Der Skaaksrcxk erlenge sodann elne große Anzahl kleinerer Vorlagen. Zugeuimmt wxnde cinem Gejeycntnxurs Über die Berextsteüung mchxer Millet zur Bedeichung des Vor- landes vor der Wiedingharde in Schleßwig. An- gonommcn wurde ferner eine Abänderunnamdes Wasxer- geseßes, die eine beffexe Rudnußung der stadtncven Abwasser u landwirtschaftlichsn Zwecken beabsichtigt. Ter S_taatsmt ?Ummte weiter einem Geicßentmnrs zu; wonach dte An- siedlungskommission fiir Westprenßcn und Pojen mit dem 1. Avril 1924 aufgelöst wird, und einem Gesetzentwnrj über die Aenderung von Stiftungen, der benimmt, dax; Stiftungen, die durch die GeLdentwertung ihre Bedeutung ver- loren haben, zusammengelegt oder aufgehoben werden konnen.
In einer förmlichen Anfrage hatte der Staatöxat dte Staatsregierung im Oktober um Auskunftersycht, nxte dßm finanzieUen Zusammenbkuch der Kommunalvjerbayde fett Snu- lemmg der Notcnvreffe und Nichtgewäknung' wetterer Staats- kredike vorzuveugen sei. Der Minitter 5.25 Innern hat darauf eine Antwort erteilt, in der gejagt mud:
D!? Neureaelunq der Steuer vom Gxundvermöaen _werde .den Gemeindkn ejbeblicbe Mehreinnahmen 3u1übren Auch dte_§1bn_gen Einnahmequellen rer Grmemken würde" in solche mit wertbenanrtgczn Crnägcn umgewandklt n'ejren. Das Finanzauégletchégeseß werde in der aliernäcbsje'n Zeit ebenfalls eine durchgreifendx Umgesiaxtuna _er- fabren müssen. Neben Diem Reform aus der Emnahmesene musse aucb eme durcbgrwfende Reform auf der AuSaabensette stqttfinden. Ein weitgsbenker Abbau der komnmnalen Amgaben und eme Vex- eintachunxx der Verwaltu-a seikn bereits in Angriff genommen. Dte Sanierung der Gemeindefinanzcn werde in einem wlckpen Ausmaß gwcheben müssen. das; die Einnahmen nicht nur zur Deckung der eim-nen Bedürfnisse. sondarn auch der Umlagen der wetteren Kom- munakvexbände 'auöreiÖten.
Der StaatSrat erklärte sub mit dieker Anttyort einver- standen und nahm dann in schneller Folge Kennjms, rzon „den zahlreichen Notverordnungen, die vom Staatsmmtsterxum während der Vertagung des Landtags erlanen worden smd. Einspruch wurde in keinem Falle erhoben. *.
.?ächste Sißung DonnerHtag, den 29. November, 12 Uhr Mittags.
Preußücßer Landtag. 278. Sißung vom 28. November 1923. Mittags 12 Uhr. (VLkicbt dss Nachrichtenbüws des Vsreins deutscher Zeitungsberleger*).)
Präfident L ein e rt eröffnet die Sitzung 12 Uhr 30 Mi- nuten» und verliest vor Eintritt in di? Tagesordung ern'an tkm gerichtetes Schrciben der Kommunisten, in dem gegen d're VU“- haftung der kommunistischen Abgeordneten Rost Wolfstszn Vsr- wabrung eingelegt wird. Frau Wolfstein sei am DrenZtag, als su» mit einér Bekannten, ohne fick) in einxr größeren Menschenmenge zu béfindem ruhig ihres Weges gmg (Lachen rechts), troß Mes Prötestes gkgen die Vßrleßung der. Ab- geox'dnetenim'munität auf die Polizeiwache g:bracht worden. Präsidßnt L ein ert tcilt dazu mit: „
Er hab? sick) auf GrunD dieses Sckxreisz bereits persönlick) an “den Minister dss Innern gewandt und ihm gegenüber betont una“) das auch in einem Schreiben aussefübrt, dms: die Behandlung _der Franz quf- Yeén, wenn dEr angegeben!; TalÖest-a-n'd zukreffe. nacb [elner Axxßcht eme
zkrléßung der Jmmmnität bedeute,*und daß er dre sofort: _ FM-
laffun'g verla'ngen müsse, In Hex beutigen_ .yxünPUchen Ver "Ölung Zei ibm m-ibgeteiltwoxden, daß'dte Jmm-umtat mcht verletzt se1„„wexl__
ie Abgeordnete bei Ausübunéxe einer mit Strafe, bedro ten FMDlUtJ-g .
[betroffen sei. (Wideksprucky i Yen Kommun-isk-en.) m stehe em Eingriff gegen das Verfahren nicht zu.. _ )eßun n der Jmmumtäl wxrde er xederz-ett sofort Schr1_tte tun.
TFM. Dr. Mey e r - T*]tpreußsn (Komm,) fordert emen Beschluß des Uses darüber, daß «311.702 Auskunfx gegeben werde, ob Frau Wol stein sich bereiTs in einer Demonstratwn be unxey bwbe odx'r nu_r auf dem WLJe dazu war. Wie in Sachsey und h-urrnqen, scheme dre
obizei auch bier bewußt die Immumtat verTeßt zu "haben., Nach kitteilun der Begleiterin der 2ZKM _Wolfstem trafen djee ayf- estellten Deh-auptunoen nicht zu, uch dje Rechte des Hsmses, Mx s1ch Yttlers und Ludendorffs so waxxn angenoznemn habe, werdeusemem ntraa, Klarheit zu sebafßkn uft-jmmen'muffen. Eyentueu musse der GesckyäfTL-oanUngsausstbu ck so ort mxt der Sache befassen.
