2. Durch Erlaß vom 15. September 1923 -- I.-Nr. 17/3 11.-
Bezeichnung: .Kükengtüve'.
Hande1süblicbe Bezeichnung der Gemengteile: Bruchteis, MaisKtüße; geschäne Hufe.
Name des Herstellers: Firma Carl Beck, Kraftfutter-Fabrik,
(55 m. b. H, Elze1Hann.).
3. Dmch Erlaß vom 20. September 1923 - 17/3 11. - 855 -=
Bezeichnung: „Hofmanns Melassemischfuuex für Pferde“. Nährstoffgehalt: 14,84 0/0 Wasskr
11,22 % si1ckftoff5altige Befiandteile mit 7,33 % Reinprotein,
1,67 0/0 FLU- 9,35 % Rohfaser, 55,88 % stickstofffr. Exlraktswffe mit 240% Zucker, 7.04 o/0 Asche HAYleÜbliM Bezeichnung der Gemengteile: _ a1er. Roaaenkleie, Leinkucben. YOZLMFÜW si !) bk " en to me . Nameudex 755210211219: Firma E.. H. Hofmann 111 Riesa a. E.
4. Durch Erlaß vom_26. September1923 "17/3 U- 867-: Bkzeixbnunq; .Matikutter'. Näbrjwffgebalt : 11,9 % Wasser, 12,3 % Protein, 3,0 M, FLU- 65.1 0/9 stickstyfffr. Exiraktstoffe, 3,5% Rohfaser, 4 2 9/9 Mineralbesiandteüe. Hundeksübliche Bezeichnung der Gemengfeile: Mais1chrot, JUXZZWWDY, 1,1 eut es me . Name des Her tellers: Norddeutsche Handewgeselscßaff Limberg, Jönffon & Co, in Hamburg 36, Fublentwiete 42.
5. Durch Erlaß vom 5. Oktober 1923 - J.-Nr. 17/3 U. --873 -:
3) Bezeichnung: Melaffemiichfutter füt Mllebvieb, Marke „Jbeka 11“ (eingetr. Warenz). Nährstoffgehalt: 10,91% Wasser. 18,11 % stickstoffbaltige Stoffe,
4,37 0/9 Fett. 50.08 9/0 ktickfwfffr. Extraktstoffe (darin 17,98 % Zucker), 11,60 9/9 Rohfaser,
4,93 0/o AWE-
0ande1sübliche Bezeiébnung der Gemengteile: (Leds. Palmkucben. 1"? er.
Melasse.
17) Bezeichnung: Melaffemiscbfutier für Milikvieb. „Jbeka 13“ (ein ett. Warenz.). ährstoffgehalt : 14,510/9 Wasser. 14,00 % stickstoffbaltige Stoffe, 4.44 0/9 Fett, 53.12 % sticksiofffr. Extraktstoffe (darkn18,560/. Zucker), 8.55 9/0 Rohfaser, 5.38 o/o Wehe. «handelsübliche Bezeichnung der Gemengteile: Roggenkleie. Gebr. Palmkuéhen, Melasse. Name des HersteUers: irma Johannes Bischoff, Kraflfutier- fabrik in Kiel, Ring iraße 13.
Marke
6. Durch Erlaß vom 5. Dezember 1923 -- 17/3 11. -- 958 -- *
8) Bezeickmun : .Kälbermebl'. Nähjswffge alt: 9,24 % Waffe:, 21,88 9/0 rotein, 5,81 0/0 ett. 52,13 % fticksfofffr. Extraktstoffe. 5,20 % Rohfaser- 5,74 0/9 Asche (darin 0,68 % Sand). HandelHiibltÖe Bezeichnung der Gemengteilet Welzennachmehl, , * qfenmrbmebl. xetnkucbenmehl, Phosphorsaurer Futterkalk.
b) B€1L1ch111111 : .Scbweinemastfutjer'. Nährstoffge )alt: 8 33 0/9 Wasser,
12,50 % Protein,
8,56 9/0 Fett,
47,03 % sticksiofffr. Extraktstoffe,
10,83 M) Robfa1er,
12,75 % Asche (darin 1,68 "/o Sand). Oande1§übliche Bezeichnung der Gemengleile:
Retsfuttermebl,
Maisfuttermebl.
Fisckomebl,
Koblensaurer Kalk. Name des HersieUers:
Kranfujterwnke Halbersiadt A.-G. in Halberstadt,
Berlin, den 15. Dezember 1923.
Der Rei Smini ter für Ernährung und Landwi a ck sI. A.: Dr. Niklas. ttsch ft"
_"
Bckanntmachung.
Die der Firma Johannes Marmulla in Berlin-Llcbter- felde, Roonstraße 23, durch Erlaß vom 30. Oktober 1922 -- J. - Nr. 17/3 111. 653 -- bezw. vom 27. Auqust 1923 -- 17/3 111. 830 -- erteilte Genehmigung zur .Lerstellung der Mischung Gewürzwr Futterkalk Marke hlorkalzium- Futserkalk-Marmu a“ - veröffentlicht im Deutschen Reichs- anzeiger Jahrg. 1922 Nr. 280 bezw. Jahrg. 1923 Nr. 200 - wird infolge Abänderung der hersteÜenden Firma in:
Chlorkalzium - Futterkalk - Matmulla Aktiengeseuschast, Vetlin- Lich1ertelde, Roonstraße 23, auf diese Firma iibertragen. Berlin, den 14. Dezember 1923. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. I. A.: Niklas.
