1879 / 61 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 12 Mar 1879 18:00:01 GMT) scan diff

me ern als Lehrerinnen iungiren, Und daß in Lsothrin en TZchSef1kninarien zur Heranbildung derselben mrt Erstag wir en. Im Ganzen könne cr sagen, daß der Lehrerstandm den Reichs- landen mit Liebe und stets wachsendem Erfol-ze an seinen schwierigen Aufgaben arbeite; Was nun den höheren Unter: richt anlange - von den Umverfitaten scho, er (»,-_ so kenne er das Meßcr Lyceum ganz genau, und er müne sagen, daß sich diese AUstKU mit den besten hoherkn in ganz Teutschland meffen könne. Die Nbgg. Wrnterer und Gucrbcr hätten durch ivre maßioikn Uebertreibunch der; eigenen Sache einen sehr schlechten Dienst geleistet, wxil durch solche Uebertrerbungen der Entickxluß, die Sclbsircgrerxmg des Landes weiter _9uszu: dehnsn, rmrurgemäß immer '.nohr verzögert werdcn mi'r11e.

Tie Tiskuiiion wurde 9011611011611. Nach einigen persön- lichen Bemsrkungcn dsr IWW. Winterer und Gxicrber waridte sich das Haus drr weitchBerathung drs Etats zu. Ziznachst wnrde folgender Antrag dxs Abg. von Bühl?!) (Ochrmgen) ziir Tedaite gssteilt:

Ter Reichstag woiis besckzlicüen: den Fürsten Reichskanzler zu criix-ÖM, kincn eurox-Ziicbkn Staatenkongrei; zum Zwecke der Herkciiiibrung Liner wirksamen aUgemcinrn Abrünung, Ztrra auf die dxrrcdiäpriiitlichz Hälfte der gegenwärtigen Friedsrisitarke “cer euror-ärs-„ben Hocke für Die Dauer von vorläufig 10 bis 15 Jahren zu veranlaiien. _

Dcr Mg. von Biibisr (Oehringegi) befürwortete 1einen Antrag. C3" sci kcin Humanitätsapostel, aher. alle Volks- wirthe, aUe dsnkexidc Menschen ssren dxrrm einig, daß, dre fortwährends Konkurrenz in der _ Steigerung der_ Militar- außgabexr in Europa dis. Völker __tioth_wendig zum Bankerott fiihren miiffo, * 1a thsxlwene 191100 gefuhrt habe. Es wiirden jährlich etwa 3000 Mriiwnen _dazu veransgabt, und auch der hochverehrie_ Zyeldmamchqll Graf Moltke habe wiederholt betont, daß d1€1€ Ausgabsn 111 der That eine schwere Last 1eien. Ter1elde habe ge1agt, daß man in Tcutfrhland einen bewaffneten Frieden noch 550_Jahre haben miiffe, aber auch, daß, wenn Dcutschland einig und gcriiftet, dann der Friedo 1iir_ Ertropa gesicherrsxr. Zinn, T€utich1andseieinig 11110 sti gerüxtet, 1a Teut1chland1ei m Bezug auf KrK-Ébéreitichast die stärk1ie_Nat10n 111 ganz Europa. 21er es 1 Te nicht wie bisher weitergehsn, und _das ser der Grund 1'91:_ Vorschlages. Das; mit ein1achaxn xdzplomgmchen Verhandlmnnés nicht geholfen werden könne,1ei sslbxtvcrsiandltch, abor WWU ore Sache ernsthaft in die Hand gxnommen wiirde, wenn der große Staatsmann, der T_e11t1ch1ands 'Ge1chicke lenke“, sie in die Hand nähme, darm mü11e es möglich „sem, daß etwas erreicht wiirde, darm müßten aus _emem Kongresse reife Vorschläge hervorgehen. Deut1ch1and 1011? ja nicht abrüsisn, (s 10119 njur mit einsm Friedensgntrage hervortrcten. Oesterreick), erschöpst, wie es sci, werds sich dem gern aniciziisszen. Rußiand nacb seinsn großen_ und 1chwere_n Kämpfen €b€11faÜÖ. Was Frankreich angehe, 1o sei das stri- 1ich ein schwieriger Punkt, aber auch dort wehe dieser Frie- denshauck), Und 101118 ja ein Staat die Abrüstungmcht xvoilen, nun, 10 müßte Texttschland géküstét bleiben, aber nicht _10, daß man 50 Jahre lang die Miiliarden weiter ausgehe, 1ondern daß man bald wisse, woran matr mit dem betreffenden Staate sei. Er wünsche, daß dEr Reichskanzler das Ideal erreichen möchte, die Vereinigimg der Völker in Frieden zn erreichen.

Ein Schlußantrag wurde abgelehnt.

