1879 / 161 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 12 Jul 1879 18:00:01 GMT) scan diff

Personalveränderungen.

Königlith Preußische Armee.

Ernennungen, Beförderungen und Veriexzungen- Jm aktiven Heere. Ems, 5 Juli. Doerck, Sec. Lt. vom Gren. Regt. Nr. 3, in das Inf. Regt. Nr. 118 versetzt. v. Hüls en U., Sec. Lt. vom Garde-Gren. Regi. Nr. 1, vom 1. Sep- tember ab zur Dienstleistung bei dem Garde-Kur.Regt. kommandirt.

Abschiedsbewilligungen. Jm aktiven Heere. Ems,

1. Juli. _ _ Regt. Nr. 14, mit der Erlaubntß zum _sernerxn Tragen der Unif. gen. Regis. zur Disp. gestellt. _ 5, Juli. Kirby, Hauptm,a.D., zuleßt Pr, Lt. im 3, Garde-Gren. Labbw. Regt., die Erlaubniß zum Tragen der Landw. Armee-Unif. ertbeilt.

Rll. (Königlich SächsischeS) Armee-Corps. Juni 1879.

Ernennungen, Beförderungsn iznd Vv_r1eyunxien. Jm aktiven Heere. Martini, uberzabl. Maxor des Inf. Regts. Nr. 106, zum etatsm. Stabsoffiz- beim Ini. Regt. Nr. 102 ernannt. v. artmann, Pr. Lt. des Gren. Regis. Nr. 101,

Sie!, Pr. 1. des Inf. Regis. Nr. 106, b. Klenck, Pr. Lt. des Fuß Regis. Nr. 102, Frhr. v. Münckbau1en , Px. Lt. des Inf. Regis. Nr. 104, zu Hauptleuten und Comp.Cbef_sbeforder1. Vogel, charakteris. Pr. Lt. des Inf. Regis. Nr. 106, mri dem Patent _vom Tage seiner Cbarakkerisirung zum etatSm.Pr. Lt. erncznnt. Barixig, Sec. Lt. des Gren. Regis. Nr. 101, zum Pr.Lt. beiordert. v. Hin- über, Hauptm. z. D., zum Bez. Adjut. des 2. Bars. Landw. Regis. Nr. 106 ernannt. v. Seydlirs, Sec. Lt. 3. D. und Bez. Adxut. des 2. Bats. Landw. Regis. Nr. 104, der Charakter als Pr. Lt.

verliehen. Im Beurlaubtenstande. Blum, Sec.Lt. der Res. des

nf. Re ts. Nr. 107, Babmann, Einenkel, Yeidb_cx_rdt, F. Sckwgarze, Braun, Sec. Lis. der Res. des Sckußen-Fu11[rer- Regis. Nr. 108, zu Pr. Lts. der Res., Löier, Sec. Lt. der Landw. Inf. des 1. Bals. Landw. Regis. Nr. 101, zum Pr. Lt. der Landw. Inf. befördert.

Abschiedsbewilligungen. Jm aktivenHeere. _Geber, Pr. Lt. des Gren. Regis. Nr. 100, zu den OM. der Re]. seines Regis., r. Rabenborst,_Pr. Lt. des Fuß-Art. Regis. Nr. 12, zu den Offiz. der Landw. FUR-Art. verfaßt. Frhr. V. zzucbs-Nord- hoff, Sec. Lt. im Ulan. Regt. Nr. 1_7,_ behufs Uebkrtritis in die Königl. preuß. Armee der Abschied bekriliigi.

Jm Beurlaubtenstande. ReZei, Sec. Lt. der Res. des Inf. Regis. Nr, 107, mit scklicktem Ab1ckied enilaffen.

Jm Sanitätscorps. ])1'. Hellge, OberStabsarzt 2. K_[. des Ulan. Regis. Nr. 18, in Genebm. 1eines AbschiedSJefucks, mit der geießl. Pens. und der Erlaubnis; zum Fortiragew der bisher. Unif. mit den vorgeschriebenen Abzeicken zur Disp. gestellt. ])r. Cabnb eim, Assist. Arzt 1. Kl. d«s Gren. Regis. Nr. 101 zu den Aerzten der Res. des Landw. Bats. Nr. 108 verseßt.

Illi. (Königlich Württembergisrhes) Armee-Corvs.

Ernennungen, BeförderUngen_u1_id Veriebizngen Jm aktiven Heere. 25. Juni. v. Triebig, Gen. Maxor und Krmmandant von Stuttgart, zum Vbrstand des Ober-Yexrutirungs- ratbes ernannt, _ 26. Juni. 19. Gottberg, Konigl. preuß. Ritjm. 13- ]a 511th des Hui. Regis. Nr. 5, von dem Kommando als Adjut. beim Gsneral-Kommando F111.Armxe-Cbrps entbbben. _ 2. Juli. 1). Wbllwartb, Ritim. und EScadr. Chef im Ulgn. Regt. Nr. 20, als Adjut. zum General-Kommando kommandtrt. Neidhardt, überzäbl. Riitm. im Ulan. Regt._ Nr. 19, zum ELcadr. Cbef im Ulan. Regt. Nr. 20 ernannt. Trobner, Sec. Lt. im Ulan. Regt. Nr. 19, zum Pr. Lt. befördert, unter Vorbehalt der Paientirung.

Absckiedsbewilligungeme aktivenHeere. 25. Juni. Graf v. Sckéler, (Hen. Lt. a. D., von der Siebe des Vorstandes des Ober-Rekrutirungsratbes entbunden.

In der Kaiserlichen Marine. Ems, 5. Juli. 5. Henk, Vize-Admirak _und Direktor der Ad- miralität, in Genehmigbng seines Abschiedsgeiucbes mri Pension zur Disr. gesteÜt.

Yitbtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Veräin, 12 Juli. Se. Majestät der Kaisßr und König machten, wir „W._ T_. B.“ aus Ems Méldet, gestern Nackmittag eiiie Spazieriabrt, besuchten am Abend die Tbsatervorsteüung Und wohnten spater dem Feuerwerk bei. _ __ _

Die Kur ießon Se. Majestät in gewohnter WSUS “sort.

Se. Majssrät der Kaiser und König wsrden am 14. d. M. in Coblenz Erwartet, um daselbst einige Tage vor der Weitsrreise nacb Gastein zii verweilen. _ _

Beide Majestäten treffen Mitte _Au ust auf Schloß Vabslsberg bei Potsdam ein, wo der Amentßalt bis zur Ab- reise nach Königsberg dauern wird. _

Yk? Majestät die Kaiserin-Königin begleitet Se. ajestät auf einige Tage nach Königsberg, w1_rd absr von dort direkt zum Kurgsbraucb, nach Baden abrei1en und daselbst am 10. Srpiember Lintrbffen.

