Wirkung vom 1. 1. 1.912 voliständkg aufgehoden, nachdem bereits durch Erlaß von 1897 den Sklaven das Recht verliehen worden war, ohne Gegenleistung aus dem SkTaVenverbältnis auszutreten. Diese Politik wirkte außerordentlich ungünstig auf die Moral der befreiten Sklaven und damit auf die Kriminalität in Zanzibar. Die Zak)! der Ver- brechen, Trunkenheit, Diebstahl, Landstreicberei, Gewalttätigkeit, stieg merkbar. Ick) gebs Ihnen die Ziffern aus den amtlichen englischen Berickpten und muß dabxi zusammenstellen den Tag des Erlasses des Geseßes und der Kriminalität in den darauffolgenden Jahren. Also: im Jahre 1897 : Erlaß des Sklavereibefreiungsgesctzes, demzufolge jeder Sklave auf Antrag von der Behörde die Freiheit erhielt, Der Hörl" wurde aus staatlichen Miikeln entschädigt. Im Jahre 1897, ein Jahr dor Inkrafttreten dieses Erlasses: 1336 Kriminalfälle, im Jahre darauf: 2552! (Hört, hört! rcéhts.) „Die Berichte sagen, daß die Skiaven Von ihrer Freiheit keinen Gebmuck) zu machen vkrstandkn. Viele zeigten sich widkrspcnstiß, streiften heimailos im Lande umher, lebt€n von ge- stohlenem Gut. Viele bcfrsits Mädchen wurden Prostituierte, die Zahl der Bordelle stieg in Zanzibar ungeheuer. 75% der Jnsassinnen warkn befseite Sklavinnen. Die englischen amtlichen Berichte schildern die Zustände in trüben Farben. Nun bin ich in der glück- lichen Lage, für die Richtigkeit dieser Statistik die Gegenprobe zu machen. Die Regietung von Zanzibar sah ein, daß sie „: in ihrer Humanität zu weit gegangen sei, bremste etwas und steUte die Be- dingung, daß ein Sklave nur dann freigelassen werden durfte, wenn er ein neues Arbeitsberhältnis nachwies. Die Wirkung war: 1496 Kriminalfälle gegenüber 2152. Und nun kommt wieder der Um- schwung: Dcr Staatssekretär des Auswärtigen Amts in London hob, gedrängt durch die Antiskladereigeselischafh durch einen Erlaß die Sklavcrei ohne Weiteres auf. Die Wirkung war: im Jahre 1900: 2037 und im Jahre 190i 2553 gegenüber der vorher genannten Zahl von 1496. Meine Herren, das sind Ziffern, die zu denken geben!
Meins Herren, ich komme nun zu einem anderen Thema. Der HLW Abg. Dittmann bat in seiner Etatsrede am Sonnabend den Jesuitenstaat Paraguay als einen Mustersiaat soziaidemokratistber Kolonisation gcfeiert. (Widerspruch und Zuruf bei den Sozialdemokraten.) Nun, meine Herren, ich habe es so aufgefaßt und wohl auch andere Herren aus diesem hohen Hause, das; Sie diesen Staat als das Muster eines sozialdemokratiscben Staates rühmen woliién. Ick) ver- iveise auf die skbr interessante Literatur, insbesondere auf die Schrift des Heidelierger Professors Gothein. Außerdem ist mir Heute aus der Staatsb'ürger-Biblioibek ein Heft zugkgangen, in dem über diese Staatsgcbilde sebr interéssante Angaben gemacht worden find. Sie Mrden serben, daß der Herr Abgeordnete sich in seiner Auffassung doch etwas geirrt hat. Es heißt dort:
„Will man dieses Staatsrvesen näher ckarakterifieren, so läßt es sich als eine Konföderation bezeichnen, deren (Glieder eine tbeokratiscb-vatriaxclzalische Vetfaffung mit aus;;edehnler Selbstver- waltung besißen, die staaiörxcbtlick) auf dem KomwuniSmus beruht; zkniralisierende Faktoren für diese Konföderakidn bilden gemeinsame wirtschafiliche und militärifckoe Interessen und Maßnahmen.
