1879 / 120 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 24 May 1879 18:00:01 GMT) scan diff

Kommission: 1. über die Verwaltung des Schuldenwesens des Norddeutschen Bundes, beziehungsweise des Deutschen Reiches; 11. über ihre Thätigkeit in Ansehung der'ihr über- tragenen Aufsicht über die Verwaltung: 3. des NeichH=Inva- [idenfonds, 1). des Festungsbaufonds, und 0. des Fonds ur Errichtung des Reichstagsgebäudes; 111. über den Rei s- Kriegsschaß, und 11'. Über die An: und Ausfertigung, Ein: ziehung und Vernichtung der von der Reichsbank auszu- gebendrn Banknoten,_wurden auf Anirag des Abg. Rickert an die Rechmmgskommi1swn verwiesen. _ ,

Es fol te die erste Berathung des Etiiwuris eines Ge: ießes, betref?end die Feststeüung? Lines zwerten Nachtrags- zum Neichshausha1ts:Etat fiir das Jahr 1879/80. Derselbe lautet: “_ ,

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaner, König

von Preußen 2c. ' , Verordnen im Namen des Reichs, nacb erfolgter Zustimmung des

Bundesratbs und des Reichstags, was folgt:

§. ]. Der Reichshausbalts-Eiixt für das Etatsjabr 1879/80 wird, wie folgt, abgeändert bezw. crganztr , '

1) unter den einmaligen Ausgaben ist als „Kapitel 133. einzu- fteUen: 1113. Reicbsdruckcrei. Titel 1. Entschadtgyng an Preußen für Abtretung der Staatsdruckerei 3573000 9-6. Titel 2. Brbuis Verschmelzung der vormaligen Geheimen Ober-Hofbuchdrucxerei mit der Preußischen SiaaiSdruck-érei 1299 500 „451 Summe 2113. (Ka-

pitel 133.) 4872 500 “14 _ | 2) die Ansäize unirr K apitel 4a. der Einnahme werden durch

die “ol enden er e «t:

TUK. Reichsixrxckerei. a. Einnahme. Tit. 1,2. ' Für Drycksachrn und andere in das Druckerrifacb einschlagende Arbeiten, “so"wi Erlos von Fabrikabgängen, Mietbe für Dienstwohnungen, Beitrage zii den Kosten für die Wafferbeizuna und den Wasserverbrauch in den Dienst- gebäuden und sonst??!) vermischte Einnahmen 3 212500 «111 Summe der Einna me ür i „.

b. Fxrtdaiiernde Ausgabe. Tiiel 1 Besoldungen 50100 «75, Titel 2 Wohnungsgeldzuschüffs 6180 «46, Titel 3 bis 6_ Andere per- föuliébe Ausgaben 799000 „M, Titel 7 bis 11 Säch11che und ver- mischte Ausgabe:: 1251780 «., Summe der Ausgabr_2 107 060 «M Die Einbabme beträgt 3 212 500 „FL, mithin Ut Ueberschuß UOZÉWW )! (K 'il4 )i" fcb

«umms *. apia *a. nr 1 .

3) unter Kapital 20 der Einnahme ist als Tit2117 einzustellen: Zu einmaligrn Ansgaben für die Reicbsdruckrrei 4872 000 M .

§. 2. Der nach §. 1 fich ergebende Mebriibericbuß der Reichs- druckerei gegen drn Ueberschuß der vormaligen (Hebeimen Obrr-Hoi- buchdruckerci im Betrage von 925 440 „FC: kommt von de_n M'atri- kularbeitiägen der einzelnen Bundesstaaten nach dem Maßstab: ihrer Bevölkerung in Abgang. , "

Der Abg. ])1'. Zimmermanii iprack) _016 Befurcbtrmg aus, daß die neue Reichsdruckrrei drrPrivatitiduiirie unmotwirte KON- kUrrenz machen werde, imd bxantragts 016 Verweiiung der Vorlage an die Budgetkomniiiywir zur Vorbrrathung. Auch warf rr die Frage auf, db dirie gewrrbiiche Anstalt des Reichrs geniigend besteuert 121. _ ' ,

Drr General-Postmeister l)r. Stepbzin bestritt, daß die nene Rcicchaxrstaii der Privatindiiitrir irgendwricbe unberech- tigte Konkurrenz machen wrrde. Der Abg. 01“. Hammarber trat drm Anfrage Zimmermann, aber mtr aus finaiiziriien Gesichtspunkten bei, während der Abg. Frbr._von anigerode fiir die weitere Pienarberatbung der Vdriage emtrai. Die Vor- lags wurde iiideffcn der Budgrtkommtiiwn iiberwiesen.'

Beim Schluß des Blattes srßte dgs Haus die zweite Be- rathung drs Zoliiarifs mit der Vontwn „Grtreide“ fort.

_ Die „Nat. Ztg.“ steilt die Behauptung auf, daß bei drn Gütern am Rhein, welche der Reichskanzler _als mit 20 und mehr Prozent ihres Einkommens belastet auige- fiibrt bat, die Einkommensiener einmal iibrrbaupt zu niedrig vrranlagi, und dann bei der Veraniagung Wobmnzg, Nahrung u, s. w. des Briißrrs nicbt beriickncbtigt sei. Wir sind in drr Lage auf „Grmid drr vor- lirgendrn Nrgister zu rrkléirrn, daß die m_)n dem R€ichskanzier aiigeiiibrteii Giiter obne Ansiiahme mchi v'on dem Eigrntbümrr bewohnt werden und daß eine _zu niedrige Verania ung richt wahrschrinlich ist, da die mich iiir die Ge- meinde: Uicbliige maßgebsnde Einkommensteurr durch _die Ge: noisen iii der Gemeinde mit einigrr Sicherheit kontrolirt wsr- den kann.

_ Die mit drm Jukraiiirrten drs Gerichisverfaffungs: 96161369 bevorstsbendr Umgrstaiimig drs Hinterlégungs- wriens [Liszt cs _ nach riiirr abgemeiiieii Verfiigimg des JUstiz:Miiiisters vom 14. d. M. _ im Juterriie sowohl der brtbriligtrn Brbördrn wir drr Partrien wünicbrnswerth €rich€inen, in (TUM Fälléii, in welchen rin Erforderniß zur Fortdaurr drr Hintrrlegimg nicht mehr besteht, dirsrlbs 110ch rwr UrbrrweisUng der Masse an die Hintrrlegungsstrlle zur Crisdigmrg zii bringen. Es Emriiebit sick) deshalb rmd um dir mit der Umgestaltung vrrbundrnr Geschäftslast tbunlich zu mindern, auf eine solche Erledigimg schon jeßt Bedacht zu nehmeii, Und ZU dieirm Zwrck Siitwsder Unter BenUßUng der bei ionstigrii Anläffrn sicb darbirtrnden Gelegrnbeii odrr im Wegs riiirr aUgemriiirii Réviiion dsr Sachrii, iii welchen eine Hiiitrrlrgiiiig brwirkt isi, FU priiirn, ob die Veranlassung ZU drr [sßtrrrn iortgriailrii iir und démgemäsz die Aushändigung an dir EUWi'ÜnJÉÖékSÖÜZTLN ddrr dirAbiiibrmig an dir J-Usriz: T-füziantrn-Wittwrnkaffr brzw. das Aufgebot der Maiie er- fdigrn kann.

