1914 / 68 p. 7 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 20 Mar 1914 18:00:01 GMT) scan diff

.bon Wrochem wurde zur

Deutscher Reichstag. 236. Sißung vom 19. März 1914, Nachmittags 2 Uhr. (Bericht von Wolffs Tekegraphischem Bureau.)

Der Präfiden-t- Dr. Kaem pf eröffnet dW SLYUUJ' mxk

ol e 'der An rackje: * _

? gLZZi-z Jßnesx allen 'bekannk, ist dikxmzigx TOÖÉY' U1l18kLZ Kms€r= Paares, die Frau Herzogin Vikwrxa Lmss Von anmclwag und L_i'me- burg, gsstern von Einem PUNZM FUBUYTM MWM, (DLL MÜglxkder dss Reichstags, mik Ausklakmnchr SozmldsmokratKU, und dss Vundss- Mts haben YF), Von tHr'en *Plaxzcn kaYOÖLU.) Ick) WTK um Ihre Er- !11ächt*igung, (MMS? MMLLWT ÖM) KUZU, Jhrsr Majüstät dEr Kaisérin sowie dsm H8r32g11ch€n YMMD. dxe_ G UckWÜ'slsthß dss Reichstags aUS- zUTpreckKLn- (ZUMWUUUJ) DM Ermäcßfigung ist mir erteilt.

De SPLZWWLMTUUJ des Etats für das ostafri- kanlsck) 6 S chU133g cb iQk wird mit dem KapiU M fort- dauerndM AUSgabM (G 13» U v c r n c u r) forfge'sskzt.

