1879 / 142 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 20 Jun 1879 18:00:01 GMT) scan diff

_ Schema 1. Vier und einhalb prozeFtige Prioritäts-Obligation

er Oberschlesischen Eisenbabnßesellscbaft Emission von 187 . Nr. . . über ....... Mark Reichérvährung.

Inhaber dieser Obligation hat aufHöhe des obigen Betrages von ..... Mark Reichswährung Antbeil an dem in Gemäßheit des Aller-

böchsten Privilegiums vom . . . ten ...... 1879 emiitirten Kai

vitale von 55 954000 „F4 Reichswährung Prioritäts-Obligationen der OberschlefisÖen Eisenbahngesellschaft. Breslau, den . . . ten ...... 1879. Königliche Direktio der Oberschlefischen Eisenbahn. (Facfimile der Unterschrift zweier Direktionsmitglieder.) (Trockener Stempel.) Eingetragen im Lagerbuch Nr. . . . Der Hauptkaffen-Rendani. _ (Facfimile der Unterschrift.) _ Ruckseiie der Obligation _ (Hier folgt ein wörtlicher Abdruck des Privilegiums.)

,Szch e m a 11. :““?

T a l o n zu der :?:-,L. ““E vier und einhalb prozentigen Prioritäts-Obligaiion der Oderscblesrschen Cisenhahngeselischaftz Emission Von 1879.!" M

, Nr ...... „. M

Der Inhaber dtxses Talons empfangt gegen dessen Rückgabe, Wodurch er zugleich ubxr den Empfang der iolgenden Serie der Zinscoupons quittirt„dmnen Jahresfrist vom ........... ab an den durch öffentliche Bekanntmachung bezeichneten Stellen die ..... te Serie der ZmScoupons 'für, die Jahre 18 . . bis 18 . ., sofern nicht vom Inhaber der Obligation bis zum Anfangstermine der Außreichung der neuen Serie gegen dir Aushändigung der Zins- coupons an den Inhaber dieses. Talons bei der unterzeichneten Di- rektion Widerspruch erhohen wird.

In diesem Falle erhalt der Inhaber der Obligarion die neue Serie der Zinscoupons.

Breslau, den ..ten . . , . 18 ..

KömglicbÉ Direktion der Oberschlesiichrn Eisenbahn. (Facsimile der UntersÖrLfk ziveter Direktions-Miiglieder.) (Trockener Stempel.)

Schema 111. Erster Zins-Coapon , für die vier und einhalb prozenZige Prioritäis-Obligatioii

er Oberschlrfischen Eisenhahnaeseüschait EmKswn Von 1879. r

„Pfennige bat Inhaber dieses Coupons vom . . . ten ...... ab aUs der éauptkaffe der Oberschlesischen Eisenbahn oder an den durch öffent- iche Bekanntmachung bezrichneten Stellen zu erheben.

Breslau, den . . „ten ...... 18 . .

Königliche Direktion . _ der Oberschlefischen Eisenbahn.

(Facsiimle der Unterxchrift zweier Direktions-Mitglieder.)

(Trockener Stempel.) ' Verjährt am . „ten ....... 18 . .

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

Den Fabrikdirekioren C. Krüger zu Stöbniß beiMiicheln und L. Bquer zu Kdrbisdorf bei Merseburg ist die Erlauhtiisz zur Apfertigiing der generellen Vorarbeitenfiir 81116 normal- spuri e" Eisenbahn untergeordneter Bedeutung von ucheln durch das Geißelthal zur Station Metrseburg der Thüringischen Eisenbahn ertheilt wor en.

Justiz-Minisierium.

Der Nefrrendar 1)r. „iuris; Joseph Binge zu Frank- furt a. M. tft, zum Advokaten im Brzirk des Königlichen AppeUationsgerichts zu Frankfurt a. M. ernannt worden.

Angekommen: Se. Exceilenz der Ober-Landforftmeister v on Hagen von Münden.

Bekanntmachung.

Die Rektoratspriifung wird hier vom 11. November und event. vom 16. Dezember d. J. an abgehalten werden.

Wegen_der Erfordernisse FUr Anmeldung wird auf die in den Athblattern von Votßdam und Frankfurt a. O. erlassene Bekanntmachung Bezug genommen.

Berlin, den 16. Juni 1879.

Königliches Prodinzial-Schul-Kol1egium. Reichenau.

3k0/0iges Anlehen der vormals Freien Stadt Frank- furt a./M. von 2500000 Fl. Vom 30. November 1848.

Bei der am 7. d. Mtr. stattgefundenen 23. Verloosung des Anlehens drr vormals Freien Stadt Frankfurt a./M. von 2500000 Fl. vom 30. Ndvember 1848 wurden nachverzeichnete Nummern der Oblj, gationen [art. (1. ziir Rückzahlung auf den 1. Oktober 1879 gezogen:

23 Obligationen 51000 F . : 1714 „M 29 45. Nr. 132 236 242 324 335 422 458 471 546 558 635 699 924 928 946 10701151 1248 1286 1336 1374 1501 und 1512 = 23000 Fl. oder 39 428 „44 67 „z.

19 Obligationen 7- 500 Fl. : 857 „FC 14 «5. Nr. 1614 1680 1732 1757 1805 1901 1905 1920 2151 2173 2190 2233 2291 2299 2401 2425 2462 2553 und 2567 = 9500 Fl. oder

16285 „Fü 66 43. 4 Obligationen 5 300 l. : 5144-44 29 43. Nr. 3030 Nr. 3410

3084 3213 und 3234 :: 1200 F . oder 2057 „Fi 16 45.

15 Obligati-„onen ii 100 Fl. = 171 974 43 H.

3534 3557 3828 3835 3838 3846 3916 3961 4012 4187 4231 4487 4621 und 4627 : 1500 F1. oder 2571.34 45 „3. Summa: 61 Obli- gationxn über 35 200 F1. oder 60342 „16 94 «3.

