1879 / 159 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 10 Jul 1879 18:00:01 GMT) scan diff

_ Der General-Lieutenant von Flatow, Direktor der Krieésakademie, hat sich mit Urlaub nach Lauterberg im Harz ,ge en.

Bayern. Miinchen, 8. Juli. (Allg. Ztg.) Der, Geseß: ebungßausschß der Kammer der Reichrathe at beute Vormitta mit der Berathung des Gesetzentwurfs,

betreffend die Erbscbzaftssteuer, begonnen.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 9. Juli. (W. T. B.) Der steyerische Großgrundbesisß hat 4 liberale Kan: didaten gewählt. Der Minister-Präsident von Stremayr war nicht als Kandidat aufgestellt worden.

_ Die „Polit. Corresp.“ meldet aus Konstaritinopel:

rankreick) und England werden von dem Wortlante des * nvestitur:Fermans fiir den Khedive Tewfik Pascha ihr wei- teres Vorgehen in der Frage, betreffend die Aufhebung des FermanS von 1873 abhängig 111achen._Der Sultan hat sämmtliche von Aleko Pascha ernannte Mitglied er des ostrrrrrreliicben Regierunchdirektoriums, aUEgenom: men den Leiter des Justizdepartements, Kessakoff, bestätigt. _ Die Pforte beabsichtigt, Schritte bei den Mächten wegen baldiger Schleifung der Donaufestnngen zu thun.

_ 10. Juli. Der Großgrundbe'siß in Galizien wählte durchweg konservative, derjenige in Tirol dUrchweg liberale Kandidaten. DieWahlen sind beinahe beendet. Einer von der „Presse“ iiber das Ergebniß der Wahlen gemachten Berechnung zufolge haben die Liberalen im Ganzen 50 Sitze im Reich-Zrathe verloren.

Schtveiz. Bern, 9. Juli. (Bund.) Ach der Bundes: ratbssißurig vom 8. JUli: Der Bischof Herzog ist vom Primas vori Säiottland ersucht worden, in dessen Auftrage und unter deffenVeraritwortlichkeit in der gallikaniscben Kircbe in Paris, die miter der Aufsicht des PrimaH steht, einigen Kindern die Firmnng zu ertbeilen. Unter Beziignabme auf die in dem Briiideéaratbsbeichluffe vom 28. April1876, betref- fend die Genehmigung der Errichtung eines christkatholiscben Bistbums in der Schweiz, enthaltene Bedingung, daß der zu ernennende Bischof außerhalb des Gebietes_ der Schweiz keine geistlichen Amtsbefbgnisse auSiiben diirfe, fragt der Synodal- ratl) der (bristkatboliichen Kirche an, Ob_ der Brindesratl) in der Vornahme der fraglichen Firmring eme Verleßung jener Bedingung erblicken würde. Es wurde erwidert: der erdes: ratl) erhebe eine Einwendung im gegebenen Falle nicht, indem die von dem Bischof Herzog vorzunehmende geistliche Hand- lung nicht aus ieiner eigenen Macbtbefrigniß, sonrern auf Grrmd eiiier fremden Aiiitsbefugniß inwlge Delegation zu geschehen bat.

Großbritannien_11_nd Irland. Londoxi", 8. Juli. (Alb). Corr.) Ter Hoi (iedelt, den bis ]eßt getronenen Dis- positioneii zufolge, am 19. d. M. von Windsor nach. OSborne über. _ Jhre ngstät die Königin wird daselbst einen Monat verweilen und Url) drinn direkt nach Balmoral begebe'ri. '

Jm Ariniirtigen Amte fand gestern Nachmittag eme Konferenz zwrschen etwa 250 Unterhausmitgliedern und den Ministern Earl Beaconsfteld, Sir Stafford Nortbcote, Oberst Stanley imd Mr. (Troß statt, um_den Stand der Staatsge1,chäfte,'insbesondere aber die Bestimmungen der ArmeediSziplin :Vorlage in Betreff der körperlichen Züchtigung zrx diskutiren. Egrl Beaconsfield, sowie die übrigen Minister erklärter), die Regierriiig sei [flest entschlossen,

“der Oppontion gegen die ArmeedieZziplin-Bi _erxergiichmdie SpiZe zn bieten Und die Maßregel noch in dieier Sesiion dur zubringetr. . ' ' _ '

Tie gestrige Debatte Über das DLSZLPUUÜVJUSZ in der Armee, oder vielmehr die Abschweifung zu der Frage “über die Abscbaftuxig der Vriigelftraie im Heere und ("tnf der lotte hat keinen (tir die Liberalen glücklichen EiridrUck interlaffeii. Die Spaltung innerhalb der liberalen Partei läßt sich nicbt ablengrien. _

Der „Times“ mird aus dem Fort Pearioii, unterm 14. Juni, gemeldet: _

ie langerirartete Bewegunx der Division Crealock hat endlich begonnen. Gestern brach der erste Theil der Division, be-

stehend aus den Biiffs, der Comragnie (). ron Lonsdale's Reitern und zwei Kanonen der 8. Batterie, 7. Brigade der Königlichen Ar- tilierie Unter Eliabri, auf, Um einer Kolonne von ca. 70 Waaen als Eskorte zu dieneri. Jobn Turin marscbirte beute mit 80 seiner Plänklcr ab, begleitet von Magnenda und 5 Anhängern. Die ziveite Kolonne, nämlich das 88. Regiment, die Marinebrigade mit drei (Gatlings, einem NeUnpfünder und zwei Raketen, und ein Trupp Kavallerie, erkc-rtirt ebenfalls einen Wagenzua. Die dritte Altbeilung, besiebcnd aus dem 99. Regiment, einer Batterie, Nettletons Eingeborenenkontingent und allen Ersaßmannscbaften, mariitirt am 19. ab. Bri jeder Kolonne befindet sich ein kompletes Feldbosbital. Fort (Frealock erhält das 99. Reqiment, zirei Kanonen und einen Trupp von Lonrdale'S Rritern al? Bei'aizung. Die Forts Pearson und Tencdos werden von etwa 300 Mann beießt, die ein Konralckzentenderot bilden; ein Detachement Matrosen sokl die Gescbüxe bedienen. Die Forts smd Verstärkt worden, um sie sicherer für eine kleinere Besaizimg zu warben. Eine Redoute wird zum Schutze des neulich gegründeten Hospitals errichtet. Oberst Walker ist mit dem Kommurrdo am unteren Tugela, einschließlich der Forts Pearson Und Teriedds, betraut. Ein kleinee, aber sebr starkes Fort ist an der Grenze, 12 Meilen flußaufrrärts, errichtet worden. Eine Bri'cke über den Tugela ist in dieser WOM fertig gestellt worden. Der (Gesundheits'zustand der Trbppen bat sicb etwas gebeffert.

Den „Daily News“ Wird ach dem Lager am Flusse Upokeo, unterm 12. Juni, gemeldet: „Heute lä_uft die Frist ab, die Cetewayo zur Zuriickxendung der 7p11'indigen Ge- schüße gestellt worden war. Dieselben smd noch nicht ab- geliefert“.