Bekanntmachung,
betreffend Ausaabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber,
Der Bayerischen Kohlenbandelsbank, Aktien-
gesxUschaft, in München wurde die Genehmigung erteilt, in Stucke zu 1 ZU:, 10 Ztr., 50 Ztr. und 100 Ztr. eingeteilte
_/
anaberschuldverschreibun en in den Verkehr zu bringen: Auf den Wert von 50000 entner Rubrfettförderkohle lautenpe, mit 5 Proz. verzinsliche, tm allgemeinen bis zum Jahre 1928 unkündbare und unverlosbare. von da ab imuWege dex Aus- losung zu 103 Proz. oder des freihändigen Rnckfaufs ttlgbare
anaberschuldver1chreibungen. Eine Gesamtkündigung ist schon
vom Jahre 1926 ab zulässig. München, den 12. Dezember 1923.
Bayer. StaatSMinisteriumAfür Kandel, Industrie und Gewerbe. J. .: ößmer.
Bekanntmachung
über Auggabe von Schuldverschreibungen auf den Jnhaben
Mit Ministerialentschließuna von" heute ist genehmigt worden, daß die Stadtgemeinde Munchen m11 6 vH ver- zinsnche Schuldverschreibungen auf den Inhaber 1111 Gesamt- betrag von 5 Millionen Goldmark, und zwar Stucke_ zu 50, 100, 200, 500, 1000 und 5000 ".Mi, in den Verkehr brmgt.
München, den 13. Dezember 1923.
Bayerisches StaatSministerium des Innern. J. A.: Neubert.
Die von ?eute ab zur Auggabe gxlangende Nummer 126 des Ne1chSge esblatts Teil ] enthalt die nachstehend d& zeichneten Geseye usw.
das ErmächtigungSgeses, vom 8. Dezgmber 1923.
die weite Verordnung über die Erhohung der Umlaufs- grenzen ür Hypothekenpfandbriefe, vom 7. Dezember 1923.
Berlin, den 10. Dezember 1923. Gefessammlungsamt. Krause.
Die von heute ab zur AUSgabe gnelan'gende Nummer 127 des ReichSgeseßblatts Teil [ enthalt d1e nachstehend bezetch- neten Gesese usw. . „
die Verordnung über die zwölfte Erganzung des Besol- dungSgeseßes, vom 12. Dezember 1923,
die Verordnung über die Beaufstchti ung bayerischer privater VersicherunaSunternehmungen, vom 7. ezember 1923
die Verordnung über GeschäftSgang und Vertaßren der Knapp?chaftSoberverficherungsämter, vom 8. Dezember 1923,
die Verordnung über Renten in der Unfaüverstcherung, vom 12. Dezember 1923.
Berlin, den 14. Dezember 1923. Geseßsammlungsamt. Kr au f e.
Die von heute ab zur Auggabe gelaggendx Nummer 49 des Reichs,;esehblatts Teil 11 enthalt dte nachstehend bezeichneten Geseße usw.: '
das Geseß über den Vertrag zwrscben dem Deutschen Reiche einerseits und der Schweizerischen Eidgxnossensckxafi. tm Namen der schweizerischen Kantone von Zürtch, Basel-Stadt, Basel-Land, Schaffhausen, St. GaUen, Aargau und Thurgau, andererseits zur Vermeidung der Doppelbesteuerung des Arbetts- einkommens, vom „ Dezxmber 1923,
das GeseH ü ' «Mxigung der Reichswgieruzm Fur Verlän erung der Gum tsdauer des deutsch-portugtests )en vorläu gen Handelsübereinkommens vom 28. Aprtl 1923, vom 12. Dezember 1923, "
das Gesey wegen eines deutsch-polnischen Abkommens uber den privilegierten Durchgan Sverkehr wi1chen Polnisch-Ober- schlesien und dem übrigen Noten durc1) Deutsch-Oberschlesien, vom 10. Dezember 1923,
die Bekanntmachung über das am 15. Juli 1922 unter- ?elchnete deutsch-poln1sche Zusaßabkommen "xn artser Ab- ommen vom 21. April 1921 über den teten urchgangs- verkehr zwischen Ostpreußen und dem übrigen Deutschland, vom 4. Dezember 1923.
Berlin, den 17. Dezember 1923. Geseßsammlungsamt. Kran s e.
Preußen.
Ministerium des Innern.
Das reußische Staatswinisterium hat auf Grund des § 28 des andeSverwalmnKSgeseßes vom 30. Juli 1883 (Gesetz- samml. S. 195) den Regierungsrat Dr. Kielborn in Arns- berg zum Stellvertreter des Regierungspräsidenlen in der 11. Abteilxmg des BezirkSausscbuffes in Arnsberg, abgeieben vom Vorstke, auf die Dauer seines Hauptamts am Siye des Vezirs'Saus chuffes ernannt.
Iustizmin_isterium.
Der Amisfiß ist apgewiesen: dem Notar Dr. Hans Kauf- YWM, bisher in Berlm-Tchöneberg, im Bez. d. AG. Berlin- e.
Zu Notaren sind ernannt: die RA. Dr. Emil Loewen- ste'in und Dr. ulius Segall in Berlin (Bez. d. AG. Berlin- Mttte), Dr. Art ur Freytag in Berlin (Bez. d. AG. Berlin- Tempelhof), Dr. Hermann Pohrt in Rheinsberg, Dr Eberhard Jungfer m Breslau, Dr. Bruno Danziger in Neumarkt.
Hauptverwaltung der Staatsschulden. Für die am 2. Ja1111ar1924 fälligen halbjährigen Zinsen
??der preußißchen 5zin1igen Kali- und Roggenanleihen
,von 1923 it der. amtliche TurchschniUSpreis yiir Kali und Roggen in der Zett vom 1. Oktober bis Ende November d..“J. maßgebend. Tiefer Turchsclmiltspreis beträgt
8,10 Goldmark für 100 k,: Kali und
7,75 Goldmark für den Zentner Roggen.
