1846 / 22 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

dem deutscher: Bunde beitreten. Es waltet hier dasselbe Verhältniß ob, in welchem der König von England als Köni von Hannover dem deutschen Bunde beitrat. (?Fortseyung folgt.)

Kurfürstxnthum Hessen. Am 17. Janyar starb in Mar- burg der ordentliche Professor der Rechte an der dortigen Universität, ])1'. Endemann.

„Herzogthum Holstein. Das Handelshaus C, H. Don- ner m Altona und M. T. Schmidt in Kiel lassen bei N. Napier in Glasgow ein neues eisernes Dampfschiff von 220 bis 240 Pferde- kraft bauen, das, so weit man es bis jest schon bt'kkchne" k“""- die Reisen von Kiel auf Kopenhagen in 13; Stunden wird mach?" kön- nen. Die Fahrten werden in einigen Monaten beginnen, und man kann dann also in 16 Stunden vonKopenhagen nach Hamburgreisen.

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 15. Jan. Se. Majestät der Kaiser ist von seiner Reise ins Ausland wieder hierher zurückgekehrt.

Der wirkliche Geheimerath Graf Woronzoff-Dascbkofs, Dirigent des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten und Ober-Cere- monienmeisicr, ist zum Mitglied des Reichsratbs ernannt.

