1879 / 144 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 23 Jun 1879 18:00:01 GMT) scan diff

_JhreKaiferlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin mo_hnten gestern Vormittag 9 Uhr dem Gottesdienste in der Dorikirche von Eiche bei.

_Abends 81/2 Uhr begab Sich Se. Kaiserliche Hoheit nach Berlin zur Verabschiedung von Sr. Majestät dem Kaiser und begleitete AUerhöchstdenselben bis zur Wildparkstation.

__ Die Vermählung Sr. Durchlaucht des PriUZLn Friedrich von Hohenzollern, Oberst=LieUtenants mib ommcmdeiirs des 2. Garde-Dragoner-Regimentes, mit Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Louise von Thurn und Taxis, ältesten Tochter des verstorbenen Erbprinzen Maximiliaxi von Thurn und Taxis und dessen Wittwe, Threr Königlichen Hoheit der Erbprinzessin von Thrirn imd axis, Herzogin in Bayern, fand am 21. uni in der Re: fidenz des Fürstlich Taxis'schen' Hanses zu egensburg statt. Von_FÜrftlick)en Verwandten und Gästen waren zur Hochzeit erschienen Ihre Majestäten der König und die Königin von Sachien, Ihre Hoheiten der Herzog und die Herzogin von Inhalt, Ihre Königliche Hoheit bie Fürstin von Hohenzollern, die Durchlauchttge Miitter des Bräutigams, und Se. Hoheit der Erbprinz von Hohenonern als Vertreter Seines Durch: lauchtigen Vaters, Sr. Königlichen Hoheit des Fürsten von Hohenzoüern , der diirch körperliche Leiben am Erscheinen bei den Fesi1ichkeitenverhindert war. Ferner waren anweiend bieSchwester Und der Schwager des Bräutigams, (“hre Königlichen Hoheiten der Graf Und die Gräfin von ?audern. Voii der Verwandtschaft Ihrer Königlichen Hoheit er Erbprinzesiin von Thurn und Taxis, Her bgm in Bayern, nahmen an den Festlichkeiten noch Theil hre Königlichen Hoheiten der Herzog Und die Herzogin Karl Theodor in Bayern, Der Herzog und die Herzogin Max Emanuel in Beiyern, Zbre Kaiserliche Und Königliche Hoheit die Prinzessin Giiela von Bayern, Erzherzogin von Oesterreich und Ihre König- lichen Hoheiten der Herzog Und die Herzogin von Braganza, Schwester und Schwager ber Durchlauchtigen Braut.

Als Vertreter Sr. Majestät des Kaisers und Königs war an SteUe des iiripriinglich dazu bestimmten, aber erkrankten Ober:Ceremonienmeisters Grafen von StiUfried der Oberst- Marschakl Fürst zu Salm-Reifferscheid-Dhck an das Hoflager von Regensburg _entsendet worden. Jngleichen wohnte eine Depiitation des Osfiziercorps des 2. Garde-Dragoner=Regiments, dessen Commanbeur der Durchlauchtige Bräiitigam ist, der Feier bei.

In Gemäßheit der Bestimmungen des Civilehegeseßes, iiach welchen das Fürstliche Haus von Hohenonern 511 der- ]emgeii Kategorie gehört, für welche es dem Kaiser und K_ömge vorbehalten ist, den Standesbeamten zur Schließung em_er__Eh_e zii ernennen, hatte sich der vortragende Rath im Ministerium des Königlichen Hauses, Graf von Unruh, nach Regensburg begeben, um den Civilakt der Eheschließung vorzunehmen. _ Leßterer ging der Trauung um eine Stunde voran. Zeuge iiirben Durchxciuchtigen Bräutigam war Se. Hoheit der Erbprinz O_on Hohenonern, iür die Durchkaiichtige Braut der Che derFiirstlich taxisschenGesammtverwciltiing,Major a. D.Sraf vo_n B00s:Wa1_b_eck. Die kirchliche Trauung geschah nach dem Ritus der röin11ch:katholischen Kirche, dessen Vekenntniß das Hohe Brautpaar angehört, durch den Bischof der Diözese _egensbiirg, Dr. von Senestrey. Im Zuge nach der Kirche

ging der Durchlauchtige Bräutigam in der Uniform des 2. Garde:Dragoner-Regimenis mit dem Bande des Großkreiizes des Rothen Adler-Ordeiis und der Kette bes Haris=Ordens von Hohenzoüern mit sämmtlichen fürstlichen Herren voran und erwartete an dem Betschemel vor dem Altare die Durch: lauchtige Braut, _die, geleitet von der Fran Erbprinzessin von Thurn m_id Taxis und der Frau Fürstin von Hohenzollern und begleitetbon iämmtlichen Fürstlichen Damen, auf dem Bei: schemel zur linken Seite des Bräritigams sich niederließ. _ Ter Akt _ber kirchlichen Traming begann mit dem Ge: iange des Wm 5311616 5911-1618, worauf der Bischof eine An: rede an das Durchlauchtige Brautpaar hielt, ber die kirch- liche Trauung _fol te. Nack) Abhaltung einer siiUen Meise richtete der Biickw ziim zweiten Male in kürzerer Ansprache das Wort im Namen der Kirche an die Vermählten. Ein Tebeum beschloß den kirchlichen Akt.

JU veränderter Ordnung, insofern Braut und Bräutigam nunmehr als Paar gingen, die Prinzessin von Hohenzoüern am rechtenArme Ihres (Hemahls und Se. Majestät der König von Sachsen inmitten Ihrer Königlichen Hoheiten ber Fürstin vonHohenzoÜern und der Erbprinzessin von Thrirn und Taxis, Herzogin in Bayern, welchen die iibrigen Fürstlichen Gäste nxi Verwandtschafis- iind Ranggrade sich anschlossen, bewegte iich der Zug nach dem Schlosse zuriick, wo eine Gra- tulationscour stattfaiib.

Der kirchlichen Feierlichkeit, die im Chor der Pfarrkirche St. Emmeran vor sich ging, wohiiten im Schiffe die Behörden der Königlichen Regierung, der Kreishauptstadt Regensburg, der Bürgermeister mit den Vertretern der Gemeindeko"egien und das Offiziercbrps der in Regensburg garnisonirenden 2 Va- taiUone des Königlich bayerischen 11. Jiifanterie-Negimentes bei.

