o laubt der, Landta auch keine Veranla ung zu haben, auf Grund :bixeu Anmyes einegDenksÖtist an St. aje|ät zu richten. Provinz Sathfen.
» Me ebnrg, 12. März. In der heuki en Plenar- Sihun machte derrsHerr Landtags -Marschgll der Ver?ammlung zuvörde bekannt, daß die von dem regierenden Herrn Grafen zu Stolberg- Wernigerode Erlaueht ausgeschlagen W_ahl "eines Mitgliedes ves per- manent?! siändischen Ausschusses geilem anderm“ veranstaltet worden und an
den Herrn Geh. Regierungs-Rath, Domdechanten von Krosigk- “gefallen, und daß als dessen Stellvertreter ' ' derHen Regierungs-Ptäsident, Domprobsi von Krosigk- emannt worden sei. * Sodann bemerkte der Herr Landtags-Marschall„ daß dez- zur Begutachtung des Entspurfs zu dem Reglement für _dee Cyrrectwns-, Landamm-, so wie Lehr- und Erziebun s-Ansialt m Zetx einannte Ausschuß seinen Aastra nicht eher etied gen werde, gls bls dee Ye- puiirten des bei jener nßalt betheiltgten Landxsthetls sich dariiber erklärt haben würden, ob jener Entwurf noch bei dem gegenwärtigen Landtage in Betaihung ezogen werden solle. Der Herr ?gndiags- Marschall werde demnii | eine Versammlung der Bethetltgten zu dem betegten Zwecke veranlassen. .
Auf einen von dem Herrn Landtags-Marschau hierauf gemachten desfallsigen Vorschlag beschloß die Versammlung, zur Abkürzung der Dauer des Landtags und zur möglithsk schleunigen Erledigung der Geschäftedesselben die Sitzungen von morgen ab früh 8 Uhr zu be- ginnen, so wie auch Nachmittags-Sißungen von 4'bis 7 Uhr abzuhalten.
Hierauf schritt man zu der Fortsevung der gestern abgebroche- nen Berathun iiber den Enmurf eines Reglements für die Provin- zial-Irren-An alt.
Merseburg , 13. März. In der heutigen Vormitta_s-Ple- nar-Sihung schritt man zur Begutachtung der vorgelegten A erhöch- sten Proposition, welche verordnet, daß der Intelligenzblattzwang mit dem 1.Januar 1846 aufgehoben werden und die amtliche Herausgabe von Intelligenzblättern iiberall aufhören soll. Wo die Gesetze eme Bex- kanntmachung durch dieselben vorschreiben, treten an deren Stelle dre Anzeiger der Amtsblätter. Im Uebrigen findet zu allen die sozialen Verhältnisse, Handel und Wandel betreffenden Anzeigen und Bekannt- machungen der freie Gebrauch der vorhandenen .oder neu entstehenden Lokal- und Kreißblätter ssjatt.
Das Militair-Wai enhaus zu Potsdam leistet auf sein Intelli- Fenzblait-Privilegium Verzicht und wird für die siiftun smäßiß ver- iehenen, zu seinem Foribe ehen unetgbebrlichen Einkünpte geb ehren- dermaßen m der Weise ent chädigt, daß die Redactionen aller öFeni- lichen Blätter, welehe die gegenwärtig dem Zwange unterwor enen Intelligenz-Artikel aufnehmen, eine den Betrag jenes Einkommens deckende Abgabe entrichten. Die Abfindung erstreckt sich blos auf den im Verhältniß zur Bevölkerun wachsenden Reinertrag; die Kosten der Intelligenz-Comtoire und lätter werden zum Besten des Publi- kums abgerechnet. Die Netto-Einnahme beläut sich jrpt auf circa 33,000 Rtblr. jährlich. Der Stände-Ausschu hat über den vor-' erwähnten Geseß-Entwurf nachfolgendes Guta ten abgestattet:
_„Das du: Hönig Friedrich Wilhelm [. glorreichen Andenkens gestiftete große tlitair-Waisenhaus zu Potsdam ist seit länger als einem Jahrhundert zur Herausgabe der Fntelligenzblätter privilegirt und mit den dargus erwachsenden Einkün ten Vehufs Verwendung für seine Zwecke belieben. Wir Alle kennen die gesegnete Wirksamkeit jener musterhaft eingerichteten und verrvalteten wohlthätißen Anstalt, die vielen verwaißen, verlassenen und “verwahrlosten Sol atenkindern zur christlichen Erziehung und niihlichen Ausbildun verholfen Rat und immerdar vermö end erhalten “werden muß, so! en Psiegbe ohlenen auch künftighin :“ re Thore fiir den Weg zum Berufe und Heile zu öffnen. Wtr wissen, daß dies Landes-Jnstitut fiir die thlf'ahrt und Macht unserer lebensvollen Monarchie von “Bedeutun isi und zu'r Erfüllung seiner Bestimmung ansehnlicher Fonds bedar .
Wenn die _Stände in. den Jahren 1825, 1833, 1841 und 1843 um Aufhebung des Intellrgenzblatizwangs gebeten haben, so sind sie jederzeit weit entfernt von“ der Absicht gewesen, jener Anstalt an den Mitteln zur Verfolgung ihres Endzwecks ir endwie Abbruch zu thun. Aber die Zustände des Verkehrs, die indußcielien und sozialen Ver- hältnisse im gqnzen Staate haben sich nach und nach so geändert, daß das. Intellegenzartikelwerk, wie es im vori en Säkulum fiir die wöchentlichen Anfragen, Anzeigewund NachriaZten „dem Publikum zum Besten“ hergeételit .worden, _nicht mehr angemessen und befriedi-
end ZX, sondern elasbgend und hemmend wirkt, mancher nützlichen
ntwi elung entgegentritt und im Vergleiche
viel Nachtheile mit si führt, weshalb eine dem Bedürfnisse des andels und Wandels höchst wünschenswert!) erscheint. Die vorlie ende AllergnädiZlste Proposition verehren wir als eine landesvätxrli : Auf abe zur bhüÉe. Wir finden zur Ge- nugthuung der siändifchen_ itten in den 'tläuterungen des Geseh- C'utwurfs das Aneriennimß der zeitherigen Ukbelstände neben dem Vorhaben einer wezuger drückenden und unbequemen Einrichtung dar- gestellt, so 'dgß wir in ersterer Hinsicht, an er der Bezugnahme auf xine-neue Pxntton aus der Stadt Erfurt, m' ts beizufügen brauchen.
