1879 / 146 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 25 Jun 1879 18:00:01 GMT) scan diff

_ Nr. 11 des „Archivs für Post und Telegravbie', Vei- heft zum Amtsblatt der Deatschen Reirbs-Post- und Telegrapben- verwaltung, enthält: Aktenstücke und Außäße: Der Weihnachtspost- verkehr des Jahres 1878. - Der Telegraph im Feuer. _ Das Tele- grapbenwesen in Griech2n1a1„d._ Die Gotthardbahn._Kleine Mit- ibetlungen: Postbertcbte aus der Zeit des heili en römischen Reiches. _ Anwendung des H.liograpben in neuerer eit. _ Schnelligkeit der Zetcbenaebuna mittels des Typendruckapparaies von Hughes. _ Zeitschriften-Ueberschau.

_ Die Nr. 43 des“ „Amtsblatts der deutschen Reichs-

Post- und Telegraphenverwaltung" enxbält eine Verfügung vom 19. Juni 1879, die Angabe neuer Wech1elsiempe1marken und gestempelter Wech1elvordruckblätter betreffend. _ _ Nr. 11 des „Marine-Verordnungs-Blattes' hat folgenden Inhalt: Siärkeravrort S. M. Schiffe 2c. _ Vermei- dun_g Montevideos als Briesaufaabeort. _ Bekösti-una der Lazaretb- ebulfen. _ EquipirungSrorschüffe. _ AUSrüstunJSeiat für Schiffs- azaretbe. _ Jnstanzenweg für die Angelegenheiten des militärischen Personals der Werften und Depots. _ analtßverzeicbniß der Schiffsbücherkisten. _ analtélverzeicbniß der Schiffsbücherkisten. _ Aenderung der messmqenen Wischsiöcke U./71. _ Personalverände- rungen. _ Benachrichtigungen.

Statistische Nachrichten.

In dem 4. Hesi 1878 der „Zeitschrift des Königlich bayerischem statistischen_Bureaus (München, Adolf 2111er- mann, vormals E. A. Fleiicbmavns Buchhandlung) veröffentlicht Dr.CJerrgMaber Beiträge zur Statistik der Gemeinde- besteuerung in Bayern 1876, die ficb an die entsprechende, von dem Geb. RegierunaS-Raib Herfurth in der „Zeitschrift des König- lich preußischen statistischen Bureauß“, Jahrg. 1878, Heft]., ver- öffewtlich'en Arbeit anschließen. Während in Preußen ein sehr korn- plizirtes Systrm direkter und indirekter Kommunalbestcuerung herrscht, ist daffclbe in Barrrn _ abgesebrn von den unmittelbaren Städten _ ein einfacher, direktes, Zuschlag zur Staatssteuer. Der in dem erwähnten Heft enthaltene erste Artikel betrifft nur die direkten Gemeindc- und DistriktSrimlagen; die Kreis- umla en sind einem zweiten Artikel vorbehalten wvrden.

s wrirden hiernach im Königreich Bayern im Jabre 1876 bei 15921603 «16. SteUer-Prinziralsummen (direke Siaatésteuern [*:ÜÖ Abzug der Einkommensteuer) 4483 570 574 oder 28,16% Distrikts- umlagen erhoben. Für die Gemeindeumlagen betrugen die Steuer- Prinzipalsummen (die direkten Skaatxsteuern) in sämmtlicbsn Ge- meinden 17 926917 514, in denjenigen Gemeinden, welcbe Umlagen erheben, 16308595 .44, und die erhobenen Gemrindexmlagen 11297916 514 oder 63,02 bezw. 69,27'-'/.-, der Prinzivawmnme. Cs jrafen auf den Köpf der Vérélkerung 0,81 „14 Distriktßumlagen und 2,58 516 (bei Veiückstcbtigung drrjenigen Grmeinden, welche Um- lagen erheben 2,82 514) (Gemeindeumlagen, zusammeu 3,39 ..“. 2321 den unmittelbarenStädtkn (wclche keine Distriktsumlagen zahlen), stellen fick) die Gimrindeumlaapn auf 64,35 (Schwaben) bis 80,47% (Mittelfranken) der SUMO'UULL', 2,26 514 (Niedsrbarxern) bis 4,81 ..“: (Oberbayern) pro Kopf dcr Bevö_1kerung. In den Bezirksämtern sie!].n sicb die DistriktMngcn aus 15,600/0(Schw11ben) bi_s 50,36'70 (Pfalz) der Prinzipalsnmme, dis Eemeindeumlagsn aus 50.809/0 (Schwaben) bis 141,78*«'/0 (Pfalz) der Staaixsteucrn, 1,96 514 (Ober- franken) bis 4,47 .“ (Pfalz) pro Kobf der Bevölkerung. __

Jm Köxiigreicb Barern waren (von 7296 Gemeinden) 739 Ce- meinden mit 389116 Einwohnern Und 1660 259 „X_Staatssieuer, welcbe gar keine Gemeindeumlagew aufbrachien; 180 mit 97 879 Ein- wobwern und 446 283 „M Staatssteuer brachen 1-100/0 der direkten Siaaisféeuern auf, 435 11-20, 667 21-30, 699 31-40, 722 41-500/0 11. s. 111. auf, 598 101-125, 405 126-150, 293 151- 175, 223176-200, 262 201-250, 137 251-300, 69 301-350, 45 351-400, 18 401-450, 17 451-5000/0 und 22 501% und darüber. _

Jm Gebiete diiffeits des Rbrin§ 112111111 fick) die Verhältnisse für die Gemeinden günstiger; hier find (von 6600 Gemeinden) 724 (373 954 Einwohner) obne Gemeindeumlagen, 170 (82 907 Einw.) mit 1-10 0/0 der direkten Staatsstewern, 421 (193 299 Einw.) 11_200/.1 U. 1". w., 530 101_125*'/'._1, 345 126-150 0/9, 240 151-1750/0, 172 176-2000/0, 159 201-2500/., 68 251-3000/0, 33 301_350(',*(, 23 351-4000/0, 6 401-4500/0, 6 4151-5009/0, und 9 501 % urid darüber.

Die SoUeinnabmen “cer dem nächsten Heft vorbehaltenen Kreis- umlagen 1876 betrug 55133 851 ..ck, die wirkliche Einnahme 5479 404 .le (die Rückstände 16 045 W. die Nacbläffe 17 937 574). Die SoUc-innabme steUt sich für die einzelnen Kreise auf 20,6 (Unter- franken) bis 46,5 '*'/„., (Pfalz) der Staatssteuerri.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Jm Verlage vpn L. Fricderich18n& C0. in_ Hamburg smd soeben erschienen: Verträge und Uebereinkünste des Deutschen Reichs mit den Samoa-Jnseln und anderen unabhän- gigen Jnielaruppen der Südsee, nebst Ucberficbixkarten, er- läuternder Derkscbrift mik begleitendcm Aktemtücken 123 Außwärtigen Amis, Berichten und Aeußerungen deutscher, engliscber und ameri- kanischer Autoritätrn Über die Bedeutung der Südsee-Jnseln für den Weijandel. Tem BundeSratb und dem Reichstag im Mai/Juni 1879 rorgeleai. Mit Genehmigung des Auswärtigen Amts bérauZ- gegeben. _ Dxr Preis diescr Schrift beträgt 12 «14