Bei der Hochzeitstafel im Schlosse brachte Se. Majestät der König von Sachsen den Toast auf die hohen Neuver- mählteti aus, Se. Durchlaucht der Fürst Maximilian von Thurn und Taxis auf die Fürstliche Familie von Hohenzollern, Se. Durchlaucht der Prinz Friedrich auf die Fürstliche Familie von T_hurn und Taxis und Ihre Königliche Hoheit die Erb- prinzeisin von Thurn und Taxis, Herzogin in Bayern.

Am Abend, gegen 8 Uhr, reifte bas neuvermählte Paar nach einem bei Regensburg gelegenen Schlosse der Fürstlichen Familie von Thurn und Taxis ab.

_ In seiner am 21. d. M. unter dem Vorsiße des Skaats:Minifters Hofmann abgehaltenen 31. Plenar- f ißiing ertheilte der Bundesrath den vom Reichstage be- schlossenen Aenderungen zu dem Entwurf einer Gebühren- Ordmm fiir Rechtsanwalte die Zustimmung und nahm KenntniZ von der unveränderten Annahme des (Heseßes iiber die Kontrole bes Reichshaushalts Ic. für 187879. " Eine Vorlage, betreffend den Entwurf eines (Heseßes über die Erhebung und Verwaltung der Reichsabgaben in Elsaß- Lothringen, wurde den zuständigen Ausscbüffen Überwiesen und demnächst iiber die Beseßung zweier SteUen fiir ständige Mitglieder beim Patentamte Beschluß gefaßt. _ Ausschußberichte wurden erstattet über: 3. den Entwurf eines (Heseßes wegen des Baues einer Eisenbahn von Teterchen U9ch Diedenhofen, b. den Entwurf eines Geseßes, betreffend die Feststellung eines dritten Nachtrcxgs zum Reichhaushalts- :Eiat (die Erwerbimg von Grundstii en zur Errichtung eines

Reichstagsgebäudes), c. den Entwurf eines Geseßes wegen der SchiffSMeldungen bei den Konsulaten. _ Die Gesehentwürfe gelangten sämmtlich zur Annahme.

Den Anträgen der berichtenden Ausschüsse gemäß wurden ferner Beschlüsse gefaßt über 3. WM Verfahren bei der Aus: stellung_von Legitimationsscheinen fiir den Gewerbebetrieb im Umherziehen fiir Gesellschaften, welche Musikaufführungen, Schaiistellungen, theatralische Vorstellungen oder sonstige Lust- barkeiten öffentlich barsieUen wolXen, b. eine Beschwerde wegen Amtsm1ßbrauchs Seitens eines Geistlichen, c. die Gesuche eines früheren Vosteleven um BewiUi ung von Pension 2c„ (1, die Ausführizng des_(Heseßes, betre end ben Gewerbebetrieb der Maschinisten aus Seedampsschiffen, e. den Entwurf einer Dienstweisung über Einziehung und Verrechnung der beim Reichsgericht in Ansatz kommenden Kosten.

““erner verständigte man sick) iiber die gegenüber den Be- schlii en der Reichstagswmmission _zu dem Geseßentwrirfe, Ze_tr__effend bas Faustpfandrecht fiir Pfandbriefe, einzunehmende “- e ung.

Schließlich wurden Kommissarien fiir die Berathung von Vorlagen im Reichstag ernannt und mehrere neu eingegan- gene Eixigaben den betreffenden Ausschüssen überwiesen.

L_; Die vereinigten AUSsTbÜffL bes Bundesraths fiir HanbeFesund Verkehr und fiir Eisenbahnen, Post Und Tele: grath,_traien heute zu einer Sißung zusammen.

_ - ]ZDer Schlußbericht_über die vorgestrige Siiznrig des Z.seichstages befindet sich in der Ersten Beilage.

_ In der heutigen (64.) Sibung bes Reichs- tages, welcher der Präsident des Neichskanzler:2[mts Staats- Minister Hofmann U::d mehrere andere VevoUmächtigte zum Bunbesrath und Kommiffarien desselben beiwobnten, theilte der Präsident mit, daß ein Gesehentwurf, betreffend den Bau von Eisenbahnen von Teterchen nach Dieben: hosen und von Buchsweiler nach Schweighauseii, sowie den Ausbau des zweiten Geleises zwischen den Bahn: höfen_Teterchen Und Hargarten-Tatse, und ein Geseßentwurf, betreffend Feststellung eines Nachtrages zum Reichs- haushalts-Etat pro 1879/80 eingegangen sei.

In erster Und zweiter Beratbung genehmigte das Haus. sodann ohne Debatte ben (Heseßentwnrf, betreffend die Sicherung der getiieinschast1icheti Zollgrenze in den vom Zollgebiete ausgeschlosseiien bremischen Gebietstheilen. Derselbe lautet:

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König

von Preußen xc, verordnen im Nameb kek; Reichs, nach erfolgter Zustimmrmg bes Bundesraths und des Reichstags, was folgt:

In den außerhalb der gemeinschaftlichen ZoÜgrer-ze belegenen bremiicben (Gebietkibeilen kommen vom 1. Juli 1879 ab die Vor- schriften des (Gesetzes vom 1. Juli 1869, betreffend die Sicherung der ZOUVereinsqrenze in den vom ZoUgebi-.te aUsgeschloffeiien bam- bUrgiicrxen Gebieistheilen (Bundes-Eesetzblair S. 370) zur An- rrendxmg.

Urkundliä) 2c.

Gegeben 2c.

DSZ Haus_trat dann in die dritte Berathung des Geseß- entwnris,_betreffend die Verfassung und Verwaltung von Elias; : Lothringen. Nach einigen Bemerknngen des Abg. Grad hob der Abg. Windthorst hervor, daß er bei der Schlußabstimmung iiber diese ,Vbrlage vorausseße, daß zwischen der Regierung von Elsaß-Lolhringen und dem Kabinet Sr. Majestät des Kaisers keinerlei Zwischen: instanzen bestände", dazß der Reichskabzler in [* Elsaß: Lothringen nur die Befugnisse des Reichs ausüben“ werde, welche er jedem anderen deiitichen Bundeslabde gegeniiber wahrnehme und _daß er außerdem die Ernennung des Statthalters kontraiignire. Da diese Vorlage den sogenannten Diktaturparagraphen, den er aufgehoben zu sehen wünsche, nicht konstitUire, ondern nur fortdauern lasse, so werde er für die Vorlage stimmen , derer: 136 b1oc-Annahme er be: antrage. Gerade aber wegen der Aufrechterhaltung des Diktatnrparagraphen erklärte der Abg. Bezansbii gegen das Gesetz _ stimmen zu müffen. Der Abg. Kablé bedaiierte, daß die Stadt Straßburg, deren Bürger- meister 1873 abgesetzt unb_d_eren Gemeinderath gleichzeitig auf- gelöst sei, am Grund dieies Geießes ihr Wahlrecht zum Landesausschuß iiicht ausüben könne.

