1914 / 72 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 25 Mar 1914 18:00:01 GMT) scan diff

' lte WOMEN i nen die Kastanien aus dem Feuer Zu boten. Er tade auch d,en „Kriegsminister Seely und rief auß: „Was tun wZZbim Unterhause Wenn wir nicht alieln die Bill dxxrmal aus er- baus zu ,senden haben, sondern sie zur endguliigen Durchfi€hx noch den Generalen und Offizieren zu unterbreik€n_baben9 Vi le Liberale seien in einer mißliÖen Lage, denn fi? batten dem Volke erzählt daß es recht sei„ die Truppen als ,leiztes Mittel bei *L-usjjänden z,u vLZWenden, urid ]eßt Habe die Regierung entschieden, daß die Offiziere auf ihren Dienst verztchte,n, nach dem Buckingham- szast laufen und dann unter Eveptyalbedmgungen au]“ ihren Pisten -zurückkehren können. Der Kriegsmmtster Seel!) erklarte, er konne der angekündigten Debatte mchts vorwegnehmen, und so wurde der Gegenstand verlaffen.

Gestern abend kam e*Z in Belfast zu einem Zusammexi- stoß zwischen Uniouisten und Nationalisten. Die Polizei schritt ein und trieb die Mßnge auseinander.

Frankreich.

, Dre Deputiertenkammer nahm in de_r gestUgM SPUUA ohne Erörterimg einen von Jaurés emgebxackxten Gsikßentwurf an, der bestimmt, daß die Rychette-Komm is sL oz: Gsbrauck) mackwn könne von den richterlichen Vollmachtßnx die vom Parlament den parlamentarisch'en Untersuch'ungskommisswqexi zugebikligt worden sind, und beriet sodann uber den Hie m1li- tärifchen Ausgaben für Marokko betreffenden Artikel des Finanzgeseßes. W T B ,s d W D ys

d Veri t des ., . ; .' wre er g. en Coch9icrltchaufe§ie Notxéendigkeit bin, die Besxßung Marokkos, xn Ende zu führen und zur Behebung der internationalen Hindernisse diplo- matische Verhandlungen einzuleiten. Der Berichterßatter Messimy erklärte er rechne für das erste marokkanische Budget aiif ein Defizit,von zehn MilLionen Ftancß, aber das Budget des nacbsien Jahres werde balanziersn und,1o ar" einen Ueberscbuß xrgeben. Seit Jahrhunderten habe man in arokko kein_e solehe Sicherheit gesehen. Die Von Frankreich gebrachte_n Opfer b'atten „Wenig zu be- deuten, da bald anz Nordafrika fur Frankreich em gewa[tiges Reservoir von kalensäpen und Soldaten sein werde. Messimv

! 1 den Wünschen Corbins nach diplomatischen Be- IreFuant an. Der Ministerprxifident D o u m e r g u e er- widerte Cocbin, die Regierung wunsche in Marokko fried-

liche Ausbreitung und wachsame Defensive. Sie habe den doxtigen Truppen aUe unnötigen kriegerischen Unternehmungen_ ausdxucklich Untersagt. Seit zwei Jahren set in Marokko, beiracbtliche Ver- waltungLarbeit geleisikt worden. _Der Ministervrasident erkannie an, daß intsrnational'e Feffeln die wirtschaftliche Entivtcklung_aufk)telten, doch würden diese bald verschwinden. Es schwebten daruber gegen- wärtig Verhandlungen.

_ Die Budgetkommission 'der Kazmner hat gestern, nnchdkm sie eine Erklärung des Finanzministers eptgegenge- nommen hatte, die Einfügung der Ste'uer au die Rente in daS Finanzgeseß mit 11 gegen 9 Stimmen (1 gelehnt.

_ Der Rochetie-Außschxxß vernahm gestern vormittag zunächst den früheren Ministerprandentsn Barthou.

