1845 / 101 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Fortgang der Unterbandlungen seit dem Vertrage von Washingwn und bezeichnete, unter Bezugnahme a_uf dre Botschaft des vortgm amerikanischen Präsidenten Tyler vom. 19. Februar, den damals in Ausfitht sehenden, für beide Theile günstigen Abschluß derselben. Da habe "Herr Polk durch seine Inaugural-Adrejse diese Aussicht zer- ßörr. Es habe allerdings diese Adresse noch "m“ch_t die Kraft tmrs offiziellen Dokuments, weil damals der Kongreß nicht versamtzult und noch kein Minißen'um gebildet ewesen sei, aber sie verdzeue dennoch die ernstlichste Beachtung. Fie'StrüunZ Englands 31: W Frage sei übrigens noch immer dieselbe, seit 1 Jahrerr durch den Vertrag von 1827 bedingte, da die für unbestimmtx_Ze11 geltenden Bestimmungen desselben nur nach vorhergegangeuer emxahngex Anzeige eines der beiden Kontrahenten außer Kraft treten könnte und drese An- zeige von dem Votum des Kongresses abhängig wäre. Der Kongxeß .)ber versammele fich erst wiederim MonatDezember- und bis Hahn! konne die Angelegenheit noch zu einem friedlichen. Schluß g'edet'hen. Der Minister erklärte sodann, wie er so lange wre mogltch, m dteser Sache den Grundsatz einer friedlichen Beikexung des Strettes durch das Jahrenlaffen übertriebener Ansprüche esihglten werde, daß es aber eine Gräuze für derartige Opfe'r gebe, dre nzan „mcbt ybrre Benach- theiligung seiner Ehre überschre-ten dürfe. Bet semem erfrtgeantore- ben, den Frieden zu erhalten, hoffe er allerdings auf eme frredlrche Lösung; sollte diese dennoch unmöglich sein, so befihe England Rechte, offenbare und unzweifelhafte Rechte, welche, wie Lord Aberdeen unter lautem und allgemeinem Beifall sagte, mit Gottes Hülse und des Parlamet'zts Unterstützung die Regierung aufrecht zu erhalten eut- lo eit er“.

fck sHkach einiger Diskussion über die Einkommensteuer-Bill, Welche zum dritten Mal vexlescn wurde, vertagte sich das Haus.

Unterhaus. Sißung vom 4. April. Dieselbe Frage, welche das Oberhaus heute beschäftigte, wurde bei den Gemeinen noch ausführlicher auf Veranlassung der vor einigen Tagen bereits angekündigten Interpellation Lord J. Russell's verhandelt. Die Anfrage deYelben begründete fich gleichfalls auf die Jnauguml-Bot- schaft des räsrdenten Polk, in welcher der Anspruch der Vereinigten Staaten auf das" Ore ongebiet als „offenbar und unzweifelhaf be- zeichnet wird. In die?“ neuen Art, eine noch in Unterbandlung be- ßudliche Sache zu erledigen, wollte der Lord nur die Absicht erblicken, dem VolksZeschrei, welches so gern Gebiets-Vergrößerung zum Gegenstande seiner Wünsche macht, eine Huldigung darzubringen. Die Art und Weise, in welcher der Präsident von dem unzwetfrl- haften Ansprache der Vereinigten: Staaten spreche, gebe klar zu ver- stehen, daß, seiner Ansicht nach, die ausschließliche Befihnahme des Oregongebr'etes von Seiten der Vereinigten Staaten nur davon ab- hänge, ob der Auswanderungs-Strom sich in gehöriger Masse dort- hin ergieße. Diese Prätension widerspreche aber direkt den bestehen- den Verträgen, deren Grundlage die im Verlauf der Zeit entstandenen Niederlassungs-Verhältnisse in dem Oregongebiete bilden, und es sei daher sehr zu bedauern, daß das Verfahren des Präsidenten der Ver- einigten Staaten cs nöthig gemacht, auf diese öffentliche Weise eine Frage von neuem zur Sprache zu bringen, welche der Lösung auf dem üblichen diplomatischen Wege hätte überlassen bleiben sollen. Judeß, schloß Lord John Russell, Wolle er die Sache den Händen derjenigen überlassen, denen der Schuh der Ehre des Landes ebenso- wohl, wie der Interessen der Krone, anvertraut sei.