Beim Schlusse des Blattes sprach der Abg. Schneegans.

_ In den deutschen Miinzsiiitten sind bis ziim 14. Jimi 1879 geprägt worden, an Goldmünzen: 1265 832 560 «73 Doppelkronen, 405 307 370 376 Kronen, 27 969 925 «!(: Halbe Kronen , hiervon auf Privatrechnung 379 361 450 „16 Vorher waren geprägt: 1 265 338 360 .13 Toppelkromen, 405 307 370 „76 KrOiien, 27 969 925 „76 Halbe Kronen, hiervon aui Privatrecbnung 378 867 250 „74 Summa 1 698 814 295 «73

_ An Einnahmen (einschließLick) der kreditirten Beträge) aus Zöllen uiid gemeinschaftlichen Verbrauchs- steuern sind im Reiche fiir die Zeit vom 1. April 1879 bis zum Schlusse des Monats Mai 1879 (verglichen mit der Ein: nahme in demselben Zeitraum des Vorjahres) zur AnschreibUng elangt: ZöÜe 37 095 225 «(6 (+ 21 001 163 «W), Rübenzucker: Steuer _ 6 318 281 «46 (_ 259263 ckck), Salzsteuer 4 703 542 «16 (+ 156 352.76), Tabakssteutr 303 239 „16 (+ 32 874 376), Branntweinsteuer 5 227 168 ck (+ 92 841 „M), Uebergangs- abgaben von Branntwein 14 915 „16 (+ 1 061 413), Brausiener 3067 633 36 (+ 30 022 316), Uebergangsabgaben von Bier 154 360 «FC: (+ 11 580 (;), Summe 44247 801 346 (+ 21 066 630 373), Spielkarten, empel 133 333 416 (+ 133 333 „(6 Die zur Reichskaffe gelamiti Ist = Einnahme abzüglich der Bonisikationen und rwaltimgskosien beträgt bis Ende Mai 1879: Zölle 31 2472 „46 (+ 14 394 017 313), Rübenzuckersteuer 23 421325 ' (+ 2 110 771 316), Salzsteuer ! 5568 533 «(5 (+ 140 377 .““)- Tabakssteuer 257 143 „(6 (+ 27 871 .43), Branntwein] er und Uebergangsabgabe von Branntwein 7 093 706 «46 (-1 197 018 376), Brausteuer und Uebergangsabgabe von Vici 2 739 365 „76 (+ 35186 346), Summe 70 402 544 «76 (+ 14511 264 373), Spielkartenstempel (einschließ[ich der Nachsteuer) 306 755 „76 (+ 306755 376).

_ ZeitungS=Redact ure, welche beleidigende Artikel aus anderen Zeitun n entnehmen, treten, nach einem Erkenntnis; des Ober:Trib nals vom 15. Mai d.J., da- durch nicht unter einander in in Verhältniß als Theilnehmer , an einem und demselben O_e t, iondern ]eber Redacteur ist

ei 8 Zeitung erfolgte Verbreitung

selbständig fiir die durch; _ _ _ verantwortlich. Die strag ichtliche Verfolgung desselben

__ _ Die_BevoUmächtigten zum Bundesrath, der Königlich wurtiembergischer Staats-Minifter Dr. von Mittnacht, der Geheime Rath von Dillenius und der Großherzoglich olden: burgßsche Staatsrath Selkmann find von Berlin wieder ab: gerei .

_B_ayern. München, 21. Juni. (2169. Zig). Se. Ma]_estat der _König hat den bayerischen Geschäftsträger in Paris, Legations-Nath Joh. Ev. Reither, zum Geheimen LegatwnH-Rath und ben egations-Sekretiir bei der bayerischen Geigndischaft in Wien, Hugo Graf von Lerchenfeld: Koxering, zum Legations-Rath befördert.

_ Würtxemberg. Stuttgart, 21. Juni. (W. T. B.) Die Beruiung des Landtages ist bis zum Schlusse de Reichstages vertagt._ _ Der Prinz Alexander von Battenberg _irifft auf der Reise nach Rom heute Abend hier GM_ Und Wird 11ch morgen zum Besuch des Königs nach Friedrichshafen begeben.

Baden. Karlsruhe, 22. Juni. (W. T. B.) Prinz Alexander _von Battenberg ist zum Besuche des hiesigen Hufes heute hier _eingetrofien und Wird nach dem Diner im Residenzschloffe seine Reise fortseZen.

que_n:B_aden, 23. Juni. (W. T. B.) FürstGort: ichakoif ist gestern Abend hier eingetroffen.

Elsaß = Lythringen._ St_raßburg i. E., 22. Jimi. (W. T. V.) Bei der heute im Ostkanton stattgehabten Wahl zur Ernerierung des zweiten Dritttheich der Bezirksver- tretung ist der Advokat:Anwa1t Ferdinand Schneegans (Briider bes Neickzstagsabgeordneten Schiieegans) wieder- gewahlt worden. Derselbe erhielt 1286 von den abgegebenen 1435 Stimmen.

.Oesterreich-Ungarn. Wien, 21. Juni. (W. T. V.) Nach emer_von_ dem österreichisch-ungarischen Kosiilate in Bnrgas hier eingegangenen Meldung vom 20. d. sind, wie die „Polit. Korreip.“ erfiibri, bis zum Anfang dieser Woche etw_a 28000 Mann ruiiiicher Truppen in rem dortigen Hasen nach _Rußland eingeschifft worden. _ Die ge; namite Korreiponbeiiz meldet aus Alexandrien, daß die _Vertreter der Westmächte außer dem Rücktriti Und der Ent- iern_n_ng_ des Khedive_9uch die Entfernung seiner beiden Söhne ÖUUÉLU. mib Haiicin ans Egypten gefordert haben. _ Der Kaiierliche Hoi legt auf die Zeit vom 23. Juni bis 2. JUN iiir den Prinzen Louis NapoleOii Trauer an.

__ _Schweiz. Bern, 20. Juni. (Bund.) Auf eine be: ziigliche Anirage der _Kommifiion des internationalen KongreiiessürGexiingnißwesen hat sichderBundes- ratb bannt einversicxnben erkiärt, daß sich dieselbe im nächsten Herbst in Bern _veriammle, und sich bereit erklärt, die Ar: beiten ber Komxnisiion zu fördern, soweit die Umstände dies gestatten. __ Der am 14. April 5. J. zwischen der Gotthard: bahn-Direktion und Hrn. L. Favre zu Stande gekom: mene__N a ck t r a g s b e r t r a g zu dem Hauptvertrage, betreffend die AUsthrung_ des großen Gotihardtunnels, ist vom Bundes- rath genehtmgt worden.