Ehe wn" jedoch zur speziexletx Berathung der einzelnen Para- Lraphen fortgebxn,_gedenken war tm Intense des Militair-Waiseu- uuses des Hewtchttgen Inhalts der Königichen Urkunden aus den Jahren 172 , 1728 und 1734. Wir hatten Sehnsucht nach deren Einsicht; in den hiesigen Registraturen und Archiven waren dieselben nicht vorßndlich. Des Königs Majestät haben deshalb mittelst Aller- höchsixr rdre vom 4. März er. zu enexmigen geruht, daß den Yxovmchaxftänden' jene Dokumente ab chri tlich mitgetheilt werden.
:erna 1 -
1) dchß Allerhöchsie-Verordnun vom 26. Januar 1727 ein In-
telltgmz-Werk beim General-yposi-Amte nach dem Exempel und
aus dem Fuße, wie es 'in anderen Haupt» und Handelsstädien
von Euro?": eingeführt, dem Publikum zum Besten für wöchent-
lich_e An tagen .und Anzeigen vorerst in der'Refidenz Berlin errichtet _worden. . ' »
2) Dur ;dte Allerhöchste Verordnung vom 17.3um' 1728 wird das Inte _agenz-Werk außer der Residenz, sonst. überall hin auf die Provmzen ausgxdxbut, für-«zlle wöchentlichen, sowohl die ber- -lmer aks ProvmleJNachchien besiimmt und befohlen, daß der „Ueberschuß der Einnahmen bei dem Intelligenzzwecke künf- stmauzßum ékhus? dx; pUZÖsTMslhk'; Yaisenhauses verwendet
“_ un . er em en t en an n en ux an d
3 Zeuxxexrbedbatsan'i:1 kfibdéTZIismhauF b s ' H bei un
)! t,? _un awus- r n„e . “to» to, Waien aus von öni Friedrich ,lehelm, (1.2 4310 "Po sdam de_n [TY Oktober T7: verord'yet mit KöyxglrcherHandschrist und großem Insiegel:
, Punkt 11. „Da_Wer auch, Zur Unterhaltung des potsdamscben
zu dem Reinertrage zu neue Gestaltung nach
Waisenhauses“ 'die von-dem. ntelli enz-Werke allenden R ü einmal d'esiinirt haben, so eben xguxd wollen LM, daß 1322"ka , ielligenzwesm in-semtm 132334? bleibe. und der daraus kommende Uexexs ux dem mehrbesagten Waisenhm'tse zu ewigen “Zeiten an nm ae,.“ ' . -, , ' Die Direktoren der Anstalt, "wird weiter befo.hlen,_sollen eifrigß
mit befördert werden soll. „
498.
ua W en und Gewissen, so lieb ihnen ihre zeiilize und_ ewige WWK?“ “|," “f ErhaltunI und Förderung des zz: Gottes- Ute und des armen Nächsten eßem erachteten Wmsenhaqses muß 'der bei dessen“ ' gehegten Anagnädi be- dacht ein. 'zu allen “tet verhüten, da keine von dem zum Waisen use bereits ge gien oder inSküu ge noch dazu kommenden Reveuüeu, es sei unter welchem Vorwande es runner wolle, eytzogeu, oder zu ir end einem anderen Endzwetke venvendet werden, vielmehr pfli-h chuldig dahin alles Ernstes trachten, daß ge- dachte Revem'ien vou it zu Zeit vermehrt und gebessert werden. Der Königl. Stifter e ucht des Kronprinzen Liebden und alle NP- folger aus dem Throne, denen Gott das Scepter überreichen ward, über die Kön!“ liche Verordnung und Stiftung unveränderlich fesizu- halten und m' es weder selbß zu thun, noch thun zu lassen, welches zu derselben Nachth'eil gereicheu könne. -
Es wird dem Landtage höchst angenehm sein, dieses uns Allet- gnädigst anvertraute kostbare Dokument näher kennen zu lernen; es aß aus der Furcht Gottes und aus der Liebe zu den Menschen nach seinen weiteren Bestimmungen über die chrisili e Erziehung, brauch- bare Bildung und nüßliche Beschäftigung der h“issbedürs1igen Kinder hervorgegangen; die ganze Stiftung und Dotation isi ein denkwür- digcs Ereigniß in der Geschichte Preußens, eine Großthat aus dem Leben eines gottbegeYerten Königs, ein glorreiches Denkmal des Geistes der Dynastie oheuzollem, „der den Armen und Waisen Recht schajst usnd durch seine Verordnungen, Mahnungen und Verheißungen Se en pendet.
g Der Königliche Stiftungsbrief vom Jahre 1734 giebt Ausschluß über den Sinn des Geseß-Eviwurfs. In Pietät und Ehrfurcht ge- gen solche Werke der Gerechtigkeit, fest in der Heilighaltung frommer Vermächtnisse, tritt der Stände-Ausschuß mit der entschiedenen Er- klärung ervor, daß das Militair-Waisenbaus für das aus iiberwie-
enden künden dcs gemeinen Wohls aufzuZebende Privilegium des Zntelligenzblattwanges nach vorgängiger ernehmung des Direk- toriums der An alt hinlängliche, ja reichliche Entschädigun , überhaupt vollständige Sicherstellung seiner Einnahme erhalten MF? Das an- fängliche Bedenken des Einen oder Anderen in unserer itte, ob das Privilegium auf unsere ganze Provinz sich erstrecke, wird nach Ansicht obiger Urkunden, so wie der Allerhöchsten Verordnung vom 28. März 1811, §. 10 und vom 18. März 1834 gänzlich und um „so lieber zurück enommen, als auch die Soidatenkinder „aus der Pro- vinz achsen der Wohltbat theilhaftig sind. Jeder Zweifel gegen den Umfang der Jntelligenz-Artikel, welche dem Zwang: unterliegen, wird durch die Kabinets-Ordre vom 3. Mai 1824 qelöst.
