11. Schafe und Ziegen betreffend.
§. 7.
Die Ein: und Durchfuhr von Schafen und Ziegen aus Oesterreich-Ungarn nach und durch ängiger Anmeldung innerhalb der in enen Frist an den in §. 2, 0. Unter folgenden Bedingyngen nackxgel
1) In einem nach Vorschrift von §. 2, e. amtlich be- glaubigten Zeugnisse der Polieibe muß bescheinigt sein, daß die etre sem zur Zeit des letriebes gesund gewe einem seuchenfreien Kronlande stammen. „
2) Es muß ferner durch ein in gleicher Weise amtlich beglaubigtes Zeugnis; nachgewiesen werden, daß an dem Ab:
angsorte und in einem Umkreise desselben von 35 1chr11 die
** inderpest nicbt herrscht.
3) Die betreffenden Thiere müssen an den betreffenden Grenzpunkten (§. 2, 0.) durch einen sächsischen und dürfen die Grenze mtr r Untersuchung gesund und
Polizeibeamten untersucht werden
dann passiren, wenn sie bei diese krankheit6u1tvcrdächtig befunden worden sind.
Wenn bei gleichzeitigem Trans nur Eins davon krank oder krankhe so ist der ganze Transiwrt zu bea11standen.
111. Thierische Theile betreffend.
5. 8.
Die Ein: und Durchfiihr frischeii Fleisches Schafen und Ziegen aus Oesterreich-Ungarn na Sachsen ist bis anf Weiteres verboten.
17. Allgemeine Bestimmungen.
§. 9.
* Die strenge Aufsichtsfiihrung darüber, das; stehendem in Bezng anf den Verkehr mit Vieh wieder eintre- tenden Vergünstigungen nicht gemißbraucbt werden, imd daß insbesondere bei Ausstellung der in §. 2 unter b. gedachten Zeugnisse mit größter Gcwissenbaftigkeit verfahren, anch das eingebrachte Web nur als 211115- 1111dZnchtvieh verwendet, beziehentlick) das; dem Verbote in §. 5 nicht zuwider gehandelt werde, kommt den OrtSpolizeibebbrden und den A: mannschaften zu und wird den genannten Behörden hierdurch noch zur besonderen Pflicht gemacht.
§. 10.
Die geordneten Gebühren für die veterinärpolizeiliche Unter- suchung einzubringender Thiere sind mit der dem betreffenden Thierarzte zukommenden Auslösmig und der ihm zu gewähren: den Vergütung für das Fdrtkbnnnen, leßtere beiden Gebühr: nisse 'edock) von mehreren, gleichzeitig Einfiihreuden gemein- schaft ick), voranszahlungsweise zu entrichten.
§, 11.
Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Vestimmnngen werden nach dem Reichsgesetze vom 21. Mai 1878 (Reichs- geseßblatt vom Jahre 1878 Seite 95) bestraft.
Dresden, den 8. September 1879. Ministerium des erern. von NOstiH-Wallwiß.
Ihre Majestät wir Tage nach Straßbur kehren, um daselbst
d Se. Majeßät den Kaiser auf zwei begleiten, dann aber na Baden zurück hre Kur bis in den Okto er fortzuseßen.
Sachsen ist nach vor- §. 2 unter (1. angege-
genannten Grenzpunkten “ Ueber dW EM
Oelsaaten über di Oesterreich) in den freien Verkehr des geben zollamtlicbe Anschreibungen für 15. August d. J. folgenden Nachweis:
' . 275 625 CU“.
fuhr von Getreide, Mehl und e Ostgrenzen Rußland, deutschen Zollgebiets
örde des Abgangsvrtes dw ZM vom 1.516 11 Viehstücke an die-
sen sind und aus
Raps rind. R'iibfaiLZ
Von diesen Ein bei Hafer mehr dort (im See- und 64 756 Ctr. Hafer eingi schließlich aus Nitßland eingegangen. tikeln iiberwiegt die Einfuhr aus 186 164 Str., 98 452 CW,
führt worden. von den Eingangs oder in sonst
Veterinär: bei Roßéien mehr als
als die Hälfte auf Rußlaiid, indem von zusammen) 669 603 Ctr. Roggen Leinsaat ist fast aus- Bei den iibrigen Ar- Oesterreick), welche an 39 811 Gr., an Raps und Riibsaat 224888 Ctr. be- ansschließlick)
fubrriien'gexi iäÜt
und Landwege
porte mehrerer Stücke auck) itsverdäcbtig befunden wird,
Oesterreich
Ausscheidimg der Durchfu Einsicht der Frachtpapiere unlichst ermittelt, welcher in den freien Verkehr ge- gang bestimmt gewe menaen ergeben: 69 711 Ctr.
zollfteÜen durcb geeigiietcr Weise tl) Theik der obigen, bei der Einfuhr tretenen Mengen zum Wiederaus Hierbei haben 511)
Roggen
von Rindvieh, ck Und dnrch
folgende Durchfuhr
die nach Vor:
Raps 11111) Rii'bsa'at
Nach der im Reich : gestethen, in der Ersten Beilage ve über im Monat Juli d. J. deren Verspätnnge bahnen Deutschlan sammtlänge von 27 77 befördert: 12 076 Courier: 45 549 gemischte U mnäßigen Zügen: und 36 094 Güter-, Im Ganzen von denen Züge mit Personetibeförde von den 136 717 fahrplm und gemischten (gegen 0,77 pCt. m demselben 1,02 PCt. im Vormonat)“. jedoch 385 durch das Abwarten hervorgerufen, sodaß aus im eigener Bahneriliegenden Ursusben 565 Ver (gegen 0,56 pCt. im Vormonat) d selben Monat des Vorjahres
Eisenbahn : Amt an;"- röffentlichten Nachweisun beförderte Züge un 11 wurden auf 58 größeren Eisen- ds (exkl. Bayerns), mit einer Ge- an fahrplanmäßigen und SchneÜziige, 79 092 Pe nd 70227 Güterzüge; an außer- Personen- und ge- rmd Arbeit?:- wurden 593133059 Achskildmeter be- 2946 auf die fabrplanmäßigen rung entfalTen. imäßigen Courier:, zen 950 oder 0,69 pCt., Monat des Vorjahres sen “Verspätungen wurden verwäteter Anschlnßzüge tBetriebe der betreffenden spätungen oder 0,41 th. er beförderten
0,11 1511,
3063 Courierz Materialien:
Es verspäteten " , Personen- ugen im (Han
Züge ent: verspäteten auf
Iii der heutigen _andelEregister-Veüage wird Nr. 37 der Zerchenregister=5 ekanntmacbrmgen veröffenkkicbt.