_ (N. Zürch. Ztg.) Der Ständerath ertheilte dem Bundeszrath die Ermächtigung ziir Ratifikation des am 16. Juni in Paris abgeschlossenen Zusaßvertrags zum Münz- vertrage _vom 5. November 1878. Italien behält danach sein kleines Papiergeld, verzichtet dagegen auf die Nachpriigung von Fii_nssrni_i_kenstiicken_ im Betrage von 20 Miklionen und ver: pflichtet 11ch zum EMng 1einer Silberscheidemiinzen aus anderen Staaten von 1880 bis 1883, zur Rebuzirung seiner (Zirkulation in Papier _Und seiner Silbermünzen unter 5 Frcs. bis auf 6 Frcs. aux den Kopf der Bevölkerung, wie auch die anderen Vertragsstaaten es gethan haben. _ Ferner hat der Stände- raihben Beschlüssen bes Nationalrathes bezüglich der Zoll- erhohixng und ichließlich auch mit großer Mehrheit in Be- treff des Banknbtenrekuries beigestimmt.

_ __ 21. Juni. Beide Räthe sind heute ohne Ansprache geichlosien worden.

Großbritannien u_nd Irland. London, 21. Jimi. (Al]g._ Corr.) Ihre ngftät die Königin kehrt heute in Begleitung der Frinzemm Beatrice und ihres Hoistaates von Balmoral nach W111d10r zUriick. _ Der Kriegs:Miiiister hat von Lord Chelmsford ein Telegramm, batirt Blood River, 31. Mai, 9 Uhr Morgens__ erhaltin, dem nachstehende Mittheilungen ent- nommen iind: _ Die Truppen an der Nordgrenze rücken am ]. Jurij ror. Pro- vixznt iii hinreichend vorhanden, aber die beschränkten Transport- mittel erlauben nur die Mitnahme von Vorrätben fiir einen Monat. Ngch der Ankunft in Jbabariango Werden die leeren Waggons zurück- Yandt.__Der Gesunxheitbzuitand der Truppen ist ein guter, Das eiter iii kalt und seu_c_ht. Ueber die Ansammlung einer Zulumackyf liegen keine zuverläsiigen Berichte vor. Zwei Schwadronen der_ Garde - Dragoner b_leiben _ in Conference His]. Die Lime nach Jbabanango ist auf vier Tagesmärsche rekognrs- zirt _ und als günstig befunden worden. Ich habe keine Botiibaft vom Zulukönig gehabt, aber General Crealock meldet, daß zwiseiner Offiziere bei Cetewayo gewesen sind. Sie berichten, der KÖULJ beabsichtigte, seinen Hauptunterbändler in das englische Lager zu ienden mit der Mittheilung, daß eine Streitmacbt bereit sei, um ihn (Crealock) anzugreifen, daß aber zu gleicher Zeit der König be- fohlen habe, nicht auf Weiße zu feuern. Dies wirft Zweifel auf die Miifion der früheren Abgesandten, aber 19 lange nicht des Königs eigene Abgesandte bei mir eintreffen, wäre es verfrüht, zu sagen, der König unterhandle in wirklich friedlicher Abficht. _ Ueber den _Tod des Prinzen Louis Napoléon bringen die „Daily News“ folgende Telegramme von ihrem Spezialkorrespondenten am Kap (Archibald Forbes): _ Ha ubt§uartier, Lager Zielezi, ]. Juni. Ich habe furchterliche ieuigkeiten zu melden. Prinz Napoléon rückte heute Morgen mit Kapitän Carey vom InteUigenz-Devartement und einer

: Eskorte Von sech weißen Freiwilligen von Beddingtons Corps acht

Meilen_ voraus, um den Play fur das nächste Lager zu skizziren. Nach einer kurzen Rast uriWeit dem Edutu Kraal, der für ver- lassen «alt, hatte der Prinz (o.ben den Befehl zum Wiederauisißen gegeben, als innerhalb 30 Ellen aus dem langen Grafe eine Salve auf die Eskorte abgefeuert wurde. Nicht ein einziger Zulu ixar sichtbar. Carey meldet, daß die Eskorte fich im Galoppe zer- streute, als die Salve abgefeuert wurde. Er und ein Mann der Eskorte ritten ihres Schutzes halber nach der etwa 200 Ellen enxfernten Schlucht, sie entkamen glücklich und es schloffen fich ihnen spater vier Mann der Eskorte an. Der Prinz und die anderen zwei wurden niemals wieder gesehen. Es blieb keine Alternative als der Glaube, daß der Prinz umgekommen sei. Sein Pferd sprengte reiterlos daher und schloß fich auf dem Rückweae der Begleitung Careys an. Der Prinz war stets äußerst waghalfig. Carey be-

kann deshalb nur auf Grund ines direkt gegenihn gerichteten Strafantragcs erfolgen. 1

“I

gegnete Buller und Wood mit einer Eskorte von drei Mann, die

. fich nacb demseiben Orte begeben wollten, und veranlaßte sie. zur

Umkehr, denn sonst würden sie wahrscheinlich ebenfalls Opfer des

Feindes geworden sein. Die ganze Kolonne ist äußerst betrübt über den traurigen Vorfall.

2. Juni. Sechs Mann von der Kavallerie des Generals Marshall gingen heute Morgen ab, um Prinz Napoléons Leiche auf- zusuchen. Sie fanden dieselbe in Donga, 150 Ellen von dem Kraal entfernt. Sie lag gänzlich entblößt auf dem Rücken. Eine Kugel: wunde war nicht vorhanden, aber man zählte 18 Stichwunden. Zwei Asiegaistiche hatten den Körper von der Brust nach dem Rücken dzixcb- bohrk, zwei die Hüfte verleyt und einer das rechte Auge zeritort. Den Hals umschloß eine Kette mit einem Medaillob. Das Gesicht trug einen ruhigen Ausdruck. Er hatte augebscheinlicb erfolglos ver- sucht sein Pferd zu besteigen, dann muß er langs des Fußpfadeßnaeb Donga gelaufen sein, wo seine Leiche gefunden_ wurde. In, 1eir_ier Nähe lagen zwei Reiter, beide erstochen. Die LCLÖL wurde, in eme Kafferndecke gebüÜt, nach dem Lager gebracht, und_um_ 5Ubr wurden die Ueberresie in (Gegenrvart der ganzen Division in einer Ambulanz unter enispreébender Eskorte nacb Capetown gesandt, um von dort nach England befördert zu Werden.