Minister des 'In-nern Severing: Ich habe nicht die Ab-
jickxt, zu de-m Antrag d&"s Abgeordneten Dr. Meyer (OstpveUßen),
Stellung zu nehmen. Ich bin aber verpflichvet, die Volizeiovgane gegen einen Vorwurf des Abgeordneten Dr. Meyer (Ostpreußen) in Schuß zu nehmen., als ob in ihrem Vorgehen der Frau Abgeord- weten Wol'ffstein gegenüber „eine offene, bswußte Verlesung der
Immunität“ liege. Wie gejagt, diesen Vokurf muß ich mit aller;
E11kschiedenbeit zurückWeif-en. Die pveußischen Polizeiorgane und Tcl) persönlich haben Vor der Immunität der Abgeordneten die aller- gvößte Achtung (Widerspruch b-e-i den Kommunimen), und ich Werde jeden Beamten zur Rechenvschaft ziehen., der benmßt die Immunität der Abgeordneten verleyt. Ich glaube aber, ich befinde mich mit der üb-evwieg-enden Mehkheit des Hauses in Uebereinsti-mmnng, Wenn ich erkläve: die Immunität darf kein SchutzschilD für Ver- Breckxen sein (sehr richtig! ckckck), und es wiw - das ist meine Bestimmte Ueberzeugung - in der gcrichklichen Unbkrsuclxung fest- gesteklt werden, daß Frau ABg-cordnete Dr. Wolffstkin mindeMns an der Vorbereitung unkd än der Durchführung eine-s chboeclxcer beveiljgt mac, (Hört, hört! rechts. - Zurufe bei den Kommunisten: Welches Verbrechens?) Meine Herren, Sie werden* nachber ein klein wenig schweigsamer !vewen. Ich möchte Jhn-en zunächst einen Bericht des Polizeiprästdiums Berlin zur K*enntniZ bringen, der objektiv die Vorgänge schél'dert, die sich gestern zugetragen haben. Der Berirht des Polizeipräsi'diums landet:
Auf eine durch Radek übevmittelte Anordnung des Exekutiv- komitees der 3. Internationale hatve die Bezirksleitung Berlin- BMchnHuvg der K. P. D. für gestern öffentliche Straßenrand- gobunJ-cn der Berliner EMrbZlojen awge-seßt. Diese KunD- gehangen Waren sorgsam vorbereiOet, au-ch duvch Außgabe von Flugbläktekn und Ansckzlagzetteln, die am Montag abcn-d in T*lxatcrn c:“bg-eworfen oder an Häuser awgeschbagen und gestern vormittag in alben größeren Berliner Betrieben unter der Hand verteilt Word-Zn Warmt. Der Vorbcrcitung dieses Unternehmens «albern auch zwei V-ersamml-ungen, die eine am Montag abend 7 Uhr„ die andeve gestern mittag um 1 Uhr, die beide in dcr Haéenheide bei KlicmZ stattfinden sollten und beide polizeilich anfg-Llöst bezw. verhiwdert morden finn).
Die Erwerbsloéen hatten d;.e Anweisung, vow ihren Stempel- stsUen aus gegen 3 Uhr nachmitkags zu den Großbetricbcn zu ziehen, die dortigen Avbeiber zur Tcilwwhme an der Kundgebung zu veranlassen und sich dann mit ihnen in großen geschlossenen
*) Mit Auswabme der durch Sperrdryck beworgkbobenen Reden der HMM I.)?inister, die im Wortlaute wxedergegeben smd.
ngen tatsächliche Ver- '
Kolonnen von Men Richfuügen her zum Lustgarken zu begeben. ivo um YH Uhr eine Ansprache stattfinden joUde. Ueber das. was dann weiter zu geschehen haben würde, sollte nach Lage der Sache von der Leitung entschieden Werden. Zum Schuß der Kundgebung hatte man den Ordnewjenst der K. P. D. (prole- tarische Hundertschaften) aufbieven wollen. Die Anordnungen für diesen Schutz waren nach Angabe von Ruth Fischer, der eigenrlicbcn Leiterin des Bezirks Berlin-Brau-denburg der KP. D. „ (Lackyen bei_ den Kommun:isten),
so "getroffen worden, daß es be't- _der Kundgebung, zu einem Zu- sammenstoß mit der Schußpolizei kommen mußte _und sollte. Dieser Zusammenstoß war Mscheiyend der Hauptzweck der- Uebung. Man wollte erproben, ob die Erwerbslosen imstande seien, däe Schuß- pol-izei niederzurennen und, lahmzusWen.
Der Erfolg entsprach nicht den Erwartungen. Die meisten"
Betriebe lehnten eine Teilnahme ab. Einzelne Züge von Er- werbslosen Wurden von der Schuypolizei schon bei der Biidu-ng, andere nachher beim Anmarsch zum Lustgarten hin ausexn-ander- gebracht. Im Lusxgarten selbst hatten sich einige tausenD Per- sOnen eingefunden; andere sammelten slch in der Breiten Straße, Wo fie der anrückenHen Schußpolizei gegenüber aus Brettern awd dergbe1clxen eine Barrikade erkichteten. Wieder awdere Züge zogen die Linden entlang. An all diesen Stellen und auch an „ anderen Plätzen Berlins. auf denen sich EUWerbslose zusammen- gerottet hatten, gelang es der Schußpolizei, teils unter An- wendung der Schußwaffe, hauptsächli-ch aber unter Benußung von Gummikm'ippeln, die Massen auseinanderquringen. Mehrere Schuypolizetbeamven sind verleßt Wovden.
(Hört, hört! rechts.)
Dée Zahl der festgenommenen Demonstranten beträgt zur- zeit errva 80. Unter diesen Festgenommenen befindet sich auch die preußische Landtagsa-bgeordnete Rosi Wolffstein.
Sie Wurde im Lustgarten festgenommen. Ihre Aussage, daß sie sich nach dem Luz'tgarben ledigli-cl) begeben habe, um zu sehen, ob dort tatsächlich demonstriert würde
(Heiterkeit rechts), erscheint unglaubwürdig (W'vderspruch urid Zurufe bei den Kommunisten. -- Heiterkeit) umd |th im „GegenFaß zu den Angaben der beiden bisher zur Sache Vernomm-enen Beamten. (Andauernde Zurmfe bei den K-mnnmnisten.) -- Herr A'bgeordnete-r Scholem, hatte nur die V. Z. die Sache an-gekündigt? (Der Minister hebt em Plakat hoch -- Zurufe bei _den Kommunisten.) - Ja, Herr Abgeordneter Scho-le-m, Ihnen möchte ich diese lekate iiicht geben; “aber ich werde sie mit Erl-a-ubnis des Hcrrn Präsidenten Mf den Ti'sch des Hauses niederlegen, um darzurun, daß nicht die V. Z. aUe-in von der beabsichtigten Kuan-e'bun-g der Komqnuni-st-en in der Form der, Warnung des Polizeiqoräsi'denten der Bev-öbkerun-g Mit- teilung gemacht hat, sowdern daß die tannnu'nistische Partei s-e-lxbst in dsr khr geeignet evjcheinen-den Weile dre geplante Kqueßung bekanntgegeben yar. (Zurukfe bei den Kommunisten: Natürlich!) Die Wolfstein befand s'dch -- -- (Zurwfe bei den Kommunisten.) Fvau' MRffvein Nfawd sich tnixten wnter den' auf der Domfeite . des Lustgartens befind1ichen Wowsnantem -Den mehrmaligen Aufkfordevnngender Beamten, weiterzugyhen, kam sie nicht.wach. Sie. zeigte sich. w-idexspensÜg trnd berief sich darauf, fie _sei Angeordnede. Ms sie weiter dort an OrtunD Sbelle verblieb und fich um sie immer wieder an-der'e Demonstranten schatten, w-UWe
sie festgeno-mmen un-“d mit den üfbrigen Sbstierten zujscmxmeU zwm .
