mäßiger Düritigkeitéattefte die Woblthat der Stundun des Hono- rars für die Vorlesun en in Anspruch zu nehmen beab cbttgen oder um ein akademisches tipendium sich. bewerben onen, emerken wir, daß nach neueren geschlichen Vorschriften derartige Gesuche bei Ver- meiduna der Nichtberücksicbtigung, und zwar die Stundungögesuche innerhalb der ersten Woche und die Gesuche um Verleihung eines Stipendiums innerhalb der ersten vierzehn Tage nach dem ge- seßlicben Anfange des Semesters von den Petenten in Person ein- gereicht Werden müssen, und daß von denjenigen Studirepden, Welchen die Wobltbat der Stundung bereits zuerkannt worden' ist, unter dem Präjudiz des Verlustes ihrer Berechti ung von dem erhaltenen Stun- dungsscheine innerhalb der ersten ocbe nach dem gesetzlichen An- fange des Semesters bei der Quäsiur Gebrauch gemacht werden muß. Bonn, den 20. September 1879. ' Rektor und Senat _ „ _ d er Rheinischen Friedrich-WilbelmS-Utiiversitat.
" 11.
Die Immatrikulation für das bevorstehende Studien-Semester fipdet vom 2. Oktober c. an bis auf Werteres statt. Behyfs der Immatrikulation haben 1) diejenigen Stubtrenden, welche die Um- versitäts-Studien beginnen, insofern fie Irrlander find, 'em vorschrifts- mä iges Schulzeuaniß und, falls fie Auslander nid, einen Paß oder son?tige außreichende Legitimationspaptere, 2) d ejenigen, welche von anderen Universitäten kommen, außer den „vorstehend bezeichneten Papieren noch ein voliständiges Abganghzcugmf; yon jeder fruher be- suchten Universität vorzulegen. Diejenigen Jnlanber, w_elche keine Maturitätsprüfung bestanden, beim Besuche “ber Umverfitai auch nur die Absicht haben, sich eine aÜqememenBtlbung fur die höheren Lebenskreise oder eine besondere Bildung, fur ein genusses Berufsfach zu geben, ohne daß sie sich für den eigentlichen gelehrten Staats- oder Kirchendienst bestimmen, können aux Grund des §. 36 des Regle- ments vom 4. Juni 1834 nur 11.761) vorgangiger, ihnen hierzu Seitens des Königlichen Univerfitäts-Kuraioriums ertheilter Erlaubniß tm- matrikulirt Werden.
Bonn, den 20. September 1879. '
Die Jmmatrikulations-Kommission.
Yichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 22. September. Se. Majestäz der Kaiser und König begaben Sich, wie „W. T. B. aus Straßburg meldet, am Sonnabend Vormittags 91/4 Uhr
u Wagen bis in die Gegend von Musaii, stiegen dort zx: ferde und wohnten dem CorpSmanöver bis zuin Schlusse bei, welcher gegen 11/2 Uhr erfolgte. Dqs “Marsberwa'r vom schönsten Wetter begünstigt. ZHW ngeftrit die Kaiserin und Königin, sowie Ihre Königli e ohert die Großherzogin 'von Baden folgten dem Manöver gleich al1§ in einem sechsspanmgen Wagen. Nach dem Schlusse des Manövers nzurdeti Ihre 'Ma- jestäten bei dem Dorfe Wiwershenn diirch die Vurgermeister, Geistlichen und Lehrer des ganzen Kreises ehrfurcht§voll be: riißi. Die Jungfrauen und Schulkinder überreichten Blumen: träuße und richteten Bewillkommnungsansprgchen (iii Ihre Majestäten. Die Orte Wiwersheim, Offenhe1m,„Stußhemi, Oberhausbergen und Kronenburg, welche der Kaiser Und die Kaiserin auf der Rüchfahrt berührten, i_vafren mrt Blumen und Kränzen sowie mit deutschen und elsässischen Fahnen ge: schmückt; an mehreren Stellen waren_ Triumphbogen Mit den Kaiser willkommen heißenden Inschriften errichtet; von den Thürmen tönte Glockengeläute, und [gute Hochrufe der „am Wege versammelten Bevölkerung begleiteten Ihre Ma1estaten biß JZ? Ziü'ctktkehr iF F?) Sxadtd [) x Kr nipsi"f “n Fd is r amtags ran c,“ YZ: ".“-"'"
, . «„.-,.. stall, zu we em die Spißen der M.TÉZÉUÉKNZM die Mitglieder des eichstags und des Bezirkstags und andere, Notabeln geladen waren. Bei dem Diner brachten Se. Maxestät der Kaiser folgenden Toast aus:
,Ich trinke auf das Wohl der Reichslande Elsaß-Lothringen, Welche Mick) schon zum zweiten Male und namentlich in ihrer Hauptstadt Straßburg auf eine io freandliche Art empfangen haben, Ihnen, Herr Ober-Präfident von Moelier, danke Ich um so herz licher, als Sie den Grund zu diesen Gefinnungen durch Ihre Ad- ministration in einer Weise gelegt haben, daß Ich hoffen kann, daß dieselben auch in der Zukunft sicb erhalten und bewähren. Die Reichklande Elsaß-Loihringen und ihre Hauptstadt Straßburg, fie [eben hock)!“
Am Abend empfingen Se. Majestät der Kaiser eine Depu- tation der Stadt Straßburg, welche AÜerhöchftdemselben eine zur Erinnerung an den ersten Besuch Sr, Majestät, im Mai 1877, geprägte Medaille überreichte. Die Deputation bestand aus denselben Herren, die den Kaiser damals am Vahnhofe begrüßt hatten. „?Der Bürgermeister Back wies im Eingang seiner gn den Kurier gerichteten Ansprache auf die alte Sitte der Reichsstadt hm, zur Erinnerung an wichtige Ereignisse Denimünzen yrägen zu laffen, und bat den Kaiser, die gegen- wärtige Medaille hyldholl entgegen zu nehmen. Se. Majestät der Kaiser waren sichtlich anf das Freudigfte überrascht, dank- ten m_ hyldvoller Weise und wiederholten, daß es allerdings em wichtiger Moment gewesen sei, der Ihn jeneH erste Mak m die Hauptstadt, des Elsaffes geführt habe. Es seien aislerdng schmerzliche Erinnerungen, die hier zu iiber- wmden seien, für die Stadt und fiir das Land, die von einem großen ngzen losxgelöst worden. Seinem Wunsche und Seinem Sinne entspreche es, wenn diei'er Uebergang sich in wildester Art vollziehe, uiid wolle Er nur bemerken, daß die nunmehr kommende Regierung in demselben Sinne gehand- habt werden wiirde. Dafiir bürhe die Persönlichkeit des künf- tigen Statthalters. Wenn derse be auch nicht in der Verwal- tung groß „geworden [er, habe er sich doch in einer ähnlichen Stellung in Schlexzwrg bereits bewährt. Zum Schluß be- auftragten Se. Majestät den Bürgermeister, der Bevölkerung für den'Ihm und der Kaiserin zu Theil gewordenen und außer- orxentclxich erfreuenden Empfang den AÜerhöchsten Dank aus: zu pre en.