Der Abg. SNMLMÜUU gab seiner Freude über den vor: lis enden Antrag Ausdruck, weil Lr untcr Anerkennung aller Schierigksitcn dsr Ausfiihrung drk Meinung sei, daß auch die Militärfrage arif intsrnationalcm Wege gsregslt werden könne. Wie schwicrig jedoch di? Ausfiihrutrg sci, gehe schon daraus thVOL', daß der Antragstellsr sich nicht darübsr ge- änfzsrt habe, wie sr sie sick) denks. WWU die Adriistung auf dis Hälite dcs Priifswstandcs, Z.. B. dadurck) erzielt werden 101116, dax“; die Rekrutirrmg dcs Koxitingents Um so viel ver- ringsrt wiirde, so wärs er der Leßte, dsr dies giitheißen würds, wcii darin eins Schwächung der Wéhrkrast der Armee iibsrharwt [ikgen wiirde. Mögiick) wäre eine Reduktion unter gleichzcitizier Heradsrßung des Präsenzstandcs und der Dienst- Zcxit. JU zwri Jahren laufe das Septennat ab; da jede Aen- dcrnng im Militärwesen auf erhebliche Schwierigkeiten stoße, so könne man nicht früh gering daran denken, wie sich das- selbegmcb dem Septsnnat gestalten 1002. Es sei gut, daß man1ich jeder Zeit :ergegrnwärtige, daß der Militäretat im fortwiihrrnden Steigen begriffen sei. Man möge sick) erinnern, wis 111.111 in Bayern für eine Herabseßung des Militäretats eintrete. Man habe 13 Lit Grund, im Reichstage, weichem noc!) Steuervorlaxxen von enormer Höhe in Aussicht ständen, die Frage zu diskutiren. Auf [?Ztsre dürfe man sich nicht eher einlassen, ehe man wisse, wie nach Ablauf des Septermats die Militär- verhältn-isse geregelt werden soilten. Die Hiilfe, welche die SchquöUe 1chaffexi_ ioiltcn, sei problsmatisch; Hiilfe sei mw; durch Herawsßung des Militäretats zu Erhoffen Das Haus habs zwar bei dcr Budgetberathung vom Ab» Nicksxt gehört, daß die Ausgaben fiir den deut: schsu Militäretat nicht 1'0 übermäßig hoch seißn, da Frank: reich 710, Rußland 600 und Deutschland 11111: 350 Millionen für Militär ;_md Floits ausgebs, abcr ihm scheine es nicht angszsigx zu Ein, ÖÜÖ'ÖLSR und die Flotte zusammenzuwerfen, denn in den arideron Ländern mit großsm Kolonialbesiß seien dafiir aUdere V2rh511niffe maßgebend. Wenn er die Ausgaben für die Mr_nee allein nehme, so finde er nach dem Handbuch von Ed. Weisser, das; in Frankreich die Ausgabe 461, in Deutschland 419, inOLsterreick) 208, in S'roßbritannisn 331 Miilio: xten betrage. Dazu komme, daß 10 große NatnraÜeistungen wie in Deutschland in Frankreich für das Heer absolut nichtverlangt wiirden, auch so bedsaxtende Seusrexemptionen dort nicht statt- fänden. Man werde ferner „uicht leugnen können, daß die deutscher: Grenzsn nach Wssten ]“er wesentlich verbessert seien; Deutschland habe einen ddppelten und drsifachen Festungs- giirtel, und dennoch denke man nicht an die Herabseßung des Militäretats. Die Verhältniffe i::t Wesien lächn gegenwärtig cincr friedlicheren Gestaltung „der Dinge jeden1aUs nicht un: günstiger als früher, als noch ein Militär an der Spiße des ngtcs Festandeit habe. Er sei der Ansicht, _daß durch eine venere Lorbildung der Jugend an der Dienstzeit gespart wsrdxn könnte, und da'ßbei kürzerer Diensizsit und kleinerem Préi1enzstande die Wehrkr'ait Und Schlagfertigkeit Deytschlcrnds YM) yerstärkt werden könn'té. Auch vei„_den PeYronssäßen mx die Offiziere könnten vielleicöt Ersparm1xe_gema “L werden. B12Ü91ckit empfehle es fich, eine Kommission emzuseßen, welche ?19 61N1chlägigen Verhältniss untcrsu'ßbk, UU? zwar Mk ZU- !ÜMWUthge mit der Frage dcr Steuékekhohung; ES 195911 w viele Exiquetcn eingeleitet, leit: man also* Mich“ einmal LM? Enqul-Zte cm, welche Praktische: Zwecke verfolge.

„rer Aba. )).. Hänes bemerkte, die Kommiffiml, welchc dw

MÜIÜÖM Ersparnisse beim ,MilitäwEtat feststellen solle, sei

bereits vorhaziden.' wüxdctz,_ 101128? kae Schuld nur an ver Regierung und der MNMZU 1319125 Hauses. So lange das Septeanat der Frie- denspraserczsiärke bestehe, würden erhebliche Ersparniffe nicht gemacht werden können." t könne man nur fromme Wünsche äußern, praxtnche aßregeln könne man nicht dyrch1eßen. Obwo?! ihm der diesem Anfrage zu Grunde liegende Gedanke ympathisch sei, so sei er ihm doch in der vorliegenden orm nicht genehm. Keine Groß- macht könne einen so chen Staatenkongreß berufen, ohne daß fie die Garantie habe, daß ihn alle Großmächte beschickten und daß fie mit ihren Vorschlägen nicht in der Minorität bleibe. Erinnere man sich doch der - allerdings wohlverdienten _ Demütoigung, die Rußland ais Einberufer emes internatio- nalen Kongressss zur Milderung des Völkerrechts in Kriegszeiten erfahren habe. Cr gebe zu, daß eine erhebliche Abrüstung nur auf intsrnationaler Basis erzielt werden könne, möchte aber konstatiren, daß das in gewissem Umfange auch von der Reichsregierung ein: seitig geschehen könne. Zudem finde er (Redner) es äußerst inopportun, in diesem Augenblicke einen so vertrauensvoUen Antrag an den Reichskanzler zu richten, der bestrebt sei, durch seine innere Politik die Nation zu isoliren und die Gemein- samkcit des fréien Handels und Verkehrszwis en den Nationen aufzuheben. Er bemerke zum Schluß, daß dieser Antrag kein idoalistischcr ssi, sondern auf der realistischen Anschauung beruhe, daß dis Völker die materielle Last der steten Kriegt": bereitschaft auf die Dauer nicht zu ertragen vermöchten.

Der Abg. Dr. Reichensperger (Crefeld) erkannte die ideale Bedeutung des Antrages von Bühler an, trug aber doch Bedsnken, dsmselbsn zuzustimmen, da der Antragsteller so zu sagsn mit Siebenmeilenstiefeln vorangegangen sei; allerdings nöthig sei die Frage, ob noch weiter die sists strigenden Militärlaften 13an Mark der Völker in Friedenszeiten verzehren dürften; und daran seien aUe Länder in gleichem Maße interesfirt. Er hoffe, daß in den maßgebenden Kreisen das Gßfühl herr- schend sei für den Notbstand des Volkes und daß die Lasten nicht größer bemessen würden, als absolut nöthig sei. Dem Antrags könne er nicht zustimmen. Hierauf wurde derselbe fast einstimmig abgelehnt.

Alsdann wurde die Etatberathung fortgeseßt, und zwar wurden die Spezial-Militäretats von Preußen, Sachsen und Württembxrg unbeanstandet genehmigt, soweit sie nicht der Budgetkomn1i1'1ion zur Vorberathung überwiesen waren. ZU Kapitel 17 (Miiitärgeiftlichkeit) wies der Abg. Richter (Hagen) auf das Besirrbcn der Militärverwaltung hin, Stellungen mit Dienstwohnungcn zu kreiren. Namentlich die Festungen, z. B. in Erfurt und Minden verwende man disponibel ge- wordene Miiitärgebäude zu Dienstwohnungen, anstatt sie zu veräußern. Die Frage der Dienstwohnungrn 11111119 generell geregelt und von dsr Budgetkommission bei dcm Kapitsl „Wohniingsgeldzuschüffe“ erörtert werden. Titel diirften nur vorbehaltlich dsr Konsequenzen dieser Be- Fxlcküffé bewilligt werden. Diesem Vorbehalt stimmte Adg.

1 er zu.

Bei Kap. 19 (höhere Truppcnbefehlshabrr) sprach der Nbg. Wöllmer das VedauerÉ außßdaß sich namentlich zur Zeit der letzten Wahlbewegung militärische Vehörders in un: be1ugter Weise in die politischen Kämpfe eingemischt hätten. Redner bezog sich hikrbei auf einen in Breskow vorgekomme- nen Fall, wo den Soldaten der Besuch eines Lo: kals verbotsn sei, weil daselbst angeblich Sozialdemokraten verkehrten, obwohl der Polizeibshörde von diesem Umstande nichts bekannt gewesen sei. Redm'r wünschte, die oberste Militärbehörde 10116 keinen Zweifel dariiber (affen, daß es ihr Wille sei,_ daß die Angshörigen dcr deirtsckxn Armee 1ich von den politi1ch€n Händsltr dsr bürgsrlichén Parteien fern hielten.