- Profenor Dr. Hermann Fitting zu HaUr, dessen Lebr- 1'111'1) kes ReichL-Civilprozeffes in wenigen Monaten drei Auflagen erlebte, bat unier_dem Tite1„zur Einführung in die Reichs- GerichtSverfa1sung und den Reichs-Civilprozeß“ im Verlage von J. Eustentag (D. CoUin) bierjelbst fünf Vorträge im Drucke erscheinen [offen, Wc1che derselbe im März und April d. J. in Altenbnrg auf Veranlaffuna der doriigen Herzoglicbrn Regierung gehalten hat. Diese Qkorträge erscheinen. wie der Verfaffer im Voriwrte miitbeili, im Drucke auf den Wun1ch des dortigen Zu- börerkreises, welchcr fie 111 dieser dauernden Gestalt zu befi en wünschte. Diesen Wunsch glaubte der Verfasser um so eber erfü en zu müffen, als ibm „von berufenster Seite: die Ansicht außgesprocben worden sei, daß die Vortrage wol)! aucb _fur die praktischen Juristen anderer deutscher, namentlich gemetnrecbtlicber Gebirte zur leichteren Einführung in die neue GerichtSvrrfaffung und den neuen Civil- prozef; von Nuxzen sein könnten. _ _

Ju Zormat und Ausstattung schließt fick) 'die Schrift dem von dem Ver asser berausxegebenen Lebrbuche des Cwilprozeffes an und bildet so eine Ergänzung desselben. _ Der Preis des vorliegenden Buches beträgt 2 «M _

Madrid, 19. Juni. Vor einer außerlxseneiz Veriammlung erschien am 15. d. M. der Unicr-Staatswkreiar im Finanz- Ministerium, Ton Fernando Cos-Gayon, um in der König- lichen Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften den Sitz einzunehmen, der durcb den Tod des Schriftstellers Don Fernau Cabaüero erledigt war. Den Vorsiß bei diesem feierlichen Akt batte Se. Ma'estät der König selbst _über- nommen. Die Rede, welcbe der neue kademiker vorschriftßmaßig zu halten hat, behandekte einen Gegenstand von großem Interesse, nämlich die Frage der Strafvollstreckung. Der Vortrag_des Hrn. Cos-Gayon, der von einem gründlichen Studium Zeugnis; ablegte, lieferte ein reickbaltiges Material auch für Diejenigen, welche nicht in a11en Stüci'cn einer Meinung mit dem Vorxrageuden sind. Die übliche Beantwortung im Namen der Akademie war dem Akademiker Don Alonso Martinez übertragen. Die Ceremynie schloß mit einer kurzen anregenden Ansprache des Königs im Sinne fried- licher Entwickelung.

Land- und Forstwirthschaft.

Auf Grund der Erbebun en des statistischen Bureaus für Böhmen über die (Ergebnis?

e der animalischen Erzeug- _

nis s e (Milch, Molkereiprodukte, Honig, Wach und Schafwolle) für das Jahr 1878 bezifferte sich der in Böhmen von den Kühen erzielte Milchertrag auf 874017 650 1, d. i. bei einem Stande von 882 972 Küben 990 ] 1721: Stück im Landesdurcbschnitt. Von der kubwarmen Milch wurden 480 529 300 1 und von der abgerabmten 216 800800 1, zusammen daber 6973301001 Kuhmilch überhaupt zum direkten Konsum verwendet, das übrige Milchquantum diente zur Vutter-, beziehungsweise Käsebeteitung. In den der Landeshauptstadt nahe gelegenen Distrikten wird die Kuhmilch meistentbeils zum direkten Konsum belassen und findct als solche namentlich in Prag und den Vorstädten lobnenden Absatz. Aehnlicbe Verhältnisse finden fich auch vor in Gegenden mit größeren Städten und Jndustrieorten. Der von den Ziegen erzielte Milcbertrag ergab im Ganzen 601802901 oder im Landesdurchscbnitt bei einem Stande von 194273 Melkziegen 310 1 per Stärk. Etwa 54 757 000 1 der vermolkenen Ziogenmilcb wurden dem direkten Konsum und das übrige Quantum der Erzeugung von Ziegenkäse zugeführt. Der numerische Stand der Ziegen hat sich wäh- rend der letzten Jahre ziemlich gehoben, besonders in den höher gelegenen bergigen Distrikten des Landes. Der Ziegenkäsedaaegen, der in früheren Jahren einen wichtigen HandelSartikel einiger Gegenden Böbmrns bildete, ist neurrer Zeit in seiner Produktion bedeutend eingeschränkt worden und wird nunmehr die Ziegenmilch meist direkt und zrvar entrveder für fich oder mit Kuhmilch gemengt konsumirt. Jm Vcr- bältniß zur Gesammtbevölkerung des Landxs stellt 64) der Konsum von kubwarmer Milch auf 93 1, an abgerabmter auf 42 1, zusammen daher auf 135 1 Kubmilck) per Kopf und Jahr heraus, und wenn man das zum unmittelbaren Konsum verfügbare Quantum von Zieaenmilcb binzufügt, so berechnet sich die Konsumtionsquote (111 Milch Überhaupt auf ca. 146 1 per Kopf u11d Jabr im LandesdurchschnitQ Da? Erzrugniß an B utter in Böbmen beziffert fich auf 13 800 000 11,9 , wovon etwa 10 300000 kg auf frische und gesalzene und 3 500 010 kg auf außaelaffene Butter (Rindscbmalz) verwendet wurden. Da im [eßtkren Faüe, nämlich bei der Schmalzbereitung, der Gswiebtsverlusi im Durcbxcbnitt mit ctwa 200/9 veranschlagt Werden kann, so ergiebt M) aus der zur Schmalxerzeugung vernoendeten Butter ein Ausbeute- quantum von _ca. 2800 000 kJ Rindschmalz. Was die aanze erzeugte Buttermenze im Verhältnis; zur Gesammtbevölkerung Böhmens an- belangt, so treffen im großen Durchschnitt pr. Kopf und Jahr 2 bis 3 119 Butter. An Käse überhaupt (d. i. al1e Käsearten zusammen- genommen, auch mit Einschluß von Ziegenkäse) wurden 11280000 11,2 erzeugt und entfallen von diesem Gesammt- quantum im Landesdurcbschniit über 2 kg pro Kopf und Fahr. _ Der Ertrag an H onig bclief ficb im Jahre 1878 auf 632 300 kg, (111 Wacb§_a11f 58 900 111; und jener an Wolle auf 1271300 kg. Was vorertt die _Bienenzucbt in Böbwen betrifft, so wird derselben izeuerer Zcit größere Aufmerksamkeit zugeweridet. Trotz des Um- rtandes, daß für die Honiqsawsbcute nicht hinreichende NbsaZJueÜrn vorhanden 11115 und sowobl dcr Honig durch den bi11igen Zucker (aucb Traubsn- __rejp. Stärkezucker), sowie durch die Konkurrenz drs ungar11chen und Wlniscben Honigs im Preise gedrückt wird, als «111113 drm Wachs das Erdwackys Und besonders Pflanzsnivach; groys Konkurrenz _macben und denen Preis ebenfakis bsrabsexxen, bieten die einbeimiikben Birnenznckotwereine und Private Bienrnfreuxide 211125 auf, um Die Bienenzrcjxt Böbmexxs nicht nur zu erhalten, son- dcrn noch zu einem größeren Aufschwung zu bringen. Hierbei sei bemerkt, das; in leyter Zeit auch Vcrsucbe gemacht wurdrn, Honig- Mine zu Krzeugen und so die inländische Honigausbeute industriell 311 verwertben. Was die (“311111111511 betrifft, so ist dieselbe nament- lich in Folge der reduzirten Weideflächen in Böhmer) bedeutend ein- gexcbränkt worden,

_ Die Errichtung eines Herdbuches für die Schweiz ist gesichert. Die Direktion des Innern des Kantons Bern bat an die Regierungs-Siattbalter in dieser Angelegenheit unterm 30. Mai d. J. folgendes Schre1ben_gerichtet:

_ „Seit Jahren ]cbon ist von eins1chtigen Viebzücbtern die Ein- fiibrung eines Herdbucbes oder Stammregisters für Rindvieb verlangt worden, da es uwbxstriiiene TbatsaäZe ist, daß diese Einrichtung eines amtlichen Nachweiies über die Abstammung der im Herdbuch ver- zeichneten Thiere in beiden (Geschlechtern nicht nur der Hebung der Viehzucht sebr fördxrliéb, sondern auch für den Käufer sowvbl als für den Züchirr gleich nüßlicb 111. Das Herdbucb bildet die Sicher- heit für den Käufer_und erhöht so den Werth und den Preis des ei11- geschriebenen, gleich1am legitimirtsn Thieres Wesentlich. Wie Sie aus der Beilage er1ebyn wollen, ist die Ein- und Durchführung des Schweizeriswen Herdbucbes glücklich gesichert. Es bleibt nun- mehr Sache der Eigentbiimer von reinen Raffe - Thieren und lkgt in ihrem wvblverstandenen J.:iereffe, recht- zeitig 1111“: in vollem Umfange davon Gebrauch zu machen. Ueberzeugi, daß S1“, Herr RegierU11gs-Stattbalter, den NuHen dieser Einrichtung zu würdigen wiffen, ersuche ich Sie, den tüchtigitcn Vieb- zücbtern Jbres Amtsbezirks je ein Excmplar der Brilage zuzusteUen und dieselben anzuspornen, die Anmeldung ibrer Thiere znr Auf- nahme in das Herdbucb bis zum 15. August nächstbin ja nicbt 511 versäumen; namentlich ist es ratbsam, dies auch in Betreff männ- licher ZurbUbierx zu thun. Zur Erleichierung für die Betreffenden onen Sie die 1chriftlich zu erfolgenden Anmeldungen zu bierseitiqen Handen entgegennehmen. Als besonders wirksames Mitt.:l zur För- derung der Angelegenbeit möchte ich Jlxnen empfehlen, Versamm- lungen von Viebzüchtern zu veranstalten, in welchen der Zweck und Vortheil des neuen Herdbucbes eingehend besprochen und das Seitens des Züchters zu beobachtende Verfahren erläuicrt wird. Bei diesem Anlaß wäre dann auch auf die vom Vicbenspekior zu beanspruchende Taxe iür AuHsteUung der Bcscbeiniqung aufmerksam zu machen, wie fie in der Jnstrutiion über die Obliegenheiten und 1ck*ebübren der Vieb-Jnßpektoren vom 7. Wintermonat 1868 regulirt isi.“

Gewerbe und Handel.

_Drm Uns vorliegenden Jabresbericbt der Oberlausißer E i] e11bab11 für das Jahr 1878 entnehmen wir Folgendes: Die Oberlausitzer Eiimbabn ist laut Beschluß der außerordentlicbrn Ge- neralversamml_ung vom 27. März 1878 von der Berlin-Anbaltiscben Ei1enbabn-Geiel11cbaft am 1. Juli 1878 übernommen worden, nach- dem de_r Betrieb derselben bereits am 1. Januar 1873 an die [erstere GeseU1chaft übergYangen war. Die Einnahmen aus drm Betriebe der Oberlaufiyer abn pro 1878 find wiederum wenia befriedigende gewesen ; die Gesammteinnabme hat nur 735 504,61 „44, die Ausgabe da- gegen incl. des rertragémäßig an die Oberlausitzer Bahn 111 zahlendenGe- winnantbeils von 20 000 .,«1 857 403,18.“ betragen. Die Mcbraußgabe von 12189857 „44 ist von der Berlin-Anbaltiscben Eisenbahn- Gesellschaft aus eigenen Mitteln zugescboffen worden. Die Ge- sammteinnabmen vertbeilen sich auf: 1) für Personsnbefördrrung 192 561,96.“ (19 find 233 534 Billeis zu 185 903,71 „44 außgegeben), fernsr für Gepäcküberfracbt 3106,52 ..“ und für Hande 214,03 «44 vereinnahmt; 2) für Güterbeförderung 502 451,22 „zz, für Privat- depeschen-Beförderung 1159.00 „14, für Wagenmietbe 27 766,74 „s, für sonstige Mietben und Pächte 10 118,03 „44, Diverscs 1447,66 ..“, in Summa 735 504,61 ..“ Aus dem Personenverkehr ist noch hervorzuheben: es benußten die 1 Klasse 0,1370/0, 11. Klasse 4,281 0/0, 111. Klasse 29,776 0/9, 117. Kaffe 62 9959/0, Militärs 2,811 0/0 der beförderten Personen. Durchschnittlich wurden zurückge- legt von jeder Person der 1. Kl. _66 520 11111, der 11. Kl. 38 530 11111, der 111. Kl. 24 963 11111, der 17.511. 23 712 11111, Militärs 66 686 km. _ Es Wurden im Güterverkehr [*efördert 480,8 t Eilgut und dafür vereinnahmt 612086 „44, 9732,4 Stückgut für 63 657,89 „44, 1188261: Wagenkad. Tr. s 5 t für 4618557 „54, 148 599,0 : Wagenlad. Tr. s. 10 t für 360 802,25 „44, Summa 170 694,8 1 für 476 766,57 „44 Ferner wurden befördert 507 Pferde, 33 Füllen, 308 Ochsen, 6648 Kühe, 220 Kälber, 1715 Schwäne, 5108 Schafe, 1290 Stück Geflügel, Stimma 15 829 Stück Viel), für deren Traanort 17 766,64 „54 vereinnahmt worden sind. Aus der Beamtenpensionskasse sind Pensionen "n invalide Beamte 675 „M, an Wittwcn 420 «ji bezahlt; Kassenbestand blieb uli. De-

zember 1878 84495.“ 50 „_3. Aus der Kranken- und Ar- beiter - Unterstüßungskasse find für Honorar der Aerzte [557,70 .“, für Arzneikosten 106295 ckck, iür Verpffegungskosien 9,66 ._.44,_ fur Unterstüßungen 565 „44, für S':e:begelder 330 ..ck-, für B? rabmßgelder 70 „44 pro 1878 veraußaabt. Dxr Bestand dieser Ka e betrux ult. Dezember 1878 2461915 .“

_ Nack) dem uns vorliegenden Beriébt des Ausschuffes der BerlZn-Hamburger Eisenbabn-Gesellscbaft über die Betriebs- ergebmffe des Ic_ibres 1878 betrugen die Gesammteinnahmen 16586 183 .,“, die Ausgaben dagegen 13 203 001 „44, so daß sieb der Ueberscbuß der Einnahmen über die Au§gaben auj 3 383182 ..“ berechnet, während im Jahre 1877 bei 17554122 514 Emnabmen und 13955103 574 AuGgaben, ein Uebersckpuß von 3599019 „44 erzielt wurde. VM dem Ueberschuß pro 1878 bat der Ausschuß beschloffen, den Betrag ron 1 592 557 ..“ dem Reservxfonds zuzuwei1en, um durch eine entsprechende Dotirung deffelben [ur alle Eventualitäten aerüstet zu sein. Nach Abzuz der Eisenbahnsteuer blieben somit 1575 000 514 zur Vertbkilung einer Dividende von 101% übrig.

Rostock, 24. Juni. (W. T. B.) Wollmarkt. Die" Zu-

fubrerx_betrugen 23091Ctr. Die Wä1chen find außgezeicbnet. Das Gxschart chr Anfangs matt, späier lebhaft. Der Markt war Nach- mrttags fajt ganz geräumt. Dre Preise steUten sich wie im ver- gangenen Jahre auf 160 bis 195 ..“ _ HJVre, 24. Juni. (W. T. B.) _Wollauktion. Der Markt ist wenig belebt, dre Stimmung im Vergleich mit der Yiärzauktion ;mestfeste. Es Wurden 2351 BaÜen angeboten und 896 Bauen ver- au .