Vorbehaltlich der voll ändigen Abfindung oder Éinnahme-Sicher- stellung des Instituts, an welche die Absicht des Königl. Stifters gerichtet und der besondere Schuh des Staates zu wenden isi, darf die Rechtlichkeif der Abänderung .oder Aufhebung _ des Privile- iums aus den beigebrachien vielen triftigen Griinden so wenig in Frage gesiellt werden„als es bei den gänzlich veränderter: Zeit- und Gewerbs-Umsiänden (hinsichtlich der Geschäftsbetrikbe und Vorrechte des berliner Lagerhau es der Fall sein konnte; Allgemeines Landrecht Th. ]. Einl. §. 70, Th.". Tit. 6, §§. 75 bis 78, Tat. 19 §§. 32 u. 40. “ Nach dieser Vorbereitung haben wir zu den einzelnen Para- raphen des Geseß-Entwurfs gar wenig zu erinnern und bitten den andtag nur, folgende ehrerbiettge Bemerkungen zu erwägen:
&] §. 1. Je befriedi endet die Besitmmung der zwei ersten Sätze dieses ParagrapZemi , desio weniger will es billig erscheinen, für gewisse" Städte, reise und“ Gegenden die Wohlthat der Be- freiung vom Zwange wegen entgegenstehender Verträge auf unbe- stimmterit hinauszurücken. Wegen solcherZufälligkeiten dürften dieselben
» uicht nachzustellen sein, zumal dadurch der gemeinnüyige Erfolg verschoben
wird, da, wo Lokal- _ode_r Kreisblätter noch nicht emporgekommen sind, deren Errichtung, die das Jnielligenz-Privilegium erschwert hat, zum Vxsien des Verkehrs bald entsiehemzuiehen. Man vermuthet, fast in allen, wenigstens in den meisten Fällen solcher Kontrakte werde, wenn sie auch aus eine Reihe von Jahren oder aquebenszeit der In- haber abgeschlossen worden, die Kündigung wegen veränderter Gefes- gebung ausdrücklich'vorbehaltetx sein, und hegt die Zuversicht, daß, wo es dieser Umstand gestattet, die Aufhebung der Verieihung mit dem 1. Januar 1846, oder sobald es die Kündigungsfrist nachläßt, eintreten werde. Wo freilich ein solcher ausdrücklicher Vorbehalt die als- baldige Kündigunß nichtrechtsertigt, ist man weit entfernt, der Heiligkeit der Verträge Ab ruch zu thun. Dann aber möge lieber Entschädi- gung den Nußnießern, wie es bei ähnlichen Begebnissen geschieht, ge- währt werden. Könne und woÜe die Staatskasse diese Abfindung der gemeinen Wohlfahrt wegen nicht übernehmen, so md“ e die Ent- schädigungs-Summe der Insertions-Abgabe der Jena!“ en Blätter eber zugeseht werden, als daß ein Landestbeil die ortheile der neuen Einrichtun länger, denn der andere entbehren soll. ,
Der usschuß bittet hiernach, den lehten Satz des ersien§. da- hin zu berichtigen: -
daß, wo vbu- der Kündigung civilrechtlich nicht Gebrauch zu ma-
chen, EntscbadtgunZofiir deren Aufhebun „verwilligt werden soll. . 3-1 §, 3.1) te Absicht dieses _§. iJi-zwar unzweifelhaft, die Fassung schemt aber das Bedenken erregen zu können, als müßten alle bezüglich“: Bekanntmachungen doppelt, einmal im Anzeiger der Stadt Berlin und das andere Mal in “dem Regierungs-Amtsblatts- Anzetger, abgedruckt werden. _ Zur Beseiti ung dieses Mißverständ- nisses wäre in der lebten Zeile des §. zu agen: *
eine Bekanntmachung in Betreff der Stadt Berlin durch deren be-
sonderen Anzeiger (§. 2), und-in Betreff der übrigen Landestheile
jetter 6 Provinzen durch den öffentlichen Anzeiger der Regierungs-
LantsinJi'itteZj fck ß b "es » ' »
). er us 11 ringt bei di -em §. weiter zur S ra e, da auch die „Amtsblatts-Anzeiger in vielen Fällen, namentlxch ckbei detßi nothwendtgen Subhastan'onen kleiner Wandeläcker_2c., den Zweck nicht erfüllen. Jene Anzeiger werden vom Publikum, namentlich von den Feld-Nachbarn solcher Grundstüake, äußerst wem“ gelesen. _
_ _Um dtequblizität zu erzielen und die KaUZliebhabrr zu benach- richtigen, müssejn daher dieselben Bekanntmachungen meist durch die Loxgl- und Kreisblatt“ wiederholt werden, weil nur diese die Absicht ;rFlleZ Zarb sonst oft Nachtbeil eintritt. Es entsiehen dadurch dop-
e e o en, wünscht daher fükr die Behörden die ErmächtiYmg: _ zaz- den geseylachen Bekanntmachungen auf ntrag und unter Zu-
meung dxr theressenten, falls der Gegenßand nur von örtlicher
„ , edeutung isi, dre Lokal- und Kreisbläiter gebrauchen zu dürfen, währendj-be: Ediktal-Vorladungen, Koukursm, .Liquidations-Prozessen, FepFratzloéten, Dokumenten, Aufgeboten :e. die Geseß-Vorschrift als
ege - ! ,- - - .
11 5. 4. Im Allgxmeinen is der Ausschuß mit dem Grund- sake emyersiauden, daß dre ebührende Entschädigung der vom Mili- *I „Watsxnhau : aus dem nielli enzblattzwangx :e. bezogenen Ein- kunfix von den.Rebacttonen der s entliehen Blätter, einschließlich der Anzeiger (§. 3), aufgkbrgcht werden müssen. In jeder Besiebnug blinkt es aber _mhsam, einfach, Kontrolle,.Berechnunge-t.und Unkosten ersparend,; wenn jene Abfindung hauptsächliz durch jährliche Aversional- Za lun en regulirt wird. War wünschen- diese Maßnahme “als Regel
auzu e en und mö ten dana d . ' 1 etwa stdahin, fassen: ck ck en Yaragraphxw „'m: Wesen lichen
die fiir die armen Schuldner :c. drückend sind. Man -
.destheilen, da in „diesen
_Die dem Militair-Waisenbause zn Poisdam :e. gebührende .“ seinemebesteben unentbehrliche Entschädigung sind die nen der öffentlichen Bxätter, einschlie lich der Anzei er (§,3), znbtingen veepflichtet. Dieselben ha „ xtatb der erth“ Behörde eine auf die Debits-Vethältmsse abgemessene jä Aversional-Zahlung, die zusammen den Betrag der Abfindung „ matht, au die Staatskasse zu leisten. Die Redaction, mw, - Weise der Schuld-Abtragung nicht annimmt, muß nach Aufb- des Intelligeuzblattzwauxs von allen einzelnen, egenwärti .„ Zwan : unterworfenen riikeln eine nach dem um der bemessßue besondere Abgabe an die Staatskasse entrichten, '
Der Ausschuß glaubt, der legten läsiige undzweitläusig, weg werde sich meist vermeiden lassen.
