Gold, Silber-, Neusilber-, Alfenide- und Juwelenwaaren aus. Der irma Sy & Wagner (Kronenstraße 28) wurde es. gestattrt, dre lberne Gedenksäule und das Kaiser cbwert, welche die Offizure der rmee Sr. Majestät dem Kaiser und Köpig_zu Allerbdcbftdeffen
sechSzigjähriger, bezw. siebenziqjähriger Militärxubelfeier ubergaben
und welche aus den Ateliers der genannten Firma hervorgegangen, als wahre Meisterstücke der Berliner Goldscbmredekunst außsteüen zu dürfen. Neben zwei dem Privatbefiß Sr. Majeitat des, Kaisers und
Königs entliehenen ßlbernen Gruppen, welche die Ueberreicbung'des Or-
dens pour 19 Wérjw an den Kronprinzen nach der Schlacht bei Kömg- 5? und die Niederschrift der Siegesdepesche von S_edan durch den
Yai er darstellen, erblickt man das kunstvdll „gefertigtr Horn„das
Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Friedrich Carl zu Sernern
50. Geburtsfeste Höchstdeffen Hoflieferanten überreichten, ferner die
filberne Cbrensäulen, Welche die Offiziere des 17. und 71. Armee-
Corps ibren kommandirenden Generalen von Blumenthal und von
Kirckybach zu deren funfzigjährigen Dicnstjgbil§e1 dar'bracbte'n.
Mehrere Tbalerhumpen stehen neben den prachttgsten Bijouterie-
und Juwelenarbeiten und dxn galvanoplasrtichen N9chbtldungen
aus dem Lüneburger Silberfcba'rz. Nrcht wemger ' glan- zend ist die AussteÜung der Hofiuweliere S. Frted'eberg
Söhne, Unter den Linden 42, deren Juwelen, Gold- und Stlber-
arbeiten cinen woblbegründeien Ruf genießen._ Jntereffant ist die von
dieser Firma aukgestelite KoÜektion roher Brrllanxen vom Auffinden bis zum Fertigschliff. Von anderen Firmen 111 dieser Brayche_se1en genannt Behnisck) & (Co., Blumenstraße 37; Gebr. Friedlander,
Schloßplaß 13; Humbert & Heylandt, Werderstraße 314; Franz kagau, Marfukstraße 50; Vollgow & Sohn, Kommandanten- straße 14 und Andere. _
In der gestrigen Sixung der Stadtverordneten-Ver- sammlung verlas der Vorfiyende folgende Antivort, Welche auf die von den städtischen Behörden durcb Vermittelung des russischen Botschaftérs an Se. Majestät den Kaiser von Rußland an- läßlich des gege11Allcrböchstdenselben verübten Attentats gerichtete Adresse eingegangen ist: , ' _ "
Ew. Hochwohlseboren an 111111) 1111 Namen der stadtnÖxn _Be- börden Berlins unter drm 18. d. M. bei Gelegenheit der gkuckltchen Crrettung meincs AUergnädigsten Herrn aus schwerer Lebenkgefabr gerichtetes, sehr gefäUiges Schreiben batte ich die Ehre zu crqnpfangcn und babe ich nicht ermangrlt, die darin außgriprockoenen Gesinnungen der Vürgcrschait Berlins sofort auf telegrarbifcbem Wegezur Kennt- niß Sr. Majestät gelangen zu lasen, indem ich zrzgleick) Veran- lassung nahm, den Text Ihrer Zuschrift durcb dkn Retchs7a_n_zler S_r. Majestät zu unterbreixen. Auf Spezialkefehl Sr._2„1iaje1tat Wird mir jetzt durch Se. Durchlaucdt den Fürsten Gortxcha10ff_der Auf- trag, Ew. Hdäxwvblgeboren crßekenst zu ersuchen, den stadtqcbey Be- bördkn, sowie dcr 172111111111th Bürgerschaft Berlin?; den Allerbochsten Dank für die ausscsprOÉenen Geünnunxzcn auszudrücken. Indem ich 11110) mit beidndcrér Eenvgthuung die1es mir AÜZrböcbsten Orts ewordencn Auftrages entledige, brnuxe ich geaenwartizen Anlaß, FT. Hocbwdhlgcborrn meiner aus.:ezkickynetiten Hochach1ung zu ver-
ern.
Berlin, den 11.23. April 1879.
Sr. Hochwoblgekoren dem H;rrn von Forckenbeck, Oder-Bürgermeister :on Berlin. . Di: Versammlung nahm dcn Antrag des Mag1strats an, behufs
Erwägung, in 11*elcher Weise am würdigsten die Kdtnmunalbebörden
v. Oubril.
bei Gelegenbkit drr Feier der goldenen Hochzeit Ihrer Ma- _
jestäten des Kaisers und der Kaiserin ihrer Freude über das Ereigniß geeigrwten Ausdruck zu 13211211 haben Werden, eine gem1schte Deputation zu crnenneri. _ __ _ | Von dcm Bericbt über den Geicbastsbetrieb der stadtiscben Sparkasse 1210 1 Quartal 1879_11ab1n die Versammlang ohne weitere chcrkung Ksnntniß. Derielde weist eine Einnahme von 6081531974 51 «3 und eine Außgabe von 2535 316 „14 16 „_Z, mithin einen Ueberschuß von 3546 215 „44 35 «5 nach, wozu noch 13 445 487 «FC: 50 „z Werthpaptere, 9124960 „74 Hypotheken, 9000 «44 Depots bei der Seebandlung und 660000 „Fé- Grundstücks- 1112111) kommt, so daß fich eine Gesammtsumme von 26 486 821 „74 18ch§ ergiebt. Der Magistrat de_merkt hierzu, das; in dem 1. Quartal d. J. von den di-F-poniblen Veitänden 4316 361 .44 61 „5 zum An- kauf von Weckxsclt», L*ezw. Scbarzanweisunxen verrvendet worden find.
Die fünfto 5.1]kastvieb-Ausstellung in Ber[i_n,_ver- anstaltet in den Hallen der Berliner Viebmarkt-Aktien-(Heiellichaft vom Landwirtbicbaftlichen Provinzial-Verein für die Mark Branden- burg und die Nicdcr-Laußr; und dem Klub der Landwirthe zu Berlin, wird am 14. und 15. Mai itaTtfinden. Der Katalog weist 175 Aus- steller mit 806 Nummern (mf. Aquestellt werden 412 Stück Rind- vieh, 431 Schafe und 216 SÖweine. Von Sr. Majestät dem
] 1 [
Kais er ist als Ebrenpreis die goldene Staatömedaille gestiftet wor- den. Der Staats-Minister 1)r.Friedentbal cht dem Comité 10000cki aus Staat-mitteln für Geldpreise zur Verfugung gestellt. Der„Klu,b der Landwirtbe, Berlin, hat ein massiv silbernes Tbeebrett fur dte vorzüglicbste Leistung in Abtheilung 0. (Schweine); die Freunde der Merinozucht haben als Ehrenpreis für Merm'oschafe eigener Zucht ein „silbernes Schaf" gsstiftet._ Die Gexdprerse werden_ wre folgt ve'rtbeilt: Abtheilung 4. Rindvreb: 1 „Zuchier-Ebrenprets 300 „M, 73 Preise zusammen von 9040-44 Abtheilung 13. Schafe: 1 Zuchtst- Ebrenpreis 200 „FC, 34 Preise zusammen von 3175 “ZK. Abtheilung 0. Schweine: ] Züchter-Ebrenpreis 200 „M, 25 Preise zusammen von 1720 9-4 Summa 14635 .,“ Außerdem gelangen 40 srlberne und 80 Bronze-Medaiüen zur Vertheilung. , . .