1 Demgemäß werden eingelöst die Zinsscheine über den eldwert von
,? 250 kg Kali mit 20,25 Goldmark 2.5 02
1
Eine Goldmark = 10,42 Douar , mugetecbnet in „ 12 , , „ 1,01 Reickzswäbmng nach dem
2 . . , 0,20 testen Mittelkmse der amt- 132 Pfd.Roggen„ lieben Berliner Notietung
9,68
. „ „ „ 1,93 für Auszahlung New York 12.!- ., ., „ 0,96 vor dem 2. Januar 1924. K*,“ „ „ [**, k) '
K*».
L_.» .
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Die Einlösung der Zinsscheine erfolgt vom 2. Janna
1924 an kostenfrei durch die pre11ßischen_ éUegierunaZhaum'r
fassen, die Reichsbankanstalten die Preußische S, (Seehandlung) und die Preußische Zentral-(Henossensch§*quxzskba?"t Berlin, den 15. Dezember 1923. - "' Hauptverwaltung der Staatsschulden.
Ministerium für Landwirtschaft, und Forsten.
Die Oberförsterstelle Annarode im Regierungsbeil, Merseburg ist zum 1. April 1924 'zu besetzen. Bewerhunz müssen bis zum 10. Januar 1924 emgehen. 9“
DVMäne,
Akademie der Wissenschaften.
, Die Preußische Afadenne der Wissenscha51en hat den ordentlichen Profeffor an der Universttät Grei1swald H, Dr. Ehriswann und den ordemlichen rofeffor „„ Univerfität Basel. erm Dr. Wernle zu okrespondierenym Mitgliedern ihrer p ilosophisch-hisiorischen Klasse gewählt,
“Evangelischer Oberkirchenrat.
Der in die 1. PfarrsteUe in Ortelsburg berufene Pfarre, Korn aus Raudniß ist zum Superintendenten ernannt words„ Ihm ist als solchem das Ephoralamt der Diözese Ortelsbu„ übertragen worden.
. Der in die Oberpxarrstelle in Wittstock a. D. berufe„ Archidiakonus Riegel n Wittstock ist zum Superintendenm [Manns worden. Ihm ist als solchem das Ephoralamt „, Diözese Wittstock übertragen worden.
Bekanntmachung.
Dem Markscheider Fris Haarstick ist von uns unter„ 6. Juni d. I, die Berechtigung zur selbständigen Ausführm, von Markscheiderarbeiten innerhalb des Preußischen Staa» Lebiets erteilt worden. Derselbe hat seinen Wohnfts in HW Westf. genommen. Dortmund, den 12. Dezember 1923.
Preußisches Oberbergamt.
Bekanntmachung.
Der Mißtärbefeblöbaber des Webrkreisfommandos 71 hat ge„ die nachstehenden Landwir_te wegen Milcbfäl1ch11, SebuvbaftbeZeble erlassen. 1. Xaver Kemper, O,» hagen (ca. 28% usatz Brunnenwasser), 2. Josef König, Om- bagen (ca. 26 % Zams Brunnenwasser), 3. Berglar Ni „. meier, Ovetbagen lea. 6,8 % Zusay Brunnenwa er';, 4 11], H e d d in g b a u s, Dyerbagen (ca. 12 % Zusav runnenwaßn, 5. Berglar Voß, Overbagen (ca 40% usas Brunnenwaee, 6. R e m m e r t, Lipperode (ca. 13% Zujav Brunnenwaüax ?. Schnittfer P öl) [ i ng. Overbagen (Milch entrabml over Maack mijcb uaekeßt). 8. Lüchtefeld, Hellingbausen (Mach entrad- oder agetm11ch zugesest).
Lippstadt, den 7. Dezember 1923.
Der Landrat. Freiherr Rais von Frenß.
Den1Kau1mann Morichbliebowskk in HenniÉ d ort, Berliner Straße 54, habe ich auf Grund des § 20 der _ ordnung über Handelsbekcbränkungen vom 13. Juli 1923 den H und mit Textilwaren, Herren- und Damengarderobe. wie überhand! ' Gegenst änden des täglichen B, edarfs, mit formu- Wirkung " ntersa (; 1. Gemäß § 22 der genannten Verordnung : von mir die Schließung der Geschäftßräume des “;» troffenen mn sowrtiger Wirkung angeordnet. Nauen, den 13. Dezember 1923.
Der Landrat. G i e 1 &
9061111111186)». Preußischer Staatsrat. Sisung vom 15. Dezember 1923.
(Bericht des Nachrjchtenbüroß des Verems deutscher Zeitungsvern
Yar Beratung stand nur die Notverordnung „nb die rundvermögenssteuer. Verbunden wurde dann! Antrag der Fraktion Arbeitsgemeinschaft. die Notveryrdn- aufzuheben und at] ihrer Stelle ein Geseß mit wesentl1ch ., minperien Steuerjäßen anzunehmen. Der Haupt- und W schastsansschuß des Staatsmts haben fich emeinsam
mehreren Stßnngxn mit der Angelegenheit beschaftigt, kann aber zu einer Entdcheidung nicht gelangen. _ „
Dr Schwert dv (A 465.) ernattele den Bericht der 21116111 ] die in ibrd'r Mehrheit von der Untragbarkeit der (Grundsteuer u'- zeugt gewe-en 1eien. Der Veriretcr des Finanzministeriums *; dagegen unbedingt an der Steuer festgehalten, ra der Staat 11 wisse. woher er das Geld nehmen folie. Der Redner emvsab] nun der Ausxcbi-ffe, die Beschlußfasung über die (H1undvernrögensst , bis zur nächsten Tagung außzujeßen m der besttmmten Erwart daß das Staatsminißertum bis dahin ein auö1eichendcs, fes1begrcm Sparprogiamm V011kgk, und m der weiteren Erwartun , daß 1“ Herstellung eines Emvernebmens zwikcben der vteußi1 en und ** Reichsregierung künftig eine Zusammendränqung der Stensrepbe'bun aus einen Termin vermieden wird.