Vom Kaukasus sind neuerdings folgende Nachrichten hier einge- gangen: „Am 12.Dezember fiel der Feind, in drei bedeutenden Heer- haufen, in das schamchalsche Gebiet und in Zudachar ein. Der Nqib von Salatavia, Abakar Dibir, nahm seinen Weg in die zwischen Temar- Chan-Schura und Kaptschugai liegende Ebene. Der einstweilen die Truppen in Nord-Dagestan befehltgende General-Lieutenant Labinzoff ließ nun unverzüglich aus Ternir-Chan-Schura das Re und :;te Va- taillon des apscheronschen Jnfanterie-Regiments, 300 Mann vom do- nischen Kosaken-Regimeut Nr. 29, so wie die schamchalsche Miliz vorrücken, welche Truppen theils dem Feinde entgegengehen, theils ihn im Rücken fassen sollten; bei der Annäherung unserer Truppen ergriffen jedoch die Räuberhorden, mit Hinterlassung der geraubten Heerden, die Flucht. Der Feind verlor hierbei anGetödteten7 Mann, zwei Myridenwurden gefangen genommen und außerdem noch 19 Pferde, mit ihrem Sattelzeug, erbeutet. Von einer anderen Seite er chien Daniel Bek bei dem Dorfe Chadschal-Machi mit einem bedeutenden Trupp und einer Kanone. Hierher nun wurde der General-Major Fürst Kudaschew, mit dem 2ten Bataillon des wolhynischen und dem Iten Bataillon des minskischen ananterie-Re- giments, dem 1|en und Iten Bataillon des schitomirschen Jäger-Re- giments, den Dagestanschen Reitern und einem Theil der zudachar- schen und akuschinschen Miliz beordert, und zugleich stellte sich der Oberst Adlerberg mit dem 1stenBatailion des wolhynischen und dcmZteu Bataillon des minskiscken Jusanterie-Regiments, um Daniel Bek den Rückzug zu verlegen, auf den gergebilichen Höhen auf. Der Fürst Kuda- schew griff, nachdem er rasch den Weg nach Chadschal-Machi zuriick- gelegt hatte, den Feind mit Ungestüm an. Die Gebirgs-Bewolmer warteten den Angriff mit dem Bajonett nicht ab, sondern gaben ihre Stellung auf, wobei sie lebhaft von unseren Truppen verfolgt wur- den und ihre Kanone so wie einen Munitionskastcn verloren. Die Ehre dieses Erfolges gebührt vorzüglich den Schüben des minskischcn In- fanterie- und des schitomirFcherr Jäger-Regiments, so wie den dage- stanschen Reitern. Der Angriff des vom Obersten Adlerberg befeh- ligten Detaschements vollendete die Niederlage des Feindes. Die My- riden büßten in diesem Gefechte mehr als 150 Mann an Todten und 16 Gefangene ein, auf unserer Seite ward ein Soldat getödtct; ver- wundet wurden: 2 Soldaten, der Commandeur der dagestanschen Rei- ter, Fähnrich Dazi Scheich Mahoma Ogly, und ein Miliz-Soldat. An demselben Tage überfiel Aslan Kadi, von einigen Naibs begleitet, mit zahlreichen Schaaren, Zudachar, dessen tapfere Bewohner jedoch sich bewaffneten, und dem Feinde so mutbigen Widerstand entgegenseß- ten, daß sie denselben, nachdem sie ihm in einem heißen Gefechte mehr als 150 Mann getödtet und 7 Gefangene abgenommen hatten, zwan- gen, ihr Gebiet zu räumen. In diesem glänzenden Treffen betrug der Verlust der uns er ebenen Gebirgsbewohner 20 Todte und 10 Verwundete. Endlich machte JFn, ein Sohn des ehemaligen Kadi von Akuscha, der sich mit einigen Myridcn heimlich in Akuscha eingeschlichen batte, am [Lien desselben Monats einen Versuch, die Einwohner zum Aufstandc gegen die Regierung aufzureizen, Die Akuschinzen blieben jedoch ihrer Pflicht getreu und beabsichtigten, sich des Aufwieglers zu berriirchtigeu, dem es indeß, da er leider von diesem Vorhaben Kenntmß erhielt. gelang, sich mit seinen Anhängern durch die Flucht zu retten. Dre von Jffa hinterlaffene Fahne ist von den Bewohnerrr drr, Behörde übergeben. So sind auf allen Punkten dre gleichzeitig unter- nommenen Angriffe des nach den Angaben der Kundschafter in seinen drei verschiedenen Herrhausen zusammen 12-14,000 Mann starken Feindes zurückgewiesen, und die allgemeine Niederlage, rvelche die Myriden erfahren, erhält, außer ihrem unmittelbaren Cin- fluß auf die Ruhe in dem bedrohten Landstrich, noch dadurch besondxre Bedeutung, daß sie sowohl den uns unterworfenen Bewohnerrr gezeigt hat, wie wir zu jeder Zeit bereit sind, ihnen zu Hiilfe zu eilen, als auch dadurch, daß wir Gelegenheit gehabt haben, uns untererseits durch die That von ihrer Ergebenheit zu überzeugen und von ihrem Wunsche, sich unseren Schuses wiirdig zu machen. In Süd-Dagestan und auf der lesgischen Linie bat die Ruhe keine Störung erlitten. Aus der kaukasischen Linie hat der Feind nichts unternommen“, zwei Tetaschements unserer Truppen, unter den Befehlen des General- Lieutenants Freytag und des General-Majors Nesieroff, sind in die kleine Tschetschna gerückt, um die Waldungen daselbst zu lichten, in den Richtungen, wie sie für unseren Plan, uns in jener Gegend dauernd festzusehen, als zweckmäßig befunden sind. Man sieht den Berichten über die Operationen dieser Detaschements entgegen,“

Seit Anfang dieses Jahres hat die St. Petersburgische Zeitung ihrem Blatt ein Feuilleton grgcben; im ersten theilt sie „ftenographirte Unterhaltungen“ über St. Petersburg mit.

Frankreich.

Pairs-Kammer. Sitzung vom 15. Januar. Ge- gen das Amendement des Herzogs von Harcourt zu Gunsten Polens, welches lautet: „Sie wissen, Sire, die Gerechtigkeit ifi die sicherste Bürgschaft des Friedens, und Ew. Majestät wird ohne Zweifrl nicht :ergessm, daß unter den von Alters her mit Frankreich verbündeten Nationen eine ist, deren Existenz durch die Verträge feierlich garan- tirr wurde“, erhob sieh der Marquis Villiers du Terrage, in- dem er es als unter der Würde Frankreichs bezeichnete, dergleichen n-srmkbrere Erklärun en ab:,ugeben; ein solcher Protest erschien ihm eher "Tr“;ébxa für 5Zitiert; indeß wollte er doch für den Zusatz stim- mt". Herr Ééilemain meinte, es wäre vielleicht besser gewesen, km Zasäd ßiUi-“hweixend und einmütkig anxunehmen, als ihn mit einer EköUnuk-J 7,11 begleiten; da a er Einwendungen dagegen er- heben seien- so Müßim iir auth beantwortet werden. 3th nicht, "“ SMÜKÜÖ- Msn! Protest xu wiederholen, wiirde em Zurück- nebmen der früher gethamn Schritte sein. So lange also nicht die ge- wiinschte Wirkung erreieht ici, halte er es der Wiirde Frankreichs gezimmo'e, immer von neuem xu Gunsten Polens zu proteßiren. Gwiß werde diese Beharrlichkeit ;„ulevt tüäliche Fol en haben. Einer der mächtißsten Svaveraine, defjen (Einst t und Chara tkrfrsti keit ein Staatsmann in dieser Kammer erahmt, habe in Rom die eniwa nete Majeßät des PWstéS grrhrt; hierin lire;- rinr große und günstige