«- AÖI- (Z“Yzbürgßr (FWW): Aus Ostafrika Find, übkr meine MDM zUm KolOUialSWk Nachrichten gekommxzn, dn? nicht unMder- WWÖEU [ZWWÉU Dürfén, MWS, was ich hicr übér dle Exngeborenen- W[[tzk „(WWK babs, MUL "[ck "M VOÜLM Umfaygö aUxWckÜ LTÖÜÜM- Was [ck [Nr W:“ngrnckxf habs, gründét sich [edi l1ch an das uns vyrgexegte MUMM MUWÜ “dsr Denkschrifk, Es Fk de SÉÜUÉssLkaSk ÖMZ Msgssordsrk wordßn, dLn angsbkichetx BYsÖlMPkangn MELUUsLlW mxcxgisck) c11fgkgenzutreten. Aber er „hatt? s1ch MM M Wk ALIEN, dl? eigctW amflichen An ab2n Wendcnfkonnßnx Bl? 1191th dsr Lobnbgchéx Uibkdwchierung-ja elbstzu4„daßs1chber1k)rcr urÉsWYmtkwngxn YlUSnc-rbmen fastüberal! Anstande e_rgeben'habén. «FchKHaTte xtgentüclx Linkn Schrikk weitergeben-können, 'mdéxn xch Hen StaatssZkrctar daraus Unfmerksam machte, mit welcher? Schxmer1gke1ten Lr zu kamyfxn Hgbén würdk, wenn er die Politik dss _Arbsttéxschnßäs guck), auf Axxlka ubxr- Kraqen woklte, Aber nicht nur dx€*a1n_t[1ch2 Dßnk1chmst hestaUgt msme Bébauptun en, In- einer Schr1ft wrrd Yarauf bmgewrescU, daß zur Zeit -in Ko onialfragen Zeptrum un?) Sozmldemokraten den Ausschlag geben, die sick) allein auf dre Humanrtak bxrufen. Ick) Habe gar_mchts dag€g8n eianwenden, wenn _blLT durch m_em Vorgehen m Verbmdung mit einer andkrkn Parjei dre Menschcnlck€be «] den Vordergrufjd ge- schoben wird. In dEr ncuestky Nummer der „Kolomialpolitischen Monatshk fe“ bcstätigk ein Auxsgß UUsEW Bsfrachkungexx 11er eme etwaigß Sozialpolitik in Ostafrika. Dr Karstedk bestäkigt a_us Ligßnér" Erfahxxmg alls-Z, was [)xer angeFuert wordßn ist, ckSo wxrd ÖR: Rllckgang dEr Byvölkgrung 011“ka QZ]? dxa PlanfagénpolttZk zurück- gLfiiHrf,' JL friikycrcn Jahrkn Hal dxe eg ung sebr entstöteden s1ch (!Egcn ÖW StsUnngnmes dkr Farmer ge dt. Sokche? unwahrsn Proféste kOMXULU akso [)iezrkykr und wxrdsn Von der dcufschen Presse krikikkos aufgknommem. Fast deém WorUaut nach dasselbk, was der Bsricßt dcr chiErnng für 1912 entbtékx, Hat schon em paax Jahre Dorbßr dEr StnakösßkrMär Demburg hxsr Vorgeölragexrz; alles duzses amtliÖ-e Makerias, das den Pflanzkry em Zeugms „austhUt, das alles Undßre als [obsnd odkr anerkßnnßnd 1x! b€z11g„aw1_f dxe BEHMÖÄUW dk)? EingeboWnLn sick) äußekk, soll qlso ]Lßt p[OL[1ch„kL111L BLWLLSKWÜ mehr Hesißen'! Nach ÖM amtllcbeq BS_NCMLU,“ d1e-190H Vor] dkm Staatssekrekär Dérnburg uns bkstältgk smd, babßn Figl) dre Pflanzer wol)! das Höchste an Brutalität bsranögenommen, sz ybexhaupx dLnk: bar ist; die Pflanzes'c in Ostafrika srstrxebfen damass "ZMS, gergLres nls di? MonopolifierUUq der Gummipflanzungen, um dx? Enmeborenßn einer neuen Form dur Sklaverei zu überautworten; Dcr Emgeboxene, „dsr im Besitz“ von Gummi war, soÜte bestraft WLWM, Mnn er swb nrckpk (üs récbtmäßiger Eigenküm-Zr auswies! Usaxnbara war ngcky dEr (ynf- lick78n Darstküung Lin einzigxxs SpßkUlatwnsgkbiLt; ÖW dortxgén Pfkanzux BWW an nichfs wsytger, «[I an ck BLOÖQÖWUJ “QQ“ zum SÖMZL dsr EixtgxborMn crlaxsßnsn Vwrskbristkn4 sOUÖLU1 nm: dnrch, ]lÖ rqsckz zn 'ÖLWLÖLL'U, Um 11nchbcr in MMW (Ww oöcr Nizza LM RcafrWassip ZU fÜÜWU. Jck) _Nrbjkw mir also “Dis lecidigUngßn Nss dtsscU Krcxscm, UH» ob ws) Ourck) mémy Darlcgungcn djs dsutschcn Farmar in Ostafrika bcschimwft HäÜZ; DL]? jeßige Generalleutnanx don Wrochsm, der früher in den Kolo- U'En WM„„hql mdxr Versammlung des Preußenbundes def: Reichs- Tag als ane „gemxschte „GLsLÜsÖth“_. a s: eine „Rotte“ be eichnet. Wenn genaUer bekannt wtrd, wasder Herr 1893 und 1894 aés stell- ycytretender Gouyemeux von Ostafrika geleistet hat; wird man Zick) 1“;er solche Angriffe dxeses Herrn leichter hinwegßeßen.“ Von i m rübrf der beruckyügte Grußerlaß ber, der den Eingeborenets das Gxüßsn dcs Gouvkmgcurs und _dcs Ste'lTertretersvorschrieb, wo die 1chtercnauchstchen, filzen oder [legen; dre "Eingeborenen Hätten aufzu- steher! und EML strammß Haltxmg anzunehmen. Fehlt nur noch, das „Hand an die Hoseynght!“ W111). dte[scr Gruß" beute l_WTk) aufrecht «ckckth angkslchts der infsrxmjwna en VLrWtcklunchn, die sich daraus. srgßbkn hab?"? Es ist Linmcck Dorgekoynnén, daß em Mann, der den General von Wrochcm nicht kannts, mußt angLstankxen [st und„nicht («grüßt häk- «VLF Vkann wurd? angefahrsn: _„Sle unvérschamxcr nggc, Warum grußen Six 11ichk9 Ick bm dyr thUVZrtxeteude' Gou-' [)(anLU-l', i |ck)? an SkeUe dss Kaiskrs [)er“. Wexjcx b1eß es dann: „Ick WKM es Euch .[LHWUZ Ihr Habk zmck) zu grußen, Jbr ergesx“ Er nahm wohl an, er hätte (zs mjt 9.1an RLrÖHkagYahge- ordnchn zu Tun. [e_Matrosßn von „Skeadler““__ynd „Monze fuhr er an: „Jbr SCHWARZER korznt ka nickyk gru (311? Ist dteser Erlaß zurixckgenommen?„ Es. sm_d dipwmafischC BorsteUungen Von andcxren MWK" m BLM" ISIN] dlßsén ErlQß erbobßn wordén. GLULWl N9chM1ckaft güzogén; (115 er s1ch Usrqntwortén foÜÉcz, hatke 61?de Erlaß Ugénmachtxg heimlich geändérk, Um die Schu1d auf andere abzuwakzxn- Dex Ber1cht darüber ist auch nach erlm aekommen; aber 991chchch [| ÖW Gßneral Von WrockW 111chts. Troy dieLer HLMUWWJ [| U besOrdcrt Worden. Jck) frage dqn Staatsse reiär UNÖMZW- Ob _der Erlaß zyrückgknommen und aus- gehoben words:! lst- “IM“ MÖL- so bitte 1ch, ibn aufzuheben,