Dr. (Graf von Keyserltngk (A -G.) wandte sich gegen “, Vertagungsannag. Wenn die Grundsteuer noch weiter 111 K, kles'sibe, werde sich eine Verminderung der Produktion nicht Verme' a kn.
, Ein Re ierungövertreter erklärte gegenüber der_A taffuna. daß c-tu11rungen m n'eitestem Um1ange zugelassen 1le daß Stunrunaen nur erfolgen könnten. wenn wirklich keine Lentun !abigfeit vaene. Jntümltcb fei auch die Aunaffung, daß Okt,! 1chon im Januar vomelegt wülde. Im Hinblick auf die _Scbwu fenen bkl_dkk Aufstellung des neuen (Etats könne die 911?thme mcbt verWreckIen. Im übrigen seien die Untersuchungen "Mixes“ Tragbarkeit der Grundsteuer tm Wange. Ankh mit dem HMI *
men Vmbandiunaen in der Schwebe - _ Ter Yusscbußantrag aut erlagung wurde 13a1'11111„m'k nommen, ebenso em Zusaßann'dg Tr. Graf von Kaysexlmg. der das Staatsministeünm erjuckn, unverzüglich in eme ** fung über die Tragbarkeit 1ämtlicher auf dem (Mundbe liegenden Steuern sowie über eine Umgestaltung des St?" 1 s1ems im mblick auf die Erhaltung „und Steigerung " roduktion emzutretcn und dem Staatsrat in seiner 11achst Tagung die Ergebnisse der Beratungen vorzulegen. '
Damit war die Dezembertammg des Staatßrats [cker Die Ianuartagung soll am 22. Januar begmnen.
Preußischer Landtag. 287. Sisung vom 14. Dezember 1923.
Nachtrag.
Die dee- die der. Minister des. „Innern Severing in t Aussprache über dte mnere Pounx ebalten hat, lautet ck dem vorliegenden Stenogramm, w1e olgt: -
Meine Damen und Herren, während der Herr A'bgeordnebe von
** " pe Mach, hat der ßerehrte Herr Vorredner in seiner bilderreicben rache von seinem Stße a_us dem Herrn Abgeordneten von Campe rufen. er käme heute nut. sehr v1el schwererem Geschüß, und es ,ypann ["ck aus diesem Zw1schenruf auch eine kleine Unterhaltung jscken ihm und mir. Der Herr Angordyete'Preyer unte-r.strich noch einm“?! dieseBemekkung, und 113 war :ck wak11ch gespannt, wie dieses were Gestbüß au»sscha-uen wurde. Ich habe wirklich nichts daPon _, erkt- (Zu-rufe bei der Deutschn-ationQXen Volkspartei: Sie waren gar nicht da!) Der Herr Abgeordnete Proper wies auf die Tempera- „,tsunkerskbiede inner*k)a[ch seiner Partei bin 11111) meinte, daß seine „sfübruUJM auf mich wie m'1lder Vollmondschein wirken müßten. Wenn ich so boshafl sein woer wre der Herr AbgeordNete Preyer meinem Parteifreund Müller 8694311171)“- WM" ich die Ausdrücke, wie „Por-
uanmüller“, auf diesen Vergleich übertragen wollte, Sie dürfen“
berzeugt [ein, Herr Dr. Preyer, ich fände andere Bezeichnungen wie xcollmondschein. (Hkiterket'? und Sehr gut! bei- der Vereinigjen So- ialdemokratisckxn Partei.)
Ick habe micky aber zum Worte gemeldet, wicht um micky cm der rörterung über das bunte Allerlei, das jeßt hier von der Tribüne Lanxdtags vorgetragen wurde, zu beteiligen, sondern um zu den „11119611 zurückzukehren, die zu mein-Lm Ressort gehören,
Vielleicht um dieselbe Zeit, da hier Von den Herren Abgeowdneten .„ Campe und Dr. Preyer das kaommen zwischen, de'n- Herren 112111 und Sta-uning eröxtert wurde, hat sich wohl auch der Staatsrat amit beschäftigt. Eine förmliche Anfrage des StaatSrats, die heute ur Beratung steht, kann ich nicht beanxtwvrten. Wir werden dem taaTSrat Päter Aus-kunft ertei-len. Ich “bin aber den Herre-n A1)- ordneten von Campe Urn-d Preyer fehr dankbar, daß fie mir Ge- egenibeit gegeben baden, hier den Standpunkt des PreußischenStao-ts- „Unisterbum-s zu diesem Abkommen klarzufegem
Das Abkommen berü'hrf die Siellungvahme des Staatsministe- iums, dée Erklärung des preußischen Ministerpräsidenten und meine "usführungen im Juni 1920 in Flmsöurg in kemer Weise. Was Zr damals erklärt haben, bleibt u-n-verrückbar fezstgehalten. Die Er- ärung “des Minästerpräfidenten, die von allen Koalitionsparteien ge- ragen ist, bleibt richéunggerbend für “die Pokitik, die wir in der Nord- ark zu treiben. haben.
Es ist nicht gera-de im Interesse des Deutschen Reiches, daß isses Abkommen zwichen den Herren Wels uno Stauning in der om Abgeordneten Dr. Preyer beliebten Weise in den Parlamenten örlért wird. (Sehr richtig!)
Ich glmube, das ist die Lehre des Welfkriegß daß wir uns darauf besinnen ha'ben, daß wir nur ein Glied 111 der großen Völ-ker- amilie sind (sehr richÉig!) und daß wir, wenn wir UNS wieder erholen 111111, auf die Synkpatbien der anderen Länder angewiesen find. Wu “Men nicht um “diese Sympathien durch knechtische Untemvürfigkeit 1--1, haben aber andererseits kei*ne Veranlassung, inFemationale ensterscbeirben einzuwerfen. (Sehr richtig!) Gerade die skandinavischen 'änder und nicht zu-leßt das dänische'Volk haben in den letzten Mo- ben so viele Beweise herzlicher Zuneigung dem deufscben Vokrke ge- ben, daß dies auch m-iibastimm-end sein müßte für die Axt, wie diese “rage jetzt in den Parkamentsn erörtert wiod. (Sehr gut!)