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Vorbedeuiung, und es sei zu hoffen, daß dicse Zusammenkunft gute Früchte fiir die Menschheit tragen werde, daß aus ihr ein Prinzip der Duldung und Billigkeit, Glaubens- und Kultus-Jreiheit sich entwickeln Werde, eiue Freiheit, die den Verlust oder die Vrrtagung aller anderen Freiheiten erträglicher mache. Das Amendexnent wurde hierauf angenommen, und man schritt nun zum 8ten Paragraphen, folgenden Inhalts: Frankreich beklagt mit Ihnen, Sire, die Er- eignisse, welche unsers Besitzungen in Algerien beunruhigt haben. Wir danken Ew. Majestät fiir die raschen Maßregeln, welche Sie vorgeschrieben haben, um das Uebel wieder gut zu machen. Wir sehen volles Vertrauen in den Heldenmnth unserer Sol- daten. An ihrer Tapferkeit wird es nicht fehlen, damit die französi- sche Fahne iiberall siegreich, seine Herrschaft iiberall befestigt sei. Unsere energische Ausdauer wird unsere Macht in Algeriku behaup- ten, sie wird fest begründet werden durch Weisheit und Voraussicht.“ Tierrrt-n von Crouseilhrsund Pl1k1 dc' la Lozi-reeröffnctln bierauf eine Debatte iiber Algerien, die jüngsten Ereigniss, dic Civil- und Militair-Vcrwaltung, der auch der Fiirst von der Moskwa sich anschloß. Er forderte Beendigung der unruhigen Lage Algeriens, Sicherstellung drr Provinz Oran gegen Abd el Kstdkk, was nur durch Zwang gegen Marokko zu erlangen sri. DrrKric-gs: Minister Moline de St.-Yon erklärte es fiir mißlich, auf die Angelegenheiten von Algerien einzugehen, während die französischen Truppen dort noch im Felde ständen, und wies schließlich die der Armke-Verwaltung gemachten Vorwürfe zuriick. Nachdem der Mar- quis von Laplace noch die Ucbrrzeugung ansgesprochcn hatte, daß bei den jüngsten Vorgängen in Afrika Weder die Zukunft noch die Sicherheit des französischen Besitzes gefährdet oder blosgrstellt wor- den, und das; nichts weniger als Alles verloren sei, weil ein französi- sches Bataillon in einem Hinterhaltc unterlegen, wurde die Debatte vertagt.

Paris, 16. Jan. Sidi-Ben-Ayct, Gesandter drs Vey's von Tunis, hat gestern in besonderer Audienz dem Könige ein Schreiben seines Gebieters überreicht; der VU) dankt darin fiir das ihm der- liehene große Vaud drs El,)re'nlegion-Ordcns.