Skantssekretär dLs RéichSkolonialamts Dr. Solf:

Meine Herrsn! Ek)? ck auf die Einzelnen Anfragen und An- rcgungen der «Herren NLÖULU dWsLs Höhen Hauses zUrückkommL, möchte ick) dic Avfrage dcs HUM Abgéßrdnkfen Erzbergcr bLzÜgl'lÖ des ijigcn Gcnerasexxfnanks, LÖMUÜJM Majors in Ostafrika von Wrockxcm ÖLÜLLÜVVÜCU. HLW VM Wrochem War als Major kurz? Zeit, Ungsféier % FMC, S_teüverkrefeé dEs damaligen Gouverneurs Von DEUTsÖ ÖsMskikä FWWLTM VM SCHÜL- Jn_ diese Zeit seiner Ver- waßung der GonbernementsxzesÖQW chUen dre beiden Erlasse, Be- fable, Vgxordnngen oder, 1131? SW es nsexmßndwollen, die dEr Herr Abgeordneke Erzherger erwabnk' haf. SW beziehen fich einmal auf das Umhertreibéu von Hunden m W,! Bureaus, und zw-Z'rkens auf das Grüßen dcs GouverUeurs und des _SLLUVLMYÉFW des GouVErnéurs, Beide Ersaffß Haben eine GUMMI MM MLHT; sl? sind in die Samm- [mjg der Verordnungen dks _SÖUÖSk-béks FWP Jufgenommen Worden. (Bray)?! im Zentrum und [mks.) Fur dw ubrigen Angelegenheiken,

Pie dsr HM Abg. Erzberger im Zusammenhang mit Herrn von

Wwéhem vorgkbrachk hat, bin ich nicht zuständig. *

Ick gehe nun über zu den Anfragen der andierckn Vorredner. Da [Jak mir insbesondcxre der «Herr AbZ. Ars'ndk emen zzemlick) großen Yunschzektck Vorgelégt. Ich kann ckm m_Öt aUe Wunsche erfüüem manckye Vjßsßjchk; für andere aber „fehlf mxr das Geld." Wir Haben für Dßuxscs; Ostafrika den wesentll'ÖLn Wunsch emer uberwiegenden Mehrheit diests boHLn Hauses erfullk: 'wrr Haben zum 'sxstc'n Male den praktischén Anfang damit gkmacht, dxe Kosten der MrklfärVLrwal-