Mr VUndstevoÜmäMigte, General : Lieutenant von V0igts-Rheß erklärte, die Armeeverwaltung theils durckxgus die Yltrschqnung des Vorredners, daß die Armee sick) von jeg- lichen politischen Agitationen 1901 zu halten habe. Wenn aus Gründen der Disziplin ein Lokal verboten werde, so könne sich die Hesresverwaltrmg nicht auf weitere Erörtenmgry xirrkoffen, ob das Lokal gut oder weniger gut belemndct iki-“sx olizci von Beeskow steUe auch nicht in Abrede, das; “M Z.;.xnann: schen Lokal übslbélemnmrdete Arbeiterbevölkerrmg verkehre, sondern sage nur, daß dies ihr nicht bekannt geworden sei.

Der Abg. Richter (Hagch erklärte, der leßte Einwand des Vorredners sei sehr schwa , in Beeskow kenne man Jeden, da "brauche man keine weitläufigen Berichte einzuziehen. Er erkenne abcr gern an, daß von der Regierung der Grundsaß prokiczmirt sti, man dürfe einem Krämer nicht wegen seiner politl1chL11 Gminnung die militärische Kundschaft Entziehen. Der Abg.,Bebei habe ja auch das Verfahren seiner Partei: genossen 111 Altona, die nichtsozialistischen Krämern mit der Entziehung der Ardeiterkrmdschast drohten, desavouirt. Der Fakl von Beeskow sei ja für jeden Unbefangenen klar. Der betreffende Rittmeister 1'ci offenbar in seinem Diensteifer zu weit gegangen, weil der General-Feldmarfcha11 von Moltke dort kandidixte, welcher solche Mittel gewiß nickrt billige. Der Kriegs=Mmi1ter soÜte seinen Behörden größere Genauigkeit in der _Ermrttelung von Thatsachen einschärfen. Hier lägen zwei in ihren Gründen widersprechende Bescheide der Militärdek- waltung vor, denen das Attest der Civilbehörde entschieden widerspreche.

Das Kapitel wurde bewilligt.

Zu Kai). 35 (Militärbildungswesen) wies der Abg. Rich- ter (Hagep) am die Vermehrung der Offiziersiellen in diesem Kapitel hin und wünschte Auskunft über den Stand der Er- gänzung des Unterofüziercorps.

Der Bundesbevoümächtigte General-Lieutenant von Voigts- Nheß erwiderte, daß er das erforderliche Material zur Be- amwortung dieser Frage zur dritten Lesung bereit halten werde. Die Zahl der Kapitulanten habe in erfreulicher Weise ?xxgetiommen und die der Manquements abgenommen, auch er em _drruernder Fortschritt in der inneren AuEbildung des Unterofßzrexcorps zu konstatiren.

Die Titel 18, 183., 19 und 20 des Kapitel 37, welche die Netczblissementsfonds der Waffen enthalten, beantragte der Abg. Richter: (Hagen) an die Budgetkommission zu verweisen, weil die An1ertrgungskosten geringer geworden seien, über- haupt die Fonds nicht aufgebracht werden könnten und es in Rücksick) auf _die Finanzlage des Staates nicht angezeigt sei, unnöthige Benände anzusammeln.

Der Antrag wurde angenommen und im Uebrigrn das Ordinarium des Militäretats unverändert bewilligt.

Es folgte der Etat der Marineverwaltung.

ZU' it. 1 der Ausgaben , 36 000 „;ck bemerkte Ai1g.1)r.Hänel, ex hab.: ergentlich erwartet, daß der Chef .der Admiralität zuoxst das „Wort nehmen würde,

Die vorliegenden.

(Chef der Admiraliiä'xt,

1

Wenn solche Exswrniffe nicht gemacht | Und sei gewissermaßen in Verlegenheit, so zu sagen aus dem

Konzept gekommen, daß der Admiral nicht die erße sich dar- bretende Gelegenheit „benutze, um über die schreckliche Kata- strophe vom 31. Mar 1). I., bei welcher 300 tapfere Seeleute ihr Leben ließen, endlich die von ganz Deutschland so sehr er- sehnte Auskunft, über die Ursachen Klarheit zu geben. Der Chef der Admiralität habe fich im September vorigen Jahres im Aligemeinen vertheidigt, besonders gegen die Angriffe, welche gegen sein System, gegen das sogenannte System Stosch erhoben worden seien. Es sei damals vielleicht berechtigt gewesen, daß fich der Herr Admiral diese Reserve auferlegen mußte. eßt aber nach neun Monaten befiße das Haus offiziell no

Auskunft als das Telegramm vom 31. Mai vom Admiral Baisch, das Haus sei also diesem traurigen Ereigniß gegen: Über noch immer ohne jedes faktische Matérial. Auf drei Dinge sollte fich die Untersuchung hauptsächlich beziehen. Man bemängelte die zu enge Fahrordnung für Geschwader, die falsche Nuderwendung und auch das Kentern. Diese Fragen hätten auch dem Kriegs erichte unterlcgen, aber man frage und forsche nach tie?erliegenden Ursachen, welche eben, in dem System Stosch liegen soUten. Die Vor- würfe, welche sich auf das System bczögen, ric!)- teten fich auf eine Ueberspannung akler Kräfte im Allgxmeinen, auf eine mangclhaste Ausbildung von Mann: schaften und Offizieren, darauf daß die technische, die prak- ti1ck_)e maritime Ausbildung zurückbleibe hinter bureaukratischen Anwrderungen, daß yernachlässigt wiirden die Nautik, das Torpsdowesen, dcr Schiffbau, wie der leßtere Mangel sick) an dem _Kanonenboote „Otter“ in so augenscheinlicher Weise manisestirt habe. - Jene Kollision vom Mai sei zudem nicht die einzige gewesen, ja im Verlauf von 4 Monaten seien 3 Kollisionen vorgekorzimen, wie die brim Godwyn Fsuer mit dem Panzer1chiff „Deutschland“ und eine andere zuvor im Mittelmeer. Es komme_ hinzu, daß ein praktischer und als tüchtig ancrkannter Seemfizier, welcher in der öffent- lichen Meinung hock) geachtet sei, der Admiral Werner, darum,

wie man aiierdings nicht aus offiziellen Nachrichten“ wisse„

seinen Abschied habe nehmen müssen, weil er 1ich m Meinungsdifferenzen mit dem Chef der Admiralität befunden habe, und jouer hohe Offizier solle schon lange vor- ausgesagt haben, das; eine solche Katastrophe eintreten müsse, wsnn man das System nicht aufgebe. Auch der Admiral Henk habe 1ich in einem Gntachten auf das Entschiedenste gegen das System Stosch aus;;esprochen, und auch dieses Gutachten werde dem Hause vorenthalten. „Es liege ihm durchaus fern, pyrsönlick) gegen den Chef der Admiralität einen Vorwurf zu Erheben, aber we'nn Thatsachen vorlägcn, wie die, daß ein so schweres Unheil die deutsche Floite getroffen habe, wenn dieses Unglück ziirückgeführt werde auf das Systrm und gewisse Maximen der Vsrwaltung, dann hade die Nation das Recht, die Ursachen zu erfahren und eine Au1klärung zu fordern, um 1 0 mehr, als das Haus vor der Berathung des Etats stehe, dessen