58 Bahnen dm 463 Züge, oder 0,35 pCt., Folge der VerspätUngen (gegen 124 im demselb Vormonat).
ck im eigenen Betriebe liegende Ursachen sonack) 0,06 561. weniger. 143 Amchlüsse versäumt
en Monat des Vorjabrs und 191 im
Yichtamtlithes. Deutsches Reich.
„Preußen. Berlin,]2. September. Se. Majestät der Kaiser Und König smd gestern Nachmittag um 41/4 Uhr
in Stettin eingetroffen.
Die ReiseSr. Majestät des Kai Male von Allerböchstdemselben bef Danzig nach Stettin war, wie „W. T. B.“
erhebendsteti Huldigungen begleitet.
die Bevölkerung der ganzen Umgegen dem Kaiser ihren Gruß darzubringen Behörden, der Schüßenvereine, der Kriegervereine und der Schuljugend sexzte sick) von einer Bahnstation zur anderen fort, Se. Majestät verließen mehrere Male den Wagen, gaben namentlick) Über die zur Begrüßung anfgesteÜte Schul: ]ugend Ihre FreUde kund und reichten wiederholentlick) ein- zelnen Kindern die Hand. In Cöslin hatten sich die in Weiß gekleideten, mit Kornblumenkränzen und Schärpen in den deutschen Farben_ geschmückten Zöglinge der Mädchenfchulen so aufgesteÜt, daß die Grnppe einem großenBlumenstraußeglich.
Aus dem Babnlofe in Stettin wurden Se. Majestät von den Sptßen der Mi itär: Und Civilbe hielten dann, von _der dichtgedrängten Bevölkerung auf dem ganzen Wege enthuyrastisck) begrüßt,
in die prächtig geschmückte Stadt.
befand Sick) Se.Kaiserliche Hoheit der K ging durch die Heiligegeistftraße, Über den Kohlmarkt nacb dem Schw e. DieEbrenwache war von der ersten Cmnpagnie des Grena ier:Regiments König Friedrich Wilhelm 17. (1. P merschen) Nr. 2 mit der Fahne und MU ? lügel standen die direkten Vorgeseßteii, "nZliche Hoheit der Großherzog von M
exwral-Znspecteur der 2. Armee-Jns der Kaiier trugen die Uniform des Grena Friedrick) Wilhelm 17, Se. Kaiserliche H die Uniform des KiTrassier-Regéments Kö
als
Nr. 2
- Ihre Majestät die Kaiserin empfing vorgestern auf AÜerhbchstihrer Durchr "furt den Besuch der in Schloß Rumpenheim herzogin:MYtter vor; Mecklenburg-Streliß der Durchreye 11ach Baden, von der Statio Ihre Ma1estcjt die Kaiserin von Rußland ir
Abends 6 Uhr traf Ihre Majestät in Aüerhöchstdieselbe gestern den Besuch Seebade zurückgekehrten Großherzogin
W..“qNQ-Q- k- m.. ,......- „ _. „
- Erwirbt stück mit niederg ergangenen Erkenn vom 30. Juni 1879, keinen An gimgszxeldcr der Feuerversichern vielmehr die Realglänbiger de weit ihre Forderungen aus de: Kansgelde nicbt befriedigt werd
- Der Kais S chillings fiir rend seiner Abwesenheit fungir träger der Botschaftsrath Graf von
K 511 igsberg, 10. September. der Provinz Ostpreußen veröffei
Ich wiederhole Ihnen bei Meiner heutigen Abreise aus der Provinz Ostpreußen, das; Ick) Und die Kais Gemahlin, die [ebbafteste Befriedigung und für die [1116 während des “.'! jvordenen vielfachen Kuni: keit empfinden.
emand in der Snbhastation ein Griind- rannten Baulichkeiten, so hat er, nach einem Tribunals, 111. Senats, spruch anf die Brandentscbädi: ngsgesellsckwst. Auf diese haben r SUbl)astaten Ansprnck), inso- n in der Subhastation erzielten en können.
Fürst von Hohen lobe- mit Urlaub verlassen. interimistischer Geschäfts: W e s d e 1) l e 11.
Der Ober:Präsident itlicht Folgendes:
inif; des O b er:
erlicbe Botschafter
sers auf der zum ersten | bat Paris
Eisenbahn von berichtet, von den An allen Bahnhöfen war d zusammengeströmt, um , und die Aufstellung der
erin und Königin, MeiUe die wärmste Anerkennung ufetithalts in der Provinz zu Theil ge- gebungen treuer Ergebenbeii und Anhänglich- Indem Ich Sie beauftrage, dies zur'Kentitnis; der Einwvbner der Provinz zu bringen, füge Ick gern hinzu, wie Ich auch mit großer GenugtHUUng von der durchg zufriedenstellenden Aufnahme der Truppen während der Uebungen vernommen babe. hörden empfangen Und Köningerg, den 10. September 1879.
LLilhelm. soeben zugegangenen ervbbnern unserer Provinz n wird, beeile ich micb, zur öffent-
hren feierlichen Einzng der Seite Sr. Majestät ronprmz. Die Fahrt
Den vorstehend an mich Allerhöchste die freudig
gerichteten und mir n Erlaß, rrelcber bei allen V stkt'. (Gefühle berborrufe en Kenntnis; zu bringen. Königsberg, den 10. September 1879.
sident der Provinz Ostpreußen, c Geheime Rath Horn.
10. September. betreffend den Hartptetat der ayerns pro 1879/80 wird heute - Zum Vollzug der Reichs- derjenigen Be- fahren in Strafsachen ge, sowie die Straf- hat das Justiz: Geschäftsbeband-
Der Ober-Prä sik gestellt; am rechten an ihrer Spiße Se. ecklenburg-Schwerin, pektion. Se. Majestät dier-Regiments König oheit der Kronprinz nigin (Pommerschen)
Bayern. 18. U,. M. datirte Geseß, Militärverwaltnng B Ml „(Heseßblatt“ publizirt. strafprozeßdrdnung,
stimmungen derselben, welch bis zur Erhebung der öffen voÜstreckung den Staatsan Ministerium im Interesse lung bei sämmtlichen La leichterten Herstellung der bezüglich der formeUen „B dieselbe zu führenden Ve legung und Aufbewa Berathungen, Finanz : Ministerium
München,
beziehungsweise e das Vorver tlichen Ankla wälten zuweis einer gleichmäßigen ndgerichten U'Ud einer möglichst er- Geschäftsausweise einige Anordnungen ehqndlzmg der Anzeigen und der Über rzeichmsse, sowie hinsichtlich der An- rung der Akten erlassen. - An den wie mitgetheilt, am 22. d. M. im über die neuen Steuergeseb-
und Königin eise durch Frank: weilenden Groß- und besuchte auf n Bickenbach aus, ugenheim.
den ein, wo der aus dem englischen von Baden empfing.