_ lungxcmfejljg _an die [aufendkn EinnaHmEn des Schußgebiets zu über-

ne'Hmen. Es ist uns dieser Versuch im Jnterssse ÖL]? Finanzkn des Schußggbjetes Wxsghwer geworden. Wit Habkn aber geglaubt, der

* Metheit deé Rcisttags-Z und (mH im Inkersssé ÖL]; Finanzwerwal-

tung des Reickyes nachgeben zu müsssn. (BWW!) Wir habkn des- WEJLU [Lidkr Einzelnß berechtigte Wünsche dcr Verwaltung Von Ost- afrika zurücksteUen und sogar, was ich ganz besonders hedaure, den Ausglßichsfonds zur Deckung der Ausgaben in Anspruch nethn Um 1811.

] Mit dieser Zurücksteüung bak aber die Tatsache nichts zu Fun, daß wir die don dsm Herrn Abg. Dr. Arendk befürwortete und aach Von Mderer Seits gewümschte Schule in Wilhelmsthal nicht in den Ekat eingestellk haben, Ich muß dem Herrn Abgeordneten „zugeben, das;, als ich in Wilhelmsthal die Deputation, die um mne R2- gikpungsschuke petitionierte, Empfing, ihr zugesagt [)UÖL, daß Ms? Schule in dsn Etat eingestellk werdcn soUte. Das haf auch ÖL! Goubcrneur getan, und Es ist richfig, daß dsr Postcn für disse Schule nichk in Daressalam, sondern im Reichsko[onia[mnk ans dem EMT- Lntwürfe gestricth worden ist. Das ist aber nichk déswegU-é Je- 7 '*en, weil wir eine Schul€ an sich für Wilhelmsthal grundsaßléck) ti ,t für notwkndig Lrachteken, sondern, weil wir die Ark und Werse der Aufmachung dißser Schafe, wie sie der Gouverneur Vorschlug, nicht für zweckmäßig Und für viek zu teuer biesten. Es sind für diese Schule ungefähr 27 Kinder im ganzen Nordbszirk angemeldek wor- ÖLU. Dér GOUVLMLUL' bat ferner berichtet, daßeine Möglichkcit, die Schule zu, besuchen, für diess 27 Kinder nur dann gegeben sein würde, chn nebén freiem Schulgeld auch ein erHeblich-„r Beitrag der Re- gierung für die Unkerbringung der Schüler in einem neu zu- erbauen- dcn PMsionat gegeben würde; dafür kämen ungefäör 500 ck“- pro Kind in Bekrachk. Dißses Cxpériment hätte allein für Wilhelmsthal mLHr (W 100 000 4/16 gskostet, und würde eVentueU ein Präjudiz für eine Form des Schulwesens schafft3n,.wie sie, was ich aus dsn VLr- l)and[ungen dEr Budgékkommission mitteilen kann, einc-große Mehr- h2ik des Hausäs nicht biUigt. Wir haben denselben Gegenstand bei der [ehten DSÖÜÜS über die Schulbeibilfkn in Südwestafrika erörterk, Dabei Hat sich die Budgétkommisfion daßin ausgesprochen, daß für Südwestafrika aks SiLdlnngskol-onie die Verhältniss anders und er- heblich günstigst liegezn, und daß gute Gründe dafür sprechen, daß in Südwestafrika bei dén doréigkn großen Enlfernungen und Schwi€rigk€iten Beihilfßn für die Untßrbringung der Schüler an den Schueren géwährk Werden, In Deutsc!) Ostafrika liegen die Vsrbältniffe nicht so; die Regierung Hat sich deshalb nicht in Nr Lage gesußen, eine entsprcch2nde Vorlage vor das hohe Haus zu bringen. Sowéik die Schuss in Wilbklmsthas„ Ich kann aber dem Herrn Abg. Dr, Arendt sagen, daß ,das Koloni'akamt Nach wie vor auf

“dem Siandpunkf stebk, daß das Schulwesen für farbige wie für Weiße

Kinder in Ostafrika nach allen Kräften gefördert wsrden soll.