Berlin, den 25. Juni 1879.

Ein Lokal-Comité, wclcbes sich in Ratibor zur Unterstü 11:19 für die Ueberscbwemmten im Kreise Ratibor ge ilder, bat unterm 21. d. M. folgenden Aufruf erlassen:

In Folge der seit dem 24. Mai d. Js. fast tagtäglich nieder- gefaUenen Wolkenbruchariigen Regengüffe und Wolkenbrüche, nament- lich in Folge eines in der Nacht vom 6. zum 7. d. Mrs. an der Grenze des Rybniker Kreises niedergefallenen Wolkenbruäoes waren im bissigen Kreise in den Niederungen des Sumina-, R11da-, Olsa- und OpPa-Fluffes sämmtliche Länkereien boch unter Wasser gesetzt. Abermals am 14. und 15. 11.9119. entladen sich Wolkenbrücbc theils im Kreise Ratibor, 1112115 in dem nahen Oesterreich bei Misiek und Troppau; die ungebeueren Wassermassen aller angetretenen Flüffe, Bäche und Gräben der Oppa, Oytrawitzx, Mobra, Jaklarka 2c. ver- einigten sich in unglaublich kurzer Zeit mit der obnebkn schon 5051) «ngeschwollen-"n Oder, welcbe am 15. und 16. d. Mis. auch voll- ständig aus ihren Ufern trat und die Niederungen überflutbets. Der Wafferstmd erreirbte die seit 1854 noch nicbt dagewssene Höhe von 21,76 Fuß. Ein sckoreckliches Bild bot die Umgsgend; auf großen Flächen in den Niederungrn wac nur Himmel und Wasser zu sehen. In vielen Ortschaften wurden rie Häuser unter Wasser geseßt und aus demselben ragten auf den Feldern nur die Spixzen des hoben Getreideß hervor. D:r Schaden ist fast ein. größérer, (118 nach de: Ueberschwemmu-ng von 1854, da die Feldflurcn seit Ende Mai cr. und noch bkut tbeileise bock) unier_Wa6.-r stehen, die Feldfrüchte daber ausfamen müßen. Die Wie1en UND Felder find total ver- nicbiet und ein großer Notbxiand in (111211 durch die Waffrrflutben und Wolkenbrücbe beimzesnchten Orten ist unausbleiblick). Angen- blicklicbe wirksame Hülfe ist dringend gsboten! aber zur Linderung des Elend.“; der meist armen Bevölkerung gehören bei einem Schaden von 2111111 2000000 „14 so bedeutende Mittel, dax“; die Unterstützungen des Kreises und dxr Provinz hierzu nicht außreichen. Vertrauens- vol] wenden wir uns an die Vertreter außwärtiger Kreise und Städte, an deren Einkvobner und unsere Mitbürger mit der dringen- den Bitte um qütige Zuweisung von Geldmijteln, welche von der biefigen Kreis-Kommunalkane in Empfang genommen werden.

In Betreff des Hochrvasferscbadenßim KreiseBresla_u schreibt man der .Schles. Ztg.“: Die Verwüitun en, welche durch die Ueberschrvemmung in der nächsten Näbe von reslau, namentlich auf dem Terrain von Pirscbam, Pleifcbwitz, Althofnaß, Zedliß, Tschirne und KottwitZ, hervorgerufen find. geben den Wafferschaden im Kreise Ratibor nichts nacb. Die diesjährige Kartoffel- und_Ge= treideernte ist voklständig vernichtet. Die Felder sind_mit Sand uber- deckt, so daß auch die Ernteaussichien für die nächsten Jahre mehr oder weniger geschwvnden find. Die Heuernte ist bei jenen Dörfern total Verloren, und das Vieh bat in Folge des Futtermangels bereits empfiridlich zu leiden. In einzelnen Wirtbscbasten hat der Notbstand eine bedenkliche Höbe erreicht, so daß schleunigstr Hülfe dringend notbtbut. Während in den oberhalb Breslaus an der Oder gelege- nen Ortschaften das _Waffer Verbeexungen angerichtet bat, deren Folgen das Schlimrmte befürchten las1en, find die unterhalb grlegc- nen Gemeinden Maffelwis und OSWi weniger in 5111itlei_d_enschafi qrzogen worden. Hier haben sich die irkungen des Hochwamers aus Uferbescbädigungen beschränkt, deren Umfang sich erst beidem Wiede_r_- cinrreten des normalen Wa11erstan_des wird übersehen lumen. Dock) Ut schon jetZt anzunehmen, daß die Userabspülungen sebr bedeutende find.

Am 21. d. M, Vormittags 8 Uhr 55 Minuten, wurde _in Agram ein Erdbeben reripürt. Das dumpfe unterirdijche RoÜen, mit ziemlicher Erschütterung verbunden, dauerte circa 4 bi; 5 Sekunden. Am 22., um 1 Uhr 42 Minuten Nachts, fand dajelbvt ne,:erlicb ebenfalls ein starkes Erdbeben in der Richtung von West knack) Ost statt. Die Dauer der Erscheinung betrug 2 bis 3 Se- unden.

Die schweizerische Sektion der internationalxn Ge- sellschaft zur ErforsÖung und Civilisirung Afrikas, gegründet am 24. April 1877 in Genf, wird sich am 26. d. M. in Neue nburg versammeln. Zur Verhandlung wird dabei 11.21. eine Mittheilung von Professor Defoe über das .Sabara-Meer“ kommen.

Von vielen Freunden des beitcren Humors 1_1nd Coupletvortrags besonders dazu aufgefordert, haben die beiden Gaste des Wablner- Theaters, Hr. Schweighofer und Frl. Bendel, fich bestimmen lassen, die Aufführungen des Volksstücks „Der Herr von Perlacher“ beute wieder aufzunehmen. __

_ Am 5. Juli ökfnet das Ne11denz-Tbeater dem Publikum wieder seine Pforten_und beginnt, wie nun definitiv festgejeyt ist, an diesem Tage das Eastwirl der Wiener Hofschauspielxr. Die GeseÜscbaft besteht aus dcn Herren Mitterwurzer, HaUenstem, Schreiner und Levrer, sowie den _Damen Fr. MixixrwÜzer und Frl. Gisela Straßmann. Die Gäste werden,_u_nterjtu13t von _den

eimiscben Kräften, eine Reihe für Berlin vollstandig neuer Stucke zur Aufführung bringen. Die Gäste beginnen mit_„H_a_us D_arnley“, einem Drama von Bulwer, das die englischen Verba1tmnr m1t Treue und Charakteristik behandelt und seiner eit in Wien emen roßen Erfolg errang; auch ein Theil der Mitglteder des Residenz-T eaters ist in diesem Siücke mit hervorragenden RoÜen betraut. Hr. D:- rektor Claar hat das Stück speziell für dieses Gastspiel erworben.

Redacteur: J. B.: Riedel.

Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Cloner.

Vier Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage)

Berlin:

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Llnzeiger.

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Statiftifche Nachrichten.