Man wird hier zum ersten MalGelege'uhett haben, amerrkanxsche Ochsen auf einer AussteÜung zu 1eben.„ Dtrselb'e; sind, 1111 vortgen Jahre in Schleswig ausgescbifft, in diesem Wmter 111 e11_1er Oder- brsxcher Wirthschaft gemästet worden. Professor Hr. Jultus Kuhn sendst aus dem Haustbiergarten der landwirthscbaftlicben Lehranstalt zn Halle a. S. 2 Exemplare einer franzöfischen Schafrwffe „_bä 011311110186“. um diese in Deutschland noch wenig gekannte, fur'Frub- reife und Maftfäbigkeit tr-offlicb gceignxte Rasse zur Verlesichung vorzuführen. Von eben dort kommt_ em aus der Kahnycke'schen Steppe importirtes Schaf 1) gFettstetsraffe, so Wie zwei 111 HaÜe Nezücbtete Thiere derselbeU Name. Leßtere hatten am Jahrestage em Gewicht von 170 Pfd., und zeigeg damit, „daß aucb'außerhalh d s Heimatblandes eine Gewichthöhe jahriger Thiere möglich rst, wre ste, den Angaben von Pallas nach. dort den auSJeWacbsenen und ge- mästeten Thieren, welcbe annähernd 200 Pfd. scbWer Werden sollen, fast entspricht. . _ '
Die Ausstrllung Wird von frub 8 Uhr [3111 Abends 7 Uhr ge- öffnet sein und ist durch Pferdebahnverbindung von allen Seiten der Stadt leicht zu erreichen.
Die Errichtung einer Deutschen Herdbuchs-GesxllLÖaft, bezw. einer Gesrllschaft zur Förderung der deytsckyen Vtebzrrchtuyg ist, nacb Aeußerung aus fast aUen Theilen Deutjchlands, als e111 zert- aemäßes Unternehmen, Welches von, der größten Bedeutugig fur dte Enjwickelung unserer Viehzücbtung rst, m1t Freuden begrnßt worden. Von mehreren Seiten wurde aber hervorgehoben, daß der'Plan noch zu nen sei, um schon in nächster Zeit zur Kcnstitmrung einer Gesell schaft schreiten zu können, daß zuvörderst „eme Besprechung der An- gelegenheit zwecks Klärung dcr Ansichten 111 der1 weitesten Arxfichten stattfmden müffe, um das genügende Yerstandmß und den notbxgen Eifer für die Sache zu wecken; aucb ware dadurch zur Bildung emed Comités, welches die weitere Förderung d€r Angelegenheit „111 1112 Hard zu nehmen hätte, die aeeignetst; Gelegenhert gebotcn. Fur xcne dementsprechende Zusammenkunft 111 die, bevorstehende Mastvieb- AussteUung in Berlin ausetseben worden.D1e Veriammlng finde1 am Mittwoch, de1114.Mai,A1*end§ 6 Uhr,imKl1:b der Landwirthe (Doro- theenstraße 95 11:11) 96) statt.
Zur Aufsteklung des Cornelius-Dcnkmals; in Düssel,- dorf sollte, wie die .Düff. Ztg.“ mittbeilf, in dikseiYTagen rnit dem Aufschlagen dcr Gerüste begonnen werden.. Ueber dre der Ent- 511Uung am 24. Juni sicb anschließende Feitlichkett, welch§1111Wes2ub lichen in einem Redeaktus und einer entsprechenden Fdrer 1111 Mal- kasten bestehen wird, steht die definitive Besch1ußfassung innerhalb des Festcomité-s bevor.
P o 1" e 11 , 6. Mai. (Pos. Zig.) Die Stadtverordneten-Versammlung bewilligte in der heutigen SiZung auf Antrag des Magistrat; zum Gedächtniß der goldenen , , Kaisers und der Kaiserin 6000 „16 zur Bildtrag e1_neß„Fo'nds bexzufs Förderung der Erwerbsthätigkeck und Ertrerbsfabrgkett wurdrger Tochter hiesiger Einwohner.
Ueber die Wiesbadener Wasserveriendung en1nebtx1en wir dem „Rhein. Kurier“ Folgendes: Die, Kurdrrektwn und d1e Wies- badener Brunnenverwaltung wollten mit ihren ,Qurüprodukten“ fick; erst dann dem kritischen Auge der Oeffentltcbkert „zeigen, wenn aUe Vorbereitungen vaständig beendet seien. Naturltrhes Wiesbaddner Kochb1unne11salz, Wiesbadener Koäxbrunn'ensalz-Pasttüen, Wiedbadxner Kochbrunnensalz-Tabletten, flüssige Wresbadener _Kochdrunnenxalz- seife u. s. f., Kochbrunnenwaffer in geschmackvoll et1que'ttir1en Krugen und Flaschen werden fich nunmehr zum Erstenmale in ememscburucken SÖaufenster (neue Colomrade 1) öffrrxtlicb'und, wie wir fage_ndurf211, einladend vrä1entiren und dartbun, d-J Wiesbaden ganz dasielde mit seinen beilkräftigen Quellen und Produkten zu leisten Vermag, wre jeder andere Badeort. _ _ ,
Dir Pastillen und Takletten sind in Orrgmalschacbtéln verpackt, das Kochdruunensalz und die flüssrge Seife 1.1 geschmackvoüen Flacons
ocbzeit Jbrer Majestäten des _
f
vorrätbig,'t't11d es werden Gebrauchsanweisungen jedem dieser Quell- produkte beigegeben, so daß der Fremde nu-rmebr sich hierdurch auch- ein originelles, an den Hauptquell unserer Kurstadt erinnernde! Au- denken mit in die Ferne nehmen kann. Schon durch die hierher kommenden Fremden wird vorausfichlich ein bedeutender Konsum dieser Quellprodukte stattfinden. _
Wir hören weiter, daß auch nach außerhalb die Kurdirektion Schritte gethan und Agenten in allen großen Städten für dieTen Betrieb engagirt hat, so daß das Wiesbadener Waffer, unsereSa e, Pastillen und Tabletten den Ruf Wiesbadens hoffentlich noch me r
verbreiten werden.
Aber nicht allein der Ruf mixeres Kurortes, unserer Quellen dürfte eine weitere Verbreitung erfa ren; bei entsprechendem Betriebe wird auch möglicherweise ein baarer Gewinn für unsere Stadt er- zielt werden, denn die Verwendung der QueU-Verfandtwaffer und
QueÜprodukte anderer Bäder ist überall erstaunlich.