Aus Simla _wird dem Bureau 20. d. M, telegraphirt: _ _ _ _

Der Emir Jakub Khan hat in Uebereinstimmung _mit den Friedensbedingungen eine Prok1amat1 _o_ n erlgisen, welche beständige Freundschaft und Frieden_ zwmchen Night]: nistan und der britiicheri Regierung verkündigt. Auch hat er eine allaemeine Amnestie Proklamirt, derzizfolge aÜe afghci- nischen Unterthemen, die während des Krieges mit der_bri: tischen Regierung _in Verkehr gestanden _haben, von Bestraiung oder Behekligung irgend welcher Art beireit sind.

Frankreich. Paris, 22. Jimi. Das heutige „Jour- nal officiel“ veröffentlicht das folgende (Heseß. Daffelbe ist datirt vom 21. Juni und lautet: _

Einziger Artikel: Der Artikel 9 des kbiistitutioiieüen Ge: seßes vom 25. Februar 1875 ist abgeschafft. Das__gege1_i: wärtige Gesetz, berathen und angenommen von der Anemblee nationale, wird als Staatsgeseß ausgefiihrt werben.

_ (RSP. fr.) Die bonapartistischen J__0_urn_a[e haben gestern die nachstehende Erklär11_71g veroffentlicht: „Die Senatoren Und Deputirten der BErUsUnJ 011 das Vo_lk haben sich heute versammelt. Wie bei auch ihr Schmerz sein mag, so haben sie doch die becht, vor dem iniide _zri bezeii: gen, das;, wen11 ber Kaiserliche Prinz auch tobt ist, 1e111e “_Sache ihn Überlebe. Die Erbfolge der Napoleone _ist_n1cht erloicheii. Als Vertreterin eines unvergänglichen Prinzips bieibt die imperialisiische Partei aufrecht, fest verbunden, tren und er: geben. Das Kaiserreich Wird leben.“_

_ 22. Juni. (W. T. V.) Bei der heiiie stattgehabtexi Wahk eines Senators fiir Corsicg hat keiner der aui- gestebten Kandidaten die absoliite Maiorität der abgegebenen Stimmen erhalten, es ist vielmehr eine engere Wahl eriorder: [ich zwischen dem ehemaligen Pelize1-Viäfekten Unter dem Kaiserreiche, Vietri, dem Republikaner Tommaii und dern der konstitutioneklen Partei angehörenden Herzog m_)n Praslin. _

_ 22. Juni, Abends. (W. T. B.) Der irüherePolizei- priifekt Pietri ist bei der in Ajacmo stattgehabten engeren Wahl zum Senator gewählt worden,

Versailles, 21.JUni. (W.T.B.) Tie “_Deputirxen: kammer hat heute dieBerathung des Fe_rrh'1chen (Heieß- entwurfs iiber den höherenUnterr1cht ohne bemerkens- werthen Zwischenfal] fortgeießt. Der größte Theil _der bona- partistischen Deputirxen wohnte der Sitzung iiicht bei. _ Der Geießentwnrf, betreffend die Rückkehr der Kammern nach Paris, ist im Senate wie in der Depiitirtenxammer __von der Regierung vorgelegt worden. Demselben ziiiolge wurde die Ziiriickverlegung der Kammern nach Paris _am 3. Rz): vember erfolgen. Die Depiitirtenkammer wiirde im Palais Bourbon und der Senat im Palais Luxembourg tagen. _Jn jedem “(alle wiirden die Bureaux der Kammern_ durch einen gemeinJ'amen Beschluß den Sitz der Kammern zeitweilig nach einem anderen Orte verlegen können. Als Siß bestn: greffes soU Versailles beibehalten werden. Die Vorlage ipricht den Präsidenten des Senates urid der Deputirtenkammer _die Befugnis; zu, die Stärke und die Zusammeiiießrmg der mili- tärischen Macht zu bemessen, welche zum Schuße der Berathun: gen dienen sol]. -

Rumänien. Bukarest, 21. Juni. (W. T. B.) Der Senat genehmigte mit 39 gegen_ 3 Stimmen den Adreßent: wurf der Majorität; der Minoritiitsentwuri wurde mit 35 gegen 17 Stimmen abgelehnt.

Amerika. Washington, 21. Jimi. (_W_. T_ B.) Der Senat hat die Armeevorlagen init E1111ch1U8 des Artikels, welcher die Verwendung von Staatsgeldern zum Unterhalt und zur Beförderung von_Truppen _nach der_i Ab- stimmungsorten während der Wahlperiode unteriqgt, mit 23 ge en 19 Stimmen genehmigt. Alle ZU" der 23111 gesteüten A änderungsanträge waren von der Majoritat abgelehnt worden.

Afrika. Egypten. Aiexanbrien, 22. Jubi. (W, T. V.) Talaat Pascha hat 1ich in besonderer Misnon nach Konstantinopel begeben.

R e nt er unterm

Statistische Nachrichten.

Gemäß den VeröffentlichungM des Kaiserlichen GTZUlld“ heitßamts sind in der 24. Jahreswoche von je 1000 ; c- wobnern, auf den Jahresdurchickynitt berechnet, _ _als gestyrben emeldet: in Berlin 31,2, in Breslau 29,3, in KomngeF 35,0, in Zöln 23,4, in Frankfurt a. M. 20,1, in Hannover 20,1, in _affel 23,9, in Ykaadeburg 26,4 in Stettin 20,3, in Yltoncz 23,2, m Strafz- bur 26,7, in MünÖen 32,9, in Nürnberg “20,6, m Au shur? 45,9, in rcsden 23,5, in Leipzig 23,6, in Stuttgczrt 20,8, in rann chweig 27,5, in KarlSruhe 23,9, in amburg 26,8, in Wien 29,8, in Buba- Pest 46,4, in Prag 50,1, in Triest 27,2, in Basel 22,7, in Bruffel 25,1, in Paris 26,3, in Amsterdam 27,9, in Kopenhagen 21.9, in Stockholm 28,6, in Christiania 22,1, in St. Petersburg 39,0, in Warschau 18,0, in Odeffa 30,0, in Bukarest 21,8, in Rom _, in Turin 27,9, in Athen _, in Liffabon 23,0, in_ Lonbon 19,5, in GlaSJow 18,9, in Liverpool 22,8, in Dublin 40,8, in Edinburgh 21,9, in Alexandria (Egypten) 31,9. Ferner aus _frubereiz Wochen: in New-

ork 21,2, in hiladelphia 15,0, in St.Loins 7,9, in Chicago 13,5, in Yan Franzis 1) 14,7, in Calcutta 29,2, in Bombay 38,8 , iu Madras 34,1.