Cine Privatmittheilnng aus Oran vom 31. Dezember rrkli'irt das Gerücht von der vollständigen Unterwerfung der Stämme im Süden der Subdivision von Tlemsen fiir ungegriindet. Bu-Hamedi, welcher mit 500 Reitern und 400 Mann Jußvolk in diesen Distrikt eingedrungen, nötht'gte die Stämme, sich zur Auswanderung nach Marokko anzuschicken. Nach dem Echo d'Oran vom 8. Januar hätte sich jedoch General Cavaiqnac, auf die Kunde von der beabsich- tigten Auswanderung, daselbst sofort wieder eingefunden, und alsbald wäre ein großerTheil der Cingebornen, als er sich gegen die Truppen Abd el Kader's _geschiiyt gesehen, von den Anhängern des Emirs wieder abgefallen und in seine Gauen zurückgekehrt. Dcr National sagt: „Es kommen uns aus Algerien Nachrichten von höchsikr Bedeutsamkeit zu. Das Gerücht von dcm Erscheinen des Emirs in geringer Entfernung von Milianah wird bestätigt. Abd el Kader ist wie der Blitz inmitten des Stammes der Beni-Zug-Zug erschienen, auf seinem Zuge die Bevölkerungen aufwicgelnd und die Gnrbis der Frankreich treu gebliebenen Araber niederbrcnnend. Unser Feind itt also von der Ebene der Metidscha nur noch etwa 20 bis 25 Lieues entfernt. Die Metidscha aber ist gewissermaßen Algier selbst. Dies die politische Folge des lebten Kampfes, der dem Marschall Bugeaud die Gelegenheit bot, sich endlich mit dem Emir zu messen. Während der Ober-Vefchlsbabcr des französischen Heeres den Besiegten west- lich vom Schlachtfelde Verfolgt und ihm den Rückzug nach der Wüste zu Versperren sucht, geht der unerschrockene Marabout, der wohl weiß, daß sein (Hegner allzu abgemattet isi, um ihn einholen zu kön- nen, gerade nach dem Norden vor und erscheint mitten in der Pro- vinz Algier, unter dem Feuer unserer Besatzungen, unseren Reserve- Kolonnen gegeniiber. Schwer isi ls, die Ergebnisse vorauszusehen, welche unzweifelhaft diescr kühnen Herausforderung folgen werden*, denn Abd el Kader hat sich nicht so weit gewagt, ohne sich einige Aussichtrn auf Erfolg gesichert zuhaben. Wir vernehmen in der That, daß die von Herrn Bugeaud in Person befehligte Kolonne in der bedauerlichsten Lage isi. Die Eilmärsche, die Regcngiisse, der schlechte Zustand der Wege und die Entbehrungen haben eine sehr große Anzahl Leute kampfunfähig gemacht. Was die Reiterei anbe- langt, so kann man sagen, daß sie nicht mehr vorhan- den ist. Die Pferde sind fast alle dem Hunger und den Anstren- gungen crlegkn, so daß der Marschall gcnötbigt war, dem General Lamoriciizre den Befehl zukommen zu lassen, ihm in größter Eil [eme ganze Reiterei zu schicken. Dieser General, welcher Jrenda, einen unter den gegenwärtigen Umständen wichtigen Posten, bxseht hielt, war, um den Weisungen seincs Vorgeseiztcn zu gehorchen, genötbigt, seine Schwadronen durch die des Generals Korte zu ersehen, der, um die südliche Griinze uach Daira und Saida zu nicht“ ohne Ver- theidigung zu lassen, sich durch den Obersten Waltm d'Esier- bazy, der im . Norden stand, ersetzen ließ. Es ist das mcht Alles. Am Tage Vor der Schlacht im Temda-Thale hatte Bu- geaud nur noch für 2/1 Stunden Lebensmittel, und er hatte deren von dem General Lamoricibre verlangt. Dieser, „Dank seiner umsichtigen und menschlichen Politik, hat in der Subdtvision von Maskara die Sicherheit in solchem Grade wiederhergesiellt, das; er sofort einen starken Transport von Vorräthcn an sich ziehen komm', wovon der Ober-Vefchlshaber seinen Theil erhiilt. Es war das aber immer nur eine sehr schwache Hiilfsquclie, und die von dem Mar- schall befehligte Kolonne war damals in großer Entfernung von den Städten, wo sie sich Vollständig mit frischen Vorrätl)kn Versehen konnte. Die 500 Reiter, wclche General Lamoricidrc dcm Mar- schall Bugraud zugeschickt, werden sie gesund und woblbehalten auf dem Schauplatze des neuen Aufstandes eintreffen? Es ist dies un- glücklicher Weise schr zweifelhaft, in Betracht des Mangels an Le- bensmitteln und der Eilmärsche, zu welchen sich diese Handvoll Reiter genötbigt sehen wird. General Commau, der sich am Wed-Ruina befand, hat keine Reiterei. Umgegenden von Boghar Kantonnirungcn bezogen, ist a fernt, um eine wirksame Veihiilfe leisten zu können.