_ Auf Grund rrbobrner Vrichwrrdrn, daß am 12. d. M. noch für keins Einzigr dsr writlirbsn Eisenbahnen der am 15. d. M. ins Leben gstrstrne Zommerfabwlan vrröffentiicbt und Mick; Seitrns drr Eiienbabnverwaltungrn im Osten am 9. d. M. noch _Ysin Fabrvlan dublizirt gewesen sei, hat der Miniirsr drr önentlichrn Arbriten Veranlassung grnommen, dsn Königlichrn Eiienbabndirrktionen ?(. die Bestimmung des Eri-Fes vom 15. Dezembsr 1869, wonach aUe Fahrplan: Aenderurrgrn 14 Tage vor ihrer EinführUng zu publiziren iind, durcb 61716 CirkUlarveriiigUng vom 19. d. M. nachdrück- lichst in ErinnerUng zu bringen.

_ Tbglsicb sowohl nach prrußischsm Landesrerbt als auch nach drr Nsich§9€irßgeb1mg jedrr Bramte bsi dem Dirnst: antritt eidiicb zu vewäichten ist, ist er nach einsm Er- krnntniß drk; Tbrr:Tribuna1s, vom 22. Abril 1879, den: noch im Sinne des St. G. B. schon vor der Vereidi ung als Beamtrr zu bsiracbien, wenn er zur fra91ichen Zeit bereits die ihm Übrrwiesensn Amtsgrschäite definitiv oder am!) nUr Vrooiioriich Übernommen hat.

_ Zn dirirm Jahre werden Genrra [itabß-Uebungs' reiirn bei dem 1., 1x“, K!, 21., M., &'111, [F., 21., „W'- Und )()“. Armre-Corys irattimden.

_ T-rr Genrral brr Jbianieris ron Kirchbach, kom: mrxiirirrnder General dss )'. AMSHCOWS, iii an Einige Tage wn Pbirn hier iingrtrr-FM.

_ Der, Kaiserliche Minisrer-Resident von Eisendecher ist nach Tokio zurück ekehrt und hat die Geschäfte der dorti- gen Kaiserlichen Mis ion wieder übernommen.

_ Das diesjähri e UebungSgefchwader, bestehend aus S. M. Schiffen riedrick) Carl“, „Preußen“, „Friedrich der Große“, „Kronprinz“. und S. M. Aviso „Grilie“ ist unter dem Oberbefehl des Contre:Admirals Kinderling am 22. Mai c. in Kiel formirt worden.

_ S. M. gedeckte Korvette „Prinz Adalbert“, 12 (He- scbüße, Kommandant Kapitän zur See Mac Lean Se. Kö- nigliche Hdheit der Prinz Heinrich an Bord , ist am 23. Mai cr. in Yokohama eingetroffen.

_ S. M. Glattdeckskorvette „Nymphe“, 9 Geschütze, Kommandant Korvettenkapitän Sattig, ist am 6. Mai er. in Norfolk eingetroffen.

' Sachsen. Dresden, 23. Mai. (Dresd. Journ.) Die im 6. Stück des Gesetz: und Verordnungsblattes erschienene Verordnung zur Ausführung des §. 2 des Einführungs- geseßes zur, Strafpro eß-Ordnung für das Deutsche Reich vom 8. Mai 1879 entbäit die näheren Bestimmungen über die Wahlen zum Schöffen: und Geschworenen- Am_te. Sofortige praktische Bedeutung erlangen die Vor- schriften iiber die Aussieliung der Urlisten durch die Gemeinde- vorsteher und über die Wahl der VertraueriSMänner für die bei den Gerichtsbebörden erster Instanz zusammentretenden Wablausschiiffe. Diese Vsrtrauensmänner sind von den Be- zirksroeriammlnngen bis spätestens Mitte Juli zu wählen. Dem Vernehmen nach sind bereits. in [esterer Zeit auf den abgrbaltenen Bezirkstagen derartige Wahlen voÜzogen worden.

__Oesterreich-Ungarn. Wien, 23. Mai. Der Kais er empfing heute Mittag den Prinzen Alexander von Batten- berg, wrlckxr hierauf eine zwei und eine halbe Stunde datiernde Konferenz mit dem Grafen Andrasfy hatte. Der Prinz begiebt sich heute Abend von hirr zunächst nach Dresdrn. _ Die Wiener Zeitung“ veröffentlicht ein vom Gesammt-Ministerium unterzeichnetes Kaiserliches Patent vom 22. d., durch welches das Abgeordnetenhaus des Reichsrathes aufgelöst und die sofortige Einleitung und Durchführung von allgemrinen Neuwahlen für dasselbe angeordnet wird.

_ _ Die „Polit. Korreip.“ meldet aus Philippopei: SM dem 21. d. M. sind zam Zeichen, daß das russische (Honvernement seine Funktionen eingestellt habe, auf alien öffentlichen“ Gebäuden die russis en Fahnen einge- zogen. _AusBukareft: Die neugewäh teDeputirten- kammer wird annähernd aus 98 Liberalen und Gouverne- mentalen, aus 16 gemäßigt Liberalen, aus 3 Liberalen, wrlcbe der Gruppe VerneScu angeZören, aus 16 Konservativen oder Mitgliedern der oppositione en qutei und aus 3 keiner be- stimmten Partei angehörigen Mitgiiedern bestehen. _ Aus Konstantinopel: Der Pforte sind wegen gewaltsamer Ein- reibung der muselmännischen Bevölkerung Osirumeliens in die ostrumeliscbe Miliz Beschwerden zugegangsn; viele Muse!- männer wandern in Folge deffen neuerdings aus Ost- rumelien nach Rumelien aus. Der türkische Minister- rath hat dem SuMu das Minifterverantwortiichkeits- Ges es zur Gene _ iguZZ vdrgelegt.