In den ersten Tagen der Berichtßwocbe herrschten an ben öst- lichen Stationen und in Berlin östliche, tn Cöln pordwestltebe, in Süddeutschland, in Bremen und Heiligenstadt westliche und in_drrest- liche Luftströmungen, die in Breslau na_ch Nyrdweit, in Munchen und Berlin nach Nordost giZJen. Um d_ie Mitte der Woche wehte an den östlichen Stationen ordwest, wahrend in Mittel:, _West- und Süddeutschland südliche Windrichtunßei) vorwaltetcn, die in der zweiten Wochenhälfte fast allgemein in i_vetlicbe imd sudwesilicbe, und zu Ende der Woche meist in nordwestliche umgtngen. Die Tempe- ratur der Luft, im All emeinen dem Monatöniittel entsprechend, überstieg dasselbe an me reren Stationen. Gewitter, von starken

Regengüffen begleitet, waren häufig. Ter Luftdruck stieg langsam, aber stetig.

Die Sterblickokeit hat im Vergleich zur vorhergegangenen Woche in den meisten größeren Städten abgenommen, nur in Berlin wurde sie dureh die bedeutend gesteigerte Säuglingssterblickpkeit größer. Die aUgemeine Sterblichkeiisv;rbältnißzakl für die deutschen Städte sank auf 27,0 (auf 1000 Bewohner und aufs Jahr berechnet). Auch die Gesammisterblichkeit des Säuglingsixlters erscheint in den deutschen Städten durch die so erheblich vermehrte Sterblichkeit dieser Alters- klaffe in Bcrlin, etwas erhöht, wiewohl sie in den meisten Städten eine kieinere war als in der Vorwoche. Von 10000 Lebenden star- ben aufs Jahr berecrnet Kinder unter 1 Jahr 102,0 gegen 98,8 der Vorwoche (in Berlin 158,6), _

Unter den Todeßursachen domimrten von den Infektionskrank- beiten Darmkatarrhe und Brecbdurcbfälle der Kinder, namentlixb in Berlin, während die meisten anderen JnfektionHkrankbeiten selteiier Warren. Die Masern zeigten in Hamburg, Straßburg, Karlsruhe keine Wesentliche Abnahme, in Paris, Budapest und London sogar eine Zunahme. Das Scharlachfieber erscheint in HambUrg und Rheydt bäiisiger. Diphtherische Affektionen wurden im AÜge- meinen seltener, in Berlin blieb die _ Zahk der Opfer die gleiche, in Wien Wurde sie e1Was größer als in der Vor- woche. Die Zahl der Todesfälle an Unterleibstyphus wurbe in München eine wenig größere. Fleckthphus und Riickfailsiieber kamen gleichfaüs seltener ror. Todesfäüe an Rüäfakisfieber wnrden aus beutsÖen Städten nur einer aus Danzig, an Flecktyvbus 4 (davon 3 aus Breslau, 1 aus Magdeburg) gemeldet. Aus Pest, Brüssel, LONDON, Warschau je 1, aus St. Petersburg 5. Darmkatarrbe der Kinder und Brechdnrcbiäüe forderten in Berlin 158 Opfer. In München, Bresbui, Königsberg, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg ist die Zibl kerielben eiwa3 kleiner, in Wien etwas größer als in der Vorwoche; web erreichte sie selbst in Berlin noch nieht die Höhe der entsprechenden Woche des Vorjahres. Der Keuchhusten trat wieder in Cöln intensiver auf. PockensierbefäUe erhielten fich in London auf gleicher Höhe mit der Vornwcbe. In Paris stieg die Zahl berielberi auf 25, in Warschau und Liffabon auf je 5, in Prag und Barcelona auf je 4. In Wien sank fie auf 4, in Budapest auf 7, in St. Peteerurq auf 26, in Odessa auf 2. Aus Schwerin i./M., Rakibbr und Zittau Werden je 1 Blaitetniobcsfaü gemeldet.

_ Summariscbe Uebersicht Über die Zahk ber Stadirend'n auf der Königlichen Georg -_AugUit§- Universität zii Göitingen im Symmer-Semciter 1879. Im vorigen Semester iini: immatrikuliri gekresen (990 _+ 7 :) 997, davon smd abgegangen 299, es siiid demnach Jeblieben 698, bierzu siiid in diesem Semester gekommen 353; die Geiammizahbber im natrikulirten Stiikireiiben beträgt dabei“ 1051. Die evangelUck)“ theologische Fakultär zählt: Preußen 92, Nichtbreußen 28, zusa_m- MM 120. Die iiiristiicbeFaknkiät zählt: Preußen 1.95, Nichibrenizen 77, zusammen 272. Die medizinische Fakultät zkzhlt: Preußen __104, Richtpreußen 37, zusammen 141. Die pbilosophiicbe Fakultat zabli_: 3. Preußen mit dem Zeugnik: der Reife 382, b. Preußen ohne Zeggniß der Reife nach §. 36 des Reglements vom 4. Juni 1834 32, iomit Preußen 414, «.Nicbtrreußen 104, zusammen 518. Im GQNJLU 1051. AUßer ben immatrikulirien Studirenden besuchen die hiesige Univer- sität als mir zum Hören dcr Vorleiungen berechtigt 1, eirizelne Vor- lesungen besuchen außerdem noch 11. Es nehmen mithin an den Vorlesungen Überhaupt Thcik 1063.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Jm Verlage ron Alerius Kießling hier find soeben er- schienen: Kießlings Spezialkariexon Biickow und Um- gegend, sogen. Märkische Schweiz, Mit Angabe der Hanbt- und Nebentouren, im Maßstab von 1 : 12 000, und Kießlings Spezialkarte von Erkner und den Rübersdorfer Kalk- bergen, im Maßstab von 1 : 25000. Beide Karten find von Th. Delius entworfen und gestochen, in sauberem Farbendruck aussefübrt und kosten kartonnirt eine jede 50 „3. Die Karten find zur Orienti- rung auf der Wanderung durch die Umgegend von Buckow und Rüderödorf-Wobl geeimet. _

St. Petersburg, 21. Juni. Der fünfte archäologische Kongreß wird im September des Jahres 1881 m_Tiflis ab- gehalten werden Und der Erforschung der a_lten_Denk_ma[er gewrdmet icin. Die Außarbeiiung des Programme; 113er einem im Januar 1880 in Moskau zUsammeniretenden Comité übertragen.