_ Der Bundesratb hielt gestern eine Sißung unter Vorsiß des Reichskanzlers, Vorlagen, betreffend 5, Eiatsiibersckzreitungen aus der Reckznungsperiode vom 1. Januar 1876 bis [eßten März 1877, 1). die (Hrbübr fiir die postamtliche Bebändigung gerichtlicher Ver- fügungen, 0. den Entwurf eines (He eßes fiir Elsaß=Lothrin en in das uiibewegliche er- mögen 2c., owie einigs Fragen, betreffend die zollamtliche Be- handlung von Wein und Mineralölen, wurden den betreffen: den Ausschüssen überwiesen. _ _ __ _ Ferner wurde das Einverständnis; damit erklart,_daß die zuständigen Landesbehörden schleunigst_ rnit der _Weisung zu versehen seien, auf Antrag der Betheiligien Prwat-Transtt- läger fiir Petroleum ohne amtlichen Mitver1chluß zu bewilligen. Auf Bericht des Ausschusses für Zosl: und Steuerwesen wurde sodann Beschluß gefaßt iiber die Anordnungsn, welche wegen Aufsieiiung des amtlichen Waarenverzeichniffes zum neuen Zolitarii und wegen Erlases der sonst zu treffenden Verwaltungsvorschristsn erforderlicé; werden.

Endlich wurde Beschluß gefaßt iiber die Siebung, welche bei der dritten Beratbung des ZoÜtarifs im Reichstage ein- zunehmen sein werde.

_ Der Ausschuß des _B_unde§ra_ths für ZoU- und Steuerwesen, sowie die bereinigien Ausnbüffe desselben für Zuftizwesen und für Elsaß-Lothrmgen hielten heute Sißungen.

_ Der Schlußbericht Über die_g_estriiée Morgen- siß..ng und der Bericht Über die gestrige A endsißung

übsr die Ywangsvobstreckung

welcher der Präsident des Reichskanzler: _xnts, Staats-Minister Hofmann und mehrere andere Bevdllmachtigte zum Bundes- rath und Kommiffarien desselben beiwohtiten, seßte das Hqus die dritte Berathung des Zolltarifs mxt Pos. 27 (Papier und Pappwaaren) fort. Auf den Wunsch des Bundes- kommiffars wurde ein hierzu gesiebter Antrag des Abg. von Geß auf Einführung eines Lumpenausfuhrzolles zurucxgezo- v. Schorlemmer, Oberft-Lt. a. D., zulebt im Inf. Zen, und ein Antrag des Abg. 1)r. von Waenker zu

Seife und Parfümerien) wurde im Einverständnis; mit den verbündeten Regierungen folgender Antrag der Abgg. 1)r. Stephani und Möring angenommen:

gende Anträge vor:

Bundesraihs, Geheime RegierungH-Ratb Tiedemann, eitiver: standen. Der Antrag wurde auch unter Ablehnung aller ubri- gen Anträge angenommen.

])r. Delbrück, glasirte Thonröbren fiir Wafferleiiungen 3011- frei zu laffen, gegen welchen iich der Kommiffarius, _Bevoll- mächtigter zum VundeSrath, Ober:Steuer-Raib von Moier, er- klärte, abgelehnt.

_ In der heutigen (80) Sißun des Reichstages,

Poi. 30, [oretseide mit einem Zoll zu belegen, abgelehnt. Zu Pos. 31

Der Nr. 31, Seife und Parfümerien, unter 5. uiid (1. folgende Jaffung zu geben: „ci. woblriecknde Jetix, wbblriecke_nde fette ele, woblriechende nicht alkoholartigc Waiier in unmittelbarezi Umsckließungen von mindestens 10 kJ 100 kg 20 „44, 6. alle ubri- gen Parfümerien 100 1:3 100 24"

Zu Pos. 33 (Steine und Steinwaaren) lagen foi-

1) vom Abg. 1)r. Lasker: Der Reichsta woÜe beschließen: _

u Nr. 33g___ und (1.1: 1. in Nr. 33 b. hinter „Dachscbiefer“ einzu (balken: .und Schieferplatten', und in Nr. 33 (1.1 _das Wort .Scbieferblatien' zu streicken; 11. eventueller Antrag: fur den Fall der Annahme der Nr. 33 b.: statt 0,50 „xk zu setzen 0,20 „54;

2) vom Abg. 1)r. Delbrück: _

die ditt. 13. der Nr. 33: ,Dachschiefer 100 kg 0,50 ckck“ zu

streicken;

3) vom Abg. 1)r. Lieber:

Der Reicksiag woÜe beschließen:

1)in Nr. 331). hinter „Dachschiese_r“_z_u ieHen die Worte: „robe Sibieferblatten und roher Tafe11ckieser',_ _

2) in Nr. 336. vor „Schieferplatien“ zu jetzen die Worte: „gespaltene, gesägte oder sonst brarbeitete.“ __ Mit dem leßteren erklärte sich dsr Kmnm111ar des

Zu Pos. 38 (Thonwaaren) wurds ein Antrag des Abg.

Zu Pos. 39 (Vieb) wurde bin Antrag der Abgg. Richter (Meißen) und Freiherr von Mirbach, dcn oki auf Ochsen von 20 auf 25.14 zu erbbbeti, gegen welchen ich der Kommiffar des] Bundesraths, Geheime Rxgierungs- Rath Tiedemann, erklärte, abgeléhnt und ebenso €m_ Antrag der Abgg. Staudy und Gen., den Zoll aus Sebweinr von 2,50 auf 4 und auf Spanferkel von 0,30 auf 0,60 «16 zu erhöhen.

Die Pos. 41 (Wolle) wurde Unter Ablehnung sämmt- licher dazu gesiebter Anträge und nach kurzer Debatte, an welcher sich außer dem Kommiffarius des Bundesraths 616: heimen Regierun s-Rath Böttcher, die Abgg. 1_)r. Delbruck, von Bötticher ( lensburg), von Kardorfs, Lowe_(Ber1m), Melbeck, Frhr. von Varnbüler betheiligten, mrt einem von dem Abg. Frhrn. von Mirbxxh beantragten ,ZUsZHS- wonach Sbawlt' er von fünf und »Mehr Farben stytt 00_ 450 „45 Zoll zah en sollen, nach den Beschlüssen zweiter Leiung cin- genommen. Ferner genehmigte das Haus folgende beide Resolutionen: *

1) zu Nr. 5 11111. r.: den Herrn Reickskanzler zu ersucken, die einleitenden Sckritte zum Verbote der Anfertigung ron Streich- bölzkrn ans weißem Phosphor anzuordnen und die gleichzeitige Einführung eines erhöhten Zolles im Zusammenhang? wir dem Verbote in Erwägung zu ziehen; 2) zu Nr. 22 Dirt. e.:_dte ver- bündeten Rexierunqen zu ersucken, nach Ablauf des _bextsbenden HandelIrerirags mit Oesterreich-Ungarn die zollfrcie Einfuhr der Robleinen nicht mehr zuzugestehen; und erklärte die zu dém Zoiltarif eingegangenen Petitionsn fiir eriedigt. Beim Schlusse des Blattes sprach der Abg. ])k.Gki€i]t 511 §. 1 des Tarifgsssßes.