Polizeipwä-sidium gxxschafft. Daß Frau Woöfftcin nicht wur Zu- schauerin war, sondeTn zu den Leitern der Kundgebung gehört haben muß, ergöbt sich a-us der Bekundung des einen Beamtem
' daß nämlich bei der Wrängun-g der Menge aus dem Lustgarten cms diefer heraus immer wiekder die Rufe ertönten: „Laßt man Erst die Woks-st'ein Hommen, die wivd den Laden schon schmeißen.“
(Große Heiterkxeit. - ZuruFe 'bei den Kommunisten»)
Auch steht Frau Wolfstein, die zu den führenden Persönqlichkeiten der K. P. D. gehört, in enger persön1icher Verbindung mit der LeitMn der Berliner Zentvale, der bek-annvcn Rukh Fächer, M4lche* die gsstrige Kun-dge'bung der Emverbsllofen hauptsäch'lick) in Szene g-ejeßt ha-t. _
- Die „Immunität der Frau WoEßsbein als Wgeovdnete kommt wicht in Frage, da sie bei der TeanaO-me an der Kundgebung, also auf ba-wdhafter Tat festgenommen worPen ist. Die Kund- gebung, so" wie sie sich abgerßpielt hat. envhäl't die TaWesta-nkds- merkmale des Landfriedensbruchs und des Auftuhrs
(Lachen bsi den Kormn-unisttm) und biWet außerdem einen Vevswß gegen die §§ 1 und 3 der Ver- ordnung "“des Befehlshabers im Wehvkreiße 111 vom 28, Soptember dieses Jahres.
Frau Weskßste-in wixD mit den anderen in dieser Sache Fest- genommenen nach Abschluß der po'lizeiilick7en Ermittelungen dem Vernelzmungsrichter z'ugefüéhrt MMU. Eine Enösaésxung ist nicht an-gäng-ig, da Muchtbevdacht Vorliegr.
(Große Heiterkeit mW Zuxmfe bei den KWmunisten.)
Die Kommunistiffche Partei hat sich „illega! eingestellt und alle khre Füllxrer, mit Außnah-me der durch die Abgeordneten- Immunität Gchlxüßten, halten sich schon seit längerer Zeit ver- borgen. Es bst akso anzunehmen» daß auch FraU WoVs'stein, Wenn sie nicht in Unterjuchmngséhwst genommen wird, aileakld in- die Verborge1cheit u-ntertaucht.
(Lachen bei den WWUni'sten.)
Außerdem ist VerdunkeiAngsgefahr Wnden. Die pokxizei'lichen Emittelungen erstrecken sich auch nach_ der Richtung hin, mer außer den Vorgenannten sowst noch für dizse Exmoerbslosenxku-W- gebung verantwortlich gewesen ist. Diese Erm-ittelungen könnten durch eine Fre'äassung der Frau Wolfstein gefäHrdet Wer'den, . * *
(Lachen bei den Konmnunisten) .
' “die Übrigens - unD dax? "rst für die Sachllage bezeichnenö - im Außenbllick ihrer Verhaftuwg einer unbekannt gebliebenen Be- gleiterin, deren Namen sie nicht nennen will, eine kleine Hanw- kasckye zugesteckt hatte, e*he dies polizekkich verhindert Welden konnte.
(Zurufe bei den Wonvmuwisten.)
Nun, meine Damen und Herren, gest'aklen Sie mkkr noch ein paar weitere Bemerkungen, ATS ich zu Beginn dieses Berichtes die Tatsache feststellte, daß diese Kundgsbung aui BefeHü der Dritten .Jntornationabe arrangiert worden sei, haben die Herren
von 5er Kommu-nksiiscben Parkek Bas HottY Zurufe beszeifekt (ZW
rufe bei den Kommunisten) - oder direkt m W).»? gestellt.
(Erneute Zukufe bei den Kommunisten.) Der Polizei ck in den
leßten TWen ein Brief in die Hand gefallen, dessen Echtheit Wohl
auch dxe Herren von der Kommunistijchen Partet nlch1 bestreiten wollen, ein Ortes, der an Herr Sinojeff in Moskau gerichtet war, aber ein Brief, „der ihn nicht erre1chte“. (Zuruf bei den Kom. munisten.) - Nein, von der Ruth Fischer. Der Brief ist zur
Beurteilung der Tätigkeit der De utsche n Kommunistischen
Partei so roerxvoll, daß ich, glaube ich, eine UnterlassungSjünde
begehen würde, wenn ich i-hn nicht der größeren Oeffentlicb-kett zur
Kenntms bringen Wollte. In diesem Briefe, der das Datum vom
19. November trägt, heißt es:
An die Bezirksleitung der Berliner Organisation der K. P, D.!„
' Werte Genossen! . '
Die Delegation des Exekutivkomitees bat mich beauftragt, Euch mitzuteilen.. daß sie mit tiefster Besorgnis die. Untätigkeit der Mrliner Organisation verfolgt. ' .