Die oberste staatliche Leitung der einzelnen Bezirke lag in den Händen der Patres selbst, und der ibeokraiiscbe Charakter offenbart fick) dadurch, daß geistliche und Mltliche Gewalt sich in dcnsc'lben PéisOUEU _ dem Rektor und dem Vicario _ Vereinigtkn. „Diese beiden“, sagt M. _Baoh, „jraren ach in einem und eines in ÜÜSM. Sie beherrschten die Gsmeinde, waren ihre Sselsorger und Aerzte und zugleich die Lehrer und Leiter ihrer Arbeiien.“
Meine Herten, ich glaube, daß diese Organisation von dem Ideal eines sozialdemokratiscben Zukanfisstaates weit entferntist. (Heitérkeit.)
Meine Herren, ich komme jkßt zu einem etwas erfrénlicbérem Thcma, indem ich nämlich ebenso wie einige der Herren Vorredner der sympathischen Persönlichkeit des Paters Etienne Bauer Erwähnung tue. Der Patér Eiienne bat fick) durch seins Misfionstätigkeit in Ost- afrika weit über Bagamojo hinaus ein Denkmal geseßt, und ich freue mich, daß er [)ieé im Hause als ein Kultutpioniec etsten Ranges ge- feiert worden ist. Die Koloniaiverxvaltung ist diesem treuen Mit- arbeiter aufrichtigen Dank schuldig, (braVo! im Zentrum und rechts) und es war mir eine Freude und Gknugtuung, daß ich noch kurz vor dkkll Dabinscbciden dcs hochwürdigen Herrn in der Lage war, ihm eine AUerböcbste Anerksnnung übermitteln zu lassen. (Bram)! rechts und im „Zentrum)
Was nun die Misfion im allgemeinen anbetrifft, meine Herren, so schließe ich mic!) den Ausführungen der Herren Vorredner dieses lxobcn Hauses in jeder Beziehung an, insbesondere darin, daß auch wir die Tätigkeit der Missionare ais Kulturbringer und väterliche Leiter der Eingeborenen gern und dankbar anerkennen. (Brado!) Daß ich die Aufgabe, die Deutschland geginüber dén Eingeborenen in unseren Kolonikn zu erfiilien bat, ebcnso auffaffe wie die Pioniere der Kirche, meine Hkrren, das konnte man wohl kaum deutlicher ausdrücken, als ich es im vorigen Jabra getan Habe. „Koionifieren isi Misfionikren, Missionieren im Sinne der Erziehung der Ein-
encu ur [ökeren Kultur.“ geb01Yllxchjzchb€n)dafür, daß auf „OU und ]Qi)01*8„“ bci dkkl Ein. gghorenen gehalten wird, möchte_ abér bitten _ auch die Herren Missionare bittkn _, in ihrem ergemten Zitieresse etwas mehr Wert auf das „]adm-xx“ zu legen. (SEHR JUN links*) Ick glaube, dann kommt das „()W“ noch mehr zu seinem Recht; denn von dem ]FHN“ wMen die Eingeborenen viel Gewinn Haben, wofür das „01'él- als Dank Um so mehr am Plaße ist. _
, „ W USK“, die Medizinalverwaltung habe ich mich bereijs ausgexprochen; WQ???) "Uk "Nb einmal betonen, daß die Koloniakverwaltung ndr , * "“"; ist- für das Sanitätßwesen in den Schußgebielen, fur ( uquUng ker Ein „ . „ - d' W '“ owohi _wj; W 'die. Eigeboxegen, fur Hospxtaler Fur ie UVM [W, „und ckck, Würde ,.Ubemeen-meN zu _tun, als fie bisher getan Vik! YRQ! dafür ZSQLÄFÉ as mm Ue- “„: - _», „ _. b?be ick? isstséslelléYséaßY'MMM?" im einzelnen anbetrifft, so hinsichtlich de.rxenigen GÉIU'stäxideÉ iaanthyßgebieten Zolifreiheit dss_ Gottesdienstes, kes Unterrichxess Mdbk unmittelbar den Zwecken Axußerdem werdan in Ostafrika, KWTTU'Z" .K'Wkenpflege dienen. gutnngcn gewährt. Die"ZöUbérßMiäjäéä*ZYZÖMU-Guinea Zollver- ungefäbr 43000 Mark und in Neu-Guinea “703321er Ostafrika Werden an Stelle der ZoÜvergütungen mehr direkt ark.“ In Togo für das Schulwesen ngÜÖk. "Ick Hérde ' e ZUM
dungen die Gouverneu " zunächst attiVSjséll, daß das Dispositiv übsr die ZoÜbefreiunrx MMK?