_ Cefsionen von Schuldforderungen über 50 TYcrlxr müssen im Geltungsbereiche des Abaeixieinen Landrechis s Ust- lich erfolgen. Erfolgt eine solche Cesnon miindlick) und zahlt dafiir dcr (Zessionar den Forderungskayfpreis an_ den Ceden: ten, so hat sie, nacb einem Erkenntnis des Reichs-Ober: Handelsgerichts, 11. Senat, keine rechtliche Wirkung. Der (Zessionar wird nicht Eigsnthümer der Fbrderung, so_ndern er erlangt durch die Zablrmg des Kaufpreises den Ari1pruch auf formgerechte Verwirkiicbung der Cesiion oder Rückgabe des gezahlten Preises. Macht der Gläubiger dem Sckuldner bekannt, daß er seine Forderung cebirt habe, ohne Ermahnung der Cesfionsform, so kann der Schuldner davon ausgebemdaß dic Cession geseßmäßig erfolgt sei Und an den (Zessionar Zab: lung leisten mriß.

Sigmaringen, 6. Juli. Dem_„Schwäb. Merk.“ wird geschrieben: Heute hielt Prinz Friedrich von Hohen- zollern mit seiner Gemahlin, welche, von Re ensburg kommend, am lebten Donnerstag Abend am FiirstliZet) Hose in Krauchenwies eingetrOJOen waren, den feierlichetx Einzug in die hiesige Residenz. ie gan eStadt_war festlich beflaggt und am äußeren Ende der Karlsitraße eme Ehrenpforte er- richtet. Eine Schaar berittener Bürger war den Neuver- mäblten bis an die Grenze der Stadtmarkung entgegen- geritten; am Eingang in die Stadt erwartete die Schulzizgend mit den Lehrern, dem Stadtmagisirai und der Geistlichkeit die Ankunft der Fürstlichen Herrschaften, welche vom Bürgermeister in einer Anrede begrüßt und beglückwünscht wurden, w_ora1_if unter Glockengeläute und Böllerschüffen der Einzng in die durch Einheimische und Fremde sehr belebte Stadt erfolgte. Inzwischen hatten sich die Königlichen und Fürstlichen Beam- ten mit ihren Frauen und Töchtern im Rittersaale des Schlosses versammelt, um dem Prinzlichen anre sbenfalls ihre Glückwünsche da ubringen, wobei die Prinzessin durch ihre Anmuth und Lie enswürdigkeit sich rasch die Sympathien u erwerben wußte, welche den übrigen Mitgliedßrn des Fürsten auses ailseitig entgegengebracht_ werden. Die _Neu- vermä_1_gten beabsichtigen noch einige Zeit in Krauchenwres zu verwei en.

Bayern. München, 11. Juli. Wie die „Allg. Ztg.“ vernimmt, wird am nächsten Montag eine Sißung des Staats- ratbs abgehalten. In derselben werdeii die an den Land tag zu bringenden Vorlagen, sowie eine Verordnung über

Württemberg. Stuttgart, 10. Juli. Die Königin

ist gestern von Baden-Baden auf die Königliche Villa Berg zurückgekehrt und hat sich heute Morgen zum Sommsraufent-

halte nach Friedrichshafen begeben.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 10. Juli. Der Minister des Kaiserlichen Hauses und des Aeußern Graf Andrassy isi, wie die „Linzer Zeitung“ meldet, zum Kurgebrauche in

(W. T. V.)

Ischl eingetroffen.

Der „Polit. Corresp.“ wird

- 11. Juli.

aus Bukarest gemeldet, die Regierung __habe in der Kom: mission Und in den Sektionen erklärt, daß ne nur solche Lösung der Frage über diestaatsrecht1ich_eStel[ung der Juden annehmen werde, welche dem Berliner Vertrag entspreche. Für jede andere Lösung lehne sie vollständig die Verant- wortung ab. Troßdem wird in den maßgebendsn Kreisen die

Annahme der Kotninissionk-“anträge für wahrscheinlich gehalten.

Niederlande. Haag, 11. Juli. (W. T. V.) Das gesammte Ministerium hat heute das Ersuchen mn Entlassung wiederholt.

_ Belgien. Brüssel, 10. Juli. (Köln. Ztg.) Der amt: liche „Monitenr“ bringt heute das von Sr. Majestät dem König unterm 1. d. M. bestätigte Elementarichulgeseiz zur Veröffentlichung.

Großbritannien und Irland. London, 10. Juli. (Al]g. Corr.) Die neuesten Nachrichten vom 1" Üdafrika- nischen Kriegsfchauplaße (715 Madeira) reichen bis zum 24. Jimi und lauten, nach einer Depesche dss Reuter- scben Bureaus aus Kapstadt, wie folgt:

General Crealock [angie in Fort Cbelmsford am 19. Juni an, und am folgenden Ta 8 fand der allgemeine Vormarsck statt. Am 21. wurde der Fluß Umlalazi erreickt und eine Brücke über denselben geicblagen, wobei der Feind nur schwachen Wider- stand leiiéete. Die Kabailerie der Kolonne nahm am 22. unter dem Kommando Lord Cbelmsfords eine Rekognoscirung in der Ricbtu g auf Fort Dumiord vor, und er- beutete 200 Rinder. Der Telegraph ist bis zum Umlalazi ver- längert worden. General Newdegate hat mit seinem Hauptquar- tier Upoko erreickt, und seine Vorhut steht nun unmeit Jbaba- 71011510. Man erwartet, General Wood werde in wenigen Tagen seine Vereinigang mit General Crealock, etwa zehn Meilen hinter dem Berge, betrerksteliigen. Oberst Rowland ist mit dem 88. Regiment und vier Geschützen in Fort Cbelmsford ein- quxriiert. Viele Kolonisten find der Meinung, daß die Grenze von der Mündu,:g des Tugela bis Rockes Drift unzulänglich bewackt sei, und fürchten einen Einfall der Zulus. _ Es find Ge- rüchte im Umlauf, daf; Cetewabo das bisher mit der Ueberwachung der ersten Division beschäitrgte Corps (Jmpi) zurückgexogen babe, um den Kraal zu sckÜZen.-LieutenantLeigb ist von einer vertraulichen Mission bi-i dkn Amatougas zurückgekehrt, begleitet von mehreren Häuptlingen, die vorbereitet find, ein Schuß- und Trutzbündniß mit den Engländern zu fck[ießen. Lieutenant Black bat den Schauplaß der Katastrophe in Jsandula aufs Neue besuckt und eine Anzabl der gefallenen Soldaten beerdigt. Die Inseln im Oranjeflusse sind Seitens der Kolonialtruppen von Rebellen gesäubert worden. Die Truppexi haben jetzt den Rüci'marsck angetreten. Fünfbundert Fingos wurden rekrutirt, um die Streitkräfte, welcke Moirofi's Bergfrstung umgeben, zu Verstärken. Viele Mannscbaften der Gens- d'armerie in Basii ioland find durcb berittene KapscbütZen erseßt worden. _ Das Kabbarlament trat am 20. Juni zusammen und wäblte den früheren Sprecher wieder.