Toronto, 5. Mai. (Allg. Korr.) In Stratfort (Provinz Toronto in Kanada) hat eine furcbibare Dy'namitexplosion stattgefunden. Eine beträchtliche Quantität Dynamit wurde behufs der Weiterbeförderung in einen Eisenbahnwaggon gelegt, als es aus einer noch nicht aufgeklärten Ursache explodirte, Wodurch zivei Personen getödtet und mehrere andere verwundet Wurden, Das Guterdepot und die umliegenden Gebäude, sowie eine große Anzahl Waggons wurden durch die Explosion zerstört.
St. Perersburg, 6. Mai. Tem „Golos“ smd von dem be- kannten Reisenden N. M. Prsbewalskij folgende Mitthei- lungen aus dem Saissan-Poften, 11. (1. 20. März (1. April) zu- gegangen: _
„Am 27. Februar traf ich hier ein und brauchte ganze drei Wochen, 11111 die Expedition voUständig außzurüsten. Zudem hin- derte der tiefe Schnee, der in diesem Winter in der Saissanfteppe gefaÜen ist, außzurücken. Endlich reisen wir morgen von hier und wenden uns nach der Stadt Bulukocboi und von dort oberhalb des
(use;- Urung und längs den südlichen weigen dcs Altai, nacb
arkul und Cbami. Wahrscheinlich tre en wir dort-über 1000 Werft von Saiffan _ Ende Mai ein und werden dann sofort, falls die starke HrtZe und die Wafferlssigkeit der Chamiscken Wüstenei nicht unüberwizidliche Hindernisse entgegensetzen, rveiter z11r Stadt Schatbeu (nicbt Sutschsbe) rücken. Weiter müssen wir den hohen Rand des vorderen Absatzes dcs Tibetanischen Plateau; ersteigen. Dann kommt eme sumpfige Ebene und wieder das hohe Tibetanische Hochland. Dort ist eine vollständige Wüstenei _ nur 1111qu ure Heerden Wildék Thiere leben dort. Fast Tausende von Wersten müffen wir durch die Sferpe ziehen, um das Ziel unserer Reise, Lhassa, zu crreixben'. Dort Werden wir rasten, und sodann werde tcb, wenn LY mögltcko ist, 'das südöstliche Tibet bereisen und, nach Shaffa zuruckxxbrend, m_tch nach Cbotan und Kaschgar begeben. Die ganze Nene denke ich in zwei Jahren außzuführen, Wie Weit mtr das gehngen wird, wird die Zukunft zeigen.
Ich bm,au§geze1chnet außgerüstet und habe viel Geld. In meiner Begleiturig befinden fich: die Fähnriche Eklon und Robo- rowskij, dcr Praparawr K_Oldmeizow und eine aus drei Soldaten und fünf Tranébaikal-Koiaken bestkhende Bedeckung. Außerdem habsn wir einen Tranklateur aus Kuldsba, der mit mir die Reise zum Lob-Moor gemacht hat, und einen Kirgisen als Führer mit. Leßterer Hrtngt uns nacb Cbami und kehrt dann nach Saiffan zu- rück. Dieser wird auch Mi11heilungen über unsere Reise für Sie mitnehmen.
Die Auörüstung der Expedition läit nichts weiter zu wünschen übria. Wir haben zur Verfügung: 13 Berdansche Kugelbüchsen, 22 Revolvrr des Systems Smit und Waffon, 6 Jagdflinten, 10 (01 fertige Kugelpgtronen, 110 Pfund Pulver und 12, Pud Schrot, Instrumente „fur astrozromrsche und meteorologische Beobachtungen, endltcb aÜerler Gegenstande zur Präparirung von Thieren und zum Sammxln von_ Pflanzen., Es bleibt nur zu wünschen, daß ich, wie auf memen fruheren Reisen durch Asien, von Gesundheit und Glück begünstigt werde.“
Im Stadt-Theafer sollen vor dem Schluß der VorsicÜungeu noch_drei Auffahrungen des Volksstücks „Heydemann und Sohn“ zu ermaßtgten Preisen staüfinden, und zwar am Sonnabend, Sonntag und Montag. '
. _ In) Germqnta-Tbeater wird morgen, Sonnabend, das mtt_ so rielem' Beifall qufgenommene Töpfer'srbe Lustspiel „Der Par1ser Taugemcbtß“ repettrt werden. Vorher wird eine einaktiqe Noritgt'von N. Sturm: „MöÜers Pantoffel“, ein Schwank in österreichischer Mundart, zur Aufübrung gelangen,
!! Z? Inser & 1 e für den Deutsckoen Reichs- u. K;;l. Preuß.
Staats-Anzeißer, daS Central-HandelSregister und das Postblatt nimmt an: die Königliche Expedition des Bentsthen Reirhz-Juzeiger- uud königlich preußisrhen Staatz-Inzeigerz:
Berlin. 8. 77. Wilhelm-Straße Nr. 82.
Subhaftationen, Aufgebote, Vor- ladungen u. dergl.
[3590] ['rooluzxru.
Folgende von der LekrnW, Pens1ons-_und Leib- renten-Verficderungé-gkseUsÖQit 11111113 hierielbst aus- gesteüten VerfickxerungSsckxeiue:
], der Versicherungs1chcin Nr. 50391, allge- meine Stérbekaffe “kad. :1. vom 23. Februar 1863 über 50 Thaler, versichert auf das Leben der verwittweten rau Johanne
Oeffentlichev Anzéiger. ..-... ...-.....-
1. ZchbÜS-ks 111111 Uursrßuabuugs-Jaobeö. 5. 111111181116118 Itabljgßsmsucs, 178131111611
2. anbasrariousu, &ufgsbocs, 7011114111113611 n. (!(-rx].
3. 7srkäufs,7arx)ac11m11geu, 8111111111881011811 61:0.
4. 7611001111113, zmorrjaarian, 2111828111u11g
"B 11. a. ". 702 6116111111011» kapiersu.
scheinen dieser Bekanntmachung ab, spä- testenH aber in den 5. Septemker 1879, Vormittags
1 U r, vor Herrn KreisZerichts-Ratb Metsch an hiesiger Gerichtssteüe, Zimmer Nr. 11, anberaumten Tcrmine anzumelden, widri- genfaÜS die gedachten Scheine für kraft- los- erklärt werden. Halle a./S., den 19. April 1879. Königliches Meißgericbt.
111111 0108811111168]. 1111er13116 Qusejgßu. kamüjeu-Uaobriabtan.
dem auf
smd.
lich mitgetheilt. 1. Abtheilung.
Christiane Baumgart, Jeb. E 11er, in Hirsch- berg i/SÖl. .