(Hört, hört!) ' ' . _ _“ Die Berliner Organijation hat nicht nur für verfeDLt erklärt, daß die K. P. D. Ende Ottober dem betoaßfneten Kampfe aus. goxvizlzen “rst, die Vértreter der Berliner Organisation haben noch am 10. November vorgeschlagen, daß am 13. November der bewaffnete Aufstand proklamiert wird (Vorschlag der Gen. R, im Kopf!). Und obTvohC Jhr dadurch bekundet, daß JM die revolutionäre Enérgie der Massen fo hoch schäyt, kann _die Berliner Organisation nicht zur geringsten Aktivität angetrieben Werden. - Am 9. November keine Demonstration. am 18. auch keine, obwohü sie beschlaffen muvde. Euer Vertreter im“ Kopf sxpricht zuerst gcgen die Taktik det Demonstrationen. Aber er l.“.ßt sich überzcugen und stimmt für das Zirkubar der Zentrale, das die Demonstrationen als wichtigstes Mittel des Kannpfes für die nächsten Wolven an*gi-bt. Ab-er es vergéhen Tage, und die Berliner Organisation, die den Aufstand woer, ist nicht im- stande, die Demonstrat-ion zustande zu brmgen. Ja sogar so [eme Mittel, wie das .Herunterwerfen der Aufrufe 'm Kinos und“ Theatern, Die für uns von größter Bedeukung sind, weil wir aus der Oeffentlichkeit verschwunden smd, werden von (Huch troß allem Drängen nicht in AnWendun-g gebracht. -
Nachdem Sach1sen ausfgehört hat, als AUZJ-angs-punxkt der Mtion zu dienen,
(lebhaftes Hört, hört!) ist es Berlin. Durch die Unfähigkeit, die Berliner Organisation ins Trsjjen zu bringen, badet Ihr auf Euch die Veranvwortung für die Unakrivität der Gesamtpartei. Heute, am 20. Novmber, tritt der Reichstag z'ujammen, der die Ohnmacht der bürger-lickzen Politik un-d die Macht des Säbels de-mon-striert. DasSchar-eigen der Berliner Parteiorganisation in die'sem- Moment bsdeaxet die Demonstration der Ohnmacht des Prolétariats. Die DeTego'tion des Exovutivkomitees beschloß darum:
1. Die Reichsdagsfraktion der K. P. D. hat in der ersten Sitzung des Reichstags am 19. eine solche Stellung einzwmehmew, daß. fie mit Gewalt aus der Sitzung ensfernt wird. _
(Stürmische Heiterkeit und Aha-Ru-fe.) ,
2. Die Berliner Organisation'dex K. P. D. hat Donnerstag“ gegen “den Abend die- Bexliner' Pa-rbeig-enossen ;mvd__„ w:) möglick)
[_große' Ui-be der .Arbeiters'chcxft 'zu“? Demoüsr'rq'ti'bn izt] .Zeßüum _der SWN (nicht Vor dem ReichStag)“ auFmakschierérx zu "lassen unter den Losun-ßen: Nieder die Regiekmtg'St-res'emanm, nieder die Diktatur Seeckt, es lebe die proletarische Diktatur!
3. Die Zentrale hat Vosbeteitungen zu weffen zur Organi- sation'großer Massendemonstvationen unter'der Losung: Arbeit, Brot, Freiheit. Hilfe den "Ruhr- und Rhein-arbeitern!"
Diese Beschlüsse müssen außgefüjhrt rreMn. ckDie Delegation des Exekutiazkomitees fordert die Ueber-wiUdungallerHindernisse- Die Partei muß ans det Inaktivität heraus. : ““
Im Auftrage der Delegation des Exekut-ipkNU'it-c'es. ' Anton Radek.“ ', “ Ü
(Zurufe bei den Kommunisten.) Der Veranstalbe'rin, der Leitung
im Kopf der K.P.D., erschien dieser kategorische Befehl Moskaus
nicht ausführbar. Die Leiterin, das ist Rull) Fischer, hat de_ZWegen
dem „Genossen Anton“, demHerrn Radek, folgende Antwort gu
schrieben: , ** “ *
Werfer Genosse Antonx '
Ich erhielt MittWoch früh durch denZGenossen Nikolaus
Ihren Brief, der die Beschlüsse der Vertretung der Exekutiv- enthielt. '(Heiderkeit bei den Kommunisten.) - Wir hatten schon Dienstag zu Enver Forderung, Donnersbas eine Demonstrath zu machen, Stellung genommen un-d ein' stimmig. mit Einschluß des Genossen Nikolaus, diese Forderuns als für Donnerstag praktisch undurchführbar abgelehnt. („Zurufe bei den Kommunisten.) , J de Ihnen dazu einige Tatsachew mitteilen, damit diese jr r Demonstration nicht du küwfrigen Debatten hier oder En os-kau gegen die Linken ausgenüßt Wert kann: “ [ - Ich mache darauf aufmerksam, daß Frau Fischer besorgt ist, daß . dbe zögernde Taktik der Berliwex Kommumisten einmal in Moskau gegen die linke Richtung 'm der Kommunistischen Partei ausgenusk wirD. („Zuruf bei den Kommunisten: Was Sie alles wissen!) 1 1. Die Avbeiderschaft in Berlin ist demonstrationsm-üve, und es bedarf einer zähen Arbeit der Partei, um diese Stimmung um“, zwbiegen. ; 2. Die . Bezirksleitung und der Zentvalvorstän-d Berlin“.“ Brandenburg bereiten seit einer Woche *angestrengt eine Demo:? * stration gegen den Hunger für Dien-Ztag, 27. November, vor. " (Hört, hört!) ““Alle Betriebszellen, alle 'Parteizellen sind mobilisiert, unter dert ;
Erwerbslosen kvivd eine be1onDers in-kensive Agitation getrieben, .
(Bravo! bet den Kommunisten.)
Montag, 26. Noyember, Findet eine i'llegaleBebxiebsrätevoUW'
sammlung statt, Wo sicherlich 2000 Betriebsräte anwesend ski" werkdew, die den Beschluß-zur Demonstration faa'sen, Wir hM außerdem durch besondere .Frauenagitatiow, ferner durch Agitakw" mit den Kriegsopstrn versucht, der Demonstration einen möglichs, breiten Raum zu geben, unter der Losung:,Gegen den HUWM “ gcgen die Errve-vbslojigkeit, für Brot und Avbeit! -
Die Stimmung ist nach wie vor sebr gegen Demonstraké'onenk ' aber wir hoffen zuversichtlich, die Sache überwinden zu konne:f .
Und am Diensmg wirklich Massen auf die Beine zu bring“; Wir haben auxh ebenso Anordnungen für !d?
' Wäre.
S'Zhuß der Demonstration gegeben, welche ganz
bestimmt zu schweren Zusammenstößen führen wird.
(Hört, hört! - Zurufe bei den Kommunisten.)
“ 3. Wenn wir die Demonstration für Donnerstag abgelehnt haben soéaus folgenden Gründen:
&) interessiert die Reichstagstagung und alles, Was sich dort abspielt, keinen einzigen Arbeiter in Ve'rlin und im Reiche.
Sehr richtig! bet den Kommunisten.)