_ 11. Juli. (W. T. V.) Die Yacht „Encbantreß“ ist mit der Leiche dss Prinzen Louis Napoleon heute Nachmittag von Portsmout in Woolwick) eingetroffen. Nach einer an Bord der Yg t abgehaltenen Messe wurde der Sarg mit der Leiche in feierlichem uge nach der Todten- kapelle? gebracht, wo derselbe behufs dentiiizirung und Ein- balsamiriing der Leiche eöffnet wurde. Ihre Königlichen Hobeiren der Prinz von ales, die Herzöge von Cambridge, Connaught und Edinburgh, und der Kronprinz von Schweden trafen um 4 Uhr sin und begaben sich in die Kapeile, um der Jdentifizirung der Leiche beizuwobben. Um 6 Uhr wurde der Sarg mit der Leiche auf die Lafette einer Kanone ge- sieÜt, und feßte sich der Zug hierauf unter EScorte eines Ariiberie-Detachenients nach Chiielhnrst in Bewegung.

Jm Unterbause brachte; Parnell heute den Antrag ein, zu erklären, daß das Verfahren des Sprechers in der gestrigen Sißung ohne Präcedenz und eine Verleßun der Privilegien des Hauses sei. Der Schaßkanzler Nori cote beantragte dagegen, das Verfahren dss Sprechers fiir gerecht- fertigt zu erklärsn, und zugleich aUSzusprechen, daß der Sprecher berechtigt sei, das Vertrauen und die Unterstützung des Hauses zu erhalten. Der Antrag ParneUs wurde mit 421 gegen 29 Stimmen abgelsbnt und die Fortsetzung der Debatte bis zur Abendsißung vertagt.

In der Abendsißuug des Unterhauses brachte Gray einen Gegenantrag zu dem Antrage Northcote's ein, dahin gebsnd, das Verfahren des Sprechers fiir ungsrechtfertigt zu erklären. Nach einer zweistündigsn Debatte wurde dieser An- trag jedoch mit 292 gegen 24 Stimmcn verworfen und der Antrag des Schatzkanzlers Norihcote, unter anhaltendem Bei- faÜ des Hauses, ohne besondere Abstimmung angenommen.

Frankreich. Paris, 10_. Juli. (Fr. C. Blanqui hat in Bordeaux kein_ einziges größeres Lo al gefunden, welches sich ihm für eine Wählerversammlung bergegeben hätte. Derselbe wird morgen nach Paris zurückkehren.

Die Koionie Guyana hat am 22. Juni, nach einer dem „SLSLLS“ zugegangenen Depesche, den Republikaner Gustav Francouis zum Deputirten gewählt.

_ 11. "Juli. (Rép. fr.) Heute ist es gewiß, daß die Geseßentwürfe des Unterrichts = Ministers vom Senat mit einer viel stärkeren Majorität werden genehmigt werden, als man zuerst angenommen hatte. Die Gruppen der republikanischen Union und der Linken haben 1ich fiir die Dringlichkeit der Beratbun aUSgesprochen. Die Majorität des linken Centrums hat fix war nicht zu Gunsten der un- mittelbaren Dringlichkeit geäuÉert, aber mehrere von den Mit-

liedern derselben haben vernehmen lassen, daß sie für die Ge- eßentwürfe stimmen würden.

Versailles, 11. Juli. (W. T. V.) DieDeputirten: kammer seßte heute die Beraxhung des Budgets fort, Der Präsident der Budgetkommifiion, Vris son, erklärte: das Ziel der Kommission sei, die Steuerzahler nach und nach : von den außerordentlichen Steuerti zu entlasten,_ welche sich noch von dem Krie e herschrieben. Der Finanz-

des Reichstages befinden sich in der Ersten Beilage.

die künftige Gestaltung des StaatSraths zur Berathung kommen.

Minister Léon Say ho hervor, daß er sich mit der Kom-

mission nur darüber nicht im Einklang befände, auf welche Weise die Repartition der Entlastungen vorgenommen wer- den sollte. Er werde alle Enlkastungen in Anwendung brin- gen, welche mö_glich wären,_ ohne das Gleichgewicht des Bud- gets zu schädigen. _ Die Kammer votirte hierauf zwei Artikel des Budgets, betreffend die Entlastung der Patente.

Jm Senat griff Vorher auf das Heftigfte die Vor- lagen des Ministers der öffentlichen Arbeiten an, wel 2 den „Bau von neuen Eisenbahnen betreffen, und bezeichnete dieselben als chimärisck) und fiir die Finanzen des Staates gefährlich. Der Minister erwiderte: das Kaiserreich habe vom Jahre 1855 bis zum Jahre 1865 jährlich 400 Mil- lionen Francs für Eisenbahnen ans egeben; die Republik könne in einer gleichen zehnjährigen ?ßeriode 350 MiÜionen auSgeben. Er hoffe, daß sich der öffentliche Wohlstand ebenso entwickeln werde, wie unter dem Kaiserreichs. _ Die Bureaus des Senats werden am nächsten Dienstag die Kommis sion zur Vorberatbung des Ferry'schen Gesetzentwur- fes wählen.

Spanien. _ Madrid, 8. Juli. (Ag. Hav.) Der Marine-Ministsr erkiärte in dir heutigen Sitzung der Kammer, daß die Regierung kein Kriegsschiff nach Chile oder Peru senden wrrde, da__Spanien zu diesen beiden Län- dern nicht 111 diplomqtiichen Beziehungen stehe. Der Ministerder a_uswärtigen Angelegenheiten theilte mit, daßdie Regierimg Befehl gegeben habe zur AuSriistung zweier Kriegsfregatten, welche die an dis Regierung von San Do mingo gerichteten Reklamationen _ wegen Verleßung des Nsylrerhts durch__Verha_f_tuz1g zweisr Jnsurgenten-Generale anf einem spamichen Schiffe M Puerto Plata _ unter: stützen soÜen.

Italien. Rom, 11. Juli. (W. T. B.) Ueber dis Zuigmmenseßung des _neuen Kabinets wird bis jest ais iicher angenommen, daß folgende Personcn in dasselbe eintreten werdsn: Ca_1roli als V1inister:Präsidenr und Minister des Y_uswartigexi, VTÜÜ als Minister des Innern, Grimaldi, als Fmanz-Mrmster, Baccarini als Minister der öffentlichen Arbeiten und Perez als 1111terricht§-Minisier. Ueber die Be- &?!an der iibrigen Ministerposten ist noch keine Entscheidung ge ro en.