Dte„Jnhaber dieser Obligationen werden hiervon mit dem Be- merkxn m Kenntmß geseht, daß fie die Kapitalbeträge, deren Verzmsizng iiur bis ziim Rückzahlungstermine erfolgt, bei der Koniglichen Kreiskasse in Frankfurt a. M., bei

'der Stadtsschulden -Tilgungskasse in Berlin, bei jeder Konigltrhen Regierungs-Hauptkasse sowie bei den

Königlichen Bezirks-Hauptkassen in Haxnover, Lüne- burg und OSnabrück gegen Rückgabe der Obligationen undder dULU gehörigen, nicht verfallenen Ziuscoupons Ser. 1. Nr. 4 bis 8 ne st Talon erheben können. „“

Der Geldbetrag der etwa fehlenden, unentgeltltckp zuruckzugeberi- den Coupons wird von dem zu zahlenden Nominalbetrage der Obli- gationen zurückbehalten. , , '

Soil die Einlösung von dergleichen Obligationen nicht bei der Königlichen Regierungs-Hauptkaise hier, oder der der Königlichen Kreiskasse in Frankfurt a. M., sondern bei einer der anderen Kassen bewirkt werden, so sind die beireffenden Schuldverséhreibungen nebst Coupons und Talons, durch diese Kaffe vor der AuSzahlung zur Prüfung an den Unterzeichneten einzusenden weshalb diese Wuldverschreibungen einigeZeit vor dem Rückzahlungs- termine eingereicht werden können.

Restanten:

Rückszlöar am 1. Oktober 1873: 1,195. (3. Nr. 3996.

Rückzablbar am 1. Oktober 1877: 1-jrr, (Jr. Nr. 609 1478 3737 4073 4545.

Rückzablbar am 1. Oktober 1878: ].,jrr. 0. Nr. 1445 1756 1777 2305 3271 3540 3836 4306 4567 4759.

Die Inhaber dieser Obligationen werden hierdurch wiederholt zu deren Einlösiing aufgefordert.

Wiesbaden, den 10. Juni 1879. "

Der Regierungk-Prasident. v. W ur mb.

In der heuti en Handelßregisier-Beilage wird Nr. 25 der Zeichenregi ier-Bekanntmachungen veröffenilichr.

Yichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Beriin, 20. Juni. Se. Majestät dor Kaiser und König nahmen heute früh um 9 Uhr den Vortrag des Polizei-Präfidenten von Madai und Um 12 Uhr in Gegenwart deZ Gouverneurs, Generals der Infanterie von Boyen, und des Kommandanten, General-Majors Grafen von Wartensleben, militärische Meldungen entgegen.

_ _ Ihre Majestät die Kaiserin-Königin empfing gestern den Abschiedsbesuch Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten des Kronprinzen und der Kronprinzessin und er- theilte dem Gesandten der Vereinigten Staaten von Amerika die nachgesuchte Antrittsaudienz.

_ _Wie aus Weimar gemeldet wird, ist Ihre Majestät da- ielbst eingrtroffen und wird den Nachtzug zur Weiterreise nach Coblenz benuhen.

_ In der Begleitung Ailerhöchftderselben befinden sich die

Hoidame Gräfin Münster und der Kammerherr Graf Matuschka.

_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz begab Sich gestern friih 7 Uhr vom Neuen Palais bei PdtSdam nach Spandau und wohnte mit den zum Jnformqtionskursus der Militärschießschule kommandirten Studs = Offizieren. verschiedenen Schulsghießen, dem gefechts- mäßigen Einzelschießen und einer Gerechtsüdung mit einer kriegsstarken Compagni ;;éxi.

Gegen 11 Uhr:», üb. Sich Se. Kaiserliche o eit zu Wagen nach Berlin,“- 13 Uchte Nachmittags die Gew e-Aus- stellung,'em_pfing den ]apatiischen Gesandten, nahm Vorträge und militärische Meldungen entgegcn, dinirte um 5 Ußr mit Ihren Majestäten, verabschiedete Sich Abends um 8 U r auf dem Anhalter Bahnhofs von Ihrer Majestät der Kaiserin und kehrte um 9 Uhr nach Potsdam zuriick.

' _ Se. Königliche Hoheit der Prinz Carl hat seit gestern den ständigen Aufrnthalt auf Schloß Glinike bei Potsdam genommen.

_ Der besondere Ausschuß drs Bundesraths fiir Handel Und Verkehr und fiir Eisenbahncn, Post und Tele- grapheii, sowie der Aus1chuß fiir Handcl und Verkehr hic.th herite Sißungen.

_ Der Schlußberichr iiber die gestrige Sihung des Reichstages befindet sich in der Ersten Beilage.

_ Nachdem mittelst Allcrhöchster Verordnung vom 17.d. M. das Verbot der Einfuhr von gebrauchter Leib: und Bettwäsche, gebrauchten Kleidern, Hadern und Lumpen aus Rußland auf- grhohen worden ist, ind die Beschränkungen der Waaren- einiuhr aus Rußland, welche in Folge des AustretenS drr Pest im Gouvernement Astrachan yerfiigt worden waren, iammtiick) wieder beseitigt. Die adgeiehcn hiervon fiir die Grenzr gégen Rußland zur Verhütung einer Einschleppung der Riiiderpest von den zuständigen Landesbehörden erlassenen Einfuhrverbote werden durch die gedachte Verordnung nicht detroffsn und bleiben unabhängig von derselben bestehen.