441 §§. 5, 6, 7. Da nach dem Ausdrucke und Sinne des König, SiiftungsbriefesüneSteigerun derEinnabmenausdnnJutell-“gmzz zwan e gerechtfertigt ist, so dar gegen das Prinzip in diesen Paragtax ansi nachts erinnert werden, und es läßt sich auch'gegen die Beßjm und Fassung der obigen drei Paragraphen nichts einwenden, na [ich vermag der Ausschuß keine einfachere und richtigen Norm.
eigenden Einkommens, als die nach der Volkszählung, zu mdem die zeitherige Einrichtung, wie die Veränderung oder E,- terunq den Gesammtverkehr der 6 Provinzen der Monarchie ben“, Die fixirten Aversa fiir die verschiedenenLokalblätier mögen "“ck Umfange der Stücke, nach der Zahl der Nummern, nach der M des Absatzes ab emessen, die Jnseraten-Abgaben nach Zeilen iiberall gleichmä ig normirt werden. Ob und wie die wiederkehx Revisionen oder neuen Abgaben-Re ulirungen nach der vorgesch- nen Gleichung auszuführen, kann ediglich, da die “Le Jeßß fiir eine achtjährige Periode gilt, bis nach gemachter rsahrung
ck beruhen. Unter allen Umständen muß für die gebührende ',
attung zu sämmtlichen Bedürfnissen der milden Anstalt jederzeit , stimmt und gesorgt werden.“ ' ' Der Landtag hat sich mit diesem Gutachten einverstanden „„ den danach zu berichtigenden Geseß-Entwurf mit Ausnahme „ weniger Stimmxn, die nur eine Verbesserung der beizubehal zeitherigen Cinnchtung resp. eine gleichmäßige Feststellung UW gabe, etwa auf den vierten Theil der Insertions-Gebühr, begch, angenommen und schließlich den Antrag gestellt, daß sowohl die Redactions-Abgaben-Regulirung; als die Resultate der späteren“, vision öffentlich bekannt gemacht werden möchten.
Demnächst'kam der unter Nr. 8 des Allerhöchsten Dekreis * 2ten v. M. an den Landta gelangte Entwurf eines Geseßes,
die Ausbringung und Crßattung der Aufgreifungs-, Detenä
und Transportkosten bei Bettlern, Vagabunden und iegitimati losen Personen betreffend, „ zur Betatbung. *
,. Es sind nämlich in neuerer Zeit dieZBtstimmungen derA!» höchsten KabmewZOrdre vom 28, Juli 1836 (Gesev-Sammlungn 1836 S. 218) hmsichtlixh der Verpflichtung zur Tragung und Eriks tung polizeilicher Untersuchungskosien auch
auf Tragung aller derjenigen Kosien, welche den Polizei-Obn'gb'.
ten durch die Aufgreifung und vorläufige Deien'fion der Venia,
Vagabunden und sonstigen legitimationslosen verdächtigen Person
während der Zeit der Ermittelung ihrer Angehörigkeits- und sn-
stigen Verhältnisse erwachsen, atzalog “ausgedehnt worden. Inwiefern aber dies gerecht und b** set, hat selbst den höheren Verwaltungs-Behörden zuvielfachenZ fein und Bedenken, namentlich seit dem Erlaß des Geseßes vom Ignuar 1843 über die Bestrafung der Bettler, Vagabunden und beatsschßuen, Veranlassung gegeben, um so mehr, da solchensalis » selbe. mtt semen mannigfachén, entwedex neuen oder doch sebr versch-I txn Strafbesiimmungen gegen Bettler und Landsireicher den Kom nen und Privaten, als Polizei-Obrigkeitcn, theils nichtgekannte, » weit umfangreichere Verpflichtungen. auferlegen wiirde, _ Ver" tungen,„ welchen auf die Dauer zu genügen, sie offenbar nicht» Stande sem dürften. Die Vorschriften dieses Geseßes sind üb fast durchgängig nur zu den sogenannten landespolizeilichen zur -« ' und erscheint es um so weniger im Recht begründet, zu deren Vo sireckung von einzelnen Kommunen und Privaten Opfer und Aufwu- dungenvon so bedeutendem Umfange zu erheischen. . Die Durchführung „des fraglichen Verwaltungs-Grunbsaßeshi daher sehx erhebliche Bedenken-überUdeffen Zweckmäßigkeit angeres und läßt m einigen Beziehungen sogar Folgen befürchten, welchesichda Zwecken der Sicherheitspflege als ein Hinderniß entgegen siellenkönuelx Es :| Pflicht des vorliegenden Gesev-Entwurfs, diesebes, merkten mzd in der ihn begleitenden Denkschrift ( S. 4 und 5) kk!“ fend geschilderten, auch von mehreren Provinzial-Landtagen berni!" zur Sprache gebrachten Uebelstände zu beseiti en, und dem dessous- en„ mehr oder minder empfundenen Bedüaniß durch gleichmäßos estn'nmungen Erledigung zu gewähren. '- Jnsoweit war der Landtag mit der Tendenz des Geseß-Eniwtnß vollkommen einverstanden; nicht eben so mit derjeni en, wonach]! Staatskassen von allen zeitber hierunter getragenen Fehr bedeuiendl auf die verschiedenen, ck
“
ur die Landarmenpflege g
Lasten liberirt und selbige durchgängi dem Gesch vom 31. Dezember 1842 ? deten oder noch zu bildenden Verbände übernommen werden solle!-
Obnehin ist der von allen Provinzen des Staats am meistenwk Grundsteuern belasteten Provinz Sachsen durch das obengenanlke Gesetz eine ganz neue Last, die Versorgung der Landarmen, aufeklkst worden, welche sowohl nach dem Allgemeinen Landrecht, als nail)dir in der Provinz selbst bestehenden Verfassung dem Staate obgeléskb und beschloß daher der Landtag, gegen die beabsichtigte neue Bk“ lasiung seine ausdrückliche und bestimmte Verwahrung m der an bk“ Königs Majestät einzureichenden Denkschrift auszusprechen. ,
Unter Fesihaltung dieses Gesichtspunktes fand sich zu" den em- zelnen- Paragraphen des Gesep-Entwurfes Folgendes zu bemerken:
Zu §. 1. Mit der in diesein Paragraphen aus esprochenen Bk freiung der Kommunen und Privaten, welche Polizei-Ybrigkeiten ßud, von den durch Aufgreisung, Detention und Transport der Bek“??- Vagabunden nnd legitimationslosen Personen entstehenden Kosten w“ man, unter Vorbehalt der zu den §§. 2 und 3 vorzuschlagendcn Mk“ dificaiionen, vollständig einverstanden. _
Zu §. 2. In den unmittelbaren Ortschaften der sonst sächsisck" Landestheile der Provinz sind verfassungsmäßig zeither die Kosien dk“; Aufgreifung und polizeilichen Verhaftung, Verpflegung und Bekl"- dung der Bettler, Landstreicher und sonstiger legittmatiouslosxr N,", dächtiger- Individuen, eben so die Kosten, welche durch die m A"“, schung derselben einzuleitende vorläufige polizeiliche Untersuchung “'*';
gierungen, mithin a'us Staatskassen, bezahlt worden. Gleiche V““
“pflichtungen liegen denselben ob, in den übrigen Landestheilen 3“
Provinz, ja noch weit auTgedebntere in den sonst wesiphiilischtkn L?" :e nicht zusteht, vielmehr während der Zwischenherrschast an den S"“ unmittelbar übergegangen isi. Selb| in mehréren Städten der vinz, denen die Polizei-Geriaxtsbarkeit zu "ht,
Regierung liquidir't und aus Staatskassen erstatiei worden.