Sir R. Peel erkannte die Wichtigkeit der Angelegenheit an und wies darauf hin, daß schon zur Zeit Canning's eine Regulirung der- selben versucht, aber nicht zu Stande gebracht wvrden sei, Dann theilte er eine kurze Uebersicht der neuesten diplomatischen Korrespon- denz zwischen der britischen Regierung und dem Präsidenten Tyler mit und erinnerte, wie Lord Aberdeen, an die vom 19. Februar d.Z. datirte Botschaft des Lesteren an den Kongreß, in welcher er die Vorlegung der auf die Oregon-Frage beziiglichen Dokumente aus dem Grunde verweigert, daß die Sache noch in Unterhandlung begriffen sei, daß diese Unterhandlung in freundschaftlichem Sinne geführt werde und bereits bedeutende Fortschritte gemacht habe. Was die freund- schaftliche Gesinnung betreffe, bemerkte Sir Robert Peel, so könne er diese Behauptun nur bestätigen, nicht aber, was'der Präsident von den gemachten Fortschritten gesagt habe, um so weniger könne er das 1261, nachdem der neue Präsident am 4. März, also kaum einige Tage nach jener Botschaft Tyler's, die Erklärungen abgegeben habe,

welche Lord John Russell zu seiner Interpellation veranlaßten. Di-.

plomatische Mittheilungen seien seit der Publication der Jnaugural- Botschaft nicht eingegangen, Alles, was man über die Sache wisse, beschränke sich auf den Inhalt der Botschaft selbst. Depenungeachtet halte er es für seine Pflicht, an einem günstigen Cr olge nicht zu verzweifeln; sollte aber das Gegentheil emtreten, dann werde er kein Bedenken mehr tragen, die ganze stattgehabte Korrespon- denz auf die Tafeln des Hauses niederzulegen. Er bedauere sehr, daß der Präsident der Vereinigten Staaten, allem bestehenden Brauche zum Trotz, während der Dauer der Verhandlungen sich so, wie er gethan, über die Sache geäußert und auf künftige Eventualitäten hingewiesen habe. Um so mehr set“ es seine (Sir R. Peel's) unab- weisbare Pflicht, in besonnener, aber entschiedener Sprache zu erklä- ren, daß die Ansprüche Englands „vollkommen klar und unzweifelhaft“, und daß, wenn alle Mittel giitlicher Erledigung erschöpft seien und Englands Rechte verleßt werden, dasselbe ent.- schlossen sei, diese Rechte mit Nachdruck zu vertheidigen. Er hoffe, daß nach dieser Erklärung die einzelnen Mitglieder des Hauses als solche die Sache der ausübenden Gewalt anheimgeben werden. Da- mit wnrde der Gegenstand, nachdem Lord Palmerston noch einige ihn persönlich betreffende Bemerkungen hinzugefügt hatte, beendt'gt.

Zu Anfang der Sitzung brachte SirCharles Napier einen in diesen Tagen von Mazzém verb“ entléchten Brief zur Sprache, in welchem er die von Sir James raham nach französischen Berichten wrederholte Behauptung, daß ein italienischer Flüchtling auf Mazzini's Bxfebx ermordet worden sei, für eine Verleumdung erklärt, und fragte bet St James Gra'ham an, ob er jest noch auf jener Behaup- tung heham. Der Mmisler erinnerte daran, daß Mazziui gegen den Monttßur,“ in „welchen; jene Behauptung zuerst aufgestelltworden, mcht gerrchtltch em?eschrrtten sei und daher selbst die Veranlassung gxßeben habe, daß ene Behauptung als wahr angesehen worden; in- de txajge er kem„Bedenken, naxh den jekt erfolgten Versicherungen Mazztm's zu erklaren, daß “er seme Behauptung zurücknehme. - Auf eine Anfrage des Herrn Vrlléers, welcher sich von einer Anzahl von Diffenßers ermächtigt nannte, einen Aufschub der zweiten Verlesung der Ball über das Priester-Semfnar zu Maynooth zu erwirken (da- mit sie segen die Bill zu petitioniren Zeit gewinnen), erklärte Sir Robert Peel, “daß er einen solchen Aufschub nicht beabsichtige, viel- mehdr dt'e zwerteVerlesung der Bill am 11ten d. Mis. beantragen wer e.