„_ _ In dißsen TagenistdasHandbuch iiber den preu: ßi]ck)611 Hoi und Staat iiir das Jahr 1879/80 er- 1chienen und auscxegeden worden. Die iiußers Einrichtung deffelden ist, wie sich dies für ein für das praktische Be- diirfniß bestimmtes, ährlich erscheinendes Handbuch empfie lt, dieselbe wieein den izriiheren Ausizaden geblieben. Doch ind LMU"? Erweiterungen und Veränderungen zu verzeichnen. So euthali das Handbuch 3. B. neben der gegenwärtigen eine Uebersicht der neuen, mit dem 1. Oktober 1879 ins Leben tretenden Gerichtsorganisation. Sie giebt die Bezirke der Ober-LandLSgerichte und Landgsrichte, wie solche durch das Gesetz „vom 24. April 1878 und die mit Anhalt, Braunschweig, Oldenburg, den thüringischen Staaten 2c. ab- Zeschloffrnen StaateZverträge festgesteÜt sind, sowie die zu den 'andßerichte'n gehörendenAmtherichte an, und führt die fiir diesel en 1315 zum. Schlusse der Redaktion erfolgten Er- nennungen auf. Diese Uebersicht macht, wie eine Bemerkung de_r Redaktidn andeutet, keinen Anspruch darauf, vollständig zu sem, aber bis zu der Zeit, wo eine vollständige Zusammensteüung und Darstellung der neuen Gerichtsorganisation in einer neuen AusZabe des im Burßau des Justiz-Ministeriums redigirten Jghrbuchs der Preußischen GerichtSUerfaffung möglich sein Wird, dürfte sie dem einstweiligen Bedürfnis; genügen. Die iidrigen Erweiterungen sind minder bedeutend und wird aiif ,dirxlden weiter unten hingewiesen werden. Bei dem Komgli en-Haus-Minisierium und dessen Resort ist, abgesehen von, den eingetretenen Versonalveränderungen, nur der Hin: zutritt des Königlichen Haus-Fideikommiffes Paiczyn (S. 15)

keine Veränderungen auf. Neu ist S, 73 vor dem Ab- schnitt „Wirkliche Geheime Räthe“ ein Abschnitt hinzu-

etreten , der in den früheren Aussaben bisher

ehlte. Er-enthäit die inaktiven StaatS-Minifter, welche Titel und Rang eines Staats-Ministers haben, geordnet nach dem Datum der Exnennung als aktive StaatZ:Minister. Das nächst aufgeführte Ministerinm der Finanzen zeigt sich in einem gegen friiher beschränkterem Umfang, und in anderer Gestal: tung. Die Abtheilung fiir Etats: und Kaffenwesen ist wie vordem die erste geblieben, aber die frühere zweite Abtheilung fiir Verwatung der Domänen und Forsten ist mit den von ihr reffortirenden Forst-Ober-Examinatim[5:Kommissionen und Zorsiadademien aUSgeschieden und an daß Ministerium für

andwrrthschast, Domänen und Forsten übergegangen wo sie nunmehr als zweite Abtheilung dieses Ministeriums und zu dessen Ressort gehörig (S. 186 und 199) aufgeführt ist. Die frühere 17. Abthsilung im Finanz=Ministerium fiir die Ver: waltungder d i rekten Steuern ist nunmehr die 11. geworden, die 111. Adtheilung für Verwaltung drr indirekten Steuern und Zölle auch ferner die 111. geblieben. Auch sonst ist eine Verkleinerung des Ressorts des Finanz=Ministeriumé3 dnrch Uebergang der Staatsdruckerei an das Reich eingetrsten. In erheblich „vermehrtem Umfange erscheint in der neuen AUSgabe da? Ministerium der geistlichen 2c. Angrlegenheiten, indem auf Grund des Allerhöchsten Erlasses vom 14. Oktober 1878, betreffend die_Ueberwei1u1_ia des technischsn Unterrichtswesens an „den, Miniiier der geistlichen 2c. Angelegenheiten, die bis dahin im Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiteii bearbeiteten Angelegxnheiien deS technischen Unter- richtsweiens, ]edoch mit AWZnahme des Navigation-Zschulwesens und einigrr damit verwandter Institute, mit dem 1. April 1879 an das Ministerium fiir geistliche 2c. Angelegenheiten iiber: gegangen sind. _ So finden wir denn S. 116 die aus der Ver- einigung der rriihrren BawAkademie und der friiheren (He- werde=Akademis entstandene technische Hochschule mit Rektor und Senat, den 5 Abtheilungen für Architektur, für Bau-Jiigenieurwesen, fiir Maschinen:Jngenieurwesen mit der Sektion für Schiffsbau, für Chemie und Hiittenkunds und fiir allgemeine Wissenschaften mii Bureaubeamten, Bibliotheken und Sammlungen angefiihrt. Unmittelbar darauf folgen im Abschnitt )(. (S. 119) die Prdvinzial-GewrrdesMilen, im Ab- schnitt )(17. (S. 121) die Königliche PorzsUatimanufakiur, Abschnitt 117. (S. 122) das Kunstgewerbe- (Deuisches ererde=) Mysrum, welche alXe in der friiheren Außgabe ihre SteUe bei dem Ministrrium für Handel, Gewrrbe und öffentliche Bautrn hatten. Aber auch in der Darstellung drs: dem Ministerium der geist: lichen 2c. Angelegenheiten schon friiher zustehenden Ressort- uwfcmgeß sind Erweiterungen eingetreten. S. 106 11. ff. sind bei den Königlichen Museen die für 1879/82 ernannten Mit- gliedrr der Suchy?rstiindigen:Kommissioiien, im Abschnitt 711. (S. 110)_ zum ersten Male das astro:phi)sikaliscl)e Observato- rium aus dem Telegraphenderge bei Potsdam aufgrfiihrt. Aus“ zwei Seiter] (126 und 127) hat das unter 17. aiifgefiihrte Mini- sterium für Handel und Gewerbe Plaß gefunden. Die Ab- schnitte 71.“ und17l]., Ministrrium des Innern und dessen Rrffort, sowie Iuftrz-Minisierium und dessen Ressort weisen zur Zcit keine Veränderungen auf. Jndeffen fiil1t bei letzterem mit dem 1, Ok- tober 1879 das Ober-Tribunal fort, und ist auf einen Theil der dann eintretenden Personal-Veränderungen auf S. 136 und 137 bereits hingedeutet. Abschnitt )']11. , Krieg?: Ministerium„ist durch ein Kazaitel Jnspe ktio 11 de r Militär- Telegraphie (S.___172), wwie diirch das Verzeichniß der Brigadiers und Offiziere der Landgensd'armerie, grdrdnet nach den Standquartieren in den Provinzen, erweitert. Die eingexretenen Veriinderurgen, die Auflösmig des Festungsgeiängniffes zu Minden, die angeordnete Errich- tung einer neurn Unteroffiziersckwle zu Marienwerder und die treue Eintheilung der Bau-Revisiorisbrzirke imd Van- disrrikts sind beriicksichtigt und aufgeführt. Dagegen hat die deiiriitiiw _Organisatio_r_i der Militär:Schießschule und der Ge: wel)r:Prii1ungskommi1iion noch keine Ausnahme in der neuen Arngabe gefunden. Bei dem Abschnitt [I., Ministerium für Landwirthschaft, Domänen und Forsten, sind außer drn schon oben dei-Vespxechung des Abschnitt 111. Finanz: Ministerium brriihrten Erweiterungen noch hinzugetreten die Ernennungen fiir das Landes-Oekonomiekoüegium und die Central-Moorkommisston. Wie schon erwähnt, besteht das Ministerium nunmehr aus zwei Abtheilungen, diejenige fiir die Verwaltung drr landwirthschaftlichen und der Gestüt: angelegenheiten und diejenige iiir die Verwaltung der Domänen und Forsteii. _