YUM, _wenn das hohe Haus uns möglichst
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entgegenkommend gehandhabt wird. Es ist eine Krux in diesem Dispositiv: das ist „unmitte'sbar“. Ick werde sehen, wie wir im Interesse der Wünsche der Missionen dariiber hinivegkommen können. (Brady im Zßntrum.) Ich werde ferner in eine Unfer- sucbung dariibsr eintreten, ob jvir nicht die Zollwergütnngen, die die Misfioncn dock) mehr oder Wenigcr in einem unerwünschten Gcgcnsaß zu den Kaufieuten bringen, nicht durch eine unanfechtbarere Form er- seHen können. (Sehr richtig! rechts.) Ich habe mich schon in der Vudgetkommission damit einverstanden erklärt, in das Dispositiv der Positionen für den Sprachéxnfonds einzusetzen: „und zur Unterstiißunq von Privatschulen“. Es ist die Resolution des Herrn Abg. Mumm, die ich im Auge Habe. Ick) Habe dabei gesagt, daß wir, wenn wir es Um, zwar Von einem bisher bewährtén Prinzip abgeben, nämlich die Missionen nicht direkt zu unterstüxzkn, daß ich aber doch aus einer Reihe von Rücksicbten es für erwünscht halte, daß wir eine direkte Unterstiißnng und nicht Zoilvergütungen gewähren. Es smd außerordentlich viele Schwißrigkeiten mit dieskn ZoUnachiäffen verknüpft. Ich habe jexzt im Kolonialamt eine Zusammenstellung “über die Stellung der Einzelnen Missionsn, über ihre Privilegien und ihre finanzielien Re[aiionen zur Regierung machen lassen. Ich bin gerne bereit, dsn Missionxinteressenicn diese Aufstellung Vorzulegen. Sie können sich dann schlüssig Werden, ob fie auf den Boden der Regierung treten woÜen und unter walchen Bedingungen. Jeden- faUs haite ich es für wünschsnßxvert, daß eine kiarere Form gefunden wird ais diese Zollnachlässe. Ick) bitte das erwägen zu wollen.
Was die Erleichterung Von Landankäufen betrifft, so bin ich der Meinung, daß die Gouverneuxe d€n Misfiouen darin dock) onl ent- gegenkommen. Sollte das nicht der Fal! sein, bin ich bereit nach- zuhelfen. Ich erinnere mich, daß ich vor kurzer Zeit sowohl nach Kamerun als auch nach Togo geschrieben Habe, das; gewisse Wünsche: der Missionare, die mir draußen, als ich kost war, vorgetragen Wurden, und die ich für berechtigt Hiklt, nach Maßgabe der geseßlichen Möglichkeit bewilligt Werden sollten.