Herr Wakley brachte gegen das Ende der Sißung einen An- trag vor das Haus, nach welchem alle zur Erbrechung der Briefe des HerrnDuncombe erlassenen Befehle vorgelegt werden sollten. Der Antrag wurde indeß nach Wrederholung der bekannten Argumente für und wider die Sache mit 73 gegen 22 Stimmen „verworfen. Das HausFonx-“tuirte sich demnächst zum Comité für Geldbewillr'gun- anhsaß mde nur noch kurze Zeit und vertagte sich bald nach

r,

526

London, 5. April. Die Regierung hat Rü-kshht auf die Verhandlungen der geskrigen Parlammts-Sipung über dre Oregon- Frage durch Admiralitäts-Befebl den Ab ang des Post-Dampfschrffes

. „Caledonia“ naß Halifax von gestern 0 heute “verschoben.-

Der_Moriing Herald erzählt, d an der afrikanischen Küste ein gro Salpeterlager entdeckt worden und daß, ganz ix der- selben eésé wie nach der Entdeckung des Gmnolagero auf Jchaboe, bereits mehrere Schiffe zu 4 Ps. bis 4 Ps. 10 Sh. pr. Ton Fracht engagiré worden sind, um den Salpeter zu holen.

In der geskigen Versammlung der Inhaber kolumbischer Fonds ist das Anerbieten Neu-Granada's zur Uebernahme von 50pCt. dte- ser Fonds gegen Bewilligung gewisser Begünßégungen in der Zmö- bezahlung emstémmig angenommen worden.

)( London , 5. April. Die Diskussion des gestrigen Abend:! über die Oregonfrage in beiden Häusern des Parlaments ist eine der entschiedenften und wichtigßen Kundgebungen poiitischer Meinung, welche seit vielen Jahren britische StaaLSmänncr offenbart haben. Ueber ewöhnliche Fragen auswärtiger Politik, welche größtentheils dt'e Ru?» oder die Interessen anderer Länder betreffen und nur indi- rekt, etwa durch eine veränderte Vertheilung der Gewalt, die britische Politik berühren, kann eine mächtige und friedliche Regierung sich billig jeder Verwickelung .in eitle und nußlose Feindseligketten enthal- ten; auch ist das Volk von England gewiß das levte in der Welt, welches eine Verwaltung im Verfolgen unnöthiger Kriege unterstützen wiirde. Viele Jahre sind “evt verflossen, ohne daß ein bestimmter und unzweideutiger (*.-15113 e||i zwischen En_land und einer fremden Nation, mit Ausznahme China's, entstanden; elbst in der Oregonfrage ist noch nichts gethan, und bei dem Charakter amerikanischer Staatsmänner mae ihrer Regierung hat die Heftigkeit ihrer Sprache, wenn sie nicht von Handlungen begleitet ist, keine sehr große Bedeu- tung. Folgen aber diese Handlungen, verwerfen und vermeiden die Vereinigten Staaten jede vernünftige Form gütlicheu Vergleichs oder Schiedspruchs, und fangen sie an, in Uebereinstimmung mit Herrn Polk's neulicher Erklärung, die Rkchte auf jenes Territorium geltend zu machen, die jener für offenbar und unstreitig hält, so ist auch nicht ein Schatten mehr von Bedenken und Zweifel, daß sie sich in Krieg verwickeln. Bereits seit lange sind Maßregeln getroffen worden, um die britischen Niederla ungen am Oregon mit angemessenen Verthei- digunqsmitteln zu ver chen.

Die Sprache der amerikanischen Regierung ist faktffch so lächer- lich, wie ihre Ansprüche rechtlich übertrieben sind. Denn zugegeben