' b) wäre es uns'vo'm Dienstag aus,'Wo Wir die Ver- ständigung bekommen ha_ben, techni§ch unmöglich gemesen, beim zeytgen Zustand der Arbeit_ in den Fabriken auch nur mit der Nachricht der Demonstranon einzudringen, da Mitbwvch Bußt-ag war. wo nicht gearbeitet wurde. „
Ein neuerlicher Mißerfolg aber am Donnerstag, der bei der Ausführung des Befehls unvermeidlich gemesen wäre, hätte uns jede Aussicht an*f das Gelingen der Diensmg- Demonstration genommen.
Die Verantwortung für die Inaktivität der Gesamtpartei und jomit des Proletariats fällt unserer tiefen Uéberzeugung nach nicht auf die Berliner Organisation, sondern aws die Politik der Gcßamtpartei, die zu de? katastrophalen Lage ge-fi'ohrt hat, in der Wir uns momentan befinden..
Mit komammistischem Gruß! Ruth Fischer.
_(Zuru'fe bei den Kommunisten.)
Meme Damen und Herren von der Kommunistiéchen Partei, gerade Ihnen möchte ich nun noch ermas bejonderes zur Kenntnis bringen. (Zuruf bei den Kommunisten: Ni-kolaus hat einen weiteren Brief geschrieben!) - Nicht Nikolaus, aber Ruth Fischer! (Aha!) Ruth Fischer schreibt:
Werker Genosse Sinowjew! Ick) schreibe JBnen heute, Weil in den leßten Wochen die Situation innerhalh der Zentrale und da- durch in der Partei unhaltbar gewvrden ist. Der kritische Brief der Exekutive hat eine Debatte ausgelöst, *aus 5er für uns klar hervorgeht., daß diese Zentrale unjähig ist, auch nur einen einzigen begangenen Fehler ein- zusehen und die Konsequenzen daraus zu stehen. Das Verhältnis zwischen der Berliner Organisation urrd der chtralx, ist ein einziger Kampf in jeder politiFchen, aber auch in jeder organi's-aWri-sclxen Frage. Bei der schwierigen finanzichr Lage mxüssen wir um jeides Flwgtblatt, um jede not- aven-dige Ausgabe eine Unmenge Von Energie aufbringen, die besser für andere Dinge Verwendung fän'de. Das alles in einer Lage, in der die Militärdikta-mp täglich frecher wivd, täglich Dutzende von Genossen aus den Betrieben in Schußhaft ge- nommen Werden, die Ueberleitung des Kabinetts Strssemann in eine offene RechtSdkktatur nur eine Frage von Tagen ist und die Stimmung im Proletariat im Wesent- Tichen meiner Ueberzeugung nach durch das Versagen der K. P. D. sehr“ pasFiv',
slür uns sehr schwier'rgen Situation hat aws der anderen Seite de'r Hitler-Pntsch gezeigt, daß .die Kräfde der Reaktion nicht Wer- „trtc'ben Werden dürfen unD daß bei Vorhandenrsein einer reDo-
_ “TUtionären, kaqufibemußten und zielbowußten Partei das deursche
Proletariat viebleicht in sehr kurzer Frist wieder zum Angriff tiilbergxehen kann. Aber Wenn das mit der Partei so Weiter geht Wie bisher, dann Werden wir jede Situation, und sei sie noch viel günstiger als nach dem Cuno-Skreik, verpcossen. Ich und meine Freunde FlM-ben, daß trotz aller Bedenken, die dem ent- gegenstehen könnte:», sein _AuZWeg b1eibt, als daß die Exekutive, und zwar Sie, Genosse SinojeM, u-nd nicht Radek, der hier in DeutschTand ist, die deutsche Frage noch einmal prüfen und uns einen Weg" der Lösung vorschLagen.
.Wir, als Leitung der Berliner Organisation, können zum
Genossen Radeék gegenwärtig ails Ovdner der Parteiangelegen;
heiten sehr wenig“ Vertrauen haben, da er bei jeder Gwlegemhei-t erükärt, er sei zu 99 vH mit Brandler eirwerstanden. Wer zu 99 vH mit Brandler einvevstaniden ßst, wird die K. P. D. nicht gesund machen. ,
Deshalb rege ich bei Ihnen an, ob Sie nicht eine ziemXi-ch breite Paxtei-dclegation der K. P. D. nach Moskau einladen möchten, mm über die politi-schen, als auch organdsatorijchen Fragen der ab-so-lut nomvenHigen Umstellung der Partei zu ver- _han-de'l-n un?) die Frage des Parveitags mit ihnen gomeinj-am zu prüfen. An einer solchen Delegation sollten sich uwferer Auf- Hassuwg nach beteiligen: 1. eine Delegation der Zentrale, 'm der alle Grmppen Vertreten sind, in der „aber auch unbedingi Bran-dler Vertretm sein muß, 2. von den Bezirken Hamburg, Berlin, Ruhrgabiet unw Sachsen je ein bis zwei Vsrtreter, und Ovar von Sachsen ein Vertreter der Parteimeiwheit und der Parteimiriderheit, aliso auch einer von den sächjsbschen Genossen, die von Anfang an gegen die sächsbsche Politik gewesen sind (z. B. dfe Mehrheit der Bezirts'keitung Wesufachsens!). Diese Delogation Würde zehn bis zwöl'f Mann umfassen, deren Entfernung von Deutschland sicherlich für die jeHi-ge Parteiar'beit seYr schmerzlich Aber noch unterträg'licher ist der jeyige Zuasband. Wir
Werden morgen dem ZentraWor-st-and vorschsagen, ein Telegramm
an Sie zu senden mit dem Ersuchen, eine derart-i-ge Delegation
nach Moslkau zu bepufen. Dann folgt in diesem Briefe noch die Mitteilung, daß Radek sich (Rufe bei den Konnnunisten: Weiterlesen!) besclxveWefühvend an die Bezirks-leitung Berlin-Brandenburg ge'xvandt habe, daß die Demonstranon nicht an]: Geheiß der Moskauer Zentrale gemacht Wurde, und Mitteilun-g von der AntWort, die Rukh Fijcher dem Herrn Radek gesa'nDt hat.