Wie das oben genannte Telegraphenbureau berichtet, verwahrte s1ch Barthou entschieden gegen den_Vorwurf, daß er den Feldziig des „Figäro“ gegen Caillaux angesUftet und Calmette verschiedene Schriftstücke angeliefert babe. Er babe im Gegenieil 9th Er- suchen*'.Doumergues den Dirkktor Calmetie ersucht, gßwtffe'De- pksckyen über besiimmte Angelegerzbeiten Zäch zu veröffentlichen. Donmergue und Caiilaux hätten lbm dafur'lebswft gedankt. Jn d€r NOÖLÜLÜUAÜLJSÜHCÜ habe er fich vor drei Jahren emsn Angriff dks radikalen .Rappä" zugezogM, weck er dem Ersuchén des Heraus- gcbers dieses Blattxs Dumesml, eine Dijziplinaruntersuchung gegen einen der Sachverständigen anzuoidnen, nicht Folge geleistet habe. Kurz nachdem das Ministerium Monis ans Ruder gekommen sei, habe er erfahren, das; der Rochette-Prozeß vertagt werden sone. Er habe zu Caanux gesagt, es gingen merkwürdige Dinge vor, Monis habe den OberstaatSanwalt kommen lassen, um die Rochette- Angelegenheit du verschieben. Caillaux babe darauf eantwortet, er habe bei Monis Schritte getan, um den Aufs ab zu er- langen, und hinzugefügt, Rochette besiße eine- Liste der Kosten der Emisfionen verschiedener Geschäfte und beabsichtige, diefe Liste zu veröffentlichen, wa_s eine große Aufregun hervorrufen könnte. Er habe bei Monis interveniert, damit die er diese Ent- hüüung Rochettes verhindere. Barthpu sagte wetier aus, als Vriand ihm den Bericht Fabres übergeben batte, Habe er ihm geraten, diesxn auch an seinen Nachfolger weiterzugeben, denn es handele sich um em ihm persönlich übergebenes Dokument. Er, Barthou, babe daran gedaÖT- den Bericht zu vernichten, und sei alucklicb, daß er es nicht etan habe. Er habe es stets abgelehnt, den Bericht auszuliefern, und Fade dies ebenso namentlich Calmexte gegenüber getan. Calmette_babe ihm gesagt, daß er fich anderWeitig eine Abschrift davon verschafft hatte. Er (Bartbou), UNd Briand Hätten darauf bestanden, daß Calmette den Bsricbk WM veröffWZÜÖEU sollte. Calmette habe sein Ehrenw-ort gkgeben und inzugefugt, er werde einen sehr genauen Auxzug ver-

* öffentlichen. Auf ibm vorgelegte Fragen faßte fich Barthou h_abin zusammen, er habe den Berrcbt Jahres seinem Nachfolger nicbt uber- gebcn, nacbdenz EZ 3" Btiand bemerkt hätte, es handele sich um kxin amtliciyes SÖklstskuck, und da er glaubte, es könnten fich Unzutrag- lichkeiten ergeben, wenn der Bericht von Hand zu Hand ginge. So habe er den “ÖL Mitaenommen, ohne daß Briand einen Einwand _JLMÜÖÜ hätte, denn fie beide Hätten damals dem Dokument keine außergewöhnnzhe Bedeutung beigemeffen. Auf eine andere Frage SWM“ BUMM, eine Kopie des Dokuments sei jedenfaüs bei ihm nicht anaefertigt Worden. Mehrere Direktoren von TageSzeitungen, besonders Calmette, hätten von dem Vorhandensein des Dokuments gewußt. er edaktem: des Matin" Habe eine Photographie davon ber estellt. Obwohl er (Barkbou) erfahren hätte, daß Cainaux behauptet “be/ habe ein Gegenvrotokoü aufnehmen [ML"- habe er (Bartbou) das sein““ nicht veröffentlicht. Jedenfalls sei die Verantwortung von _Briand an ihn übergegangen, sobaY ÖFFNZYYUHYSiéoFéerbUgebe? batte. Briand habe mit

1: er en mer n t Jiedetbolle, er habe das Dokument der De s zu schaffen. VWR"

" tl, " ! macht, weil er geglaubt batte, daß es das I;?UYYZLZÜF anglicb qe

daß Politik und Finanz'en nic? Verknüpft würden. arteien set,

In der Nachnnitags tßung dex Kommision e “der Direktor des „Rapps!“ Dumesmx Einspruch gexsxen dierZFSsaqe Barthous und bestritt :,),op al1em den e W von BeleiiZi- gungen, den der „Rappel gegen Barthou geführt haben soÜe.

Rußland.

