner Vertrages wackxbii. Nach der Erklärung des» Mi:1ister-Präsi= denten schloß iich der Jnterpellant der vom Montezemolo beantxagten Tagssordnung, welche der Minister-Vräsident acceptirt hatte, an. DiLselbe wurde sodann von dem Hause angenommen.
Türkei. Konstantinopel, 22. Januar. (W. T. B.) Savfet Pascha ist nach Paris abgereist und Aarifi Pusch vbn dort hier eingetroffen. _ Das Gerücht von Pest- f i_ilchn am BosPoruS und in Salonichi erweist sich als ganzlich unbegründet. Die Pforte hat beschlossen, Vor- sichtSMaßregeln gegen die Pest zu ergreifen.
Amerika. New:York, 22. Januar. (W. T. V.) In Nordkarolina ist der Demokrat Vance, in Florida der Demokrat Call, in Konnektikut dEr Republikaner Platt imb in Pen n sylvanien der Republikaner Cameron zn Mitgliedern des Senats für die Union gewählt worden.
Nr. 5 des „Amtsblatts der Deutschen Reichs- Posb- und Telegravbcnverwaltung“ hat folgenden anali: Verfugungen: born 17. Januar 1879. Wiederherstellung der Sxepost- verbindunq mit Dänemark.
_ Nr.1des „Archivs für Post und Telegravbie“. Bei- heft zum Amtsbiatt der Deutschen Reichs-Post- und Telegrapben- verwaltung, enibalt: Aktenstücke und Aufiäxze: Die italienischen Posisparkaffen im Jahre 1877. _ Die Zeiiballeinrichtnng in New- York. _ Das russische Telegrapbenwesen im Jahre 1876. _ Das chinesische PostMsen. _ Fortschritte der elektriskhen Beleuchtung. _ Die Vkrkehrswege Bxafiliens. _ Der See Marcotis und seine Trocken- 1egung. _ K_leine Mittheilungen: Zu der Feier der goldenen Hochzeit unseres Kai1erpaars. _ Vergleichende Uebersicht über den Post- päckereivcrkebr _ixäbrend der Weibnachtßzeit in den Jahrcn 1878 und 1877. _ Ermaßigung der französischen Einschreibgebübr. _ Gleich- zeitige Benußung der Leitungen zum Fernsprech- und Morsebctrieb. _ Literatur des Verkehrswesens: Neue Anschaffungen für die Bi- biiotbek dcs Kaiserlichen General-Telegrapbenamts. _ K. E. Zeßsche, Handbuch der elektrischen Telegrabhic. _ Zeitschriftenübcrschau.
_ Nc. 1 des „ Axm-Ie-Verordnungs-Blaii“, héraus- gegeben vom Kriegs-Minitterium, hat folgenden Inhalt: Dislokation dex 2. EScadron Dragoner-Regiments Prinz Albrecht von Preußen eLittbauischen) Nr. 1. _ Verleihung 2c. der DienstauSzeichmmg an Unteroffyiere und Soldaten, welcbe aus Königlich bayerisckoon, König- lich säcb ischen und Königlich württembergischen in preußische Truppen- theile ü ertreten. _ Verausxzabung von Utensilien, Materialien- und Naturalienverlusten bis zum Werthbetraqe von 50 „76, _ Die Rapportfübrung und Berichterstattung über die Dienstpferde durch die Roßärzte der Armee. _ Entschädigung beim Abgange von Chargenpferden durch Tod. _ Ermittelung der Entfernung nacb bezw. von dem Babnbofe behufs Gewährung besonderer Reisekostsn. _ Eröffnun der Eisenbahn Saaraemünd-Zweibrücken. _ Berichti-
uug der ors'chrift für die Instandhaltung der Waffen bei den
rappen. Berija 1878. _ Festseßung des Preises des Gewehr- pulvers. _ Reinigung der Schußwaffen 111/71. _ Eröffnun der Eiscnbabn Heid:_Jßehoe und der Eisenbahn Weddinghusen-VÉeffel- buren. _ Nachfrage 2c. zu den Feldgerätbs-Etats. _ Recherche nach dem Verbleib des in das deutsche HLA und zwar angeblich in ein Ulanen -Re iment eingesieüten österreichischen Unterthanen Carl Alexander erner. _ Wohltbätigkeit. _ Vorräthighaltung von Formularen.