Sie haben soeben in einem Zwischenrufe gefragt, mas dies alles mit der Veyhafkun-g der Frau Abgeordnetkn Woljstein zu tun „hat. Nun, meine Damen unfd Herren“, Wenn man„Weisz - und ich Weiß das amtlich -, daß Frau Rosi Wolfstein in engstem Konnex mit Frau Rush Fächer sieht (Lachen bei den Kommunisten), daß FWWWolfstein noch im August dieses Jahres der Leitung der Kom-mun-istischcn Partei Verlin-Brandenburg angehört hac, dann Welden Sie, meine Damen und Heroen, es den amdlichen Stellen Richy Verü'beln, Wen-n sie aus dieser Kenntnis, aus diejen Er- Wkungen die notavendig-en Schtlußfol-sérungcn ziehen. umd nicht daran gkauben Wollen, daß sich Frau Wolfstein gesvern um 6 Uhr Win zufäüig im Lustgarten befunden hak. (Lachen mw Wider- spxuxh Ihe? den Kommunisten.)
'"
sehr-
deprimiert, sehr zexbrochen ist. Trotz der momentan'
' M-injsters gegsben.
*Meine Herren, es handelt sich bei diesen Aufzügen der Kom- munistijchen Partei gar nicht um bloße Demonstrationen, sondern es handelt sich um eine Generalprobe zu einem bcwaffneren Auf- stand großen Stils. (Sehr wahr!) Ich glaube, meine ganze Amts- führung jchuyt mich vor dem Verdacht, daß ich etwa Kleinigkeiten aufbauscve. Ich habe Wiederholt gerade von dieser Stelle aus davor gewarnt, kleine Unregelmäßigteiten und Zwischenfälle so zu Übertreiben, daß am Lande eine große Beunruhigung entstehen
* könnte. weil :ck der Meinung hin, daß unsere politisch und wirt-
schaftlich ungesunden Zul-ände. nicht zuletzt eine Folge der Ner- vos1tät smd, die seit einigen Ja-bren unser Volk krank gemacht hat. Was slch aber in den leyten Tagen durch Haussuchungen und durch andere Nachforschungen besonders in den Gebieten der Kom- munistischen Partei gezeigt hat. das läßt doch keinen ZWeijel mehr daran aufkommen, daß die Kommunistische Partei seit emiger Zeit zum beWasfn-eteu Aujstand rüstet. (Lebhaftes Hört, hört!) Ick) bitte, einige Waffen auf den Tisch des Hauses niederlegen lassen zu dürfen. (Unter großer, fortgeseßt “steigender Unruhe des Hauses und bebhajten Rufen der Kommunisten Werden Von einigen Amts- gehilfen Maschinengewehre, Gewehre, Tankabwehrgew-ehre, Mauser- pistolen, Parabellumpistolen, ArmeerevoWer, Leuchtpistolen, Spreng- kapseln. Munition usw. auf den Tisch des Hauses niedergelegt. - Abg. Kill»!!! Ich werde mal die Flinten Vorfü'hren, die Ihre Parteigenossen haben! - Andauernde große Unruhe, -- Glocke des Präsidenten.)
Meine Herren, ich Werde gefragt, ob das alle Waffen seien. (Zuruf bei den Kommunizxen: Nein!) Ich will mich darauf be- schränken, von jeder Waffenart _ sagen wir: als Stichprobe - je ein Exemplar den Mitgliedern des Hauses zur Ansicht zu bringen. Diese Waffen stammen aus den Lagern, die zumeist Vom 15. No- vember bis heute angeh-oben morden siwd. Es sind unter anderem gesunden morden 10 Tankabwéhrge-we-hre, 1100 fabrikneue Mauser- pistoben (13611, hört!), etWa 2 Tußend schMre Maschinengewehre, 500 Karabiner, und, meine Herren, wenn Sie sich die Munition an-selxen. die ebenwlls auf den Tisch des Hauses niedergelegt ist, so werden sie finden, daß die normalen Geschosse durch Eingriffe zu Dumdumgeschossen gemacht morden sind. (Rufe rechts: Pfui! Wie gemein! - Zuruf bei den Kommunijaen: Das hat NikolauZ («macht! _ Gloäe des Präsidenten.) Die Polizeiverwaltung in Bertin hat Anlaß zu der Annahme, daß sie in den' nächsten Tagen noch mehreve solcher Lager ausyeben wird. Ich teile diese Auf- fassung durchaus und füge hénzu, daß Rüstungen und Vorberei- tungen nicht allein in Berlin, sondern fast in aUen GebMIchn Preußens beobachtet Worden sintd. (Hört, l)ör_t!) Angssiäzts dieer Tatsache hat die Staatsregierung die Pflicht, allen Anfängen mit aMr Entschiedenheit entgegenzutreten. (Sehr riäztig!) Ich hätte es für viel mutiger gehalten, wenn Sie (zu den Kommunisten) sich ausnahmslos zu diesen Vondereirungen bekannt hätten, als daß Sie heute die Methode at:)ever Verschwörer nachmachten (Zuruf bei den Kommuni|xen: Warten Sie ab!) und erklärten, Sie seien nur zufällig “dabei gewesen. (Zuruf bei den Kommunisten: Das hat niemand behauptet, - Andauernde Unruhe. - Glocke des Präsidenten.) ;
Ick) hcvbe diesen" Darlegungen nichts Weiter hinzuzufügen. Ick) bitte Sie, meine Herren von der Kommunistischen Partei, fick) Michi meianopfxzu-zerbrejäyen, ob diese deehäue hier mein SWM- gesawg ist. Ob ich heute hier zum lchtenma-l stehe oder weiter ambiere, ist für me'me Verpflichtungen und für meine Pfeichterfüüung ganz gleichgültig. (Bravo! bei der Vereinigten Soziawemofrat-ischen Parjei.) Ich würdeeine schlechter Polizeimim'ster sein, wenn die polirische Unsicherheit im Reich und in Preußen mich wach nur eine Miwute -in der Pflichterfüllung wankend machen wücde. (Brcwo! bei der Vereinigten Soziaddemokrat-ischcn Partei und im Zentrum.) Meine Damen und Herern, wenn es den Kommunisten gelingen würde, die Arbeitermasfen vor die Geroehre, vor die Kanonen der Reichswehr und der Polizei zu treiben, dann würden wir durch ein derart-iges Blutbcod 'm Deutschlaxtd den leßten Rest von morax-ischem Kredit Verlieren, den wir im Inlan'de und Auslande zum Wiederauf-
ba-u unseres Volkes gebrauchen. (Lebhafter Bsifaa boi der Vereinigten * Sozialdmokrakischen Partei. -- Lebhafte Zurufe bei den Kommunisten.) '
Die Abgg. Dr. Meyer-Ostpreußen (Komm.) und 7 (Komm.) fordern unter andauerndem.