Pest, 295. Mai. ( . T*. B.) Das Unterhaus hat die RegierUngsvorlagr, betreffend die Regelung der Angelegen- hriten der Kairbau-Oderberger Bahn unverändert an-

genommen.

Niederlande. Zaag, 21. Mai. (Leipz. Ztg.) Eine derr. Miniiirrium der olonien zugegangene, vom 18. d. M. ÖÜUÜS' ielegrayrapbische Depesche des General-Gouverneurs von Niederländ11ch:anien enthält nachstehende Meldungen ans Aichin: Gegen Ende April ging der Feind aggressiv zu Wrrk, zuerst gegen unsere Stellung zu Indrapuri und dann, nachdem er in großer Zahl auf das linke Ufer des Fliiffes (des AtcbiZi-Stromes) hinübergegangen war, gegen Unsere Posten arts dieier Seite, während auch unsere Transporte täglich beichonen warden. Sobald es die eingetretene trockene Witterung gxstatteie, trieben unsere Truppen den Feind wieder ÜberdenFluß zurück und fügten ihm dabei ansehnlicbeVerluste zu (1. bis 4 Mai). Hierauf rückten am 6. Mai drei Kolonnen von Jndrapuri, Anak Galung und TjotBesuii aus, um auch das xrcbtr [Zier vom Feinde zu säubern. Sir begegneten einem iebr hestLgM Widerstands; aber nach einem dreitägigen Ge- fecht_e, wobei zu _Pankeb Karang und erirp eine sehr starke Vrrichaiizung erirürmt wrrden mußte, wurde der Feind gänz- lich vermgt, wäbrrnd seine Kampongs (worunter die des wieder abtriinnig gewordenen Häuptlings der 17. Mukim) gezüchtigt wurdrn. Auf unserer Seite wurden 2 Offizirre getödtet und 10 verwundet, während mehr als hundert Soldaten getödtet oder verwundet wurden. Der Feind mUß bedeutende Ver- iustr erlitten haben; mehrere vornehme Häuptlinge, worunter drr Imam von Gliséna, wurden grtödtet; drr Imam von Longbatiab soU schwer verwundrt worden sein. Einer der Hikiuptlmge in drn )()(1'1. Mukim hat seine Unterwerfung an- ge oten.

Großbritannien und rland. London, 21. Mai. (Mig. Corr.) ZU Kandidaten iür den durch das Ableben des queruleparteiführers Butt erledigten irischen Wahl- bezirk Lim erik_ wurden am 20. Mr. (35 a b b a tt, ein Homeruler, und Mr. Spaigbt, Mitglied der konservativen Partei, auf- gestellt. Die Unterhausmitglieder, welche der ?omerulepartei an- gehören, treten morgen zu einer Sißung zu ammen, um einen prov1i0r1schen Parteiführer an Steile des verstorbenen Mr. Butt zu wählen. Mr. Mitchell Henry, eines der begab- xestsn Mitglieder der Partei, hat die ihm zugedachte Führer: icbait im Voraus abgelehnt. Die Wahl schwankt zwischen Mr. Shaw und Mr. Garnell.

Jn'Portsmouth ging gestern der amtliche Befehl ein Frerwxllige für den aktiven Dienst im Caplande zu werben, da Verstärkungen erforderlich seien. Unter der, 5000 Mann starken Garnison des Maßes verursachte dieser Beiebl beträchtliche. Aufregung, um so mehr, da die Regimen- ter durch die Freiwilligen, welche zur Kompletirun der im Februar nach dem Cap beorderten Fruppentheile er orderlich waren, schon erheblich ges wächt nnd. Jeder Freiwillige er ält eine Guinee als . andgeld. Das Truppensckth Up rates“ geht am nächsten DienstaHTWn PortSmoUth na drm p_ mit 40 Offizieren und 1200 ann Ersaßtruppen ab. _ Aux der Staatswerit in PortSmouth ist der Be: 72191 zum Bau meier neuer Stahlforvetten, von je 2383 Tonnengebalt Und 2300 Pierdekraft und einer Armatur

von 14 Kanonezi eingegangen. Die Namen der FahrzeUgs werdeii „Cordelia“ und „Canada“ sein.

Em'französifches Kanonenboot kaperte am 1913, fünf Fischerboote aus „Ferse , die innerhalbderGrenze der französischen Küste dem Außen ang oblagen. deren Booten gelang es zu entsxhlüpfen und nach Jersey; zu: rückzugelan en.

Eine die ustände in Indien berichtet:

acoity, d. b. der Raub durch bervaffnete Bandsn, .

nimmt täglichieäanstigendere Verhältnisse im Deccan, insbesondere im Pfuna-Distri t, an.

Dacott-Banden das Land und führten zahlreiche Wagbalsige Angriffe auf einzeln; Wohnungen und ganze Dörfrr aus. woslss oÉaUtsirt zu sein und stehen unter dem Kommando eines ge- wi en affadeo BulWUnd, einem ehemaligen Beamten des Finaiiz- Departements. Am 10. ds. griff Bande das Dorf Palhuspe bei Panwell, auf der anderen Seite des Hafens von Bombay an. Sie stürmten das Haus eines reichen

Manries, Namens Gunesb Punt, des früheren Dewan von Baroda, .“: und fuhrten desien, auf 75000 Rupien geschäßtes Eigenthum mit : sich fort, nacbdem sie zuvor mebrere Einwohner verwundet batten. * Dienstag Nachi wurden die Paläste Budbkvar und Wisbrambag in

Pana zu gleichex Zeit in Brand gesteckt und mit mehreren um- liegenden Gebaulickykeiten voÜftändig zerstört, Es unterliegt keinem

ereifel, daß in beiden Fällen Brandstiftung vorlieJt, die aÜge- . . . . , , en sogar die ',; Dreistigkeit gehabt, em Manifest an die Regierung der Präsident: (' ,

mein den Dacoits zugeschrieben wird. Die Dacoits ha

schaft Bombay zu richten. In jenem bemerkenchrtben Dokument

Theilen sie drr Regierung mit, das; große Noth im Lande herrsche; falis LW,“ nicht sofort große öffrntlirbe Arbeiten beginne, dem Volke '- Bescbaftigung" berschaffe, den einheimischen Handel ermuibige, die Z., Steuern ermaßtge und die Löbmmgen der bochbesoldeten Europäer

erniedrige, würden sie nicht allein die Plünderun fortse en,

sondern dieselbe auch an,: die Europäer ausdehnen, statt ub, wir is: ,

her, auf die Eingeborenen zu beschränken. Sie würdenfernerhin den Gouverneur von Bombay auf seinem Wege nach Mabablesbwar iodten, den R1chter von Pana hängen, Raub und Mord durchs

Land tragen und einen nenen Aufstand und eine Meßelei der Euro- .]

päer anzetteln. _Das Manifest schließt mit der Warnung an den Gouverneur, daß, em Preis von 1000 Rupien auf seinen Kopf geseßt würde, und

trägt die Unterschriften und Siegel von vier Verschwvrenen, worunter

Waffadeo'. Die Regierung, welche anfänglich beabsichtigte, die An- gele enbett der Lokalp olizei zu überlassen, ergreift nummebr energische

Ma regeln. Eine beträcbtlicbe Truppenzabl hat den Befebl erhalten,

das Land zu durcbstreifen, wäbrend ein Preis von 1000 Rupien für sein Amt angetreten

die Ergreifung Waffadeo's ausgesetzt ivurde.