Herr Abgeordneter Dr. Preyer beweffi aber auch ein sehr geringes oliiisches Augenmaß, wenn- er bei- dieser Gelegenheit der doch immer- in noch stärksten Partei des Landes Vaterlandsfeindlichkeit wie einst m Mai- vorwerfen zu können glcmöt. Ich habe - das betone ich usdrücklich _ 1th keinen AUftrag, für die sozialdemotkrati-sche Partei 1: sprechen. 2117er ob ich hier als Sozialdemokrat stehe oder als )! inistsr, ist für meine Ausführu-ngew, "vie ich“jeßt zu machen gedenke, -le€chgültig. Wie der Reichskanzler Dr. Stresemann vor einigen Wochen Verpflichtet war hervorzwboben, daß ohne die sozialdemo-
«tische Partei der Kampf in den Grenzbgzir-ken nicht so erfolgreich das deuchsche Volk geführt worden wäre, so baCte ich mich jest für owflichtet, auf folgendes hinzuweisen. Als ich die Ehre halbe, im August 1910 die osWreußiscben Gebietsleile, die Negi-erungsbezirke U arienwer'der und Allewstein, wieder in preußische Verwaltung zu bmen, hat ein Mitglied des preußischen StaatSrats, der der Deutsch- ationalen Volkspartei angehört, ein prominentes Mitglied (1115 der '*rovinz Ostpreußen, Freiherr vov Gays, in seiner Anskpvacbe den ifer der Sozialdemokratie und der ostPreu-ßisehen A1beiterfchaft in Abstimmungskampagne rülhmen-d hervorgehoben und auch das Wort itiert, das gestern schon von Herrn Heilmann erwähnt wurde, aus “ Wicht von Ka?! Budget, daß Deutschlands ärmster Sohn i-n , Wstimmungsschlach1 sein getreuester Solm gewesen sei. (Hört, 1111 bei dsr Vereinigcken Sozial-demokmtischen PMR.) Die gleiche Anerkennung für die Haltung der sosial'demo-kratisckyeu Arbeiterschaft “ird gezolkt von Vertretern *büvgerkicber Pawteien angefichts der großen EfflÜgk. die in Olbers-cblefien erzielt Wden sind. (Sehr richtig!) Es gibt auch bürgerliche Herren, die offen anerkannt hohen, daß die Ab“ stimmungsschracht im März 1920 in- der Nordmark nicht zuletzt des- [b gewonnen wuéoe, weil sich die schleSwig-holsteinische Sozialdemo- kratie mit allen Kräften für 'die deutsche Sache eingeseßt bat. (Sek)? Mk) In- einer Zeil der wirtschcoftlichen Delpresfion hat die Sozial- demokratie der Lockung “der Dänen, der Zuwendwng materieller Vor-
ML Widkkstanden. Wie Sie angesichts dieser Tatsache und angesichts"
der Ereignisse, die noch gar nicht einmal so weit zeitlich yon uns ent- ko [1211-211, angeficbts der Dinge in Aachen, in Düsseldorf, in Duis- bng- in Koblenz, im ganzen Rheinlande den Mut haben, von diesejr Stelle aus die Vaterlan-dsliebx der deutschen Arbeüerschaft in Zweifel '" “WR 111 mir nur dann verständlicö, wenn ich mich daran erinnere. daß Sie alles, «her auch alles, was zur Festigung der Republik dienen kann. in den Kot zu ziehen hemüht sind. (Lebhafte Zustimmung.)
Es ist aber ach) sebr kurzficbtig von dem Herrn Moordnetev Breyer, diese Ausfübmngen hier zu machen, wenn Ek NÖ Mik MHM“ Kung trägt, nach den nächsten Wahlen eine Rechtsrogierung im Netcö ""d in Preußen bilden zu können. Ob Sie in der Regierung mit 'der Sozialdemokratie zusammenfifzen wollen oder nich, das ist ganz grew!)- W'lkig. die sozial'demokratiscbe Partei werden Sie nichck los, _die A7“ berterscha-ft bleibt, darüber dürfen Sie fick) keinem Zweifel bmgeben. (ZUM rocbts.) - Daß Hilferding Ihnen ein so bedeu1ender, danch-
scbkagender Kronzeuge sein würde für Ihre BeweTSfüb'cun-g des _!