USÜUÜÖÜ 991? 32111 der Studirenden auf der Königlichen UUlvsksita1_zu Kiel im Sommer-Semester 1879. Beim AUÖWÜ der summariichen Ueberficbt im Winter-Semrster 1878/79 betrag die Zahl der Siudirénden 226, im Laufe des Winter- Semesters dazugekommsn 5, zu1ammen 231. Nach Ablauf des Winter-Semesters abgegangxn 81, demnaxj) geblieben 150, Dazw gekommen: neu immairtkulni 92, zurückgekehrt 24, zusammen 116_ DieGesammtzabl der rmmairikulirten und gegenwärtig bier anmesen- den Stndirenden betragt derxmach 265. Die ibkologiscbx Faxuxiät zählt Preußcn 32, Nichtbteutxerr 5, zusammen 37. Die jurixtiiche Fakultät zählt Preußeri 27, N1ch.preußen_10, zusammen 37, Die medizinische Fakultät zablt Preußen 72, Richtpreußen 25, zusammen 97. Die Philowpbisck)? Fakultät zählt 3. Prsußen mit dem ZeUgriiß der Rrife 75, b. Preußen mit dem Zerigniß dcr Nicbkrcife nach §. 35 dcs Prüfungsreglcments vom 4. Juni 1834 -, c:. Préußen obne Zeugnis; der Reise 5, zusammen Prenszeir _80, (1. Niwtpreußen 15, zusammen 95; im Gamzen 266. AULA dir1en immatrikulirten Siu- dirinden 122111115811 die biefige Univeriität als zum Höreix der Vor- 1e1'11nge11 111er Bewilligung des_ Rektors berechtigt: Juri]ien_1,_Me- diziker 2, Pbiloscpben 44. ngmen 47. Es nehmen 111116111 (111 den Vorlesungrn ÜberbaUpt Tberl 313.

_ Ueber das Verficberungßrrcsen und die Anstaléen für Sélbstbülfe in Berlin 1877 entnehmen wir dym stgijixj. scb-cii JÜÖLÖUÖ dir Siadr Berlin (Verlag von Lebribard Simion) fdlßer-dr D.:Teri: __ __

Bc-i der iiädi11cb211 Feuerver11cherung waren am 1. Ok. 16er 1877 17163 Grundstücke mit 1734 896 660 „44 verßcbsrt, grxien 16680 Grundstücke 1111d 1 619 263 000 „44 _an1_ _1. Oktober 1876. Di? Branderiskbädigungexr belieiewsick) _aUs 385 225 «_: 0,22 Pro MiÜe ker VersiäxerUnaéiummc, 13195191th “112 FeurrlSW- wcscris IT. auf 471909 „44 : 0,49 pro M111c, zu drren DLCkUUg 1050 959 .“ : 6 pro 10000 «46 der Vcrsicb-rrrngsumme (:Ufgc- bracht WUrdsn. __ _ _ _

Bci 30 Mobiliar-Ver]1cherung§ges2111chaiten 111 BerLin waren Ende 187 1622503113 544 vrrficbert, daruntrr 18214174 «Fl: für Robbauien Und andere Gebaude, gegen 1564 455 603 .“ Erde 1876. Die höchsten Vérßcberungsjuqrmey hatten: die Aachen - Müncbcnrr FSU-“r - Versickxrrunxs . Ge1e111chaß 161273495 544, die Bcrliniscbc 148 279 714 .“, die Berlin-Cölniicbe 138 295157514, die G01b5i1che 130 015 390 „46, C019_nia120 254 800 „46. und 1312 Vaisrländistbe 107 960 450.24 2111 Yrandjcbäden wUrdrn im Jabre 1877 599 401 516. verzütst : 0037170 der VermäZérUngs- summe (559,1 .44 Pro Brand), Segen 572 610 „44 (0,037 %, 517,3 „45. pro Brand) in 1876. _ _ __

Von den in Berlin tbatigen Lebensver]1cherungsch1nsial- ten babr11 24 di: erforderlichen Nachrichien miixxetbetll. Be- diesen Gesr11schaftkn rrxrcn im Jabre 1877 41029 Perwnexi auf den Todes- fakl mit 136 302 891 .“: versichert. Von diesen Policen Wurden 600 mit 1 850 380 514 «Usbezabli. Auf den LebenrfaU waren 1402 Per- sonen mit 4 790 605.44 vrrficbert; 9 Policsn wurden mi13_294 «M ans- bezablt. Das Begräbiiiß nur für 29 694 Perionen mrt 5536404 „46. versichert, worauf fiir 563 Perwnen 102 798 «_gezablt wiirden. Die U11fa11verficherung uméaßte 15 215 Personen mit 17 361226 „44, Wovon 13656 „64 für 105 Personen fällig wurden. Außerdem waren noch 40 JabreSrenten mit im Ganzen 30563 ..“ vcrüchert, wovou 1071 .“ Renten zrr 2111655111119 kamen. _ _ _

An Fabrikarbeiter- Und GxLeUenkasien waren im Jabra 1877 85 in Thätigkeit. Die Mitglichrzabl derselben_ belief sicb im Jahre“ 1876 auf 155 077 (gezen _158 986 in 1875 11115 173 705 in 1873), die Beiträge der Arbettriebmer 111 _1877 (1111 1145092 „44 (gegen 1 324 913 „74 in 1876), dt? der Arbeitgxber an 180989 „14 (grgcn 188766 «14 in 1816), das Kaffenvermogen auf 1151369 .41 _ _ _ __

Die Zahl der Jnnungö-Kra:1k_enka11en_ brtrua 1111 Qabrc 1877 66 (2 mebr als im Vorjabrr) mit durchxcbmtilrch _23 682 Mit- glir-dern (gegeii 26 262 in 1816), 83 325 .“ Beitragen (gcgen 107815 «14 in 1876), 136 250 514 (1235511111 UntrriiußungFgeldcrri (1876 113844 .“) und 1234 530 „44 Vermbgcn (1876 1239 534 544).

Von den unter Aufsicht des Polizsr - Praxrdiuws _stsbenden Sierbe- :e. Kassen babrn 35 über ihre Verbalimffc 1111 Jahre

1877 Beriwt erstattet. Disseiben zählten 52 660 Mit.",llékes, batten (inkl. des BeÜandeI) im Jabra 1877 1 114113 „44 Eriinabmen und 356 921 «46. 2111515151211 (24 830 1.14 Krankengeld, 235045 514 Sterbe- eld "Ür 1522 Sterbefäile). _ g Zum Gewerks-Krankenverein gebörten 1111 Jabre_1877 70 Kaffen mit 86459 Mitgliedern. Der Verein bebqndeltx _65 266 Kranke (Krankheitsfäklr) und verausgabte fur Arz_ner 205 537 .“, Bäder 6147 .44 11, s. w. Das den 44 Aerzten gezablte Honorar bc- lir 1 (111 50 615 „is. _ _ __ fT'OÖie Kfommunalbeamten-Sterbekasx zahlte E11de1871 3947 Mitglieder mit 1443 960 «14 _versichertxm Sterbegeld. __

An dér Berliner allgeme1nen Wittwen-, Penironö- und Unterstüßungskasse waren Ende 1872 807 JRtereÜentrn mit 270 510 „44 versrckoerirn Pensionerr und 67 627 ..ck; Begrabmß- geldcrn betbeilißt. Cie Zabl der Wittwen beirrtg 603, das Ver- mögen 2484800 „44; an Pensionen wurden balbxabrlicb 104115 .“

e 5 lt. __ bz kckDie Berliner Parocbial-Schu11ebrer-W1tiwen- und Sterbekane mit 25146 .“ zählt 48 Mitglieder, die _Trauer- und Beerdigungs- geseÜscbaft von 1776 494 Mitglixder. D1e Altersuniersxutzungs-_und Invalidenkaffe männlicher Domwtiken Berlins batte em Vermo en von 12400 ..“ bei 1561 «14 Einnahmen und 532 „14 AuSga en in 1877.