Dex Herr Abg. Dr, Arendk hat Weiter kriüstert, daß auch eine in" den Etat eitrgeseßke Summe für dyn Ausbau des Hafens von Daressalam im Reichskokoniakamt gestrichen worden ist. ch“) bal“)? mick) darüber berßits im Plenum und ebenso eingéhend in der Bud- getkommiffion auSgesprockyM. Mittlerweile ist ein Berichk des GOU- VLrncurs von Daressalam e'm1g2gange3n, aus dem ich ersebßn babe, wie WM ick) gekxabk habe, daß wir das Erste Projekt des Gouvérnsurs za- riickgkstßÜk [)ÜÖM. Er bak nämlich Lin zweiÉLs Projßkk eiUgEWiÖT, das dün Wü11sch€n der BLVUkerung in [ck9ng auf dM BébauungspTan

,VM Darsssakam wi? auch den Inkeressen der EisLUbaHchrw'aTtung

und dLnen dsr Dampfschiffabrksl'rnicn: ganz erheblich'näher kommt als das erste. Dieses leßtere Projekt wird jekt mit Interessenten be- sprochen und fich wohl bald zu einer VorsagéZan diese:? hohe Haus verdichben. Soviel über den' Hafenvon DareEsaTam."

* Der Herr Abgeordnetebaldannauch gefragt, warum denn die Regierung nicht die freiwiUigen SchüßenDLréine in Ostafrikaunter- st-üße. Anscheinend bsziebt fich dieseAnfrage des Herrn Abgeordneten auf Mitteilungen aus dem Schußgebiete. Die Herren Mikteiler Habén n-afürlich den- Ekat noch nicht lesen könnem Wenn dex Herr Abgebrd- neke mir aber beim Durchlesen des Etats fokgen will, dann wird 21; auf S. 36 beimKap, 1. Tit. 15, Ziff. 5 über „Beschafßmg, Instand- balkung und Ergänzung der! AUZrüstung des Pölizeidepots usw.“ in dén Erläuterungsn- folgenden Passus finden;

Europäern“, die sich im Ernstfakl den Bebörden mit der Waffe zur Verfügung stellsn wollen, dürfen Gewehre, Munition und Schekbemnaterial aus'den Mitteln dieses Ansaßes unentgeltlicö zur Vßrfügunggestellt oder gegen Efstatkung der Selbstkosterk über- lassen werden. - *

Ick) möckyte an dieser SÉEÜL meinen' Dank und meine Aner- kennung für unsere weißen Landsleucke aussprechen, daß sie jeßk' iti dsr“ glücklicherMise friedlich€n Zeit rüsten, um- ihr Hab und GUT zu Nr- tLidigen, Wenn Zeiten der Gefahr [md der Nof _ was Gott erbüken möge _ über das Land komme» .

Was *die Dienstperioden in Ostafrika anbetrifft, so kann ich [Lider den Wunsch des Herrn Abgeordneten Wicht erfüÜen. Wir haben über die Verlängsrung der Dienstpkrioden in Ostafrika) sowie in unseren tropischen Kolonisn, „([ckckapr vor _2 Jahren in der Budgetkom- misfion eine eingeh€nde Debakte gebabk, und die Regierung Hat dem Hohen Hause damals Ein; Dénkschrift über die Verlängerung der Dißnstperioden vorgelegt. Wir sind da[“)ei zu dem Schluß gekommen, daß wir für Ostafrika sowohl wie für die wsstafrikanischen Besißungxn die Dienstperioden nichl verlängern könUen. Ich Habe auf meinxr