Der ck.„A51chnitt, Ministerium der öffentlichen Ar- beiten, weist „gegen den Abschnitt der friiheren AiicZgabe, welcher das Ministerium für Handel, Gewerbe und öffeiitliche Arbeiten enthielt, keine weitere Veriinderung auf, als daß die frühere Abtheilung 17. achgeschieden ist. Demgemäß ist die friihrre Abtheilung )'. cht Abtheilimg 17. geworden Und be- steht nunmehr das Ministsrium aus der Airtheilimg ]. fiir Ver- waltung des Berg:, Hütten: und SaliiienwesenS, von wrlcber die geologische Lande-Zanstalt und Berg=Akademie zu Brrlin und die Proviiizial-Bergbehörden reffortiren, aus der Abthei- lung 11. fiir die Verwaltung der StaatSbahnsn , aueZ der Abtheilung 111. fiir die Verwaltung drkz Bauwesens, zu deren Geschäftskreis die technischen Priifungskommissionen un) die technische Baudeputation gehörexi, und aus der Abtheilung17. fiir die Führung der Staatsaufiicht iiber die Privateisenbahnen, welcher die Königlichen Eiscnbahnkommiffariate und Kom- missionen untergeordnet sind.

In dem die Provinzialdehörden betreffenden Theile sind erhebliche Veränderungen nicht eingetreten, Dir äußere Aus- stattung und der Druck lassen, wie in früheren Jahren, nichts zu wünschen übrig.

_ Die in der heutigen Börsen -Beiiage adqdruckte tabellarische Uebersicht der Wockzenausweiie deutscherZedrelbanken vom 14./15.5911. schließ: mik foi- ßenden summarnchen Daten ab: Es betrug der gesammte Kassen-

estand 707 702000 „45 oder 22 000 545 weniger als in

der Vorwoche, während der Wechselbestand in Höhe von 566 606 000 «44 eine Zunahme von 7009 000 «kk, die Lom- bardforderungen mit 73 419 000 „46 dagegen eine Abnahme von. 1 584 000 „44 zeigen; es betrug ferner der Notenumlauf 845 627 000 „45 oder 17 810 000 „14 mehr, die Täglich fälligen Verhindlichkeiten mit 232 072 000 «16 dagegen 14112 000 „44 weniger als in der Vorwoche; ebenso ergaben die an eine Kündigungsfrist gebundenen Verbindlichkeiten mit 43 318 000 „14 eine Abnahme von 401 000 «14 gegen die Vorwoche.

_ Der Bevollmächtigte zum BundeSrath, Großherzoglich

Zu bemerken. Das Staats=Ministerium und die dem- elbcn unmittelbar untergeordneten Behörden weisen ebenso

wie das Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten

badische General-Direktor der Staatsbahnen Eisenlohr ist nach KarLSruhe abgereist.

_ Der General-Feldmarschall Graf von Moltke, Chef des Generalstabes der Armee, hat fich mit längerem Urlaub zunächst nach seiner Besißung Kreisau bei Schweidniß in Schlesien begeben; deSgleirhen hat der General der Kavaüerie, Baron von Rheinbaben, General-Jnspecteur des Militär- Erziehungs- und Bildungswesens, einen mehrwdchentlichen Urlaub nach Wildbad i. W. resp. Treppeln a. O. angetreten.

Oesterreich=Ungarn. Wien, 18. Juni. Ueber die Wahlbewegung bemerkt die „Presse“: „Die thlbewegung, die sich so verworren angelaffen hat, beginnt, sich, troßdem die Zersplitterung der Parteien noch immer eine sehr bedeu- tende ist, doch nach und nach zu klären; die Flut!) von allen möglichen berufenen und unberufenen Kandidaten, von welcher Anfang?) zahlreiche Bezirke iiberschwemmt wurden, verläuft sich langsam. Sehr viele improviiirte Kandidaturen können sich, wie es sich jeht schon zeigt, nicht behaupten, und die Ent: scheidung zwischen den Mandatsbewerbern, dic Ernsilich in Betracht kommen, und jenen, „die sich blos von den Wogen der Wahlbewegung tragen lumen, wird der Wählerschaft in den meisten Fällen nicht mehr schwer faÜen.“

_ 19. Juni. W. TB.) Der „Pol. Korresp.“ zufolge ist in Wiener maßge enden Kreisen iiber das angsblich von der französischen Regierung gesteÜte Verlangen der Ab- sehimg des Khedive bis heute Mittag nicht?: bekannt ge-

we .

ssjPest, 18. Juni. Die Agramer Meldung, daß in Bos- nien und in der Herzegowina mit Genehmigung der römischen Kurie drei Bisthiimer errichtet werden und daß diese Länder besondere Kirchenpr0vinzen bilden sol1en , daß ferner drr Agrainer Erzbischof mit der ungarischen Regierung in diescr Angelegenheit konferirt habe, wird vom „Psster Lloyd“ nach „kompetenten Jiiformcjidnen“ derncntirt.