Der Abregung des Herrn Abg. Mumm, daß wir den Ele- mentarunterricht völiig in die Hand der Missionen [egen soUten, stehe ich unter gewissen Bedingungen an sich sympathisch gpgen- über. Ich habe es als Gonderneur won Samoa so gehand- habf, daß der Elementarunterricht in den Händen der Missionen lag, und daß die Regierung den gehobenem Unterricht übernahm. Wir haben dort eine Schule gegründet, in die die Schüker aus „den Missionsscbulen nacb Ablegung eines Examens eintrafen, und in der fie unterrichtet werden in Deutsch und in solchen Fäch€ri1, die sie be- fähigen, brauchbare Beamte im kleineren Dienst und braukhbare Schreibkr für die Kaufleute zu machen. Dcxsselbe Verfolgt nach einem mit jejzt vorliegenden Bericht der Gouverneur in Neu - Guinea. Analogs Verhältnisse wären unter Umständen nicht ausgeschloffsn in Togo. Aber, meine Herren, ich bin bei Prüfung dieser Frage von meinen Ratgebern auf schwerwiegende Bedenken aufmerksam gemacht worden, soweit Ostafrika und Kamerun“ in Frage kommen, Wir dürfen nicht vergessen, daß wir neben den christlichen Konfessionen in Ostafrika auch mit dem Islam zu rechnen laben. (Lebhafte Zu- stimnmng.) Nun ist “eSeine Tatsakhe _ das werden die Herren, die den Missionskreisen nabesteben, nicht leugnen, _, das; mohammeda- nische Eltern ihre Kinder grundsäßlich nicht in konfssfionelle Schulen schicken. Von den Missionen zu dsrlangkn, konfessionsloss Schalen zu grün- den, das ist, glaube ick), eineUnmöglichkeit. Es bleibt also schon von diesern Standpunkt aus kein anderer Ausweg übrig, als daß in diesen beiden Kolonien nach wie Vor die Regierungsscbulen weiter existieren. (Sehr richtigl links.) Jr!) glaubs, die Missionen und die Regierung können fich gut miteinander abfinden. Denn das Gebiet der Schule ist so ungebeuér groß, das; es nichk genug ist, wenn nur eine Partei etwas tut; es können beide Parteien nicht gsnug tun. (LebhafteZnstimmung.) Was die Rechtsfähigkeit der Missionen anbetrifft, so bat die Verivaitung eingesehen, daß das Schußgebietsgeseß durch Einführung der preußischen Bestimmungen über die KorporationSrecht-z der geistlichen Gesellschaften einen Zustand geschaffen hat, der für die Misfionen unerfreulicb War und eine RechtSunsicherbeit bedeutcte. (Sehr richtig! im Zentrum.)
Aber das, was der Herr Abgeordnete Erzberger gestern gesagt hat, ist nicht mehr Rccht§zustand Wir haben eine Novelie zur Regelung der Rechtsfäbigkeit dsr Missionen erlassen; es scheint mir über den Sinn dieser Novelxe ein MißVerständnis zu herrschen. Ich glaube, daß die Missionare und die Herrxn, die den Misfionskreisen nahestehen, auf eine Ausführungsbestimmung dieses Gesetzes warten. Das ist aber nicht nötig. Die Missionen brauchen gar nichts weiter zu tun, als in den Fällen, wo fie das Bedürfnis empfinden, fich kotporativ zu- organisieren, einen diesbezüglichen Antrag an das Koloniaiamt zu stellen. Der Antrag wird geprüft werden, und der Reichskanzler bezw. das Kolonialamt wird dann diejenigen Schritte tun, die früher nur der BundeSrat tun konnte. Mio, meine «Herren, wenn bisher nichts geschehen ist, liegt es nicht an uns, sondern an den Missionen, die sich nicht an uns gewendet und die anschsinend das Geseß Unrichtig interpretiert habcn. '