R'xebecgangs der Sozialdemokratie, habe ich nicht angenommen. Ho1en Ste_ßcb einmal ein Gutachten von Hilferding über die Frage, Wie die So,)[aldemokratie bei den nächsten Wahlen abschnetden wird; ich bin fest uberzeygt, Sie werden ihn dann nicht wieder zitieren. Er hat auf dem Berlmer Bezirksparteitage der sozialdemokratisckyen Partei nichts ankZeres getan, als seine sozialdemokratiscben Freunde vom anderen Flg-gyl darauf aU-fmerksam zu machen, daß man mit den Realitäten des po1111schen L'ebens rechnen muß. (Zuruf rechts.) Meine Herren, diese Ungedu111, dle Sie jeßt an den Tag legen, erinnert mich an diescbbe Nervofitat vor den Wahlen des Jahres 1921. In den Monaten De- zember und Januar haben Sie damals auch stets ..Neuwablen“ ge- rufen, und als die Wahl Vom 20. Februar kam, haben Sie ein langes G0s1cht gemacht. (Heiterkeit links. Zurufe rechts.) Gestatten Sie mir, daßich mejinen Gedankengang einmal zu Ewde führe. Meine Herren (rechts), drese Sitzgeszuverficht, die Sie zur SchaU tragen, ist nichl 111111, wenigFtens nicht bei allen Ihren Herren echt. Es giBt Herren betkIhnen _ dazu gehört (mch Herr Abgeordneter Schlange - die memew, wie auch die Wahle11 ausfallen, nichts gewähre die Garantie, daß Sie eine Rechtöregierung bilden können. Aber die Tatsache ryerden Sie nicht aus der Welt schaffen können, daß eine starke So- z1alxdemokratie im Parlamente bleibt. (Widerspruch vkchts, Heiterkeit.) Und, meine Herren, welche Außenpolitik, so frage ich Sie, wvÜen Sie treiben, wenn Sie durch eine Nachbetu'ng der Auffassung des Herrn Abgeordneten Preyer, die er [11er Vorgetragen hax, in “bezug auf den Charakter der sosialdemokratischen Partei im Auölanize den (Eindruck erwecken. als ob ein Drittel oder die Hälffe des deutschen Vol-kes national nicht zuverlässtg ssi. (Zurufe rechts: Das stimmt nicht!) Sie find unbskehrbar; Sie Haben die Isolierung Deutschla11ds vor dem Kriege nicbt zuleßt aus dem Grunde herbeigeführt, daß im Auslande eben dieser Eindruck erweckf wurde: „Kommt es emmal zum Kriege mi! Deutschland, dann stehen die Sosialkoemokraten abseits, das sind ja keine vollgültigen Patrioten“. Also darüber denken Sie einmal wach. Ich nehme n-ichk an, daß Sie steh zu dieser Auffassung bekennen, und nehme noch weniger an, daß Sie das hier zum Ausdruck bringen. Aber ich bitte Sie dringend, das einmal mit in Rechnung zu stellen, wenn Sie sich mit dem Gedanken. tragen, demnächst die Rogieru-ng im Reich oder in Preußen: in die HMD zu- Nehmen.
Eine Plaßpatrone hat Herr Abgeordneter Preyer dann geglaubt bier entzünden zu müssen, als er die Namen Jüterbog und ZülXichau nannte. (Zuruf: Sie scheint getroffen zu haben!) -- Aber nein! (Heiterkeit!) Herr Abgeordneter Preyer bat fich zw der Beßauiptun-g Verstiegen, daß durch die Vorgänge in Jüterbog und Züllichau- der Bsweis geliefert worden sei, daß die politische Kriminalpolizei die Reichswehr beskpißele. Davon kann keine Rede sein. Aber es wäre mir sehr interessant, von Ihnen zu erfahren, Herr _Dr. Preysr, von wem Sie die Berichte bekommen haben. (ng. Dr. Preyer: Von: Kri- min-alÖeatnten, ich hccbe die Namen genannt!) - Das stimmt ja alles, die Namen der Krimin-aleamten mögen stimmen, aber die „Tatsachen“ stimmen nicht. (Heikeokeit) Meine Herren, in Jüterbog sind am 4. Ok- tob'er von einigen Leutew Versuckye gemacht worde-n, steh in den Besitz der Waffen der Reichswehr zu seßen. In den letzten Septembertagen und am 1. Oktober waren die bekannten Vorgänge in Küstrin, die nicht sofort er-[e'digt waren 11111 der AUSräumung des Forts von Küstrin, sondern die fich auswirkten auch an einigen anderen, Orten und an TruppenübungéPläßen in der Nähe von Berlin. Die Polizei bak die Verpflichtung, zu verhindern, daß fich Unbefugte in den“ Befiß von Waffen seßen. Darüber smd wir UN-s Wh! eiaig, auch mik den Herren von Per Denkscbnationalc-n Partei. Denn wenn die Zivil- bevölkerung mit Handgranaten, Maschinengewehren und anderen Waffen 'herumläuft, dann wird's ungemütlich in Deutschland und Preußen. Es könnte so ungemütlich werder, wie es in München am 9. Novenéber war. Wir baBen deshalä) in der preußisckxen Polizeiver- waltung eiN- Jntereffe daran, den GrUNdsaß, den ich wiederholt bier ausgesprochen habe, daß nur die Organe des Staates Waffon haben sollen, bei der Zivilbevölkerung zur Anerkennung zu bringen. Wenn fich irgendein Verdachtßmoment zeigt, daß sich größere Trupps von Zivilpersonen in den Befiß von Reichöwebr; oder Polizeiwaffen oder Waffen ü-berbcrwpt seßen onen, dann gehen wir dem Düngen nach, halten Haussuchungen- ab und fassen 'die Schuldigen. Von dieser Tätigkeit werden wir uns nie abbxingen' lassen, selkxst nich1 durch Ihre Märchen, Herr Dr, PrUper. (Zurufe bei der Deutschn-ationalen- Volks- pariei und Kommunisten.)