_ 20. Juni. (W. T. B.) Dis ungariiche Regierung ist znr Zeit mit der AirHarheitunq des Budget? fiir das Jahr 1880 beschäftigt, 8111321116 Theile deffeldén' und bereits fertig gestellt und gestalten sich sehr günstig. Die Einnahme an Steuereingiingen im Mai c.'detrug „500 000 Fl. mehr, als zu derselben Zeit im Vorjahr; im Juni dürft? sich der Mehr: eingang fast auf 800 000 Fl. belaufen. Die Berichte über den Stand der Saaten lauten an?: fast sämmtlichen Komitaten befriedigend,

Schweiz. Bern, 19. Juni. (W. T. V.) Der Ständerath hat sich, abweichend von dem Beschiuffe deS Naiionalrach, mit 29 gegen 12 Stimmcn fiir die soiortige Erhöhung des TabakSones und des Spritzolleé» ausgesprochen.

Niederlande. Haag, 19. Juni. (W. T. B.) In der heutigen Sißring der Ersten Kammer wurde, in Bs- antwortung einer deziiglichen JnterpeÜation, Seitens der Rs: gierung die Erklärung abgegeben, daß iiach dem Votum der Zweiten Kammer iiber das Kanalprdjrkt die Minister der öffentlichen Arbeiten und des Innern ihre Entias 11: ng ohne Vorbehalt, die iibrigen Minister bedingungHweise_ gc: fordert hätten. Der Kö'nig habs die EntlassmigSge1uche jedoch unter dem 15. Zum abgelehnt.

Belgien. Brüssel, 19. Juni. (W. T. B.) Die Repräsen“tantenkami:ier beriethheute den die Revision der Civilprozeßordnung betreffenden Gesetzentwurf und beschloß mit 41 gegen 33 Stimmen, die Verpflichtrmg zur Zuziehung von Sachwaltern (3701168) deim Civrlprozeffe beizubehalten.

Großbritannien und Irland. Londo", 18. Jimi. (Allg. Corr.) DLL“ de kehrt am nächsten Sonnabend von Balmoral nach Windior zuriick. '

Die „London Gazette“ meldet die Ernennung dcs Majors Henry Trotter zum britischen Konsul fiir Kurdistan, welche Provinz die Paschalifs Erzerum, Kharfut, Diardekir, Mush und Wan umfaßt. .

Das Unterhaus seht? gestern die Debatte über dir Vestimmungrn der Y_rmeediSziplin-Bill fort. ' Bei dem Paragraphen, betreffend die körperliche Züchtigung in der Armee steÜte Mr. Hopmood dcn Antrag, die' Maximal: zahl der Peitschenhiei'e mittels der „neunschwänzigen Kaye“ von 50 auf 6 zu reduziren. Die Deputirten Holms und RylandS wollten dis kdrprrliche Ziichéigung gänzlich abgeschafft wiffrn, wogegen Miltitz und Newdegate deren Beibehaltung ziir Aufrechterhaltung der Manneszucht im Kriege geltend machten. Mr. 9. C. Brown machte den Vorschlag, das Maximum der Peitschenhiede auf 25 herabzuseßen. Nach drei- siiindiger Diskussion wurde dieser Vorschlag von John Bright, Lord Harrington und sogar mehreren militärischen Abgeord- neten kräftig Unterstiißt und dann auch Seitens des Kriegs- Ministrréz mit einigem Widerstreden acceptirt. ir. Hop-

wood zog seinen Antrag zuruck. Aus Simla wrrd drm „Reuterfchen Bureau“ unterm 17. d. M. gemeldet: ' ' Die oberste Regierung hat an sawmtliche Lokqlregierunqen ein Rundschreiben erlassen, worin e_s heißt, daß, da 1616061? V-r- öffentlichung des Budgets wichtige Veranderungen m der Fingnzlage eingetreten sind, es wünschenswert!) sei, eineSkizze der grgenwartigen inanzlage der indischen Regierung zu geben. Das Rund- chreiben rekapitulirt die im vorigen Jahre getroffenen Maßregeln zur Beschaffung eines Ueberschuffes von 15000_()0P[d.Sierl.fur einen Verficherungsfonds gegen HungerSnoth und erklart, daß die Regierurig an den früheren Versicherungen, die fie bezuglich d.r Weise. in welcher dieser Fond verwendet werden soll, gewacht, festgehalten habe, daß die Regierung niemals von ihrem Enticbluffe abgewiecben, son- dern denselben iroß des Krieges und des Riickgangcs-des Wechsel- courses _ unvorhe-«sehene und außnahmßn'eqe schwierige Umstande in 1878/79 _ aufrechterhalten habe. Die Regieriing habe aus_ den Einkünften die Geiammtkosten des Krieges bestritten und 555000 Ffd. Sterk. zur Linderung der Hunaeanoth verauöqabt, urid dock) efiize sie einen Ueberschus; von 1300000 Pfd.'S1ek[.'fiir den FungerSnoih-Versicherungs-Fonds. Sie habe somrtßaüe ihre Ver- prechungen mehr als eriüUt. Als das Budget fur das laufende Jahr außgearbeitet wurde, war der Krieg im Gange, und_es stellie fich ein Weiteres ernstlicbes Weichen des Wechselkurses ein. Die heimische Regierung hatte damals die Fragx unter Begutachtung, ob eine Remedur gegen den Wachsenden Verlust duich eine eranderung des Umlaufdmittelgeseyes erzielt Werden könnte. Die Regierung war der Ansicht, daß, vorbehaltlich der Löiung diesxr Frage„ die Auflage neuer Steuern oder eine Kurzuna der wirklich "nöthigen AuSgaben nicbt gerechtfertigtseien, und da:: es _brffer sein wurde, dxn Huygers- noth-Verficherungs-Ueberschuß zeitweilig zu Zuspendrren. Die Regieruxig hatte stets erklärt, daß_ ein solches Verfa ren zeitweilig trö'thig sein dürfte. Sobald die indtjcbe Regierung erfuhr, das; die britische Re- gierung beschlossen hatte, keine Maßregeln zur Aenderung des „Um- laumeitiels zu adoptiren, wurden sofort „Schritte zur Herabmmde- rung der AuSgaben gethan. Es sind bereits Anordnungen getroffen