“auch, daß der Vertrag vom EScurial eine Artgemeinschaftlichen Rechts

feststellte, Niederlassungen von Seiten Spaniens zu künden, und daß die Convention von 1818 ein ähnliches Niederlaséungorecht den Bürgern der Vereinigten Staaten wie den britischenUnterthanen ver- lieh, so steht doch tbatsächlr'ch fest, daß Weder Spanien noch die Ver- einigten Staaten dies Recht ausgeübt haben, während das Land von den Agenten der britischer:Hudsons-Bay-Compagm'e, die nicht weniger als 18 Forts auf dem rechten Ufer des Stromes erbauten, okkupt'rt worden ist, und daß ferner die ganze Bevölkerung des Territoriums, die gegen 20,000 Personen umfaßt und aus Pelzhändlern, Kanadiern, Biberfängern und Indianern besteht), durchaus britisch ist. Es ist darum ungereimt und-abgeschmackt, wenn die Amerikaner eine unbe- streitbare uud ausschließliche Souverainetät über ein Gebiet behaup- ten wollen, in welchem sie sich nicht einmal des Rechtes bedieüthaben, eine dauernde Niederlassung zu gründen. Ob sie ernstlich bei diesen Ansprüchen beharren und den Versuch machen werden, solche Rechte auszuüben, müssen wir noch abwarten, denn Niemand in Europa kann für das “Verhalten demokratischer Regierungen einstehen. Aber in der Entschließung Englands ist keine Zweideutigket't, und die indéskrete Sprache des Herrn Polk hat es eines Theils unmöglich gemacht, daß mildernde Aenderungen in den ihm angebotenen Be- dingungen gemacht werden, und anderen Theils den erfolgreichen Schluß der Unterhandlun cn sehr unwahrscheinlich werden lassen. Die erste Rede des neuen Zräsidenten hat von allen Parteien Eng- lands eine der stärksten nnd einstimmigsten Erklärungen hervorgerufen, die jemals im Parlament gemacht worden sind, und wenn er handelt, wie er spricht, so wird die Präsidentschaft des Herrn Polk eine der bewegtesten und qefahrvollsien Perioden in der Geschichte der Ver-

einigten Staaten sein.

Belgien.

Brüssel, 7. April. Der König hat den beiden Komponisten Mendelssohn und Spontini den Leopolds-Orden verliehen.

Herr Rochussen, bisheriger niederländischer Gesandter am hiesi-

gen Hose, hat heute Brüssel verlassen und sich in Antwerpen nach Rotterdam eingeschifft, um seine neue Bestimmung anzutreten.

Schweiz.

Kanton Zürich. Am 5. April eröffnete der Bürgermeister

Dr. Furrer die seit dem 20. März vertagte außerordentliche Tag- sahung mit folgender Rede:,

„Vor wenigen Wochen haben Sie diesen Saal verlosen, zwar nicht befriedigt mit den Resultaten Ihrer Berathungen und nicht mit den besten Ahnungen für die nächße Zukunft erfüllt. Dennoch bleiben“" dieselben weit zurück hinter den traurigen Ereignissen dieser Tage. Neuerdings smd be- waffnete Schaarm in das Gebiet eines eidgenösfischen Standes eingefallen, haben die bestehende Ordnung der Dinge mit Gewalt zu stürzen gesucht und das Leben vieler Bundesbrüder bedroht. Ein furchtbares Gericht hat die Verblendeten ereilt; Hunderte von ihnen sind im Kampfe gefallen, und vielleicht mehr nochschmachteu im Kerker. Groß ist der Jammer nicht nur bej diesen, sondern bei den tausend Unschuldigen, dcn Wittwm, Kandern uud übrigen Verwandten derselben; groß ist auf beiden Sexten die Aufregung und Erbitterung, und eine Bundes - Armee bcsmdet sach im Felde, um neue Angriffe zu verhindern, um Ordnung und Srcherheit zurückzuführen. Erlassen Sie mir die weitere Schilderung dieses Zustandes; es wird ohnehin nicht zu vermeiden sein, daß im Laufe der Be- rcrtbungen düstere Bilder vor Ihnen "ausgerollt werden, die das Her jedes Etdgknosscn nux mit Wehmuth erfüllen können. Die Hoffnun dcs ater- landes beruht 1ka auf der Bundes-Vehörde, an welcher zwar échön manche Hoffnung gescheitertxist. Aber wenn es wahr ist, daß das Unglück die Lei- denschaften beschwichtigt und getrennte Gemüthek zusammenführt, so wird -- :ck hoffe es zu Gott.- diesc Behörde die hohe Wichtigkeit diescr Stunden igs Augx fassen, wrrd nicht einen nuplosen, cinen verderblichen Kampf fuhren zuber die Ursachen des Geschehenen und Unabänderlichen, fie wird vardnehr unt Ernst und Würde erwägen, was vor Allem noth ihm, um den Frieden dcs Vaterlandes wieder her ustcllen und sein Apsehen nqch ayßen zu befestigen. Da unsere Au enblr' e gezählt find, so wrl1 ich Ste maxx mtt lan er Rede hinhalten. och glaube ich Ihnen schlteßnch noch eroffncn zu Zonen, daß in Folge gesevlicher Emeuerun 5- Wahlen eine bedeuteyde Veränderung im „Personal-Bestand' der vorörtlé tn R-egierung eingetreten :|, daß Ihr biSheriger rä'üdent, Bürgermeißer Mousson, seme Entxassung „genoman hat, und daß 1) eWabl zu dieser Stelle ausmich