Zn Behar, (Chora, Nagpore und den Distrikten in der Umgegepd v o'n Kalkutta berrscbt noch immer Regen- m an ei. Die Indiqo-Ernte wird sehr spärlich ausfaUen, nnd an-

dere ©zaaten müssen leiden, wenn nicbt sehr bald Regen eintritt. Die '

LebenSmitielpreife find bereits im Sieigen begriffen. In anderen

Distrikten von Unter-Bengalen bat sicb Regen eingestelit, aber nicht

genügend. Kalkuita ist mit einer Reibe von Strikes unter den eingeborenen Arbeitern bedroht. Die Hufschmiede setzten das Beispiel das von „den Sckoneidern und städtischen Wafferträgern befolgt Wurde fort. Die Ursache des Strikes bildet die drixckende Wirkung der neuen Gewerbesteuer, welche die ärmeren Klasien am schwersten be-

trifft. Die Cholera bat fürchterliche Verheerungen unter den von F

der Messe in Hurdrvar zurückkehrenden Pilgern angerichtet, und die Epidemie Wurde durcb dieselben im ganzen nördlichen Indien ver- breitet. Man behauptet, daß 20 000 bis 30000 Hochländer aus den Fimalaya-Distrikten unweit Nyin Fal auf ihrer Heimreise der Cho- era erlegen si d.

Dem „Reuterscben Bureau“ wird unterm 19. d. M. aus Bomba?t gemeldet:

Jm Distri Pana find Brandstiftungen noch immer an der Tagesordnung. In dem Kampfe zwischen der indiscben Polizei und einer Räuberbande univeit Pana wurden der Anführer und vier Mitglieder drr Bande getödiet und mehrere aiadere verwundet. Die im Besitzr der Bande gefundene Brute “hatte einen Werth von einer Lac Rupien. Ein1000 Mann starkes Truppencorps ist jetzt mit FerÖletiertdrückung des Räuberweiens in der Präsidentschaft Bombay e „a lg.

_ 22. Mai. Ihre ngestät die Königin verließ beute, begleitet von der Yrinzesim Beatrice, drm Prinzem Leopold und dcn Prinzeiiinnen Louise und Maud von Wales, Windsor, um sich nach Balmoral, ihrem hochschottischen Landiiße, zu begeben.

Sir Garnet Wolseley, der Gouverneur von Cypern, ist in London angekommen.

AUS Bombay wird unterm 21. d. Mis. gemeldet, daß die Ausschreitringen der Dacoits (bewaffneten Räuber: banden) der Anstiftung etlicher mißvergniigten Individuen zu: zuschreiben sind. Ein ailgemeine örtliche Ursache derselben ist

nicht bekannt. Der Gouvrrneur vom Bombay sah lange vor: * aus, daß Ruhestörungen Eintreten würden, und verstärkte des:

halb Anfangs März die Polizeimacht in den auptstädten des Distrikts Puna durch Truppendeta ements. hne diese Vor- sichtsmaßregeln würden sich die uhestörungen iiber einen rößeren Flächenraum ausléedebni haben. Ueber 800 Mann ?Fußtruppen und 200 Kara eristen verfolgen ;“th die Dacoits, die im Ganzen etliche hundert Köpfe stark smd. Diejenigen, welche in dem GebirY westlich von Puma ihr Wesen treiben, sind sehr desperat. rupprn wurden auch nach dem Innern der Distrikte Satara, Sbolapore und Tanna gesandt.

_ 23. Mai. (W. T. V.) Das Unterhaus seßte heute die Berathung des Budgets für Indien fort. Im Laufe der Debatte empfahl Lowe die Ein ührung von Papiergeld, um die durch die Entwerthun des Silbers verursachten Verluste zu verhindern. Hami ton betonte die Schwierig- keiten, welche die Einfü rung von Papiergeld verursachen würde, und wies darau hin, daß dieselbe das Silber noch mehr entwerthen wiirde, wäZrend gerade eine Erhöhung des Silberwerths wünschenswert sei. Die Budgetdebatte wurde sodann vertagt und die Vill, durch welche die Re ierung er- mächtigt wird, eine Anleihe von 5 Millionen iir Indien aufzunehmen, in erster Lesung genehmigt.

_ 24. Mai. (W. T. V.) Nach einer Mittheilung der „Times“ würde En [and, den Bestimmungen des Fri eden s- vertra es mit f hanistan zufolge, die Thäler von Kuran, Bibi und Pis in ni t als annektirte, sondern nur als seiner Verwaltung unter tellte Gebiete behandeln und den Ueberschuß aus den Einkünften an den Emir abführen“ dem: selben sei vorbehaltlich der strikten Auskührunq des Vertra- gesdeine Jahreörente von 120000 P v. Sterk. garantirt wor en.

“Frankreich. Paris, 21. Mai. (Fr. Korr.) Die De- putirtenkammer brachte in ihrer gestrigen SißuZx; die erste Lesung des Generalstangeseßes zu Ende. 5 ie die bedeutsame Vorlage in der «Lien Lesung durchgedrun en, ist ihr wesentlicher Inhalt folgen er: Das alte Generalsta :Corps wird ab escha ft. Der Generalstab verFr t sich für die rein militäri che eite Leiner Aufgabe durch sii iere aller Waffen, wel e mit einem esonderen Zeugnisse für Höller? militärische

Stu ien bersehen sind, für die Vureaus dur )e nPersonal von

Zwei an-

orresondenz der „Times“ aus Kalkutta iiber *

Seit einiger Zeit durckostreifien solche Dieselben scheinen „,

eine zweihundert Mann starke „_ tungen vertheilt.

falls er diesen Ansprüchen nicht sofort genüge,

' den geistlichen IVehörden gefiihrt.

*- im Krieg?-

vorgelegt werden.

* entwurfe nicht ange eben.