_ Das Gericht, welches zur Untersuchung der Umstände medergeseßt wurde, _die den Tod des Prinzen Louis NarZOleon herdeigesiihrt haben, hat (olgendes Urtheil ab- gege en:

.Das Gericht ist der Meinung, daß Lieutenant Carey seine Steliung zu dem Prinzen nicht verstanden, und daß er in Folge deff_en die VerantWOrtlichkeit, welcbe ibm oblag, nicht richtig ge- schatZt bat. Der Eeneral-Quartiermeister Harrison hat das Zeugnis; abgegeben,_ daf; Lieutenant (Carey das Kommando der Eskorte batte, wahrend. Lieutenant Carey bezüglich auf die Eskorte sagt: Nach WLW?! Ansieht hatte ich kein Kommando über dieselbe, Geccnuker der bestimmten und sorgfältigen Jn- struktion Lord Cbelznsfords, welche die Stellung, die der Prinz einnahm, bezeichnet, urid vorschreibt, daß er ohne Aus- nahme von ei,:er Eékorte uiiter Kommando eines Offiziers begleitet sein soüie, erachtct das Gericht, das; eine solche MeinungSverschieden- beit Zwischen Offizieren desJelben Departements nicht hätte stattfinden sollen. Ztreitens ist tas (Hertcbt der Ansicht, daß Lieutenant Carey sebr zu tareln ist, weil er nur Mit einem Theile der ihm vom General- Luartiermeister zugetbeilten Eskorte außgeritten ist. Das Gericht

kann den Einmand der Unverantwortlicbkcit arif Seiten des Lieute- nant Carey nicht zulaffen, insofern als er selbst vergeblich Schritte gethan bat, um die Eskorte zu erbalten; ferner gab die Thatsache, daß der General-Quartiermeister sick) auf den Jtelezi-Hügeln befand, dem Lieutenant Carey Gelegenheit, ihn in der Sache zu befragen, und er denn te dieselbe nicbt. Drittens ist das (Gericht der Meinung, das; die * abl des Kraals, bei dem Halt qe- macbt wurde, wegen der Deckung, welche die Umgebung dem Feinde gewährte und wegen des anliegenden schwieri en Terrains einen be- klageiiswertben Mangel an militärischer Vorsicht zeigt. Viertens be- dauert das Gericht ernstlich, daß keine Anstrengungen gemacht wor- den smd, die Eekorte zu sammeln und dem Feinde entgegen zu treten, wodurch sicb rielleicht die Möglichkeit ergeben haben würde, dieje- nigen, denen es nicht gelang, ibreii Rückzug zu bewirken, zu retten.“

Wie aus anderen Berichten hervorgeht, behauptet Lieute- nant Carey dagegen geradezu, daß er nicht „den Befehl über die Ecskorte gehabt habe, daß ihm ganz speziell befohlen ge- wesen sei, den Prinzen gewähren zu lassen. .

Die europäische Armee in Indien soll iii Folge der Beendigung des afghanischen Feldzriges demnächst u_m etliche Bataillone Infanterie, sowie um zwei Batterien redUzirt werden.

_ 10. Juli (W. T. B.) Auf einem gestern hier statt: gelzabten Vaiiket der Konservativen hielt der Staats- sekretär deS Auswärtigen, Marquis of Salisbury, eme Rede. Derselbe glaubte zunächst versichern zu können, daß die Stipulationen des Berliner Vertrages in ihren wesentlichen Einzelheiten zur Ausfiibrrmg gelangt seien, und daß die auSwärtigen Mächte, mit ihren eigerien Angelegen- beiten beschäftigt, den Wimscl) und das Bestreben haben, den Frieden zu wahren. Die Stürme der letzten Jahre ieren in der Abnahme begriffen. Von den zeitigen Konkurrenten um den Besitz der wichtigen Mittelmeerpoiitionen sei keiner „_ weder unter den fcbon bestehenden Reichen, noch Unter den _sich konsti- tuirendeii Nationalitäten _ mächtig geniig, Um eine iblclw Anf- gabe zu Übernehmen. DUS heutige reformirte ttirki)cke Reick) stütze sick) auf die Zristimmung seiner Untertbanen, welcbe sick) ZU rrbcilten, seiri ferneres Bestreben sein müsse. Der Friede, den die Türkei gegenwärtig erlarigt hat, sei ein Augenblick der Riibe; von der Anwendung, welche sie davon mache, werde die Zrikrmft bedingt werden. „Die türkische Nation besitzt die: jenigen Tugenden, welche ein Volk mächtig und reick) machen können; ich hoffe, daß ihre Staatsmänner den Mißbräuchen imd ter Korruption ein Ziel zu setzen wissen werden. Wir Unsererseits haben auf jeden Fall unsere Sckwldigkeit gethan.“ Zum Schluß erklärte der Minister: so sehr er anch den Wimsck) hege, sich fiir die Politik der auswärtigen Mächte iiicht zn interessiren, müsse er doch darauf bestehen, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen selbst ein friedliebender Staat, wie England, stets auf den Krieg vorbereitet sein müsse.

_ 10. Juli. (W. T. B.) Nach hier eingegangenen Nachrichten vom Kap, vom 24. Juni, traf General Crealock am 19. Juni bei dem Fort Chelmsford ein, und begann am folgexiden Tage der allgemeine Vormarsch. Am 21. Jimi kam man an den Umbalazi-Flnß. Man stieß niir arif unbedeutenden Widerstand. General Newdigate ist mit seinem Hauptquartier in Upoka eingetroffen. General Wood wird demnächst seine Verbindmig mit dem General Crealock herstellen.

Frankreich. Paris, 8. Juli. (Fr. C.) Der Aus: schuf; der Deputirtenkammer fiir den Geießentwurf, be- treffend die Rückkehr der Regierung und der Kam: mern nach Paris„ konferirte gestern mit den Ministern Leroyer, Lepésrebnd General Gresley. * Der einzige Diffe- renzpunkt zwischen der Regierung resp. dem Senat und dem Aussehuffe ist 1104) immer die Frage der Truppenrequi: ririin g. Der Ausschtisz besteht darauf, daß dieses Recht dem Präsidenten jeder der beiden Kammern direkt imd obne Ver- mittlung des KriegS-Ministers znsteben solle, und die Minister suchten ibn vergebens in dieser Forderung zu erschüttern. Er beschloß ztileßt, für den betreffenden Artikel des Gesetzes, Art. 5, 1111101118 wiitauciiZ die Formel des Dekrets vom 11. Mai 1848 anzunehmen, die auch spiiter in die Geschäfts: ordnung der Nationalversammlung Überging. Danach wtirde der Artikel lauten:

„Die Präsidenten des Senats und der Deputirtenkammer find mit dem Schuß? der inneren und äußeren Sicherheit jeder der beiden Kammern beauftragt. Zu diesem Bebufe haben sie das Recht, die bewaffnete Macbt uud aUe sonstigen Organe, deren Mitwirkung ibnen notbweiidig erscheint, zu requirireii. Tie Requifitionen können direkt an aUe Kommandanten und Beamte gerichtet Werden, die ihnen bei den im Geseke angedrohten Strafen sofort zu gehorchen baben. Jeder Pbrästiteiit kann sein Recht auf die Quästoren oder einen derselben 11 er ragen.“

Da?» Erträgniß der indirekter: Steuern imMonat Juni hat die Voranschläge des Budgets um 12 Millionen überstiegen. Fiir das erste Halbjahr 1879 beläuft sich das Pltis auf 59 Millionen in runden Ziffern.

