1879 / 193 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 19 Aug 1879 18:00:01 GMT) scan diff

“dxner Journalsé und in Nr. 135 der „Leipziger Zeitung“, mederum m Wrrksamkeit, was hiermit zur öffentlichen Kennt- niß gebracht wird.

Gegenwärtige Verordnung ist in allen Amtsblättern der Amtshauptmannschasten Zittau, Löbau ,. Baußen, Pirna und Dresden zum Abdruck zu bringen.

Dresden, den 18. August 1879.

Ministerium des nnern. von Noftiß-Wa lwiß.

Königlichelandwirthscbaftliébe AkademiePoppelsdorf in Verbindung mit der RheinischenFriedrich-Wi[belms-UniverfitätBonn.

Das Wintersemester 1879/80 beginnt am 15. Oktober d. J. gleichzeitig mit den Vorlesungen an der Univerfität Bonn. Der spezielle Lebxvlan umfaßt folgende, mit Demonstrationen verbundene, wiffenschafrlrche Vorträge:

Einleitung in die landwirthscbastlichen Studien: Direkwc Pro- fessor Dr. Dünkclberg. *Betriebslebre, 2. Theil: Derselbe. *Encyklopärie der Kulturtechnik: Derselbe. *Kulturtechnisches Konversatorium und Seminar: Derselbe und IngeUieur 1)r. Gieseler. Rindviehzucht: Professor Dr. Werner. Demovstrajioaen am Rinde: Derselbe. Schafzucht: Derselbe. Spezieller Pflan- zenbau: Derselhe. Buchführung: Derselbe. "Allgemeiner Pflanzenbau: 1)r. Hawenstein. Demonstrakionen im Laboratorium des Versuchsfe1dcst Derselbe. *Forstbenuhung: Oberförster, Pro- fessor ])r. Borggreve. *Forstabsckyäizung: Derselbe. Obst- baumzuckt: akademi1cher (Gärtner Lindemuth. *Unorganiscbe Expe- rimrntal-Chemie: Professor Dr. F r e y ta g. LandwirtbsÖthliche Tech- nologie: Derselbe. Chemisches Praktiküm: Derselbe. *Pftanzen- ernährung und Dütxguuxr: ])r. Kreusler. Pflanzen-Anawmie und Physiologie:Profes1or ])r. Körnicke. Pbyfiologiscbe und mikro- skopische Uebungen: Derselbe. Naturgeschichte der Wirbelthiere: Geheimer Regierungs-Rath, Professor Dr. Troschel. Allgemeine Gesetze de_s thierischen Stofftrechsels: Professor Dr. Zuny. Thier- physwloghches Praktikum: Derselbe. *Mineralogie: Professor Dr. Andrae. *Cxperimentalphvfik: Ingenieur 1)r. Gieseler. *Phys'rkalifches Praktikum: Derselbe. *Yéechanik der landwirtb- schaftliében Geräthe Und Maschinen: Derselbe. *Terrainlchre: De rse [ b e. *Landwirthschaftlickxe Baukunde:Baurath1)1-.S ch ub e rt. *Wege- und Brückenbau: Derselbe. *Wafferbau, ]. Theil: Der- selbe. *Zeichnenunjerrickyt für Landwirthe und Kulturtéchniker: Derselbe und Ingenieur [)r. Gieseler. *Volkswirthsckyaftslehret Professor Dr. Held. *LandwirjhsckxafFSrecht: Geheimer Bergrath, Professor Dr. Klostermann. Anatomie und Phyfiolvgie der Haus- jbiere: Departements-Thierarzt Schell. Aeußere Krankheiten der Hausthiere: Derselbe.

Außer den der Akaremie eigenen wiffrnschaftlichen und prak- tischen Lehrhülfsmittcln. Welche durch die für chemische, phyfikalische, pflanzen- und thicrpbysirloaische Praktika eingerichtrten Institute, neben der landwirtbschaftlichen Versuchsstation, welche durch den Neubau eines thierphvsiologischen Laboratoriums erweitert wurde, eine wesentliche Verrollständiaung in der Neuzeit erfahren haben, steht derselben durcb ihre Verbindung mit der Univerfität Bonn die Benutzung 'der Sammlungen und Apparate der leßteren zu Gebote. Die Akademiker find bei der Unirerfität immatrikulirt und haben deshalb das Rccht, noch 6192 anderen für ihre allgemein? wiffenschaft- „Liche Ausbilkung wichtigen Vorlssungen zu hören, über welche der Universitätskataloa das Nähere miltheilt.

Zufolge Verfügung des Herrn Reffortrninisters find vom Sommer- Semester 1876 ab speziel 2 Vorlesungen für angehende Kultur- techniker in den Lshrplan der Akademie ständig aufgenommen rvor- den, die in Verbindung mit andern bereits bestehenden Vorlesungen (*) es ermöglichen, das gesammte kulturtecbnische Studium

an 1er Akademre in einigcn Semestern zu absolviren UNd daffelhe

.,(fakuskaüv) durch ein Examxn gbzuschléeßrn. , Auf Anfragen wcgen Emtxttts in die Akademie ist der Unter- zetchnete gern bereit, jedweke gewünschfe nähere Auékunft zu ertheilen. Poppelsdorf bei Bonn, im August 1879. Der Direktor der landwirthschaftlichen Akademie: Prof. Dr. Dünkelberg.

YiehtamtlicheS. ' Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 19. August. Ihre Majsstäten der Kaiser und die Kaiserin wohnten am Sonytag dem GotteHdienst in der Friedenskirche zu Potsdam ber., _Drm- nächst nahmen Se.Majestät der Kaiser und Kömg m1lrtär1fche Meldungen, sowie den Vortrag des Gesarzdtcn von Radowrß ent egen. Nachmittags fand bei den Maxstäten auf Schloß Ba elsberg ein Familiendiner statt.

Gsstern hörten Se. Majestät die Vorträge des Geheimen Ober:ngiermrg§-Rakh3 Anders Und des Ober:RegierungS- Raths von Schlieckmann.

Nachmittags um 5 Uhr fand in Babelsberg ein größeres Diner zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers von Oestsrreich statt, zu dem der Botschafter Graf Szechenyi mit Gemahlin und die in Brrlm anwesenden Mitglieder der österreichischen Botschaft geladen waren.

Jhrs Majestät die Kaiserrn und Königin er- theilte gestern der Gemahlin des Kaiserlich Königlich öster- ZiYffck): ungarischen Botschafters die nachgesuchte Antritts-

u renz. _ ' *

Heute besuchte Jhre Majestät die Ka1serm- Aygustg-

2(“:?tixt'ung in Charlottenburg und das Augusta-Hosprtal m er m.