_ Nr. 3 des „Justiz - Ministerial - Blatts“ hat fol- genden Inhalt: Erkenntniß des Königlichen Ober-Tribunals vom 30. Oktober 1878, betreffend die Auslegung der Vorschriften über die Befreiung amtlicher und notarieller Atteste, Welche zu stempel- freien Verhandlungen erfordert werden.
_ Nr. 2 des Central-Béatts der Abgaben-, Ge- werbe- und „andelßgesetzgebizng und Verwaltung in den Königlich Preu ischen Staaten enthalt: Anzeige der in der Gefes- Sammlung erschienenen Geseße und Verordnungen. _ Allgemeine Verwaltungßaeg nstände: Eichamtlicbe Prüfung der im Gebrauche befindlichen Waagen und (Gewichte. _ Behandlung yon Jmmediat- eingaben und Beschwerdeschristen, welche verletzende Aeußerungen ent-
halten. _ Veränderungen in dem Stande und in den Befugnissen der ZoÜ- und SteuersteÜen. _ Indirekte Steuern: Tarifirung s. g.
Patentwaggnacbsm. _ Tarifirunq von eisernen Schrauben in Ver- bindung mttMuttern von Messing. _ Erkenntniß. Branntwein- sieuer. _ FeitfeyYng der Defraudationsstrafe gegen den Anstifter eine: Branntweinyteuec-Kontravention und Defraudation. _ Aus- fuhrqngßvorscbrtften zum Spielkartenstempelgesey. _ Personal- nachrichten.
Statiftisthe Nachrichten.
' Die englisch ' TageSpresse. Dem „Printers Re-
gister“: zufolge erscheinen im V3reinigtcn Köx-igreich von Grof;- brttanntcn und Irland gegenwärtig 143 täglicszeiiungen gegen 151 im vorhergehenden Jahre. Von dieser Gesammtzabl werden 18 in London, 85 in „den Pxovinxn, ? 1.1 Wales, 21 in SÖoTiland, 16 in Irland und_1 m Jerjey kcröffentlicbt. 87 sind Moraenbläktkr und 65 Abenbblatier: 70 w:rb n zum Preise von einem Penny, 63 zu einem halben Penny und die übrigkn (10) zu Preisen von ck (1. bis 3 (L_. veröffentlicht. Ihrer Tendenz nacb smd 54 liberal, 37 konser- vativ und 42 u:)abhangig oder neutral. . _ Zn Brtttsch-deien wurden, der „Allg. Corr.“ zufolge, tm ngre 1877 durch wilde Tbiere und giftige Schlangen 19 695 Persoxien getödtei,qegen19273 in 1876. In derselben Wklse kamen im gedachten Jahre 53197 Stück Viel) um, gegen 54 830 m 1876.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Yon deni Werke: „DieS'trafprogeßorbnung für das Deutiche Reick) nebst dem Gsrtciytsverfamungsqesey un? den das Strafverfahren betreffenden Bkstimmungen der übrigen Reichsgeskße, mit Kommentar von E. Löwe, vaxliaGca-Ratb“, ist im Verlags von J. Guttentag „(D. Collty) bi_er1elbkt 111111ka die siebsnie (SchlUß-) Lieferung erschienen. Dieserjeßt abge|chloi1en vorliegende Kommsniar, bildxt cm ii'extbvolxks Hülfsmittkl für den Praktikkr, der das neue deutjcbe S_trasprozeßreckyt anzuwsndcn berufen ist. Das Vebüxfniß na'ch derartigen H11_[f§n11ttelk1 ist kaum in Abrede zu stellen und gecube ber, dkk Strafprozeßorbnung dürftx fich baiselbs, irsnigftsn§ in Nr Skiken YetinabtbremJnYrafitreten,in bewndererWeise gelteiibmacbeii. Weiber „(1191ng1117 dcr gexeßlichen Vorschiffxn hat sich dsr Vsrfaffer bsmübt, fick) lebigltch_auf ker) Standpunkt