Das war Jüterbog. Nun will ich noch zw ZüUicbaw sprechen. Im Sommer 1). Is. hat der KreislanDGund Züllichau- ein Schreiben berausgcgoben, - nein., ich will dem KreislandbUNd nicht Unrecbk tun, es soll der GeCchäfts-fü-brer des KreislandGUUdes der Schuldige gewesen sein _ Sie wissen vieÜeicht Bescheid, Herr Dr. Preyer -, in dem zur bewaffneten nganis-ation aufgerufen 111111176. In- diesem Zirkular wurden den Mi'tglisdern des Kreislandbundcs ganz bestimmte Vor- schläge und Vorschriften gegebwn, fie wurden angewiesen, fich polizeiliäue Befugnisse beizulegen, was ich als Chef der Polizei in Preußen unter gar keinen, Umständen dulJQen konnte. Ich bin diesen Dingen nicht gleich mit dem schwsvsten Geschütz zu Leibe gerückt (Zuruf des Ab- geordneten Kak), sondern habe den Landratvon Mombart gobeten, s1ch mit den Herren vom Kreislan-dbund in Verbindung zu ssßen (er- neuter Zuruf des AbgeorÖneten Kas) und sie zu veranlassen, dieses Zirkular zUrückzuzieben und die Anweisungen an die Mitglieder zu- rückzunehmen. Das wurde zugestanden.“ Als ich aber nach einigen Wochen die Beobachtung machte, daß das nicht in dem von“ mit ge- wünschten Umfange geschehen sei, babe ich allerdings Kriminalbeamte in den Kreis Züllichau gebrackxk. Darauf müssen sich (1112, die den Weisungen von Privatxpersonen nachkommen, fich polizeiliche Befug- nisse beilegen und in den Verdacht kommen:, daß sie eine militärische Organisation ins sten rufen: wollten, gefaßt machen, daß sie mit der Polizei in Konflikt geraten, Daö wird so bleiben, solange ich an dieser Stelle stehe, (BWW! “bei der Vereinigten Sozialdemokratisckyen Partei. - Zurufe bei den Kommunisten.) Ick) möchte Sie mm gleiéb beruhigen und Ihnen im Vertr-aUen sagen, Herr Dr. Prever: sowohl der Reichöwehrminister als auch General von Seeckt wissen von diesen Dingen: General von Seeckt ist mit mir der Meinung, daß nZan gegen „Ulegale Organisationen aua“; mit Kriminalpoüzei Vorgehen musse. (Zu- ruf des Abgeordneten Dr. Preyer.) - In der Reichswehr? ch glau5e, daß diéReichsxwe'hr auch darüber erfreut ist, daß_1v1r_gelegent11ch Frem'vkörper auxfzeigen, wie die Noßbach-Blocks, die d1e Ke1111ze11en .der Zersetzung find. (Hört, hört!) Ich will auf diese Dinge n1cht thter eingeben. (Zurufe der Deutschnaiionalen VolkMrtet.)"23ezwe1feln Sie, daß das vovg-ekommen ist? -- Zu Jüterbog und Zu*111chau_bab§ ich nichts weiter xu sagen. Ich könnte diese Bilder, wie ich fie buxrbe1 en-trollt habe, noch vervollständigen, das würde aber kein erfreultches Bild werden. (Zuruf des Abgeowdmim Kas)
Nun wurde von dem „Panama von Ostpreußen“ gesprochen. Wenn das kxe neue Bombe sein solln, so kann ich nur sagen, daß auch das ein Blindgänger ist. In Ostpreußen sind zwei ebemalZg-e Offiziere verhaftet worden, die im Verdacht stehen, an Waffenschiebungen be- teiligt zu sein. Das ist das „Panama“ des Oberpräßdentenj Wenn ich Ihnen nun sage, daß die erste Verhaftung von Mitgliedern der preußischen Schußpolizei vorgenommen wurde, so müssen Sie zu- gestehen, daß eben die Schußwolizei ibxen “11191111 auch «über An- gehörigen der Schußpolize1 exfükkt. Das Oberpxäfidtum aiä preußische Beböx'de bst an diesen Dingen g-ar nicbt beteiligt, von einem Panama kann also gar keine Rede sein, und ich muß die Beamxen des Obsr- prZfidiums gxgen einen derartigen Vorwurf ganz entschieden in Sckuß ne men.
Damii kann ich die Ausfübry-ng-Sn- dss Herrn Abg-eordneésn Dr. Préyer verlaffen. Das Gobiet dsr Inflation gehört nicht zu meinxm Ressort. Außerhalb dieses Hauses, in einer Versammku-ng, würde ich mich gern mit Herrn Dr. Preyer darüber außeänan'derseßen und ihm nachweisen, daß die Sozialdemokratie mit der JnflaLion gar 11111115 zu tun gehabt hat, im Gegenteil, daß ein größeres Schuldkonto auf die Deutschnationale Volkspartei, insbesondere auf ihre prominenten Führer im Reichstag kommt. (Zuruf des Aßgeothe-M Dr, Kauf- hold.) _- Jch nehme Ihre Ein-ladUU-g an, Herr Dr. Kaufhold.
Mit dem Oberpräfidium in Königsberg hat sich in- seinen Aus- führungen auch der Herr Abgeordnete Nuschke beschäftigt und darauf aufmerksam gemacht, daß dsr Gedanke aufgetaucht sei, den ObeWräsio denten Sieht z-u erseßen. Der Herr Abgeor-dnéte Dr. Ka-ufbol'd kak zu diesen Ausführungen gesagt. daß auch Herren der Deutkchen Volks- partei an entsprechenden Bestrebungen beteiligt seien. Das ist mir auch bekc1n111. In einem Artikel der „Zeit“ fino neben dem Ober- präfidenten Sieht, Von dem gesagk war, daß er für die Abberufwng reif sei, der Oberpräsident Lippmann, der Oberpräfident Zimmer und der PolizeiPrä-stdent LüÖbrin-g genannt worden. Die Ausführungen in der „Zeit" haben eiNe lebhafte Beunruhigung ip einige Kreise der Provinzen Pommern, Ostpreußen und Schlefien geUagen. Da 1111 ver Meinung bin, das; in dieser sclxweren Zeit die Leiter der Provinzen Und die Leiter wichtiger A-emter wissen müssen, woran sie sind, möchte ich bier erklärsn: ich sehe nicht den allevgcringsften Grund, diese verdienten Beamten von ihren Pssten zu entfernen. (Bcra-Vo! bei der Vereinigten Sozialdemokratiscben Partei.) Wenn die Wüihlerei gegen den Ober- präfidenten Sieht in Ostpreußen noch ,'1) grvteske Formen annimmt, fie werden mich, solange Herr Siek): nicht durch seine Amtsführung seine Unfähigkeit nachgewiese-n hat, nie bereit finden, auf Folderungen politischer Parteien bin den Oberprä-fidenten zu entfernen.