' erster Klasse

* Archivisten und Sekretären. Der Generalstab umfaßt ein Effectiv

von ungefähr 300 Offizieren und danebeii'einen Hül'fsdiensr von etwa 250 mit dem Patente versehenen Offizieren. Dieses Patent

'““ wird von der im Jahre 1875 ins Leben gerufenen Ober-Kriegsschule

(mSgestelXt. Zu der Priifung diefer Anstalt werden nicht nur ihrer Zöglinge, sondem (zuck) andere Offiziere vom ?auptmann aufwärts zugelassen. Die GeneralstabSoffiziere ste en außer- halb der Cadres, ge ören aber nach wie vor ihrer besonderen Waffe an, tragen eren Uniform mit einem Abzeichrn Und nehmen auch an dem Avancement in ihr Theil. Zn Frirdens- zeiten muß jeder Generaistabsoffizier, wenn er 'zu einem höheren Grade befördert wrrd, mindestens auf zwei Jahre m die Truppe zurückkehren. Die Offiziere des alten General- stabes werden von Rechts wegen mit dem_Patent ausgestattet und im Verhältniß zu der Zahl der Offiziere ihres Grades in jeder einzelnen Waffe unter die verschiedenen Waffengat-

Der Dep. Spuller hat seinen Bericht über die eine

und wichtigste der beiden Ferry'fchen Vorlagen, näm-

lich diejenige, welche die Verl'eibung der Grade und die Aris: schließung der vom Staate nicht anerkannten Kongregationrn

vom öffentlichen Unterrichts betrifft, voilendet und hsute dem

Arisschuffe vorgelesen. Die sehr umfangreiche Arbeit (sie um: faßt 83 eng geschriebene Serien) zerfällt in drei Theile: 1) von der Gewalt des Stagts m Unterricht?:sgcben; 2) Prü- fung der bei der Kammer emgelaufensn Petitionen; 3) Be- leuchtung der einzelrien Artikel des Gewßriitwurfs. Drr Be- richt ist durchaus nut der Regierung Über die Notbwendigkeii einverstanden, den Staat in den Voilgenuß der ihm für die Erziehung seiner Angehörigen zustehenden Rechte, welche er

' sick) unter den leßten Regierungen aus der Hand winden ließ,

wieder einzuseßen. Mehrere Beilagen zu dem Berichte ent: halten lehrreiche siatisiischr Aufschlüsse, darUntrr die An-

gabe, daß der Jesuitenorden in Frankreich gegenwärtig 59

äuser und 1502 Mitglieder zählt. Der Bericht wird am onnabend im Hause eingebracht werden. Drr Drnck wird einige Zeit erfordern und der Gegenstand kaum vor den Pfingstferien zUr Verhandlimg gelangen. Der wiederum zum Botschafter Spaniens bei der

' französischen Republik ernannte Marquis von Molins ist

gestern in Paris eingetroffen und bat sogleich mit B6s11ch6n bei dem Präsidenten Grévy und dem Minister Waddmgton

Nach einem Gesetze vom Germinal des Jahres 33' sind Prozessionen außerhalb der Kirchen und ihrer Umfrwdung in alien französischen Städten, deren Einwohnerschaft ver- schiedenen Bekenntnissen angehört, verboten. Diesss Grieß ist schon seit Jahren häufig theils umgangen, theils offen iiber- treten worden. Seitdem die liberale Richtung in den öffent- lichen Angelegenheiten obgesiegt, haben nun diese Uebertre- tun en in mehrrren Städten, so noch neuerdings in Ver- sai es und Lyon, zu Konflikten zwischen den weltlichen und Wie ]“th die „Répu- blique franyaise“ meldet, hat der Minister des Innern deshalb ein Rundscheiben an die Präfekten erlassen._ Die Regierung, heißt es arin, babe keinrn Anlaß, Prozesiionen jener Art auf Grund des Gefeßes vont Jahre )( zu gestatten rider zu verbieten, obgleich dies Grieß ihres Erachtens nicht immer die richtige Auslegung erfahren habe* sir überlasse es den „Präfekten und Maires, von den ihnen geieizlich zustehendsn Polizeirechten den Gebrauch zu machen, der ihnen durch die ]rweiligen Umstände geboten scheine.

Der zum Kardinal erhobene Erzbischof von Touiouse, DeBprez, ist in Paris eingetroffen, um von dem Präsidenten der Republik das Barett entgegenzunehmen.

_ 21. Mai. (RSP. fr.) Der Präfekt des Departements drr Rhonemündungen hat am Sonntag in Marseille an die Mauern das Dekret des Präsidenten anheften'laffen, welches den Hirtenbrief des Erzbischofs von Nix für emen Mißbrauch erklärt und denselben verbietet. . Dem „Ré- pnblicain“ zufolge hätte dasselbe lebhaftes Auxiehen beim Publikum hervorgerufen.

_ 22. Mai. (Jonrn. off.) Das Wahlkoliegium des 2. Bezirxs im Arrondissement Dieppe ist auf Sonntag, den 15. Zum, zur Wahl eines Deputirten zusammenberufen.

_ 22. Mai. (Cöln. Ztg.) Wie das „Avenir Militaire“ meldet, werden dieserTage zweiGeneral-Armee-Jnipek- tbren ernannt werden. Man hat erkannt, daß zum wenigsten Vier Generale mit diesem hohen Amte bekleidet werden müssen, da dann ibre Zahl den vier ersten Armeen entspricht, welcbe aÜe mobil gemacht werden müssen.

_ Geseßentwurf über die Justizreform Wird dieser Tage vom Justiz-Ministerium den Kammern _ Dem Geseßentwurfe zufolge sollen die Yppeliatidnshöfewon 26 auf 18 verringert werden. Für die Gerichte erster Instanz wird die Gerichtseinheit fiir ]edes Departement angenommen, jedoch können in den De- partements, wo die Entfernung zu groß ist oder die Geschäfte zii beträchtlich sind, mehrere Gerichte bestehen. Die Gerichts: h0fe, welche unterdrückt werden sollen, sind in dem (Heseß- Es wird der Regierung iiber- lassexn, in dieser Hin icht ganz nach Gutdünken zu verfahren. Nach den gemachten Berechnungen werden die Tribunale von 360 auf 170 vermindert werden. Die Richter, welche ihre Stellen verlieren, werden mit vollem

Der

Gehalte bis zu dem Tage zur Verfügung gefreut, wo sie

rrner vor, der Regierung das Recht, das ie bis ]“th ni t

die Altersgrenze erreicht haben. Der Gefeßentwurf schläth arte, u ertheilen, die Ri ter versetzen zu dürfen; die Una :