(Schluß folgt.)
**
standen,» aus den polizeilichen Disposinons-Fonds der-Königll'tbk" R“ *»-
Polizei-Gerichtsbarkcit vielen DWWÜ ,
_ sind bis iq yeuesk“ » Zeit dee Polizei-Gefangmen-Unter-haltungs osten bei der_Kön-gl'W
ku Abonnemxnt beträgt: 11 1. für In r. TKL]; “ ; Ja? 8 Ahn".
Allgemeine
r. - 1 Jahr. , , 'ubYukhZÖXseTFhunZ-Éarch" * "s“"i»"?:“3“;?kxhie.f"Z?-;" "" Z::zeigeu 2 Ist. ' * " .
Alle posi-Anaalieu des In- und Auslandes nehmen Bestellung aiif dieses Blast an, für Berlin dte Expedition der Allg. preuß. Zeitung : Friedriehsnraße M'. 72.
,
_13 97.
Berlin, Dienstag-dcn Z“" April
Inhalt.
rovinz Schlesien. Un ücksfall._ Xen, Tiogang und nebets wemmung. _ Rhein-Provinz. über den Arbeiter-Hülssverein.
.; plaud-
o kalliknPt-es Rheins. _ Berathunz?
„ e Bundesstaaten.
:,:JZ-Kammer. _ Wassnßand der Donau. __ Großherzogthum Mecklenburg -Schwerin. Expmptiation.» _ Freie Stadt Bre- men. Deichbrüche. _- Schreiben aus Fransfuxt a. M. (Blick nach „„ Schweiz; Nachwehen der Uebrrschwemmung.) .
Nxßland und Polen. St. Petersbur . Ernennungen und Be- ßxderungen am Tage der Taufe des Gtoéfütften Alexander Alexan-
drowitsch-
» aukreicb. Paris. Verwerfung des Gesc Vorschlags iiber die Ge- .
schäfie in Eisenbabn-Effekten. _ Der Zollgeseß- ntwurf. _ Vermischtes. _
Briefe aus Par s. (Kammer-Arbeiten: Douanengesev. _ Die Petitio-
nen egen die Befestigung von Paris; aus Afrika.)
roßßritanien und Irland. Unterhaus._ _Kolonial-Budgets. _ „Wiederholte Debatte über die Brief-Eröffnungs-Angelegenbeit. _ Ein Antrag des Herrn Shri! verworfen. _ London. Hof-Nachticht. _ Die Gesellschaft gegen den Sklavenhandel wider das Durchsuchungsrecht, _ Niger-Expedition. „
ckweiz. Kanton Zürich. Note des russischen Gesandten an den Vundes-Präfidentm. _ Maßregeln des- eidgenösfischen Staatsraths. _ Kanton Aargau. Einfall der Freischaaren in den Kanton Luzern. _ Kanton Basel. Aufstellung einer Bürgetgarde,
pauken. Schreiben aus Madrid. (Neuentdeckte Verschwörun ; Par- teiung unter den rogresstsien; Begünstigungen des Schiffsverkeßrs mit Frankreich; Vermi chtes.)
wandels: uud Börsen-Nachrichten. Berlin 11. Frankfurt a. M. Börse,
-* *uxiau. _ Eiyige Notize-n über das Theaterwesen im heutigen Athen. «*; eilige.
Uichtmntlicher „Theil. I n l a n d.
Provinz Schießen. Breslau, 4. April. Die hiesige _ iiung meldet: „Nach genauer Erkundigun hai sich ergeben, daß ur der Schiffer Badisch (nicht Fabisch) sein Le en verloren hat. Seine isi bereits im Wintergarten aufgefunden worden. Sonst wixd emand vermißt. Die Communication auf der Straße nach Trebmß ßgänzlich gesperrt, da die Briicke über die alteOder theilweise we = sen und die Chaussee bei Lilienthal durchbrochen ward. iesigeu Oksr-Pegel ist der heutige Wasserstand der Oder 21 Fuß Zoll und am Unter-Pegcl 13 Fuß Z'Zoll.“ _ Bei Neisxe war er Wasserstand der Reise am 29. März Abends über_10 Fu , und ie anze Niederung bis Kohlsdotf glich einem stürmischen Sex. lä licher Weise änderte sich gegen Mitternacht der Mund, womtt ie Gefahr abgewendet war.