Der Finanzminister Bark veröffenili t ' , schreiben über die Frage_ der Verwirklichungckizer Jenin YYY: reffort durch das Kaiserliche Öandschreiben vom 3“

gesteklien Aufgaben. Wie „W. T B'“ meldet,13§v?j1?tbm§€x

Minister darauf hin, daß die Verbreitun der ' - heii unter, der Bevölkerung die HaZptaufganMYs“ Remortx': bckde. T_Oock) brauche man deSbalb nicht eine Verringßrung der Einnahmen der Krone zu befürchten. Bark spricht die feste Ueherzeugung aus, daß die durch die Ent-- hakiung von getstigßzz Getränken ersparten VolkSmittel neue, vollkommen zuverlaßtge GeldqueUen zur Deckung der an- wachsenden StaatSaUZgaben eröffnen werden. ZUm Schluß fordexte er dazu auf, alxe geseßmäßigen Petitionen der Dorf- gexneinden nach Abschaffung oder Nichtzulassung des Brannt- 1vemv2rkauf§ wohlwolkend zu berücksichtigen. .

Italien.

Der König hat gestern, wie, „W. T. “B.“ meidet, die Ernennung des GEnerals Grandi zum KrieZsmimster'und des Generals Tassoni zum Unterstaatsfekretar im Kriegß- ministerium unterzeichnet.„ , '

_ Der König ist Hsute früh von Rom 111 Venedig eingetroffen U11d auf dem Bahnhof von Hein deutschen'B-P- schafter von Flotow, den Sprßen dex'Ziml- und Militar- behörden, Abgeordneten, Senatoren, Offizieren aus dem Gefolge des Deutschen Kaisers und vielen anderen hervorragenden Persönlichkeiten empfangen worden. Vom Bahnhof hegcxb sich der König mit dem Minister des Aeußern Marquxs dl San Giuliano und Gefolge zunächst nach dem- Palazzo Reale und Machte dann dem Deutschen Kaiser an Bord der „Hohen- zoÜern“ einen längeren Besuck),

Griechenland.

Die griechische Regierung tritt in Beantworiyng emer Mitteilung der Pforie den Vorwürfen über angebliche Be- drückung der Muselmanen in den an Griechenland aba? tretenenGebieten entgegenund hebt laut Meldung des „W. _T. B. hervor, daß die Muselmanen die gleiche Behandlung “nne 1hre anderen Untertanen genöffen. Die Pforte dürfe n1cht ver- kennen, das; Griechenland in jeder Weise für das Wyhk der Muselmanen sorge, um sie im Lande zu behalten. Dre le_ßt- hin festgestellte Auswanderung sei lediglich auf eine von außen hervorgerufene Erregung zuriickzufiihren. Auf der anderen Seite seien die ottomanischen Behörden weit entfernt, den Christen in ihrem Reiche Gleichberechtigung zu gewähren., Der Boykott gegen die Griechen werde im ganzen otiomanischeit Reiche angewandt, und Berichte au?- Thrazien schilderten die Lage der dortigen Christen als beklagenSwert. Sie wgnderien in Massen an?», und ihre Häuser und Felder würden wxÜkürltch von Muselmanen in Besiß genommen.

_ Die Regierung hat ein Rundschreiben an die Mächte gerichtet, worin sie deren Aufmerksamkeit_ darauf lenkt, daß die Aufstandsbewegung in Epirus slch mehr und mehr ausbreite.

Bulgarien.

Die Sobranje ist für den 2. April zii einer außer- ordentlichen Session einberufen worden.

Amerika.

Eine vom „W. T. B.“ verbreitete Depesche aus Elverijel im Staate Durango meldet, das; der wirkliche Angrxff auf Torreon vorgestern begonnen hat. Der General V1ÜU be- seßte Lerdo, ohne Widerstand zu finden, und ging Mittags zum Angriff gegen General Gomez in Palacio vor, wo 'em blutiges Gefecht stattfand. Die Verluste sind auf beLden Seiten sehr schwer; Muffen von Verwundeten wurden nach dem Hospital von Elverijel gebracht. Nach einem Telegramm aus dem Hauptquartier der Aufständischen in Matamyros Haben_die Aufständischen Guerrero nach einem neunstündigen Kampfe eingenommen.

Asien.

Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Te[)eran sind die Gefechte in der Nähe von Ka erun wieder aufgenommen worden. Gendarmen, die durchZU teilungen des Stammes der Kashgai verstärkt wurden, haben Nasr-i-Dtman und die Rebellen angegriffen. - *

_ Der japanische“Ministerpräsident Yamamoto bleibt bis zur Bildung eines neuen Kabinetts im Amt. Er erklärte obiger Quelle zufolge, daß der Rücktritt des Ministeriums er- Ylgt sei, weil die Beratungen Über das Budget auf einem toten

unkt angekommen seien, und nicht im Zusammenhang mit dem Marineskandal. -

Koloniales.