Der Herr Abgeordnete Mumm und auch andere Vorredner sind auf die Alkoholfrage und auf den Branntweinhandel zu smechm gekommen. Ick babe bereits im vorigen,Jahre gesagt,“ daß die Kokonialderwallung nach wie vor auf dem Standpunkt der Alkohol- denkschrist steht und sskben bleiben wird. Es find auch schon ganz erbebkiche Vorteile und Befferungen erreicht worden. Wir würden noch meHr erreichen, wenn Frankreich uicht unglücklicherweise uns hindernd im Wege stünde. Was geschxhen ist, will ich in kurzen Worten sagen. In Togo und in Kauierun sind wir in sLHk dankens- werter Weise mit den Engländern zusammen vorgegangen und haben
* dort Verhältnisse geschaffen, die zunächst durchaus befriedigend sind,
Der BranntWein ist in Kamerun und in Togo innerhalb einer inneren Zone iiberhaupt Verboten und sonst mit einem siarken Zoll belegt- Jn KamerUn beträgt er berkits 3 «“;, in Togo e1st 80 „3 Oder ] Frankcn weil wir eben noch darauf warten, daß Frankreiä) in Dahomey den Zvi] erhöht. Sobald die Franzosen in Dahomey den ZolT erbdht haben, werden wir den Zoll in Togo ebenfaUs erhöhen. In der Sud- see, in Oft- und Südwestafrika ist den Eingeborenen der Alkohol, genuß überbaugt verboten. Wenn troßdem in der Presse off von der Betrunkenbeit der Eingeborenen die Rede ist, so _siammt diese Ye. trunkenbeit zum aÜerwenigsten von unserem Alkohoi, sondern resultiert “US de" eigenenGetränken der Eingeborenen, wie z. B. der Pomb2, die Von Eingeborenen bei ihren Festlichkeiten getrunken werden. Die Bezirks- amtSleute tunxauxs Mögliche. um dagegen einzusckpreiten. Wir haben teilweise den AUQsÖ'ank'äü bekötdliche Lizenzen gebunden und glauben, daß wir dadurch dem übermäßigen Trinken Einhalt tun können. Die
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Eingeborenen trinken übrigens nicht kontinuierlich, ic!) glaube nicht, daß Ls den Begriff des Gewohnheitstrinkens unter den Eingeborenen Gibt. Sie trinken bei ihren Fesilichkeiten, darm aber aÜerdings mehr- ais ks diE Aesthetik erwünscht cricbeinsn läßt. (HkitCrkeii. Zuruf.) *- Dic Ethik Mä), jä- Mik Freuden kann ich fcséstellcn, daß der AlkohOl' JMUß dkr Wéißen in den afrikanischen Koionikn crhcbiich zurückgkgangcn ist- Das begrüßt die Vchaltung mit besondcrer Freuds, derm die Gefahren dks Wkokwls find für die tropischen Klimata erheblich größkk als für. uns in dem gemäßigten Klima. (Sehr richtig!)
Es ist Von fast allen Vorrednern, aucb zuletzt von dem HMF! Abg. von Böhlendoxff, die Sckaffung größexkr Rechtssicherheit für dW Anfiedlßr in kkzug auf Abgabxn, Zollgebühren und sonstige VW Wallungsxzsbiihrkn géWÜUsÖt Wordxn. Wir haben uns früHer auf den Standpunkk gesikllt, das; uach den preußiséhen Bestimmungen auch der Recht§weg zulässig ist, aber die Gerichte und Obsrgcrichte in den SCHULTZ?" bieten haben diesen Standpunkt neuetdings verworscn. Um den AUsiedlern LUÜJLIMzUkNmnen, find dann Von der Regierung Kommissionen als [kßke Jusianzen Eingesetzt