Bewilligung bei vielen doch wohk auch von der dem Hause werden::

den Auskunft abhängig gemacht werde. Er gestehe dabei offen„ daß ihm die Forderung gewissermaßen hart ankomme, gegen: über gewissen Infinuationen gegnerifcher Blätter, welche schon vorausseßten, man wolle das Material und das Gutachten des Admiral Henk dem Hause vorenthalten, bis es durch den hresabschluß zur Vemiiiigung des Etats gedrängt werde und ich die Aufregung der Gemüther mehr gelegt und die Sache da- dnrcö einen mehr abstrakten Charakter angenommen haben würde. Er wünschte wohl, daß der Chef der Admiralität sich darüber ausspräche, ob er glaubs, daß das Haus mit gutem Gewissen, ohn? jedrs Material, in die Etatsberathung eintrsten könne, oder ob es 1ich nicht vielmehr empfehle, dis weitere Berathung auszusetzen, bis dsr Chef dsr Admiralität in dsr Lage sei, dem Hause die grwünschten Erläuterungen und Erklärungen. abzugeben, welche zugleich zu seiner Rechtfertigung disnten. Hierauf erwiderts der Chef der Admiralität, Staate":- Minister von Stosch: Er. bedauere die gewünschte VOÜL Auf- klärung über jenes quiückliche Ereignis; nicht geben ZU kön: nen, da das erickztliche Verfahren noch nicht abgeichlonen sei. Dieses Verfa ren habe nach den bestshenden Vor1christ€n un- mittelbar nach dem Ereignis; angefangen; das eigenxliche Untersuckznngsvermhren sei Ende Dezember ziim Schluß ge- kommen, im Januar habe 'der Syruch stattgcsunden und er: liege noch der Allerhöchsten Entscheidung vor; Er habe iiber das Material selbst, da das gerichtliche Ver1ahren bei dem Gnrde-Corps hiersslbst stattgefunden habe, keins „Dispo: sition, keine Kenntnifz, und was er davon wi11ß, ge: höre ganz außerhalb seines Ressorts, und er ser gar nicht einmal im Stande, selbst wenn cr dazu aut-o: risirt wäre, die Sache in ihren Details hier nnt- zuthcilen. Er siehe der gerichtlichen Unter1uchrmg fremd gegsn: Über. Er vertraue, daß das Haus bei eventueiler Kenntnis;- nahme der Sache sich überÉeugen werde, daß mehr Ungliick wie Fehler der Sache: zu runde lägen. Er könne aus die einzelnen ausgesprochenen Vorwürfe gegen das Sy_s_t_sm Stosch nicht eingehen. Soile er im Einzelnen den Schrnsbau h_ier vorführen? Solis er den Vorwurf widerlegen, daß inDeut1ch- land die Torpedywiffenschaft nicht so weit sei wie andsrswo? Sie sei in Deut1chland so weit wie anderswo und _,es gebe keinen Staat, wo sie absolut sicher und zuvxrläsng wäre. Was das Schiff „Otter“ betreffe, so könne nicht geleugnet werden, daß die Konstruktion einen Fehler _gehabt habe, 1). 1). einen Fehler für die Aufgabe, die dem Schrne gestellt gewesen sei. Es foUte ein kleines Schiff, fähig in dsn ostasiatischen großen Flüssen zu manövrirsn, über den Ozean ehen, Man habe zuerst daran gedacht, das Schiff so herzutellen, daß es aussinander genommen werden könnte; das habe sich aber bei dem künstlichegi Bau „__als m_cht durchiüZrbar gezeigt. Man habe dumm das Schiff konftrmrt und ha 9 leider die Ueberzeugung ewinnen müssen, _daß dieses kleine Boot, das etwa halb () groß sei, als dieser Saal, nicht geeignet sei, Über das Meer zu gehen. thsofern sei es also ein Fehler; das Schiff werde aber zu d_enD1ensten der Stationen brauchbar sein. Er bedauere gus1prechen zu müssen, daß er nicht für jeden Fehler im Schiffsbau emtrxxten könne, das liege außerhalb seiner Funktionen und seiner

Fähigkeiten.. Es gebe keine Marine, 1a keine Werkstatt, wo -

nicht einmal etwas mißrathe. Was den Fall des Admirqls Werner anbcträfe, 1'0 müsse er darauf vrrzichten, darübxr hier zu sprechen. Es sei ein Akt der militärischen Disziplin Und es sei eine einfache militärische Verahschiedung au1 das ganz reglementsmäßig abgefaßte Gesuch erwlgt. Darübcr, ob dre Herren ihm gegenüber den Etat bewiÜigen woklten, könye er. kein Wort vsrlieren. Er glaube, er habe _feine Schuldigkezk gethan Und werde sie thun, so lange er au1_seinér Stelie sex.

Der Abg.1)r.Hänel erklärte fick) durch diese Antwort, die

weiter keine

. 1 : Taxe von 10 ,;3 in Anwendnng kommt.

en Rückzug gegen die im September abgegebenz'. Erklärung deute, nicbt befriedigt. Es scheine nicht, daß fert dem Sep- ber der Chef der Admiralität seinen Eirzfluß geltend ge- acht habe um dem Hause das Aktenmaterral zugänglich zu achen. Über das Obergutachten des errn Werner„ das .varicgutachten des Admirals Henk e fich doc!) ber se_r- 11 Akten befinden. Darauf könne fich doch die Unkenntmß s Ministers nicht erstrecken. Er provozrre gegenüber den .rmalen Erklärungen des Ministers von Stosch ans das rtheil des Hauses, ob eine derartige Meihode dem Recht und - Pflicht des Reichstages angemessen sei. "

Der StaaLs:Miirister von Stosch erwrdkerte, er wolle tzur klären, da:"; die von dem Vorredner bezeichneten Aktenstucke . ck zu den GerichtL-akten gehörten. ' .

Dcr Abg. Dr. Hänel entgegnete, das sei k81116_ Antwvrt!