Provinz Posen. Die Breslauer Zeitung meldet aus ofen vom„2.'April: „Das ganze Warthe-Thal ist unter Waikser, nd es fehlen noch vielleicht zweiFnß, so strömt dasselbe iiber un ere ie Stadt mit der Vorstadt Waliischei verbindende Brücke, die man ereits seit heute Mittag gesperrt hat. Das Eis, Welches noch ober- alb Posen beim Eichwald stand, ist seit 5 Uhr Nachmittags in Be- egung. Es hat jedoch den Anschein, als ob dasselbe vor unserer *rücke wiederum zum Stehen kommen würde. Die unterhalb Posen elegene massive Schleusenbriicke, welche zu den Befestigungswerken ehört, sucht man durch Sprengen mit Pulver frei zu erhalien. Den "achriihten _aus den oberen Wartbegegenden gemäß, ist dort die Zer- örm'o durch Finthen und Eismaffen roß. Jeßt rst der WaZerstand m Pgegel gegen 15 Fuß 3 Zoll. o eben hat das Wa er das olz von den» hiesigen Lagerstätten weggesührt und vor der Brücke egen 1000 Klastern aufgethürmt. Oberhalb hat man den Damm '» zwei-Siellen durchstochen, an anderen ist er durchbrochen; wan offt, daß in Folge dessen der Wasserstand nicht viel höher sietgen nd unsere Briicke so erhalten werde, da die größere Wassermasse adurch um die Stadt herumgeleitet wird.“ '
Nhein-Provinz. Bei Düsseldorf war der Rhein seit dem |M d. M. um 2? Fuß gefallen, und die überschwemmten Straßen
Wk 1! s k a u. Die'Standesherrschast Muskau mit Pertinenzien, Inventarien und
' *"käkhkn ist in den Befiß des Herrn Grafen Edmund von Hasselbe-
eiswei! er über egangen und der gerichtliche Kaufdan'iber zu dem reise
on1,708,150 Rth 1". am 22./27. März in Frgnksurt a,b.O. und erlin
"zogen worden. „ ,. ,- Da Ober -“ Direktor V : th e. Im Auftrage des HerrnFiirsten von Pückler-Muskau.
Einige Notizen über das Theaéerwefen im heutigen Athen.
, Nachdem Griechenland vom türkischen Joche frei eworden und es„durch "Minirung des Königsthrones definitiv in die ethe der europäischen Wien ein etreten war, hatte may nichts Eikigeres zy thun, alsW'stch , Mropäis en Civilisation _so viel als möglich anzuschmtegen, europm_che "“*"“qu einzuführen, europäische Bildungsweise und Bildungsmarkt! ÖMIUU nen, und bin und wieder fingen europäische oder sognxannte "“ck? inen und Gewohnheiten an," die einheimischen zu yerdrangen, ;, “m Theil freilich nicht sowohl“ griechisch als vielmehr türkisch waren. „* '“ Eifer entsprang einmal aus Politik: man mußte in den europaischen "“Men eine Stüve suchen und glaubte deshalb, ich selbst so schnel! als .* durch und durch zu einer europäischen Nation machen zu mussen. läßt sich nicht leugnen, daß man hierin gar oft zu weit ging und so
„ ““ en Griechenlands und den gegebenen Verhältnissen entgegen- “kk * on dem entgegengesestcn Extrem, daß man nämlich europäische . “s' auf dem Gebiete der inneren und äußeren Politik syßematisch vou , ck zu halten esucht hätte, ist bis jest weni er zu verspüren gew-sen; , Ik- davon wen ger zu befahren bei dem |reb anxen,_aufge1veckten Geiste , Nation, die durch die neuerlich erlangte Unabhängigkeit vom türkischen em einen neuen Aufschwung erhalten hat. Cbarakterißiscb ist es bei alle- ' daß der gemeine Mann den Anodruck „Europa“ sites als Gegensav
Waisersiand. _ Pro- „
önigreich Würtiemberg. Abge- '
; wenigen Tagen wird die Kammer der
- darin begriffen. Soll Griechenland fich eine Zukunft erringen, soll es den
der St-abßwaren zum Theil wieder frei. _ In Aachen fand am 2. Apnl dae Bürger-Vetsammlun statt, welche die definitive Jesi- siellung des Statuts für den dase bst zu stiftenden Verein zur Ver- besserung der Lage der arbeitende): Klassen in Aachen berathen sollte.
Deutsche Bundesaaaten.
Königreich Württemberg. Stuttgart, 2. April. In Abgeordneten ihre Sißungen mtt Verathun der Art und und die Aufna me der Eisen- _ Bei Ulm war vorgestern das doch waren mehrere Straßen der (Auch in Regensburg war die April Mittags um 14“.)
Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin. Das Schweriner amtliche Wochenblatt vom 5ten d. enthält eine Großhexzogliche Verordnung in Betreff der Veräußerungs-Verpflich- tung bei den beabsichtigten Eisenbahn-Anlagen zur Verbindung der Städte Rostock und Wtsmar mit der Berlin-Hamburger Bahn.