_ Nach der im gesteUten, in der Ersten ' weisnng über die im Monat Junt d. I. auf deutschcxr Eisenbahnen _ excl. Bayerns _ vorgekommcnen Unfälle waren im Ganzen zu verzeichnen: 23 Entgleisungen und 10 Zusammen- stöße fahrender Züge, und zwar wurden hiervon 13 ZU e mit Per onenbeförderung _ von je 10476

ügen ieser Gattung Einer _ und 20 Güterzüge resp. leer ahrende Maxchinen betroffen; ferner 43 Entglexsungen „und 8 Zusammentöße beim RUÉWU und 67 sonstrge Betrtebs-

NeichS-Eisenbahn-Amt auf- Beilage veröffentlichten Nach-

erergniffe (Ueberfahren von uhrwerken auf Wegeübergängen, Defekte an Maschinen und agen 2c.).

In Folge dieser Unfälle wurden 1 fremde Person ge- tödtet, 3 Beamte, 1 Arbeiter und 5 fremde Per onen vxr- lest, 22 Thiere grtödtet unh 1 verletzt, 36 Fahrzeuge erheblrch und 129 unerhebhch beschäd1gt.

Außer den vorste end aykgeführten Verun lückungen vop Personen kamen, grö tenthet s dur? eigene nvorstchtigkert hervorgerufen, noch vor: 22 ödtungen (6 Beamte, 6 Arbeiter und 10 fremde Personen), ;73 _Verleßungen (3 Reisende, 39 Beamte, 22 Arbeiter und_?(9 stemde Per-

sonen), 14 Tödtungen und 2 Verleßungen bei beabsichtigtem Seleméwtrde. s [ck V [ ck s

a man ämmti e erung ü ungen _ aus chließlick) Selbstmörder _ zusammen, so entfallen auf:

.4. Staatßbahnen und unter Staatsverwaltung fixhetxde Prrvatbahnen (bei zusammen 16 226 km Be- trtebslange, 22136 km Geleislänge und 356 897 559 eför- derterz Achskrlomrtern) 65 Fälle, darunter die größte nzahl arzf dre Obxrschles1schx(12), die Bergisch-Märkisthe (10) und die Ntz;derschleUsch-Märk1sche Eisenbahn (10); verhältnis;- maßrg, h. unter Berücksichtigung der geförderten Achs- krlometer und der rm Betriebe gewejenen Geleislängen sind dre Wersten Verunglückungen auf der Oberschlesischen, der Wcstfalrschen und der Bergisch=Märki1chen Eisenbahn vor- gekommen.

8. GrößerePrivatbahnen _ mit je über 150 ]:(m Lange _ (ber zusammen 10 215 3111 Betrieleän e, 13 517 km Gelerslänge und 207 950 299 geförderten chskilometern) 39. Fälle, darynter die größte Anzahl auf die KÖln- Mmdener (9), dre Rheinische (6) und die Rechte Oder-Ufer- Ersenbahn (5); verhältnißmäßig femden jedoch die merften Verunglückungen auf der Rechte Oder-Ufer-, der Oels- Gnefener und der Posen-Kreuzburger Eisenbahn statt.

" 0. Klernrre Privatbahnen _ mit je unter 1501m1 Lange „_ (ber zusammen 1063 [(m Betriebslänge, 1136 km Gelerslange Und 7 559 457 geförderten Achskilometern) 1 Fall mxd zwar fand diese Verunglückung auf der Weimar- Geraer Ersenbahn statt.

Von den im Ganzen beförderten 17 386 099 Personen wrxrde'n 3 vcrleßt _ auf der Badischcn, der Niederschlcsisck): Markrschen unh der Sächsiscken Staatseisenbahn je: 1 Person.

Von de'n rm Betriebsdienste thätig gewesenen Beamten wulrkxt von ]e 21 729 Einer getödtet und von je 3104 Einer ver 2 .

, Ein Vergleich nzjt demselben Monate des Vorjahres er- grßlxt, Unter Berücknchtigung der in beiden Zeitabschnitten 6,1'or'perten Ackzskrlometer und der im Betriebe gewesenen Ge- er'slangen, daß rm Durchschnitt im Monat Juni d. Js. ber _16 Verwaxlungen Mehr Und bei 18 Verwaltungen wrznger und m Summa ca. 20 Proz. weniger Verun- glUcYungen vorgekommen smd, als in demselben Monate des Vorjahres.

_ Die Verfolgung imCivil-Jnjurienprozcß wegen Korperverleßnng mittelst einer Waffe oder einer sonstrgen untxr die Bestimmung des §. 2233. Str. G. B. fal- lexrden qualjftzirten Körperverleßmrg ist, nach einem Erkennt- nrß de's Ober-Tribunals vom 6. Juni 1879, unzulässig. Derartrge Mrßhandlungen können nur im reinen Straf- verfahren vom Staathanwalt verfolgt werden.

_ Tas den Arrest Über Vsrmögensbestandtheile eines Schuldners 2c. verfügcnde Gericht kann, nach einem Er- kenntnzß des Reichs = Ober : Handelsgerichts vom 20. 311111 1879, unmittelbar seine Arrestverfügung mit Be- folgungsbefehl an außerhalb des bstreffenden Gerichtsbezirk?- wohnende'drrtxe Personen, welche die arrestirten Vermögens- bestandtherle 1m Besitz ,shaben, durch die Post infinuiren lassen Und der Adressat 11 gesetzlich verpflichtet, diesen Befehl ebrnso zu refpektrren, wie wenn er ihm auf Requisition dex“; dezr Arrest verfügcndet) Gerichts von seinem persönlichen Nrchter (des Gerrchts semes Wohnorts)zugestel11worden wäre.

_ Der Königliche Gesandte Graf von Dönhoff hat Dresden mit Urlaub verlassen. Während seinér Abwesenheit fungirt ach interimistischer Geschäftsträger der Attaché: Graf zu Eulenburg.

Bayern. München, 16.21ugust. (A(lg.Ztg.) Dor (*rstc Theil der drtrck) die Justizorganisation nöthig geword- nen, dis obersten Justizstellen umfassendenV0r1chläge zu Per = sonalveränderungen wird heute an das Königliche Ka: binet abgehen, und es dürfte deren Genehmigung Uznach baldigst zu erwartrn fein. Alsdann werden déc Personal: xelrändcrungen für die Mittel: Und Unterstrllrn rer Justizpflege 0 gen.