LY“ ber vqn dem General von Fransecky in den Räumen des_ , mzierkasmos zu Ehren Ihrer Majestäten gegebenen Sorree waren daskanze Gefolge Sr. Majestät des Kaisers uxib die„fremden (Hirte, sowie die Spißen der Militär: und Cirilbehorben' von „Straßbur geladen. Ihre Majestäten der Kaiser rind die Kaiserin ers ienen um 9 Uhr, der Kaiser, die Generalin von Fransecky führend, die Kaiserin am Arme des !(ZHeieiecmLLS äZn ransecky. Ihre Majestäten verweilten bis eg n r.
_Gesterti, S'oniitag, Vormitta s 9 Uhr, machte Ihre Majestät die Kaiserin, am Arme «r. Königlichen Hoheit des Großherzog?- von Baden_und in Begleitung Ihrer Königlicher: Hohe1t_ der Großherzogin von Baden, einen Spaziergang durch die Stadt.
Um 11 Uhr wohnten Ihre Majestäten __dem Goties- dienste in der Thomaskirche bei. Se. Maxeftax der Kaiser begaben Sich in offenem Wagen zur Hirche. Der Gottesdienst wurde durch einen Gesang des Manner-_Gesang- vereins eingeleitet, welcher einen Psalm von alestring vor- trug; die Liturgie und das Gebet verrichtete er Divifions-
farrer Scharff. Der vom Oberpfarrer Steinwerder gehaltenen &redigt war eine Stehe aus dem 6. "Kapitel des Evangeliums Matthäi als Text zu Grunde gelegt.
Nach dem Gottesdienst ging der Festzug der Landleute des Kreises Erstein vor sich, der von allen für bie Anxvesen- heit Ihrer Majestäten veranstalteten . estlichkeiten die „er- hebendfte war. Die jugendliche Bevd kerung des_ Kreises Erstein hatte in einem sehr stattlichen Zuge am Weißthurm: thore Aufsteüung genommen. „Der Zug wurde eröffnet durch berittene Musiker in altbäuerlicher Tracht, welchen 130 stritt- liche Reiter auf schönen Pferden folgten; an die Reiter schlossen sich 32 mit 4 und 6 Pferden bespannte Wagen, auf welchen etwa 450 Mädchen der Orte des Kreises in ihren Volkstrachten Plaß genommen „hatten. . In dem Zuge befanden sich außerdem noch die Musikcorps von Erstein und Illkirch. Der Zug bewegte sich im
ickzack durch die Hauptstraßen der Stabi nach der
ohnung des Kaisers im Präfekiurgebaude.' Nach der Anknnft daselbst begaben sich der Kreisdirektor Böhni und eine aus dem Reichstagsabgeordneten Rack (Benfeld), 5 Burger- meistern und 8 Mädchen in der elsässer Volksiracht bestehende Deputation zu den Majestäten, um Aherhöchstdieselben Namens des KreiseS zu begrüßen. Ihre Majestäteri drinkten huldvoll und richteten freundliche Worte an alTe Mitglieder der Pepi:- tation, namentlich wurden die der DLPUWÜOU angehorigen Mädchen von Ihrer Majestät der Kaiserin durch Ansprachen beehrt. Nachdem hierauf Ihre Ma1eftäten m1t Sr. _inser- lichen Hoheit dem Kronprinzen, Ihren Kömglichen Hoheiten dem Großherzog und der Großherzogin 13911 Baden und den anderen Fürstlichen Personen Steh auf die Terrasse vor dem Präfekturgebaude begeben und vor der Balustrade Pla)? genommen hatten, erfqlgte das Passiren dees Festzugs. Die 5 eiter zogen unter enthustastrschen Hochs aiif die Majestäten vorüber, die Mädchen wmkteri den Majestäten ebenfaüs unter Hochrufen nut den Taschentuchern ihre Willkommengriiße zu. Auch die mgfferihaft versammelten Zuschauer stimmten in die Hochrufe nut ein. ' Der „Fesizng begab sich dann uach dem „Tivoli“, wo em czememsames Mahl ber Theilnehmer stattfand. Als der Festzug bei der um 4 Uhr erfolgten Rückfahrt bas Präfekturgebäude nochmals passirte, erschienen Se. Majestät der Kaiser abermals auf dem Balkon und wurden von den Festtheilnehmern und von der Bevölkerung mit enthusiastischen Hochrufen begrüßt. _
Nachdem der ?ckng vorüber ezogexi nxar, bestichtezi Ihre Majestäten der Kai er und die Kai erin, konne Ihre Kdmglichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin von Baden und die fremdherrlichen Offiziere den Münster. Ihre'Maje- siäten wurden dort von dem Bischof Räß, an der Spiße des Domkapitels, mit einer Anrede empfangen und'geleitei. „ „
Zu dem Diner, welches um 51/2 Uhr bei Sr. Majesiat dem aiser stattfand, waren 130 Einladungen ergangen.
_Ihre Majestät die Kaiserin und Königin be- sichtigte in Straßburg das große Bürger-Hosprtal und 'das-5 städtische Waisenhaus, „die _An falten der" barmherzigen SÖWÖtern, dÄr Diakonissinne- “ " *, das M1Mar-Lazareth.
ejtern bend,- nack) de»? iner, reist » Ihre Ma1esiät dis Kaisertxx rnit d'er Großherz m von _B en nach Baden- Baden zuruck, woselbst Se. Maje tät der Kaiser am 25. d. M. Abends erwartet wird.
_ _ Se. Königliche Hoheit der Prinz Carl hat Sbch hente Morgen zu den Truppeniibungen nach Meß be- ge en.