11. der Versicherungssckoem Nr. 4498 vom 30. Juni 1857 über 6 _Tkxaler 28 Sgr. 9 Pf. Einlage bei der Kinderversorgung durch Fegenseitige Beerbung, Jahrekklafie 1857, ab, )(11113, für Franz Karl August Klein, geb. “ren 4. September 1855 zu Enger,
111. der Verficherungsschein Nr. 48814 vom 1. Dezsmber 1862, allgemeine Sterbekaffe “kad. 3. über 50 Thaler, Versicherungs- summe auf das Lében der Frau Maria Fischer, geb. Neumann, in Breßlau,
17. der Versicherungsschein Nr. 82 843 vom 4. Juni 1867 über 50 Thaler, Verficberungs- summe auf das Leben des Gastwirtbs Ernst Seemann in Gabitz,
7. der Verßcberungssrrein vom 11. Mai 1861 “Tab. 8. Nr. 31549 über 50 Thaler, Ver- ficherungssumnxe auf das Leben der Frau Johanne Ernestine Förster, geb. Schneider, in Hundsfeld, _
s'md angebltch verloren gegangen,
Es Werden Alle, welche an diese Ver- sicherunxxsfummen oder an die darüber ausgestellten Versrcberungsscbeine aus irgend einem RechtSJrunde Anspri'tbe zu baden meinen, au gefordert, dieselben binnen drei Monaten, vom ersten Er-
[4045]
schießen,
[4170]
Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen :c.
Die Veränderung der SchicßstäYde Nr. 1. und 11. behufs Gewinnung eines Schießstandes zum Kontroll- sowie die Herstellung von 2 Vlockwand- Traversen auf dem Terrain der diesseitigen Gewehr- fabrik _ veranschlagt zu 5400 „44 _ 1911 im Wege der öffentlichen Submission an den Mindestfordern- den vergeben werden und ist hierzu ein Termin auf Dienstag. den 13. Mai d. IS., Vormittags 11 Uhr,
im dieffeitigen Bureau angeseßt.
Unternehmungslustige entsprechende Offerten bis zu dem genannten Tage Hierher reichen. . _
Die Bedingungen, Kostenanschläge und Zeichnungen liegen im dieffeitigen Bureau _ Zimmer Nr. 1 _ zur Einsichtnahme aus.
Spandau, den 3. Mai 1879.
Königliäxe Direktion der Gewehrfabrik.
Königliche Oßbahu.
[4041]
Bekanntmachuu . zwar:
die Erdarbeiten, Mauerarbeiten, Mauermaterialien, Steinmeßarbeiten,
Pflasterarbeiten, Pflastermaterialien,
wollen den Bedingungen
für den Umbau des Zaqu für den Umbau der keta
6. 761501116118118 Zskarwrmacknvxen.
7. 8. WeakSk-WOTJSÜ, ck 111 113! 13615911- 9. bsilags. 35;
am 30. Mai er., Vormittags 10 Uhr, irn Empfangsgebäude auf dem hicfigen Bahnhofe, bis zu welchem Offerten, bezeichnet „Offerte auf „Re- kerung von Uniform-Materiglien" einzuretcben Die Bedingungen liegen 111 der Central-Be- triebs-Materialien-Verwaltung bierselbst, sowie cxuch auf den Uniformkammern zu Berlin, Schneidemuhl, Danzig und Königxbcrg 1. Pr. zu:"Einficht aus und rrerden auch auf portofreie Antrage unentgrld- Bromberg, den 4. Mai 1879. Die Verwaltung der Kleiderfaffe.
Bekanntmachung. ' , Die zu den Erweiterungsbautcn der Artiklerte- Werkstatt zu Deus erforderlichen Leistungen und
immerarbeiten incl. Material, acbdeckerarbeiten incl. Material,
Schmiidearbeiten incl. Material, Klempnerarbeiten incl. Material, Tischlerarbeiten incl. Materiax, Schlofferarbeiten incl. Matertal, Glaserarbeiten incl. Material,. Anstreicherarbeiten incl. Material, Eisengußarbeiten incl. Material, ebäudes, dreberei,
für den Umbau der Feilerei und
für den Neubau der Seilerei sollen im Wege der öffentlichen Submission ver-
Die Lieferung der ' für die Kleiderkaffe erforder- Leben werden, wozu ein Termin auf DienfiF, den
lichen, in den Lieferungsbedingnngen näher bezeicb- u neten Uniformmaterialien, soll im Weg; öffentlicher Submisfion verdungen werden. Submnssionstermin
3. d. M., Vormittags 10 Uhr, im der Artillerie-Werkstatt zu Deuß anberaumt ist. Die Zeichnungen, Kostenanschläge und Bedingun-
„Iuvalideudank“, Rudolf Moffé, Haaseußeiu
&- Bogler, G. L. Daub: & Co., E. Schlaue,
Büttnerär Winter, sowie alle übrigen größeren Annoueen-Bureans.
?en liegen daselbst in den gewöhnlichen Bureau- tunden zur Einsicht 'offen und werden die bis zu dem genannten Termrne eingelaufenen Offerten in _(Efjfegetnwart der etwa erschienenen Snbmittenten er- 0 ne.
„Deus, den 2. Mai 1879. Kouigliäze Direktion der Artillerie-Werkßatt.
_ Verloosung, Amortisation, Zmözahlung u. s. w. von öffentlichen Papieren.
[4137] „ Bekanntmachung.
In Gemaßheü des §. 8 unseres Reglements vom 3. Sept ember 1836 machen wir bekannt, das; die unter den Nummern 712, 2542, 2633 und 2683 in die Berliner allgkmeine Wittwenpensions- und Unter- ftüßungßkaffe aufgenommenen Mitglieder wegen uxterlaffener Berichtigng ihrer am 1.Januar d.I. falliZ gewvrdenen Beitrage . von uns exkludirt wor- den md.
Berlin, den 5. Mai 1879.
Direktion der Berliner all meinen Wittmen- Penfions- undSlckxyntlex tützungskaffe. “ o z..
(1010.167/5.)
Redacteur : I. V. : * R i e 1) el. Verlag der Expedition (Ke ss el), Druck: W. ElSner- ' Vier Beilagen (einschließlich Börsen-Beilagx), außerdem ein Fahrplan der Maiu-Weser-Bahn-
Berlin:
reau
' Ich glau e, daß diese Zuverficht a11ch durch die Rede des
Erste Beilage
zum Deutschen Reichs-Llnzeiger und Königlich Preußischen Staats-Llnzeiger.
M 10S-
Berlig, eFreitag, den 9. Mai
1879.
___.„___._ _ -. _. --.-„_: II
Jichtamtliches.
_ Berlin, 9. Mai. Jm weiteren'Verlgufe der gestrigen (40.) Sißun seYte der Reichstag dre_ erste Berathung des GesehentwurZS, etreffend den Zolltarrf des deutschen
ollgebietes, fort. Nach dem Abg. 1)r.'L'asker ergriff der Zräfident des Reichskanzler-Amts StaatS-thster Hofmann
das Wort:
Ick bin dem Hrn. Abg. Windtborst_ sehr dankbar, daß er jeßt auf das Wort verzichtet, ich hatte nnch ubrigens schon vor dem Schlusse der Rede des Hrn. Abg Lasker zum Worte gemeldet.