Entwürfe beginnexi, haben Vertreter fämmtlicher Ministerien theilzunehmen. Der Finanz-Minister hofft, wie die „Allg. tg.“ vernimmt, die Gesetzentwürfe bis Mitte Oktober den ammern in Vorlage bringen zu können, so daß dem be- vorstehenden Landtage eine eben so umfassende wie wichtige Aufgabe erwächst.
- 12. September. (W. T. V.) Der Magistrat Yat beute beschlossen, eine Kommission behufs Vorbereitungen ür die Festlichkeiten niederzuseßen, welche am 16. September 1880, dem Tage des 700jährigen Regierungsjnbiläums des Wittelsbacher Hauses Seitens der Stadt veran- staltet werden sollen.
Sachsen. Dresden, 11. September. (Dr. J.) Se,. Majestät der König ist gestern Abend von Kamenz in das Hoflager zu Piklniß zurückgekehrt und begiebt sich zur Theil: nahme an den Manövern der 2. Jnfanterie-Division Nr. 24 sowie zur Besichtigung der dortigen Judustrieausstellung heute Nachmittag nach Plauen.
- (W. T. V.) Bei der Landtagswahl im hiesigen Landbezirk ist Liebknecht (Sozialist), im Landbezirk" Zwickau der von den Sozialisten aufgestellte Kandidat Advokat Prtttricb, von hier, gewählt worden.
Hamburg, 10. September. (H. C.) Zu der hente Abend stattgehabten Sißnng der Bürgerschaft fand die Verfa sintigH-Angelegenheit ibren vorläiifigen Abschlitß. Ein zwischen den verschiedenen Fraktionen verabredeter, von 131". Noack Und Genossen eingebrachter Antrag, dahin gehend, daß die Bürgerschaft bereit sei, den in voriger Sißung abge- lehnten Verfassunchentwnrf anzunehmen, wenn der Senat darin willige, daß der Bürgeransschß hinfort ermächtigt sein soUe, den vom Senate fiir die DeputatidnEwahlen vorgelegten Aufsaß von je 3 Personen um einen vierten Namen zu ver: mehren, falls sich anf denselben eine Zweidrittel:Maj0rität des Bürgerausschusses vereinige, wurde mit 138 gegen 12 Stimmen angenommen. Hr. 0129701105 hatte vorber erklärt„ daß die Zustimmung des Senates zu diesem Antrage in sicherer Aussicht stehe. Um sodann die Zeit für die Aus: arbeitung eines neuen Wahlgesetzes, sowie die Vornahme der Nenwablcn nach demselben und fiir die somst etwa sich als erforderlich erweisenden Abänderungen zu beschaffen, wurde auf Antrag von [)x'. Ariiing und Genossen ein Provisoriimr bis (Hude März 1880 beantragt, während desseU die Bürger: schaft aucb obne die bisherigen Vertreter der Gerichte weiter verhandeln könne, unter entsprechender Modifikation der Be: stimnmngeti iiber Beschlußféibigkeit Ic. Auch dieser Antrag fand die fiir Verfassnngsänderungen vorgeschriebene Majorität. Beide Vcschliiffe müssen jedoch nach 21 Tagen durch einen nochmaligen Beschluß der Bürgerschaft bestätigt werden.
Oesterreickj=U1tgartt. Wien, 11. September. Se. Majestät der Kais er wird Ende dieser Woche in Eisenerz eintreffen, um die für dieses Jahr bestimmten Heck): und Gemswildjagden abzithalten. Diesen Jagdeti werden U. A. beiwohnen: Se. Majestät der König von Sachsen, der Kron: prinz Erzherzog Rudolph, Prinz Leopold von Bayern und der Minister Graf Andrassr). Der Kronprinz Erzherzog Rudolph hat einen Urlaub angetreteit und ist gestern aus Prag in Wien angekonmxen. „
- 12. September. (W. T. V.) Der „Presse“ wird aus Plevlje vom 10. d, M. gemeldet: Vor dem Einznge der österreichischen Trnppen in Plevlje erklärte der tiirkisebe Kommandant Mustapha Pascha, er sei beauftragt, mit einem Bataillon in der Stadt zu bleiben. Der bsterreichisebe Kom: mandant General-Major KiUics erwiderte, daß er das nach dem Sinne der österreichisckxtiirkischen Konvention nicht 511: gestehen kbmie. Mustapha Pascha bereitete auch noch andere Schwierigkeiten, schließlich wnrde aber der Einmarsch unter den Zuruscn der christlichen Bevölkerung bollzdgen. Der Ab- marsch der türkischen Truppen soll morgen erfolgen.
Agram, 10. September. Der Landtag nahm die Städteordnung in dritter Lesung an, womit die meritdrischen
Sißitngen beendet sind. Uebermoraen findet die formale
Schlußsijznng statt. SchWciz. Bern, 11. September. (Bmw,) An
Stel1e des Herrn Medes, General-Direktors der ReichSeisen:
bahnen in Elsaß-Lothringen, welcher die Wahl abgelehiit hat, hat der Bundesrat!) gestern als Mitglied des Verwaltungs-
rathes _der Gotthardbahn den Ober-Finanz-Ratl) von Krapp 111 Stuttgart gewählt.
Niederlande. Haag, 11. September. (W. T. B.)
Die _neuesten Nachrichten ans Atchin lauten sebr (zünftig. Die Expeditionskolonnen sind aufgelöst, mehrere Häuptlinge haben sick) unterworfen, und die Eingeborenen kehren zu ihren Kampongs zuriick.