_ Der BundeSrath trat heute zu einer Sihung zu: sammen.
' _ Die Y_lierhöchste Ordre vom 12. April 1875 schreibt berderUErledigung von Civildiensistellen, welche den Militaranwärtern vorbehalten sind, eine einmalige Auf: forderung zur Bewerbung vor Und giebt, wenn sich binnen sechs? Wochen nach erfolgter Veröffentlichung kein qualifrzirter Militaraxiwärter gefunden hat, den Behörden in der Beseßung der erledigten Siebe freie Hand. Hiernach bedarf es einem Reskripr de?» Ministers des Innern, vom 25. Iuni d. I. zufolge, bei Wiederbeseßmig einer erledigten StrafanstaltSaufseler- Stelle auch in dem FalTe keiner zweiten öffentlichen Au or- derung, wenn die Militäranwärter, welche sich auf Anlaß der ersten Aufforderung gemeldet haben, während der Probediensi- [eisiu'n'g als mcht qualifizirt befunden werden oder vor ihrer definitiven'Annahme freiwiÜig zurücktreten.
„ ergleich hat der Minister, behufs Vermeidung einer miß- brarxchlichen Arisdehnung der in Rede stehenden Befugnis; der Behörden, besiimm't, „daß vor Beseßung von Strafanstalts- grifseherSiellen mit U1ch_t civilversorgutigsberechtigten Personen ]edequl eme zweite öffentliche Aufforderung dann zu er: lassen ist, wenn seit dem Erlaß der ersten Aufforderung mehr ach_ sechS Monate verstossen sind und während dieserÉeii eine definitive E'iitscheidu'ng iiber die Qualifikation und nnahme der sämmtlichen Militäranwärter, welche sich auf das erste AusÉZeboist der Stehe gemeldet haben, noch nicht getroffen wor en 1 .
_ Zur Verwaltrmg des Zeughauses zu Berlin wird zum 1. Oktober d.I. eine besondere Behörde mit der Dienstbezeich- nung „ZeughauS-Verwaltung“ eingeseßt werden. Die Verwaltung Wird dem Kriegs-Minifterium untersteht.
_ Der General der Infanterie von Groß: gen. von Schwarzhoff, kommandirender General des 111. Armee- Corps, 1si_v011 der Mitte vorigen Monats angetretenen Reise zutr Inspizirung der Truppen des Corps wieder hier ein- ge ro en.
' _ Der Bevolbnächtigte zum Butidesrath, Groß er 0 li badische Ministerial-Rath Lepique ist hier angekoLmeénéZ ck
SachsenéWeimar-Eifenach. W e im a r , 19. September. (Dr. I.) Die Großherzoglichen Herrschaften, welche bisher guf der Wartburg weilten, reisen in das südliche
rankreich, nach Biarriß._ Ihre Königliche Hoheit die Groß- erngm hat mit der Prinzessin Elisabeth gestern die Reise ereits angetreten.
Se. Köni liche Hoheit der Gro er o be- giebt sich in der nächsten Woch ßh 5 g
kort nach Frankreich. _ Bei den bi-Zher ftattgehabten Wah- len zum Landtage, die nicht an einem Tage, sondern
e nach Baden-Vaden und von
nach und nach stattfinden, sind bis jekt, die bisherigen Nb- cordneten mit wenigen Aanahmen wredergewählt worden, Lo daß eine wesentlich andere Zusammenseßung des Landtags nicht zu erwarten sein dürfte. Elsaß=Lothringem Meß 22. Septeixiber. (W. T. B,) Die Stadt ist für den Empfang Ér. Majestgt bes'Kais-ers bereits festlich geschmückt; die sia triumpbabß ist Über einen Kilometer lang.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 20. September. Se. Majestät der Kais er ist heute früh auS Radmer m Steier- mark hier eingetroffen. '
_(W. T. B.) Der ungarische Minister-Präsident T i§za ist heute früh aus Ostende hier eingetroffen. Im Laufe des Tages ist auch der rumänische M1 uiiter der öffentlichen Arbeiten hier angekommen. _Die „Polit. Corresp.“ meldet _ans K 0 U si a n = tinopel von heUte: Die Pforte wendet der iich täglich ver: schlimmernden Sachlage in Ostrumelren ernste Aufmerk: samkeit zu, insbesondere wird in Regierungskreisen die Stel: lung des dortigen neuen Milizkommandanten Strecker, weii die Miliz siY offen gegen denselben auflehnt, als unhaltbar betrachtet. ie Offiziere der ostrumelischen Miliz haben den russischen Oberst Keßjakoff, welcher von Geburt ein Bulgare ist, zum Kommandanten verlan t. _ Am heutigen, spätestens morgenden Tage solite wieder eine Sißung der griechisch: türkischen Konferenz stattfinden, es ilt für wahr: scheinlich, daß die griechischen Delegirten au die DiSkussion der im 13. Kongreßprotokoll vorgezeichneten allgemeinen Linie eingehen werden.
_ 21. September. (W. T. B.) Die Ankunft des deutschen Reichskanzlers Fürsten von Bisxnarck erfolgte heute Abend kurz nach 93/4 Uhr. Der Perron des Vaknhofs war schon lange vorher von einem sehr distinguirten 5 ubli- kum dicht angefüllt; der deutsche Botschafter Prinz Neuß mit dem gesammten Botschaft-Zpersonal und dem deutschen General: Konsul MaÜmann hatten sich sehr zeitig auf dem Bahnhofe eingefunden, eine Viertelstunde vor Ankunft des Zuges er: schien auch Graf Andrassy und der Hauptmann von Stei- ninger, welcher vom Kaiser zur Begrüßung des Fürsten von ViSMarck am Bahnhof abgesendet war und demselben fiir die Dauer seineS Au enthaltes hier zur Dienstleistung zu: getheilt ist. Als der Zug einfuhr, ertönten stürmische Hochs der versammelten Menge, die so lange fortdauerten, bis der Yrst mit seiner Gemahlin uni) seinem Sohne, dem Grafen
ilhelm, sowie mit der Fürstin OdeScalchi und Gräfin von
Alten , die sich in seiner Begleitung befanden, den Wagen verließ. Die Begrüßung des Fürsten von BiHnmrck mit dem Grafen Andraffy war eine überaus herzliche. Die Herrschaften verließen darauf den Bahn: hof, die Frau Fürstin von BiMnarck am Arme des Bot: schafters Prinzen Reuß, der Fürst von Viswarck in sehr [eb- hastem Gespräch mit dem Grafen Andrassy und begaben sich in vier Hofwageti nach ihrem Absieigequartier im Hotel 0in: perial. Im ersten Wagen saßen die Frau Fürstin von is- marck und der Botschafter Prinz Reuß, im zweiten der Fürst von BiSMarck und Graf Andraffy. Von dem dicht e: drängten Publikum, welches die Straße bis zur Maria il er Linie eingenommen und vor dem Hotel 1ich angesammelt atte, zvur'oen die Herrschaften sehr lebhaf begrüßt. : „ Salzburg, 20.September. . er deutsche Reichskanzler, Fürst VOU BiIMarck, ist mit seiner Familie heute Abend 81/2 Uhr hier angekommen und in dem Hotel de l'Europe abgestiegen.