Meine Herren! Der bisherige (Gang der Verhandlung hat, wie ich glaube, zu der Crivartung berechtigt, dax; e_s gelingen wird, über die ZoÜtarifvorlagezu einer Verständigung zwi1chen den verbündeten Regierun en und der Mehrheit dieses Hohen Hauses zquelanlzßn.
rn. g. Lasker nicht erschüttert worden ist, 1111d ich glaube es nicht blos des- halb, 113211 der Hr. Abg. Lasker selbst sicb als den Vertrster eincr Minoritar gerirt hat, sondern ich baue diese Zuversicht vielmehr auf den Inhalt seiner Rede. _ , „ _ _ „ „ „
Ykeine Herren! In Zeiten wle dtexemge, m der wir xßt leben, wo eine große Umgestaltung der GSULLZJLÖUUJ .an finanz- politischem und volkswirthschaftlicbcm Gebiete ' eme Noth- wendigkeit ist, wo alle Verhältniffe dahin drängen, emx Reform 'zu beschließen, in solchen Zeiten, meinx Herren, trägt derienrge den Steg davon, der mit einem pojitivrn Resormprograrpm dustritr. Was der Hr. Abg. Lasker vorgetragen hat, war im Weientlichen eme pegattve Kritik des pofitiven Programms, welches die verbündeten Rxgierungen Ihnen Vorgelegt haben und dessen Grundzuge der Herr Re1ch§kanzler bei der Eröffnung der aÜgemcinen Berathung vor Ihnen ent- wickelt hat. „ „ _ „ „
Der Hr. Abg. Lasker verhalt sich zu dte1_em Yrogrqmm, Wix 1ch bemerkt hake, im chentlichen negativ. Er 16191, ich W111 qÜerdmgs die Selbständigmachung des Reichs aiif fingnztellem „Gebiet, aber ohne „Ueberschußpolitik“ und nur 11) weit, daß“ gerade dte_Matrikular- beiträge im strengen Sinne, im Betrage 11011 2111111 63000000 „75, wegfallen. Meine Herren! Damit negirt der“ Hr. Abg. Lasker jede Weiter grbende Reform des deutschen Steuersystems, und doch waren, wie ich meine, die verbündeten Regieruygen mi1 de111 ReiÖStag schon in den leytcn Sessionen darüber einverxmndsn, daß die Beseitigung der Matrikularbeiträge nicht das letzte Ziel der als nothwendig erkannien Reform sein könne. Nein, meine Herren, die Beseitigung drr Matrikularbeiträge , so wichtig fie in p011t11cher Hryficht für das Reich sein mag, sie ist doch nur das äyßere Merkmal für den_ Weg, den die Gesetzgebung gehen muß, 11111 eme Reform dcs Stsuerjystems in Deutschland überhaupt herberzumbreri. _
Der eigentliche Kernpunkt des _Rcwrmbedürfmffes liegt darin, das; wir in der Entwickelunß 11111erer_ i_ndirekten Steuern zuriick- geblieben find, das; wir durch unsere politiicbe Lage aendtbigt Waren, die finanzieUen Bedürfnine der Staaten dnrch_ei_x1seitige Entwickelung des direkten Steuersystems zu bestiedigen, dar; 11ch daraus ein Miß- Verhältniß zwischen indirekten und direkteU S1e11€_r_11 Heraußgebildet hat und daß wir dies MirrerhäUnix; ändern 1111111711. Dazu aber, meixe Herren, brauchen die Einzelstaaten mehr Grid, als wir ihnen 3111111117111 können, Wenn wir nur die Matrikularbeiträge beseitigen.
Wenn wir uns hierauf bescdränkten, so würde (1111) für Preußen gerade nur das bestehend2 Defizit_ grdkckt sein; aber zu irgend einer Reform im preußischen Steuersystem wären kxine Mittel vorhanden und bei anderen Staaten liegr es meines Wißens sogar so, daß nicht einmal das Dcfizir checkt sein würde. _
Der Hr. Abg. 2asker hat gesagt: glückliÖerweije bewegen fich die Defizits der Eirzclstaaten innerhalb der Greyzen, die eingshalten werden, wenn wir nur die Matrifularbeiträge be1eitigen. Jui) weiß nicht, aus welchen Queklen der _Hr. Abg. Lasker diese Meinung schöpft. Nach meinem Wiffen iit beispielsweise für Bayern dem Defizit noch nicht gesteuert, wecm Sie nur die Matrikularbeiträge in dem strengen Sinne des Wortes beieitigen.
Also, meine Herren, in dieser Richtumg, Was, die Reform des Steaersystems betrifft, hat der Hr. Abg._Lasker sich negativ 11er- balten, und ich will dabei nur noch statistisä) erwähnen, daß seine Annahme, als ob bei uns die Einnahmen aus den ZöÜen bereits einen entsprechenden Ertrag lieferten, nicht richtig irt.
Seit der Gründung des ZoUvereins haken sich die Erirägniffe der ZöUe um höchstens 20% ve1111e11rt. Sie betrUgen auf den Kopf drr Bevölkerung in der ersten ZoUvereinsperiode vom Jahre 1834 1:15 1841 durchschnittlich ZZ «M;, für das Etatsjahr 1877/78 haben 11: betragen 2 «M 69 „5. Es ist das also eine Steigerung von nahezu 200/0. Die Regierungkauégaben aber Haben seit jener Zeit um mehr als 1000/0 zugenommen. Sie sehen hieraus, wie die Be- bquptung wobl gerechtfertigt ist, daß wir in der finanzieÜen Ent- wickelung 1111 eres ZoUsystems zurückgeblieden find, und daß es fich Hier darrrm andelt, eine_ Versäumnis; nachzuholen.