Großbritannien und Irland. London, 10. Sep:
tember. (Allg. Corr.) Die „Daily NerVS“ veröffentlicht eine längere Depesche von ihrem Korresponderiterr in Labore, welcbe einiges Llcht iiber die Ereignisse in Kabul verbreitet, die der ]iingsten EmeUte vorangingen. In derselben heißt es:
„Am 16. Angriff ertbeilte der Emir dem Major Cavagnari
den Rath,„die Gewohnheit, in Kabnl und desse11Nachbarschaft umherznreiten, aufzugeben, da gegen ihn ein Mordversuch ge- macht werden könnte. Major Cavagtmri soll darauf er- wrdertbaben, daß, falls er getödtet wiirde, es noch Viele mehr in Indien gäbe, die bereit wären, sein Nachfolger zu werden. Diese Warnungen vor der Gefahr lassen sich mdeß schon'gnf den 13. Augnst zurückführen, als ein Straßen- quwaU 3w11chen einigen Soldaten des Emirs und einigen Mitgliedern der Escorte der Gesandtschaft stattfand. Da die Bevolkernng fiir die ersteren Partei nahm, erlitten die letz: teren eme vollständige Niederlage. Jakub Khans Erkaltung gegen unseren Gesandten zeigte sich bereits am 11. August, seit _welcher Zeit ihre Unterredungen kürzer nnd weniger hanlg wurden; gelegentlich weigerte sich Jakub Unter dem Vor: wande von Unwohlseiri, den Gesandten zu empfangen. Die H e r atis forderten bei ihrer Ankunft, am 18. August, rmgestiim ihre Soldrückstände, und die Offiziere schalten den Emir einen „Un- glanbigen“ wegen seiner Freundschaft mit den Engländern,dere1r Ausweffung sie verlangten, Und mit deren Vernichtung sie drqbteU. Der Emir, eingescksichtert durch diese Drohungen, weinte und umarmte die Offiziere _der Heratis; er versuchte sie" znxbesänftigen, indem er verxicherte, daß das englische B11_trdms; Unvermeidlick) sei. Dann zahlte er den Truppen dremwnatliche Soldriickstände, aber die Soldaten weigerten
fick), seinem Verlangen, ihre Waffen abzukiefern und nach ihren Heimstätten zurückzukehren, Folge zu [61 en.“
Einer Depesche desselben „Blattes aus Al ghabgd, vqm 9. d. M., znfolge sind Infanterie und Artillerie bereite; nach Shutargardan dirigirt worden. Maxi erwarteie, dW KavaÜerie würdkefkéinnen 7 oder 10 Tagen in der Richtung von K us i 11a 0 gen.
3) 12. September. (W. T. B.) Wie dem „Reuterscbcn Bureau“ aus Simla, vom 11. d, M., gemeldet wrrd, hat der Emir von Afghanistan den (Houwernenr von Kan- dahar von der Katastrophe in Kabul itrKenntmßn geseßt und ihm aufgetragen, dem Ratbe der eng111chen Vebdrden Folge zu leisten. General Bright kommandirt dW Khyber- kolonue.
Türkei. Konstantinopel, 10. September. (W. T. B.) Regierungsseitig wird mitgetheilt: Der rieu'ernannte Kaiserliche Kommissär Sqrd Pascba 1st m Aleppo eingetroffen Und somit die Mission Mazhar Pasibas, welcher nach Konstantinopel zurückbernfen wurde, beendigt. Dirgegen mird Nourian Effendi, welcher als 310611615. Kommisiar'Mazhar Pascha beigegeben war, in Aleppo verbleiben, um Said Pascha in der Einfiibrmig der Reformen zu Untersii'tßen, welche 5011 der Enquetekommission im Einvernehmen rnit den PWVMZ'LUÜ rätben dex“; Vilajets fiir nothwendig bezeichnet worden-sifind. Was Zeitonn betrifft, so haben sich die Verhaltnisse 111 dreiem Distrikt in Folge der von der Bevölkerung erbetenen und der- selben bewilligten Zugeständnisse schon merklich gebessert; Die Regierung hat sämmtlichen Forderimgen der Bewohner Zeitdims Gerechtigkeit widerfahren lassen. So ist vor Allem eme biÜigere Vertbeilrmg der Stenerlasten eingetreten. Man „hat ferner den Distrikt in Vier Kommimalverbände eiiigetbeilr, welche von Kommunalrätben verwaltet werden, deren Mitglieder aus der einheimischen Bevölkernng gewähbt worden sind. AUCH die öffentliche Sicherheit läßt seit Einrichtung der Geanartnerie nichts zu wünschen iibrig. Der Ueue GmwerneUr S_aid Pascha ist mit aÜen VOÜmachten ausgerüstet, Um in „dem ihm uiiter: stelsten Vilajet das nene Resormsystem weiter artszubilden und dessen Wirksamkeit dadurch zn sichern, das; ' er ans der Verwaltung a1le diejenigen Mißbräuche beseitigt , welche der Bevölkerung bisher Grand zUr Beschwerde gegeben haben.
- 11. September. (W. T. B.) DW Nachrichten 5116 Diarbekir lauten befriedigender; die Ruhe im Lande L| durch die Vertreibung der revolutionären Elementeijeder hergesteÜt, und haben die nenen it) dem ganzen Vila1et em: geseßten Gerichtshöfe Ähke'FUUkUOULU begonnen. DLS Zahl der bisher uns dem Vilawt wegen „Theilnabme 531 den revolutionären Bewegungen Artsgewiesenen betragt 80. Dieselben sind sämmtlicb zunächst nach Aleppo gebracht_worden und sollen von da in die verschiedenen, ihnen zum Exil ange- wiesenen Ortschaften gesandt werden. ' „_ “_ .
Ja der gestrigen Sißmrg der griechi7ck):trx_r„k-ische'n Konferenz ist Seitens der türkischexi Komnnisare die Antwort der Pforte auf die letzte Erklärmig Gwechen: lands abgegeben worden. Nach liingererDebattej erklarten die griechischen Kommissäre, hieriiber an ihre Regierung be- richten zn müssen. _ _ "
- (W. T'. B.) Der „Polit. Correip.“ gebt uber die gestrige griechisch : ti'trkiiche Konfereiiz fol: gende Meldnng ans Konstantinopel zu: Die Arit- wort Savfet Vaschas in der _ gestrigen Konferenz weist die Umnöglicbkeit SML); Fortiührnng der Verband- [UUgLU nach, wenn Griechenland das 13. Kongreß-Prbtokoll als für die Pforte Verbindlich ansehe. anleich bean'tragte Savfet Pascha, M die Veraibung einzugebexi und'gememsam die vom Kongresse vorgeschlagene Deliminthn mrijden 15a?- säcblichen Verhältnissen in Einklang zn bringetr. Die griechi: schen BevoÜmächligten schienen im Laufe, der Debatte davon abstehen zn wolXen, daß der obligatorische Charakter des 13. Kongreß:Protok0[[s dnrch die Pforte aiierkannt werde, vertagten jeddcb ihre endgültige Erklärixng und behielten sich vor, den Tag für die nächste Konferenz selbst 31; be: stimmen.