" Gastein,'20. September. Der deutsche ReichHkanzler, Furst von_ BiSmarck , ist heute Nachmittag 11/2 Uhr von hier abgereist. Derselbe wird in Salzburg im „Hotel de K'Eukrope“ übernachten und sich morgen von dort nach Wieti ege en.
Großbritannien und Irland. London, 19. Sep: tember. (Alix). Corr.) Die Gefangennah-ne Cetewayo's bestatigt sich. Das KriegS=Ministeri1im erhielt von Sir Garnet Wolseley folgende Depesche, datirt Ulundi, 29. August: „Cetewayo wurde gestern im Herzen des Ngome: walbeés von einer Kavalieriepatrouille unter dem Kommando von Ma1orMarter_ gefangen genommen. Usi BUbU hat sich unter- worfen und ist in meinem Lager. Sämmtliche „?uluhänpt- linge yon Bedeutung haben sich nunmehr unterwor en.“
Eine Neutersche Depesche aus der Kapstadt, vom 2. d. M., übermittelt die nachstehenden Einzelheiten über die Gefangennahme des Zulukönigs: Nachdem Lord Gifford die Mittheilung erhalten, daß Cetewayo sich in einem im Nord: westen des Ngomewaldes gelegenen Kraal aufhalte, mit einem Gefolge, das zu schwach sei, um einen Angriff zu machen, sandte er nach Ma1or Richard Marker, der unverzüglich nach dem als Ceterpayo's Versteck bezeichneten Orte aufbrach Und den Kraul n11t_seinen Dragonern umzingelte. Der König und seine Begleiter ergaben sich hierauf widerstandslos Und wurden nach Ulundi gebra t, wo sie am 31. d. an- kamen. Während des Mar ches machten elf Begleiter Ceteipayo's „einen „Fluchtversuch. Derselbe gelang secth von ihnexi, die iibrigen fiinf aber wurden niedergeschossen. Der König Wird nach Marißburg und von da Über Rorkes: drift, nach Greytoivn gebracht werden. Wo er schließlich in- termrt xverden Wird, ist noch nicht bekannt. _ Oberst ViÜierS nahm eme Rekognoszirung in dem Nördlichen Distrikt vor, gber er entdeckte keine Spur des Feindes. Er errichtete ein Fort am_Weißen Flusse, einem Nebenftuß des Pongolo, Und tt_i Gemeinschaft mit Capitiin M'Leod verhinderte er das Ent: rinnen Cexewayo's nach dem Norden. _ Methlai, der „Sohn Sivayo's, dessen Auslieferung in-Sir BartleFreres Ultimatum verlangt „wnrde, Umges, Tyami, des Königs Bruder, Usinwelu,'Us1teon und Seketawayo haben sick) unter- worfen und zu gleicher Zeit eine Anzahl Kanonen Cetewa o's forme daS bei Isandula erbeutete britische Vieh aUSgelieYert. _ In emer Versammlung der uluhäuptlinge kündigte Sir Garnet _Wolseley an, daß das „ ululand in drei Parabelen emgetheilt und unter die Kontrole europäischer Nesidenten ge- steklt werden würde. Zu einem dieser Residenten wiirde Iohn Dunn ernannt werden. _ Der König von Amaton a hat ben Englärtdern seine Loyalität betheuert. Unter den ondos ist 'der Friede. Wieder hergestelXt worden, aber die Bafutos scheinen ich Wieder empört zu haben. Sie griffen zwei Kon)- mrffarmtwaggons unweit Thomas Schop an, tödteten die Wagenfü'hrer Und beraubten die Waggons ihres Inhalts. Die Regierung at 50 . reiwillige aus Queenstown requirirt, um sie nach Mairosi's ergfestung zu senden. _ Man er- wartet eine feindselige Kundgebung der Boers im
“““-“,“ „- ““““.-
Üch- * Der „Times“ wird aus Rangoon, vom 21.
_ ,istrikt Wakerstroom gegen die auf den 11. d. angeseßte
„ imjnatprozedur wider emen einfiußreichen Farmer, der be: Huldigt ist„ den niir der Auferlegung der Steuern betrauten hexjf thätlich beleidigt zu haben. _ Oberst Harrison ist an telXe des Obersten Lanyori zurn Kommandanten in Iran?- aal ernanni worden. Die Eisenbahn zwrschen Graff und '„einett ist eröffxiet zvorden. _ Nachdem Mr. Salomon in der aplegislatyr die Emseßung _emes Sonderausschusses zur Prü- ng der EingeboretiewPeMWU' gegen eine EntwaTnung be- ntragt, hat die Regierung erklart, daß sie die Anna me dieses „trags als em Tadelsvoiiim betrachten würde. Schließiich „dee ein von Mr._de Wit gesiebteé; Amendement, welches ie ministerielle Pelittk billigt und _Vertrauen zu der- Regie- „9 außdrücki, mrt 38 gegen 17 Stimmen genehmigt.