Land- und Forstwirthschaft.

Der Vorstand des landwirtbscbafilicben Centralvereins für den Regierungsbezirk Potsdam veranstaltet in der zrrieitexi Hälfte des Septembers d. J. in Wriezen a. O. eine Kartoffelleae- und Erntemaschinen-Konkurre_nz. Zur Konkurrenz kommen: 1. Kartoffellegemaickzinen. a. MaWinem, welche nur die Stellen an- geben, an welcbe Kartoffeln gelegt werden sollen, _b,_5)„1?ascbinen, Welch: die Kartoffeln selbstibätig in gleiche Tiefe und i_nbelicbige gleiche Entfernung in dieReihenle-zen. 11. Kartoffelerntemasckymexi. a. Kartoffelroderflüge, welche nur den Boden aufwerfen und dabei die Kartoffeln freilegen, 1). Maschinen, welehe die Kartoffeln aus dern Boden beben Und_die- selben von Boden und Kraut getrennt, aus dem Acker _ausbreiten, daß sie nur aufgesammelt zu werden brauchen, 6. Mgschiner], Welche die Kartoffeln selbstihätig einsammeln. Die Praktiken bestehen in 10 Geldpreiieii von 50-1200 «.__in Symma 3300 „16. unb_Ebren- diplomen. Die Anmeldungen müiien spatestens bis 1. Auguit d. I. bei dem Oekonomie-Rath 1)r. Freiherrn von Canstein, Berlitz ZW., Gneisenaufirafze 100, erfolgen, welcher auf Erforderr; _1ederzeit Pro- gramme übersenden wird. Jeder Konburrent muß 1eine Maschine auf eiaene Kosten Bahnhof Wriezen liefern und event. die Kosten des Rücktransports tragen. Den Transport U(Lck) und von den Ver- suchsfeldern, sowie die Gestellung ber erforderliiben Gespanne besorgt der Lokalwerein Wriezen.

New-York,15.Juni. (?lÜgCor'i.) Die landwirthschaft- lieben AuSWeise ergaben die Verxrößerung des mri Baunxwvlle bepflanzten Areals im Vergleich mit dem Jahre 1878_aus etrrzas über 2%. Der durchschnittliche Stand der Saaten_ tit 96, wah- rend er im vorigen Jahre 99 war. Im Allgemeiner! ist der Zustan_d der Felder ein guter, aber um ca._14_ Tage zuruck. Derr Jum- AuSweisen zufolge ist der durcbschmtilixe Stand des Winter- weizens 90, gegen 98 im _ vbrigen Jahre. _ An der Pacific - Küste wird der Durcbichnitt redeiztend_ uberstiegen. Das Areal des gefäeten Frühjahrsweiienß zeigt eine Vergroße- rung von ca. 4% g-men 1878. Die californiscben Austise geben eine unahme von über 10% an, in Oregon ist der _lachenraum 1% [einer. Der Stand des Frühjahrsweizcns ist unge ahr der des Winterweizens, und zwar bewegt sich derselbe in aUen Staaten unter dem Durchschnitt der Territorien. Der Weizenanbag hat sich nach Westen zu schneller ausgedehnt, als ihm die statistischen Unter- suchungen zu folgen vermochten.

Genterbe und Handel.

Am Sonnabend Vormittag 11 Uhr Wurde auf Tivoii bierselbst die internationale Ausstellung v_on Erzeugnissen der Müllerei feierlich eröffnet. Nachdem ein Musikcorps den Choral „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ intonirt hqitx, bestieg der Vorfiyende des Verbandes, H. v. *9. Wyn, aert die_§T_Zribnne und_ hieß zunächst die Gäste, unter denen sia) _die _ taats-Mmister 0x.Frre_den- jhal und Maybarb, sowie der Ministerial-Direktor Or. Jacobi be- fanden, willkommen. Der Festredner entwarf _dann ein a_n- schaulicbes Bild von der Großartigkeit des Mullergewerbes in Deutschland; er führte aus. weshalb der Verband, nachdem erst 1876 in Nürnberg eine Fachausstellung stattgefunden, sick) ent- schloffen habe, schon jeyt wieder eine “Yusstelluzig ins Werk zu seyeri ; er dankte den beiden anwesenden Ministern fur_ die Bereitwiuigkeit und das Entgegenkommen, das die Ausstellung bet den Staatsbebörden gefunden, und schloß mit einem Hoch auf Se. Majestat

den Kaiser, dem es speziell zu verdanken sei, daß man

die' Aussteüiirg hier das Horb stimmte die Mufikcorps spielte die Nationalhymne. Minister 1)r. Friedenthal das Wort, um dem Vorredner für die warme patriotische Ansvracbe zu danken; die Hohen- zol1ern hätten es immer für eine ihrer höchsten Aufgäben gehalten, die friedlichen wirthiebaftlicben Bestrebungen zu fördern; als ver- heißungsvoUes Symptom '.ür dic Aussteüung möge ex gelten, kai“; ber Haiidels- und der Landwirthsä;aits-Minister der Eröffnung bei- WOhntcn. Der Z.skinister schloß ieirie Rede mit einem Hoch auf die Leiter und Veranstalter der Ausstellung und a e Gewerbsxieboiien. Die Gäste nahmen hierauf, geführt von dem Vori'tande, die einzelnen Abtheilungen der Aasstellung in Augensäoein. Güstrow, 23. Juni. (W. T. B.) Wollmarkt. Abgefahren sind 14 000,0)eniner. Bei darchickxiiittlick) 5279 ichwercrer Wolle wurden die OOLjäHliZM Preise behxupiet. Verkauft warden ca. zwei Driitel an Kämmer, Fabrikaiiien und Hänkler. Verkehrs-Anftalten.

London, 21. Juni. (W. T. B.) Die Mehrheit der Tarif- kommissiori der internationalen Telegraphenkonferenz hat Den Antrag auf Einführung eines gxcichartigen Telegrapheniariis für ganz Europa abgelebnr.

Soutbainptbn, 21. Juni. (W. T. B.) Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd .Bra11nschxreig“ ist bieé eiiigetroffen.

New-York, 21. Juni. (W. T. B.) Der Dampfer des Norddeutschen Llobd „Weicr“ isi ireuie bier eiiigeirbffeb.

in Berlin habe erbffnen können. In Versammlung begeiitert ein, und das Hierauf nahm der Staats-

Verlin, ben 23. Juni 1879.