General Marcik, der in den [zu weit ent- Man wird also

zu dem Kavallerie-Regimente Zufiucht nehmen müssen, welckrs glück-

liiherweise gerade aus Frankreich in Algier angelangt ist; es ist dies ein äußerstes Hiilfsmiitel; aber es wird “fiihkk von Herrn Bugraud gebraucht werden, der, wie man und schreibt, alle chrde und Maul- esel, die sich in dem Berriche seines Armre-Corps kst"dk!1,„üllszu- treiben bedacht ist. Das also ist das Ergebnis; der schörreri Plaue dcs General-Gonverneurs. Bei Eröffnunéi deo Feldzugs suchen wir ihn allejeme Sorgfalt darauf richten, die Provinz Algier zu befcsiigcn und zu schützen. Während der Emir ihn im Westen herausfordt'rte, sicherte er in aller Ruhe,- alle seine Zeit darauf verwendend, den Kampf vorzubereiten, slch den Rücken, verstärkte die Besavungeu Milianah's und der be- uachbartcn Subdivislonen, wohl überzeugt, daß dies unschlbarc Vor- kehrungen seien und Abd cl Kader es nicht wagen tverde, in ritter so gut bewachten Provinz zu erscheinen. Vugcnud, nachdem er dies verrichtet, zieht aus und ziichtigt einige unbedeutende Stämme in der Umgegend von Tiaret, !ebrt dann wieder um, liefert einen unnii en Kampf auf den rauben Bergen der Waren- seris und Frht sich nach gewaltigen Umwrgen endlich enötbigt, niirdlich zu ziehen, um sich, zu SidßB-l-Hacel, mit sris en Vor--

rätben zu versehen. Da ersl beginnt der wirkli :

der Offensivkrieg. Der Marschall durchzieht daschLaYlbY“. unternimmt einen raschen Streifzug nach dem Süden, Ma an den Fuß des Schot-Esch-Schergui, wo er zwei- oder drein“ Araber tödtet, die wenig zu fürchten waren, und kebktmit matteten, erschöpften, durch Entbehrungen und Krankheiten . ten Truppen nach dem Tell zuriick. Abd el Kader, der bis ein Zusanmtentreffen mit unseren Soldaten kläglich vkkmttden erachtet den Augenblick nun für günstig, Er hat seinem „. Zeit gelassen, sich zu ermiiden', er hält ihn nun für sieht ihn von Reiterei entblößt; nun zögert er nicht erscheint wieder am Till, und in wclchkm Theile des Tell? , im Warenskris-Gcbirge, wo Bugcaud kaum erst einen K,“ gehalten, in dieser Provinz Algier, die derselbe mit so vieler 4- falt bcfesiigt batte. Dadurch nun fanden sich alle Verech drs Marschalls vereitelt, seine Hoffnungen getäuscht. Dj, schicklichkeit dcs Ambers hatte gesiegt iiber die Unvorsichtjgxch französischen Generalissimus. Und Bugeaud, einer naiven sicht voll, sagte in seinem letzten Bericht, daß, wenn er auch tx, seiner Bl'miihtmgen den Emir nur ein einziges Mal habe erreichenkz rr denselbi'n zum Wenigsten doch Verhindern“, in die Provinz Algier" dringen. Man wird zugeben, daß ein Ober-Gcneral nicht grausame, fiihrt wrrdrn kann. Dies das militairischc System des nun siche, tbeiltcn Helden von Isis,). Bugeaud kann sich rühmen, dmx- Schuld cine schon sebr kritische Lage verschlimmert zu haben." hätten von ganzem Herzen gewünscht, weniger Recht gegen“, haben; denn Gott weiß, welche Opfer cs uns jetzt kosten wird einem Feinde fertig zu werden, dessen Geschicklichkeit und Hülsgq' Troß bieten der blos nach gewohnter Uebung handelnden Einsia" Gegners, den die Regirrung ihm gegeniiberzusiellen beharrtwjx ihm die Arbeit leichtrr zu machen.“