.' sevbarrit bleibt aufrechterzalten, aberdie Unverändrrlichieit ' des Sitzes fällt weg, wodurch es ermöglicht werden wrrd, eine

sxoßere Anzahl antirepublikanisch gesinnter Richter zur _Ver- xu'gung zu stellen. In Zukunft wird es für die Ap ellattons-

citbe nur eine anstatt drei Klassen, und fiir die äthe der Héfe Erster Instanz ebenfalls nur eine statt sechs Klassen gcben. Die Besoldung für die ersteren beträgt 8000 Fr. und, fiir die “zweiter: 6000 Fr. Zeder Appellationshof und jedes GENAU Wird nur einen 9 räsidenten haben. Die Kammern

der Gerichtshöfe werden von einfachen Ri tern präsidirt,

welrbe jedes Jahr gewechselt und deren Ve oldungen nicht „Erhöht werden. Die Zahl der Friedens-richter, die gegenwärtig 2803 beträgt, wird um die Hälfte verringert; je zwei Haupt- orte der .Rantone haben einen FriedetiSrichter, anstatt jeder Une", wie bisher. Sie residiren abwechselnd in dem einen oder in dem anderen Kantonsbauptorte und erhalien ein Ge- Zalt yon 8000, anstatt 1800 Frcs. wie bisher. DW Zahl der lnwalte und (HerichtSvollzieher wird ebenfalls verringert. lejenigen, deren Steben eingehen, er alten eine Entkchädigung, WWW vom Staat und von ihren ollegen, die nun mehr

Griebäste machen, getragen werden [ob. Die zu zahlende Ent: schadigung Wird auf 30 Millionrn im Ganzen geschäßt.

„_Zu der Nachrrcbt, daß die deutsche Negierun in Kairr) egen die eigenmächtige Art und Weise, mit we cher der Vize dmg durch sein Dekret dom 22. April das zwischen Anegypten und seinem Gläubigern bestehende Rechtswer- baltmß veränderte, Protest erhoben hat, bemerkt das „Jour: nal des Débats“:

C;“ ist auffallend, das; die deutsche Regierung zuerst auf einen Schritt verfallen ist, welcher Frankreich, England, Oesterreich und thlten doch viel näher gelegen hätte. Egyptiscbe Gläubiger giebt es in Deutschland fast gar nicht, und in den eben genannten Län- dernnsebr riese. Aber die deutsche Diplomatie scheint im Orient, wie uberal] sonst, mit ener Geschicklichkeit, einem Nachdruck und einer SÖlagfertiqkeit aufzutreten, die gar oft den anderen Diplo- znatrn iehlen. Deutschland hat offenbar „nicht Lust, sich alizu tief in die egypiischen Angelegenheiien einzumrsckyen, aber es will ihnen auch nicht ganz fern bleiben; es sagt sich, ohne Zweifel, daß es in drn bevorsiebrnden Vrrwickelungcn die Rolle des „ehrlichen Maklers“ am Nil ebenso vortheilbaft spielen könnte, wie es sie an der Donau gespielt hat. So enistand die sebr “kluge, sebr aufmerksame und scharfblickende, dabei aber doch, wie man gestehen muß, sebr loyale Politik, welche es seit zWei Jahren in Egypten brobacbtet hat. Sein Handel mit Alexandrien und Kairo ist übrigens nichts weniger als unbedeutend. Deutsche Schulen und Zufluchtsbäuser, Wabre Muster ihrer Art, find bor Kurzem in diesen beiden Städten entstanden. Die deutsche Kolonie nimmt immer zu; Wenn sie noch nicht die Bedeutung anderer europäischen Kolonien bat, verdient fie darum nicht minder Tbeilnabme. Der Schritt des deutschen Konsuls beim Kbxdive kann uns daher nicht Wunder urb- men; vielmehr mörbten wir nur alle anderen Konsuln auffordern, sich ihm obne Verzug anzuschließen, um, da ihnen der Vortheil der Initiative nun einmal entgangen ist, Wenigstens das Verdienst einer raschen und entscbloffenen Nachahmung zu behalten.

Spanien. Madrid, 20. Mai. (Ag. Hav.) Das Budget wird den Cortes sofort nach der Eröffnung der Session übergeben werden. _ Das Kabinet bat brziiglich der von in Madrid eingetroffenen Delegirten der bas- kischen Provinzen geforderten Aufhebung des Be- lagerungsZustandes keine Entscheidung getroffen.

_ 21. Mai. (Ag. Hav.) Die chinesische Gesandt- s chair ist birr angekommen. _ Die Cortes werden sich nach ibrrm Zusammentritt auch mit der Frage des Belager'ungs- zustandes in den baskischen Provinzen beschäftigen.,

_ (E. C.) Ein Korrespondent des „Standard“ giebt Folgendes als Zweck der chinesischen Gesandtschaft nach Spanien an; Ein vor mehreren Monaten. in Pekin untcrzrichneier Vrrtrag werde ratificirt werden. Dir Kulis folien künftig aus den südlichen Provinzen Chinas genommen werdrn, da sie dann einem tropischen Klima_ besserwrderfteben. Die Dauer des Kontraktes soll nicht mehr sieben, sondrrn nur fiinf Jahre umfassen. Nach Ablauf dieser Zeit kehren die Kulis auf Kosten der cbinesischen Regierung brim, und die Konsuln in Cuba und Puerto Rico werden die Behandlung der Leute überwachen. Der Marschaleampos wünscht, ,da Cuba Arbeiter nöibig hat und dort die NegerEmanzwatwn bevorsteht, eine Einwanderung der Kulis kräftigst zu idrdern.

Italien. Rom, 21. Mai. (Italie) Die Fregattr „Garibaldi“ ist ausgerüstet und wird in der nächstrn Zeit nach Peru abgeben. ' '

_(Ag.Hav.) Die Kammer bat die Emzelberatbung des Geseßentwurfs, betreffend die Anlage nener Eis enbabn- linien, begonnen.

Griechenland. Athen, 23. Mai. (W. T. B.) Nax!) hier eingegangenen Nachrichten ist es bei Piranqri M Theffalienzu einemZusammenstoß zwischengriechischeri Jnsnrgenten und türki1chen Soldaten gekommen, bei welchem dcr Anführer der ©nsurgcnten Sacbioti und etwa 60 Jnsurgenten getödtrt wur en.