Der Abg. Dr. Lasker bemerkte, wenn der Minister erkläre, „1; er heute keine Antwort geben könne, 10 könne man 1a dauern, daß eine solche Untersuchung geheim geführt werden

üffe, indessen sei dies das geltende Yechi. _Darin aber .erde ihm der Minister Recht geben , daß ein 10 1chmeres nglück nicht im Geheimen angxnacht werden könne. .;, müsse untsrsucht werden, ob einzelne 'Per1qnen, oder [) Unglück, 01121: 91) beides kombimrt _ die Schuld age. Der Minister sage, daß er dem Hawe heute keine uskrmst geben könne, die Sache gehöre nicht zu seinem effort. Ja, wslcher der Herren habe sie denn zu, vertreten? - cr Reichskanzler? der Prä1ident Hofmann? oder vieUercht Hr. 'riedberg? Er wolle auf die technischen Einzelheiten nicht ingchen, was das Hans im populärsten Sinne _dxs Wortes nterefsire, sei die Frage, was sei die Ursache diejes axoßen ngliicksfaües, und was könne zur Verhütung von Wieder- .olungen gesckxehen? Er wünsche, dax; dem Hause heute em de_- immter Zeitpunkt bLZLich11Et werde, _an dem mmi sachgemäß .erba'ndeln könns, das Haus würde 1011| seine Pflicht vernach- "ssigen.

Dcr Cbrf der Admiralität Staats-Minisier_von Stoch) rkiärte, er könne nur nochmals sein Bedauern aus1_prechcn, daß .is Sache noch nicht abgeschlossen sei. Das kriegerchtliche Terfabren stelie den Kaiser (x_cn die Spitze und Übsrla11e ihm .is [SHW Entscheidung, ohne daß eine Unterinstanz gehört werde. *ie Akten lägen ganz außerhalb seines Ressorts. Er könne ur wiederholen, daß er den lebhaften Wumckz habe, deri

' oerren Mies zur Kenntnis; zu bringen, weil er überzeugttwi .as dies das Beste wäre. Aber mit seiner Autorität önne er dafür nicht eintreten , das liege xrußer- ald der Organisation. .Was die beiden, Koilrstonen .eträfe, die er vorher nicht berührt hgbe, so 1.21 111111 erne_der: elbcn, die im Mittelländischsn Mesre stattgefunden baden 1olie, iur durch die Zeitungen zur Kenntnis; aekommen. Brsdahin ei fie nicht allein ihm, sondern auch selbst_ den Betheiligten nbekxnnt gewesen. Man habe eine Kollision gemgsrt aus, inem einfachen Dichtvorbeifahren, aus dem keinerlei Havarie ntstanden und worüber deshalb auch in keixzerlei 'Akten iwas aufzunehmen gewesen sei. Bei der Kolli1ron mrt dcm Feuerschiff an der englischen Küste sei er selbst zrigegen ewesen. Das sei am hellen lichten Tage und zwar zur Mixtags- unde geschehen. Er habe beim Frühstück gesessen, wre der Offizier aer Wache hinunter gemeldet have, die Kollision werde gleich statt- nden. Das Schiff 1 ei durch eine auffallend starke Strömung gegen

das Feuerschiff angezogen, ohne in seiner Dampfkrait die Ge: walt zu haben, dem entgegen zu arbeiten. Wäre es statt links rechts ausgebogen, so wäre es gerettet gewe12n. Das sei ein Mangel an Kenntniß der momentanen Stromverhält- niffc», die fich stundenweise nach Ebbe, Strom Und Wind richteten, nnd könne darum so hoch nicht angerechnet werden. Also die beiden Kollisionsfälle, die aus dem Gsschwader im . ahr? vorher in die Zeitungen gelangt, 1eien nach 1ein_er Ueber- eugnng Sensatiorrsnachrichte11 gewesen, die grbracht 1eien, um - ehr aus der Sache zu machen, als daran wäre.

Der Abg. Dr. Lucius bemerkte, er entnehme dcr Erklärung des Chefs der Admiralität, daß kr bereit sei und dcn Wunsch habe, dem Hause die Ergelmi'ffe dcr kriegsgerichtlichen Unter- 1Uchung mitzutheilen. Tie Katastrophe sei als ein nationales

nglück empfunden worden, und die Nation sowo [, wie die Marineverwaltung hätten ein Interesse daran, daß ein Zweifel

in dieser Sache beßehen bleibe, daß besonders alle Schluß-

olgerrmgen, die man daran geknüpft habe, widerlegt wiirden. Er habe schon friiher angedentet, ehs das Un [lick geschehen er, daß_ man viekleicht das 111a:itim:technische E ement bei der - rganimtion nicht genügend beriicksichtigt habe, weil Oben in oer hdchsten Stelle ein Techniker nicht _vorhanden ssi. Es sei oder 1edenfails nöthig, daß die Ergebniss der Unter1uchung in

_ den weitesten Kreisen bekannt wiirdexn.

Dex Abg. 01". Hänel erklärte, er bedauere, daß er dem Abg. ])r.Lu§111sin einem Punkte nicht beipflichten könne. Derselbe verbs die Erklärungen des Ministers so verstanden, daß er für 191118 Person dafüreintretenwerde, dem Hause die nöthige volie Arzsklärung zu verschaffen. Gerade umgekehrt habs der Minister 89111111, Lr könne seine Autorität nicht dafür einsetzen. Gerade hlLr 1011te Lr fie einseßen, um seiner Verwaltung neuss VLC- Trqyxp zu gewinnen. Er bsdaure, daß das Haus keine L_)razme Erklärung erhalten könne; er müsse annehmen, daß 1ormelle Rücksichten dsm entgegenständcn. Er beantrage,

WÜÜUfig die Berathung und VewiÜigung des Tit. 1 ab- zuseßen. '

"Nachdem sich der Abg. Dr. Lasker gegen diesen Antrag rkiart hatte, bemerkte der Chef der Admiralität Staats- Mrmfter von Stosch, er wolie nur konstatiren, dgß er sich WLer fur berechtigt noch für verpflichtet erachte, 1ich hier zu rklaren rn 23:51:13 auf seine Stellung zum Kriegsherrn, und er hatte'vorhin schon bemerkt, daß dies die Autorität sei, " o[che hier aÜein zu entscheiken habe.

, Der Abg. Dr. Lucius bemerkte, er müsse sich seinerseits Utz Sinne des Abg.Lasker ausf rechen, daß das Haus nämlich 17111 drr Beraihung des Etats ortfahre. Auf die Angelegen- hkxteu der Marine zurückzukommen, werde sich ja, sei es in dritter Lesun , sei es beim Extraordinarium noch genügende elegeirheit nden. Die Geschäfte des Hauses drängten, in "er Bexathrxng 1ortzufahren. ' Die Diskussion wurde geschlossen und nach einer persön- 1ch€n Bemerkung des Abg. Dr. Hänel der Antrag desselben bgeiehnt, worauf fich das Haus um 4 Uhr 40 Minuten bis

“konnerstag 11 Uhr vertagte.