Von den Gesundbeits- und K_rankrnbflege-Vereinen haben 8 Berichte eingesendet, welcbe eme Mitgliederzahl von 5500 na wei en.

ck Besidsr städtisÖenSparkasse waren Erde 1877 19 566 784.34 Besiä:1'ce. 7,6 0/0 mehr als Ende 1876 (1873 1111ng der Zu_gan_g gegen 1872 28 *),/9). Die S areinlxgen vertbetlien 116) auf 115292 Sparkafferbücher, 5,4 0/0 me r als am Ende des Vorjahres. _

Das Königliche Leibamt machte im Jahre 1877 _221548 Pfandleibgescbäfte über 4895 115 .“, gege.1 207 712 Gescbaste und 4754 058 .“ in 1876. _ _

Von den Berliner Genossemckoaften nacb _Scbqlze]chxm Prinziv haben vro 1877 18 Vorschuß- und Kredixvereine Bericht erstattet. Diese zählten 4628 Mitglieder un_d_baben _1m Jahre 1877 in 36310 Posten 23 595 418 „14 Vorschu11e gewahrt. Von _den 4 Berliner Robsioff-, Magazin- und Werkgenoffeyjchaftex, 2 Weniger als im Jabre 1876, hatte nur 1 pro 1877 Bericht erxtattei; diese zählte 62 Mitglieder und hatte 100530 .“ Verkauforlos. Die Ver- liner Produktiv- und Baugenoffenschasten _baben kemx Berichte ge- liefert, von 7 KcnsumvTreinénxctxbten 3 mit 6916 Mitgliedern und 1135049514 e ("1 Serös ert e. _

Von an'kérrbYtifxtxcn Konsum- _u.de_rg_l.Vere1nens_ind zu nennen: der Berliner Hausfrauenverem mit 549 608 .“ Erics arts dem Waarenverkauf in 1877; der Yost-Svar- und Vorscbu verein mit 2886 Mitzliedern (2710 Vorjchyff: 1111 Y_etrage 11911 306 50 „FC., 249455 „44 Umsatz im Konsumge1cha_f.t), d1e _Sparvereme der Larsen- kirchenparocbie (212 Mitglieder), der «t.Mar_1engeme1_nde(83 Sparer) und für Konfirmanden in Moabit (37 Mitglieder mit 63 Kindern),

„*.*

Berlin, Mittwoch, den 25. Juni

der Untrrsiüßungßverein der Berliner Künstler (488 Mitglieder, 11826 „44 UnterstüYur-gen, 230717 „44 Vermögen).

_(Stat. Korr.) Um möZlicbst bald nach E100r10ch711ß der Ernte über deren Ausfall wcmgstens annahernd unterrichtet 111 Tsin, War bei dsr landwirtbschaftlichen AUFMÖML drs Jabrrs 1878 iür acht der wichtigsten Feldfrüchte und im: W18161ch€U eine vorläufige Ermittelung der gewonnenen Mknge unternommen wvrden. Zu diesem Zwecke wurde in Preuß en mit Hülfe der landwirtbslbafi'licben Vkrrine für jeden Kreis, oder wenn der1elbr Gegenden von sehr ver- schiedener Bodenbefäpaffenbeit umfaßte, _1111? einzelne Tbcile deffel- ben schäßungöweise festgestellt, tvie Vle1 im Durchscbriiit auf einem Hektar an Weizen, Spelz, Rbggen, Gersté, Hafer, Erbsen, Buchweizen, K*.rtoffeln und Wie1enbeu gserntct rrurdk. Auf G1- zd dieser Art;;abexi _ urid _der durch die Anbau- statisxik 1) MLU Unierlagen ist im Kömglicben statistischen VUrLQU der (Fritz? Die einzelnen Verivaltungébezirkr und den Staat berekbnek worden. Das Ergebniß konnte bereitS 1111 Nobrmber 1878 verbffentlichtrverden. Bald darauf 1i€se_n bei der 0811111101621 Be- hördc von jeder Gemsinde und jedem _Gntsbezirk die Narbrichteri dariiber ein, wie virl durchschnittlich _auf einem Okkiar der Fluren der:elben an Erzeugniffen der“; Feld-, Gartrri- Und Wirsenbaues 1878 JLWOUUSU worde1waren. Wie das bei dem erstma1igem Versurb einer io umfassend?» bis auf die 611132111211 Gemxiride- 1111d ©1119- bxzirke erstreckten Erhebung nicht anders 311 Erwartkn wrr, erwirs sicb eine nicbt Jeringe Zabl dieser Lokalaiiszabcn al?- dffrnbar u:;- richiig Und für die mritsrr Verwertburg 1111_br;111chbar; allein die übrig blcibenden brachten die örtlichen VerWiedenbeitsn ung1€ich schärfer zum Ausdruck als die von den lgndwirtbsäoaftlicbrn Vsreineri für ganxe Kreise oder für größcre Tberle ron Kreisen festgkstrüten 2110121515011 und grwäbrtrn so für die Brrecbmmg des Ertragré beffere Grundlagcn. Auf denxclbxn beruhen die e_n dgblrigen (Zr gebn isse der Erntsstajistik, deren Znsamrnenxieklung in PreUsxen vor we- nixem Tagen ziim Abskblnß gelangt 111. 251511 111 vor1äufi_;kn weicbsn diSs-xlbcn nirbt unerbsblick) ab, und zivar 11211211 fich di.» Ernirmrnxen durrbwrg gcringer, als bix-brr angenommen_1rr_:rde, bsraus. Für die sieben Obén aenannien Körncr- und Hülienirücbke beläUst 71:11 im (811111211 der “111186111 aaf 8,18%, bri dcn 9111261111 aiif „5,88“É',-“0, bei WirsrnbeU aaf 11,16 % dez vorläufig ÖLMÖUZUN Eriraxés, und im Einzeliirn beträgt

dic: Mi:“.UZ- differemz rer érnkgÜlTixrn ;g811611d.1*br-

der Ertrag nach der

vorläufigrn Cr- endgültigrri Er- mittelung _ 1111112111111] _ _ _ überbaUpt auf1118. überbaixpk „511171111Z LZMZÜFZ; 112 112" *, k,? , 112 ? *!*/„ 1 734 501 558 1694 1562 963 054 1522 9,89 24. 291363 1303 : 23 110 724 1241 4,86 5 533 941366 1238 5106 020 556 1142 7,73 1458 763 876 1664 | 1343 074 275 1531 7,93 3 708 675139 1506 ; 3 395 482 482 1377 8,45 462 371561 1176 * 439 431776 1115 4,96 BUcbweizen; 230 307 703 1032 ; 207 465 630, 930 9,92 Kartoffeln 18 225 968 065 9699 ,17154 802 117 9124 . 5,777)“ Wiesenbeu 12 600 398 998 3782 ;11193 739 739 3357 . 11,16

Wrizen Spelz Roggcn ©81th Hafer . . Erbsen

gewonnenen Ertrages begrindct im Endergebniffe der Berechnung naturgemäß um so brdeutendere Abweichungen, je größr dic F1ärbe ist, für die darnach dcr Ernieansfakl benimmt wjrd; die Tragrvcite des Unicr'cbicdes zeigt fick) z. B. d1rin, daß an Weizeii, ROZUU, Gerste und Erbsen 1878 in Preuécn nacb dén rvrläuägrn Ermitt- lungen 9189 578 361 112, 11511) den endgültigkn aber 8 451489 661 112, (1111) 738088 700 kJ weirigcr gewrnncn rrordcn 1ind. SOlÉL Ab, weichungen beeinträchtigkn 1_1nd ändrrn 115111111111 mancben Schluß, der aus den bix-ber bekannten (xr-gebxiiiiexi der Erniestaiistik grzbgcn wor- den ist; 7712 find aber bei 11116: 2111111551112, die zum ersten Male unternommen und dabei ir beträchtlirbrr Wsiir auf_SchäZUrigr11 an- gewirsrn isi, keineSwegs rnerklärlicb und UN 2111 1111113 [(ixigerer Urbum vcrmridlicb. _ _