Das Märzheft der Zeitschrift für

Tropische Landwirtsäöaft . Der Tropenvflanzer “,

Organs des Koloniakwirtsthaftliäyen

„Komitees (Berlin, Pariser Play 7), enthält an erster Steüe einen

Aufsaß von Professor Dr. A. Herzog „zur Unterscheidung der Setlerfgsern“. Der Verfasser weist auf die Schwierigkeit hin, verarhettete Seileifasern mit Sicherheit zu bestimmen, d. l). die zu- gehörige Stammpflanze festztzsfel-len, und gibt zunächst für die Bestim- mung der Faser des Sunnbanses (Sroßalzrja) einige wichtige Fingerzeige. In emet_n Weiteren, „Gedanken über einige neuxeitlicbe Erkrankungen an tropischen Nußaewäckpsen“ übersckoriebenen Aufsaße werden von Professor Dr. M. Oollrung mehrere neuere Veröffentlichungen kritisch besprochen. Professor Hollrung macht auf die Schwächen bei der gegeywärtigen Behandlungsweise von Erkrankungen tropischer Nuß- aewacbse aufmerksam und betont die Notwendigkeit. den physiologischen Störungen der Pflanze, die dem Eingreifen von Farafiten vorarbeiten, mehr Beachtung zu schenken, als dies bisher ge cbeben ist. Professor Dr. Udo Dammer untersucht in dem Aufsaß „Sou der Pflanzer feine Baumwolle ginnen “_ck“ die Frage, ob ein an der Zentralbabn in Deutsch Ostafrika wohnender Pflanzer besser tut, seine Baumwolle [eich auf der Plantage zu entkömen, oder ob er sie unbearbeitet nacß Dares- salam versenden soll, bei welcher Beirachtung die Tatiffrage, die Fra e der Gewinnung Von Oel aus den Baumwoüfamen in der Kolon e selbst u. a. eine Rolle spielen. Des weiteren entbäit das Heft inter- effante ausführliche Statistiken, u. a. über die Zuckererzeugun der Welt, über Welternte und Weltverbraucb von Kakao, über den [an- lagenbau in den deutschen Kolonien und in fremden Gebiejen sowie eine Anzahl kürzerer Mitteilungen aus dem Gesamtgebiete der tropi- schen Agrikultur.

Parlamentarische Nachrichten.

Der Bericht über die gestrige Sißuna des Reichstags [Jamie der Schlußbericht iiber die_ gestrige Sißung des Hauses er Abgeordneten befinden ftch in der Ersten Beilage.

Kunst und Wiffensibaft.

Die nächste Sonnxnfinsiernis und die drahtlose Telegravbie. Die vollstandige Sonnenfinsternis, die am 21. August dieses Jahres eintreten wird, kann zu einer ganz neuen Untersuchung gusgenußt werden. Seit der Einrioßtung einer drahtlosen Telegravbie uber große Entfernungen, ganxe Fesiländer und Meere ist die Beob- achtung gemacht worden, daß die elektrischen Wellen bei Nacht stärker wirken als hei Tage. Die Neickyweite aUer Posten für drahtlose Telegrapbie 1st bei Nacht um einen Wesentlichen Betrag, nicht selten

um das Doppelte, weiter. Duréh besondere Versucherstsogar der Uniex- schied in der Fortpflanzung der elektrischen Wcllen an der ,Grenzkme von Tag und Nacht festgesteUt worden. Die Ursachen smd m manchkr Hinsicht noch nicht aufgeklärt, aber man Hat sich zu'der Annahme ge- nötigt gesehm, daß die Sonnenstrahlen selbst auf irgend" eine Werse hinderlich auf die eLektrisÖen Wellen wirksn. Daraus laßt fich Mt- nebmen, daß eine volLftändige Sonnenfinsternis eine besondere GL- legenbeit für die Erforschung dieser Erscheinungen datbietet, u_nd zwar hauptsächlich in zwei Punkten. Einmal wird zu erfoxstbkn skxn- ob die * Fortpflanzung der elektrischen Weüen durch die Luft im Schatten und Halbschatten der Finsiernis anYererx Geseßen der Auslöschung (Absorption) und Brechung (Refraktwn) unterxikgt als im vollen Licht. Zweitens wäre zu e'rmittelnx ob die Starke, Frequenz und Eiaenschaft von natürlichen elektri1chen Wellen x_md Entladungen der Lufteleftrizität durch die Finsternis beeinflußt wird. Die Aufstellung dieser Aufgaben ist nicht ganz neu, denn es ist schon bei der Sonnenfinsjernis vom 17. April 1912 versucht worden, diesen Fragen näherzutreten. Damals stimmten die Bsobachtungen," die übrigens nur in gLringem Umfang und mit mangelhafter Planmaßig- keit ausgeführt wurden, dahin _überein, daß die Stärke der elektrischen Signale während der Finsternis größer war als eine Stunde zuvor und danaeh. Nur in einem Fall wurde die Wabrnebmuna sebr bettäcbtlicher Sedmankungen während des Durchgangs des Schattenkegels Über Europa behauptet. Die Geleaen.