Türkei. Konstantinopel, 11. Juli. (W. T. B.) DrrSultan bat _dc-m "ürstsn Alßxander von Bulgarien bersemem Besuche mrtgetheilt, daß sich in kürzester Frist ein

bewnderer Abgesandier nach Sofia begeben werde, Um dem Fursten den Jnveft1tnr-Berat zu überbringen.

_ Bulgarien. Nustsch11_k, 6. Juli. Der W. „Vr.“ Wird von hier gemßldet: Die Einschiffung der beim: kehrezrden rusiischen Trixppen nimmt ihren _rxgelmgxzigen Fortgang. Jm Laine des gestrigen Tages ut hier das 123. Penyasch Infanterie : Regimeiit ein- getroffen, d€m_ urnn_ttcklb_ar_ das 124. Infanterie : Regi- ment _folgen wrrd._ ÖTLVMU ist die Einschiffung der 31. In- fanterre-Triippe_nZDivmon boüzogen. Nunmehr kommt die 9, KavaUeme-Division ar) die Reihe. Nach neueren eingelau- is_nen telegraph_ische_n_Wetsuxigen_ wird außer dieser auch noch die 4. Kavallerrs-Dimsibtz hier embarkirt werden, voraussicht- lich in der zweiten Haine _des Juli. Nach Abschub derselben kommt die 31. Fuß-Ariiberie-Brigade an die Reihe, die den Abschluß zu bilden bestimmt ist.

_ Der russische Kommissar in Bulgarien, ' Fürst

D511di_i_ko_ff=Korsakof_f, hat nach Liner Meldung dss „Golo?- eme _Proxlaniatwn erlassen, in welcher es heißt: _ Nackdem ck die mtr durck den WiÜen des mächtigen Monarchen Uberiragene Agfgabe_zu Ende geführt, verlaffe ick nun Bulgarien und baite es_fur 11161118 Pslllht, ailen meinen bisherigen Untergebenen imdMitarbeitern meinen aufricktigen Dank aukzuspreckyen. Indem icb i_n die__1ungs_te Vergaygebbeit zurückgreiie und das Durcblebte ins Gedachtnii; zururkrufe, bir_i_ [_ck alücklick, daß mir das beneidenswertbe Loos zugefallen ist, der _etirtge ErfiiUer der boben und edlen Absichten ix_nseres grrßberztgchatsers zu sein, und daß ich mit Stolz der rubm_11cken und gekmffenhaften ZPflickterfüllung Seitens der Prrsonen Erwabnung thun kann, We1cke berufen waren, Bulgarien, das mit kUsUscbem Blut_ und durck die Heldentbaien unserer rubmreichen Armee erkauft ist,_ zu organisiren.

_ Ick n_ebme dre xrfreulichsten (Erinnerungen an alle meine Dienst- gxfabrten i_n Bulgaxten mit mir und werde die Mühen und Ver- dienste meiner Gebuxfen, der Mitglieder des Konseils der (Zivilver- wFLUUUa, i_mmer schaßen mid ihrer gedenken. Jbre erleuchtete Bei- bqlfe und ihre_energi cke Leitung Haben mich vielfack bei der erfolg- retch€n_ En11ckctdung komvltzirter Fragen, welcbe die Organisation und die Verwaltung des Landes betrafen, unierstüßt.

__ Zum_S_ckluß erlaube ich mir die Hoffnung auszusprecben, daß

(l_s_Sch€kslem, das Jeder von uns an Arbeit auf dem Altar der heiligen und großen Sacke der Befreiung des bulgarischen Volkes niedergelegt hat, 918 sichere Garantie Für das moralische Band zwrscben uns und ibm dtene_n und in der Mitte der Bulgaren ein giites Andenken sowohl an die Ruffen als auch an unsere Verwaltung bintexlaLien erde. «Zn em i Bulgarien mit den sckönsten Hbffiiungen verlasse und Zdbm vaes Gedetbxn in der Zukunft wünsche, bin iib tief überzeugt, __qß bei dem vollstandigen Vertrauen, welckes das bulgariscke Volk „_iner neuen Regterung_entg_egenträat, das uns so nabe stehende Land 11th uriterlaffen wird, in nachster Zukunft aUes Gute des staatlicken un sozialer! Lebens auf dem Wege einer friedlichen und erliuckteten Reorganisation sich zu eigen zu macken.'

Amerika. New-York,11.Juli.(W.T.B.) Nach weite; ren_aus M e_mphi ?: eingegangenen Nachrichten ist die wegen des F e ben Fiebers hervorgerufene Besorgniß im Abnehmen

esklffM,_ nachdem Seitens der Aerzte die Erklärung abgegeben

wbrden_1st, daß der Jesterw vorgekommene Erkrankungsfakl

Y_icht ein Fall von gel e_m Fieber sei. _ Die Behörden von ew-__Orleans _und Vicksburg haben eine strenge Qua-

?“nantane von vierzig Tagen für die aus Memphis ankom-

__ enden Personen _xmgsordnet; _ In den Südstaaten

Terrscht eine ungewohnliche iße; es sind bereits mehrere odesfalle am Sonnen iich vorgekommen,

Mittel -_ Amerika. Mexico. (Allg. Corr.) Aus _ (_ivanng mird unterm 8. d. M. gemeldet, daß das Kriegs: chLsrfa,TLr1_b_ertad“2,6 wel§ck_)_es_ wÉhreF cl_der Zievolution in

_ _am ,v. .m ee a,na 'enem aen zurückgekehrt ist, und seine Bemannung sich ergebjen bat:H f

Südamerika. Peru. (Allg. Corr.) n ol e der LKLriterbrechung des ordentlichen GuanohandeJls ur?!) den Weg Innichen Chile_und Peru hat die peruanische Re- gierun , der „Times“ zufolge, beschlossen, die Depots “Yi der sel Lobos de Alfuera zu eröffnen, wo, wenn a e Vorkehrungen getroffen werden, die Verladung von 1000

oder 1200 Tormen Guano pro Tag möglich sein wird. Die Verschiffung ist natürlich der Verhinderung durcb die chile- m_fchs Flotte ausg'eseßt, aber da die feindlichen Schiffe mit wichtigeren _Operaiionen in der Näbe_des estlandes beschäftigt sind, so wrrd nicht befürchtet, _daß S iffe, die auf Lobos Guan_o_an Bord nehmen, aus dieser Ursache Verlust oder Beschadigung erleiden werden.

Asien. (Al]g. Corr.) Aus Simla vom 8. d. M. melde_t Reuters Bureau: Der Emir Yakub Kban trifft energische Maßregeln zur befriedigenden Organiation der Finanzverwaltuxig Afghanistans und zur Einführung einer geordneten Regierung in den afghanischen Provinzen. Er veriheilt _Belobnuxigen unter die Häuptlinge der Stämme Shinwarri, Kbogiani und Zakkackhel in der Gestalt großer Länderschenk_ungen.