Zn Nancy soll am 3. August ein Denkmal ThiercI' enthüllt werden.

_ 9. thli. (W. T. B.) Mehrere Zeitungen mel- den, das; der Marschall Mac Mahon bei dem Kriegs- Minister um die Erlaubnifz nachgesucht habe, sich nach ChiSlehurst zu begeben, um dem Leichenbegängniß des Prinzen Louis Napoleon beizriwohnen. Der Krieg?»- Minister babe darauf, nach einer Konferenz des Ministerraths, dem Marschal] Mac Mahon geantwortet, daß ihm die nach- gesuchte Erlaubniß nicht ertheilt werden könne, da bereits den Marfchällen Canrobert mid Leboeuf und dem Admiral Jurien de la Gravii-re eine solche Eilaubnifz verweigert worden sei.

_ 10. Jiili. (W. T. B.) Die von einigen Journalen gebrachte Mittheilung iiber eine kiirzlich im Ministerrathe vor- genommene Schäßung der Ernte, wclche ergeben habe, daß die Getreideernte in Frankreich unzureichend sein werde, entbehrt der „Agence Harms“ zufolge der Begründung.

Versailles, 9. Juli. (W. T. B.) Bei der heute in der Deputirtenk amm er fortgeseßten Berathung des Ferry'scben U11terricht§geseße§ wnrde der Artikel 7, welcher alle vom Staate nicht autorisirten Religionsgesell- schaften von der Ertheilung des öffentlichen Unterrichts aus- schließt, mit 330 gegen 185 Stimmen angenommen. So- dann wurde der Artikel 8, weicher dahin geht, das; jedes freie Unterrichtsinstitut und jede mit Rücksicht auf den Unterricht gebildete Vereinigun nur durch Grieß zur Ertheilung des öffentlichen Unterri ts zugelassen werden kann, genehmigt. Schließlich wurde das g anze Ferry'sche Unterrichtsgeseß mit 352 gegen 159 Stimmen angenommen. _ Morgen wird die Kammer die Berathung des Budgets beginnen.

Griechertland. Athen, 9. Juli. (W. T. B.) Die Kammern sind zum 17. d. M. zu einer außerordentlichen

i

Session einberufen worden und sollen sick) mit der Priifung der Finanzlage Griechenlands beschäftigen.

Rumänien. Bukarest, 9. Juli. (W. T. B.) Die Journale „Telegraful“ und „Romania libera“ be: sprechen das Programm der Verfassungß-Nevisions- kommission und weisen die darüber hinaUSgehenden Kon- zessionen in der Judenfrage zuriick. „Romania libera“ bemerkt hierzu ferner, daß, wenn Europa mit der vorgeschlagenen Löstmg der Judenfrage unzufrieden sei, es Rumänien ertragen werde, noch einige „Zeit in nicht vollständig anerkannter Unab- hängigkeit zu verbleiben.

Bulgarien. Tirnowa, 9. Juli. (W. T. B.) Heute Vormittag 9 Uhr wrirde in der historischen Krönitngßkirche ein feierliches Tedeum abgehalten, nach welchem die Eides - leisturig des Fürsten Alexan der stattfand. Der Fürst trug die rrissische GeneralSuniform und Hatte die Großkreuze verschie- dener Orden angelegt. Die Eidesformel sprach der Fürst fließend in bulgarischer Sprache, wacZ die Versammlung mit lebhaftem Enthusiasmuéx aufnahm.

Amerika. New : York, 7. Juli. (Allg. Corr.) Die Staaten Iowa, Minnesota und Wi§consin sind von einem Wirbelsturm heimgesucht worden, durch welchen 25 Personen getödtet, viele Gebäude zerstört und der Eisenbahnverkehr unterbrochen wnrde.

Nr. 12 des „Archivs für Post und Telegrapbie“, Bei- heft zum Amtsblatt der Deutschen Reickos-Post- und Telegrapben- verwaltiirig, enthalt: Aktenstücke und Aufsätze: Die Postverwaltung der Vereinigten Staaten von Amerika während des Jahres 1877/78. _ DteUPost - DampfsÖiffoerbindungen nach Südamerika Und ihr Werth )ur'die Entwickelung des überseeischen Handels. _ Die Lüne- bbrger Haide. _ Kleine Mittheilungen: Die Einnabmen der fran- zofiichen Post- und, Telegrapbenverwaltuna. _ Neue Kabel zwischen Europa urid Amerika. _ Die indischen Staats-Telegrapbenlinien im Jahre 1876/77. _ 115 1111111?er 61601710119. _ Literatur des Verkehrs- wesens: Erster Jahresberiwt de§ Vereins fiir Erdfaride in Meß fur 1878. _ Zcit"schrifien-Yeberschau.

_ Das Crganzmigshekt (Juni) zum „Archiv für Post und Telegrapbie“ entbalt: Die Postverbindunaen, Handels- und Ver- kehrsbeziebungen, zivi1chen dern Deutsck)en Reiche und den deUtjchen Konsulatsorten in außereuropäiscben Ländern.

Statistische Nachrichten.

" Uebersicht über die" Zahl der Studirenden aufder Koniglicben Unrversitat zu Greifswald im Sommer- Semester 1879. Im Winter - Semester 1878-79 find im- niatrikiilirt gewesen laut Personalverzeichniß 507. Nach Aufstellung dieses Verzeicbmmes Wurden noch immatrikulirt _. Zitsammen 507. Yavon ("wd abgegangen 131, es find demnach geblieben 376, dazu (md in dreiem Semester gekommen 175, die Gesammtzahl der im. matrikal'rten Studirenden beträgt daher 551. Die theologische Fa- kultat zahlt Preußen 48, Jiichtprerißen 4, zusammen 52. Die ]uristiscbe Jgkultat zablt" Preußen 81, Nickyrpreufzen 2, zusammen 83. Die medizinische Fakultat zahlt Preußen 223, Richtpreußen 21, zu- sammen 244. Die pbtlosopbisbe Fakultät zählt: a. Preußen mit dem ZeUgmß der Reise 138, 1). Pkßllßkn obne Zeugniß der Reife nach §. 36 des Prüfungßreglements vom 4. Juni 1834 19, 0. Nicht- preußen 15, zu1amnien „172. Außer_diesen immatrikulirten Stu- dircnden besuchen die hiesige Uniber1ität als nur zum Hören der Vorlesungen berechtigt, mit Genehmiaung des zeit. Rektors 4. Es nehmen mrtbin an den Vorlesungen Theil 555.