S ch u l z - Vcemölln
Lärm ihrer *Franions enosseq, gegen die der Pxäjizent wiwer-
holt n'1it OrdnungNUFen ein1chreitet, die sofornge Besprechung
der Reoe des Ministers. Da diese Forderung die vorxctzrmsz
mäßige Unterstüßung von 15 Mitgiiedern findet, cord die Be-
JFMung eröffnet, wähxend ein großer Teil der Mnglieder deéx uses den Saal verläßt. '
Abg. Dr. Meyer-Ostpreußen (Komm.): Herr Sebering bak von Maschinengewehrkn,_ Dmn-Dym-Gejchoffen und allem mögxickzm gesprochen, bax cyber mehr bewerfen konnen daß Frau „Wymtem xrgervdwie damxt m meammenhayg [txbß Frau Wolfstem ist gen nicht M-itgkied der Berliner Beztrkseituwg. FWH der Redner von Schwin-dejeien und Dummhoiten desYdinisters prjcht, Wird er mehr- ma-ls zur Ovdnun gerusen.) Der Redner foxdert das Prmedariqt a-uf, Zeh i_wß des „Ber 9149 zxx bewaffnen. (Anx Schl-uß dex Rede st-xxnmen ie Kommumsten *m sturmtsche Rufe: Nxeder mt: Severxngt em.)
Abg. Yejlmann (Soz.) erklärt, dgß das. Rüsten zum be- waffneten '-uf1bcmv„ ob von rechts oder lmks, e-m'Verbrechen am Volke soi,„wogogen eme„ eordnetg Staat lt nut allen Macht- mittem _emschrexten musée. (ögrmendx nterhrecbamgen ber den KommUmst-en. - Prastdent Lemert hattet meverbolx, R-uhe zu halten.) Der Abgeoödnexe„Dr. Meyer hat das Mqtenal des Mx- nisters im wesentltchxn besdaxtßt UWWMM, daß dre Kommumnen den bewcifneten Aumand wo en._ xtrcb :| der ermdvunkt des (Erneuter _Larm hex den Kpmmuxmsten.) m öbampfe gegen das Bestreben, due Athener por _d-te MNchmewgewe ce zu treiben, ist die _Pobrtik yer So «Demokratie, ob innerbaxb oder aUßerkÉ-ZF hex Regierung dz: gie: Dx: denerxbsantxagß den
au lptexn dem GLÜÖÉftSOrdn-unqöquuß zu uderwetfen, der eine Entcbexduna trafen werde, tm „ nne der WarhmngUder
mmunität und Per _rung des mnmn Frtedens. (Großer Larm bei dyn Kommunisten.)
Abg. Séol e m (Komm.) betont, die Berliner Organichtion der Kommwmzit-ischen Partei Doutscblands und _Rth -F-tscher „atte_n kn allen poljtichen Fragewd'tesekbe Haitun em nommen wxe dle Gesamtleitxmg r Kommumst-xschenqute-i . nts „[an-ds." Der zuerst vom M-inrister verlcsxne Moskauer_ ref sex offenbar- gefalschx. Das Verbot der Konnnunrtstiscben Paxtex Deutschxaneds bilde * aneran für kommamisbiscbe Denwnstrq-Uonem Dre „Komma- ts Parts: bere-ite in'der Tat Die Revoluxxon.des Prolxtqriqtsgegen dte Diktatur der Bourgeoifie vor. Seveymg als Polrzetmmmter der_Srmnes- koalition werde aucb mit sxmer Verfolgun der Kommumsten nicbt dem F-u tritt der BHUgeotfie entgehen. "_ verzxchtcn 'auf'xine Einbext ront m-it HUlnmnn, bert und Sepermg' ahex war hletben in der » inbebtsfwnt mit den" sozmldßmokraxtscßen ÄrbNtcrn, Zd-(e vorz diesen kon-tererolutionären Fahrern mchxs Wissen wollen. (wa'fa-J bet den Kommumsten.)
„ Ern Sckxkztßankrag wird gegen die' Kommunisten angcnmnmcn._ Der Antrag auf Hafxentlassung der Aba ord- net-cn Wolfstcm geht an den (Vesclzäftsordnungkaaucöschu"ß.
Bei der Beratung _ein?x_Mrordnung, betr. Schu23maßx nahmen ?egen das epidemwck)? Auftreten der spinälcn Kinder äbmu n g im Regierung-Zbeeixk Breslau, wünscht der Abgeordnrte W eyl (Soz.) die Ausdehnung der Byrord- nun auf das ganze StaatsZ*bret. Die Anaelegenhcit wird dem Aus.chuß für BevölkerungSpolitik überwiesen.
Nach _debatteloser Erledigung mehrerer Ausschußb:richte werdcn bet schwachbeseßtem Haus? 'die Vorlagen Üb?!" Aende- rung der Aufsichtsbefugnis im Feue rvcrsicbe- run_g§wesen und über Aendsrung der Amts „richts- beztrke De_utsch-Krone und MärkislZ-Fried- la n d endgülttg angenommen,
Als Berichtkrstatter de?- Hauptausschu es beantcagt ierauf dex _AbZeordnLte Dr. Faßben der ( entr.), das “lauts- mmzsteknzmyöge zur lnterstüßung privater ge- m§1nnu?tger WoblfabrtS- und Wohltätig- kettSa n ta [ t en ausxxordentliche Mittel bereitstellen, aus Yenen" auf Anxrag Beihrlfkn zu den vom Reiche gewährten TZuschussen gkwahrt werden könn2n. Der Antrag wird debatte- os angenommen.
Fern-Ir stimmte d_as Haus dem Ausschußantxag zu den AysfubrungHbesnmmungen zum Tu b e rkulo f e - geseß zu, daß eme Pflicht zur Meldung für den zygezogenen' Y_rzt nur dann besteht, wenn nach ärzt- lichem Urteil em Krawkheitsfall als tatsächlich ansteckend be- trachte't wexden muß, und das; Ferner die Mitteilung der baktemologt! cn U11tcrsuchungsstxle an die Meldxstxkle nicht zur Strafvcr olgung gvgen den Arzt benußt werden kann.