Die Nr. 56 des „Amtsblatts der Deutsckzext 3€eichs- Post- und TelegravbetiverWaltung“ hat folgenden Jaberlt: Verfügungen: vom 8. September 1879: Vergütung aufkleine Schreib- bedürfnisse fiir vollbcscbäftigte Landbriefträger, - vom 5 September 1879: Anderweite Cinricbtang des Formulars (). 10 „Abschriftsbucb“, - vom 3. September 1879: Beachtung der Vorschriften über die Fertigung der Briefpostbunde.
Statistische Nachrichten.
Nack) Mitibeilrmg dcs siajistischenBureaus derSiadt Berlin sind bei den biesmen Standesämtern in der Woche vom 31. August bis inkl. 6. September zur Anmeldung gekommen: 130 Ebeschließnngen, 865 Lebendgeborene, 40 Todtgeborene, 561 Sterbefälle. _ _ ,
- Der Magistrat 13011 Berlin baite im Jahre 1842 emen Be- richt über die Berliner Kommunalverwalinng veröffentlicht, Welcher die Jahre 1829 bis 1840 umfaßte. Im Jahre 1853 erschien ein zweiter Bericht für die Jahre 1841-1850, 1863 der dritte “für das Dczennium 1851-1860. Jeßt schließt sicb daran ein vierter Bericht, Welcher die Jabre 1861-1876 umfaßt (Bericht über die Ge- meindeverwaltung der Stadt Berlin in_„den Jahren 1861 bis 1876, erstes Heft, Berlin, in Kommisjion bei Julius Sittenfeld, 1879). Im Jahre 1829, mit Welchem die Verwaltungs- bericbte beginnen, zählte Berlin 242 000 Einmobner, im Jahre 1876, mit welchem dieselben schließen, 979 860, mithin 304,9 0/0 mehr (116 zu Anfang der Berichtsperiode ; in demselben Zeitraum sind die Ausgaben der gesammten Kommunalverwaltung von 772 552 Thlr. : 2317 656 „M auf 34740245 „46, mithin Uni 13989170 gestiegen. Der große Aufftbwung, den diese Zahlen berveiien, fäÜt zum_größten Theil in die letzte, mit der Thronbesteigung Sr. Majcktät des Kaisers beginnende Berichtsperiode, in welcher die großen politisiben Ereignis,e, vor AUem die Neubegründung des Deutschen Reichs, auch Mächtig; auf die Entwickelung Berlins eingewirkt haben. Der allge- meine Theil des Berichts, den das erste Heft wiedergiebi, beginnt mit “der Beschreibung des neuen Rathbauses, dessen Grundstein- legung am 11. Juni 1861 erfolgte 11111) in welchem die erste Ukiagistratsfißung am 30. Juni 1865 abgehalten wurde; eine Ansicbt und ein Grundriß des Ratbbauses sind der Beschrei- bung beigefügt. Der szeite Ab1chnitt, der von dem Magistrat und seinen Organen handelt, rechtfertigt den Zuniacbs, den die Zahl der Subalternbeamtcu durch den sich steigerndexi GescbäftsVerkebr erfahren mußte. Der Magistrat bejtebt aus 34 Ykitgliedcrb (1 Ober-Bürger- meister, 1 Bürgermeister, 2 Stadjsdndicis, 1 Stadtkämmerer, 2 Stadtscbulrätben, 2 Stadtbaurätben, 8 besolbcten' und 17 unbesol- deten Stadträthen) und bat znr laufenden Geschäftsführung, außer der Gen'exbedeputation, 17 gemischte Deputajtonen gebildet. Die Zahl xder Subalternbeamten ist, abgesehen von der Sparkasse, den (Gasaustalten 2c, von 1861 bis 1876 von 114 auf 322, die der Steuererhcber, Exekutoren u. s. w. von 122 auf 334
gestiegen, während die beireffenben Gehälter vbn 323184 „76 auf 1619 079 „74 gewachsen find. Die Zahl der Mitglieder der Kom- munalbeamten-Sterbekaffe betrug Ende 1861 863, 1876 3592, die der Kommunal-WittWenverpflegungsaristalt 406 bzw. 1627. An Be- zirksvorstehern Waren thätig 1860 122, 1876 194; in den Armen- kommiffionen 829 bzw, 1394 Bürger, in den_SchYlkommisfionen 351 bzw. 1024; als Waisenräkbe fungtren 310 Burger, die von 249 Waisenpflegerinnen unterstützt WerdLU. Die Zahl der Stadtverord- neten (Absckpnitt 111.) ist in der Vertchxspexiode (1863) von 102 auf 108 erhöht wvrden. Der 17. 215111711111 „die Gemeinde- behörden von Berlin, gegenüber den ,in die Berichtsperiode fqÜen- den Politischen Ereignissen“ giebt dre Adreffen u. s, w. wieder, zu Welchen die glorreiche Gesch1cht€ der Jahre 1864 bis 1871 den städtischen Behörden so vielfache Veranlassung gegeben hat. Im 7. Abschnitt „Eiufluf; der Geseßgeburig auf die Kommunalverkval- tung" Werden die wichtigen Veränderungen znsamuiengesteüt, welche die Provinzialordnung und die Allcrhochste K,ab:nets-Ordre Vom 28. Dezember 1875 (die Uebernahme der fiskalischen Straßen und Brückenbau- und UnterbaltungSlast betreffend) für die Lokalderwax- tung Berlins zur Folge gehabt haben. Der 71. Abschnitt weist die ErWeiterung des Gebiets der Stadt ' nack). Der 711. Abschnitt ent- hält die bereits bekannte Statistik, der Bcvölkerang und der Wohxxungsbedürfniffe; zur Befriedigung des ltheren find in der Berichtsperiode die Pferdebahzten eröffnet worden. Die Beibeiligung an den Wahlen, welcbe im 7111, 2lbschnitt nach- gewiesen wird, ist in Berlin von Jahr zu Jahr schwacher geworden. Im Jabre 1863 stimmten bei den Landtagswab[en von den mmm- bereckytigten Wählern Berlitis 63,97 0/0- 1876 nur 22,38 ['/0, zu den Reirbstagswahlen im Februar 1867 58,62, 1874 32,07 %, zn den Stadtverordnetenwablen in letbeilang 1. 1862 69,6, 1876 52,3 0/0; in 11. 