beit war damals auch nicht günstig , weil die Fin- sternis in Europa gexade (_xuf der Grenze einer voll- ständigen gegen eine ringförmxge lag. Bequem wird auch

die diesjährige Finsternis nicht sein, aber in anderer Hinsickpi, weil nämlich die VoUständigkeitHzone nicht durch Länder läuft, in denen die drahtlose Telegraphie bereits eine größere Entwicklung erfahren hat. Sie zieht sich Von Grönland durch Skandinavien und Rußland nacb Perfien, um etwa an der Mündung des Jndqs zu enden. Vor. teilbaft ist die verhäktnlsmäßig lange DaUer der acizizliéberx Verfinste- rung Von mehr als zwei Minuten in Rußland. Die britixckze Natur- forscherversammlung hat ihren Ausschuß für radiotelegrapbiscbe For-

,schung mobil gemacht, um eine möglichi weitgkhende Verwertung des

Naturereigniffks für die Lösung der gekennzeichneten Fragen herbeizu- führen, und fie kann fiel) ein großesVerdienst erwerben, Wenn fie die unbedingt notwendige Organisation dahin zielender Bevbacbi'ungen durchseßt. An Verständnis Und Untersiüßung in andersn Landern wird es ihr nicht fehlen, Wozu übrigens jktzt bereits ein Aufruf erlaffen worden ist. Es handeii fick) darum, zu beiden Seiten der Mittellinie der Verfinsterung Posten für drahtlose Telegrapbie zu errichten, zwischen denen die Signale über das Schattenband hinweg angetauscbt werden können. Es werden sich Wabxfcbeinkich in Skan- navien und Rußland schon _einige dazu geeignete Stationen_finden. Die Versuche müssen, fich selbstverständiiä) auch auf eine qewiße Zeit vor_ und nach der Finsternis erstrecken, um einen Vergleich zu ex- möglickpen. Auch die großen Posten für drahtlose Telegrawbie, die in größerer Entfernung yon dem Durchgangssir„eifen der Finsternis liegen, werden sich nußbrmgerzd an den Versuchen beteiligen können, voraUSJeseßt, das; fie sich einem großen Plan einfügen. Außerdem kommen noch Schiffe auf dem nördlichen Atlantischen Ozean in Be- tracht, die es eigentlich ptel- beauxmer haben würden, fich mit ihrer fertigen Funksyucbeinxrckpung atx einen geeigneten Ort zu begkben. Namentlich wizrde 8,6 zweckmäßig sein, von Schiffen nördlich der Finsterniszone uber diese hinweg nach den großen Stationen an der Ostküste von Kanada und den Vereinigten Staaten zu telegravbieren. Die ngtürlichen elektrischen Wellen Vcrlaufen nach der bisherigen Kenntnis weiß in der Richtung von Süden nach Norden und ihre Störungén wurden am besten an PlälZen in Skandinavien und Ruß- land fe11zusiel1€n sein, die nördlich Von der Scbattenbabn gelegen Md. Die Ausführung des Programms, die boffentlick) in größtem