Ueber die Katastropfkhe in Kabul liegt jeßt ein om Indischen Amte veroffentlichter authentischer Bericht ines Augenzeugen ror, welcher_selber dem Massacre mit „Mauer Noth entromienift._ES ist'em Soldat der dem briti- * en Gesandten Ma1or Sir Loms Cavagnari beigegebenen ndjfthen Eskorte, Ngmens Taimur. Dem in Lundi-Kotal ommandirenden eiiglischen General Doran erzählte er Fol- ] s: 671de 3. September, gegen 8 Uhr Morgens, zogen die in Bala- xiffar (der Citadeüe von Kabul) stationirten Turkestaner Ordal-
eJimenter auf, um Sold entgegenzunehmen. Gencral Daoud Schah
lte ihnen den Sold für einen Mopar, sl? beanspruchten wei IaLmate, und ,als ihrem Verlangen nicht gewiÜfabrt Wurde, bzrach ine Meuterei unter„ ihnen aus. Sie befanden sich in er Nähe „des britischen Gesandtschaft§gebäudes, und ein .nderes Regiment batte sub ihnen„ angeschloffen. Ein oldat schrie: „Laßt uns den Gesandten _todtexi, dann den Emir.“ je stürzten in den „Hofraum, des, Geiandtickpaftscxebäudes und teinigten einige Domestiken- Dte'Gmderx _(von der Escorte) fingen „hne Befehl der im Hanse befindltckyxn britischen Offiziere an, Feuer 11 geben. Die Ykenterer holten ihre Waffen und kehrten in iner Viertelstunde “zuruck," wahrend w?lcher FZeit die britischen vffiziere hätten entfliehen konnen. _Nach ihrer 3 ückkehr belagerten ie Meuterer das Gösandlschastsiiebaude und machten von einer be- .errsÖenden SteUung aus d'as Dach unhaltbar. Die Vertheidiger tellten auf dem Lehmdack)? eme ?[rt VON SchUßwchr her und feuer- en aus den FMstLM- Die stadklsche Bevölkerung schloß sxch den Meuterern gegen 10 Uhr Vorrnittags an. Gegen ] Uhr Mittags wurde Maxor Cavaanart,_ der sich in dmr Schutzgraben befand, , VM MWM PTLÜsÖUsie an der Stirne etroffen, aber nur leicht Verwundet. Mr. Jenkyns (Sekretär der JHesandischaft) kam beran Und sanbte naix) Munshi, um an den Emir zu schreiben, aber da Mimik)! fich iurckotete, schrieb Taimur den Brief, des Inbglks, daß die .Gesandtichast angegriffen worden und Hülfe nötbig sei. Das Schreiben Wurde durch Gholam Nnbbj
. Kabulk- einen alten Gnirensoldaten, abgesandt. Es kam keine Ant-
Work. Gholmn Nubbi sagte später T_aimnr, der Emir hätte auf den Brief geschrieben: „Wenn Gott wii], ich „treffe eben Anstalten.“ Major Cavagnari Wurde m _das Gebaade hmeingeführt und von ])r. Kelley verbunden. Srkretar Jenkyns sandte dann einen ziveiten Brief an den Emir, worin es hieß, daß Major Cabagnari Verwundet
“ worden sei, u..dschleunigcr Beistand gefordert wurde. Er ward durch
einen Hindu abgesandt, der sofort in Stücke gehauen Wurde. Gegen 3 Uhr Nachmittags sandte. Lieutenant Hamilton (der Befehlshaber
* der E§c0rte) Taimur mit einem Briefe an die Menterer ab, worin
ihnen die Außzahlung eines sechSmonatlichen Solbes Versprochen wurde. Um diese Zeit waren die Meuterer auf das Dach des Ge- sandtsckxaftögebiudes gelangt_. Tatmur begab fich beWaffnet in das Gewixhl der VelkSmenge, die ihn entwaffnete, aber sein Leben Wurde
von einem Offizier gerettet. Taimur theilte deu Aufständischen mit,
er sei der Träger eines Versprechens, ihnen den Sold für sechs Monate zu zahlen. Man warf ihn von dem Gesandtschafts- gebäude herab, und er 621 auf das Dach eines niedrigeren Hauses. Er verlor die Besinnung, und wurde aÜer seiner Habseligkeiten beraubt. Als er wieder zum Bcrvußtsein ge- langte, wurde er dem (General Karim Khan, Commandeur der meuterischen Brigade, vorgeführt. KarimKhan saß auf einem Bette, umgeben von 50 oder 60 Mann. Als Taimur ihm sagte, er würde Sold für sechs Monate empfangen, erwiderte er, er wäre hülflos. Cr ordnete die Einsperrung Taimurs an. Taimur sagt, er besitze keine Kenntnis; von den VorfäÜen nach seinem Verlaffeu des Ge-
sandtschaftsgebäudes, Welches zur Zeit eben in Brand gesteckt rviirde.
Ein verwundeter Hawildar des Emirs ward nach dem Hause ge- bracht, in welchem Teimur gefangen gehalten wurde, und als Entgelt
* für das Heraußziehen ciner Kugel ließ der Afghane ihn bei Tages-
Cr begab fich hierauf narh
anbruck) am nächsten Morgen entwischen. zuerst die Leiche Ha-
dem Gesandtschaftsgebäude und sah
. milwns auf einer Bergkanone, die geJen das Gebäude iUs Spiel , gebracht rrorden war, hingesireckt liegen.