_ Hier _eingegangßnen Depeschen zufolge sind in Ober- B__irnia 111 dem Distrikt unterhalb Vhamo ernste Rube- ft 0 r u n g 6 n ausgebrochen.

__ Nr. 28 des_,Iustiz-Ministerial-Vlaité““ batiolgenden «5115911: VlUgemetne Verfügung vom 8. Juli 1879, betreffend die Ausfiihrung der §§. 92 Abs. 1, 93, 95, 97, 99, 100 der Hinter- [egurigwrdnurig.

Vereinswesen.

_ Bei Tb. Knapp_(früher H. Lindemabn) in Stuttgart ist kürz- lich uxztcr _dem Titel „Wobltbätiigkeits - Anstalten und “_Verrine rm_Köniareick Württemberg“ ein Wegweiser uber di? den Hulfsbedürftigen aus dem ganzen Lande Württemberg zbgangxrcben Einrichtungen ersckienen. Daffelbe ist von dem König- lick wurttembexgiicken Ministerium des Innern, unter Mitwirkung der _Ccntral_leit_izng des Wobltbätigkeitsvereins bearbxitet. Dreier Verein 111 von der verewigten Königin Katharina im Jahre ]8]7_1?1§ Lebe_n gerufen worden, für ganz Württemberg bestimmt imd tn Obrranzts- urid Lokalieit..naen abgetbeilt, welche aber unter jener Centralleitung in Stuiéqart stehen. Diese Centralleitung siebt un_tcr der unmittelbaren Aufsicht und Fürsorae Sr. Majesiät des Konigs u_nd dem beionderxn Protektorate Jbrer Majestät dcr Königin und hat in erster Linie die Aufgabe, die Woblibätigkeitsbestrebungen d_er bestehenden V_ercine und Anstalten mit Rath und qut zu fordern, wo _ 11ck ein dringendes aUq-zmeincs Bedürfniß zeigt, neue_E1nr1ckiungen_zu gründen, um hierdurch unmittelbar auf beiiere Erziehung und Bildung der ärmeren Jugend, auf Béschäfti- gung xrwack1en_er Armer, sowie auf Versorgung bon ArbeitSunfäbigen und_Kranken einzuwirken, Ebenso sucht dieselbe im Ansckluß an den Verbgnd detsÖlk Fraurnvereine die aUgemeine Krankenpflege durch Ausbildung und Anstellung von Krankcnpilegerinnen zu verbeffera, Aus dem_ der Centralleitung bewiUigten jäbrlicben Staatsbeitrage werden insbesondere _zur Gründung und Fortführung von Kripperr, Kkeznkmderrslegen, Kinderrettungs* und Heilanstal- ien, fur Anstalten _ und Vereine zur Erkrerbsbildung armsr junger Zeuie und erwrgbna alter gebrecklickcr und kranker Armen Unterstutzbngen"gewczbrt. Mit der direkten Unterstüyung einzelner Arwen befaßt 11_ck dreielbe jedoch nur insoweit, als ihr bierzu die Mittel dizrck beyondere Zuwendungen, durck Zinsen aus den ihrer Ver- wczltung ubergebenen Stiftungen, oder durcb Kollekten zufließen, welche berabßero_rden11_icken Notbständen zum Zweck unmittelbarer Hülfereichung von ihr eingeleitet iind der besonderen Bestimmung gemäß vermendet werden. (_Hemaß diese!: ihre: Aufgabe undnach ibrer umfassenden Wirksamkeit war die Centralleitung den aufgeführten Anstalten und

Vereinxn vbranzustellen.

Die in dem Vorliegenden Wegrveiser gegebene Uebersicht der letzteren _ aber bat _den praktischen Zweck, ein Hülfs- m11_12[ zu bi:tk_n, um in Fällen der Hülfsbedürftigkeit die geeigneten Vereine Oder Anstalten namhaft zu machen, Welche der Notbleidenden aus dem ganzen Lande Württemberg sicb annehmen, iznd_det_1jeniaen, welche für solcke Bedürftige zu_so_rgen haben, die richtige Auswahl und die Untersuckung zu er- mogltcke_n,_ ob den Bedingungen der Aufnahme in die betreffende Wobltbatigkeiisanstaxt Genüge gethan werden kann. Die Sckorift rst daher bejonders fur Diejenigm bestimmt, welche vermöge ibres A_mte_s, oder_als Abgehörtge oder Armenfreunde in die Lage kommen, f_11r emen Hulfsbedixrftigen eine icinen Bedürfnissen, seinem kbrrkr- 11ck_en_ oder geistigen Zustande, seinen Leiden, seiner Be- 1ckastrgung oder _ Berufsbildung __angemeffene Unterkunft zu ermitteln, _oder ibm __die UnteritüZung der Vereine aus- zuwtrkeg, _die ihre Tbatigkeit solchen Armen widmen. Dabei ist naturlich von aUen denjenigen wobltbäti en Anstalten abge- sehen, welcbe aysschließlich für die Armen einze ner Orte oder eines besonderen Bezirks bestimmt sind. Der Wegweiser giebt, seinem Zweck ebtspreckend, nur eine ailgemeine orientirende Darlegung des _wecks jeder einzelnen Anstalt bezw. des einzelnen Vereins, indessen durfte damrtdxn Behörden sowohl, wie den Beratbern der Armen urid den Voxitandxn der betreffenden Anstalten manche Writläufig- keit und Mube eripart werden, welcke durch die Unbekanntscbaft der ersteren mri der _Aufgabe, den Leistungen und den Anforderungen einer Anstalt bei den Aufnahme esucken häufig veranlaßt werden.

Die U_eberfickt selbst aewäFrt ein böckit erfreuliches Bild von dem vielseitig besorgten Wobltbätigkeitssinn in württembergiscken Lgnden. Soweit dies in menscklicker Macht steht, wird in den b1e_r aufgezabltexi Anstaltxn für alis nur denkbaren mensck1icken Leiden und Mangel pbykischer und moralischer Art Hülfe, Lin- derung_ oder Besserung dargeboten. Denn die Anstalten zer- fallen i_n solcke 1) für die Jugend: 8. für kleine Kinder, 1). für Kinder in sckulpßicktigem Alter, e. Rettun sanftalten, (1. Anstalten fur_ Berufsbildung; 2) für die arbeitende K affe: 8.Herbergen, 1). Be- sckafttqung§anftalten, 0. Sparkasien; 3) für Kranke, Gebrecklicke und Veriaffenx: a. _Krgnkenanstal'en, b. Zusiucktsbäuser, 0. Vereine; 4) fur Huifsbedurftige überhaupt: 8. für Ernährung, 5. für Beklei- dung, 0. fur prnung, (1. für sonstige Unterstüßung. Mehrere be- sonders segensreich wirkende Einrichtungen sieben unter dem hohen Proteitorate Ihrer Majestäten, andere unter dem Schuß von Prin- zZssmnÄn _des Königlichen Hauses, Viele aber find geradezu Muster i rer r .