wvrden, um die Angaben im :iäcbsteti Jahre für _die ordcntlichen öffentlichen Arbeiten um 733000 Pfd. Stekl. zu verrinaern, und es werden ftrrnge Ma regeln ergriffen ziir „Hirabxeßung des Etats der Central- iabliffements , der indischen Regierung. In den Civil-Dipartemenis (TULLN, hofft man auf eine Ersparnis; von 1000000 Pfd. Sterk, mdeß wuß einer Schadlos- haltung solcher Beamten, deren Dirnste enthehclick) geworden, Rech- nung getragen werden. Da dcr Krieg beeiidigt ist, so nimmt man an, daß nur 700000 Pfd. Stekl. erfordrrlich sein werden, um den HungerSnoih-Verfickyerungs-Ueberscbuß wieder auf die urspriingliche Höhe von 1500000 Pfd. Stets. zu bringen und den durch den Er- laß des Baumwoilzolies entstandenen Verlust gut zu machen. Die bereits getroffenen Maßregeln decken diejen Betrag mehr als noth- wendig. Die vorstehende Berechnung feht voraus, daß der Werth der Rupie nicht unter 1 511 7 (1 fallen warde. Angenomm-ene Ver- luste durch den Wechselkurs, ist keine Ursache zu finanzieUen Besorg- niffen vorhanden, aber die Erfahrung lehrt,- wie ernstlich dieser Verlust wieder werden kann. Eianolittk !irenger Sparsamkeit unddEinfchränkung wird in ailen Zwergen des Staatsdienstes befolgt rver en.

Die indische Regierung hat den Posten eine?, Mit- glirdeZ des Obersten Raths fiir Einkünfte, Landwirthschast und Handel abgeschafft. Die Arbeiten dieses Departements werden Unter die Departements des Jiinern und der Finanzen vertheilt werden. Das Ergebniß dieier Maßregel wird eine beträchtliche Ersparnis; in den Au-Zgaben sein.

_ 19. Juni. (W. T. B. OffizielLe Nachrichten vom Kap melden den Tod des rinzen Louis Napoleon. Die Leiche drsselden ist aufgefunden wordsn. Lord Sydney hat sich nach Chislehurst begeben, um die Kaiserin von dem Todesfalle zu benachrichtigen.

_ 20. Juni. (W. T. V.) Weitere Nachrichten vom Kap, datirt vom 3. d. M., mrlden iiber den Tod des Prinzen Lonis Napoleon: Der Prinz sei, als er iich mit einigen Offizieren auf eine Rekognoszirung begeben hatte Und mit denselben vom Pferde gestiegen sei, von den ZillUS Überrascht Und getödtet worden; rdenso sei ein Theil der Sol- datrn getödtet worden, währrnd andere entkamrn. _ General Newdegate hiit am 20. Mai den Buffalo_=F[nß iiber- schritten und ist in Koppcalleine _eingetrdfien. Derielbe beabsichtigte, am „2.42 YYden Vorinarickiwrtzuseßen. EZY

Jm Unterhaiise theilte der Kriegs : Ministsr Stanley den Tod des Prinzen Louis Napoleon mit und gab dem Bsdaiiern iiber drri herbsn Verlust, den die Kaiserin Eugenis erlitteii, AuIdruck. Bezüglich der Thatsache sslbsi theiite der Minister mit, daß der Prinz die Rekdgiios: zirung auf den Befehl des englischen Vizs-Generalqugrtier- meisteréZ unternommen habs. Die Leiche, welche von 17 A11egais durchbohrt gefunden wurde, wird Unter Eskorte nach Engiand gebracht werden.

Frankreich. Paris, 18. Juni. (?rß.) _Der vori den Deputirtsn Vernard-Lavergne (rxpudii amiche Linie), 51.ka- lippotearix (linker: Centrum), HOUR Briffdn „(republikaniichr Union) Und Louis Blanc (änßrrße Liiike) emgrdrachte_und unter diesen Umstiinden der Ma]_oritä_t iichcre Entwrirs zu einer Veränderung der GsichäitSdrdnung [UUtLtT