Württemberg. Stuttgart,]7.August. DieKammer der Standesherren nahm, wie der „Schw._M.“ mittheilt, in ihrer gestrigen Sitzung daS EisenbahngeWß ganz nach den Beschlüssen des andern Hamers an'.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 18. Augnst. (W. T. B.) Das GeburtstagSfest des Kaisers wurde heute 11) der Residenz wie allenthalksn in der Provinz, von allerrkSch1chten der Bevölkerung auf das Feierlichste durch Gottesdienst und andere Festlichkeiten begangen. ,

_ Die „Polit. Corresp.“ meldrt auH Konstantinopel: In der Cirkularnote der Pforte an ihre Vertreter im Auslande über die Ernsnnung der türkischen Delegirten für die Verhandlungen mit Griechenland erinnert die Pforte an die identische Note der Mächte vom Juni d. J., in welcher die Ernennung der Kommiffäre zur Wieder- aufnahme der Verhandlungen in Konstantinopel verlangt wurde. In Gemäßheit der Anschauungen des Berliner Kongresse?- und von dem Wumche beseelt, dre 'gu't- nachbarlichen Beziehungen zu Griechenland zu erhalten, ser dre Pforte dem Verlangen der Mächte nachgekommen. Sie er- warte die griechischen Kommiffäre und werde denselben den Tag der Eröffnung der Verhandlungen bekannt geben. _ ES verlautet, die Pforte wolle den 21. 1). als den Eröffnungsrag bestimmen. _ Die Einwohner von Makrinrßa, rm Distrikte Volo, haben sich an mshrere Botschafter gewandt mit der Beschwerde, daß die türkjscheBehörde die vom Su1tan erlaffene Steuer des Vorjahres etytretbe, ste zn Frohnarberten zwinge und hundert dagegen oppomrende Mitbürger eingekerkert habe. Die Einwohner bitten schließlich um Abhülfe, oder um Ermöglichunß1 der Aquanderung. . _

_ 19. ugust. Die „Wiener Zeitung? veröffentlrcht dre Ernennung des Geheimen Raths 1)r. (8191er zum General- prokurator am obersten Gericht des Kaffatronshofes.

_ In dem Budget des Handels-Ministeriums pro 1880 ist, der „Pr.“ zufolge, der Voranschlag der ndusrrie- Sektion nahezu zweimal so hockxaufgenommen, a s in dtesem Ja re. Eine noch größere Stetgerung zeigt das Budget der A erbau-Sektion, in welcher besonders für die Kultur- Ygenieursinftitution, für Zwecke der Viehzucht und des 5 einbaues, für die Bildung und Unterstüßung von Kellerei- vereinen ansehnlichere Summen eingestellt „wurden. „Der ganze Voranschlag beträgt 200 000 Fl., erretcht also ]enen

Betrag, welchen „der" Landes-Agrikulturverein bei der Ver- handlung des dreswhrrgen Budgets vom Reichstage ver- angt hatte.

_ Der Entwurf_ des EinführungSgeseßes für das ungarrsch'e Strasgeseß ist, wie das „N. P. Journ.“ meldet, bererts vollendet. Derselbe wird noch vor dem Zu: sammentmte des Reichstages durch eine Enquete verhandelt werden. Der Entwurf enthält außer den noch im Perczelschen Entwurfs enthalten gewesenen Einführungs- und Uebergang?- besttmmungen so1che über die Kompetenz der Gerichte in erafangelegenherten. Die Preßdelikte verbleiben wie bisher bet den Geschworenengerichten. Den Verwaltungsbehörden sind- aUe'Uebertretungen zugewiesen, die nicht der Kompxtenz dcr Ger1chts unterstehen.

_ SchWeiz. Very, 17. August. (N. Zürch. Ztg.) Die rrdgenrfmsckxtr Fabrrk:Jt_tspektoren haben den Bericht uber thre Geygmmt-Jnspektron erstattet. Auf Grundlage dieses Berrchts arbertet nun das Handels: und Landwirthfchafts- deupartement, eme VolsziehungWerordnung aus, die in der trachften Zett den Kantonsregierungen, welchen auch der Be- rrcht selbst zugesteklt werden soll, zur Vernehmlassung über: sandr werden wrrd.

' Großbritannien rand Irland. London, 17. August. (Allg. Corr.) Ihre Mq1estät dis Königin hielt am Don: nerstag m Osborne em Conseil, bei welchem der Herzog von Nrchmond und Gordon, drr Lordkanzler, der Herzog von Northumberland, 11111) der Mmister des Innern, Mr. Croß, zugegen waren. Str John Macdonald, der Premicr=Minister D'or) Kanada, wurde alc3_M1tglied des Geheimen Raths ver- erdtgt., Vor dem Conserl überreichte der Gesandte der Verermgten Staaten, Mr.Welsh, der Monarchin sein AbbßrufunassckyrUbrn, und W siamesische Gesandte Schra Vhaskarawongse sem Beglaubigungsschreiben. Zu g(ercher ert wurden Ihrer Majestät die Übrigen Mitglieder der 11axnesrschen Gesandtschaft vorgestsÜt.

Dre Botschaft der Königin, mit welcher der Lord- kanzler das Parlament geschlossen hat, lautet, wie folgt:

_ _.MylordTund (Genthmen! Ich bin glücklich, Sie von Ihren muh1amxn Pfltchten ablöstn zu können.

„Meme Bezrrhungen zu den übrigen MäÖten find fortdauernd herzliche, und“ wrrd mein" Einfluß bei dmselben geltend gemacht werden, um.dre vrrtraqsmaßtgen Verpflichtungen aufrecht zu erhalten und 17611 F'rtcden der Welt zu befördern und zu befestigen.

Dre rm Berlzyer Vertrgge festgcsteUten territorialen Arrange-

ments smd getrcmtcl) aus;]eführt und die FeststeUUng der neuen Grenzep nahezu r*ollexdet worden. ' „Dre Valkarzhalhinsel ist von der rusfischen Armee in Ueber- ernstrmmyng mr_t ' dem I. ertrage geräumt worden. UnTer der emstrmmrgen Btßtgung ker Signatarmächje find die nötbigen VorkehrupJen fur die Regierung der ottrmaniscben Provinz Ostrumelren getryffen rvorden und habe ich mit großerGenugthuung der Wahl des 'Prmzc'n „Alexander von Battenlöerg zum ürsten von Bulggrterr meme BUZJUUJ ertheilt. Die durch den etzten Krieg hcrbetgxfubrtexr Kalamrtäten hqbeu Seitens der ottomanischen Regie- rung dre Etufuhrung jrner Reformen v;rzögert, dercn Notthdigkeit fie_ ayerkennt; a11em ich bin bezüglich der Wichtigkeit einer zeitigen Emkosung dcr ubernommrnen Verpflichtungen vorsteÜig gkwvrdcn und werde fortfahren dies zu thun.

Auf den Vor1_chlag „meiner Regierung im Verein mit derjenigen Frankreichs, hat zur Vtzekönigtbum Egyrten eine Acnderuna stattge- funden, welche dre frühere Mißregierung jenes Landes nöthig ge- macht hatte.

Der Jhne'n vorgelegte Vertrag mir dem Emir von Afghanistan berndtgt Zluckltck) den Krieg, Welchen zu unternehmen sein Vorgänger nnch kJenothtgt ha1te. Durch diesen Vertrag werdrn die freundlicken Vrzt; ungen zu dtesem Staate wieder hergestellt, Bürgschaften für desFsetrz Jrreden und Sicherheit gegeben und die Grenzen Indiens vcr ar .