;( Paris, 16. Jan. Die Pairs-Kammer hat heute Diskussion iiber den Paragraphen des Adreßentwurfs, der betrifft, Miche nach der Rede des Marquis von Laplace gester- gebrochen worden war, wiederaufgenommen. Der GeneralCubii batte zuerst das Wort, Er habe nicht die Absicht, eincn J:. plan fiir Algerien zu entwerfen, wo Frankreichs Soldaten mit [- Ehre so schwere Strapazen erduldete", unter der Führung erf Generale, geleitet bon eincm General, dessen Unterneßxmuu allgemein anerkannt, der eben so entschlossen in no“ seiner Pläne sei, als er das Vertrauen der Armee 9“ Mit solchen Truppen und solchen Führern könne man warum die Eroberung auf so große Hemmnisse stoße. kämen daher, daß man Zeit verloren, nicht Politik Verfolgt habe, die aus der besonderen Natur deriliit hervorgeht, mit einem Wort von dem Mangel an Ciaieiim Auffaffung der dortigen Verhältnisse. Diese ' habe Wb denKanmrern oft gefehlt. In Afrika seien zwei Nationen, esskn Verschieden, man Vortheil ziehen sollen, Der Redner tadelt den Krieg gegen die Kabylkn. Die Leitung Angelegenheiten in Afrika sollte Männern übergeben werden, die

jene ums.“ =

. derethtr- einander entgegengesetzt. Aus diesem Umstandel't» das wäre die richtige Politik gemi

Sprache und Sitten der Bevölkerung vertraut wären. Solche ! europäischen Verwaltern vorzuziehen, die Weder mit den Mens noch mit der Natur der zu übersteigenden Hemmnisse bekaunis Die Schwierigkeit, die aus der Religions-Versckiedenbeit erwa hält der Redner nicht für so groß, als man sie gewöhnlich aus

Er stützte sich auf die Beispiele Englands und iiber Völker vkrschiedenen Glaubens herrschten.

Rußlands, die Energisch erhob n

gegen das Ausrottungs-System und stellte das Verfahren Abd el dagegen, der mit fritiert Streichen die Hervorragender! treffe, abaY Massen schom', “während von französischer Seite weder'die Einen noi

Anderen geschont wiirden.

Ter Redner fragte den Minister der antri-

tigen Angelegenheiten, ob dieRegierung dänischen und schwedisch!“- sirdlern einen Theil des Bodens in Algerien abgetreten unbblx zugleich Zahlung der Auflagen in gewissem Betrage erlassen b“

Der Minister des Auswärtigen antwortete: Der denselben

Anbau überlassene Boden gehöre nach wie vor dem Könige, und

Akt des Cdelntiiths habe nichts gemein mit einer Abtretung von G nnd Boden. Herr Teste erhob sich Rede des Fürsten von der Moskwa und lobte die angemessene daß seine indiskretenWorte den Ausgang der gerade jetzt arthur» Unterhandlungen zwischen Frankreich und Marokko gefährden ' Was das heißen solle, in dem Augenblicke, wo der Botschafter des-Kat von Marokko zu Paris sich befinde, druKaiser des Einverständntsses Abd cl Kader zu beschuldigen? Ob es angemessen set, den K

e 211 die etrige ,unklu 8 g g s , Am

dcs Marquis von Laplace darauf. Ob der Fürst nicht 132901070511“

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für die Hindernisse verantwortlich zu machen, auf die er in Erfii

Verpflichtungen stoße?

der durch den Vertrag übernommenen von Tanger gerechte

Ereignisse hätten Vollkommen den Vertrag

und auch das Verhalten des Kaisers lasse sich entschuldigen.