Ich Wende mich nun' zu einigen Ausführungen des Herrn Ab- geordnejcw Dr. 111711 Campe. Herr Dr. Von Campe hat auf die Red! hingewiesen, die der Oberpräßdent Hörfing in seiner Eigenschaft als Reick7sratSmitglied gehalten hat. Er hat durchaus zujreffen-o darauf aufmerksam gemach1, daß für diese Rede mir, dem Jnnenmmister und Vorgeseßten dss Herrn Hörsing, ein Disziplinarrecht nicbt zustehe, Ick) freue mich üxber die Ausführungen des Herrn Abgeordneten Dr. von Campe, daß er durch die erforderkichen g-eseßlicben Aenderung“ mit dazu beitragen wiU, daß daS“Staatöministet1um 111 'der Lage "111, auch 'die preußischen Provinzi-alvertreter zum Neichraj nc1ch einßeit- lichen Geficbtöpunkten zu iwstruieren. Wenn Biest Jn111uk111711 21117191, wird, glaube ich, dem Staatsministerium auck) ein? Handhabe gegeben sein, für die Arusfübrungen der Reickxsraksmikgüeder gewisse RTM- linien- zu geben. Dann erst wild das Staatsminffterium in der Lage [ein, Ausführungen, wie se der Oberpräfident 111- der betreffenden Reichratsfißung gehalten hat, zu verhindern. Ick stehe gar nicht an, hier zu berichten, daß ich dem mir befreundeten Obervräsideném in sehr drastischer Weise gesagt habe, wie ich über seZne Ausführungen denke. SeMt wenn der Oberpräfident nicht ObelpräüidenT der Pro- vinz Sachsen wäre, selbst wenn er nur RegierungWräfident oder Bürgermeister oder Polizeipräfiden? wäre, aber als Beamter müßte er wiffM, daß man AusstelTu-ngen über den miki1ärischen Ausnahmo! zwftcmd, über das Vev'balten des Wehrkreiskommandeurs oder ?rgxxnd- eines Standortsäthsten ohne Rot 1111171 im Parlamenx, 191152171 im Verkehr mit den Behörden untereinander austrägt. (Sehr richtig! links unid in der Mitte.) DaS'ist, glaube '1ch.ganz besonders n-okwen-dig in einer Zeit, wo die Bevölkerung ohnehin durcb anerlei Vorko-mmniffe nervös geworDen “rst. (Zurufe bei der Deutschnatimxalen Volks-partei.) -- Meine Herren, es ist nicht meine Art, wenn auf der einen Seite sich ein Sünder gezeigt hat, zu sagen, daß auch aWe 'der anderen Seite gesündigt worden sei. Aber wenn Sie mich provozieren, würde ich sagen„ daß „Sfunder“ auch auf Ihrer Seite zu finden sind, au-cö in Beamtenstellungen. Meine Herren, soll ich Sie auf den Brteswechsek Malßahn-Lutber außnerksam machen? (Zuruf bei der DM11chnatiock nalen Volkspartei.) - Natürlich, da find wir ja ganz einig.
Herr Dr. von Campe hat dann die Beamtenpo-[itik des Innen- ministers mit dem Bemerken bemängelt, daß man dock; manchmal den Eindruck barbe, daß Persönlichkeiten wegen ihrer parteipolitischen Ge- sinnung berufen und andere deSwegen entlassen würden. DaVon kann gar keine Rede sein. Ich gebe zu, daß, wenn Sozialdemokraden be- rufen- werdcn, diese Berufungen sofort einer größeren OeffentliÖ-keit in die Augen fallen. Ich muß aber die Bsdeutung dieser Umstände erklären. Wenn in der Vorkriegözeit nicht Fefliffentlicb jeder Beamtq, 'der sah zur SoziaWemokratie bekannt hätte, gemaßregelt worden wäre, “dann hätt? man heu-te in der preußischen Verwaltung wahrscheinlich eine größere Anzahl von Herren, die für den ordentlichen Verwal- tungsdienst, für die aUgemeine Verwaltung als Regierungöräte, Wer- regierungöräte usw, in Frage kommen würden. Die Herren stehen aber weder dem Innenminister noch einem anderen Minister zur Vér- fügung. Sie find eben nicht da; fie müssen jeßt erst langjam, wo auch Sozialdemokraten der Eintritt in die Vemvaltungs-karriere ermöglich! ist, herangezogen werden. Wxnn man aber nicht bis zu diesem Zeit- punkt, der immerhin noch einige Jahre dauern könnte, warten wia, wann man jetzt schon die Sozialdemokratie angefichts ihrer Stärke im politischen Leben, angefichts dessen, daß fie sich in der Tat so vater- landsfreundlicb beteiligt haben, wie es "(m Rheinland, in Oberschlefim, in der Nordmark, in Ost- und Westpreußen festzustellen war, be- teiligen wia, dann müssen oben in die politischen Posten, für die ganz andere Bedingungen maßgebend find, Sogialdemokraten berufen werden. Und so wird dann die Berufu-ng des .,sozialdemokratischen“ Landrats oder des Regierungspräfidenten oder des Oberpräfidenten weit mehr bskannt, als wenn ein Herr von der Volkkspartei oder Von der Deutsch- n-ationalen Partei zum Regierungßrat oder Oberregierungsrat berufen wird. Diese Ta-tsacbe ist cyber noch lange kein Beweis dafür, das; So- zialdemokraten in einer unerbörfen Art bevorzugt würden, daß man von einer parteipolitiscben EinFteÜung des Ministers sprechen könnte; Die Parität ist noch kanst nicbt bergoxstelkt. (Sehr 91111 bei der Ver!