Tie Fähigkri1en, Welche in diesem Kriege Seitens der Befehls- haber meiner Truppen _ der brijischen und eingkborenen _ entwickclt wurden, und die Tapferkeit und Ausdauer der Truppen selbcr haben ren Tank verdient, welchen die beiden Häuser dcs Parlaments den- selben ausgedrückt. Meine Anerkennung gebührt insbesondere den eingeborenen Fürsten, Welche Anerbietungen des Beistandes g(macht haben und deren Truxpen thatfäckylich in:! Feld geführt wurden, Und erkenne ich in deren eifriger Unterstützung die Anhänglicbkeit und freUndlicben Gesinnungen derselben für mein indisches Reich.

Srit der Zeit, da ich mich zum letzten Male an Sie gewendet babe, find meine Truppen_ in einemernstlicheu Konflikt mit dem mäch- tigsten eingekorenen Hrrr1cher Südafrikas engagirt gervesen. Indem ich denselben gernr dafür meinen Dank außspreche, daf; fie die Ehre der britischen Waffen vertheidigt haben, muß ich das Ochr so man- chen werthvollen Lebens beklagen. Ich hoffe. daß der ent1chiedenc Er- folg, dra die Operationen in jüngster Zeit davon getragen haben, zu einer baldigen Wiederhersieüung des Friedens anf dauernder Bafis führen Wrrde, und daß meine Unterthanen in jenem Welttheil, erlöst von den Gefahren, denen sie bislang ausgeseßt waren, bereitwilligst zu solchen Abmachungen die Hand bieten werden, Welche ihre Sichr- intft und ihr Gedeihen für die Zukunft am Ehrsten s1cher stellen ur en.

Gentlemen rom Hause der Gemeinen!

Ick danke Ihnen für die reichlichen Geldmittel. die Sie für den Staatsdienst vo1irt haben.

Mylords und Gentlemen! ,

Durch den Armee-Diszivlin-Akt haben Sie z_um ersten Male m das Geseßbuch einen vollständigen Codex der Gejeße in Bezug (zus den Dienst in meiner Armee und in meinen anderen Streitkräften em-

esteUt. Sie haben in klarer und verständlicher Form die Vorschriften

?ür die gehörige Aufrechterhaltung der DiSziplin geordnet; Sie haben “das System verbessert, unter welchem das Anwerben stattfindet, und Sie haben das Reglement ergänzt. unter Welchem die Rescrven zu den Fahnen zurückberufcn werden können. _

Die Akte, Welche die AnstelXungd eines öffentlichen Anklaqers ver- fügen, und das Gesetz bezüglich“ er summarischen Gerichtsbarkeit der Polizeigerichte ergänzen, Werden, wie ich hoffe, dre Handhabnng des Sjraf eseyes in hohem Grade erleichtern. ,

Die 5 enderungen, die Sie an dem Gesetz bezugltch der Banken und Aktiengesellschaften yorgenommen haben, find wohl dazu gnae- than, der Wohlfahrt die1es wichtigen Theiles unseres Handelssystcms förderlich zu sein. . _ '

Die gedrückte Lage der Landwrrtbjchaft bat naturltcb Ihre Auf- merksamkeit beschäftigt, und es hat mir viel Vergnügen bere'ttet, der Adresse res Hauses der Gemeinen, worin ich ersucht wurde eme Kom- mission zu ernennen, welche die Ursachen, denen pie Nothlage zuzu- 1chreibcn ist, prüfen, und ermitteln soll, wie weit demselben durch eine Gesetzgebung abgeholfen werden könne. zu „willfabren.

cb bemerke mit Befriedigung, daß Sie m 'der. La e gewesxn find, das wichtige Thema, betreffend den Unterricht in rland, _m Erwägung zu ziehen, und daß Sie fich über Maßregeln eetxngt haben, die eine geeignete Erganzung zu dem Geseße der vor ahrrgen Session betreffs des Mittelunterrichts bilden Werden. Dem rrmar- Unterricht des Landes kann nur ein Stimulus gegeben werden durcb die sorgfältige Verfügung, die Sie zur Hebung Yer Lage drr SUZU- 1ehrer ßetroffen haben, und die Bil], die .Sie fur ren Umvers'xtats- Unterricht angenommen haben, wird. wie 111) hoffe, AYes da? bzetxn- was zur Fördrrung des Studiums in seinen höheren Zwetgen nqjhrg rst-

Jndem ich Ihnen Lebewohl sa e, geht mem Gebet dah'm, daß der Segen der Vorsehung auf Yen rbeiten ruhen möge, mrt denen Sie wahrend der Sesfion beschaftigt gewesen.“

Das Kriegs-Ministerium hat von Sir Garnet Wolseley folgende Depesche, 1)a_tirt Pietermaritzburg, 28. Juli, erhalten: „Ich werde drexen Ort am 30. d. M. ver- lasen, mich am 8. August Clarks? Kolonne in Entonjaneni anschließen und unverzüglrch aux Ulrtndi vorrücken. Ich offe am 10. August mtt dey ulu-Häuptlingen eine Zusam- menkunft zu haben, um dre - ngelegenheiten des Landes zu ordnen. Cetezvayo hat neuerdings Botschafter niedrigen Ranger. an eimgx unserer Posten gesandt, welche die Meldung Überbrachten, daß er stck) zu unterwerfen wünsche: er fürchte indeß für sein “Leben. Die ihnen erthLilten Antworten haben Cetewaho zur Uebergabe gerathen, und ihm nichr nur sein Leben, sondern auch gute V€[)andlung zugesagt. Ick habe Grund zu glauben, daß diese Botschafter nur Spione JLWLsLU find, welchs unsere Bewegungen auskundschasten s011en.“

Zn Lurgan in Irland kam es am Freitag während einer HomeRule-Demonstration zu blutigen Reibmrgen zwischen den Homerulers und der Polizéi. Erstere hatten einen Aufzug veranstaltet, und, erbittert darüber, daß sich demselben eine Abtheilung Konstabler anschloß, um ?Whe- störungen zu vermeidsn, griffen ste dieselben mit Steinwürfén an. DieKonftabler wehrten sich mit gefülltem Bajonnet und machten 1chließlich von ihren Schußwaffen_Gebrauch, wobei eine Person getödtet und mehrers andere gexährlich vrrwundst wurden.

Frankreich. Paris, 19. August. (WT. B.) Nach dem nunmrhr vorliegenden Nßsultate der W a h l e n r d i e B u r e a U S der (Henrralräths sind von 57 Generalräthen NepUbUkaner und von 33 Generalräthen Monarchisten zu Präsidrnten ge- wählt worden. 'Die Neprtblikaner haben 4 Vräsidentenstße gewonnen und emen Prästdentenstß verloren. In Beauvais wurde der Herzog von Aumale als Präsident 1viedergewäh1t. Der Minister des Innern, Lepézre, erklärte in 811161: von ihm gchaltencn Rede: es sei die Absicht Der Regirrnng, die Generalräthe ihre Wünschs bezüglich des Ferry'schsn Geseßentwurch ganz frri diskutiren zn laffsn.