* Die vom 1. April ab im Weltpostrzereixt zur Er: * ebung Yommendeu Posttaxen fiIld bereits veroffentlicht. WIr achén mdeß noch besonders darauf aufmerk1am, daß fur

- “51 aa r e n p r o b e n im inneren Verkehr Deutschiands, wie im

"**LÜUOsiverein, bis zum Gewicht von 100 8 eine einheit- Für Wanten-

1

proben über 100 bis 250 beträgt das Porto im innern Verkehr Deutschlands gleichfalls 10 „5, im Weltpostverein da: gegen 5 „5 für 'e 50 F- Die Vereinigung vog Drucksachen und Waarenpro en zu einer Sendung ist zuläsng gegen Ent- richtung der Ta e für Waarenproben (mindestens 10 „Z). Die vor einiger Zrit versuchswsise und mzter Vorbehalt des Widerrufs getroffene Bestimmung, wonach für die unter Band versandten Kataloge, Preislisten und sonstigen Drucksachen, wenn donselben Stoffproben oder Zeugmufter beigefügt waren, die TrucksachenTaxe ZU berechnen war, ist durch die Fest- seßungen des Wcltpostvertragcs aufgehoben.

_ Mit dem gestrigen Tage hat der erste diesjährige militärärztliche Operations: resp. an atomische Kursus, welcher bis zum 31. d, M. dauert, begonnen und 1de die zu demselben kommandirten As11stenz=Aerzte hier ein- ge ronen. '

_ Se. Durchlaucht der Prinz Friedrich von Hohenzollern, Oberst-Lieutencxnt und Commandeur des 2; Garde-Dragoner=Regiments, in nach- beendrgtem Urlaub hierher zurückgekehrt.

_- Der General-Lirutenant von Wichmann, Com- mandcur der 16. Division, welcher ,vor_e1mgen Tagen zyr Ahsiattung persönlicher Meldungen hier eingetroffen war, ist wrexer abgereist.

Königsberg,11.März. Der zwerteuLdn-dtag der Provinz Ostpreußen ist heute von dem Korz'glichen Kom: minarius _Ober-Prästdenten von Horn mrt 1olgender An: sprache eröffnet wordßn:

Hochgecixrte; Herren!

Nackdxm Tas er1te Verrraktungsjabr dsr neu geschaffenen PWVMZ Ostpreußen nahezu zum Akicbluf; gelangt ist, bat 1ich die NotbrreZ- digkeit Ihrer Berufung ergeizen, damit Sie durch Ihre Ves-Ylüme die Grundlagen für kiNe Weitere Thätigkeit der verwaltenden Organe dcs Prooinzial-Verbandcs schaffen, die gekeiblichc Entwickelunaxes Vegonnencn ermöglichen und die Normen zur Lösung derjemgxn Aufgaben bestimmen, wclche der kommunalen Selbstverwaltung kes Provirizialverbandcs bereits seither gestellt waren oder neu gesteiit wvrden find.

Ich beiße Sie hiezu beriich willkommen.

Die_Erwartunge:1, Welchen ich bei der Eröffnung des Zrsksn osi_rrcu€i1ckenProvinzial-Landtagcs dahin babe Ausdruck geden d'urfcn, daß es Ihnen selingen werds, die provinzielle SelbjtverWaltungmner- bald der räumlich enger ;;ezogenen Grenzen des Provinzials-VerbandeS von Ostpreußen in ersprießlicbcr Weise weiter zu entwickeln, und das neue Gemeinkvesen gesteigerter Blütbe und Kraft enigegen- führen zu helfen, haben sich im Laufe dieses ersten Verwaltuwgsmbrcs, soweit dies in dem verbältnißmäßig kurzen Zeitraum eines Jahres überhaupt möglich ist, in vollem Umfange erfüllt. Dank der einsigen und umsichtigen Thätigfcit drr verwaltenden Organe des Prqrxnzral- Verbandcs dürf-cn Sie mit Befriedigung auF_die Ergrbmwe, der Verwaltung dieses Jabres blicken. Die GrunUäße. Miche kel der Verwaltung der prorinziciicn Angelegenheiten ais leitend i-sizybalter: bleiben, find an der Hand der gemachten Erfahrungen berichtigt ix_er in einer Weise festgestellt, welche die wünschensrrerihe und unerlaß- liche Stetigkeit der Verwaltung verbürgt, und auf allen Gebietxn der Verwaltung ist eine wesentliche und erwünschte Förderung in den, durch ihre Bestblüffe gezogencn Grenzen und bsi Einhaltung der bsreitgefteilteu Mittel erreicht worden. _ „_ _

Mit bksknderer Vefriekigung darf ich darum bianeiien, 17313 es gelungen ist, nach uurrwünscbter, durcb die schbcnde Frage der Theilung der früheren Provinz Preußen veranlaßter, Verzögerung, die Angeleßenbrit wegen Deckung der de_n Kreisen der Provinz zu zahlenden Cbauseebauprämien durch günstige Cffektuirung der An- leibbe _vtm 2216000 .,“ zu ihrcm vollen u-nd befriedigenden Ab1ch1nß zu ringen, _

Nicht minder erfrxulicb ist es, daß die Einlösung 'der-gekündigten Obligationen der Provinzial-Hülfskaffk der früheren Promi); Prciißm fich ohne Hinderni-F und ohne Opfer Seitens des Yrovrnzral-Vsr- bandks vollzogen hat, imd daß in Folge des irizwiichen ertheiltky AÜcrhöÖsten Privilegiums zur Verausgabung von S-„ixiildvemc'xrxi- bungen der Provinz in Höhe von 300000040 dcr Proymzial-Huixs- fasse die erforderlichen Mittel gesichert find, um berechtigten, an die- selbe herantretenden Ansprüchen genügen zu können. , ,

Die Bemühungen des Provinzial-Aaéickyuffes, zu Linkin endgul- tigen Aukgleicb mit drm Provinzial-Verbande dcr Provmz Wsst- Ureußen zu gelangen, urxd die, Nach den §§. 29 Und 3:2 des _Yebcrsm- kommetis vom 13. Juni bezw. 13. Oktobcr 1877 in'gewqftn Ve- ziebunzxen neck) fortdauernde Gemeinschaft durch Vcrrmbarung und raienrrcife Zahlung eines entsprechenden _Betcazzes Seitens des Pro- vinzial-Vcrbarides der Provinz WestpreUUen aufzuheben, werdcn_vdn Ihnen gutgrheißkn Werden. Wenn diese Verhandlungen gcgenzrartig auch noch nicht zum Akschluß Haben gebraeht werden _können, 19 sind dieselben doch geeignet, einen in jeder Beziebmig wunschenswerthen AuLglcickp in nabe Aussicht zu stellen. . _ _