Statistische Nachrichten.

De_r bor Kurzem veröffentlichten Statistik der zum Ressort des Ministeriums des Innern gehörenden S tra f - und © ef (: “aq e n e n- Austalten per 1. April 1877/78 entnehmen wir folgende Anaaben Der Gefangenxnbestand am leisten März 1878 bat sicb im Vergleiche zu demjenigen am Schluffe des Jahres 1876 um 5,46 %, der Bestayd an Zuchthaus efangenen um 4,62% vermehrt. Die Zahl der un Lau_ e des Jaßres 1. April 1871/78 überhaupt deii- nirten Personen tft gegen das Jahr 1876 um 18,49 % gestiegen. Die Zgbl der Detmtionstage im Jahre 1. April 1877/78 batsich im Vergletcke_zu derjenigen aus dem Jahre 1876 um 7,01% vermehrt. Der Durchschnittsbestand an Gefangenen des Jahres 1. April 1877/78ift YIM das Jahr 1876 um 7,72 % gestiegen. Für den täglichen _ urcbsckmttsbestand an Gefangenen er iebt sich von 1874 bis 1877/78 eme Zunahme von ca. 134 %. Die ahl der während der 4 Jahre von 1874 bis 1877/78 detinirt n ist um ca. 45 % gestiegen. Bei der Zahl_ der UntersuchungSgefangenen ergiebt sicb von 1874 bis 1877/78 ett_1e Zunahme von ca. 23 %. Aebnliche Resultate ergiebt die_gericktltche Statistik. Bei den neu eingeleiteten Untersuchungen Lkßlebt fixb von_1872 bis 1877 eine Zunahme von ca. 421 %. C araktertmsch ist die Zunahme der neu eingeleiteten Unter-

suckungen in Hinsicht auf_ die Art der Verbrerbei und Verge- b_en. Es haben in dem Zeitraum von 1872 bis 1877 zugenommen die Ubtersuckungen: wegen Verbrechen und Vergeben gegen die offentlicbe Ordnung um rund 57%, wider die Sittlichkeit um 88%, wider das Leben um 54%, darunter Mord und Todtschlag 68 %, wegen _Korperverlexzung um 85%, wegen Verbrechen und Vergehen aus Eigennu um 28%, wegen gemeingefäbrlicker Verbrechen und Vergeben (_ randsnftung 2T.) uni 46%. Das Mehr der Unter- suckung_en wrrd keiricswegs durch eine größere Zahl von Freisprechungeu aysgegltcben. (Fs imd namlich von 100 eines Verbrechens Angescknl- digion verurtbetlt im Jahre 1873 87,52/0, im Jahre 1877 87,7%; yon 100 eines Vergebens Angescbuldigten wurden verurtbeilt tt_n _ Jahre 1873_ 81,6%, im Jahre 1877 84,0%. Die tqgltche _ Durck1ckmtis -Kopfzabl i.! den gericktlicken Gefäng- nrffen _m vom Jahre 1871 bis 1877 gestiegen: bsi den Erwack1enen um rund 69%, bei den Jagendlicben unter 18 Jahren UMFUUÖ 10370. __ Das Beamtenpersonal bestand am leisten Marz 1878 aus _im Ganzen 2041 Beamten. Davon waren: Direktoren 37, Inixektorewund Sekretäre 184, Unterbeamte 1365 mannl. und 216 weibl.,_ Geistliche 100, Lebrer und Lehrerinnen 68, Aerzie und Wundarzte 71. _ Was die Verbiiegung der Ge- fqngenen betrifft, _so umfaßte die täglicke Durcksckniitszabl der mit G sundkost Verbslegtezi 92,83% und der mit Krankenkost Ver- pflegten 7,1_7 (_ck/0 der Gesammtzabl der von den Anstalten Über- baupi Vekostigien. Irn _Gesammtdurcbschniti betrugen die Ver- pflegunzzskbsten Pro K5121 und Verpflezungstag: für Gesun- denreipsleguxa 33,_41_-3, fur Krapfenverpflegung 46,37 „xz, überbaupt 34,34 «5. „zm taglichen Durchichnitte Wurden 23 385 Gefangene Verpflegt. Der Geiammtvrrbraucb drr Anstalten betrug für diese Verpfbeztkn: Brod_5 204 792 kg, sonstige Cerealien, Hülsenfrüchte Und Gemyje 11391 895 kg, Jletfck und FettsUbstanzen 431016 kJ,Salz, Gewurz und Subbxnkrauier 414 911 kJ, andere Nabrungßmittel (Milck ic.) sur 11150621 „;ck Auf den Kopf und Tag trafen bier- nack_durchschnitt_11ck: Yrbd für Männer 639 Z, für Weiber 462 8- sonmge Cerealien, Hylimfrüchxe und Gemüse 1342 g, F1eisck un_d Fettiubstanzen 51 g, Salz, Gewürze und Suppen- kranker 49_ 8“ Andere Nabranzsmittel (Mi[ck 2c.) für 1,31 „H. _Dte Bergunstigung, emen Theil dss Arbsitsbsrdienstes zur Verbeiiexungder Verpflegung verwenden zu dürfen, baben über- baupt genoiien im Ganzen 31660 Definirte. Die Gesammtiosten der Anschaffurzg betrugkri 133 622 «14 oder auf “renKopf 4544 22,05 „3 gegen 4 «xx 54,86 „5 im Jabre1876. _ Drr Arbeitsbetrieb der ZuckibaUs- und anderen Gefangenen (mir Ausscblnsz der Unter- sucku_n_g_s- und Schbldgefangenen) ergiebt, dai“; 89,33% der Dstinirten besckasttgt _Waren, gegen 91,18% im Jahre 1876; imbesckäftigt Wursti 10,61 % gegen 8,82% Die Beschäftigung fand statt: 3. für dei"- ergenxn Bsdars der Anktalt mit 28,69% der Bxsrbäftigten gkgen 26,66% m_! Jabre 1876; b. für eigene Rechnung der Anstalt Zum Verkauf 11th 1,87 % der BYsÖästigten gegen 0,70 % im Jahre 1876; c. sur Dritte gegeriLohn mxt69.44% der Beschäftigten gegen 72,64 % D_er Brutto-ArbqttMrtrag bsi der Beschäftigung von Gefangknen fur Rkcknimg Dritter geben Lohn bat im Jahre 1. Abril 1877/78 betrcciZen: m Surnms 2649 324 «,bro Kopfund Arbeitstag 60,71 «3, im «Jahre 1876 2767 542 .“ bez. 65,63 «5. Der Netto-Arbeitsertrag hat betragen _2 288 895 „L_ bez. 52,45 „3 aegen 2387 271 «jz bez. 56,61_-H. Die Verdreniiantbeile, wcklcke den Gefangenen gut geschrieben wurdep, betrugen 437575 .“ gegen 438 279 „46 im Jahre 1876. Pro Ärbsttstag bxtrU-gen die Verdienstantbeiie vom 1. April 1817 bis Ende Marz 1878 der Gefangenen überhaubt 6,97 „3, der Zycbibausgefangencii 7,52 Y. _ An dem Schulunter- r1ckt nabmen_ im Jahre 1877-“78 Überhaupt Theil 8246 regeii 8247 im__ Jahre 1876 oder 13,45 % des Durck- 1ckniiisbesiandes_1ammtlickcr Anstalten gegen 14,74% drs Jahres 1876. Die An_1ta[tsbtb[ibtbeken für Gefangene kreisen einen Bestand von Buchern nacb undzwar: Religionsbücber 83397, Bücher zum SÖulgebrauch 26622, Unterhaltungs- und belehrende Srbriiten 54095. Der_Gesammtbestand der Bibliotheken bat 7135 um 6069 Bitcher v-“rxnerrt. _ _Was die Jiolirung betrifft, so ergiebt sich, daß der Einzelhaft uberhaupt 9797 Gefangene Unterwbrfen wur- den oder 7,83 % der Gesgmmtzabl der Definirten gegen 9,1304, im «525€? 1876._Unter den uberhaupt Jsolirten Waren Zuchthausgefan- gene 5217 Mannerund398 _Weiber oder 24,14 und 11,09 0,0 der überhaupt in Haft_geMsenen mannlichen bezw. Weiblichen Zucktbausgefangenen gegeii“ 25,54 und _10,950,*0 im Jahre 1876. Einzelzeilen znr Jsolirung bei «rag und bst Nacht _waren vorhanden 3877. Außerdem batten die Anstalten _3342 Isolir-Scklgfzellen, größtenibeils in Eisenkon- strukiion. Bei den Zuckibausgesangsnen beliefen sich die FäUe der J10_11ru_ng bis zur böck1ten Dauer von 3 Monaten auf 851 oder 28,59%) der aus der Jiblirbaft gesckiedenen Zuchtba'isgefangenen, die Julia von 3_V1ionaten bis 1 Jahr auf 1059 oder 35,57% Isoli- rungen bon langerer Dauer Haben in 1067 Fäilen (35,84 «.) stattge- funden. _ Im Laufe des Jabres 1. April 1877/78 warden diSzi- plinaxtich bestrcifr 18151 Gefangene; die Zabl der einzelnen StraffaUx w.*:r_e_n__35 823 und zwar trafen an Männer 30 268, auf Weiber 5555. StraffaUe kamen mithin auf ren Kopf der S_esammtzabl der Detimrten 1,41 gegen 1,20 im Jahre 1875 und 1,39 im Jahre 1876, und zwar der Männer 1,40, der Weiber 1,49. Als Ursachen _der Bestrafung find__angegeben: Unbotmäßigkeit und Widsrießlicbkert 17,95% der StraiiäÜe, Vergehen in Bczug auf den Arbeitsbctrteb 15,80%, andere Vergehen gegen die Hausordnung 66,25'-'/0. _Dte_ berbazigten Strafen waren: Entziehung ron Kort oder der DiSYosttion _uber den Arbeitsverdienstantbkil 35 30 % der Strafen, einiame Emsperrung in einer Arrefizclle mit imd obne K_ostebtziebung 64,10'_-'/(., _Laitenarrest 0,29% der Strafen, kbrberlicke Zuchtjgung (gegxt) mannltcke_Zuckibau§gefangeneck 0,53% der gegen