Italien. Rom, 17. August. (Jtalir) Jm Ministe- riUm der AUswärtigen Angelsgenhoimn ist eine Generaldirektion für die Politischen Angelegsnheitsn errichtet und zum'Leiter derselben Malvarxo ernannt worden.

Türkei. Konstantinopel, 17. AUgUst. . (Post. L.) Für 5911 Khedrve, dessen 2171111an bevorsteht, wrrd 1ch0n der Palast Etyirghian in Bereitschaft, geseßt. "mei türkische Kriegsschiffe werden dem Khedive 613 znr Inst Lemnos 8111- gegenfahren und ihn dann hierhrr grlerten. ,

_ 19. August. (W. T. V.) Dre Note drr Pforte, m_ welcher die Forderungen der 1erbische1rRegierung aur Entschädigung wegen der:; EinfaUst ds_r Arnaut'en znrück- grwiesen werden, ist (zm 16. d. der 1srbi1chen Regrernng zu- gestsllt worden. _ Dre Pwrte hat 8111811 höheren Beamten nach Samos gesandt, um die gegen der) Senat vorgebrach18n Veschwerdsn der Vrvßlkerung 511 prüfen und erforderltchs Maßregéln zUr Abhi'tlxe zu ergreirrn.

_ Aus „Konstantinopel, 16. Augnst, wird der „Pol. Corr.“ gcschrrebcn:

„Die Pforte dürfte in Anherracht der aus Philippopel cinlan- geercn Berichte, welche die Stelluna dss Oßer-Kommandanten dar ostrumclischen Miliz, des (Hrnerals Vitalis, (113 eine kaum länger haltbar: bezeichnen, die Abberufunx dcffelben verfügetr. ZU srincm Nachfolger soU Strkcker Pascha desiznirt sein. _ Die Pforte hat ihre auswärtigen Vertreter angewiesen. den im Auslande vrrbreiteten Nachrichten über angeblieb in KonstantiUoPel roraekommene Cholerafätle auf das cntscbiedenste zu widersprechen. _Es cxixtire in diesem Augenblicke in der türkischkn Hauptstadt_ keine wie immer geartete ansteckende Krankheit gad sei der allgememe Ge- sundheitézustand der denkbar befriedigendste. _ Nicht_ ohne Ueber- raschung erfuhr man im diplomatischen Corps, dax; Kbaircddin Pascha häufig den Konseilkfitzungen beigezogen und um seine An- fichten bkfragt wird, wie Wenn er UM) (111 der Spiye drr Regierung stünde. Aariß Pasckpa dürfte, gegen die nslgemeinc__Annabmr, noch längere Zeix Koascils-Präfident bleiben, “05 sein Pamives Wesen und seine große Gefügigkeit gegenüber dem Willen des Sultans ih:1_ bei Abdul Hamid sehr beliebt machen. Der Sultan dachte aÜerdrxrgs an die Wiederberstcllung dcs Großvexierates zn Gunstrn Sasvet Pasrbas, allein seine unmittelbare „Umgebung machte ihm bemerklick), das; Safvet den westlichen (5311191111511 *leirbt zugänglich sei und froh versuckot fühlen könnte, die 910116 Khaxreddin Paschas aufzunehmen. _ Die RathsÖläge Kbaireddins, und Mahmxxd Nedims haben die Wirkung gehabt, daß dem Er_khedtve Jörnail Pascha der wiederholt angesuchte Aufenthalt m der Haupt- stadt versagt bleibt. Za feinem Sohne nnd Nachfolqor Tewfik auch nichr darum zu thun ist, seinen Vater als Gast der mch za haben, so hat man Ismail Pascha die Jmel 918913113 zum Aufent- halte angewiesen, wohin er fich nächstens begeben wird. _ Dlte Ent- schädigrquansprüäpe Serbiens für den diesem Lande durch die zahl- reichen albanesischen Einfälle erwachseneq Schgden' rrZurdetZ vo'1 der Pforte mit dem Bemerken abgelehnt, dax; 131812 „Einfalle htnretcbend Durch die Aufregung und Erbitterung erklxxrt seien, Welrhe fichmder Albanefen bemächtigte". die einen Theil thres Landes m serbrjckze Herrschaft übergeben sahen. _ Am 11 d. M. begab fick) der katho- lische Bischof Msgr. Grasselji in das Serasktcrat, Um OßmarrPascha den Großcordon des Pius-Ordens zu überreichen, Welkbcn' 1hn_1 der Papst für srincn Antheil an der Reßclung Yer Haffumjtenfrage verliehen batte. Osman Pascha hatteselbst gxwuyscbt, daß dteUeber- reichung in feierlicher Weise im KriegS-M1n1stcrturrr_ vor _fich gehe, Wo er Msgr. Graffeüi die militärischen Ehren crwencn lleß.“

Bulgarien. Sofia, 18. August. (WTB) Anläßlrch des Geburtstages des Kaisers vqn Oesterretch fand heute in der katholischen Kapelle ein fererhches Tßdeym statt, welchem der Hofmarschal], der Minister des Auswartrger) und ein ahlreiches Publikum beiwohnten. Abends fmhct bet pem Fürjzten Alexander ein größeres Diner statt., Ver dem dem österreichischen diplomatischen Agenten anläßltch des Gebxtrts- tages des Kaisers Fran Josef abgestatteten (Hrgtulattons- besuche gab der Minister es Auswärtigen den Wunschen_ der bulgarischen Nation fÜr das fernere Wohlergehen dcs Katsers warmen AuSdruck.

Rußland und Polen. St. Petersb'urg, 17. August. (Sk. Pet. Ltg.) Die in St. Petersburg enzgetroffene ,b 111- Zlarische eputation, aus dem Metropoltten v011W1dd1n,

nthimos, dem Metropoliten von Tirpowa, Clemens, und den Deputirten Kozeff, Silveli, Chjadsht St01an_ Panoff trnd Vrmtscheff bestehend. ist am 29. Jul1/10. August m Zars k01e- Sselo von Sr. Majestät dem Kais er empfangen worden. Der Metropolit Anthimos, ehemalige: Exarch der buhßarxschen Kirche, Überreichte dem Kaiser ein Vlldmß der s amschey LLHrer Cyrillus und Methodius, während der Metropolrt Clemens, nach dem „Reg.:Anz.“, folgende Ansprache an Se. Majestät hielt: ,

„Großer Kaiser! Unser bulgariscbes Vo".k,_das durch Dich un) Dein großes Volk gerettet und befreit worden 111. _hat unns zu Dir abgesandt, um zu Deinen Kaiserlichen Füßen dre Gefuhle semer