Die Truppen erzählten, Hamilton hätte drei Gegner mit seinem Pistol und zivri mit dem Säbel getödiet,ehe cr erschossen wurde. Die Leiche War entkleidet und zerstückelt, aber nicht entehrt. Nicht weit davon lag die Letche Jen- kyns in ähnlicher Verfaffung. Taimur ging nicht in das Gebatzde hinein, aber es Wurde ihm gesagt, daß ])r. Kelly's Leiche drinnen lage und daß Major Cavagnari sich in dem Zimmer unter den Verwun-
deten befände, als das Gebäude in Brand gerieth und über ihm ein-
stürzie. Seine Leiche war noch nieht aufgefunden winden, ais Taimur KabUl Verließ, aber die drei anderen Offiziere waren in eiiiem etwa
. 104.1C110n von dem GesandtsÖafngebäude entfernten Garten beerdigt
werden. Taimur glaubt, daf; kein anderer Vertheidiger der Gesandtschaft
“ sein Leben gerettet habe. Gbolam Nubbi, dem Major Cavagnari drn
Brief gab , ist am Leben und in Kabul; er besitzt noch den Brief mit der darauf niedergeschriebenen Antw-ort des Emirs. Der Vom (Emir abgesandte General Daoud Schah jhat sein Bestes, um der Meuterei Einhalt zu thun, aber er wurde vom Pferdegeriffen, ge- stemigt und durch einen Bajonnetstich verirrmder. (Den neuesxen Berichten aus Labore znfolge ist er seinen Wunden erlegen.) Wah- rend des Angriffs erschienen aucb Sirdak Pascha und Mustafa Habi- buUa und versuchten den Rubesiörungen eine Ende zu sehen,_aber fie wurden mit Schüssen empfangen und geiwungen, fich„zurückzt„ehen._ _ 20. September. (W. T. B.) Nach einenrhier ein- gegangenen officiellen Teiegramm werden durch einen, vom 1,6- d. M.,datirten Brief des Emirs 'von Asghaiii'st'an die Nachricht:"n Über den Aufstand 111 Herat_ bestatigt, ferner angezeigt, daß Ayoub Khan den Posten eines (You- VYMLUTL von Herat niedergelegt habe, und auch *die Nach-
rlchten Über in Turkestan ausZebrochene Unruhen be-
statigt. cDer Emir hoffe indeß, die Gewalt bald wieder zu Iéxvinnen, und werde AÜes aufbieten, um die Freundschaft Mit England aufrecht zu erhalten. _
_ 21. September. (W. T. B.) Aus S imia, hon XIMS, Wird gemeldet: die Afridis und andere in der Nahe des Khyber-Passes ansässige Stiimme_„hi1tten sich fur Ye S1ch€kh€1t der zu ihren Gebieten gehörigen Theile" der Stkaßßnacl) Kabul verbürgt, und die Shinwaris hatten “Us freien Stücken Proviantoorräthe angeboten. “ „
* „22. September. (W. T. B.) Dem „Standard Wird aus Allkheil, vom 21. d. M., gemeldet, _daß MW (He: s.andtschaft des Emirs dort eingetroffen ist, welche. Ver- steherngen der Freundschaft und Treue iiberbracht hat. _
ack) 911121? Meldung der „Daily News“, vom 21. b. M- ande das englische La er bei Shutargardan in der acht vom 19. d. angegri en. Die Verlnste waren underhxle): meldek- daß der britische Resident in Mandalay Ve-
fehl erhalten habe, mit seinem Personal sobald als möglich abzurei en. _ Demselben Blatte zufolie verbleibt Cetewayo bis auf Weiteres als Staathefangener in der Kapstadt.
, Frankreich. Paris, 22. Se tember. (W. T. B.) Bei einem gestern, anläßlich der'Ent üllung der Statue des Obersten Denfer, in Montbeltard stattgehabten Banket hielx der Minister des Innern eine Rede, in wel er er erklarte: alle Minister seien einig über die Frage der echte des „Staates bezüglich des öffentlichen Unterrichts. Die Regierung werde keinerlei Schwäche zeigen und hoffe, daß der Senat dgs Ferry'sche Unterrichtsgeseß ebenso votiren werde, wre es die Deputirtenkammer gethan.
Spatiien. Madrid, 20. September. (W. T. B.) (“n Cat_alonien ist eine aus 28 Persenen bestehende repub i- kaniiche Bande aufgetreten. Die Behörden haben eine energische Verfolgung derselben eingeleitet, acht Betheiligte sind bereits verhaftet. Verschiedene Papiere, durch welche eine ZroßeAnzahl anderer Personen kompromittirt wird, sind in
ie Hande der Regierung gelangt.
Turkei. Konstantinopel, 20. September. (W. T. B.) Frankreich und Engiand haben bei dem Sultan Schritte ge- than, dahin gehend„daß der Sultan von der Forderung einer Reise des Khedive nach Konstantinopel abstehen sol_1e, so lange die neue Organisation in Egypten die Anwesen- heit de-Z Khedive daselbst erheische.
_ Ueber dazZ bereits emeldete Attentat ge en den Sriltan ist Seitens der egierung folgende amtliche Mit- theilizng er ringen: Ein Individuum, Namens Konstantin Kara1anopu o, von Geburt Grieche und unter rumänischem Schrzße stehend, versuchte in den Palast von Yildiz-KiUSk ein- zudringen, als der Sultan gerade im Begriffe stand, sich des Beiramfestes ipegen nach der Moschee zu begeben. Die (Harden suchteii das Eindringen des Mannes zu verhindern, derselbe setzte sich aber zur Wehre und verwundete mit einem Dolche zwei Soldaten und einen Offizier. iernach wurde er aber selbst verwundet Und verhaftet, und it in Folge der erlittenen Verleßiingeir m der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag gestorben. Die vorher mit ihm angesteslte Untersuchung ergab, daß er wahnsinnig war.
Serbien. Belgrad, 20. September. (W. T. B.) Die Erganzunngahlen zur Skuptschtina sind auf den 22. Oktobx'r b. I. aiiberaumt. Der russische Bauunternehmer Varanoff M in Begleitung mehrerer Bankiers hier eingetroffen, Um Verhandlungen über den Erwerb der serbischen B a h n e n einzuleiten.
Amerika. San (Francisco, 20. September. (28. T. B.) Der, frühere Priixsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, (Henerai Grant, ist hier eingetroffen und von der Bevölkerung erithusiastisch bewiilkommnet worden.
_ _Afrika. Egypten. Kairo, 21.September. (WTB) Die rn Aussicht genommene Neubildung decZ egyptischen Kabiiiets ist nunmehr erfolgt. n demselben hat Niaz Pascha, das Präsidium Und die Miniterien des Innern und der Finanzen, Fakri Pascha das Iustiz-Ministerium und Alimonbarek Pascha das Ministerium der öffentlichen Arbeiten erhalten. Die übrigen Mitglieder des bisherigen Kabinets sind auf ihren Posten verblieben.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Genf, 19. September. (Bund.) Bci der internatio- nalen geodätischen Konferenz find vertreten: Spanien durch General Jbaüez, Bayern durch Professor von Bauernfeind, Belgien durch Oberst-Lieutenant Adan, Preußen durch die Pro- fefforen Peters und Rümker, Sachsen durch Prefeffor Bruhns, Rußland durch General von Forjch, Frankreich durch die Institutsmitglieder Faye, Yvon_-Vi[larceau und St., Claire- Devillc, Oesterreich durcb Profeswr von Oppolzer, Italien durch General Mayo, Profeffor Rashighi, Oberst Ferrero und Major Magiiia und die Srbweiz durch die Profefforen Plantamour und Hirsch. Am 17. d. gab der Staatörath zu Ehren der Geselischaft im „Hotel National“ ein Diner. Die Arbeiten der Konferenz werden mehrere Tage in Anspruck) nehmen.
Land- und Forstwirthfäzait. .