niorden, in denen auch das Laienelement vertreten isi. Dixie Kommissioncn scheinen nicht zur Befriedigung der Anfiedler zu arbeiten. Ich stehe deshaib dEr Anregung des hohen Hauses durchaus sympathisch gegenüber, Abhilfe in anderer Weise zu schaffkn. Verwaltungsgerichte in den Sch1xßgebicten einführen, dazu scheint mir die Eniwiékiung noch nicht reif zu sein. Ich bin aber gerne bereit, die Frage zu prüfen, ob derReÖtsweg oHne wsiteres zu- gelassen werd3n kann. Es wird geprüft, cb daza ein NekÖsgeseß, eine Kaiserlich: Verordnung oder tmr xine Gonderneursveérdnung erforderlich ist- Ick) habe mich bereits in der 21. KommisW" zur Beratung des KoloniaigeriÖtsßofs in dsmselben Sinne ausgesprochen“
MMW HMLU- ici) [)ÜÖL FSW, (][UUBe ich, die meisten Anfragkan Anregmtgen besprochen und darf zum Schiuß kommen. Ich möchte SW zum Schiuß bitten, die Debatte über die Eingeborenenbebandsuna UFO die Arbeitetfrage für unsere deutschen Landsleute in den Kolonien etwas versöhnender ausklingen zu lassen. (Sehr richtig! rechts-) Pie übcrtriebenen Darsteliungen Von der schiechten Behandlung der Cm- gcborenen find ja von einigen der Herren Vorredner auf das bi,?- rechtigte Maß der Kritik zurüékgeführt worden. Wenn auch dl? immer noch rkcht herbe Kritik des Reicßstags, die auch 5“ den WoleoÜendelen eine gewisse Tendenz gezcigt hat, die Vereinssiten Fäüe zu veraügemeinern, sicherlich ihre gute Wirkung auf die Schuldigkn in den SchuYgebicten nicht verfehlen wird, so Mrd?" sie es doch von meinem Standpuükt aus als bercchtigt anerkennen, wenn ich betone, daß die Kolonialvetwaltung nicht nur für die Ein- geborenen zu sorgen hat, sondem aui!) für unsere deutschen Landsleute draußen. (Mehrseitige ZUstimmung.) Das halte ich chnso für mcine Pflicht,
Ick) wundere mich, daß gerade in diesem Reichstag die Stimmung gegen die Weißen so Crrkgt ist. Ich habe das eigentlick) nach meinen Erklärungen über die Eingeborenknfrage im Vorigen Jahre nicht er- wartet; und ich hoffe, daß Sie mir im nächsten Jahre in Ruhe zu- hören wenden, wenn ich Ihnen dann einmal zur Abwechslung eine Liste all des Guten voclragen werde, das Deutschland und seine far- bigen Schüßlinge in Afrika unseren deutschen Landsleuten in den Kolonien zu verdanken haben. (Lebhaffer BeifaÜ-)
Abg. H enke (Soz.): Auch nach dk]! Woricn des Staatssskreiärs soll den WeißeZn in unseren Sciinzgebicth mchr R€cht als den (Tm- gßborencn zngsßandkn 1verden.„ Wir WÜssLti deßhcckb, Wenn wir [1115 auch der ganzsn K“o[onia[po[ittk 9859111"!er ablLHnendx vérhaikxn, dock) véssuchsn, inusrhaib d(s ELW _fiir die Cingsborcnen HsrauIquiagsn, was anaängig ist. Ueber die Ansicdlu11g§fwge selbst haben wir nichts Absckuieszkndes gehört. Es bleibt Eben dabxi, daß die Ansiedluyg nur für Unternehmer und Kapitalisten 1116,xlich11t. Die Farmerin Südivesi- afrika sind mit der ihnen dsrliehencn SclbsWLrwalkung mcbx eindér- standézn. Ebensdiist es in O1'tc1“rika, WO nocbxdazzx die ianitaren Ver- bältniffé ganz belondsrz im argen 1irgcn. Dre arziliche Yyrforgung der Eingeboremn ist voüsiändtg unzulänalich. So gesch1€bt njchts