_ Das soebewersrhienene Doppelheft 111 und 17 der Zeit- schrift des Kb'nrglick) sächsischen statistischen Bureaus Pro 1878, redigirt von dessen Direktor, Regierungs-Ratl) Profeffor 0x. Victor B öbmert, enthält zunächst einen von demselben be- arbeiteteri ausführlichen Artikel: „Die Sparkassen des König- reichs Sachfer) in den- leßten _30 Jahren“, worin die ge- (chirbtlirbe Entrvickelung, die Hauptreiultate, die Venuyung und der Ge1chäitsumfa'.:g dieser so wvbltbätig wirkenden und iür das säidfiscbe Wirtbsrbaftsleben 10 bedeutsam gewordenen Institute, sowie die wicixtigiten innered Einrichtungen derselben eingehend besprochen Werden. Aus dem reichba1tigen Pkatcrial beben wir hervor, daß im Jahre 1848 in Sachsen erst 43 Sparkaften mit 74144 Konten und 10086 792 «F6. Guthaben und 1877 168 Sparkaffen mit 794243 Konten und. 293 887 679 „M Guthaben bestandeii. Die Sparkassen- einlagen smd mithin im lebten Menschexialtcr nahezu um das Dreißigfacbe und die Fahl rer Konteri um mehr als dus Zehnfache gestiegen. Während im _ Jahre 1848 im ganzen Königreiche erst auf 25,55 Bewvbner ein Sparkassenbrief) kam, War dies 1878 schon bei 3,60 Bewohnern der FaU. Während der durcbscbnittliche Werth eines Sparkaffenbuches im Jahre 1848 nur 136,05 „76 betrug, War er im Jahre 1877 auf 370,02 «74 gestiegen und das durchschnittliche (Hutbaben pro Kopf der Bevölkerung, Wclches1848 fick) nur auf 5,3824 belief, hatte 1877 be- reits eine Höhe von 102,66 „76 erreicht. Aus den Vergleichungen mit anderen Staaten ergiebt fich, das; Sachsen zu den Ländern mit den höchsten Sparbeträgen gehört, und daß es nur von einigen schiveize- rischen Kantonen Übertroffen wird. _ Ein zweiter Aufsatz von Dr. n*ec1.A_rtbur Geißler über ,Die Bewegung der Bevölke- rung im Königreich Sachsen während des Jahres 1877“ bericbtet über die in diesem Jahre stattgefundenen Eheschließungen, Geburten und Sterbefälle. Danach gab es im Jahre 1877: 24 919 Eheschließungen, 129 876 Geburten, 86 868 Todesfälle (darunter 4969 Todtgeborene). Im Jahre 1876 gab es 26 606 Eheschließungen, 131817 Geburten nnd 83 577 Todesfäile (daruriter 54-56 Todt- geborene). Das Jahr 1877 zeigt also wesentlich ungünstigere Re- sultate. Erfreulich i;x jedocb, daß die Zahl der unehelichen Geburten trotz der verminderten Eheschließunxien abermals abgenommen hat. Unter 100 Geburten Haben sick) früher gewöhnlich 14 bis 15 unebe- liche, im Jahre 1866 sogar 15,80 befunden, Seit der Aufhebung der Ebebescbränkungen sank der Proxentsats, und zivar im Jabrfiinft 1866/70 auf 14,31, von 1871/75 auf 13,17, 1876 auf 12,57 und 1877 auf 12,43 %. Der Prozentsatz der unehelichen Geburten ist in dem industriellen Resierunßsbezirk Zwickau am niedrigsten (11,38 0/9) urid in dem landwirtbschaftlirben Regierungsbezirk Bautzen am höchsten (15,33%)- - Im dritten größeren Aufsatz behandelt 1)r. Bölimert „Die Einkommens-Statistik des Königreichs Sach1en„s*'._ Er schildert zuerst die verschiedenen Entwickelungsphasen 'der sachsi1chen Einkomniensteuergeseygebung mit) die wichti,isten Außfbbrungßbestimmungen und vergleiä-t dann die Hauyter ebniffe der EinkommeiÖabsckzäßungen iti den Jahren 1875, 1877 un 1878. Darnacb betrug das eingeschäßte Einkommen in ganz Sachsen 1875: 1017,5 Mill. „46, 1877: 948,3 Mil. „66 und 1878: 927,4 Mil]. «74 Das Durchschnittöeinkommen pro einge- scbä te Person war 1875: 1047 „M, 1877: 949 „M und 187 : 917 “(4 und pro Kopf der Bevölkerung 1875: 398 „kla, 1877: 343 «M und 1878: 335 „M . _ Die rierte Hauptarbeit dieser beiden Hefte besteht in einer „Um- schau auf dem Gebiete der statistischen und volkswirtb- schaftlichen Literatur" von Assessor Arthur von Studnitz, wvrin über 200 neuerschienene Schriften besprochen Werden. _ Den Schluß bilden „Repertorische Rückblicke äuf_die wichtig- sten Begebenheiten, welche die Verfassung, Geußgeburg, Ver- waltung und Volkswoblfabrt des Deutswen Reiches und des Kön)?- reichs Sachsen berühren, auf das zweite Halbxabr 1878". Diee Rückblicke enthalten die Resultate der neuesten Erhebungen bez. der

Gewerbeiäblung des Deutsckxen Reiches, der Bodenkultur und Erträg- nisse des Königreichs Sachsen, sowie über das Kirchen- und Schick- wesen desielben, über die Mortalität im Jahre 1878, mit Beruck- sichtigung der hauptiääylichsten Krankheitßerscheinungen 2c. Die Zeit- schrift erscheint halbjährlich in Doppelbeften im Komnzission9verlag der Königlichen Expedition der Leipziger Zeitung zu Leipzig und der Buchhandlung von R. v. Zahn in Dresden und kann durch die Post und alle Buchhandlungen bezogen werden. Dieselbe kostet bei einem Umfange von jährlich circa 30 Bogen nur 3 „M _