Türkei. Konstantinopel, 22. Mai. (W. T. B.) Ein der Regierung zugegangenrs Telegramm drs Militar- kommandanten von Larissa meldet, daß ein türkisches De: tacbement von 46 Mann bei Trikala in einen Hitiier: halt griechischer Räuber gefalien sei und dabei emen Verlust von 14 Todten erlitten hätte. Wie eine an Ort "und SteÜe vorgenommene Rekognoszirrmg ergeben babs, waren die Leichen der Gefailencn von den Räubern auf entsrbltcbe Weise verstümmelt worden.

Montenegro. Cettinje, 22. Mai. Dem „Pxst. L.“ wird von hier telegrapbisck) gemeldet:, Soeben fand die1olenne Taufe des neugeborenen Prinzen statt. Taufpathr ist der Großfiirst-Thronfolger von Rußland, bertreten durch seinen General-Adjutanten Grafen Scheremetieff. „Derselbe kam hier grstern mit einer gläiizezidrn Saite und reichen (He: schenken an Und wurdr feierlich rmgeholt.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 24. Mai. (W. T. B.) Dem „J'iegierungsboten“ wird aus Lida: dia, vom 23. d. M., gemeldet: Der außerordentlrrbe Gesandte des Sultans, Namyk Pasrha, 'lst gestern hier eingetroffen, von Sr. Maisstät dem Kurs er in Audienz empfangen und darauf zum Diner gezogen worden. Nainyk Pascha ist heute Abend wieder nach Konstantinopel abgereist.

Dänemark. Kopenhagen, 20.'Mai. Dru „Hamb. Nachr.“ wird gemeldet: Jm Folke/thing regte Juri dri! Gedanken eines europäischen Zollverbandrs fur landwirthschaftlickw Interessen grgch Amerika an, jedoch natürlich mit Aufreckxtbaltung der ]eßigen Zoli reiizen und unter Erhebung Eines Di ferentmlzolles _fiir ameri amschc Produkte; der Gedanke findet 111 sachkundigen Kreisen Bil- ligung.

Amerika. Washington, 2_1.Mai,. (Allg. Corr.) Dic Farbigen-Konvention von Virginia hat Resolutionen entworfen, welche den Ncgern anrathen, ausZuiiigiidrrn, wenn ihre Rechte ungesichert bleiben. Im Reprairntgn“ tenhause ist eine Vorlage betreffs drr Abhaltung rmrr internationalen Ausstellung 111 New:“,[wrkz' einge: bracht worden, Es heißt, daß der Krtegdjxkrctar Mr. McCrary am 1. September aus dem Kabmct scheiden werde, um einen Ricbtcrposten ciiiziiticl)_tiirti.

(Weitere Melduni.) Das chrasentantenhaus bat bis 1"th sieben Artikci der Silbervorlage an 1011011111160, einschließlich eines Amendcments, welches den S )aszsrkrrtqr Sherman anweist, zur Liqnidirnng aller Fordrriingcn git die Re ierun , dir in klingender Münze zablbar smd, «iibcr stiiZe in berfelben Weise wie Goldstücke zu verwenden.

Südamerika. (Allg. Korr.) Ans Victoria _(Vauz couvers-Jnsel) wird unter dem 19. d. M. gemeldet, das; zwei

Fahrzeuge des britischen Geschwaders in der Südsee, nämlich das Panzerschiff «„Triumph“ und die Korvette „Opal“ nach Chile abgegangen sind.

Asten. (Ailg. Corr.) Ueber dis Lags in Birma wird dsn „Daily News“ aus Mandalay unterm 19. d. M. telegrapbirt: „Es finden seit KUNSM häufig Ministerberathun- gen statt. Ein Erlaß des Königs verbietet den Ausländern das, Besuchen des Palastes. Kinwun und Mr. Shaw (der bNtlsch6 Ministerresident) hatten eine lange Unterredung, deren Ergebmß unbekannt ist. Die Lage der Dinge gestaltrt sich kritischer, Und der König hat eins neue Truppenaus: be b U n g angeordnet.“

Statistische Nachrichten.

Nach Mittheilung des statistischen Bureaus der SiadtBerlin sind bei den hiesigen Standesämtern in der Woche vom 11. Mai bis incl. 17. Mai cr. zur Anmeldung gekommen: 189 Eheschließungen, 776 Lebendgeborene, 32 Todtgeborene und 498 Sterbefälle.

_ In London wurden im verfloffenen Jabre polizeilichen Nachweisen zufolge 166 Personen durcb Ueberfabren ge- tödiet und 3961 mehr oder Weniger gefährlich brrletzt. Die Zahl der Getödteten umfaßte 85 Männer, * 13 Frauen, 45 Knaben und 23 Mädchen.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Von dem im Veriage von Fr.“ Wilk). GkUUOW in Leipzig erscheinenden Werke: „Atlas zur Geschichte des Kriegs- wesens von der Urzeit bis zum Ende des 16. Jahrhun- derts. Bewaffnung, Marsch- und Kampfweise, Befestigung, Be- lagerung, SeeiUesrn. Zu seinen Vorlcsungen an der Königlichen Kriegsakademie, zusammengesteiit bon Max Jäbns, Major vom Nebenriat des Großen Generalstabes,“ find die Lieferungen 2-4 (1116- gegeben wvrden. Das verdienstlicbe Unirrnrbmeii drs geirbrtrn und vielbelesenen Verfassers bat bei dem Erscheiiien der Wien Liefrrimg und des Prospektes, Welcher den Plan der ganzen Arbeit entwarf, in den fachniämiisckyen Kreisen eiiie sebr beiiäüiae AUfnabmc ge- funden. Es ieblie bisber an einem gleich gründlichen, auf dem eingehenden Studium der zuverlässigsten QueUen berubendrn Werke. In der zivriteii Lieferung belangt zunächst das Krirgsrrescn der alten Egypter, Affyrier, Meier, Perser und der kleinafiatisckxrn Völkerschaf- ten auf den Tafeln 6-8 zur Darstellung, Welchen Tafeln als Erläuterung die Abschnitte 11. bis 17. des begleitendrn Trries dienen. Den alt- orientaliscben Kriegsbauten ist Tafel 9 des Akkus und Absrbniti 17. des Textes ewidmet. Die beiden lebten Tafeln dicser Lieferung, 10 und 11, Kiten dann zu dem Kriegswesen von Hellas über, indem fie zunächst die Wdffen der Hellenen beranschaulichen. Das griechische Geschüizrvrsen, mii Welchem die dritte Liefrrung be- ginnt, findet eine Schilderung auf Tafel 12, während die Tafeln 13 und 14 ein instruktives Bild von der griekbisckyen Elementartaktik und von der Schlachteniaktik der Hellenen imd Alerandrincr geben. Den Gegenstand der Tafei 15 bildet das Befestigungs- Und Be- lagerungswesen der Griechen. Das Sreireieir 11110 die Kriegstele- graphie der Griechen werden auf Tafel 16 dargeiieiit. Die Tafeln 17 und 18 leiten mit der Darstellung der Waffen und des Geschütz- Wesens der Römer zu dem Kriegswesen des zweiten bervorrageaden Knlturvolkes dcs Alterthums über. Der Taktik der Römer smd die Tafeln 19 und 20, dem Befestigungs- und Briagcrungssystem die nächsten beiden Tafeln gewidmet, niit Welchen die szite Liefer'ixng abschließt. Eine Fortsryung dieses Haubtabirbmttcs bringt dann die dritte Lieferung, welche ebenso irie die vorhergehenden Lieferungen aus 10 Tafeln besteht. Der begleitende ;Tert, welcher bisher 224 Seiten Groß-Oktav umfaYi, reicht vorlaufig bis zur Schilderung des Heeres der Republik, rend die bildliche DarsteÜung in der dritten Lieferung dem Text schon vorausgeciit isi. Tafel 23 ver- anschaulicht den Heerstraßen- und Brückenbau der Römer._ Tafel 24 stelit eine Karte der römischen Befestigungen und Heeriiraszcn in Italien nach der Militärkarte von Italien im 1. Bande von Mommsens römischer Geschichte dar und Tafel 25 eine Karte der römischen Befestigungen und Hecrstraßen um Rhein und Alpen. Die folgende Tafel, welche dem römischen Seeweien gewidmet, schließt dann den Abschnitt über Rom ab. Die nächsten drei niitÜden Num- mern 27, 29 und 30 bezeichneten Tafiln des Atlas beichaftigrn fick) mit BEWaffnung u [d Beiestigungswesen der Kelten, Germanen und Gallier bis zum (Ende des 7. Jabrhundrrts, während die Tafeln 31 bis 33 die Bewaffnung der Byzantiner, Perser, Arabrr und Manren schildern. Die vorzügliche Historisch treue Auzfübrung der bildlichrn Darstellungen, sowie die reiche Ausstatrnng des gediegenen Werkes in Druck und Papier, welcher wir bereits bei der Yriprechung 'der ersten Lieferung lobend Erwähnung ethan, machen Pcb (zuki) bei den vor- liegenden Lieferungen vortheileaft geltend. Der Preis [eder Lieferung beträgt 3 «M 50 „3. _ '