Auf dem Gebiet dcr"- Landarmeuwesens Werden Sie ubcr ck_ne Abänderung der Bestimmung des Rrglements vom 29. Dezember 1816, betreffend die Art der Aufbringung der Landartrrenlxeiiräge zu beschließen und die gedachte Bestimmung mit den Vor1chri1ten der Provrnztal- Ordnung in Einklang zu bringen baden, jras jedenfalls durcb Grunde der Zweckmäßigkeit gckoten crscbeint. Null) wird der Ampruxh auf wailiignng eines Weitercn Betrages zum Auébau des Schlones zu Tadian behufs Errveiteruuq und Vermehrung der zur Aumabme von Korrigenden bestimmten Räume an Sxe herantreten. Ich “kann diese Forderung nur an das Angelegcntiichste Ihrer Veruckxiöbitgurig empfrhlexx, da die Erweiterung jsner Räume dringend crforderiick) ist, wenn den geseizlicheu Maßnahmen zur Bekämpfungmdex Lcrbeiis- scheu und der daraus folgenden Uebertreiungen und Mrsstande voile Geltung und Wirksamkeit vcrsÖafft werdcn soll. " ' -

Ju Betrrff der in Anregung gckomurenen Grizndung einer 1. g. Jrrcnkolonie wird Ihnen über die inzwixckxen gep11ogencn,Verband- lungen von Ihrem Aussckxnsie Bericht er1iattet und damrt zu WU- teren, die Angelegenheit fördernden Besckxluffen Anlaß gcgeben_wcrden.

Auf dem Gebiet der Fürscrge iür d_n Unterricht taub1tummer Kinder wird Ihre MitWirkung zur UtngestJltung dcr Taubsturzimen- schule zu Braunsbera, Welche inzwischen" m Folge Ihrer frirbrren Beschlüffe auf den Prorinzial-Verband irbergcgnnven iit, sowie z'zr Vermehrung der Freisteilen bei den bereits bestehenden Anstalten rn Königsberg und Angerburg in Anspriick) genommen rr-erden. Ste rrerden die Dringlichkeit des Bedürfnines „an der Hand der Ihnen gebotenen Nachweise Über die Zahl der in unserer L121171.an vor- handenen taubstummen Kinder und der ahl derjenigen, wexxhe gegrnwärtig eines gccrdncten Untrrrichteßxnt" ehren, selbst zu erme11en in dcr Laae fein, und sicb kei Ihren Y_e1chlqffcn von der früher be- tbäiigten Theilnahme für das Locs diem Kinder und von dem Be- streben leiten laffen, denselben die für ihr Wohl und Fortkommen erforderliche Erziehung und Unterweisung zu sichern. '

Ein erheblicher Theil Ihrer Zeit __und Arbeit wird durch die Sorge für die Vermehrung und Verbenerung der Kommunikations- mittel unserer Provinz und durch die Unterstützung der hierauf- gerichteten chübuxgen kleinerer korporativer Verbände beansprucht werden. Sie werden zu erwägen haben; ob zum Weiteren Ausbau des Cbauffeeneyes Mittel neu zu bewilligen sind. Sie Werden ferner aegenüber dem zweifelhaften Erfolge der ziach Ihrem Beschluffe vom 5." April v. Js. von dem Proyinzial-AZSWUH' über die Uxbcrnahme der Verrraltung der Provinzial-Chauxwen _mrt den Krei1en ang?- knüpsten Verhandlungen die Fraze zu _eni1cherden Haben, ob dme Verhandlungen fortzuseßen, oder ob aus die, Weitere Verfolgung des gedachtpn Vescbluffes Verzicht zu leisten, fer; _ ein Verzicht, Welcher vielleicht im Hinblick auf die Vorzüge einer einheitlichen Leitung zu empfehlen ist.

Außerdem bleibt Über die von dem Provinzial-Ausscbu-ß vor- kereiteten Normativbediuguuoen, betreffend den Bau von Kiescbaniiecn und die VerriUigung vcn Prämien für Herstellung solcher Straßen Bc- scbluß zu fsffen, und ÜÖerdieVrrrrendunaderzur Förderungdes Gsmeindk- Wegebauss bereit zu stelienden Mitksl Entscheidung zu treffen. Die ngeluna dieser für die Hebung der Errverbsvxbältniiie der Provinz bochwichtigen Angelegenheiten wird Wesentlich dazu beitragen, eine feste Grundlage für die Verbesserung der Kommunikationsmittel zu diejen, hiosrchtlich deren unsere Provinz noch weitérbin der kräftigex, einsickytiqen und cinrrxiitbigcn Thätizkeit aiier berufenrn OkZQUZ kes Provinzial-Verbaiides und der Kreis-Verkänke kcdarf, um roröanderxe Mängel zu keseitigcn

Durch das Erseß dcm 13. Mär; r. J., betréffend die Unterbringung verwahrloster Kinder, i'“: die Zahl der dem Provinzial-Verbande irbsrwiesmén Gegenstände um eirre Aufaabe crweitsrt, rrelckxc Arreficbts vieler bedauxrlirkxn Wahrnehmungen von bcirer Bedeutung erscheint. Der Pro- vinzial-AuFfÉuß b.:! die zur AusführuW “cm GöseZes erfordérliécn MaÖxabmen und SpezialvorsÖriften mii der der Wisbxixikeit drr Sack)? entspreckzsnden Sorgfalt vorkereitrt, und Sie rrcrden srä' ÜL-cr di.“. bezü-Filicben Vorlagsn zu entscheiden Laken. Wenn derProvinzixi- Aukickyuß, “ren Bestimmunßen des Gesetzes iylgerrd, in erster R:"xk': die l_interl'ringung d-rwabrloster Kinder in gkcigneten Familien in Au§1icht genommen hat, so ist damit der Weg eingeschiagen, irelsxsc sicb bei der Nothrrcndigkeit eiper skbleunigen Vorsorgc zur Aus- führung des Gesekgcs als der nächstlicgende cmvfabl; es wird airr an der Hand der Erfahrung ein sicheres Urtbeil darüber zu gewiwncn sein, ob nicht die Unterbringung r*kr;:*a[:r[cstcr Kindrr in eigcrch, für fie eiirgsrickxteten Anstalten xu sicherer Erreichung des erchcs den Vorzug rerdicnt und in Au§1icht zu nehmsn Blkibt,