_ Von dem Statistischen Jahrbuch, fur daI'Groß“ berzogtbnm Baden, Jahrgang 1877, ist die Z.,Abtbeilunq er- schienen. Dasselbe enthält 1) die Tabelleii uber die Statistik der bürgerlichen Rechtspflege: Rechtsstreiie in erster Instanz er- ledigt 1875 36208, 1876 40082, 1877 46159; von den Bür er- meistern erl digt 154 968 bzw. 174 591, 213 932, qulungßbefeLe; Ebescbeidungéklagen 140 bzw. 141, 160; Ebemchtigkeitßklagen 3 bzw. 4, 3; VermögenSabsonderungen 349 bzw. 372, 435; freiwiÜige Ehescheiduxigen 2 bzw. 0, 6; Adoptiouen 8 bzw. 1, 2, 2) Straf - rechtspilege: 1876 16 804 Fälle mit 9985 Yerurtbeilten, 1877 18 607 Fälle mit 11413 Verurtbeilten. Die zablreicbsten Ver- brechen find Diebstahl: 6527 Fälle und 3107 Verurib. bzw. 7174 . und 3358 V., Beleidigungen 3098 F. und 1614 B. bzw. 3116 . und 1605 V., KörperverletZungen obne tödtlicben Erfolg 2333 F. und 1877 B. bzw. 2854 F. imd 2612 V. Von den 11413 Be- strafungen im Jahre 1877 fielen 392 auf dieSchwurgeriMe, 3195 auf die Kreisgerichte, 7826 auf die Amthericbte. Die Bürgermeister erledigten im Jahre 1876 5519, 1877 5514 Beleidigungew. Wegen Polizeiübertretungen wurden in 1876 150 255, in 1877 156 026 Per- sonen bestraft, Wegen Forstirevel m 1877 114 356. Die Gesammt- zahl der Bestraften betrug im Jdbre 1877 272 636 oder.bd;i 6 Ein- wohnern 1; von den gerichtlichen „Beitrafungen tragen Verbrechen und_Vergehen„ kam 1 auf 132 Einwohner, von den durch die Bürgermeister verbangten Strafen wegen Beleidigung 1: 775 Eintr., von den Strafen wegen Forstirevel 1:15, von den Uebertretiiiigen 1:6 (Einw. Die durxbscbnittlirbe Zahl der Detinirten betrug im Jahre 1877 in „dem Zuchthause zu Yrucbsal 521, im Landesirefängniß zu Mannheim 225 und zu Brdchsal_244, zusammen 996 Pkämicr und in Bruchsa1 168 Frauen; in den K*rengefängniffen 145 Viädner, in den Amtsrxefängniiien 1013 U11!ersuchung§-, Haft- und Strafgefangene, in den polizeilichen Arbeitebäuiern 61. Der Verwaltunakgeriibtöbof erledigte 1876 90, 1877 78 Rekurse. _ Die Zahl der Gebornen betrng im Jahre 1876 63 203 (darunter 4787 Unebelirbe), 1877 61957 (4555 Uiierelickxe); die der Gestorbenen (incl. Todtgebornen) 1876 42 485, 1877 43865, die deereicbließungen 1876 12 320, 1877 11400. Es wurden mehr geboren als starben 1876 20718, 1877 18092; auf Lebendgeborenen kamen 1876 25, 1877 ebenfalls 25 Einwohner, auf 1 Gestorbenen 37 bzw. 36, anf 1 Ebesckyliefinna 122 bzw. 132 Ein- wohner. Selbstmorde kamen im Jahre 1876 269 (1 auf 5603 Einw.), 1877 291 (1:5179 Einw.) vor, geiraltsame Todesfälle in 1876 570, 1877 508, In der Heilanstalt zu Jilenaa war Ende 1877 ein Bestand von 407, in derjenigen zu Pforzheim ein solcher von 559 Pfleglingen, in denTaubstummenanstalten zu Mersburg 101, zu Ger- lacbébeim 98, in der Blindenanitalt zu Ilvesheim 44. Die Zahl der Aerzte betrug Ende 1877 525 (gegen 488 Ende1876),die der Chirurgen erster Klasse 14 (16), Zahnärzte 15 (17), Hebammen 2111 (2109), Tbierärzie 109 (107), Apotheker 202 (198). _ An den Spar- kassen des Großherzogtbums Waren Ende 1877 164035 Einleger mit durchschnit11ich 697 .“ (gegen 159182 Einleger mit 671 «76. Ende 1876) betbeiligt, Das Gesammtdermögen der Sparkassen be- trug Ende 1877 122 584 238 „76, gegen 114331850 «M in 1876. Die Bergwerke, Salinen und Hütten beschäftigten im Jahre 1877 671 Arbeiter, gegen 563 in 1876 und Produzirten 178613 Stk. für 1767101 „74 Wertb am Ursprungsort, gegen 162 214 Ctr. im Werthe von 1594748 „re; in 1876. Die Staatsdomänen brachten im Jabre 1877 7 402 077 „26. Einnahmen, gegen 1876 (_ 1508673 «W) und erforderten 3587 694 «(ck AuSgaben (_ 1508 324 914); ihr Werth berechnet sich, die Einnahmen zu 4 % kapitalisirt, per 1. Januar 1878 auf 117 600 000 «M. Die Steuer- verwaltung ergab im Jahre 1877 21550855 „ck (Einnahmen (1876 22 080 761 «M) und verursachte 18 870 490 «14 Ausgaben (1876 19 393 569 976). Das Grund- und Häusersteuer-Kapital betrug1877 2121 300 058 „FC, Kegen 1 343 610 795 “74 in 1876; das Gewerbe- steuer-Kapital 506107 738 «FL, gegen 501 736 053 „16. in 1876; das Kapital der Kapitalrenteniteuer 701724180-«76,4geaen 690 012 740 „44 in 1876; das Einkommen der 32 869 Klassensteuerdflickytigen 39 503 „0991.35, gegen 37 200 343 26. in 1876 bei 32 238 Pflichtigen.

Die direkten Steuern vertbeilen ficb auf den Kopf im Jabre 1877 Mit 675 „Zi. im ngre1876 mit 678 „5, die "Kierbraucbssteuern mrt 366 bezw. 346 „44 (in Mannheim 870 bezw. 871 „Z, KarlSrr-He 896 bezw. 893 45, Jahr 1081 bezw. 970 „_Z), die gesammten indi- rekten Steuern mit 495 bezw. 529 ck16, sämmtliche Steuern mit 1170 bezw. '1270 „66. An Bierbrauereien waren 1651 vorhan- den, 1595 im Betriebe; von den letzteren entrichteten 3 40 000- 50000 «14, 1 58736 «W, 1 61323 «Fk Biersteuer. Die Zahl der Branntwernbrenuer betraf 27757. Auf der Münze zu Karls- ruhe„wurden von 1.872 bis incl. 1877 105 668 950 «76 Reichémünzen g;.prqgt, die Mebrerr-nabme der Münzverwaltung betrug durchschnitt- lich im Jahre 102143 „Fl: Die Zollverwaltung batte im Jahre _1877 1035 645ck4Einnalßmen bei 1 659084WAu§gabewDieStaatß- ]chuld belief s1ch Ende 1877 auf netto_ 10 013 319 „il; (gegen (Ende 1876 590 538 akt) der Amortisationskasie und netto 286335569 «54 (+ 10347 283 “M) der Eiienbabn-Tilgungskaffe. Brände trafen 1m_ Jahre 1877 1055 Gebauke, fiir Welche an Entschädigung 995 012 «14 ryn der General-Branikaffe Uiid 209 495 «76 von Privat-

(sell (haften Mme 10 083 «76 für Zöschmaßregeln beaiitragt wurden.

uz „ahre 1876 batten 1166 Gebaude durcb Brände Beschädigu.rgen erlitten. Von Zeitungen erschienen irn Jahre 1877 81 politische und 72 Unterbaltungßblatier, gegen 78 bezw. 70 in 1876. Die leßte Tabelle des Werkes weist die Ergebnisse dcr an den meteorolo- gifckoen Stationen des (Groizberzogtlwmd Baden im Jahre 1877 angestellten Beobachtungen nacb.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

. Am 3. Juli starb in Dresden ein Altmeister der deutschen Klinsi, der Hicnorrenmaler Profestor Karl Gottlieb Peschel. _ In Tubingen ist am 5. d.'M.' der ehemalige Professor der Philo- sophie ein der dortigen Universität und philosophische SchriftsteUer, ])r. ReiDif, „verstorben.

_ re in der geographisch-statistischen Abtheilung des Gro en Generalstabes bearbeitete Registrande (Berlin, Verlag ßvon E. S. Mittler U, Sohn, Kgl. Hofbuchhandlung) ist eine in weiten Kreiien mitAnerkennung aufgenommene Jahresfchrist, welche einen Theil der,1m Generalstabe zusammenfließenden oder dort gesammelten Mit- Tbeilungeii, Notizen unduQueUennqchweise der Oeffentlichkeit zugäng- lich macht und 'dadxirä) tiber den Kreis der eigenen Bureaus hinaus fdrdernd urid hilfreich, Wirkt. Ist doch ein Wesentlich nur der litera- rischen Orientirizrxg dieriendcns Werk von so großen Dimensionen und so seltener Vollitaundcgkeit uberhaupt nur von einer Centralbehörde zu schaffen, welcbeubcr entsbrecbende Mittel und über das nothwen- dige Personal gibietet, zygleicb aber auch von so weit reichenden Ge- sichtspunkten außgebt, 'Wie es der deutsche Generalstab thut.