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tiefen und ewigen Erkenntlicbkcit' und Ecgebenhejt Für die große Wohlthat, die Du ihm erwiesen, mcderzulegen. Du, Großer Katser, hast nicht das heilige Blut der Sohne Detnrs großen geskebten Volkes geschont, Du hast auch mcht Derne Eigene, Rabe «schont, Du seßtest Dein eigenes Leben; und das Leben Demet ,Crlauchten Kinder der Gefahr aus. Du bust auf unserem Boden Thranen ver- aoffen und das Alles deshalb, um unser_v1elgepru11es Volk von drm schroeren Joch zu befreien. Und Du hajt es befretZ, Karsex. Deine große Kaiserliche Liebe NY fich, daran aber nicbt genugen- YOU vatest unser unglückliches olk mxbx nur fret. sondern auch gluck- [ich sehen. Du ontest unser zer1toxtes Land „geordnet „sehen und ließest deshalb, nachdem Du uns befreit, un? Manner zuruck, rve1cbe, durch Deine Liebe zu uns begeiZtert und Dxtnen Allkrhöchsten WrÜen und den Wunsch Deines ganzen Volkes erfullenkx, Weder Mühe noch Ruhe geschont haben zu unserem Heile. Un_d u,n1er_Volkk athmete fret auf, Kaiser; es vergaß sein Unglück, vergan feme jahrourzdrrtelangsn Leiden und klickt nun mit Vertrauen und Hoffnnm m semeanunft. Weil auf Deinen großenW'mk bci un? Ruhe und Ordnnng erxrgélehrt ist, wir unsere und für u.1s volkstbümltcbe Verwaltung, wir un1ere und für uns wvhlthätigen Gesetze, wir unser xcgenes Hrec erhalten haben, und endlich unser Bulgarien aus Dclnen Katsxxlirhen Handen und unter Deinem Kaiserlichen Scbuße den voxr Wort bezetchneten Auserwählten, feinen Fürsten und Herrscher enzpkan-zen hat, dsn es innig liebgrwonnen, dem es aufrichtrg ergeben 1:1 und _axrf “ren «»ng auf das heiligsts und theuerste Untervfand Demer bestaydxgen- L_?!ebe zu uns blickt. Für das Alles ist Unser Vo1k Dll", Kaijxr, tles er- geben und erkenntlich. Für das Alles 1691181 26 und Wird es LWLJ segnen Deinen großen Namen und der1NamenDsirres großen Vrlkeé). 8113 sichtbares Zricben jedoch feiner tiefen und ewigen Erkenntlxchkert und Ergebanhxir für, Dich waar unscr V01k_c§, Dir rurch 1cme11 ob:rsten Hierarchen dieses Heiligthnm darzubrmgen und „611121, es 11111 der Liebe exttgegenxunchmen, mit welcher DU mrs bcfrett hast."

Südamerika. Der „Times“ m_ird ans Philahrlphw unter dem 15. d. M15. telegraphrrt: „Oberst Fi1hsr, em Spezial:COUrier der Vereinigten Staaten an die Regierangen von Chile? und Peru, der der Träger von Depeschen rst, w:“lche die guten Dienste der Vereinigten Staaten zur Vrr: mittslung in dem gegenwärtigen südamerikarrischen Kriége 1111- bieten, kam am 19. Ju1i in CaÜao an und Überrsickxte m Lima ssine D6p01ch€n , worauf er unverzüglich zu dsmxelben Zwecke nach Chile abreiste. Di? „South Pacific TrmecZ“ glanbt, daß dieses Ansrbieten einen Waffenstiklstand zur F01g6 haben dürfte, um Zeit für die Erwägnng der Friedrchbedrm gungen zn gewinnen.“

Afrika. Egypten. Kairo, 18. August; (W. T. 58.) Das gesammte bisherige Kabinet hat 121116 Demr1: sion gcgeben. Das rtßugebildeto Ministerium, 11111321: chem der Khedive selbst den Vorsitz Übernimmt, bestsht_ach: Zulfikar Pascha, Minister der Instiz und des Innern, Mustapha Fahni Pascha, Ministsr de?- Auswärtiaen, Haidar Pascha, Minister dcr Finanzen, O5man Nefki Pascha, Minister drs Kriegs und der Marine, Mehemed Marachli Pascha, Mirrßster der öffentlichen Arbeiten, Und Ali Ibrahim Pascha, thster des öffentlichen Unterricht-Z.

Statistische Nachrichten.

Nach einem Bericht der Gencrak - Direktion der badisrben StaatSeisenbahnen betrug die Länge der Eisenbahnen im Großherzogtbum Baden am 1. Januar 1878 1188671611, von denen 1181.08 km, darunter 951,27 km Staatsbahnext, im Be- triebe dcs badischen Staats standen. Das Anlaaekapital für die im Betrieb befindlichen Strecken beziffert fich auf 346 250 773 «14. ws- von 333931638 «74 auf die Staarsbahnen und 12319135 «sé: auf die Privatbahmen entfallen. An Transportmittelxr waren 386 Loko- motiven (davon 306 von der Maschinembaugesell1chast Kgrlsruhe er- baut) und 370 Tender vorhanrcn. sodann 1000 Perxonenwaqen, 192 Gepäckwagen. 2450 gedeckte (Güterwagen mit einer Ladungsfähig- keit VON 24 215,25 b, 3013 ungedeckte Güterwagen mit einer Lawungs- fähigkeit von 30 092b und 281 Bahndienstwagen. Dxe Anschaffungs- kosten für das Transportmxterias betrugen 27118 919 «14 Im Per- sonenverkehr Wurden im Jahre 1877 im Ganzen befördert 7 948 443 Personen, 76 866 oder_0,96 % weniger als im Vorjahre, und betrifft dieser Rückgang hauptxächlich ren" internen_Verkshr, wcxcher eine Ab- nahme von 1,13 0/0 erfuhr, Wahrend rw Minderbesörderuna im direkten Verkehr nur 0,72 % betrug und beim Transitver- krhr sogar eine Zunahme von 5,47% zu verzeichnen ist. Eine größere Abnahme als die Beförderung zeigt die Einnahme an? dem Personenverkehr, welche von 10 798180 „(ck in 1876 auf 10 481631 „ckck in 1877, sonach um 2,93 % zyrückgrganaen ist. Dir gesammte GÜ- 1crbeförderurg belief fick) aas 3621.51 MiUionen Kilogramm argen 36813 Miklirnen Kilogramm in 1876, und entfaklcn hiervon 3450,8 bez. 35352 Milliyuen Kilogramm auf den frachtrflichtjaen Verkehr, während der Rest Betriebsdienstgut umfaßt. Nach Klassen ausge- schieden, betrra der frachtpflichtige Verkehr: Eilant 28 687 b (_ 5820 r), Stückgut 418403 15 (_ 24480 t), Wagenladxmgen 1 938 796 f- (_ 17 872 t), Kohlen 1064 897 r (_ 36 273 “c). Von diescr Verkehrsabnahme entfaÜen 101116 t auf den Binnenverkehr und 12 646 L auf den direkten Verkehr von und narh badischen Stationen, während der Durchgangsoerkehr eine Znnahme von 29315 1“ zeigt. Die Einnahme aus dem Gütertransport hat fich im Ganzen um 663 466 «74 vermindert. _ Was die finanzie1en Ergeb- nisse des badischen Eisenbahnbrtriebs betrifft, so betrugen die Gesammt- einnahmen 29 523 602914 oder 24 997 «44 auf 1 km Betriebslänge(1876 30 619 920 «74 oder 26162 „77: auf 1 km Betriebslänge),_é die Ge- sammtausnaben dagegen 18575 763 „(ck oder 62,91*'/0 der Bruttorin- nahme (1876 19 138900 «16 oder 62,67 %). Sonack) ergiebt fich ein Einnahmeüberschuf; von 10 947 839_«M oder 3,16% vom Anlage- kapital gegen 11431020 „74 oder 3,35 0/0 im Vorjahre. _ BeiAus- führung des Betriebes im Jahre 1877 haben 58 Entgleisungen und