Fürst von der Moskwa wiederholte seine gestrigen Behauptun erklärte jedock), er habe es nicht für dringend erklären wollen, mcm sogleich mit dem Kaiser von Marokko wegen Nichterfiillun Vertrages den Krieg beginne. Herr Guizot: Die jevt ang Frage sei zarter Natur. Jrankrrilh habe einen Aufstand zu erd cine Unterbandlung zu Verfolgen, die Regierung habe einen Bo ter Marokko's sich gegeniibrr. Die größte Zurückhaltung set'd niitbig. (Tir Annahme der ganzen Adresse erfolgte schließlich 120 gegcn 28 Stimmen.) _

Zu dir Siyung der Deputirtcn-Kammer Waren sechzig Mitglieder erschienen. Der Minister des Innern tt da die' Minisier in der Pairs-Kammer durch die sortgeseßte D! sion dcr Adrcffc zurückgehalten seien, so bitte er die Kammer, Anfang der Verhandlung der zu verschieben. Die Kammrr erhob diesen Antrag zum B Mehrere Depuiirte scy-Entwiirfcn, die In den Viireaus miffi'ire fiir Priifung des Budgets vorgenommen. Partei schie ihre Kandidaten fast in allen Biireaus durch, ausgtn men im fünften, wo die Herren Beaumont (von der Somme) Bcrrycr, aber auch diese erst nach drcimaliqer Abstimmung, ern wurdcn. Außerdem Wurde uoib im sechsten Büreau Herr von oc ville ernannt. Alle anderen Kommissäre sind konservativ.

*Das Dampfboot „Amstcrdmn“, welches am 101211 von, abgegangen: war, ist am “!*.?tcn um 5 Uhr Abends zu Marseille gelaufen. Da einer der Pa agiert während der llcberfabri qu

tsiorbrn war, so erlaubte du“ Sanitäts-Jntendanz dem Sch! e prcicn Verkehr er!], nachdem es von

Man ist zu Mar eillc wieder sehr vorslchti geworden, seit an des Damp votes „Luxor“, das von Altran rien dahin gekommen cin Matro c mit allen

schon im vorigen Jahre der Kammer vorgtiki

Adresse in dieser Kammer auf “7“ 011“

Anzeichen der Pest auf der Ueberfabrt er!!

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Verlangten darauf die Wiederaufnahme votß

der Karmner wurden die Ernennungen drrK. Die konser"

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den Aerztcn visitirt worden

und zu Marseille dann wirklich als von dieser Krankheit bessa!"

kannt und ins Lazarctb gebracht worden war, wo man indtß '

retten * 1, da der all lilckticherwci e ni t eäbrliiber Art w“ bl" J g s ck g sdaß die Kolonne

Der Courricr de l'AZriquc meldet, Obersten Saint-Aruaud vor

t'inc Razzia gegen die Sbcah gemmbt hat, wobei dem Feind?

bkkm Wiedereinrückru zu Orleans

ü

ndert Mak)" aber, so w|e

, ommandant _ . , even feindseligen Einfällen einzelner Vanden ten über die Stimmung

5 gewöhnlich von guter Vorbedeutung

, den soll,

shebunq.

ksbire); Lord Egerton ist von Charakter und Erziehung cin libc-

YYY" whigJislisch und erst später liberal-konservativ ge-

rden, also so

* i,.(cheiniich

en Zeiten,

. Die Haupt-Beschwerde war jedoch ge_en

getödtei wurden. Einige Gefangene, Frauen und eme ziemlich beträchtliche Heerde Schaafe wurden mrt Am 1stenJanuar_war die Kolonnx unter den Befehle)! Generals Comman gleichfalls zu Orleansvrlle cmgetroffcn. Fre e end von Tenes ist wieder ruhig geworden. „Der „unermrid- g des Kreises, Obersi Canrobet't, schußte die Provinz der unterworfen ge: benen Stämme und hielt die Stämme, welchc in der Treue

Ab lle uriick. Im Allgemeinen lauten die Nach- kten, vom fa I der verschiedenen Stämme des Landes

iiberall jetzt mit den Feldarbeiten, fiir dieRuhc dks Landrsist,

Großbritanien und Irland.