Der 'iocben crsrhtenene 9. Jahrgang ist nach Einrichtung und Wesen (eiiien Vorgangern durchaus gleich, Weil fick) die gewählte Form bewahrt hat und Werke dieser Art vor Allem die Kontinuität zu wahren haben, da nur Gleichartigkeit der Behandlungsweise die 5LYrientirrmxi 111 dem gewaltigen Material ermöglicht, das in einer Reihe von Jahrgängen zusammengebraxbt ist. An Umfang hat dieser neue Band, selbst gegen ,den bisher lLtarksten, den achten, abermals etwas zugenommen, weil die Za [ der gelesenen Zeitschriften großer geworden ist, Im (Ganzen bringt diese Registrande an ' 10 000 Qxellennachweise und Notizen über geographisch- stattstifche Verhaltnisse und über das Gebiet der HeereSorganisa- tion und Formation der europäischen Staaten (und ihrer Kolonien.

Original und in gleicher Art nirgends zu finden, sind die Mittheilungen über die Landesaufnahmen in Europa, welche der Redaktion meist direkt von den betreffenden Behörden zufließen. Die Uebersichten über „die Entwickelung des Heerwesens, insbesondere der großen Militarmäcbte, sowie die sehr voliständigen Darlegungen der Fort- schritte des Verkebréwesens verdienen besondere Aufmerksamkeit. Fiir die Bibliotheken der Behörden, Lehranstalten und Truppentbeile, insbesondere aber für die Bureaus der_Anstalten für Handel und Verkehr, sowie für die Redaktiynen größerer Zeitungen bildet die Registrande der geographisch-statiitiWen Abtheilung eine unschätzbare Fundgrube und ein vorzüglicbes Mittel zur Orientiruna in de: (0 außerordentlirb weitschichtigen Literatur über Landes:, Staats- und Völkerkunde.

_ Mit dem kürzlich ausgegebenen 3. Heft gelangte der17. Voiid des „Neuen Archivs der Gesellschaft für ältere deiitsche Geschichtskunde zur Beförderimg einer Gesammtausaabe der Quellenschriften des Mittelalters“ (Hannover, Habnsckx Buchhand- lung) zum Abschluß. Das Heft brinat an der Spike einen um- fangreichen Beitrag von Hermann Brofien: über .Wilbelm vori Nangis und Primat“. Der Verfasser verlegt die Lebenézeit des erst- genannten Möncbs von St. Denis, Biographen Ludwigs 111. und Philipps 111., in die Fabre 1250-1304 oder wenig später, und weist nach, das; derselbe die Chronik Primats (ebenfalis Mönch in St. Denis. aber etwas friiher (112 Wilhelm von Nangis) für seine Gesta Ludovici bewußt hat. Eine &"):genübersteüung mit der französisrben Ueberietzung Johann von Vignay's ergiebt dies ziir Evidenz. Aach in den (Hesta Philippi find die Anklänge an PrimattZ (Erzählungen zahlreich, aber es mchrcn sich hier die Abweicbungen. Der Verfaiier kommt daber zu dem Resultat, daß Wilhelm (imb Mar- tins ron Troppau 611r011i60n 607411166171 und imperaroriim. sowie zwei Fortseßungen benutzt bat. Niemand Werde dagegen behaupten Wollen, daß *1 rimat, dessen Werk Wilhelm von Narrgis bis 1277 benUizt bat, dann selbst desien am Aniking de»?- 14. Jabrbunderts ver- faßte (Chronik aus;;escbrieben habe, um mit dem Tode Philipbs 111. seinem Werk einen pasieuden Abschluß zu geben. Jedenfaüs sei es ein Anderer gemefen, der, narbdem er ViLiiiicbt eine Abschrift ron Primats bis 1277 reichender Ebro- nik gemacbt, mit Beiiutzung Wilhelms die Geschichte Philipps d.s Kühnen beendet habe, und zwar sei dies im ersten De- zennium des 14. Jahrhunderts geschehen. Primais Werk mit dieser FortsetZUng babe 001111 Johann von Virtual) übersetZt, obne zn wissen, daß nicbt die (iarize Chronik von Primat? Hand berriibrte Der Fortseßer „kale sich nicht genarint, er; sei jedoch möglich, da)"; Wil beim selbst am Abe;d seines Lebens, als er jene Parthien der Chronik schon gescbrieben, das nun schon revidirte Yiiannskript des Primats von 1277 ab ergänzte. Allein_ e-s bleibe eine Vermntbun-z, für die ein Beweis nicbt leicht beiznbrmgen sci. Ebenéo gut könne es ein anderer Klosterbrizder gewesen sein.

Daran sch1ießt ficl) die 3. Fortsetzung (Sibluß) der Abbandlung von Ernst Diiwmler in Haile: „Die bandfcbriftlirbe Ueberliefermig der lateinischeri Dichtuiigen aus der Zeit der Karolinger“. Hervor- [)LÖUUJ'VUÜLULU aus diesem letzten Theil: die (Gedichtsammlung aus S. Zliiqirier in der B.:rgmidischen Biblibtbek in Brüssel, die Abjckwitte iiber den Mbiicb Milo zu St. Amand, über Herian oder Heiricb , über Johannes SCOWS, den bekannten iriickxen Philosophen am Hofe Karls ch; Kahlen, über die eii'.[e'itcnden Verse in den Pracbtbibeln uns der Zeit Karl“; des Kahlen, iiber Hinkmar, Erzbischof von Reims, Ratpertus von St. (Gallen, den bekannten Notkerus BatbiilUH, Hircbaldus, den Ver- faster der „1101057366 035713“ zu Ehren Karls des Kahlen (136 Hexameter, deren )ämmtliche Worte mit (: anfangen), und iiber die (Grabiibriften aus der Zeit nach 840 _und sonstige Inschriften.

Es folgt dann die Fortseßung des Katalogs der fiir die ältere deutsche Geirbichte, r-amentlicb die „Il0111111101168- Sermznjas“ verwertb- baren Handschriiten in englischen Und deutschen Bibliotbeken, welchen Si. Waitz dem Bericht Über seine Reise 11:10) Ermland beigegeben bat. AUS der Bibliothek des weiland Sir Thomas Phillips in Cbeltenbam find namentlich von Jntereme die Urkunden, betreffend den Streit Kaiier Heinrichs 1711. mit oem Papst Clemens 17. und dem König Robert von Sicilien. _ Den Schluß bilden versrbirdeiie kleiner: Nachricbten, Berichtigungen, Nackyträge und das alphabetische Register des 17. Bandes.