In den oben miigebeilfcn Zahlen M 101: 233213811, Sle, Roggcn und Gerste der Ertrag der Winter- und Sowmrrfrarbt, ftir 11112 Feldfrücbtr aber mr der KbrnerertraZ brruck11chtigt _wordsn. Nebra diesem nimmt jedob “cas Sirdb noch eine nicbt unanicbnlikbc SteUe ein. Der Werth desselben wird 1111511 [andwirtbsÖaftliÖem Brauch in sogenannten Roggenäquivaler'ten' angsgeben, d. b. auf den Wértb von Roggerörnern zurück.;sfübrt. 311 der folgenden Uebrrsicbt, die den S1robrtrgg 11ach deri endgültigen Ekiniitelunzkr'. für das Jahr 1878 angiek, i:: dies (161119212811; darnach betragt

drr Wchb ron 100 kJ der Stroh Erntemenge 8 RF Roggenkörner

die Erniemcngr ffir 118

Weizensirob 57 016 280

. . . 2 _ 23656132 Roggenstrob . . . 1231100702 8 [| 5

974 488 056 316 684 397 829 915 492 147 620 732

Gerstenstrob 9 357 763 18

afersirob . 16 971 824 16

Lrbsensirob. . 78103661 20 _

Buchweizenstrob 25 008 329 16 44 00] 3,33

zusammen 23 07 558 559 - 2 549 271 312

Das Stroh von dieser sechs Früchten _erweist ficb biernacb als

ein bochwickptiger Bestandtbl dez 1a11dw1rtbschaftltchen (Ertrages; es erreicht an Werth die halbeNoggknernte des Jahres 1878.

Kunst, Wifftschaft und Literatur.

Jm Verlage der Buchb1d1ung des Waisenhauscs zu HaÜea.S. ist vor Kurzem die erste Abtrilung eines Wcrkes erschienen, welches 111". Wilhelm Sickel, Pvatdozent an der Universität zu (Höt- tingen, unter dem Titel.Gsch1chte der deutschen Staats- verfassung bis zur Beründung de_s konstitutionellen StaatS“ herauszugeben unrnimmi. Diese erste vorliegende Ab- theilung des Werkes, WelcheSdrei Abtbei1angen umfassen soll, bc- bandelt die Geschichte des ali'utsckoxn „_Fretstczates“._ In ein_er Reihe von Kapiteln werden, nach _exxr Einleitung uber die historische Be- deutung und Dauer des Fr;li_ht€§, die Zroßen grundlegenden Jn- stitutionen jener Staatöverimng, die Burgersrbaft, _die Volksberr- schaft, das Königtbum, die Yligionsverbaltmffe, d1e_ Eintbetlung der Bürgerschaft, der Staatsdtst, das Heer, das Gerichtswesen, die Polizei, das Finanzwesen, die Lseygebung und die auzwärti en 2111- gelegenheiten zum Gegenstandeder DarsteUung gemacht. _ ls Ab- jchluß dieser Abtheilung bescbcigt fich dann das_ letzte_ bierzchnte Kapitel mit dem Untergang_ Freistaates. Dre Ge1ch1chte des Freistaajes, welche hier dargejté wird, umfaßt gegen fünf Jabr-

underie. Sie beginnt in dc leyien Iabrbundert vor unserer

_Éeitrechnung, und fie endet 71 der nahenden Vollkndung der

ouveränetät des fränkischen :önigtbums. Die Ueberreste der alten VerfaLsung, welchen 11 noch _Jabrbunderte später in Deutschland egegnen, gehörew :ser Periode an, sofern sie_ über- haupt für die Gesammt.1esch1ch der deutschen Staathersaffung von Interesse find. Die Grerrieumeres heutigen Wissens über die fernere Vergangenheit des Freistces find erg gezogeri, doch ist es d.m Verfafier gelungen. mit den "gebniffen, welcbe Mit den jexzigen Mitteln gewonnen werden könne! ein Gesammibtld zu entwerfen,

der Verein "ur e cns-itigen Unterstüßung _in der Brüdergemeindr (738 Mitglieoder, 2571224 .“ Einnahmen, 549116 „74 Vermögen),

in welchem dessen ungeachtet diwesentlichsten Institutionen mit

Die verschiedene Bezi „e rung des mitt12rxn auf cinem Hekkarx

„1879.