Annahme fand auch de'r Ausschußantrag, für I n sta n d - eßunkg der staatlichen, insbe andere der „9 1“ st [ i ch e n G e b ä u d e ausweichend? ittel zur Ver- ugung zu stellen und Vorsorge Segen vollständigxn Verfall zu
_ ü Schulbauten die Mitxcl _bcdeutend zu erbölxn. F?rner soll das Staats- MMlstLklum ersucht wcrden, die Oberscbusräte, dem Umfang und der Ved-Zutun?1 ibres Amtes ent, rechend, höher etxtzustgfen. Durch eme .Und-erung des " oxksschullebrer- Dtsnsternkommen-geseßes sollen die mit V olksscb u l e 11 ver- hundenen sogenanten gehobenen Klaffen bzw. ihre Lehrkräfte tn der Aufrückun H- und Beförderungsmöqlichkmt dcn Mikt-el- schulen bxzw. 1tt21schullekjrern gle1chgest9llt werden. Für Fuptamtltckxe Lektoren an den Universitäten
trkffen, sowie der Antrag,
ollen" im Haushalt 1924 unter Berücksichtigung der örtlichen
erhgltnxffe penwnSberSchtigtc Stellen, g'xgebencnfalks als Stuhtenrate gks Öfen mßrden. Ein Gesetz soll ferner vor- berettet werßey, da die Aufbringung der L a st 2 n 1": r da s gesamt_e „bo hére Schu [me sen untér Berü fichtigung der neuzertltcben Vcrscbxebungen in der Leistungsfähigkth von Staat und Städten neu verteilt.
Bet FLst tellung _de Ta e-Zordnung für die nächste Sitzung ercxn dle ommumsten, ax; ein: Anzahl. kommunistisÖer ntrage “(zm Donnerstag eraten wird, und daß eine qroße_ poltt1sche Aussprache, insbesondere über di'e'"inncre „olmk, ferner dl? Awträge über die Rhsinkandfrage und üb2r dle Wucerverordnung uxw. an erster Stelle 'auf" dié-U'Tages- ordnung gessßt werden. Die Anträge werden „abgeltht. Nä-chste Sißuw Donnerstag, den 29. Novemer, 12 U r! Kleine Vorlagen. ?Zchlußz 8 UHr 45 Minuten. . h *
(x!“
Parlamentarische Nachrichten. .
Der Unterausschuß des Reichéwirtscbaftsrafß für, Landwirtschaft und Ernährung bat gesiesn kaut Bettäpt det? JZackotrclytenbüws des Vereins den11cher Zeitungsveneaet tylgxnde urWrunglicl) auf eincm Antrag der Aibeitnebmer (Bammch, Km!) békllÖMDL E n_t ! cb ! i e f; u n g einstinnmg angenommxn;
, T€)? UntcraUMbuß lenkt das Augknmejk aller4ür diöreutsckx W11't!chafr1*€rax11y*c_ckrt1ichn Kmse au! die vie-lracb zu hoch an;:eseyten (Hol dvre1se. D1e1€zuhoben (Ho]dvteise müssen jcbke'unigstlabaebaut Werken. da und?,rnfajls cine Konfuxren; mit dem _Ankla-xde'dncb in Zukunft urxnxöqltcb ist. Der Innenmajkt ist ebenxalls nicht genügend aztfnal)mefabtg_, da 'der frühere, rentenbczwbenre Mittelstand ent- eygnet u_11d die bxenen Schichten der Bcvölkeruna bt'i den hoben Golrvrenen noch nicht kanfkräflig genug find. Mit der Vkrt671ung dexGolrzabltzngsminel, die beicbje-migt merken muß. und mit der Beseitigung kurxstlich zu niedrig gehaltener Einbcixskurse muß einbet- geben der sofotxme Abbau der Risikoprämien und der zu bobeMWrunv- prciso. Es, lrttt. sonst sofort die Entwertung der werxbxskändmm Zahlungsthtel ('m und es beginnt eine neue1ürchter11chanfialwnß vxrwde. “Dke Wamwerwchniffe müssen überal] im Reiche in Gold fur alle Waren kurchge1übrt werden. ngietuna und Wi'kknbafw- fü'brung tra ey be1ondets in dieter Uebergangsvetiode für die Ein- leixtum?) ker tedergesundung der Winschaft eine Verantwortung wie n e zu or.
_ Baltrus (H führte zum Beweise an, daß die Löhne und Ge- balter gegenwäzttg bestemalls der „Hälfte des Frtedens-wminajlobns entsvxecben. Die Svgnnx. die z. B. beim Fleisch am- Bellmer Vieb- mattt_uz1d rem Please tm Kleinoerkauf besteht, errechnete er auf 200 [3-15 300 %. Belm Wejzenmebl berechneten die Mühlen inGold gegenuber dem eredegspteive 50 bis 100% mehr, Der Meblgtoß- handel nehm? Aufjclzlage, die etwa das Dreifache vet Spanne in Gold der Fnedcnszett betrügen. Für Fische zahlten wir “-jest in (Gold das Fünssgcbe, kes Ftiedensvxeises und darüber. Als Miltel gegen dteje Pretssjemetupaen empfahl det Redner die 1ch1eunigste Vetsebun'g der Gesamtwntschan mit Rentenmark und Zurückztcbung der Pamermark, rückfich16191e Anwendung der Karteretojdnuna und Anordnung 'von Goldbßcbstvreben vom Etzeuner ab. Zum Sckoluß betontx e_r dre Notwendigkeix einer möglichst rauben Herabsésnna der Zylyatlurlttck) hoben Goldpretse, sonst Werde das ganze Erxßeibslebm
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. Der Aeliestenrat des Preußischen Landtag! bettet gestem “über die Gescbäjlslage. Es sollen noch beute und morgen Voxlfißungey siattfinden zur Beratung kleiner Vorlagen. Dann soll eine Pauw eintreten bis zum Dienstag der kommenden Woche. Ueber die anae. ob und wann eine große poljlijche Aus- sprache stattfinden soll, wurde ein Beschluß noch nicht gefaßt.
Nr. 47_ der ,Veröffentlicbungen des Reichs- gesundbettSamts“ Vom 21. November 1923 hat folgendes JnOalt: Gang der gemeipgesäbtlichcn Krankheiten. - Zcixwetlige Maßregeln genen gememgesabrltche Ktankbetten. - Geke aeoung ukw. (Mecklenbum-Snelxsx. Apothekenbenieb anSonn- und )esnagcn. - Tter1cuchcn nn "Uns]ande. - Gekcbenkliste. - Wochentabelle über rie (bejtrts- nnd Sterblichkeinerbältmffe in de'" 46 deut|chen Großstävxen nLtt_ [00 000 und mehr Einwobnetn. - DeE-glcicben in etnige'n größeren Exadtkp des Auslandes. -- Erkxankunacn an übkrtragbarcn Krank- bexten m dcutjchcn Ländern. _ Witterung. .
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