esallen tft. Dtese Veranderung hat indeß keinerlei Einfluß auf die In- ßructionen des Standes Zürich.“

Der, Vorort erstattete sodann einen Bericht über die seit“ der letzten Saßunß stattgehabten Ereignisse und die in Bez-u darauf er- griffenen Ma Luzern dringt Aax an darauf, daß die Iesuitensra-ge, als Grund- Ursache des Unhets, von,der Tagsaßung neuerdings aufgenommen uzjd erledigt und Luzern dre Ertherlung einer allgemeinen und unbe- drzrgten A'nrnestie auferle t werde. Der Vorort verlangt am Schluß semes Bcrrchts die Er fsmmg des nöthigen Kredits zur Bestrei-

regeln. Gegen dre (bereits erwähnte) . schrift von-

tung der angeordneten Verfügungen. Bern frägt daraus daß Luzern eingeladen werde, den bei den dorkigeu Ern“ ., von 1844 und 1845 betheilt'gten Gefangenen Amnestie ober gnadigung zu er eile], damit die herrschende Aufre ung uud . '“ teryng bes wi k.und "Ruhe und inedey zurü ge uhrt „„ Z- dtesem weck ck11 Bern zuvördersk eine Kommi on vor. zern (Herr Siegwart- öner) hat qegen die Anordnungen des -; ortes nichts einzuwenden, als die Verwahrung gegen rrgend Einmischung von Seiten der Eidgenossenschast in Luzerns Angeles heiten. Der Gesandte giebt sodann eine Schilderung des _, Einfalls in den Kanton Luzern, lobt die Treue, Tapferkeit und M,; lichkeit des luzerner Volkes und der im Kampf gewesenen T aus den Urkantonen; nennt die Gefangenen und “Gefallenen 1," verblendeter und treuloser Re ierungen; man könne sich du: Anblick der 2000 Gefangenen m Luzern selbL überzeugen, daß bi mit wenigen Anonahmen, eine Horde von anditen, der der Menschheit seien. Der Gesandte verlangt schließlich, daß - Stände Aargau, Bern, Solothurn und Baselland angehalten war die J-reischaaren auf ihrem Gebiet zu entwaffnen und zu bestrafen * Luzern Genugtbuung zu geben.

Der Präsident läßt hierauf nachstehendes Schreiben des Luzern gesandten eidgenössischen Kommissarr'us verlesen:

„Den Zweck meiner Reise nach Luzern habe ich geßern dem

Vororte angezeigt. Ich besor te, daß durcb schnelle Vollziehun

und rücksichtsloser Urtheile, vie richt durch Kriegögeriehte auögespro „„ [,' Stoff zu Störun der öffentlichen Ordnung gegeben werden könnte, ., hoffte, durch 111 ue Gegenwart zur Mäßigung mitwirken zu können, . Große Rath des Kantons Luzern hat nun aber durch seinen heutige, schluß einige Beruhigung gegeben, daß Milde eintreten und jede,“. schnell keine Unruhe wegen der Execution stattfinden werde. Nach Berichten beschloß nämlich der Große Rath: junge Leute unter dem von 20 Jahren, so wie AUSländer, sehnen zu entlassen, mit dem Boyz“ daß für Leßtere die Gerichte Vetbanmm aus der Eidgenossmz“ erkennen. Ueber eine zweite Klasse so die Regierung Boys.“;gt für den nächsten Großen Rath, der in acht Tagen statt nden“ vorlegen, unter welchen Bedingungen eine Entlassung eintreten knut. |ck, eine dritte „Klasse, die Chefs, Rottensührer und Beamtete, soll unv