Freie Stadt Bremen, 3. April. Nicht nur ist am linken Weseruser zu Seehausen und an der Ochum, welche durch das in Folge des Bruchs am Buntenthors-Steinweg einströmende Wasser angeschwollen ist, der Deich gebrochen, sondern es hat auch auf dem rechten Ufer der Lesumdeich dem Andrange des Wassers nicht wider- skeheu können und die Uebrrschwemmung hat sich bereits bis in die Vorstädte Bremens ergossen,
%% Frankfurt a. M., 4. April. Die Besorgniß, daß der Radikalismus in der SchWeiz einen äußersten Schritt wagen werde, ist in Erfüllung gegangen. Wenn schon die öffentlichen Blät- ter die kläglichsten Nachrichten über die Ereigniffe bringen, lauten die der Privatbriefe noch weit betrübender. Es ist viel Blut geflossen und die Zusiände sind der Art, daß das Drama noch nicht KUSgespielt zu sein scheint. Unter sochen Umstiinden dürften wohl die Nachbars- mächte, im vorhergegangenen Einverständnis: mit den iibrigen Groß- mächten, entscheidende aßre_eln ergreifen, um den in der Schweiz losgelassenen Geist der Anarchie völlig zu bannen. „'
Die Wassernoth hat sich nun überall verloren, der Main und seine Nebenflüsse sind in ihr Bett zurückgekehrt, lassen abei' überall große Verbeerungen und besonders auf dem Lande wabrrs Elend zu- rück. Es habrn ßth mehrere Comité's gebildet, das Unglück, das die Einheimischen betroffen, zu mildern; man hat auch die tödliche Ab- sicht, die schwer Heimgesuchten der benachbarten fremden Orte zu unterstüßen; Millionen würden aber nicht ausreichen, den Schaden iiberall auszugletchen. An unserer Mainbrücke hatte die Wasserfluth auch einen Strebepfeiler alFelöst, der gestern völlig einstürzte. Die Post hat seit gestern ihre erbindungen nach allen Richtungen wieder aufgenommen, dagegen kann die Taunus-Eisenbahn erst „übermor en ihre Fahrten wieder beginnen. Die Bahn war an mehreren Ste en stark von der Flath mitgenommen worden. Unsere Messe hat bei der eingetretenen schönen Frühlingswitterung ein freundlicheres Aussehen
gewonnen. Russland und Polen. '
St. Peteerurg, 1. April. Die Vollziehung der Taufe des Großfürsten Alexander Alexandrowitsch- welche am Sonnabend den 29. März in der durch das Programm vorgeschriebenen Weise statt and, wurde den Bewohnern der Residenz durch 301 Kanonen- schii e von der Festung Petropawlowsk verkündet. Nach der Taufe war großes Diner bei Hose und Abends Illumination dex Stadt. _ Durch einen von demselben Tage datirten, an den dirigtrenden Se- nat gerichteten Ukas hat Se. Majestät der Kaiser den “bisherigen Vice-Kanzler Grafen von Nesselrode zur Würde eines Retchs-Kanz- lers fiir die auswärtigen Angelegenheiten erhoben. Auch sind duxch einen Kaiserlichen Tagesbesehl von demselben Datum eine Rkthk von Beförderun en in der Armee vorgenommen. Die General- Lieutenants Drie en, Bjelogradsky, Chatoff l., Roéen 11. und Schu- bert warden zu Generalen der Infanterie, Genera -Lieutenant Rep- uinsky zum General der Kavallerie und General-Lieutenant Kosen
wieder eröffnen und zwar, Weise, wie unser Staats-Schuldenwesen bahn - Anleihen einzurichten seien. Wasser der Donau wieder gefallen, Stadt noch immer nicht zu passiten. Donau gefallen und zwar bis zum 1.
wie es heißt,
zu Griechenland und der Türkei gebraucht; Rußland ist nur halb und halb
Platz einnehmen, welcher ihm durch alle seineVerhältnisse und Beziehu'pgey angewiesen ist, so darf es sch, wie ich glaube, nicht_blmd de'r abendlandc- schen Kultur in die Arme werfen, sondern es muß diese auf ;egltche Weise .»mit christlich-orientalischen Verhältnissen zu vermitteln., an fie anzuknupsen suchen; davon, daß man sich dieser Stellung und dieses Berufes deuxlich bewußt werde, und daß man zur Lösung„dieses Problems" dienchngen Mistel aufzufinden und anzuwenden wisse, han 1 das gegenwartige. zmd zu- künftige Gedeihen des jungen Staates ab. „abe; smd denn frrtltch noch gewisse mehr oder weniger direkte äußere Einfluss: m Anschlag zu bringen, die fich mannigfaltig unabweisbar und_ störend geltend machen. Sodann entspringt jener Eifer auch aus dem sozialen Bedürfnißz denn die polinsche Revolution mußte nothwendig auch die, sozialen Zußände ergreifen. Qa isi nur zu bedauern, daß man häufig em wirklich vorhandenes Bcdürfmß, vorsäßlich oder unvorsäylich, übersah,“ daß man da egen der Abhiilfe blos ein ebildeter oder vorgeblichcr Bedürfnisse große Op er brachte. Dazu kam no , _ wie es nicht selten bei regem, nicht immer richtig vcrßandenexn Civilisationssireben der, Fall zu sein p egt _ daß man gar oft den Schein fiir „das Wesen gelten ließ, und daß n manchen Fällen der Luxus die C:- vilisation überhone. Wenn man nun bedenkt, daß das religiöse Clcwent in Griechenland so tief, ja in vielen bochwichtigen Beziehungen wm tiefer in das politische und soziale Leben eiugrxist, als sonst irgendwo in der ge- sammten chrisklichm Welt, so ist es erklmlich, daß dagegen eme theilweise Reaction nicht ausblieb, hervorgegangen aus religiöser Sirengglaub-gkeit und sittlichem RigoriSmus; aber auch aus saatswirthschastlrchm Theoriexn und Berechnungen _ denn diesen iii in einem Lande wie Griechenland em weiter Spielraum gegeben, und sie sind das Steckenpferd gar vieler Leute mit und ohne Beruf geworden.
Unter solchen Umßänden wurde der etsie Versuch gemacht, die Bühne nach modernem europäischen Zuschnitt auf griechischen Grund und Boden
1845.
zum General der Artillerie, 21 General-Majore zu General-Lieuienanis und 8 Obersien zu General-Majoren ernannt. Ein anderer Tages- befehl von gleichem Datum enthält die Ernennung des Generals der Infanterie, Militair-Gouverneurs von Riga und General-Gouverneurs von Liefland, Esthland und Kurland, Baron von Pahlen, zum Mit-
gliede des Reichsraths. Frankreich.
, Paris , 2. April. Die langen Debatten der Pairs-Kammer über den Geseßvorschlag des Grafen Datu und die darin vorgenom- menen Modificationen sind ohne Erfolg gewesen; die Kammer hat he,ute bet der Schluß-Absiimmung denganzen amcndirten Entwurf rnit 86 gegen 51 Stimmen verworfen. Das Journal des Dé- baxs wünscht dem Lande Glück zu diesem Resultat, „denn“, sagt es, „hätie die Kammer das drakonische Geseß genehmigt, welches ihre Kommisfion in der besten Absicht entworfen hatte, so würde sie, wir sagen es ohne Bedenken, jenen großen Unternehmungen, deren rasche Entwickelung Frankreich, wenn es wohlberathen ift, mit allen Kräften aufmuntern muß, einen tödtlichen Streich verseht haben. Indeß wird diese lange Diskussion nicht ganz fruchtlos gewesen sein. Es isi nun Je- dermann gewarnt, und eine von so hohem Ort ausgegangene War- nung wird von größerer Wirkung sein, als der Entwurf der Kom- mission gegen Mißbräuche, die weniger zahlreich sind als man denkt. und deren Beseitigung einem Jeden am Herzen liegt.“
Die Deputirten-Kammer votirte gestern die lehien Artikel des GeseH-Entwurfs iiber die Zölle, mit Ausnahme einiger wenigen Ve- siimmungen, die sie noch einmal zur Prüfung an die „Kommission ver- wies. Uebrigens bot die Diskussion nichts von Interesse dar, außer etwa die Debatte über das Amendement des Herrn Dezeimeris, wo- nach auch der Tarif für die ausländische und französische Einfuhr in Algier, so wie der für die Einfuhr von Algier in Frankreich mit in das Geseß eingeschlossen werden sollte. Das Mintsierium beharrte bei dem System des Entwurfs, wonach diescr Theil des Tarifs, wie bisher, Königl. Verordnungen vorbehalten bleibt. Diese Ansicht wurde auch von Herrn Dufaure lebhaft untersiüßt und das Amendement mit großer Majorität verWorfen.