Zu den früher mitgeiheilten Anmebbungen zur Beschickung der Molkerei-Ansstellung iuLondon Und noch15hinz_1_1gekommen, so daß sich das Gesammiresulfat wie folgt gestaltet: Friickpe Butter 43, Dauerhafter 71, Käse 24, Summa 138. JU ?LU lchtenTagen sind noch Anmeldungen erfolgt, die nicht mehr berucksirhtigt Werden kovnten, da eine Verlängerung drs Anmeldetermins bon dem Comité in London abgeschlagen Worden ist. .
Langensalza, 19. September. „(Mgdbg Ztg.) Pte Ernte unserer Halmfrücbte ist bis a11f_gertnge Mengen Sx*athafers bei der günstigsten Witterung cingeheimxtjworden und kann als eine gute Mittelernte betrachtet Wetdrn. Auch dre Kartoffelernte kann eine befriedigende genannt werden, obwohl sie der vorjahrtgen an Menge nicht gleichkommt, da die Kartoffeln klein, auch an marichen Steileu von der Krankheit bcfaÜen sind. Der B.;gehr danach" ist sehr groß. Seit mrhreren Wochen halten sich mederlandrsihe Aufkaufer hier auf, und vie[e Kartoffeln werden gleirh rem Felde nach der Eisenbahn ge- schafft. In Folge der bedeutenden Versendungen n'ack) den Nieder- laxiden, den Rheinlanden und Westfalen ist der Preis des Centners Kartoffeln, der im vergangenem Jahre L_2Z „M betrug, bereits auf 3T «16. gestiegen.
GeWerbe und Handel.
Aus dem Geschäftsberickyt der Consolidirten' Reden. hütte entnimmt der „Verl. Ref.“, daß nach Abschreibuyg von 66 329 «il: bei einem Ak-ienkapiial von 600 000 „FC: eme Dividende von 49/0 zur Verthéilung gelangt. Auhden Erzfeldern bei Katt'e- wi wurden 929 032 Ctr. Eisenerze gefordert. Ferner 'wurden" in dießen Erzfeldern 103 880 Ctr Dolomit gewonnen. Dxe Hochofen produzirten 365 865 Sfr. Roheisen. Der Gesammtgewmn stellte sich nach Deckung der Generalunkosten aui 184 604 .“. Davon wären Obligations- und Hypothekenzinsen mit 87000 „jr: zu zahlen, so daß ein Reingewinn von 97 604 .“: verbieibt, . '
Leipzig, 20- September. (LLsz- ZW) "BLlGelkchhelt eines Gutachtens, Welches die hiesige Handelskammer uber das von Lausitzer Tuchfabrikanten an den Leipziger Rath gerichtete Gcsuch um Ver- legung des Anfangs der Neujahrmesseauf denerstenMoniag ngch Ncujatxr abzugeben hatte, War von Hrn. Heydenretch auch die Abkulx. zung der beiden Hauptmesien (auf 3 Wochen) und bon Hrn. Moritz Lorenz das Ein- und Ausläuten Herselben zUr Sprache gebracht irok- den. Die Handelskammer, welche in ihrer gestrigen Sixzzmg auch aber die Meßfrage zu berathen hatte, [rat esxi_r1_des; in allen diesen Punkien bei dem Bestehenden bewenden lassen. Ste halt “es fur bedenklich, für den Beginn der Neujahrmeffe, statt eines,: sextbestmqimte'n Tages einen wandelbaren einzuführen, rycil icin dringendes Bedurfniß blcrzu vorliege; sie hält an der bereits im Jahre 1876 angesprocheuen Ansicht fest, daß die Abkürzung der Hauptmcsien nicht nur den Grundbesiß durch Reduzirung der Mteiheti entwerthen, sonbern auch den Kleinhandel benachtheiligen' wurde, die Stadt also keinen aus- reichenden Grund habe, die freie Bewcgnng einengen zu wollen; sie
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hält endlich das Ein- und Ausläufen der Meffert nicht für wichtig genuZT um an der alten Sitte zu rütteln.
ürnberg, 20. September. (Hopfenmarktbericht vorx Leopold Held, Hopfen-Kommissionßgescbäft.) Jm Hypfengeschaft war wahrend der le ten Tage am hiesigen Platze eme angenehme Stim- mung vorherrs end. Bezahlt Wurde für Prima-Marktwaare 175- 185 „M, für Mittelsorten 150-160 .“, für Hallertauer 175-210 „ju, für Württemberger 185-225 „74, Altmärker 105-130-75, Posener 185 _205211, Oberösterreicher 170_185„M Die Umsä e betrug_en nahezu 500 Säcke aller Sorten," rvovon ca. 280 Ballen iarktbopsen waren, welche größtentheiks von Exporteuren übernommen Wurden. Obwohl die Course der meisten auswärtigen Plätze ziemlich weit über den hiesigen stehen, so fanden gestern und heute doch ziemlicheAbladungen statt und gaben Eigner nur deshalb wiÜig ab, Weil sie fürchteten, die Waare könnte sich, Weil neck) nicht trocken, erwärmen und Schaden leiden. Dem heutigen Markt Waren ca.250Ballenzugeführt, wovon trockene Waare mit 170-180 „M, feuchte und etwas aeringere zu 150-160, „xz genommen wurden. Feine Sorten, wie Württem- berger, Y_adische und Prima-HaüeriaUer, find schwach vertreten; man bezahlte fur letztere von 195_220 akk _ Der Markt schließt in an- genehmer Stimmung bei fester Tendenz und einem Umsaß von 550 Sacken.
Saalfeld, 18. September. (Goth. _Ztg.) In Folge des An;- schrvunges, deri d'as'Hochofen- und das Bessemer-Stahlbereitungs- tvcrk derMaxitnilianshütte in Unterwellenborn genommen hat, Wird nun auch ein Eisenkvalzrverk errichtet.
Verkehrs-Anskalten.
Die Orientalische Telegraphengesellsckyaft in _Lyndon _hat Fire Nachricht erhalten, daß die Legung des neuen 1uda frikanischen Kabels'zwischen Mozambiqu: und Delagoabai voÜendet Worden, wodurch die telegraphische Verbindun zwischen Natal und Mozambique hergestelLt ist. Am 20. d. M. offte man die LegunÉbes Kabels v'on Mozambique nacb Zanzibar zu vollenden, wodurch ,udafrika in direkte telegraphifcheVerbindung mitZanzibar gebracht'sem wird.