Meme Herren! Vollständig negativ hat sich auch, soweit ick) es auf- fgffen konyte, der Hr. Abg. Lasker verhalten gegenüber der oolkSwirthsäyaft- [lchcu Seite der Ihnen vorgeschlagenen Reform. Er hat auf diesem Ge- biete, so weit ich ihm folgen konnte, ir end einen positiven cha :cn nicbt LUTW1ckL[1. Er Hat s1ch auf EinzelZeiten nicht näher eingelasicn, er_hat Jelbst m sezner Kritik, wo es auf Einzelheiten angekommen ware, die Sache mcbt gründlich erörtert, und dgs mag ja wohl daher kommen, daß er den Herrn Regierungskommisiar, der heute zuerst sprach, und der, so weit ich es beurtbeilen konnte, ein ziemlich ver- standltches Organ, befißt, von seinem Plaße aus nicht verstehen k?nnte. Jab “meme, der Hr. Abg. Lasker hatte, wenn er den Re- erungßkommrffar wirklich nicht verstanden hat, dann es auch unter- affen soUen, _eme Kritik in der Weise zu üben, wie er es ge- than hat. Er Wrack), wenn meine Notizen richtig find, von „kleinen Scherzen", dre d,“. Regierungskommiffar stcb erlaubt habe. Meine Herren! Vor e1mger Zeit hat der Hr. Abg. Lasker auch mir vor- JZWOka, daß ich nicht mit genügendem Ernste irgrnd eine Frage, dre aus dem Hause gekommen War, beantwortet habe. Ich möchte den Hrn. Abg. Lasker, der ja schon öfter gewissermaßen moraltsche kattonen bier ertheilt hat, und das mit Vorliebe der Regie- rung gxgenuber thut. dringend ersuchen, auch einmal von meiner
eite eure garn bescheidene moralische Lektion anzunehmen. , Es ist" nicht schön, wenn ein Mann, der eine große Ueberle en- belt gegenuber Vertretern'der Regierung besitzt oder zu be Zen WMW“ diese Ueberlegenhett in gar so scharfer und empfindicher 'etse geZtend wacht. Ich glaube, es liegt wirklich im Jnterefse einer rahmen, ohxektiven Behandlung der Dinge, wenn der Hr. Abg. LaSker vieueicht 111 Zukunft die Güte haben will, von seiner Ueber- 1egenbeit, die 1ch 1a in mancher Beziehung anerkenne, nicht den ver- letzenden Gehrauch zu machen, den er gewöhnlich zu machen pflegt. Vielleicht wurde der Hr. Abg. Lasker, wenn er sicb etwas weniger von die em Gefühl der Ueberlegenheit beherrschen ließe, auch es heute unterla en babe_n, dem Herrn Reichskanzler vorzuwerfen, daß er die preußische, Gebaudesteuergeseßgebung nicht kenne. Ick laube, der Herr Reichskanzler hat, als er von dem Prozentsa e ?pracb, mit welchem die Gebaudesteu-r das Einkommen des län lichen Grund- bZfiyers belastet, sehr wohl gewußt, welche landwirtbfcbaftlicbeu Ge- baude der Steuer unterworHen Lud und welche nicht. eine Herren! Der r. bg. Lasker hat bei seiner Kritik des Zoütarifoentwurfs Bezug genommen auf die Menge Petitionen, die
[ dern hoben Hause vorliegen. Er bat die Absicht geäußert, diese Pe- xitwnext gründlich zu studiren und danach sich sein Urtbeil zu bilden uber die einzelnen Pofitionen des Tarifs. Ich kann ja selbstver- ständlrcb diese Absicht des Hrn. Abg. Lasker nur vollständig würdigen und halte fie für durchaus richtig, aber ich möchte ihm eine gewisse Vorsicht bei dem Studium dieser Petitionen empfehlen. Ich möchte ibm empthlcn, zunächst die Petitionen aus seinem eigenen Wahl- kreise zu 1tudiren, von denen er uns erzählt hat, daß sie fich einander vollständig wiedersprechen; er sagte uns selbst, daß er Petitionen aus seinem Wahlkreise für Getreidezökle und gegen Getreidezölle, für Er- höhung der Jridustriezöüe und dagegen empfangen habe. Meine Herren! Wenn man die Petitionen richtig würdigen will, so muß man vor allen Dinaey fich vergegenwrrrttgen, daß aUe di: Zweige der deutschen Erwerbstbatigkeit, die rmt dem Tarife zufrieden “find, natürlich keine Ursache haben, Petitionen an den Reichstag zu richten. Sie dürfen also aus der Zahl der_Petitionen nicht etwa darauf schließen, Wie fich das Verhaltnis; der anriedenen zu den Unzufriedenen unter den deutschen Landwiribrn oder In- dustriellen gestaltet. Die Petitionen, die dem Reichstage vorliegerr und die in der Regel auch den verbündeten Regierungen mitgetheilt werden, geben zym Theil dahin, daß sie einen höhercn Schurz verlangen, als „er 1111 Tarifentwurfe gewährt wird. Ich glaube, auf diese P_etittonen wird der Hr. Abg. Lasker schon 11011 selbst keinen'aÜzugrdZen Wsrtb legen. Andere Eingaben von solchen Jndustrtezwergen, dre geschützt werden sollen, verWahren sich gegen den ihnxn zagedaÖten Schuß, Weil fie fürchten, daß nun andere “11a- twnen (1511116136 Schußzölle bei fich einführen. Meine Herren! Ich glaube, die Fraxe, welche Rückwirkung 11:1ser Tarif etwa auf die Tarifbildung_anderer Nationen haben wird, läßt sich nicht nach ein- zelnen JnduttriezWLigen beurtheilen * Wenn wir auch auf solche Gegeuständc,“ die von uns mehr ausgexührt, als eingeführt werden, gleichwohl emen Schußzoü oder vielmehr cinen Finan zok], wie ich ihn lieber nennen mill, legen; dann folgt d1raus noch keineSwegs, daß andere Staaten, 'die verhaltnißmäßig geringes Interesse an ihrem Export desselben Arttkcls 17ach Deutschland Haben, durch unser Vor- gehen zu einer Gegetznraßregel veranlaßt werden. Die Schwierig- keit der ganzen zoÜpolttiWen Frage liegt, wie sich das Niemand 11er- behlen ka11n, in der Lkrrsckoiedenartigkeit der inländischen Interessen. Wir haben einen J11tere11cn_kam1)f zwischen verschiedenen Landestbeilen, ich meme: zwischen den Ksrrtenstrickxen und dem Binnenlandes, wir baden eincn Jnteremenkampf z1v11chenKon1umenten und Produzenten, zwischen Laydwérfwcbaft, Handelxund Sch1ffahrt auf der ci11en Und der Ju- duxtrie auf der andern “CMS. Wir habsn innerhalb der Industrie srldst dcn _Jntercffenkamvs) den ich kurz bezeichnen wiÜ als den Kampf zwi1che11 Spinnsrn und kaern. Meine Herren! Wenn man (1118 Plitionen, die von dem einen (*de andern Standpunkt (11113 9611211 die Vorlag? gsrichtet smd, als vdÜkommrn begründef ansehen will, so wird 111.111 51111131 nicdtwiffcn, wie drnn 11118 diesern Labyrinth widkrstreitendcr J11tereffen_bcraUszukdmmen ist. Aber, meine Hrrren, ich hoffe und ich 1,190 die feste Zuversicht, daß 26 im Laufe der Spezial- brrathnng (1811119611 wxrd, den Juden zu fmden, der aus diksem Laby- rinth berausfübrt, und ich darf mir vielleicht erlauben, diesen Fadsn zn 1163616311911. Es ist drr Gedadke, daß wir Deutsche, wie wir auf dem Politi1ch911 Grbiet eine Einheit getrorden find, auch auf dem wirtdscdaftlicbkn Gebiet eine Einheit werden tnüffen, daß wir den wirtbsckzaftlichen Partikularißmus, der ja auch hier in dem Hause seine Verxretung gesurden hat, cbeisso überwinden müffcn, wie wir den politiichen Partikularismus zum Heil der Nation überwunden babsn We11n_ man diesen Gedankrn zu Grunde legt, so, glaube ich, wird es nicht 1chWer sein, die _lxitenden Gesichtspunkte zu finden, nach denen die verschiedenen Jnrerenen auSzugleicben smd. ?Neine Hérren! Ick untersckpäße gewiß nicht dHe Bedeutung dss auswärtigen Handels für Deuticbland, ick) 111511"; sehrwohl, daß wir darauf angewiesen sind, aus dem Au§1a1de Rohstoffe nicht blos zu unserer Ernährung, son- dern auch_ zum weck der Fabrikation zu beziehen. Ick weiß sehr wohl, dax; wir cxportircn müßen, einmal schon, um unsern Import zu bezahlen, dann absr aUck), um Überhaupt von 1_1_11serer Arbeit den größten Ertrag, der möglich ist, zu erzielen. Indemen, meine Herren, bei aUrr Hochicbäßung dcs Werthes, den der Handrl f.1r Dcursrdland bat, bebaupteich doch, und irb glaube,dari11werde ich auf JHreZustimmung zählen können, der Handel kann nicht aklein, auch nicht einmal wdr- zugsweise als die QueUe des Wohlstandes der deutschen Nation be- zeichnet Werden. Wir find angewiesen, um wohlstehend zu sein, um reicher zu Werden, anf dcn Ertra1 unserer Arbeit, auf den Ertrag einer rccht hartey Arbeit. U11ser Boden, unser Klima find nicht von der Art, dax; wir mit wenig Arbeit Vikl ernten ko'nnrn. Wenn das aber der Fall ist, wenn ich darin Recht Habe, das; die eigentliche Quekle unseres naiioualrn Woblxtanws in unserer Produktion, d. h. in der Arbeit liegt, die wir anf die Erzengniste unseres Bodens und auf solche Erzeugnisse verwenden, die wir in rohem Zustande von aquärts einführen, Wenn das richtig ist“, dann muß auch das Be- streben der deutschen Zoll- und Ha11del§politif in er ter Linie darauf gerichtet sein, die innere Produktion zu heben. Erst dann, wenn wir im Ganzen mehr Werthe produziren als konsumiren, erst dann kann der Export dieses Ueberschaffc's _und seine Verwertbung im Aus- Zand als ein vo[kswjrthschaft1icher Vortheil für uns in Betracht ommen.