'[eßken Reise dieser Frage“111ein ganz besonderes Augenmerk geschenkk

und habe gefunden, daß in den €11gkischen Kosonien Afrikas eHer einc Tendénz besteßk, die Dienstperiodcn einzuschränken, Das Klima ist eben “so, daß wir in den genaUnten “Kolonien einen Versuch, die Perio- dsn zu dsrläUgern, nur zum Schaden dsr Verwalfung und zum Schaden dks: Cntwickümg "des Lcmdes machen könnten“. Anders steHT es mik Südwestafrika. Da ist die Régierung nach wie vor bereik, disse Frage eingehend zu prüfen. W'xr habén die Erörtsrungen nvch nicht abgsschlossen. Ick) persön[ich Halke es für möglich, daß wir für Südjvestafrika aUmäblich auf [ängEre Di€nstperioden kommen können. Ich kann aber nichk eine Enscheidung Treffen, obne borHer die Gou- verneure zu hören." Ich Hoffe, daß wir Für Südwest, zu einem Ergeb- nisse kommen, Das dkn Wünschen des hohem Hauses und auch der Reichsfinanzverwaltung etwas näher kommk. *

Dann sprach der Herr Abgeordnete Dr. Arendf noch von dsr ostafrikaniscßen Währung. Ick) glaube, Daran brauche “[ck nicht näher einzugehen; es wird das ewige (:Stsrum c€n§eo des Herrn Abgeord- neten Dr. Arendt sein, und ich muß ibm vordxrband darauf antworten: wir bedauern, d(xß wir darauf- jeßk nicht e'mgeben können. Die Argu- mente, die .der Herr Abgeordnete vorgekragén (haf, sind aÜe geprüft wördkn, ass Wir im Jahre 1904 'die Währung éinführhen, Wir haben damals die Reichsbank und Bankinkerefsenfen gehört, wir Haben dem Höhen HMT? eine Denkschrift voxgelegt, in dcr die “Frage LiNJekx-emd

“zuwirken auf die Be ck;

LrörÉert worden ist. Der Herr Abgeordnefe Dr. Arendk mcinXe, darin wären alle einig in Ostafrika _- und das wär? das einzige, worin alle einig wären «, daß“ die Währung schlecht _sei! Hierauf muß ich ihm erwidern, daß ich glücklicherweise anders informiert -bin; ich glaubs, daßalle sick) misdieser Wäbrnng abgefünden Haben, und wemr es auch nicht so wäre, so würde eine Umschaffung "dieser Währtmg zur- zeit nicht in Betrachk kommsn, wsil sie dym Reich außerordsntliä)?“ M'xüel aufbürden- Würdk. Ich bitte also, dem Herrn Abgkordnktén anÉworten zu dürfen, daß wir vorläufig stine Anfrage mik Nein bean?- worten.

Ick muß dann noch einmal auf däs sehr schwierige Und um- stritfene Gebiet der Haussklaverei zurückkommen. Der Herr Abg. Noske hat bei seiner Besprechung des Spezialefajs yon Ostafrika cin Schriftstück vorgezeigt und es als ein Dokument dks grausamstcn SklaVenhandkls unter behördlicher Beurkundung bezeichnef. Diese Annahme und die Sch1üsse, die der Herr AbgeordUete daraus gezogkn ' Hat, sind nicht zutreffend. Die Sachen liegen anders. Déatsch Ost- afrika ist ein Land, iq dem früher mehr als in irgeädeinem anderen Lande der Welt in scheußlichster Weise Sklavenraub umd SklavM- bandes getrikbkn Worden ift. Es war die erste Pflichk unsersr Re- gierung, daß wir dikse Mißstände zu unterdrücken versuchten, und, meine Herren, es ist uns gelungen. Wir könnsn mit gutsm Gewissén sagen, daß Skkavenraub und Sklavenhandel im Schußgebiet nichl mehr vorkommen. Soklten AuSnaHmefäUe vorkommen, so stehsn ' schwere Strafen darauf. Auf SklaVLnHandel steht Kettsnstrafe nicht unter 3 Jahrsn, und seit 1902 kann sogar in bksonders schwerkn Fällen auf Todesstrafe erkannt wekrden. Meine Herrsn, ich möchte noc!) einmal an das Work des Herrn Abgeordnetkn Naumann er- innern: wie es im einzelnen sehr schwierig ist, die ArbeitSmc-„thodik „dss Individuums durch cine neue zu erse15€n, so ist es auch schw2r, für eine ganze Kolonie __die: bestebknde Arbeitsform in ihrer Gesamibsik zu überwinden. Wir haben darin einen guksn Schritt vorwärts getan, und daß wir systematisck; gegen die Sklaverei gekämpft Habßn, das haben die Mitglieder dés Hohen Hausés auch„nicht bestritten. Sie sind üur.mif der Regierung nichk einig, ob nicht das Tempo, das das Gouvernement eingeschlagen hat, noch ekwas beschleunigk wer- ' den kann.