egxn dieKi1xd7rsterbiichkyiß dic ganze SUMME auszurotten schejnr. LOST jeßigs StaatSsekretär bat dLli Plan Dernbnrgs wieder aufgonommcn, nur Eisenbahnen zu bauen. " Er hat sogar ein be- änaitigcndss Tcnlpo eingeschlagen, Man burdet dkn Schuligsbieten Lasten auf, die sie nicht tragen_können. Dazu kommt, daß “de Auf- schiießung Afrikas mit dir Vermehrung dsr einkxe1111ifchen KulturHand in Hand geht. Wir können deSbaib w der _dcr Ruandababn m) der Ambolandbahn zustimmen. ProféisN Dr.Hans MSDS!) bat ,ficß selbst egen die Nuandakaßn ausßewrochcn. Er meint, daß sie nur fiir die
ntLressentcn ker Zéni'rai ahn Voxt Wert sei. (7111 (Fabre 1908 bestritt selbst die Réglerung die Rentabilitätxmngejt jedkr Koloniaibabn. Jeizt soll, das auf Einmal Mders sein Die Rentabilität soll dann emmai eintrc'ten, Mun das H;), bei uns zu knapp wird Und "wir es dann aus Afrika Sinshr köznnen. Die Von dcm Staatssekretar' angezogene Statistik aus 15 L,die starke Steigerung der Handelsbsztkbungen der dSUlscZen K slr ien zum Mutterlande bcrdorgchen soll, beruhte auf dem Vc [ . cio Mt den ent- sVrecbcnden Ziffern fiir die französischkxx und rg['k“1)MK-olonien-' Damit ist für die Beurteilung diescr Handt-lsv LUA [ chk_n niehts ge- wonnen. Die Bemeikungen des „Vorwärts--" .. “*baUmsZÜe Arbeiter- und Anjvkrbeordnung kann der StaakSsekrsjä Uher W tr“? * aber nicht absolut, wie er (S getan hat, zU s(incn (Z nur rela-rltschw Dek Arbeitszwang dcstcbt taisächlich, auch WMW unsten v?re1ä§ ih" nicht, scben kann odcr will. Dis Ein kborncn x er S'aÜssewg den Umkr- neHmern zur Ausbeutung NUIÜlEferx „Uezrdßn wrÜexln dM Kolonien sind Von dem Untkrnsbniértnm drübf'n [€ ÖÉÜMÜ" "[ ZW sie sind viel Unfreier als der Stantssekl-Ltär s lb."?(h Viel abhanZ'cr,abl)ängig is?, hat ja sein? Heutige Rede dar E 'k- Und Wßémk t"; sagte Ls folie nichts dxrtuscht werden- „th ' Dcr StagtOsT reZ-ommjsßon vexscbicdcntlich nachrrcisen [assén „? fick) abex m _ec B schwerde- pun_kt€n diquZcrhältniffg j„ ijktZlclÖs'thj? das; bmdgsZMn kl *
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_ z , ndenlhextt (1 U11 uber ka ZYIFMLYFJYYLHMJ soil bis 1920 LOFTZeJUfefrmmögcbte diesen dsutungsgeseuchaft 0 vellkYn- Dem Unte'rnchm,ertum, dsa Ans- Jnftitut zu kons e'", den 3 [antagenbssiyern liegt aber daran, diefes Angenehmes Erdteren, Di? HäussklaVerei ist au nicht so etwas können wir ,u sw*e' es die Denkschrift da?,sje t“ IMUFÜUÖ bxsitzxr“ Vera jn» Wbt ZUR Riicküchtnahnie auf die „armen Sklaven- wiki der Stantaßt MIM Bc-im Zentrumspwgramm „()xu 0b]Q-1)0k3-“ das MW" “a ssekcetar, den größeren Nawdruck eins1w€ilen noch auf egexZ' abeW ÜLZLÜÉ Msien. -Nach den Erfahrunßen in Kamerun Also chHrd die Missionen dies zu vie[ Nachdrgck anf das „01'3“. dem Dili *Lk Staatssekretär wia, der Neger muß arbeiten; er folgt js Gsld FFM: „Bete und arbeite ruft die Welt, bete kurz, dLnn Zeit! MM) li" DeyWunsckz des Staatssekretars, die Dabattc möglichst n ck ausklingen zu lassen, wird schwerlich in Erfiiliitng gehen.
(Forlseßung in der Ziveiien Beilagx.)
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