Die Werke Lamartine's sind im Jahre 1844 an die Gesellschaft Bethune verkauft worden gegen 1) eine Summe von 350,000 Fr., in verschiedenen Terminen zahlbar; 2 eine lebenswierige Rente von 8000 Fr., mit Uebertragung der Hälfte aus eine andere Person nach Lamartine's Ableben; 3) einen Antheil an dem Ertrage der von La- martine herauszu„ebenden „Geschichte der Girondisten“, welcher An- theil durch die An äufer'selbst auf ungefähr 240,000 Jr. geschäßt ist; im Ganzen al“o egen ein *Köpital von 7_800,000 F1". Ferner hat die Gefellschaf't ich verpflichtet, zu voraus bandweise festgestellten Preisen die Werke anzukaufen, welche der Verfasser in Zukunft noch schreiben diirfte. Lamartine will nun aber, man weiß nicht, aus wellchen Griinden, die gerichtliche Aufhebung dieses Verkaufs-Kontraktes ver augen.
In Folge einer für die Vorlesungen an der Rechtsschule zu Toulouse getroffenen Ordnungsmaßregel hatten sich unter den Studenten einige Oppossitions-Symptome gezeigt; indeß hoffte man, daß nach den Oster erieu Alles zur Ordnung zurückkehxen würde; als aber am 28. März, bei der Wiedereröffnung, jeder Professor zwei Schreiben des Rektors und einen Befehl des Ministers des Innern, welche die Bei- behaltung der friiher genommenen Maßregeln vorschrieben, verlesen hatte, entfernten sich dae Zöglinge, mit wenigen Ausnahmen. Hierauf folgten einige Zusammenrottun_ en, welche bakd zxrsireut wurden. Am 29. März wurde angezeigt, da die Vorlesungen der Rechts-Fakultät definitiv geschlossen seien. '
][ Paris, 2. April. Die Deputirten-Kammer hatte sich heute vor der öffentlichen Sißung in ihren Biireaus zu vorläu- figer Besprechung des Geses-Entwurfs versammelt, wodurch ein Kre- dit von 17Z Millionen zu Bewaffnung der Befestigungen von Paris verlangt wird. Die Opposition der Linken bekämpfte im Allgemeinen den Geseß-Entwurf, Herr Thiers war in seinem Büreau nicht zu- gegen. Seine Freunde sind der Ansicht, daß die Befestigungen aller- dings bewaffnet werden müssen, aber sie glauben den Augenblick dazu nicht an emessen. Von den 9 ernannter: Commissairen sind 7 dem Geseh- Entwur e günstig. Dann wurde die Kommission für Prüfung des
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Ein ang zu verschaffen bei einem Volke, unit: weichem- anch der geringste der nfänge fehlte, aus denen sie fich-sonst überall entwickelt hat, bei einem Volke, Welches vermöge sciner biSherigen Sitten, Denk- xmd Anschauungs- weise jede Art von öffentliäzerSchausieliung als unzuläsfig und anstößig zu betrachten gewohnt war. „*Wnklich gekannt und gewünscht wurde das Theater nur von den in Griechenland lebenden „Fremden und denjenigen Griechen, die durch längeren _Ausxnthalt in europäischen Ländern fich daran gewöhnt und daran Geschmäck cFefunden batten. Dagegen gab es Rigo- rißen und Siren gläubige, webe" nicht allein die Bälle und Tänze nach fränkischer Art, Zondem sogar hk" „und wieder dieionntäglichen Promena- den zur Militairmufik als unschrcklixh verdammten, wie viel mehr theatra- - lische Vorstellungen! "Ihre hauptsachlichsten Organe fand diese Theater- Oppofition in den Blattern, Welche das Banner der strengen Orthodoxie oder auch einer veralteten Moralphilosophie aufsteckten; immerhin aber hat- ten fie fich zu hüten, den Verdacht einer unpatriotischen oder kulturftind- [ichen Gesinnung auf fich zu laden. Mit einem gewissen Triumph verkün- digten ste die Erfüllung ihrer'finisirrn Prophezeiun , als einmal ein Gym- nafiast mehrere Schulbücher verkauft hatte, um | die' Mittel zum Besuch dcritalienischen Oper zu verschaffen. Es lag in der Natur der Dinge,_daß, als sogar die italienische Oper sich eindrängte und sich geltend zu machen versuchte, das griechischeNational-Theater hinlängliche Sicherheit vor Anfechtungen finden mußte, zumal da die Jutrigue leich der ersten Oper, welche dem riechischen Publi- knm vorgeführt wurde, des osßnischen „Barbiets von Sev lla“, hinreichende Veranlassung gab, steh auf alle mögliche Weise zu skandaiisiren. Der arme Figaro wurde, wenn man noch recht glimpflich verfahren wollte, mit einem italienischen auch in Griechenland iiblichen Titel beehrt, de_n ich [Ziel nicht niederschreiben mag. Man(Zlaubte, die Erweckung des Smnes ka Musik und die Verfeinerung des eschmacks werde zu theuer erkauft dunh Ge- fährdung der alten guten Sitte. Sollte indeß gar noch das Ballet ti" '- sührt werden, so wird man wohl wiederum der italienisxhen Oper em ge Ruhe lasen. aneß auch hier hat fich der Einßuß dxsaschvntn Gtsch1kchksx welches die freien europäische Bewegung der fruher Ubllchkm mehr orienta-
v an en, Ohne daß ein eigentlicher innerer Anknüpfungspunkt vor- ?)lc'defigetbescn wäre, kam es darauf an, der dramatischen Datskellung
lischen Abgeschiedenheit und Zurückgezogenhtit immerhin vorzieht, sehr be-