Zur Aquottung der Skkaverci hal: _ nuw- kom1n€ ich auf das Vorbringen des Herrn Abgéordneien Noske zu sprechen - die Maß- nahme viel beigefragkn, daß der BézirkSUmkmann aUe Angelkgenhkitén, die mit der Sklaverei in Verbindung stehen, zu überwachen, zu kon- troUieren und zu bequunden bak. Das gisk vor allem von 232111 Uebergang eines Sklaven Von einem Herrn an einen anderen. Diessr ist an eine behördliche Beurkundung geknüpst, ferner 01er an ganz bsstimmte Bedingungen, die zugunsten des Sklaven Vorgeschrieben sind und fich gegsn dsn Herrn richten. Die Bedingungsn sind folgenÖL. Einmcck muß dsr SkkaVL ausdrücklich stine Zustimmung zuxdem Uebergang geben. Zwätcns muß de-USUL Herr in dkmselben Bezirk WOBULU wis der Sklabe 1)de viesmebr sie müssen beide derselben Lm1ds111annschast «Ugßbörkn. DriftMs darf dadurch, daß ein Sklavxz Einen neuen Her'rn bekommt, nichk etwa die Familiß des SMW: ÜUSÜUÜUdErgLÜffM Mrden, [Md Vierßns darf der Hsrr nur ein E'm- gébOkLULk se'm. Ist der HLW L'm Jrsder oder Ein Araber, so börf das Sklavenvkrbäktnis Von sskbst. auf. Diese Punkte muß der Be- zirksamtmann bei der. Beurkundung des Ueberganges eines Skladen von-einem Henn an einen anderen Herrn 9x „officio sämtlich nach- prüfen. Eine Urkunde für den Uebergang eims Sklaven an einen neuen Herrnhut der HLN Abgeordnéte Noske verlesen. Diese UZ- kunde ist nicht eine Urkunde- eines grausamen Sklavenhandels, *- es ist em Instrument, humaner und weiser Politik zur Förderung der Verhältniffe der wirtschaftüch' Schwach€n.