möglicbsier Treue eingetrageN sind. Wer die Einrickotungen des Freistaates betrachtet, vermag sich einem Eindruck derselben nicbt zu entzirben, er brmerkt, daß in ihnen ein durchdachter Plan, eine zivrckbrrrußte Bererbmmg nicbt vorhanden ist, er nimmt wabr, darf; der Ursprung diéses Rebis nirbt in der Reflrrion ge- lexen bak. Ter Sraat war 115 Produkt gemeinschaftlirben Lebens, das Werk von E1fabrungrn langer Zeiten. (37 ist kein Zufall, das; Weder GL1ck1ch18 110613 Sage uns den 2111111211. eiiies Pcli- 1isch€11Gese§grbrrs anbewabrt babrn; es bai nie Lix1en 712162411 Stiftrr drs Staats gegrben. E10? schöpfsriscbe Einzslibätigkrit ver- mochte dezbalb nicbt arxfzarrsien, weil das J-xdibidrwlbewaßiérin 17111) 1104) nicbt von drm19:1"ammtbrwußtsein 133571 und bsfreix batte. Was brsiand, besiaUd, obne dat"; 1115111 11111618, srit wann 2? war; di? Unrordenkliä)? Zeit 56111116 die Ei11richt11115811. JU drm stxii des 2311ka bedrUtete drr E1115k1UQ 21111318 dis Gskammtbkit 21.162. Uriier 511-211 den Mächten, wrlchs 1111 der Aukbildxn: drr prliiiicben VOlkÖ- natur dsr drUisch€11 Naiibxi tbätig JZWSM 1“111, ist ké111e in dem 5111375? grUndl-cgrrid Und idl,ch€r.ich griressx, irie 1:11“ wirÉb- 1111110111812 8152, i11 ws1ch€r dis Traisckzéb dir JubrbUndrrrr um den Anfang Unsrrer intrécbx-éimg gelebf babsrx. Tie TeaksÉen wob111212in 21116111 LGdr, 111 dcm sie ibrr 311211 NZbWUJxÉ-JUCUM, ArkrrbaU urid 9141613311111, béibxbalten kbn111911 Und bribsbalisn mußtrn. Bride Zircißr drr Wik1171ch1171w11r121 11112111111111211. Tir BWMUUYUUZ fbr- dérir Urriiangrkirbr Äcksrilarr;1,di: TbisrzUcbt [*EUR 9.191,11 W211“?- gründr. 311111eiiicrioWrnStUskderWirthsÖaftwar-ZSbrsch1r€rlich,wenn 1111) DAS 2111211116811 5111 Liier „5113111112 111st1111111211drc'111g1111, 111111 ibre (Trnäbrmiy. 111150111611 111114131111 1121127611 irärr. Leikbtrr irxr es, MM 7115 die BrvblksrUng in drm ive ie11 ckFar1d6 :sri'trrUte und sicb in Orxféoairkxi „111111118111, die „111€? einigen (3561756811 be- staUdsn, odcr WERU fir, tro die (321131111115 dss BMM? bdzr sonstige Umstände CI WÜT11chST1§WZ§10 er!":briZM 1161131, 1111 111 rZUig abzrschied€112, einsam 1101211211? WLHUUUZSU rsrtbciite. SV- Jabsn 1111r irirrbx'cbaftli-“bz 'PÜLUVL den 5111181113133 iiber diL 11156116 drr Niéderlaiéniig 11117.“ diess 511113111“? babm dir (256111711111 WU Städirn verboten. In DLUÜÖlIÜD sammelte keins Skar! 7:15“ 1'5.iti1'che sten in 7165. Die Neigvnz 511 sinrr CZNkkülisätiOn, wslrbe eirikr städtischen Bürgerschaft darch die grmeimsrbaixlirbca Fri- trreiicn auförlsgt wird, war in D:Uisch[and zu 12.7?! Zeit 111111151663 Das LandEebén jener Zsit prägte einsri JNdibi- du111§111u7, 6111611 (Heist der Sskbsrbrrr1ichreir und Unabhängig- 7611 8111, wie er 111 611121 städiisxbcn (TimrbbnrxsÖafT 1116111312- Fkkxikék. ercr Bsirgrr brirbbntr ein ei,;cnés 1311111. Dort 11111: €*: 11115Ugänglich fiir Jede» der rridcrsrineri 28111111 sirerng-ex'. 11111111». Jr. dissen! gefrcitcn Raum beberrscbre der HaUéberr Habe urid 9112111651». Er war umumsrbränkxsr Gebirter_ 11er Wsib und Kind Und Sklarkn, er ?'ab nur Gebdrcbrnde 11111 1111). Ein Handrlßvrrksbr wa! '*1*är[ich; .;UMileN draiig 8111 fremdrr rHär-dlcr (1116) in di: entquenrrrn („He- birre bor, UNd 111111 111111151? 561211 Brrrisrein, FLUL oder Sklaxrrr 171.1) W.".ffen, 511614.de chr 1132111 9111, abrrrZ war ein g(Ucklirbcr 53118121, wenn man von sriner 5111111)? solchen Ertrag bezog. Mübrkbß bot das arme Land irrnige T5U1ch111itteb Unter 101chL11 Verb.:itriii'irn [ebie ein Jeder für den eir112111€11 Tag Und fii. das 11.116712 Bsdürfnikx. Es war 2111 I)iäimergeséblerbt, erfiiUt VON Migébäiidigker Kraft; WU Leidénscbastlicbkeix, trail Fsbdé Und KKW? 715 1121? 1111idrärigtkriz 6012111111519, wri1 712 7111) irsi Und Unabhängig fiibliM; bcrrsÖsÜibiig, wril fie Öfter befablkn (11:5 gsbdrchienz iekrr gercgrlteu Thätigkeit feind, 113211 712 ihnen 1111111113 war. WTS fir ab€r 11111211, w1reii sie ganz. So War dir (9861111113 Der Menschen, we[che d:".1Fréistaar erschien. Der Staat m1ßtr der rückbaltxxlose Auédruch 121“ vor- bandsnen Kräfte sein. Die Staatßgcrrali mußie abfo- [uiistisrb sxin und 711? war es; nur mar cZ ;.iÖr die Verfaffunz, w€1ch€ die Bürzscbait zügeltr, sondern 15 war die mäcbtigrrr GRUR der Interessen, die Armntb drr KUltiir, welcbe 1,718 bändigten Und [*:subränkxen, urid wir dieser Staat 711.131 11,14) GrUNdsäan drr Zirkckmäßigkéit rrrxa11isirt War, [0 rubie 311115 die Stsllmri des Bürgers im Staate nikb! 5111“ dem 9611211 Fundamenn de? wob1übcrlsgte11 gessU?"€bafili(b271 711111,er8. Sslbstbrstimmrmxx des Bürgers, das war di: [eitsnde Idée in dieser Bezirbrmg. Liese Freibxit der Selbstbestimmrmg rrar nicbt vom Staate 111312121121 Oder rer1icbrn 1111d dabsr imabbärigig von 12111 Willen dss Bürgers, son- dern 1712 war drm Eimesnen anbeimgsgebén 11111 Unteriaz seiner WiUklir; fie gébörte nicbt däm Öffentlichen Rechts an, sie bestand in dem Staat?, aber nicht durxb de_n Staat. Dcr Bürger war R1ch1 111112111511?!"le f:":r 1211 Staat beitimmt, prikatrs und Öffentliches Jniereffe wareii krördizirr. Ter (Hcdanke dsr Selbstbülfe begssitete dm selbständi-Zen 2111111111. Der Staat war 11111: eine Gcmeinicbait neben andcrcn (Hrmcinsäxaftcn, aUerdings eine Gemcinsrbaft, dic kräftiger war als a1'1: Übrigen, aber eine Geweinsckxaft, die nicht 112116111 war, das Zusammanlebcn nacb dcm Maßxtabe das_(H-Isnmmiintereües ge- scylicb oder (11111) n11r gcwcbnbkitImäßig 'zu beitimmcn. Unter dies.n Verbälxniffen emtsiand als eine Fr1ge der Freibeit eine private Auto- nomie, drren Acußrrmmkn Doppelter Art warcn. Erstens ,;est'altexe 17151 der Bürgrr sein Tabeim selbst, obne daß er auf Grund von Freiheitérccbtcn bandelte. Eine zireite Kdnsrqrxenz deI angrdeuieten Prinzip? bestand darin, dai; der Bürger 18111? staatLbiiraerlicbe Eristrm 1'2[1st vrrnirbten, das Bürgerrecht zerstören durfte. Es war ein giltigxs Rechtsgeschäft, Wenn er 7in einem Genoffen zum Sklaven gab. Dieskr Verfügungsfreibeii war im öffentlichen Intereffc kcine Sibrarike gkzogen. Ein a::derer berrorstecbeader Zug, der für die Würdkgung TCS Freistaates von Wichtigkeit ist, betrifft die Natur des Staatögedankens. Der Staat war ein Bürgerverein zum Zwecke gegenseitiger Hülfe. Er bestand für die Lebendcn, er wurde von den chénden für die Lebenden verwaltet, er war die gemeinsame Sache dsr jeweiligen Bürger. Er sorgte Weder für die Lluéländer, die sein Gebiet betraten, noch für dir Nachkommen. In keiner Beziebung war er eine Anstalt, rve1che mit rechtlicber Notbwendigkeit die ein- zelne Generation überdauerte, und in der diese nur stand wie die Ver- walterin eines anv:rtrauten (Hufes, das fie von den Vorfabren überkommrn und der Nachwelt zu Überliefern batte. Der Staat war ein Werk der Menschen; Niemand glanir, daß_er eine Stiftung Gottes sei und daher tbeilnebme an de_r Ewiskeit_1eines Schöpfers. Wie dieser Ausgangspunkt fehlte, der 11) oft aus ahnlichen Kultur- stufen den Staat zu einer bleibenden Ordnurig erhoben bat, fo mangelten aucb die übrigen ?lusgangspunkte für diese Anschauung. Keine Repräsentativverfassung ließ den Staat Unabhängig von seinen Mitgliedern erscheinen, kein Siaatkvermögxn weckte den Gedanken an eine selbständige Staatseinheit, kein festes Landgebiet oder ge- meinsame Denkmäler verbanden die Generationen. In dem Frei- staats war die Eißenart des Staatsverbandes noch nicht zu vollem Durchbiucb gelangt.

_ Von dem Cykws der von dem Superinteridenten Pank in der Dreifaltigkeitskirche gehaltenen Predigten: ,Das zeitliche Leben im Lichte des ewigen Worteß“ (Berlin, Friedr. Schulzc's Verla ) liegen wieder drei neue vor, die, im Wonnemonat

ebalten, den 51616- und Wonnemonat des Lebens zum Gegenstande

Zaben. „Sich in dem zarten Kind zwei liebliche Blumen vereinigt, Jungfrau und Jüngling _ sie deckt beide die Knospe noch zu. Leise löst fick) das Band, es entzweien fich zart die Naturen“: die erste Predigt (Uli,) betraébtet die eine der fich trennendsn Blumen, den Jüngling (Jünglingsfreude), die andere (1117) di_e__Jung- frau (Jungfrauenscböne); die dritte (JM,), am Pfingitseit ge- halten und daran anknüpfend, daß die Schrift das Verhältniß zwischen Cbristus und seiner Gemeinde als ein bräutlfckpes darstelle, die Brautzeit,

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