Paris, 18. Mai. (Fr. Corr.) Das „Cabarrt du“ Rox de Prusic“ in Lille ist eine alte bckgmitc Birritubc, in, der man seit unvordenklicbcr Zeit als einzigen klllUflkkUÖUbSÖMUCk em be'mabe bis ziir Unkenntlichkeit ixarbgerunkcltrs Oclbild bemerken konnte. Sibon oft baiicn Licbbabcr dcm Wirths geratbeii, dieses Bild, Welches vicliriibt eincn bcdcutcndenchrtb babcn könnte, ein- mal waschcn zu lassen; aus eincm grwiiicn Abcrglaubci wr'iltcrr sich aber nicbt dazu verstehen; cr erblickte in der alten Tafel eine Art von Wahrzeichen, an dem er nicht ggrn riibren irollir. Nciilirb aber gab er doch den dringenden Vorsicllrmgcxi _dcr Liiicr Kunit- reunde umb. Das Biid Wurde sorgfältig, gereinigt und giitpupbtc iich als ein berrlicbcs Porträt Friedriibs dcsGromn iron Van Cuvp. (Vielleiibt ist Pieter van Curb dcr Inngerc gemeint, cin tüchtiger Künstler, dcr 1720 im Gravcnbaag geboren. "Wk. und 1787 daselbst sein Leben beschloß, oder aber der geiiialcSÖrttiandrr Edmund Francis Cuniugbam, dcr 1788 11.111) „Berlin (ain nnd die Königliche Familie, sowie Fricdiirb dcn Großen portrgtirtc.) * Der König ist zu Pfcrdc dargestellt, den Kommandoitab m drr _„Oand, über ein am Samne eines Gehölzes in Schiarbtordimiig aus,:citeiitcs Regiment Revue abnehmend. Die Stadt Lilie bat, dcm Beiwerk des Bildes cine grofie“ Summe dafür grboten. Dicirr iri11 '1ch aber jcyt noch viel weniger als zuvor dcs Sibaixcs nt.iw_;cr:i.

Gewerbe und Handel.

Infolge Nakbriibtcn ans Belgrad ist „dic _Rtiidcrpc'r i_n Serbicn*) nord "i(bt criosrbcn, sondern tr." 'rcliciiwciic noch m den zwisich dcm Bezirke von Karanorniy und der “))korawa gelegenen Landstrichen, sowie im Kreise Cacak aui. . __

*- Das scinchcit von der gricchii «bon _?bcxiicrii 13,1 crlaiieiie Verbot der Einfuhr von aus “.'lmcrxka berriibrczidcn Schweinen, sowic von Bestandtbciicn :(. dcrjclbxii *_*) 1'1 dabm Ker- ivcitert worden, das: nunmehr chrbani't Dcreii V'llisltbk rbnc Rui?- sirbi auf ihre Provenienz vcrbotcniit. wcnn mib! dnrib cm von der zuständigen Sanitätsbcbördc auiqcytclltcsx und _Wii dcm betrcffcndcn xiriecbisibcn Konsul visirtcs *IlttcitFer Jiaibnwis erbraibt wird, daß am Orte der Herkunft unter den C:)«bnwmcn keine Seitibc ((_riittrt. '

_ Auf die Aktien des Berliner Bankvrreins m Liam- dativn crlatmt nunmehr die rcitliibc _Qnoxte vou 4.2.50 .!6 zur“ Aus- zahlung. Bisher Waren auf dic Llcttcn 359.9 zuriixkxiengit, io daß das Gcsammtrraebnif; den Partcourö um 0,30, .jß ltbciikclgkz * 4

_ Deut Gicsibäftsbcriibt dcr Rerbxe Odcr-ilicr-_Eiicn- babn-Giescllschaft fiir das “Kahr 18-8xcntncbmcu irirxnackx- folacndc Daten: „*Im Laufe des Jahres 1848 wurden dem Bcrkcbr überagbcn: ». dic *;wclgbabU von der Haitritclie Orbaricr track) der Ladcstclir fiir die ?badzionkaugrube am 16. Augu't ld.» iiir dcn

*) c.,ns Nr. 92 des ,RciÖJ-Iinzeigcrö“. ") Sich Nr. 111 des ,chbs-Aiizcmcrs“.