der Prozeß begonnen und die Urtheéle dureh die ordentlichen Gerichte werden. Ich seße voraus, daß für diese Urthtkse die Begnadiupg“ nächstem Großen Rathe offen siehe. Um den vielen Brtheiligten “7799- tuhignng hinstckvtlich der Behandlungsweise der Gefangenen geben JM- nen, worüber die übertriebensfen Gerüchte verbreitet wurden , erkundigjx' mich nach dem Zustande der Verwundeten und Gefangenen und haben?. überzeugt, daß die Verwundeten sehr gut verpflegt werden. und daß für die Gefangenen etban wird, was die Menschlichkeit fordert und unter waltenden Vcrkältnissen bei dcr Fwßen Zahl bill!“ erweise benq werden kann. Luzern, den 4. April 18 5 Abends. f, eidgenös Kommissarius.“ ,

Bei der Abstimmunq sprachen sich für Nteberseßung einer mission mit allgemeinen Aufträgen sämmtliche anwesende 20 Ständ- aus. Der Antrag Graubündtens, déese Kommission aus sieben W gliedert: zusammenzuseßen, wird ebenfalls einstimmig angenommm

Die gereizte Stimmung, welche sich am 5ten in Zürichg die Gesandtschaft des Standes Luzern kundgab, hat den Regierung;- Ratb bewogen, eine Compagnie Infanterie als Ehrenwache fü": ' Tagsaßung einzuberufen. Dagegen Ylnd die von dem Vororte inda Nacht zum 2. April angeordneten ufgebote von sechs Bataillonn dahin abgeändert worden, daß dieselben mtr aufs Piket gesiellt 11- den, indem die damaligen Befürchtungen: iiber die Fortdauer und «-

weitere Ausbreitung des Bürgerkrieges sich als grundlos erwiesen uma

Kanton Luzern. Der Große Rath beschäftigte |ck t'n Sißung vom 4'. April? zuerst mit den Jnsiructionen für die » saßung. Sie enthalten dieselben Punkte, welche bereits in Kreisschreiben Luzerns an die Stände (s. das gestrige Blaksa Allg. Preuß. Ztg.) mitgetheilt worden sind, nämlich: nung" aUer Jrer'schaareu, Entfernung der Flüchtigen von den und Entschädiguugs=Jorderungen an Aargau und andere Kanw Yelche di'x Freischaareu begünstigten, also an Baselland, Soloth

cm 11. .w. -

Sodann folgte die Berathung iiber das Amnestie-Dekret des Attentats vom 8. Dezember; es wird fast unverändert angeno

men, und sind demnach von der Amnestie ausgeschlossen: 1) dieUt-

h'eber, Rädelsführer und Anstifter; 2) diejenigen, die am- 8. Dezemba auf dem Mühlenplatze bewaffnet sich einfanden' 3) diejenigen, 111

im Wirtbshause beim Engel mit Waffen oder fonst in verbrechensh Absicht sich befanden; 4) diejenigen, welche bei der Emmenbrückemlt- gefochten haben; 5) Beamte, Staatsbedienstetk, Lehrer, OffiziereMy- teroffiziere, Exerziermeister und Wirthe, welche auf irgend eine Was! als Urheber, Gehiilfen oder Vegünstr'ger Antheil euommen haben. 11 fremden Freischaarlcr. Einen etwas milderen Voréchla brachte die Mm!“ rität der zur Vorprüfung niedergesehten Kommission. r lautete, daß ? , nestie crtheilt sei, mitAusnahm'e der Urheber und Rädelsfiihrer, sow! der Beamteten und Bediensteten des Civil- und Militairskqndk'e welche denEid auf die Verfassung gcleistet haben. OberrichterStegrk von Mcnznau vertheidégte diesen Vorschlag; er stellte" vor, wenn!- er'ne Amneßie crtheilen wolle, so müsse dieselbe den Strafwürdtgu zu gut kommen, die Anderen bediirften keiner Amnestie. Auch“ 1)t*. Kasimir Pfyffer bemerkte, daß das AmnKesir'e-Dekret," wie 00:- qeschlageu worden, gar keine Beruhigung gewähre; seit 16 Woche! sei eine Untersuchung über die Verhafteten verhängt, man kenntsle Theilnehmer, und wolle man keine“ unbedingte Amnestie aussprech"„-

so solle man die davon Auögenommenen namentlich bezeichnen. D“ '

Amm'stie kommeaber nur solchen zu gute, die wenig oder gar 1114“ bestraft würden 21". Allein der Mnoritäts-Vorschlag erhielt kau! 10 Stimmen. * .