Triest, 22. September. (W. T. V.) Der Llovddampfer „Jupiter“ ist heute, Morgen init der ostindisch-cbinesiscben Ueber- landpost aus Alexandrien bier eingetroffen.
New-York, 20, September. (W. T. B.) Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Rhein“ ist hier angekommen.
Berlin, den 22. September 1879.
' JU der Zeit vom 15. Mai bis zum 15. September 1881 findet m Moskau die fünfzehnte Russische Ausstel- lrrng statt, welche für Erzeugnisse aller Arten gewerb- licher und künstlerischer Thätigkeit bestimmt ist.
Von gewerblichen „Erzeugnissen dürfen nur die innerhalb der Grenzen des rUssischen ReicheS, Finnland mit einge“. . . schlosseii, qngefertigten ausgesteÜt werden. Dagegen werden alle diejenigen Kunstwerke zugelassen, welche von russischen Künstlern im Lgufe der letzten fünfundzwanzig Iahre ge- schaffen worden smd, ohne Rücksicht darauf ob dies in Nuß- land oder im Auslande geschehen ist.
Nachdem am 30. d. M., Abends 6 Uhr, die Berliner Gewerbe-Ausstexlu'ng für das Publikum fich geschloffen habe.i wird, findet der feierliche Schlußakt am 1. Oktober, Vormittags 11 Uhr, it) der Vorderhalle statt. Zu demselben haben die Aus- stelLer und ihre Vertreter, sowie alle Besitzer von Dauerkarten Zu- tritt; außerhem erhalt jeder Aussteller eine reikarte zur Benn ung. Das Comiie hat die Absicht, im Laufe des ktober eine Aussie ung der Lotteriegewinne zu veranstalten aufgegeben, weil es zu der Ueber- zeugung gelangt'ist, daß dieselbe einen gefäüigen Eindruck zu machen nicht geeignet sem würde._ Gegenstände der verschiedensten Art, die nicht harmonisch zu vereiriigen, sind angekauft worden; andererseits sind einzelne Sachen in Vielen Exemplaren gekauft, Welche, auch wenn sie nach Möglichkeit getrennt wurden, doch einen ermüdenden Eindruck :tiachen müßten. Jedenfalls würde die AussteÜung der Gewinne un- Junsttg absteckyen gegen das shmetriscbe und interessante Bild, Welches 1215? die Vorderhaue bietet. Man zieht es daher vor, dieses in der (Erinnerung deH Publikums zu erhalten. Somit wird unwiderruflich Yurttsdads Publikum am 30. d. M. der Schlußakt der Ausstellung
a m en.
Baden_-Baden, 20. Sevtember. (W. T. B.) In der heu- tigen zweiten auptfißung der Naturforscherversammlunq Wurden von E er (Freiburg) über „Oken“, von Golß (Sirafiburg) iiber „das Herz“ Vorträge gehalien. Als Versammlungsort für das nächste Jahr wnrbe Danzig gewahlt. Heute Abend findet ein großer fFetstdetiiatt. Die nacbiteHauptsiHung ist auf kommenden Mittwob e ge ei .
Perpignan, 21. September. (W. T. B.) Heute fand hier die feierliche Enthüllung der Statue Franyois Araqo's statt. Der Unterrichts-Minister Ferry und der Astronom Proust feierten denselben _in ihren Rben als Politiker und Vertheidiger dcs aUgemeinen Stimmrechts.
Am Sonnabend ging im Königlichen Schauspielhause die erste Neuheit der begonnenen Theatersaison in Scene: Rolf Berndt, Schauspiel in 5 Akten von (55. zu Pu1li13, Diesrlbe fand bei der zahlreich versammelten Hörerschaft eine sehr wvhlwrlTende und warme Aufnahme. Dieser günstige Erfolg ist als ein im Ganzen Wohl vcrdienter zu be- zeichnen, wenn auch vom Standpunkte der dramatischen Kritik verschiedentlicbe Aussteüungen gemacht Werden können. Zunächst ist es die mehr novellistische wie dramatiicbe Anlage und Behandlung des Stoffes, Welche iich zum Oefteren bemerklicb machi, dann die, man möchte sagen, naive Art, wie eine Reihe von Unwabrscheinlicb- keiten auf die Scene geführt und in den Aufbau des Stückes ein- gefügt Werden, über welche in der Erzählung der flüchtige Blich des Lesers unbemerkt binwegeilt, Welche aber in der Unmittelbar- keit der dramatischen Verkörperung auffallend in die Augen springen. Ein bemerkenswerther Vorzug drs Stückes ist die geschickte bühncnkundige Anlage und Verbindung der Scenen, welche, obwvhl der Zuhörer schon nach dem zrvciten Akte den Verfolg der Handiung Vollständig überblickt und der Inhalt für weitere drei Lifte kaum ausreichend erscheint, den Faden der Handlung so geschickt fort- spinnen, daß die S annung bis zum Srhlusie an„da_uert. WeiLLr ziichnet sick) das Stü vortbeilhaft durch einen sorgfaltig gearbeiteten, gewählten Dialog aus, welcher fich in einzelnen Scenen, besonbers im zweiten Akte, der überhaupt der gelungeiisie des gaqzen Stuckes ist, zu bedeutender dichterischer Wirkung stcixert. Eine uberaus wirksame Unterstützung für die Verkörperung seines Dramcrs fand der Dichter in der vorzüglichen Darstellung desselben durch die mit- wirkenden Künstler des Königlichen Theaters. Dre Titelrolle kam durch Die sehr gelungene Repräsentation derselben durcb Hrn. Vern- dal zu volier Geltung. Neben ihm smd in den umfangreicheren Partien mit AUSzeicbnung zu nennen: die Damen Fr. Frieb- Blumauer, Frl. Meyer, Frl., Abicb und Frl. Keßler, iowie die Herren Liedtcke, Kahle und Klein. Auch die kleineren Rouen wurden in einer das treffliche Zusammenspiel fördernden Weise dargestellt. Nicht uverwähnt werden darf die vom Hrn. Direktor Deeß veran- staltete reiche und geschmackvolle Inscenirung des Stückes. Neben den Darstellern der auptrokien, Welche nach jedem Aktschluffe mit wiederholten Beifaüs ezeugungen ausgezeichnet wurden, Wurde nach dem dritten Akte auch der Dichter hervorgerufen, für welchen, da er nicht anwesend War, Hr. Liedtke dem Publikum den Dank aussprach.
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