Um die Wirksamkeit des parlamentarischer. Regimes zu fichrrn, beantragen wir für die Art. 123 bis 129der Geschäftsordnung fol- gende Fasi'iina: Art. 123. Auf Censur (Rüge) wird erkannt graen jéden Deputirten, der 1“) sich dem Ordnungsrufe mit Ein- ]chreidung in das Protokoll nicht grfügi hat, 2) sich in Zeit von dreißig Tagen drei Ordnungsrufe zugezogen hat, 3) in der Kammer zu einem tumultuarifchen Auftritte oder einem Maffenabgange aus dem Hause das Signal gegeben hat, 4) gegen einen oder mehrere seiner Kollegen Beleidigungen, H rausfor- deruniien oder Drohungen gerichtet hat. Art. 124. Auf Censur mit zeitweiliger Außjchließunq aus dem Sißungssaale wird erkannt gegsn jeden Deputirten, der 1) der einfachen Censur widerstandrn, drr fi» zweimal während derselben Session eine einfache Censur zuge- zogen, 2) in öffentlicher Sitzung an die Gewalt appelliri, zum Bürgerkriege oder zur Verleizunx dcr Vrrfaiiungsgeseße aufgereizt, 3) an ein oder mehrere Mitglieder drr Regierung Beleidigungen, Herauéforderungen oder Drohrmgen gerichtet, 4) fich einer Schmähung gegen den Präsidenten der Republik, deri Senat oder die Regierung schuldig gemacht hat. Art. 125. Die Zensur mir zeitweiliger Aus- schließung legt dem Deputirien, Über den fi? verhängt Worden ist, die Pflicht auf, sofort den Gesehgebungspalast zu verlassen und darin während der folgenden dreißig Sitzungen nicht wieder zu er- scheinen. Leistet _der Deputirtc dem Befehle des Präfidrnten, die Kammer zu vcrlaiien, Widerstand, so wird die Sitzung aufgehoben; sie kann später wieder (i_ufgcnommrn werden. Art. 125 bis. Wenn die zeiiweilige Ausschließung über denselben Deputirden ein zweites Mal im Laufe derselben Session verhängt worden iit, gilt die fol- gende Ausschließung auf den ganzen Rest der Session, Art. 126. Wäh- rend der Daiier der Aqucbließung darf der Deputirte den Kammer- palast nicht betreten. Thut er es dennoch, so wird er auf Befehl der Quästoren in rin dafür besiimmtrs Lokal gebracht und darin längstens drei Tage gefangsn grhalten, Wenn er im Sitzungs- saale erscheint, wird dies von dem Bureau konstatirt. Der Präsident hebt die SiÖUUJ auf und der Teputirte wird ÜUs seinen Befehl von den uästoren in der ebeii erwähnten Weiie verhaftrt. Art. 127 (wird beibehalteii.) _Art. 128, Die einfache Cenfur und die Censur mit Au§1chließung ziehen von Rechts w gxn nach fich: 1) den Verlust der halben Diäten während der Zcit dcr Ausschließung; 2) Druck drs die C-risur verzeichnenden Protokolls und Verbreitung durcb öffentlichen Anschlag in zweihun- dert Exemplaren auf Kosten des Deputtrien. Art. 129. Weiinrin Deputirter sich ein strafreckotlicbes Vergehen im Kammervalaitc zii Schulden kommen läßt, wird dieWVerhandlung suspendiri. Der Präsident bringt dann sofort die "U)at zur Kenntniß _des Hauses. Dem Deputirten wird auf sein Verlangen gestattet, iich zu recht- fertigen. Auf Befehl des Präsidenten muß er den Yalast verlassen. Leistet er Widerstand, oder kommt es zu einem umult in der Kammer, so hebt der Präsident auf der SteUe die Sihung auf. Der Vorstand macht dem Generalprrkurawr die Anzeige, daß ein Vergehen in dem Kanimerpalaste begangen worden ist. Jedes von dem Deputirien, gegen welchen auf zeitweilige Ausschliefiung rr- kannt worden ist, gesprockyerxe Wort, das ein Vergeben darsteiitL wrrd auf den Antrag des Präsident n mit dew gänzlichen Verluste der Diäten bis zum Beginn der nächsten Session geahndet.

Aus dem Laéer von Medrnaielcgraphrri der Ge- neral Forgemo unter dem 16. Juni:

Unser Marsch auf Medina wurde _nicht bernrubigt; ,nur von Weitem zeigten sich einige feindliche Plankler. Gegxn zwei Uhr er- schienen in meinem Lager zehn der angesehensten Manner der Uled- Daud und baten um Pardon (away), wobei fie sagten," daß der Scherif nach dem Amar-Kaddu gefluchftet sei. Ich bin uberzeugt, daß dies nicht wahr ist und daß der Agitator noch in El-Hammam weilt, ivo ihn die Uled-Daud sicherlich als Pfand zurückbehalten. Ich habe daher zwei von den bei niir erschienenen Uled-Daud nach (»A-Hammam zurückgeschickt mit dem Auftrage, ihren Landrleuten klar zu machen, daß sie mir den Scherif „aiiSzuliefern hätten, wenn sie nicht noch heute Abend angegriffen sem wollten. Wenn fie den Scheiif nicht in mein Lager bringen, werde! sie? emplarisch bestraft werden. Die Kolonne von Biskra muß heuie A end im Saffef, die von Khencbela in Tagesum eingetroffen sein. Ich weise fie zur größten Wachsamkeit auf die Wege aii, auf melchen der Scherif und seine Anhänger die Flucht ergreifen konnten.

Unter dem 17. Juni berichtete General Forgemol an den Generalgouverneur Greim) nach Algier aus dem Lager von Medina telegraphifch: ,

Gestern Nachmittag habe ich, wie ich Ihnen angekundigt hatte, eine aus Truppen der Vorhut gebildete leichte Kolonne aus Cl- Hammam marscbircii lassen. Wie raick.) die Beweriung auch aris- geführt wurde, hat fie dock) nicht das Resultat geliefert, welches __!ch von ihr erwartetr. Das Dorf El-Hammam war eben verladen worden. Wies trug noch die Spur eines übereilten Aufbrurhs. "Die Gums konnten Beute machen. Der Scherif und seine Anhangrr soÜen iiach einrr unbekannten Richtung grflohen sein. Die leichte Kolonne kehrte um 71/2 Uhr Abcnds, nachdem _fir das Dorf zerstört haite, in das Lager zurück. Die Kolonnen von_Khenchela und Biskra iind benachrichéigt worden und sollen die verichiedenen Durchgangs- punk'te iorgfältig überwachen; die von Khenchela wird heute wahr- scheiulick) an drn anlien von Ued-el-Abied itehen. Bisher haben diese Kolonnen keine andere als Terrainscbwierigkriteii gxfunden. Der Kampf von Rcbaa war für die Jnsargenten so mörderiicb, daß aÜe Eingeborenen, die noch schwankten, fich_zur Unterwürfigkeit cni- schloffen haben. Eben erfahre ich, daß die Kolonnr von Biskra nacb schwierigen Tagmarsche gestern Abend im Tiranxmine

Der Oberst Cajard hofft heute Abrnd in Busaada

einem sehr lagern soÜte. zu stehen. _

_ 19. Juni. (RSP. fr.) DEU kiirzlich ziim Diviiioan: General beförderte General Charlemagne ist ziir DiSpoii: tion gesieüt worden.