Zn bcrrcrraßendem Mai?? wird dcr Für das ::äkhske Vcr- waltungsixhr enkworfsnr Etat Sie bes.?xarttgen. Derselbe ist nur für ein Jahr [*rrecbnxt; es bictct fick) abkr die Frag? dar, und ich gebe Ihrer Erwägung anheim, ob nicht die Feststeiiunzi dcs Provinzia[haushaitI-Etats fiir zMi Jahre WuniiÖ nnd ratihiarn und dixfe Einrichturxg glsich jstzt oder drci; rom Ab1aafch dcs nächstcn Ctatßjaercs ab zu (“:s-Zviixßsn irärc, was dann x::r Frl.“.e bäiik, da!"; der Provinzial-Landtaz niit nothwendigrr WELL aÜjäbrlixh Berufen werden darf, -

Der Ihnen zxgehende Etaté-esitwurf [äHt kia Absicht einer wiriH- sÖaftliÖen Verrrendnna der rerfsizkaren Mittel erkennen, imd :x: gleich die erfreuliche Tbxtsackpe hcrvortrexcn, da!“; nach voiirr Beikir- digung der Anforderungen mntcriclicr Natur ami) auf die Fördxruxxg und wirksame Unisrsiüßung inteUcktueiier Jnkcrescn und der Bc- strekungcn zur Bekämpfurig ron Notbständcn :Uf sozialem Gkbict bat Bkdach gsncmmerr werden können. Ick cmvfshle die bieraxf bezügliécn Vdrschiäze auf das Wärmste Ihrer wohlwoilkndsxr Bc- rückficbtiguna.

Von Seiikn drr Könizlichen Staatsrcgikrrmg wird Jknrn drr Entusirf eines Gesetzes Wegcii Abänderimg des rsvidirten Staiuxs drr Aliensteiner Kreiskcrporation für Melioratidnsamlagen zrrr N:- gutarbiung vorgelegt Werden. Außcrdem wird in Beireff gcrriiirr, von Ihnen zu vollziehenden Wai'len, 115111!in w:“. Yikitglisdcrn ier bxiden Bezirks-VcrwaltUnxsgcrichie urid ron TIZitgliedcrn drr Okur- Ersachmmissioncn, einc Mittheilung an Si.“ ,'.i'lakiJéU.

Kraft Ailsrböchsirr Ermächtign'sg erklär; ich der: zweiixx Iki- prsusxiicbrn Provinzial-Landtag für eröffnci.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 11. März. (W. TV.) Die „Polit. Korrssp.“ meldct mrs Konstantinoiioi vom 10. d.: Dsr rnssische Botschafter Fürst Lobanoff hat die: Erwideritng der Pforte aiif seitre jüngste Note bezüglich drs Tocauevilie'schenAnlshen syrojokfsswit einem 11211221 Schriftftück boaiitwortet, in Michcm er seinen friihsrsir Stand: punkt, betreffend die Priorität Rußlands vor ncurn 2111101101, aufrecht erhält. -* DLL“ ehemaligc Minister des Auswärtigen, Server Paschd, ist zum Gensrai-(Houvrrnerir von TrcrpSzrcixr ernannt worden, ,

PQst, 11. Miirz. In der heutiger: 81“[cmrrsißimg dsr ReichSrathsdelegation wrrrden die Anträge des BUÖFLST: arrssthnsiss bezüglich dc-r Indemnität 1111: dio Uebsrsthreitmrg des 60-Miili0nen-Krsdits im Jahrs 1878 um 417» MiU. Fl., iowis bézüglici) drs Okkupationskredrtss pro 1879 angknommen. Ebenso wurde dsr von der Rrgrorimg verlangte Nachtragskredit pro 1878 im Betrags von 5 MiUidnsn, entgsgsn dem Antrags des Arisichriffes, mii 25 gegen 22 Stimmsn gsnehmigt.

Belgien. Brüssel, 11. März._ ('JBL. B.) Die iriit drr Priifung dss Budgets für das YZLTUJMMUU dEr arxswirr: tigen Angslegrnheitsn beauftragte LY btixxinng drr Ziédrir: sentantenkammer hat 1ich_ mit 111111 gcgrn eme :timmc fiir die provisorische" Arr1rec11terhaltung_der dei: gischen Gesandtschaft borm Vatikan aiisge1pr0ck10rx.

Frankreich. Paris, 11. Miirz. (W. T. V.) TTT Präsident Grévr) hat hsutr Vormittag cm karet, be- treffend die ngnadigung von 151 WWW Th€1li1ak11110 an dem Kommunoaufstande im Jahre 1871, vernrtixiitexr Psrsonsn, mrterzeicbnet. Uriter den Begriadrgteii 0211110821 sich der Li)€ma1ige Deputirie Nane mid dsr beriihmie (“;;-JI: grapl) Eliséze Reclus. ,

Trr Jitstiz:Ministcr Lcroysr hat den Pra1rdsriikxi des Trivnnals in Vayonne wsgen Thrilnahme m_: _crnsr bonapartisiischén Knndgsbuug vor dis TiSZiPiiTULPNNOTLÄUUZ dcs Kaffationslzofes citirt.

Spanien. Madrid, 11. Miir;. LW. T“. B.) Der] next ermmnte Minister der auswärtigén Angi égxiihsixcn, 911011116, wird morgen VonParis hier erwartet. Tie„00rr61p011dxncm“ 1:6; stiitigt dic Nachricht vori der Ernenmmg Manuel Srlvolgss ziim Gesandtexx in „Paris an Strike Mdiiris. - DW. axrxtlicyc „Gaceta“ veröffentlicht ern Rund1chrerbxn dss Mittwrcrs des Innern Silvela, m welchem 018121“ dre Amichtsn des Kabinetts bezüglich der bevorstehendé'n 919,11 n] then QUEEN; ander setzt. Der Minister fordert _girichzsitrg 19119 Unterxzsbe- nen auf, bsi den Wahlen dic Frerhcii d:r AÖULUUUUUJ 1xchcr

zu stellen.

Türkei. Korrstatitinop91,__11.Miirz. (W. T B.) Der Admiral Hornby hat die Wemung ck_lgalten, mit drm britischen Geschwadcr morgen nach der Bc11ka:Bar zuriick: zusegeln.

Bulgarien. Tirnowa, 11. Miirz; (W. T. B.) Von türkischen Einwohnern aus Dartes, rm Distrikte Oswairdnzar, ist ein Angriff aufKosaken gemachi wordZn, wobei meh: rere der leßteren getödtet' wurden. Die Runerr hahen 111 Folge dcffen eine Abtherlun _Truppxn mit Artiilsrrc 11ach dem gedachten Distrikte zur iederhkrjteiimig der Ruhs aii- gesendet.

Rußland und Polen. (W. T. V.)

St. Petersburg, 11. Mär". Die Kaiserlichen Herrschaften werdrn sick? wie dies bereits als in Aussicht gen01n1nen_ gemeldet war, am 29. d. M. nach Livadi a begebsn. Der (316110116 dssNeichskanzlers Fürsten Wortschafoff, Gsheimer Rath Gisrs, wird den Kai1er begleiten.

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