usammenstöße stattgefunden (11 beiPersonemüqcr, 2 bei gemischten Zügen, 17 beiGüterzügen und leer fahrenden Maschinen 11111328 beim Rangiren und Wa,;ensäzieben). Weitaus der größte Theil ist durch unrichtige Stellung Ic. Von Weichen verursacht worden. 7 Bahn- bedienstete und 17 andere Person(n verloren das Leben, unter [eß- teren 6, bei wslcben selbstmörderijche Abjtcbt angenommen Werden kann; 38 Bahabedienstele, 4 Reisende _urxd 7 andere Personen er- litten Verletzungen, an deren Folgen 4 1pa1er gestorben, die übrigen aber genesen sind. '

_ Starkstik der Brände tn Loxdon und Berlin. (Stat. Corr.) Bei der außerordentlich Wettlaufigen Bebauung, durch weltbe mb London so wesentlich von Berl_in unterscheidet, Werden in ersterer Start verhältnißmäßig viel wentger Brände im Jahre ver- zeichnet als in letzterer. Es wurden in den Jahren 1874 bis 1876 von der hauptstädischen Feuerwehr zu London gelöjcht

1874 1875 1876 bedeutendere Brände" . . . . 154 163 166 ger_in ere Brände 1419 1366 1466 (»Wer: rände 2578 2082 2905 zusammen 4151 3611 4537

Dagegen betrug in Berlin innerhalb der drei leßten Jahre die

Zahl der 1876 1877 1878 Großfeuer . . . . . . . . 28 25 23 Mittelfeuer . . . . . . . 61 46 53 ch-infeuer . . 1018 1007 1128

zusammen 1107 1078 1204 Da die Zahl der Häuser in London fast 20 mal größer als in Berlin ist, so kam im Durch1chnitt jßbrlich 1 _Brand in London auf 100 in Berlin, aber schon auf 18 Hauser. Drese bedeutende Diffe-

renz erklärt fich aber fast röUiq durck; die verschiedenarkige Be- nennung der Brände. Unter der Zahl von 1128 Kleinfeuern gab es 1878 in Berlin 739 Brände, welche ohne Alarmirunq der Feuerwehr gelöscht wurden; dieselbe war sonacb nur bei 465 Bränden thättg, in London hingegen im Jahre 1876 bei 4537. Das Verhältniß ändert sich noch mehr, wenn wir nur die Brände von einiser Beken- tung in Betracht ziehen; deren zählte man 1876 in London 1632, in Berlin im letzten Jahre aber nur 78.

Was die in den obigen Tabellen angswandte Benennung der Brände betrifft. so hczeichnet die Statistik_dcr Berliner Feuerwehr als Großfeuer einen Brand. zu demea Bekampfang zwer odcr mehr Schläuche erforderlich find, als Mittelfeurr einen solchen, ,bei dem ein Schlauch genügt, und als Kleinfeuer einen Brand. ber welcbsm die Thätigkeit einer großen Handspriße überbanpt nicht nöthig ist. In London werden die bedrutenderen wie geringeren Brände mit Dampfsprißcn gelöscht, die Esscxxbrändé aber vermittelst der Hard- wrißen unterdrückt.

Ein WesenUicher Unterschied bKstcht noch in der Starke und AUSLÜIUUJ der Feuerwehren beider Stärke. Ohgleick) die Metropo- litan Fire Brigade, wie wir ebrn aesehen haben, im Jahre zehnmal öfter alarmirt wird (116 _die Bsrlirrer Feuerwehr, ist fie doch nur wenig mehr als halb so Frark wie diese. DieLowroner Fsuerbrigade zählte im Jahre 1876 grrade 400 Mann, einschließliä) aller Chxrgen, die Berlinrr Feuerwehr brstand hingrgen 1878 aus 779 Mann, näm- lich 6 Offizieren (mit Einschluß des BranddirckwrÖ), 6 FeldWrbéln, 49 Oberfruermännrrn, 202 Feuermänaern, 513 Sprißenmännxrn Und 3 Maschinenmcistern, wozu noch 46 Kntsckoer kommen. Wie man steht, find hier 311171 Drittel Von jämmtlichrn Mannschaften zur Be- diemmg der Sprißen Uöchg; die Lonroner Feuerrrehr beDarf hierzu der MknsÖenkräfte Wenißer, da bsi jsdem Feuer, aqurr drn unhedeutenken Effenbrämden, sofort die Damvfsvrißexr in Thätigkkit irrten. Die Londoncr Feuerrvchr [*esas; (Ende 1876 29 Tampfspritxen, ron drncn 3 zn Wax'ser Und 26 (5 Frohe Und 21 112156) zu Lande angcwarxdt Wurden, daneben 92 Hxndsprißen MB 136 Rettrmgs- maschinen.

In Berlin Waren da.“.egcn 1878 für dyn prrmanenten Tienst oder zur Unmittelbarcn Reservr vorhanden 2 Dampfsprixxxn, 3 Te:;- dzr, 22 große Handsvrißen, 19 SÖlauÖwagen, 13 Wxfferwagrn, _14“Prrsonrr1nan:n, 4 [“ltenßliemwagcn, 34 Rärcrtixncn ua) 7 Prahm- WUSLN.

Kunst , Wissenschaft: und Literatur.