W:.r wrrden reicher in demselben Maße, in welchem der Gesammt- wertb unserxr Produktion den Gesammtwerjh unserer Konsumtion übersteigt und in Welchem wir den Ueberschuß unserer Produktion lohnend im Auslande abseßen. Sie sehen also, daß ich den Export- bandel keineSWegs gering scbäße, und das haben auch die verbündeten Regierungen niemals gethan. Ich wüßtx auch nicht, warum wir bei- spielsweise den Artikel wegen der Meittbegünstigung für uns in die Handelsverträge aufnähmen; warum Wir gerade jetzt dem Reichstag eine Auögabe von 200000 „ji für Wahrnehmung unserer Interessen bei der Auxsteaung in Sidney vorschlügen, Wenn wir nicht auf den Export unserer Jndustrie-Erzeugniffc einen hoben Werth legten.
Jn dritter Linie, meine Hrrrn, steht für mich erst der billige Einkauf. Freilich ist es ein Vrrtbeil für die Nation, Wenn sie doch einmal von außen kaufen muß, daß sie es billig thue. Aber das Biüi Einkaufen kann für uns nicht als eine Quelle des National- wohl fands betrachtet werden, und deßbalb meine ich, wir müssen bei der Abmessung der Zollsäsc immer in erster Linie darauf Rückßcht nehmen, wie wir den Gesammibetrag unßerer inneren Produktion steigern und dann erst, wie wir den Intere en des Export- und Im- portbandch gerecht werden. Die ganze Schwierigkeit der Frage rubt in der Höhe der Zollsäße nnd in den Kontroversen, die ich an den Unterschied zwischen Finanzzoll und Schußzoll anknüpfen. Dieser Unterschied, mit welchem ja auch die geschäftliche Behandlung der Vorlage einigermaßen zusammenhängt _ und aUe die von mir berührten Gegensäße zeigen fich erst bei der Abmessung der __Höbe der Zollsäße. Man kann nicht sa en, daß es gewine Artikel giebt, die, wenn sie mit dem 3911 be- laHtet werden, not wendig einen Tinanzzoll tragen und andere, die unter allen Umst nden einen S ußzoll tragen. Man kann ein System von Finanzzöilen haben, welches wie in England, auf wenige Artikel beschrankt ist und man kann_ ein System von FinanzzöUen haben, wie die SchweÉ, worin sämmtliche Einfuhrartikel mit inanz- zöllen belastet sind. rst dann wird der Ge enbsatz zwischen inanz- öllen und Schuyzöllen wirksam, wenn die ö e des Zolles so e- iteigert und dadurch die Einfubryßo ges mälert wird, daß die r-
trägnisfe des Zolls abnehmen. eine erren ich uglaube, das ist die Grenze, die wir für den Schußzoll einhalten so en. Wenn wir
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111111 diesem Standpunkt ausgehen, so bin ich fest überzeugt, Wird es, zu einer Verständigung über di: Spezialitäten drs Tarrfes kommen, zu einer Verständigung, die für die kunftrge. Entwickelung der thlfabrt der Nation von Segen „sem wird. Wenn dieser Fall eintritt, wenn in Folge der Zdlltamfreform, welche wir hier vereinbaren, Handel und Wandel ivirder anfgngen ]"1cb zu beben, wenn die Erwerbsthätigkeit in allen BerusSZwergen wieder auflebt, dann onen wir den Gegnern dieser TeflorrZ' gern den Triumph gönnen, zu sageq, „nicht weil, sondern o g e: .“
Hierauf ergriff der Reichskanzler Fürst von Bi-Zmarck, Fr während der [6131211 Rede in das Haus getreten war, das or :
Ich Hatte heute früh noch nicht die Absickpt, in der allgemeinen Debatte wiederum das Wort zu ergreifen, weil meine Ueberzeuaung, und ich glaube, aurh'die der Mehrzahl der Zuhörer, durch die Gerzen- gründe, _die gegen meine Darlegungen seitdem angeführt worden imd, nicbt erichüttert War; die meisten derselben bestanden, wie ich das ge- wohnt bin, weniger i_n einer Kritik der Sache, als 111 akZumkzuth 3.1 1101111116111, in Demonstrationen gegen meine Prrson (ab! ab !) und es ist mir das ja ziemlich gleichgültig. _ Ja, meine .Herren, an dieser Stelle, von we1cher dies „ah“ arsgebt, sind dieseDemonstratfonen zu Hause, und es veranlaßt mick) dies, nochmals Akt davon zu nehmen, damit man weiß,_vvn woher dergleichen kommt, und daß von dort aus die achlichen Diskujfionen mit oratorisckyen Ausschmücknngen betrieben Werden„diex den Frieden und die Verständigung zu fördern nicht ge- eignet'smd, es ist das gerade in der Gegend der Fal], wo dirse Zn- terjekthicn mich eben Unterbrochen baden, und ich sagealso, 1111511111: darauf 11) se_k_)r viel Werth nicbt gelegt, weil ich es dcr öffrntlirhen Meinung bemer selbst Ü_berlaffe, ob sie über meinen Verstand und meinen Charakter günitiger denken wiÜ oder nicht, und ob sie ihr Urtbeil Über mich von meinen politischen Gkgnern entnehmen will oder NiÖt. Ich bin ju, wie Sie wiffen, leider in der Presse, und War 131211 verjchiedenen Parteien, einem “70111211in1172 11011 großen Cbrenkränkungen, won lügenhasten Verlewmdungen auxgeietzt gerrrscn, dus; ich in der Beziehung doch_ zicmlick) abgehärtet bin, und hier im Reichötag, auch dort, wo die Oxrren uanHig werden, kommt ja der- glcich€11 nicht vor, ader natürlich, die mildere woblvaende Kritik, der ich hier 1111terzd11e11 werde, im Vergleich zu der Preffe, gegen die _bin ich 1121111161 abgehärfrt. Jeb würds also auch 13.11.1111 1111191 reagirf badcn, werm ich nicht hauts, 017112 die 216111131 berzukormnen,_benaOricbtigt worden wäre, dar"; der Hr. AH,]. Lasker Über mich rer1chiedene Bemerkungen gemacht 511, mit der Gesinnung für mich. die ich kenne und zu sch7ä§e11 1112113, die aber doch ein Maß rdÜ Verstimmung mir gegenüber zsigt, MWG ich gern mildern 111611211, 11121111 es mir grlingt. Ich kann sonst 11.131 dem Mat“; der Vrrérmnnung, wclchrs aus der Haltnng des Hrn. Lasker spricht, i111n1cr einen giinstigen Barometcrstand für mcinc Pdlitik und 'für die Pdlikik, die ich glaubs, im Namen des Reichs drrfolgcn zu soUen, MÜWHMM, und insofern kör111t€ 111111) da? Symptom ja berUhigkn, 11521111 1iicht 111eix1e persönliäoe Vorliebe für einen so [ansiäbrizxen Gegner, von dem ick) srdliéßlick) sagen 731711 nacb jc11€111 fra11zösischen 1111611 Lied: 011 58 18.13119118 217-413 1.1.6511“ (168 (:“-11135 118 1111112? 1411'011 5'651 60111155- m€ch da:“- Bcdürfnis; 6111197111de lirßs, seine Mrinung in einixcn Bkzichungen richtig zu steUen.