_ Das Zulibeft der „Deutschen Rundsrbaii“, beraus- gegeben von Julius Rodenberg, Verlag von Gebrüder Pätel, Berlin, enthält ein von Julius Wolff qedicbteics Festspiel zur Goldenen Hochzeit des Kaisers und der Kaiserin, ferner den Schluß der Novelle „Der Kaßenjunker“ von Louise von Fraueois; eiiie (1110110111? Ab- handlung Über die Neuere russische Memoircnliteratur. zur Charakte- rifirung derjenigen Generation, welche dem beute lebenden rusfiscben Geschlechte unmittelbar voraukigegangen ist. Professor 131“. B. Erdmmn ,in Kiel giebt die Abschnitte 111._7. feiner Cbarakteritiik der Philosophie der Gegenwart in Deutscblumd, Ludwig Pietsch eine Beschreibung der Berliner Nationalgalerie. C. Hübner schildert in dem Aufsatz „Römisches in Deutschland“, welcbe Spuren der römischen Verwaltuugßpolitik fick) in Deutsch- land nocb erbalten haben. Den Scbluf; bildet die Bestbreibme der Hairaiischen Inseln, aus der Feder des Marine-Stabkarztes ])1'. „libr, Welcher diese Inieln im Fabre 1875_ mit S. M, Schiff „Arcona“ besuchte. In der literarischen Randichau behandelt W. Scherer in Anknüpfung an die neuesten Novellen ben Rud. Lindau und Friedr. Spielhagen die Technik der modernen Erzählung.

__Jn der Nr. 6 (26. Jabraang, Juni) des allen Freunden vater- ländi1chen Alterthums bekannten und stets willkommenen „Anzei- gers für Kunde der deutschen Vorzeit“, Organs des (Germanischen Museums in Nürnberg (Red:.ktion: 1)r,A. Efienwein und Dr. G. K. Frommmarin) findet der Leser_wieder eiiie Reihe sehr interessanter Beiträge, als über den Freibrief der Stadt Plxiren vom Jahre 1388 (von Jol). ier daselbst); charakteristiscbe lateinische Vers: aus einer Münchener Handschrift des 14. Jahr- bundertS (gegen die Bettelmönwe U80 auf den Frühling), von W. Wattenbacb in Berlin; iiber die ixeraldischcn Kronen auf Siegeln dcs nkderen Adels, bon 1)r, Freiherr Retb ron Schreckeiistein in Karlsruhe; „Etliche Kauffmans Reguln, deren sich Junge Han- delsleutb oder derrn fleißige Diener gebrauchen sollen“ (von Hans Boesch in Nürnberg) 11. Besonders anziehend und belehrend aber ist ein mit mehreren Holz1chnitten (darunter eine genaue Abbildung der alten deutjcbew Kaisxrkrone) ausgestattete Abbaiidlung über Kronen von A. (Es]enwein. _ In der Bei- lage wird unter „Chronik des germanijchen Museums“ mitgetheilt, das; der Hofrath Dr. (E. Förster 8-11. in München den bedeutenden band111ri1tlichen Nachlaß Jean „Pauls dem Museum übergeben und demselben fiir den Fall des Verkaufes das Vorkauferkcht über- laiien hat, so das; zu hoffen ist, diejer Schatz Werde der Anstalt für immer Verbleiben. Die Neubauten machen Fortschritte, und ist zu erwarten, daß der Victoriabau noch vor dem Herbste im Wesent- lichen voÜendet sein wird.

München, 7. Juli. (Allg. Ztg.) Se. Majestät der König bat, unbeschadet und vorbehaltlich einer allgemeinen Revision der Satzungen für die Akademie der ,bildenden Künste vom 14. August 1846, genehmigt, daß an die SteUe der bisherigen Be- stimmungen über die Dauer der Studienzeit an der '.;ikademie, mit dem 1. Oktober 1). J. beginnend, folgende Normen, und zwar zunächst in provisorischer Weise, treten; Die Dauer der akademischen Studienzeit wird im allgemeinen auf acht Jahre festgeseßt. Hierbon sind in der Regel fünf Jahre auf die Vorbereitungsklaiien und drei Jahre auf die Komponirklaffen oder sortenxmnten Meisterschulen zu verwenden. Der Lehre konvent ist ermachiigt, in einzelnen Fällen nach näherer Würdigung den Aufenthalt abzukürzen oder zu ver- längern, jedoch in der Art, daß die Wesammtdauer des Aufenthalts eines Eleven an der Akademie den Zeitraum von zehn Jahren nicht überschreiten soll.

St. etersburg, 8. Inli. Wie _die „Neue Zeit“ meldet, wird die aiierlicbe Bibliothek in Balde ihren Generalkatalog veröffentlichen.

Land- und Forstwirthfchast.

Bern, 7. Juli. (Bund.) Die 5konomische Gesellschaft des Kantons Bern verjammelte sicb gestern in Spiez zur Be- sprechng der Einführung ein (? schweizeriichen Heerdebnches. Die Versammlung faßte folgende Resolutionen:

„l) Die den 6. Juli 1879 in Spiez versammelten Viehzüibier des Kantons Bern erklären nach den erbaltenen allseitigen Auf- schlüiien über die Grundlagen des schweizeriiiben Heerdebucbes ihr Foslslsxémdiges Einverständniß mit der beabsichtigten Einfiihrung

e e en.

2) Dieselben halten den Termin (15. August 1880) zur Anmel- dUng als ausreichend und erwarien, das eidg.Devartcment für Handel und Landwirtbsrbaft Werde die AuHirabl der fiir das Heerdebuch be- stimmten Thiere eiuer Juri) bon durchaus tüchtigen Fachleuten an- vertrauen, Und, wenn immer tbmilicb, dahin wirken, das; das schwei- eriickoe Heerdebucl) durch einen mit der schweizcrischenVierzUcht genau vertrawtewAngeiéeUieu auf dem eidg. Departement für Handel und LandwirtbiÖaft inern geführt werde.

3) Dieselben 1P_recben iibließlicb die bestimmte Erwartung atis, es Werden die Voritätide b:ider sck1veizerischen landwirtbsÖaitlickpen Oauptrereine und daß „eidgeiiöifiiche Hardel'v Und Lamdwirtbschafts- departewent der Eiitrvicklung 1766 ichweiierischen Heerdeburbes Und damit der Hebung der Viebzacbt aiich fiir die Zukiiiift die verdiente Aufmerksamkeit 1cbenken und dem laiidwiribichaftlirben (Verderb: im AÜaemeinen das bis dato bewiesen»- Wrbliroslen auch fiir die Zir- kimft erhalten und bewahren.“

Berlin, den 10. _Jiili 3879.

Abs Oschcr:leben wird der „M.)Jdeb. ZW..“ Unter dem 8. Jiili geschrieben: DurÖ das von der KönigliOeii Regierung zu Magdebnrg genebmiqte Ortsstatut, betreffend die BésteUérUUJ öffentlicher Liistbarkeiteri, wird lkrffeiitlick) die Belästigmig des Publikums, nementlicb die bisberige. fast imUiitcrbrowxne Straßenmusik, rerringert werdeii. An Abiiaben ;,ur städtisch Armenkaise sind WU jetzt Ob für Öffentliche Liisrbarkeiten JU exit- richtcii: für Taiizlnstbaikeiteii ZW., sofern dieselben iiiDt Über 10 Ubr Abends, Und 5 „)(-., sofern sie länger daUerii _ fiir Markenläile 9 «44 _ fiir mniikaliscbe Uiid deklainatrriscbe Vorträme, die in die Kategorie der Tingeltangel falien, 3 .Fr: pro Tag _ fiir geirerbs- mäßig betrieberie Straßenmrriik pro Person 50 „1, im bbibsten Falle jedoch 3 „44, und fiir gewerbsmäßig betriebeiicd chbdrgelspiel 50 „3 _ fiir ein Caronsßl pr.» Taxi 1 «(6 _ fir eiiie Sibieiwiide 1 „16. PM Tag _ fiir andere zur Belirstigimg dieiixiide Schaii- und Dir- stellungen 1 bis 3 „76. pro Tag.