46,5 bezw. 36,9 0/0, in 111.218 bezw 8,1 %. Die Steuern (Absckxnitt 1T) find in der Berichtsperiode dU"ch die_Einkommen- steuer vermehrt wvrden, die im Jahre 1869 (mrt 162 0/0) 854106 „74, im Jahre 1875 (80 0/0) schon 8036 614 «76.13530219, WV“ gegen die Mahl- und S*.blachtsteuer m'WegfqÜ gekbmmen ist. Die der- schiedenen Steuern in Berlin sind Wie folat gestiegen bz gefallen: Staats-(Hrundsteuer 1865 18 543 574, 1876 14 306 „js, Sraats- (Hebäudesteuer 1865 1512648 “M. 1876 2833 203 «14, zu11mmen 1 531 191 bzw. 2 847 509 «74; städtisckye PauSsteuer 1861 1 259 949 .,“, 1876 3409730 «74; Staats-Einkommenz und Klaffensteuer 1861 1 618894 „74, 1876 9279 359 «74; GemeindeEinkommensteuer 1869 854106 574, 1876 6123 060 24; städtiickze Mietbssteuer 1861 2455 890 57/2, 1876 9943 943 «14; Gewerbeikeuex 1861 916 335 «M, 1876 2 109199 „Fü; ins esammt 1861 6 251068 «46, 1876 33 712 800514 oder per Kopf der Bevölkerung 11,62 «74 bzw. 34,41 „74 Die Einnabmon ans dem Kämmereivermögen (Abschmtt IT.), welches „i_m Jabre 1876 aus 727 113. 72 3 landwiribscbaftlich ober gxirtnertwh bewirtbscbafteten Grundstücken, 35 118.81 3. Holz- trnd Stcmplgyen, aus* Kommunalgebäuden, dcm Aukbeil cm*dem Riidersdorfer KUW- steinbrnck) und verschiedenen Seen bestand, betrug in jenem JZHre 566 345 „26, gegen 201695 „74 in 1861. Dazu traten noch 187135 «74
„(gegen 99 658 ,4-6 in 18,61.) Sportelm, Marktsiättegeld Ic. .Die
(Gasaiistalt (Abscbnitt Fl.) liefert gegenwärtig ihre Uebersckyüffe, die früher zur Verb efferung der Werke verwendet Wurden, zur Stadt- Haudtkaffe ab; die dadurch erzielten (Einnahmen betrugen 1860 863 235 «74, 1876 dagegen 2526 460 „74 Abschnitt )(11. zäblb die Dotaiionen und Renten, U11]. die Einnahmen 556 dem Verkauf städti- scher Grundstücke, M7. die Anleben auf; zur Yerzmsung und Tilgung der [eßteren batte die Stadt im Jahre 1861 529 036 „16 (4,48 % tbrer Einnabmen) 1876 1 301589 «76. (3,91 0/0) anfzubrtugen; Das Werk schließt mit der genereUen Ueber icht “cer aesammteu' _Etrznabmen und Athaben des Stadthausbalts ( bscbmtt 117). Dtejemgen Verwal- tungen, We1che einen Ueberscbus; ergebed, lieferten im Jahre :1861 6578162 „46, 1876 26510 697 „74 (davon 0119 Steuern 75,31%), die anderen Verwaliurigen erforderten 1861 6060 511 _.,“- (77,72 %. des Ueberscbuffes und 129 Bestandes aus dem Vorjahr), 1876 15033 983 916 (94,33 %) Zuschß. , __
- Nr. 27 der Veit=beilungen des Herzogltcb (111551816581 statistischen Bureaus (heraußgegcben von Or. 21. Lange) enthalt eme Uebersicht der Dampfkessel undDampfmaicbtnen im Herzog- thurn Anhalt im Jabre1878, der wir folgende Däten entnebrxien: ]) Die Zahl der Betriebe der Darxwfkeffel iwd Dampfmaschinen betrug im Jahre 1878 im Kreise: DIMM 54, Cotbenx 74,“ Zerbit 46, Bernburg 107, BaÜeustedt 28; in Summa, 309. 2) Die Zahl der feststehenden Dampfkessel betrug, tm Kreise: Denar: 89, Cötben 184, Zerbst 45, Bernburg 274, Ballenstedt 43; m Su'mma 635. 3) Die Zahl der feststehenden _Dambsmascht-nekn betrug im Kreise: Dessau 88, Cdfben 230, Zerbyt 47, Bernburg 333, BaUctistedt 52; in Summa 750. 4) Di:: Zab1 der Loko- mobilen betrug im Kreise: Deiiau ], Cbtben“ 19, Zerbst 7, Bern- burg 31, BÜULÜstL'dt 16; in Summa 14. 5), Dampf- spannung in Atmosphären-UeberdrU(Y: 5. dre Zahl _der feststebenden Kessel _ mit 2 Atmosxxbareii und wemser betrug im Kreise: Des1an 3, Cötben . 2, Zerbsx 3, Bern- bura 1, BaÜenstedt 3; in Summa 12; 11111 uber 2 bis 5 Atmosphären: Deffau 76, Cötben 18,2, Zerbst 37, Bernburg 267, Ballenstedt 39; in Smnma 601;_ mit Über 5 Atmosbbaren: ,Desiau 10, Zerbst 5, Bernbnrg 6, Ballenstedt 1_; mSummg 22; ,b. rieYZgbl der Lokomobilen betrug mit 2-5 Al_mospbaren ,Lm Kreise: Cötben 18, Zerbst 2, Bernburg 15, Bqßenjtedt 5; m Summa 40; mit über 5 Atmosphärem Dessau 1, Cotben ], Zerbst 5, Bernburg 16, Baklenstedk 11; in Satn111a34. 6) Die gesammte benetzte Heizfläcbe in Quadratmetern: a. der feststehenden Kessel betrua im Kreise: Dessau 3546, Cothen 9000, Zerbst 1385, VernbUrg 14 349, BaUcnstedt 1723; in _Summa 30003; 1). der Lokomobilen betrug im Kreise: Deffan 24, Cölben 321, Zerbst 94, Bernburg 465,_ Ballenstedt. 267,; 'm Summa 1171. 7) Die gesammte Leistungsfabtgkett tn Pferdestärken 8.der feststehenden Dampfmaicbinen beirrrg im Kreise: Desiau 1355, Cbrhen 3056, Zerbit 590, Beryburg 4193, BaÜenstedt 1000; in Summa 10194; 1). der Lokomdbixen betrug im Kreise: Deffan 18, Cölben 174, Zerbst 65, Bernburg 323, BaUenstedt 236; in Summa 816. Erbaut wurden im Herzogthum Anhalt Vor 1851: 20 Dampfxcffel, 31 Dampfmascbinen; von 1851-1860: 62 Dampfkeifel, 11_4 Dampfmasckyincn; Von 1861-1870: 198 Dampfkessel, 240 Dampf-
maschinen, 20 Lokomobilen; von1871-78: 310 Dampfkessel, 232“