'Das Hundekorn. Gutachten Des Mil. Staats-Arrhivars 1)r. Klempin in Stettin UND M Archiv-Raths Ur. Wkgge'r in Schwsrin übcr die Natur dar unter diesem Namen 1:1 Vorpommern vorkommenden Abgabs. Nsbst einer Einleitung und cinem Anhanae von Dr. Kü!) nc. AvpeUationMerichts-Yräsidrnt in Ersifswald. (Sevarar-Abxug aas den Bult. StUDien Bd. FMF.) Sterrin. VcrlcU vonH.Dannen[*-erg. 1879._V:ran[nffung zn dcr vorstehrndckn Srixrift gab der Prozeß, Welchen im Ihre 1873 die Stadt Greifs- wald Und das Hospital St. Spiritus kaselbst Wegen Llrrcrkrnmmg der Freiheit ihres Gutes Hinrich§hagsn von der Hundekory-Abgabe gegzn rie Univerfität Greifswald anstretrgtcn. Zwar war Won seit alter Zeit von dem arnarmtsn Gutc (711 die Universität &!“reifswald das Handekorn entrichtct Woxdcn, ahrr die (Eigenthümer deffchn _ die seit [amgcr Zeit herrschende, fast aÜgemeine Armahms, daß ,Hundekorn' einr Jagdabgake sri, theilend _ erachtetcn durch das GLs-"Y vom 2. März 1850, betreffend die Ablösnnsc der Reallasten und die Regulirunx dcr gntsherrlicben und [*äUsrlirbcn Verhältnisse (Prenfz. Ges. Samml. 1850 S. 77), durch das 5112 in Beziehung auf die Jagd obliegenden Dienste und Leistungen ohne Entschädigunq aufgehobey Werden, auch die Hundekornabgnbe für beseitigt. Auf die Aufforderung des Ober-Präfidenten von Pommern erstattete nun 01". Klemp'm nnter dem 31. Oktober 1873 über die streitige Natur des von der Univerfitäk GreifSwalO vrr- langten Hundekorns cixren Bericht (“cas erste Gutachten), in welchem er ausführte, daß das Hundekorn tn Vorpommern eine Jagdabgabe nicht sei, sondern vielrnchr Huld Pacht-, bald Berchebung, und als solche fast immer glerrhmäßtg aus reU drei (Getreidearren Roggen, Gerste und Hafer bestebcmd, Welche jenen Namen erhalten, sobald fie auf den Etat für den Unterhalt des Hofgefindes UNd hauptsächlich zur Ernährung der JMÖHUUÖL gebrackxt wvrden. Das Kreißgericht zn GreifSwald wurde jcdqck) durcb Klempins Auéeinandcrscxungen nicht überzeugt, sondern Ölreb bei skiner bisherigen Anficbt, daß das Handckorn „,als eine Jagdahgabc“ entstanden sci. Darauf arbeitrte Klempin ein neues. außsührlichkrcs Gutachten aus, das er in der Awchations-Jnstanz_unter rem 15. April 1874 überreichte; in demselben bekämpfte er_dte Einwendangen des Richters erster In- stanz und unternahm es. 1ein erstes Gutachten zu rechtfertigen urrd weiter zu L*egründen. (Er kam hicrlxci zu folgendem posrtivcn Re- sultate: 1) Zu hßnrrltckycn Kreijen hxbe die Verpflichtung zur Fütterung von ,(mrstlichcn)“ Jagdhunden in Pommern nur den Freischulzcn uyd MüÜern obgelegen, und diese Verpflichtuna sei niemals 58.161611 Worden; 2) ein:: Jagdabgabe „Hundekorn' habe in Pommern niemals bcstanherr; 3) Hundelager seien in Pommern nicht üblich gcwessn. daacgerx hatten_ die Ablager stattgefrmdcn; diese seien abgrlöst und die Ablö1ungcn sänren sick.) in “cen Atntsregistern unter dem Titel „Ablager“; 4) das in Pommern Vorkommendc Hundekorn sei eine Pacht-und Bedekornhebuxg und habe zur Jagd nicht die mindeste Beziehung. _ Außrr Klempin er1tattctein Folge einer Aufforderung des ApreUatiouSgerrchtTauap 11011) der Archivar am Großherzoglick) meck- lenburgischen' Geheimetx und Haupt- Archiv. Archiv - Rath Dr. K. Wigger zn_ Schrverm unter dem 19. Dezember 1873 ein aus- führlich motwrrtes Gutachten, Welches _ nur in einem für die tre- sentliche Frage: ob Jagdabgabe? nicht erheblicbcn Punkte von Klem- pin abwetcbend _ ebenfaus _zu dem Resultate gelangte, das; das „Hundekorn“_in Vorprmmern 1einem Ursprunae nach nicht eine mit der Jagd zuyarxrmenhangendc Abgabe oder Leistung sei, insondrrheét kein Surrogat für Jagdablager oder für das Hundelager, auch keine spezielx zur Unte'lxaltung der Fürstlichen Jagdhunde oder überhaupt der Furstlicben Jagerci geforkerte und gcleistcte Kornabgahc. sondern vielme'hr eine nach dem früher im Magdeburgiscbcn und im Werleschen üblichex1 Sprachgebrauche im 14, Jahrhundert in Vorpommern bet den meisten Aemtern rirmeführte neue Benennung für denjenigen Theil der Bede sei, wrlche_n dieHcrzoge nicht in Geld, sondern zum Behufc ihrer Hof- wirthjchaft in dreierler Korn (Roggen, Gerste, Hafer) erhoben hätten. Mit dem Jagdthiere (Hgnd) bat nack) Wkgger die Silbe „Hund“ in .Hundekorn“ nichts gemem; Wigger leitet vielmehr das Wort „Hundr- korn" von bunt; (110116qu 5. i. 11106118 agli), einem mittelalterlicben. bei verschiedenen Völkerstammcn gebräuchlichen Ackermaf; her, so daß „Hundekorn“ eine Quantität Korn bedeuten würde, welche zur Be- stellung eines bunt Ackers erforderlich ist, oder Welche den Ertrag einer solchen Ackerflächesbilret." Anderer Anficht ist der Heraußgeber der vorstehendkn Schrift, Prafident Kühne. In einem „Anhang“ („Zac Etymologie des Wortes Hundekorn') hat derselbe seine eigene An- sicht über die Bedeutung drs Wortes „Hundekorn“ niedergelegt. Nack) ihm hängt das Wort mit „Hunt, Hund, Hanne", d. 1. dem Namrn res grundherrlicbcn Vogts, der die grnndberrlichen Zinsen und andere Einkünfte zu erheben hatte, zusammen. „Nach den Resultafen der Forschungen ])]: chmrins 11116 Dr, Wiggerß“ _ sagt Kühne _ .1cheint_die Annczhme gerechtxertmt, daß der Name Haadekorn von der zu.xachst daxntt bezeichneten bald übertragen ist auf andere Ab- gaben, welcbe cme gleiche Verwendung fanden wie das; Hundekory. Leßtxres, sciner ursprünglichen Bedeutung nach in der Zeit der (Her- mamsrrung Pommerns, wo der Hanne schon zum arundherrlick-en Vogt geworden war. wurde dem Fürsten als dem Schirmvogt der Kolyxrsten ExpsnMI (111113193 ])Srtjusmz entrichtet. Als später ein Theil der Kornbede zur Unterhaltung der Fürstlichen .Hofwirtbslbaft vemxndet wurde, War es nicht zu rertrundcrn. daß man auch diesen Therl der Kornbede mit dcm Namen Hundekorn belegte.“

GeWerbe und Handel. „_ D'er_ Cours, für die jetzt hier zahlbaren ((Silber-Coupons 9sterrctchrscher Ersrnbahnparierc ist hcute auf 174,50 «74 für 100 F1. osterr. Silber crhöht worden.