Die siebente all.:emeine Beriammlring der Eva;;ge- liscbeii Allianz, siiidet ZU Basel in dcr Ze:t vom 31. "Iiuga'st bis 7. September 5. “J. statt. 1) Meidiixigeii ziir Tbeilriabme ("md svätesteris bis Zum 1. AUgixst er. an den Sekretär des betreffenden ZweigeÖ zu richten, iii Deiitickxlaiid an den Prediger Baumaim, Perliii R., Brunnenstraße 141, spezieii im Westen an Prof. Ur. Cbristlieb zu Bonn a. Rhein. Liiimelditngen ZU freier demmig Werden wabrscbeinlicb rcriickfichiigtwerrcn kbiiiien; a:“ideriifaiis erfolgt die Versorgxénsi mit Wohnung und 11:3terbalt diirch dar; Comité- irt einem (»döastbof tür 5 Fr. dri) Tag. 21Dieilieise wird entweder durib Elsaß-Lotbringex oder mit Niei-licben Rutidreisebiliets (mir 30täaiger Dauer) angetreten. Die Tirrktion dcr StaaZLbabiien in den Reicbélanden giebt Win 105311131111 ab Fahrbiiieis aiif aiiexi Stationen nach Basel zum einfachen Fabrbreise aux, die bis ziim 20. September zur freien Rückfahrt in derselben Wageiiklaffe be- rerbtiiien. Die LegititUQiion erfolgt anch Vorzeigmig der Einladung iiach Basel, die Billets tragen aiif drr Riickieitc den StarioriÖ- stempel. Ans Baden und Württemberg ist dieGewäbr gleicber Ver- günstigung 11133) nicht eingetroffen. Die Rieselsrben Rundreisebillet-Z Von Berlin iracb Basel iiber Halle, Frankfurt a. M., Darmstadt, Heidelberg, Karlsruhe oder Yiainz. Worms, Straßburg und um- gekehrt kosten 118,80_89,20_66,25 „75: Diese BiUets sind aucb von anderen Punkten DeiitsÖlands ans za beiiebem Anfragen an Carl Riefels Reise Comwir, Berlin ZW„ Jerusaleiiierstraße 42. Lien Frankfurt 61118 nimmt man im „Unirrrsal-Reise-Cdmwir“ fiir eine etwaige Sébweizreise ein 30tägiges Nimdreifebillct iiber Heidelberg, Offenburg, Basel, Thiim, Jnterlakrn, Fliieleii, Luzern, Sibaffbauien, Singen (SÖwarzwald), Offxnbiirg, Frankfurt imd Umgekebrt fiir 73,10-53,40_36,90 „16. RetourbiiletI nacb Frankfmt mit 30täJiger Dauer kosten eberidort ab Berlii160_45_30 .li-, ab Magdeburg 56-42-28 „FC:, ab Bramisibweig 48_36_24 26, ab Kreiemsen 34 _25_17 «46, ab Kaffe[ 24_18_12 .“:

Haag, 6. JUli. (Cölri. Ztg.) Gestern ist eiiier der LiVJC- borenenFürsten VOU Niederländiscb-Jiidien, der Pax“.- geraii Hario Gonddfiino, Fürst Soloreii, nebst seinem Sobiie Und Gefolge bier angekommeii. Er trägt eurepäiscbe Kleidaiig, spricht holländisch und fiibrt eine eigene Ulkufikkapclle von zehn männlich und zivei w:iblichen Spielleuten mit siti“. Dieselbe befindet sich augenblicklich in Arnbeim, w:) )ie ron den Besuchern der *JLUHsieliung aiigesrannt wird.

Londou, 1. Jizli. (Allg. Corr.) Mr. Hermuzd Rassam ist nach Volienduna (einer zWeiten asfbriscbeir Expedition nach England zurückgekehrt. Er bringt eine reiche Sammlung VON Alter- tbiimerwmit. Die Ergebnisse der letzten Reise fird mannigfacber als die irgend einer Expedition seit den ersten Criorscbungm unter der Leitung Layards. Bald nach dem Begirm sei.:cr Narbzrabdngcn in der) Crdbiixrln von Ninive!) gelang es Hrn. Raiiam, eine Stäite zu ersoricben, die als verbotenes Terrain galt. Dies war der Erd- bügel Nebbi Yunus, daS angebliciée Grab des Propheten Jonas). Jn dieiem Erdbügel entdeckte er Ueiscrrestc von Palästen, die von (Einr- baddcn imd Selinacberib errichtct worden. Rasiams Arbeiten haben zii dcr Aaffindung einer großen Anzahl von Jiischriftcn, darunter viele von sehr großem Jntereffe,_ geführt. Nach dem Südeii zu beiurbte er Nimrud, Wo er (eine Arbeiten in dem Tempel der Venus fortsetzte. Dieses Gebäiidc. welches er wäh- rend seiner früherem Expedition entdeckte , wurde nun gründlich untersucht, und es stellte sicb Heraus, das; es ein großer offener Tempel sei, der die Srbrciric versckzicdcner Gottheiten enthielt. Man fand auch eine Anzahl ron Sitzen, in parallel laufenden Reiben geordnet, die einen Mittelflügel vom Hauptaltar aus bildeten. Der jetzt iriedergefundene Plan s.l=eint die Ide: zu begünstigen, daß es eine Art von Forum War, in rrclrbem kirchliche und andere Beratbschlagungcn abgehalten wurden. Raffam dehnte feine Operationen auf Felder aus, die seit der Layardscbcn Expedition unberührt geblieben, und er war im Stande, eine Reihe von Er- forschungen auf den Crdbügeln des alten Babylons auszuführen. Hier waren seine Entdeckungen besonders glänzend. In einem bisher unberührt gervesenen Erdbü.:el entdeckte er einen Palast Nebucad- nezars mit reichen emaillirten Säirlen, Balken aas indischem Holz und vielen Anzeichen, 'die dacan hindeuten, daß es ein prächtiges Gebäude gewesen. SemeNachYabungen in dem Erdbüqel des Birs- Nuxrrud, der iyutbmaßliihen tätte dcs Thurms von Babel, baben erwiesen, da)“; die Zerstörung dieses großartigen Gebäudes nicht dem BUL oder einem feindlichen Angriffe zuzuschreiben ist, sondern daß eine vulkanische Eruption das Gebäude zertrümmert hat.

' St. Petersburg, 8. Juli. (Journ. de St.Pét.) Der .Re- gierunasboxte“' veröffentlicht fr)]aendes Telegramm aus Jrkntsk, vom 22. Juni (4. Juli): Die Stadt Irkutsk ist beute von einem furchtbarew Brcrnde verbeert wvrden. 14 Stadttbeile find abge- brannt. Em großer Theil der Einwohner ist ohne Obdach.