aßsiab vor sich gehen wird, Ut tmt gespanntem Interesse zu er- Warten-

Das Alte und Neue Museum,das Kaissr Friedricb- Und Kunstgewerbemuseum, das Museum für Völkerkunde so- wie die Sammlung für deutsche Volkskunde sind an den Sonn- tagen und an den zweiten Tagen der höheren Festeim April bis September von 11Z bis4Ubr geöffnet. Montagßbleiben die Museen wegen dex Reinigung geschlossen; ausgenommen hiervon ist das Museum für Völkerkunde, . das Montags geöffnet und dafür Dienstags ge- schlossen wird, damit Wochentags stejs eines der Museen an der Königgräyer- und Prinz Albreckytstraße dem Publikum zugänglich ist. An den übxigen Wochentagen werden die Museen um 10 Uhr Morgens geoffnet und um 4 Uhr geschlossen, nur im Kaiser Friedrich- Museum erfoTJt Wochentags die Schließung um 6 Uhr Nachmittags. Die BibliotHe des Kunstgewelthmuseums ist Wochentags Von 10 bis 10 Uhr geöffnet. Am Karfreitag, am ersten Osterfeiertag, am Himmelfahrtstag und am ersten Pfingstfelertag bleiben die Museen Fsxlyloffen. Der Besuch d'er Museen ist unentgeltlich bis auf das

aiser Friedrtcb-Museum, in dem Dienstags und Mittwochs 50 H Eintrittsgeld erhoben werden.

Die Bayerische Akademie der Wissensckpaften bai den Preis für die Bearbeitung der im Frühjahr 1911 gesteÜtenPreis- aufggbx: „Es spl] untersucht werden, wie weit in der östlicbsn Hälfte des komischen Reiches nebk'n dem Griechischen das Lateinische ais AMW, Rechts-, Heeres- und Ktrcbenspracbe Verwandt wurde, und Wklche Folgen seine Verivendung für die griechische Umgangs- und Literatur- spxacbe batte", dem_©ymnafialprofeffor am Neuen Gymnasium in Nurnberg Dr. Ludwig Hahn zuerkannt, ZographqspreiSaufgabe gestellt worden: .Das Unterrichtswesen im byzaniimschen Reiche Vozn Zeitalter Justinians bis zum 15.Ial)r- bsuänxrt.“ Der Preis betraut 2000246; als Zeitpunkt für die Ab- lieferung ist der 31. Dezember 1914 festgeseßt.

Literatur.

Die im Verlage von EA. Seemann in Leipzig erschein€nde Folge_ von Hefjen mit farbiger) Nachbildungen moderner Maler, „Meister 'kzerFarbe“, _nt in ihren 11. Jahrgang eingetreten. DLL eigenartige Kunstzeitschrlft Hgt sich mit Rkcht einen Weiten Freundeskreis erworben, denn sie Ubermittelt dem Kunstfreunde ein “gutes Bild von der Entwicklvng .und den Strömungen der zeit- genössischen'Malerei, Der Verlag tft mit Erfolg bestrebt gewesen, alle Kunstnchtungen, _mit Ausschluß der modernsten auf AbWegen irrenden, in gutgewahlten Proben vorzuführen, und hat auch stofflich auf eine_möglichst große Manniafaltiakeit Bedacht genommen, sodaß das Portrat, das geschichtlichx Gemälde, die Landschaft, das Tierbild, has Genrebild, das Stilleben zu ihrem Rechte kommen. Jedem Bilde ist ein von einkm Fachmann verfaßier kurzer Aufsah voraußgeschickt, der den Leser über den betreffenden Maler, seine Eigenart und seine SteUung innerhalb der modernen Malerei sach- [lch unterrichtet., Die Bilder sklbst _ jedes Heft enthält deren sechs _ sind mtt qllen Htlfßmltteln der weit vorgeschrittenen farbigen Rxproduktwnßtechmx bergesteüt und übermitteln einen so voUsiändigen Emdruck vom Original, wie das bei Wiedergaben irgend mögliä) ist. Das erste Heft des 11. Jahrgangs legt dafür Zeugnis ab, daß der Verlag aach weiter den. bei der Auswahl bewährten Grund- säßen nachzustreben gxwiüt isi. Es enthälk Nachbildungen Von Hans Tbomgs die Mutter und Schwester des Meisiets darixellendem Gemalde, von Otto Greiners .Promeibeus“, won ckan banndiscben Landschaft A. M. Gorters, der „Teestunde“ Von JL? Leemzool, desGemaMs .Utkunde“ Von Claus I)ievEr-DMC'xik-Li FifiUs ,bEntenFlLFYL vo? JEREZ Kyksxcxsr. 521111“er Nn ikn MUM,- egeaeenen u aen enei im ci" " ?ck ' tSckYTfens des quxken Lcnbaci), die (? xi Ul WL “ÖMMN'J W ra ung eines izzenbuckyes BEL "11 evd' Das, Abonnement auf den 12 &?th LUTTYFW „Meister der Farbe" kostet 24 «.

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