Dampfmaschinen, 50 Lokmnobilen. Das Brennmaierial_ zur Heizung der Damdfkeffel, Dampfmaschinen und 'LOkO'UWÜÜ'LU bestand hauptsächlich aus B r a u 11 kb 1) [e n ; es wurden gehetzt m1tStetz1koblen8, Braunkoblen 608, Holz 4, Koks 3, gem1schtem Brennwaiertal12. - Dem achten Hefte der Mittheilangen der Kat). und Komgb bsterreicb-nngarisckyen Konsulqts-Bebörden, zysgmnien- gestellr vom statistischen Departement tm K. K Handels-Mmrstertum (Wien, 1879, Druck und Verlag der K. J. Hof; und Stqats- druckerei) entnehmen wir folgende Daten uber" die Schweizer Sparkassen: Dic Schmeizer Sparkassen gehoren zu'den (zltest- bekannten Anstalten dieser Art. anen' voran, _was'die Zeit des Bestandes anlangt, geben die Sparkasien inrannichrvetg, Hamburg und Oldenburg, Welche in den Jabren 1765, 1778 _und resp. 1786 errichtet Wurden. Die Stadt Bern grundete die erste Sparkaffe tm Jahre 1787; ihr fokgten Chur im Jahre 1790, dann, Basel und Genf in den Jahren 1792 und 1794; von da Verbreiteten fick) die Sparkassen über die ganze Srbireiz; Im Jahre 1835, „rnit rvelxbem Jahre die Aufzeichnungen über diesen Gegenstand beginnen, zahlte man 58, und mit Schluß des Jahres 1812, dem „letzten Zeitpunkte, für welchen diesfakls ausführlichere Daten vorliegen, bereits 312 Sparkaffen. , _ '_ Die günstigste Epoche im Entwicklungsiiadge des 1chweizer11chen Sparkassenwesens War die Zeit lesÖLn 1862-1872; die Kasxen vermehrten sicb intierbalb dieser Jahre um 77, die Zgbl der Cm; leaer stieg um 200000, und das gejammte Einlagskapltal um 157 Millionen Frcs- * , . . Bis zum Schlusse des Jahres 1872 bat sicb dre Zahl der Em- lcger auf 542162 erhöht. Vergleickyt man Damit den Stand der
Bevölkerung des Landes, welcher ,bei der Zählung im ngre 18?)1 mit 2669147 Seelen auögewiesen wurde, s? erscheint jeder 492. Schmeizer als Einleger. Als Beleg fur den fördernden Einfluß, den die Sparkassen auf den Sparsinn der Bevol- kerunq üben, mag immerhin die Thatsache gelten,'das3 fich das durchschnittliche (Guthaben des einzelnen Einlegers _mnerbalb der Jahre 1835 bis 1872 beinahe verdoppelt bax. Was die Betheiligung der Bevölkerung bei den Sparkassen anbetrifft, so sTellt, sich heraus, daß dieselbe in der Regel in jenen Kantonen und Distrikten am stärksten ist, deren Bevölkerung fich in berborraaender Wer'se mxt Handel und Industrie beschäftigt, Wobei dre eigentlichen Fabrtx- und Manufakturgewerbe gewissermaßen den, Aysséblag geben, wahrend in jenen Gegenden, wv Landwtribjckyaft imd Viehzucht die vorherrschenden ErwerbSarten 5110611, die Zahl der Sparkassen, sowie diejenige der Etnxeger eme bedeuxend geringere ist. Der Kanton Zürich zählt bet einer Gemmnxtbevolfe- rung von 280000 Seelen, unter denen 113) 147000 Jndustrieüe, und unter diesen wieder 64 000 den eigeitlicben FabrtY- und Manyfaktur- genoerben Angebörende befinden, 39 Sparkassen mrt 93 833 Emlegern und einem Einlagskadital von 23 500000 FrcH. Der ,anwn St. Ga [len befiHt 23 Sparkassen mit 54 832 Einlegern und einem Kapital dem 32 500000 Frcs. bei einer Bevölkerang von 191023 EinWoHnern, unter denen 100000 Industrielle oder speziell 42 650 Fabrikanten und Manufakturiben sind, Im Kanton Aargau, Welcher 48 Sparkassen und 51280 Ciiileger mit einem Guthaben von 25 000000 Frcs. befixi, zäblt maxi 88 968 Industrielle und unter diesen 32 774 Fabrikanten und Manusakturist-xn.
Die Betbeiligung an den Sparkaneu nach dem Verhältnisse zur
Volkszabl berechnet, giebt für die K'adtone folgende Reihenfolge, welcbe zugleich eine Bestätiquna der obige!) Bemerkung enthält, in- dem die schnoeizer Kantone sich so ziemlich in derse1ben Ordnung be- züglich ihrer industriellen Entwicklung aneinanderrelben:
Als Sparkaffexicinleger erscheint in: Glarns jeder 2,60 Ein-
rrwbner. Zürich ider 3,05, Baselstadt jeder 3,18, Niedmalden jeder 3,26, St. (8511er: jeder 3,48, Aargau jeder 3,88, Luzern jeder 3,89, Sokotbnrn jeder 3,90. Genf jeder 4,15, Tburgaudjedec 4,49, Bern jeder 4,95, Neuenburg jeder 5,05, Appenzell A, Rt). 18067: 5,07, Schaff- hausen jeder 5,11, Zug jeder 5,25, Baselland jeder 5,48, Waadt jeder 6,91, Uri jeder 7,10, Graubündten jeder 8,46, Schwyz jeder 10,10, Obwalden jeder 12,87, Freiburg jeder 21,72, Tessin jeder 36,79, Appenzell i. R1). jeder 37,83, 233an6 kein Einwohner.
Jbrer großen Mehrzahl nacb verdanken die sÖWeizer Spar-
kassen ihr Entstehen den Bemühungen einzelner Privatpersonen oder aemeinnüßigen und Aktiengeseklschaften; erst nach und nach nahmen sich die Gemeindc- und Kantonßregierungen der Suche (111. Man unterscheidet in der Schiz gewöhnliche Sparkaiien, Spar- und Leibkaffen, Schul- oder Jugendkasien, die aber
später wieder eingingen,
Fabrik- und gescbleffene Kassen; die Bestiwmung der Mehrzcibl dieser Kassen erhellt aus ihrem Namen, Die Verwaltung dieiec Anstalten ist dureh die Artihrcr Gründung bedingt. Die Kosten der- selben sind sehr gering (im_Jabre1872 von allen Kasien nnr 374119 Fres, mit “Einem Mobiliar von 49 852 FW. WefÉh), was fich zum Theil dadurch erklärt, das; die AngeiteUxen in der Regel die Kassen nur als Ehrenamt verwalteken, und kein Gehalt dafür beanspruchten.