de; Geiexes selbst zu steilen. Demzufolge Ui auck) die Kritik, wo fish der VL! asser za ciner solchen vexanlaßt geschbn hat, von der Anßlegung selbst gesondert ILHÜÜM. Die gese'tzgcberticben Matcrialien sind sorgfältig benutzt imb, wo es erfordexltcb vöcr zweckmäßig Erschien, wörtlib miigetbeiit. In B2- treff des analics des Buches und “cer Ein1b3i1ung ist zu bemerken, d'aß daffelbx tn drei Abthxilungen die gesammten reicbsrc'cbi- 1tchen Bestimmungen über das Strafverfahren umfaßt. Die erste Abxbeilung enthält _ dx§ _ Gerich1§veriaisung§gesey Ukbsf bern Einfuhrungkgesey. Die1c GeWe sind voilstcindig abgedrncki, jedoch nur als 'Tbxtle der. Strafprbzcßordnung bebanbsli und also nur ixisowi'tt rrläuteri, als ihre Böstimmungen eine Bchuiunzz fur bas Strafverfahren haben. Die iweite Zibtbeilxmg enihalt dre Strafprozeß-Ordnung nebst dem Einfijbrnngchsey. Die dittte umfaßt_die in den übrigen Reikhßgescßen sick) vorsmdsnben Be- stimmqugen 1trasprozeßrechtlichen Inhalts, so Mit dicfelben iiicht 162011 in der exsten oder zweiten Abtheilung eingeschaltet worden Und. _ Dkk Kom:neniar dürfte den deutschen Juristen eine wiil- kommene Gabe sein.
' _ In dem 2. 112.8 3. Hefte 1386117. Bandes der von Ober- Ktrchax-Ratb ])-*. Mühlhäußer und Professor Dr. Geffckcn herausgegebcnen „Zeitxragsn des christlichen VolkslebeUS“, welch: im Verlage von Gebr. Henninger zu Heilbronn erscheinen, be- handelt F. Heinrich Geficken „die Reform der Reich§- steizern." Dexi Inhalt dsr kleinen Schrift bilden folgende 6 Ab- schnitte: d'e Ziele der Rcform; Vkrkebrsabgaben; ZbUeZ die Be- steuerung dss Tabaks; die Besteuerung des Zuckers; Getrankesieuer und zwar: Viersener, Branntweinsteuer, Weinsteuer.
_ „Schlesiens Vorzeitin Bildund Schrift“ oder 17.1: 40. ertcbt des unter dem Protektoraie Ihrer Kaiserlichen nnd Königlichen Hoheit dsr Kronprinzessin stehenden Vereins für das Museum schlesischer Alterthiimer ist z_u Anfang dieses Monats ausgegeben worden und enthält zunäch1t einen größeren Aufsqß Von Dr. H. Luchs: eine Sammlung schlesifcher In- icbrifien vom 13. bis 16. Jahrhundert. Diese Sammlung, welche inhaltlich nur nebenher von Interesse ist, soll „eine Art Lesefibel für die spätmittelalterliche Lapidqrsckpreibweise der Provinz Schlesien bieten, wie sie so bequem noch nicbt vorlag“, und dieser Zweck wird bei der sorgfgliigen Reproduktion der Inschriften, verbunden mit einem ireffitchen epigraphisch-historischen und interpretirenden Texte in vor- züglickoer Weise erreicht. Eine sehr dankenbweckbe Zugabe bildet eine Tafel mit 57 inscbriftlichen JabreSzablen, von 1330 bis 1582 reichend, die nicht minder instruktiv ist. Fiir die gewiß nicht geringe,_Mübe, welche die Sammlun-ngnd sorgfältige K'opirung dieser Inschriftproben gekostet hat, ist der erein dem Verfasser obne Zweifel Vielen Dank schuldig. Die Abhandlung ist übrigens am _17. De- zember v. J. ber „ScblefisckyenGeseUscbast fiir vatarläcxdischeKuliur“ zn tbrem 75jabrigen Jubiläum Überreicbt ivorden. _ Am Sibluß der Nummer wird mitgetheilt, daß die längst geplanie und nament- lich auf Anreguxig des Geb. Raths Prof. [)1". (Höppert ausgearbeitete „Vorgeschicht1iche Karte von Schlesien“ nunmshr, seit dem Herbst 1878, in Bunidruck hergestellt, vorliegt, Die Anfskbrift lautet: „Vorgejchichtlicbe Karte von Schlesien. Nach älteren und neuean Forschungxn (eines C. Schivxnkfe'ld „)'-m., Nic Henelius ab Hennefeld, L. D, Herrmann, _C. und J. Volkmann, I. CH. Kund- mann, Fr. Krause, J. G. Büjcbing, R. Drescher u A.), imébesondere nach den Akten des unterzeichneten Vereines und im Auftrage desselben bearbeitet von J. Zimmermann, Lehrer in Striegau, ber- ausgcgeben von dem ereine für das Museum sch1es11chec Alter- tbümer. Abgeschlossen im Dezember 1877. Breslau 1878, bei G. W.,Kornk Es ist dies die erste größerc', im Druck vorliegende Karte ihrer Art in Deuschland, und, unter Zugrundelegung der ausgezeichneten Schneiderschen Karte von Sfblkfikn, auf ihr sämmtliche, je bekannt geWordenen vorgescbicbtlichen Fundstellen und Funbe in achtfachem Buntdruck in sorgfältigster, wobl erwogencr Weiie eingetragen wbrden.
_ Auf die 5. Lieferung des Prach1werks „Italien, eine Wan- derung von den Alpen bis zum Aetna' (Stuxtgari, F Engelbbrn)
zweite Abflage, ,ist schnell die 6. Lieferung gefolgt. In derselben schließt die Schilderung von Venedig (von Karl Stieler), dessen Markusplatz auf einem Tondruckblait von Rudolf Schick der Liefe- rung beigefügt isi. Auch die Mehrzahl der Textiilastrationen ist venetian1schen„Mottven entnommen. U; Rotta hat eine Bettleifamilie auf den Kanalen gezeichnet, Herm. Kaulbacb den Ghetto, Gustav Schönleber eine Straße der Stadt eine Fischerbaxke, Ansichten au"s den La unen und von der Insel(Hiudecca, Ferd. Keller eine Wasscr- tragerin. n deIelben Lieferung beginnt die Schilderung von Triest (ebenfalls von arl Stieler), welches in einem Tondruckbilde von Bb. Fiedler dargesteÜt ist, der auch zu den TertiÜujtrationen die Grotte von San Servoio"und das Winkelmann-Denkmal gezeichnet hat. Neben, denjcnigen Kunstlern, Welche die genialen Zeichnunßen Zu den" Texttllustrationen entworfen, ist auch des Hrn. dolf C oß nnZRUUcbcn, welcher diese Bildcr in Holz schneidet, rühmlichst zu er- wa nen.
_ K. F. Köhlers Antiquarium in Leipzig hat kürz_licb ihren Katalog Nr. 308 veröffentlicht. Derselbe enthält ein reichhaltiges Verzeichnis; wichtig r und zum Theil seltener Schriften zur deutschen Geschichte (Staaten-, Kirchen-, “ccbtsz und Kultur- geschichte) und zwar unter folgenden Rubriken: Historisch: Zeitschrif- ten, Diplomatik 2c.; deutsche Geschichte im Mittelalter, da516.Jabc- hundert, das 17. Jahrhundert, das 18. Jahrhundert, das 19. Jahr- bundert bis zum Jahre 1848, die Jahre 1848-1878 in politischer, kirchlicher und sozialer Beziehung. Auf diese Schriften über
deutsche Gesciicbte überhxupt während verschiedener Zeit-