Astrophysikalisches Observatorium z'ii Pots?) „3:1. Veribaltiitigsbericht der Direktion fiir das Etatsjahr 18789 11115 Arbeitsbericht fiir das Jahr 1878.

(3-1 rezer. 5292 L*. 1.)

Berlin, den 13. Mai 1879.

Ew. ExeeUenz beehren Wir mis im Folgenden den vor: gxichriebetien Verwaitimgs: 1111521rbeiisbericht des Königlichen Obserbatoriimis iiir Ws abgejaiiieiie Jahr gaiiz ergebeiisi ZU erstatteii.

]. Stand des Babes.

Jm Verwaltitngsjahre 18789 ist 'der Van bes Haiiyt: gebiiiides im Aeiißeren W[lendet worden, bis _aiif Die drei Drehknppeln, welche ebeiifaUs aiiigesiellt iind, an denen aber noch die Verschlüsse ber BLOÖÜCÜTUUJZ: diirchiéhiiitte unvollendet sind, Und die Holzvorbanten iiir meteorologische Zwecke. Der innere Ausbau ist gleichfalls im Ganzen und Großen rbileiidet, mit Arisnahme der Räume in den drei Tbiirmgebiiiibeii ber Siibfront. Einige Boden- räunie sind zur interimistiichen Einrichtimg eines Laboratoriiims und zur vorläufigen Aufstellnng der Bibliothek am Anfang des Jahres in BLUUHUUJ genommen, alsdann am 1. Oktober die KasteUaiiwohnung, im Berlaiif ber beidem [LHtEU Monate endlich die Laboratorien und einige der Beamtenarbeitszimmer im Hanptgeschofz ibivie die Räume des Uiitergeschoffes fiir Laboratoriums: und mechanische Zwecke. _

ZU den astronomischeii Yesbachtuiigeii haben_ _noch die Jiiterimslokale gebien_t und imd zu dreiem BLHUs in ihrem friiheren Stande belasieii worden; behins Ausfübrimg _helio- graphischer Experimente hat em_Umbau des 1874 aui dem Griindftück errichteten interimistiichen magnetmchen Hänschens stattgefiiiiden.

11. Instrumentelle :e. Ausriistiing.

Das Stativ des großen Nefraktors ist von den Herren A. Repiold & Söhne im verlaufenen Jghre vollendet, ]edoch bis Schluß desselben noch nicht abgelieiert worden, weil die Verzögerung in der Fertigstellung _der großen Kuppel__eine AufsteÜimg des Instruments 110ch_111cht gestattete u1_1d baiielbe bis dahiii aiif nicht ibbhl anderweitig imObfervaioriiim unter: gebracht werden konnte. __ __ _

Fiir bas lthe zum ersten Azisriiitungsxlane gehorige optische HaUpt:Jtistrument des_Ob1erbat_ori1ims, dcn Helib- graphen, sind sämmtliche _0pti1chen Theile von dem 16.59. Schröder in Hamburg angefertigt iind11n_verg_angenenSommer ziir Priifung eingeliefert, nach deren beiriedigendem Absch1uß sie an ekauft worden siiid. __ _ _

2 us den Mitteln der laufenden Perwalbmg 1i_iid_außer kleineren Znstrumentenstiicken rind Hiilisapparaten bie iolgen- den größeren Jnstrxiitiente angeschafft: eiii Kometensuckxr bon 0,076 m Oeffniing; ein 5zö11iger Spiegelkreis von PMW) U. Martins; ein 3,1, Sek.:Pendeliihr von Tiebe; eiii großer Spektralapparat mit Registriroorrichtung von Hilger in London; ein kleines SternSpekiroskop von Schmidt u._.§)iiiisch; ein Meßapparat fiir Sonnenphotographien von 581601: ll. Martins; ein asiatisches SpiegebGalvanometer von Siemens U. Halske; eine Vräzisionswaage VOU Bunge iii Hamburg.

Da die wissenschaftlichen Arbeiten noch nicht im vollen beabsichtigten imb etatsmäßig vorgesehenen Umfange haben betrieben werden können, sind von den_ dafür aiisgeießten Fonds noch ansehnliche Beträge iibrig geblieben, welche es er: möglicht haben, einmalige aiißerorbentliche Aufwendungen fiir die chemischen und photographi1chen Laboratorien, sowie fiir die Werkstätte, durch Beschaffrmg eiiier reichlichen Ausrüstung mit Chemikalien, Geräthen und Werkzeugen, aus laufenden Mitteln zu mr_ichcn. 21116 Mitteln des ersten Ausrüstungsfonds ist fiir die Werkstarte eine Drehbank angescha t worden. Es ist uns ferner moglich geworden, der Bescha ung starker Apparate__ zur Erzeugnng elektrischer Ströme ans laufenden Mitteln naher_ zu treten, nachdem die schnel1en Fortschritte in der Konstruktion der zu solchem Zwecke dienenden magnetischen und dynamo-elektmschen Mas inen, welche in den letzten Jahren geniacht sm_d, _und die g eichzeitige vielfache Einfiihrung derselben 111 physikalische Laboratorien die Erwerbung solcher _Ma1chinen (iir bas Odier: vatorium zu einem kaum noch i_ibweisbaren Bedürfnis; gemacht hatte. Wir haben zunächst eine starke Gasmafchine__(von 6 Pferdekriiften) in BestelXung gegeben, welche zum iichern Betriebe zweier Siemensschen Lichtmaschinen mittlerer Stiirke verwendet werden kann. Durch besondere Versuche ist zuvor festgestellt worden, daß das in der Gasanftali des Observq: toriums erzeugte Fettgas zum Betriebe der, bislang nur mit Kohlengas bedienten, (Hasniaschinen mit Sicherheit verwendbar ist. Für die Aufstellung der Maschine bieten die Souterrains des auptgebäudcs geeignete Räumlichkeiten dar.

ie Bibliothek des Observatoriums ist bis zum Schluß des Verwaltungsjahres auf 664 Accessionsnummern (ca. 1600 Bände) gewachsen. Hauptsächlich ist das Augenmerk bislang auf die Erwerbung der ältern fiir_das Obser- vatorium wichtigen Literatur und von einschlagenden' Reihenwerken gerichtet worden. Ein Austa_usch _neuer Druck- schriften mit anderen Instituten hat noch nicht ein eleitet mer-

den können, weil die Fertigsteüung des ersten andes ber