Bezüslich der Garantie, welcbe dcn Ci'cilegern geboten wird, be-
steht dieselbe Verschiedenheit, wie bei der Gründung und Verwatung der Sparkassen. Entweder find es Gemeinden oder Kantonsregierun- gen, oder es sind Privatpersonen oder ngiketx und AktiengeseUs;1*af1en, Welche das eirwelegte Kapital durch Burg1chaften oder durch tbre eigenen Kapitalien sicherstellen; oder endlich ist es der R'eservefosnd, der aus bestimmten Antbeilen an den Einzablwngen gebildet Wird. Letztere Art der Sicherstellung ist die am meisten verbreitete. Von den zu Ende des Jahres 1872 bestandenen 312 Sparkassen hatten
211 den ReserVefond als Widerlage der Einzahlungen. Die Summe
iämmtlicber Reserveionds in der Schweiz betrag, nach den letzten FeststeUungen 11370572 Frcs. ber einem Einlagekapttal von 288 836 442 Frcs.
Der Zinsfnß, nacb Welkhem die Spareinlagen vergütet werden, ist je nack) Oertlichkeit und Anstalt verschieden. Derselbe sehwankt
zwischen 3-59/0; beträgt jedoch in der Regel 40/9. In gleicher Weise wie der Zinsfuß der Sparkaffen Wechselt auch die Wartezeit
und der Rückzahlnngstermin je nach der Anstalt. Der für den Be-
ginn der Verzinsung bestimmte Zeitpunkt tritt in den meisten Fällen einen Monat nach erfolgter Einzahlung ein, bei einigewKaUen schon mit dem ersten Tage. Der Rückzablungstermin unterliegt denselben Schwankungen zwischen einem Tage und_6 Wochen. Das Ykmxmuw der Einzahlungen ist in der Regel aus 1-5 Frcs. fexigeeri; die meisten Kassen seßen dcn Einzahlungen keine Schranken, emtge aber
bestimmen 1000-5000 Frcs, als höchste Eimablung.
Was endlich die Verwendung der den Sparkaxsen anvertrauten Gelder betrifft, so wird im Aügemeinen der alte Grundsaß, das Geld in sicheren Hypotheken anzulegen, auch heute xwch_bewlLt, und nnr in einzelnen AUHNabmefällen das Geld in icHWeizerUcben Staats- oder Karitonalpapieren angelegt, dabei: betrug der gesammte Verlxrst, der die Sparkassen vom Jahre 1862-1872 getroffen hat, nur eine verbältnißmäßig geringe Summe (407 392 Frcs.)
Kunst, Wiffenfchaft und Literatur.
Soeben erschien im Verlazie von A. Gastewiß, Königlichen: Hof- 11111) Verlagßbuchbändler in Wiesbaden: De_r Se-lb'tt- anwalt bei den deutschen Amtsgerichten in Cer- Prozeßsacben, Strafsachen und im Konkursver- fahren, ein praktisches Handbuch für Jedermann, der vor den Amts- nnd Schbffenqerichten fick) selbst vertreten, und die erforder- l*chen Klagen, Erklärungen und Amträge selbst anfertigen Wtkl oder muß“, bearbeitet von F. Fagiewicz, Kanzler-Ratb,_ Ober- Sekretär des Königlichen AppeUationSgertchts zu Wiesbaden. (25. Stereotypauflage. Preis brochirt 1:74, gebxznden 1,24 30 „Z). - Das Buch enthält in Populär gefaßter, _leicbt verstand- licber Darstellung, das Verfahren wor den Amtsgerichten, "welches dnrck) eine große Zahl von Formularen zu Klagen,“ Erklarungen und Anträgen erläutert wird, nämlich: 1. Crwrl-Pcozeß- und Mahnverfahren: 1) Zuständigkeit der Amtsgertcbte; Gerichtsstand. 2) Ausschließung oder Ablehnung von Ge- richtspersonen. 3) Das Mahnverfahren. 4) Der Prozeß- gang im AÜgemeinen (der Urkunden- und We.:bseiprozeß; das Nichtigkeits- und Restitutions-Verfabren; EntmandxgungHsaÖen; Berukung; Aufgebotsverfabren und Kraftloserklärung 'voxin'Trkunden), 5) Die ZwangSvollsireckung. 6) Die Prozeßkosten (dre ©lch2rh,§119“ leistung; das Armenrecbt). 7) Entwürfe zu Klagen und Anfragen. 11. Das Strafverfahren: 1) die Schöffengerubte (deren Kom- petenz und Zusammensetzung; Aasscblteßung und Ablehnung von Gerichtspersenen; Htuptverfabren). 2) Von der Privatklage wegen Beleidigungen und Körpxrverleßungen. 3) Von der Neben- klage. 4) Verfahren bei amtSrichterlichen Strafbefeblen. 5) Ver- fahren Nack) vorangeganxener Polizeilicher Strafverfagung. "6) Ver- fahren bei Zuwiderhandlungen gegerrvdre Vorxcbriften uber Er- bebuxgen öffentlicher Abgaben und Gexall'e. 7) Verführer) in Forst- diebstablßsacben (in Preußen). 8) Wtcderanfnabmc LlNLZ durcb rechtskräftiges Urthcil geschlossenen Verfahrens. .9) Rechtßtmttel, insbesondere Bescbrverde und Berufung. 10) Strafvollitreckung. 11) Kosten in Strafsachen. 111. Dre deutsche Konkurs- ordnung: 1) Das Konkursrecbt (Allgemeiiie Bestimmungen; Erfüllung der Rccbtsgesihäfte; ?(xibefUUg; Ausfondernung'; Absonderung; Nufncbmnng; Maßegläabiger; Konkursglaubt- ger). 2) Das Konkursverfahren (AU,;emeine Bestimmunaen; Eröffnunxxsderfabren; Tbeilungsmaffe; Schuldcximaffe; Ver- theilung;Zwangsver§z_1eich; EinsteUung des Verfahrens; besondere Bestimmungen). 3) Strafbestimmnngen. - Beigefügt i(t dem Werk noch ein Stempeltarif, der eine Uebersicht der am haufigsten em- tretenden Stempelgefälle in Preußen, sowie 'die tm Retche geltenden Bestimmungen über die Wechselstrmpcsktener und den