foangknen diejer _Kategorie überhaupt vbrbängten Strafen. _

DW Jabs der fur Gefang-xne eingegangenen Bri eie war

83 612; Briefe wurden gbgeschickt 73 555; Besuche fan- den statt _19 008. O_er Durck1cknittsbestanb an Kranken steUt fich

zur Durchixbmtxskcpsstarke im Prozentsatz auf 3,63 Männer und 4,76

Weiber; fur beide ©esckleckter zusammen 3,80 gegen 3,59 im Jahre 1876

und zivar bei den Zuwtbausgefangenen auf 3,72 bez. 4,13 bez. 3,78

Segen 3,60_im Jabre1876. Die durckscknittlicke Dauer der Be-

axdlung _1m Lazaretb baite betragen 23 Tage gegen 21 im Jahre

1816. Dre Zahl der (Heitorbenen betrug 621 oder in Prozenten

der Gesammtzabl dcr detinirten Männer 0,51 gegen 0,54 im Jahre

1876, Wciber0,45 gegen 0,35, überhaupt 0,50 gegen 0,51. Bei den

Zuchthausqefangenen stellte fick der Prozentsax Männer 1,96 gegen

1,89, Weiber 2,62 gegen 1,65. Von den Ge MIME“ MWM: 3-

natürlichen Todes 0.49 % der Gesammtkopfstärke gegen 0,50 im Jabre

1876, b. durchSelbstmord 13 Gefangene oder 0,01% von derGesammtkopf-

stärke gegen 0,01. Von den Krankheiten_der natiirlichen Todes Gestorbenen

fielen auf Lungen- und Darmpbtbiren, sowie andere Formen von

Tuberkulose über die Hälfte, nämlich bei Männern 50,81% ge en 46,07% im Jahre 1876, bei Frauen 57,66% gegen 41,44%. ie Dauer der Haft dcr Gestorbenen bis zum Todestage betrug: weniger als :) Jahr bei Ykännern 17,21 % gegen 19,08%, Frauen 10,81% Zegen 25,71"/,), über 1 bis 2 Jahre bei 22,27% bez. 34,24% gegen

3,45% bez. 24,29%, über 3 bis 5 Jahre bei 9,51% bez. 12,61% gegen 10,11% bez. 8,57%, über 10 bis 15 Jahre bei 3,04% bez. 1,80% gegen 3,22% bez. 4,29%. _ In Geisteskrankheit ver- fielen in 13 Anstalten von der Gesammtkopfstärke der Gefangenen 0,03 % ge,;en 0,07% im Jahre 1876. __ Aus dem tm Matbeft 1879 der Monatshefte des Kaiserlichen statistischen Amts e_ntbaltenen Nachweisen über die Ein- und Aus- fuhr der "Z'ÖUAÉZM Waarenartikel für den Monat Mai und fur d1e_sunf Monate Januar bis Mai gebt aufs Neue hervor, daß die beab11cktigte Erhöhung bezw. Neueinführung von Emgapgßonen a_uf *ie Jmportverbältniffe einer Anzahl von Waarxn n1ckx obne Einfluß geblieben ist. So wurden eingefübrt: Robeiien und altes Brucheisen im Mai 1879 1 924 474 Ctr. (1878 947 679 Str.), in den ersten 5 Ykonaien 1879 5962 821 Err. (1878 3303474 (Gtr.); Wein in äffern und Flaschen im Mai 1879 877 452 Ctr. (1878 142153 tr.), in den ersten 5 Mo'aten 1879

1407 843 Ctr. (1878 487121 Str.); Petroleum im Mai 1879