_ 19. Juni. (W. T. B.) Der Marine-Miiiisirr hat beschlossen, ziim Schuhe der Interessen der französischrn StaatSangrhdrigen in dem zwischen Chiie iind VLL'U aris- gebrochenen Kriege drei Kreuzrr-Schiffe nach dem StiÜrn Ozean adznsenden. _ Die Delegirten der zur (atri- nischen Miinzkonvention gehörigen Staat€n haben iick) iiber eine ziisiißliche Vereindarung zu drr Konveiitidn vom 5. November 1878 geeinigt. Danach WLdeU dir» Bestim- mungen der Konvention zwar anfrecht erhalten, Jtalisii wird aber die Option zugestanden, hinsichtlich der Einzishimg der kleinen italisnisrhen Papicrdanknoten, die durch kieine Stiicke Scheidemiinze ersetzt werden sollen, welche die iibrigen Staaten der Miinzversinigung Italien grgen Bezahlung zii liefern haben. Ein dissr ziisiißiiche Vorriiidarung genrhmigendcr (He: )eHentwurf wird den Kammern vorgelegt werden.

Versailles, 19. Jimi. (W. T. B.) Die? Sihmrg des Kongressrs wurde heute Vormittag um 10 Uhr 15 Min. unter dem Vorsitz von Mariel crdffrist. Der Justiz- Minister Leroher drachir den Gesehentwnrf, betreffend die Abschaffung des Art. 9 dsr Verfassiiiig, ein. Nach: dem fast einstimmig die Dritig1ichkeit fiir den Antrag hc- schloffen wordsn war, beantragte drr Präsident, sofort in die Berathung des, Entwurfs cinziitreteii. FYSSULÜU (Rechte) ver: langt? Uederwrisimg deffeidsn an das Viircau. Testelin (Link?) beantragte, daß Lins Kommission von 15 Mitgliedrrn diirch das Birreau vermittélst Lisiriiskrutitiiumrz gewählt werde. Drr Antrag wrirde 'mit großer Majorität angenommen und darauf ziir Auslddsimg drr Mitgiiedcr grschritten. Dieselbe war um 11 Uhr 30 Miimten deendrt; Um 11 Uhr 40 Miiiiiteii wnrde die Sihrmg aufgrhddcn. _

Bei Wiedereröffnung der Sitzung des Kongresses: theilte der Präsident die Namrn der in die Kommission grwiihlteii Mitglirder mit. Die Kommission besteht danach lediglich aus Repulikanern. Mrhrrrs Mitglieder der RLchieU protestirtsir gegen die Ausschlirßung der Minoritéii aus der Kommisiidii. Baudri) d'Affon brachte gcgrn ein solches Vorgehen Linen Tadeisantrag ein. DGB Aritrag wnrde jedoch bei Steiiimg der Vorjrage adgclshnt und die Sihimg dies AbékldS 6 Uhr vertagt.

Die Kommission hat Gambetta zum Vorfißenden und Jiiles Simon ziim Berichterstatter grwählt.

_ 19, Juni, Abends. (W. T. B.) In der Abend: siHUng VLkl-IÖ Jules Simon den Bericht drr Kom: mission, drr mit dem Antrags schließt, den Artikel 9 der Verfas 1" Una einfach aufzuhrben. Dem Brrichte wird hinzu? gefügt: dieJiiickveriegung der Kammern nachPariE ier nothwendig, Um die Hauptstadt dem Lands wiedrrziigrddn. Gleickzeiiig wnrde die sofortige Vrrathimg beantragt. Biinet stellte den Antrag, die Berathung bis morgen zu vertageii, damit die DiSkussion eine eingehendere, griindlichere icin könne. DE!) Antrag wurde abgelehnt. Der chitimist Lucien Brun erklärte, er werde _gegen die Riickkshr der Kammern nach Paris stimmen, um iich im Hinblick aui dis Ereignisse, die cr kommenq'ehr, von jeder Verantwortung freizumachen. Caffagiiac kiindigtc an, er werde für die Rückkehr der Kam: mern nach Paris stimmen, weil er iiberzrrigt sei, daß diesrlde dcn Stnrz der Repndiik zur Folge haben werde. Der Grieß: rntwiirf, wrichcr Artikel 9 der Vorfassung fiir . aui: gehoben erklärt, ward daranf mii 549 gegen 262 Stimmen angenommen.

Nach einem durch Rcklamationeti der_Rechtsn hcrrwr: gerufrneii, aber nicht erheblichen Zwisrhsnicille, erklärtc drr Präsident Mariel die Aufgabe des Kongrrsyes fiir bcendrt 11110 die Sihiing fiir geschlossen.

Spanien. Madrid, 18. Juni. (Ag. Hava?) Der Kronprinz Erzherzog Rudolf von Oesterreich imd drr Prinz Leopold von Baycrn sind wisder in Madrid eingetroffen. _

Das Ministerium hat wegen der Hinrichtung zweier Jnsurgenten-Generäle in Prierxd de la Plata, welche an Bord eines spanischen Schiffes vrrhaftet worden waren, energische Maßregeln vrrfiigt.

_ 19.Juni. (W.T.B.) In San Migurl dei Jerez wurde eine sozialistische Verschwdriing entdeckt. Von den Leitern und Mitgliedern sind 7 verhciitettworden. Mehrere Schriftstücke, darunter auch Listen der Mitgliedcr, wnrden mii Beschlag belegt. , '

Bsi Gelegenheit der in der heutigen Sißung des Senats stattgefundenen Besprechung der Königlichen Botschaf t erklärte der Miiiister des Auswärtigen, Molins, daß dem Jiisiirgentensiihrer, Ruiz Zorilla, die Thore Spaniens offen stehen wiirden , wenn der- selbe sich den Gerichten stellte. Des Weiteren lenkte der Minister die Aufmerksamkeit des Hauses auf die in Folge der Attentate der Nihilisten geschafféne Situation Europaß und betonte die Rothwendigkeit, dis öffe ntlichen Gewalten zu verstärken. Bezüglich des Verhältnisses Spaniens zur französischen Republik versicherte der Minister, daß ungeachtet der verichiedenartigen Institutionen Freundschaft zwischen beiden Staaten destehr. Der :1'1inifter-Prasidcnt Martinez Campos erklärte, daß er seine Thätigkrit haupt: sächlich der Verwaltung zuwenden und im Uebrigen eine 5 olitik der Versöhnung befolgen werde. Schließlich sprach der

enat seine Zustimmung zu der Botschaft mrt 1.49 gegen 21 Stimmen aus.