Nun möchte ick) noch einmal auf die Denkschrifk zurückkommen. Der Reichstag Hat in seiner Resokukion das Jahr «0 vorgeschkagkn, déx Gouv-Zrneur kam in seiner Denkschrift auf das Jahr 1930 und glaubte, daß dann antomatisch die Skxaverei “aufhören würde. Ick) Habe mir übérsegt, ob-man v'lLULiChf zwischen dLn Wünschen dLs Reicßstags und den Ergebnissen der_Denkschrist eine Brücke bäuen konUts.“ Zu diesem Zweck? [mbH ich die Absicht, dem GouNrneur fol- génde Vorschsägk zumachen. Ick) betone, daß ick; ihm Vorschläge ' 1nache, keine Weisungen gebs, weil in solchen Angelegenheiten der Gouverneur in erster Linie disVerantWortlichkeit tragen muß, die 1ch dann seWstVsrständlich dcm Reichstage gegenüber zu übexrneHmsn haben werde, - Asso, meine Herren, ich wiÜ ibm folgendßn Vorschlag Wachen: im JaHre 1920 wird eine Verordnung erlassen, nach der eme Klage, auf Begründung, WiederhersteUung, Anerkknnung oder Beibehaljung dss Skkavercxiverhälttüsses vor irgend Einem Gericht des Schuhgebi€tes nicht mehr zugelassen wird. (Sehr gut! im Zentrum.) Um aber die Herren der- Sklaven WWW zu halten, werden zweitens Klagen der Herren gegen den frÜHéren Sklaven zugelassen, aber nichk aus dem Skwvereiverbältnis, sondern aus dem neuen obligatorischen

Verhältnis auf Grund der, fiir den anderen Teil gemachten Leistunchn. , .

Dritténs sokl in_dßn einzelnM Distrikjen fixierf wsrdcn, wié: bock) dcr Freikaufprcis eines Sklaven sein soll. ; Damit,; würde: ick) dc'm * Gouverneur Vorschlagen, soll er so bald wie möglich anfangen, damik, WEnn das Jahr 1920 herankommt, in den Köpfen der Eingeborenen

WU? Klarheif über die Höhe des Loskaufpreises besteht, *und daß .-

es dank kein Feilschen-mebr gibt. Ick) glaube, meine Herren, diese

* Brücke können Si? bZtreten, dann wird die Denkschrift noch zu einer!

(Einigung mik aUen Seitkn führen. , Das sind die einzelnen“ Fragen, die ick) bisher zu beantworten gehabt Habe, '

, Abg. KZT 11 akk)" (nl,); „Awdsr Erneuerun *dßyDebattk über dyn Emgeboxenenscöuß. mochte [ck mich ni t mehr eketltqén; nur noch ein ' orf zur Frage 'der HauSsklaWrei. chon_ in _der Kommissiom HML 1ch den- Staatssekretär Febeten, durch weckmäßige Ma naHan bin- eunigung der schaffun „, dEr ausstWMi- aber der Ansickyt “des ouVerneurs möchte ckck mi anschli9߀11, das; FZH Abschaffung auf- einen [festen Termin auf khr große SÖWWÜÜULN. stoßen muß. Es bande t.si_ch um eine im andc alfgsMva L§5i11erl“s-- fung; bei en Sklavenbe'sikktn bandülk 25 um dmx L'TUÜUJÜ *" F***“,- Tsrl Her Bevölkerung, und“gerade in den Ländkrn mik «MMZ MLM“ sLZ'id SMZÜUL' angesehene Leute [ckckck]: 'm dEr LANE dj;- A “LF“MLWT voxkerung vteUeich gegen ihre eigeMn Jnkcysfféx] Ü MWM- M* [)Uygew Es,darf nichk diE AÖsÖQffUUJ (TU? C'l , SFUZÖÜUWN, ZU “O_atrert werden, sondern mcm MUsF dis QUMÜNYMJ *TWUWWUTM eme NSLHL erschwerender BédingWgM MM] ? *WM'UW Wyk?“- Jretax so_[lta auch die Wäbranggwch n ck NWAM;_D-,'k „stquka m dis HQndkssbkzikbnngM !.;1 &, O W? .WUTLU- «„S MWT bmxmgezogen'wird, dkstl) webigsr ÜrÖMwÖWMMUÖM (MWM g221gnet erwßxsten, WWUMÖ MMZ “- “TZ 'WM'ÉUWÜWM sick» (xls ALÉWÉLU 1911! Wird. Di? »WWZUNM W *MJJWWWW ck BMW TEST 1ch1Uchk alé bsxecbti § TM" W) BU" W." Ruandabnbn P- 011. Üackx OU [ * - * * * ““ 1 “MI NL EYJWUÖTY MU _dxgx

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