Der Herr Abgrdrdnete bat, 1181111 dir Notizen, die ick) bekommen Hake, richtig find, gefaxt: mein Schriftweäyj'el mit dem Baron Thüngen habe Alles Überholt, Was bisher an agrarischen Erfra- Wganzen geldistet sri. Liegt darin nicht eine kleine rhetorische Ertra- ganz, 9661: als die agrarische, die mir drrgsworfen wird? Ich habe mich 511 dem Schreiben 1111121 11108 berechtigt, soydern auch Vcrpßicbtef gehaltsn. Die Nation hat das Recht, zn wiiien, wie ich über die einzelnsn Fragen denkr, und ich freue mich, 11111111 dio K'enntniß hier- von eine möglichst öffentliche und Verbreitete wird, dcnn ich habe darüber nichts zu verbergen. Ich Habe mich ausgrsprocden gegrnüber den sehr sxharf accenjuirtcn Klagen des Baron Thüngen über die Vcrnachläm'rgung der landwirthscbaftlichen Jmiercffen in drr Tarif- frage, um ihm nackzuMisen, daß ich unter Umständen eine höhere BerzoÜung dcr landwirihsckyaftlichen Produkkc JLWÜUsÖt Hätte, _ 111 Vrzng auf das Getreide nicht viel höher, dann der 3011 für Gdtrcide, Namentlich für die Getreidegattung, die am meisten alk Nadrnngxtnittel dient, fÜr den Rogacn, 1011 mciner Meinung nach kein SchU1Zzo[1, sdtidern ein Finamzzoli sein, und er wird gerade so gut vom Auslande gezahlt werden, wie Heute die Mainzer Ledersabrikanten fich beschtveren, daß sie jetzt für ihren Jm- Port in Spanien eincn Zoll bczablkn müssen, Von dem fie früher frei gewesen sind, und beim Getreide noch viel mehr, weil wir eine so außerordentliche Konkurrenz für den Import von woblfcilem Ge- treide 111111) Deutschland haben. Indessen, das gehört ja in die Spe- zialdcbatte Über die Gekreidczökle. Wenn ich einem Korrespondentcn. der zu mir im Namen von 11000 klrinen Grundbeft ern spricht, Rede stehe und ihm Auskunft gebe über die o- tivx, dir mich geleitet haben, so ist dergleichen früher 17011) von Nie- mand angefochten worden, und 111) glaubc, dcr Hr. Akg. Laßker als Jurist sollte doch auch wissen, daß man kein Urtbcil obne Gründe giebt. Früher hat man es immer am Mimißer zu schätzen gewußt, wenn er nicht zugeknöpft war und seine Meinung offen ausspracb in Betreff der Interessen des Landes, auf deren Wohl und Wehe er irgend einen Einfluß haben könnte, und ich soÜte meinen, man sollte das an mir schätzen, anstatt 65 als eine „agrarische Ertra- vaganz' zu bezeichnen, als einen „Krieg“ zwisÖen Landwirtbsckzaft und Industrie, zwischen Land und Stadt. Ja,_das ficht doch noch anders aus! Man nennt gxrn jeden Kampf Krieg, der einem un- angenehm ist. Es handelt 1ich hier um eine Rivalität der Inter- essen und um ein Ringen der Jutereffen mit einander, noch lange nicbt um Krieg, es bleibt zwischen Landsleuten, und der Bürger- krieg, der der Phantasie des Hrn. Lasker vorschwebt, is_t nicbt da.
Wenn ich es nun mir zur Aufgabe stelle, in dickem Kampf der Interessen der Seite, die bisher meines Erachtens 11nt7rlegen hat, der Seite der Landwirthscbaft und des Grundbefiyes _ ich bitte das Ferm Lasker wobl zu erwägen, ich habe neulich fast me von der andwirtbschaft, ich habe vorwiegend von städtischem und länd- lich emGrundbefiß gesprochen, und der städtiscbeHäuserbe 13 leidet unter den Kalamitäten der Steuer, auf die ich nachher zurück omme, ebenso wie der ländliche _, wenn fich da ein Minister findet, der seiner- seits für den Theil, der bisher in diesem Kampfe zurückgedrängt wird, der unterlegen ha?, der Ambos gewesen ist seit 50 Jahren und sich nun einmal gegen die Hämmer sträubt, wenn für den ein Minister eintritt, sollte uran das dankend aner- kennen und nicht sagen, ich triebe die Finanzpolitik eines Besitzers. Ja, ich kann dem Hrn. Abg. Lasker eben so gut sagen, er treibt die Finanzpolitik eines Befiylosen; er ebör1 zu denjenigen Herren, die ja bei der HersteUunz unserer Ge7eße m allen Stadien der Ge- seßmachung die Majorität bilden, von denen die Schrift sagt: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie weben nicht, sie spinnen nicht, und doch find sie ekleidet _ ich wil1 nicht sagen wie, aber jedenfalls find fie gekleidet. ie Herren, dle unsere Sonne nicbt wärmt, die unser Regen nicht naß macht, wenn sie nicht zufällig ohne Re enscbirm auSge- gangen find, die die Mehrheit bei uns in der (Ge eßgebung bilden, die weder Jndu trie, noch Landwirtbscbaft, noch ein Gewube treiben, es sei denn, da sie sick) damit vollständig beschäftigt fühlen, das Volk nacb vers iedenen Richtungen bin zu vertreten, und daß sie. das das ganze Jahr lang thun, die verlieren leicht den Blick und