Endlich beschloß der Große Rath in Bczu auf die jüngst! Ereignisse noch, daß den Anfiibrern der Prozeß sßgleich gemacht“" dieselben gemäß dem Gesch iiber die Freischaaren beurtheiltwkkd" sonen; daß hinsichtlich der Amneséirung oder Unschädlxchmachungb Uebrigen der Regierun s-Rath binnen 8 Tagen dem Großen R“ einen Vorschlag einzurerchen, habe. Die Gefangenen unter MIM" (deren sind aber wenige) sollen sofort entlassen werden.

Kanton Basel. Die Baseler Zeitung meldet 10 Vorarlberg, daß der General-Major von Lichnowskt', welcher den B'“. fehl über die dorthin verlegten österreichischen Truppen übernkh soll, daselbst angekommen ser.

S p a n 1 e n. ,

Ykadrid, 30. März. Die Gaceta veröffentlicht in- ck“; heutigen Blatte dte Bedingungen einer neuen Uebereinkunft m“, er Bank von San Fernando, kraft deren dieselbe ,der RJ,!“UUUS “?ck Kredit von 180 Millionen Realer: fiir den Dienst" der oyate_Upw Mai und Juni eröffnet. Zu'r Bürgschaft werden der Bank WM, Monat Aprtl öffentliche Effekten im Belaufe von 12 bis 13 M! „„ nen nach dem gegenwärti en Course und 20" Millionen in Anwk's"vit gen auf die Quecksilber- inen gegeben. Für die Vorschü “uf übrigew Monate sollen in gleicher Weise" Bürgschaften statt "W151

Dre“ Festu'ng Palma, Haupksiadt der Insel Mallorca, mk Vertheidigungsßand g'eseßt.

, ., -

der in den Häfen des Preußischen

527"

IU.a1ch ure ij'u n g Staates im Jahre 1844" ein- unterschieden nach ihrer Nationalität und den Häfen,

und ausgegangeneu See-Schiffe, die se befahren.

(Die fettem! Zahlen weisen dest Eingang, bie mageren dm Auögang' nach,)

Danzig.

Stolp- wände.

en- am de.

Kolberg.

Swint-

Grei s- mände. f

Summa

Wolgaß. 411er“! 1844.

Summa allet Häfen 1843.

Gegen 1948 find im Jahre 1844

Nationalität

n. ““NRW-"m See = Schiss-

Deren Laßeazahl. auögegangenm Schiffe. Deren Lastenzahl. umma der eiu- und auUegangen-n Schiffe.

Summa der em- und "

Deren Laßenzahk.

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arrogegangenen Schiffe.

Deren Lastenzahl.

Summa der Zu- und

ausgegangenen Gebisse.

Deren Lasienzahl.

Summa der ein- und auégegangenen Schiffe.

F

Deren Lastenzahl.

Summa der ein- und

;

ausgegangen"! Schiffe. Deren Lastenzahl. ausgegangen“: Schiffe. Deren Lastenzahl. ausgegangenen Schiffe. Deren Lastenzahl. Summa der ein- und auSgegangenen Schiffe. Summa der ein- und ausgegangenen Schiffe. Deren Lastenzahl.

Summa der ein- und Summa ver em- und

Summa der ein- und ausgegangxnen Schiffe.

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mehr. weniger.

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Schiffe.

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Summarische WZLderholung.

12058 3397

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743 40367 993581 14001

2358701 341

Mit Ballast.

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W

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Unter diesen sind an fremden Schiffen.

Schiffe. .

Lasten.

Schiffe. , Lasten. _

der Schiffe. Lastenzahl.

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Eingegangen. ........ . ........ 6318

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768 783 1027 1042 1619 1673 156 158 199 192 222 218 1712 1685 162 179 129 160 324 419

6509

W371

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222 778 622 949 581 1654 139 1 13 107 149 1 17 160

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