London, 16. Jan. Ihre Majestät die Königirt wird am . Mittwoch den “Listen d. im Buckingham-Pajast em,. Gehei- ths-Sivung halten, in welcher die Thron-Rede zzz der am niich- Tage erfolgenden Eröffnung des Parlaments denmtw fksigesiellt Die Königin, Prinz Albrecht und der Hof Werden am nsiage schon nach der Stadt kommen. Am Montage findet in ndsorschloß ein großes Bankett statt, aus Anlaß des an dt'tnsllben -e abzuhaltenden Kapitels drs Hosenbaiid-Lxdens_ , . An die neulich gegebene Naibrrcht, daß Lord Francis Egerton Antworts-Adresse auf die ThronZerc „vorschlggen ,und. Herr und Beckett Denison dieselbe unterstritzenwrrd, knupft dre Liver- iinstige Hoffnungen ,fur die Sachedrr „Korugesey- Beide Männer, sagt stcxdcrtrrtrn dir größten Frei- dels-Wählerschaften des Reichs (Sild-LAttcashire und West-

Sie beschäftigen sich fast

und Herr Denison gehört einer Familie an, die

ehr zu Gunsten der Korngxseße nicht sein kann. habe Lord Egerton in einem Briefe an seine Wähler bei Ge-

nheit der Maynooth-Jrage schon Andeutungen gegeben, wonach ein

streten seinerseits gegen die Korngeseye zu erwarten sci. Aus der hl dieser Männer zum Vorschlagen und Unterstützen der Adresse ne nun ein Rückschluß auf die Thron-Rede gemacht werden.

Ein Journal vvn Cambridge sagt: Wir erfahren aus einer höchst gutunterrichteten Quelle, daß Sir R. Pecl's Absicht in geht, die Einkommensteuer auf 7_ pCt. zu erhöhen, die Korn-

sammt der Mahlsteuer aufzuheben und die iibrigen auf dem dbesive haftender: Lasten beträchtlich zu vermindern.

DieNachrichten aus Amerika haben an der Börse die seit einigen . vorherrschende Neigung der Fonds zum Sinken nicht gebessert. ,. will sich übereilten Hoffnungen nicht hingeben und lieber auf Schlimmsie gefaßt sein. Auch die Gerüchte von der neuen Spal- gimKabmet und die Besorgnis; vor der nächstenDrpositenzahlung Eisenbahnen haben nachtheilig auf die Fonds cingewirkt.

Belgien.

Brüssel, 17. Jan. In der gestrigen Siyung bat die Re- r'r'sentanten-Kammer das JirinrrYVrtdgetkniit 69 gegen 8 Stimmen genommen. In den Sectioncn haben die neuen Zoll-Repressalien enHoliand wenig Opposition gefunden, indem die Meisten der sicht sind, der Regierung bei der jeßigen Sachlage die voliste Ver- Mrthkc-it, aber auch die unbehindertsie Freiheit zum Handeln

en.

öVrüffel, 16. Jan. Das belgische Ministerium hat auf holländische Manifest, welches den Zollkricg eröffnete, mit einer rbgung der seit mehreren Jahren mit dem holländischen Kabinet 13mm Handels-Negotiationen geantwortet. Es geht daraus vor,ditß man sich belgischerseits stets willfiihrig gezeigt, die Be- erde“, welche das holländische Kabinrt gegen einige kommerzielle qßrrgelti erhoben, durch bedrutcnde definitive Konzessioncn zu be- igen, falls man holländischerseits einige, wenn auch minder bedeu- deVergünstigungen der belgischen Industrie zu nmchen geneigt gewesen "Allein die holländischen Anforderungen:, scheintes, erhöhten sich in Maße, als das belgische Kabinet durch vorläufige terriboraire Vergün- MJen seinen uten Willm und deannsch einer dkalUan Ueberein- sk undgab. atte sich Holland im Anfange nur wegen der Differen-

,*Zölle beschwert, so ging es allmälig bis zu 1884 zuriick, dem *PUUÜS- wo man in Belgien angefangen hatte, ernstlich an soge-

eln fiir die inländische Industrie zu denken auch in Bczng au die holländischen Einfuhr-Artikcl zu verschic- , 1839, 35 und 42, die Eingangs - Zölle fiir Korn, Vieh, den Virh-Transit und die Fische zu rrhö- . die Differen- -Zolle gerichtet, und das holländische abinrt Verlangte, , ehe von einem neuen gegenseitige Konzessionen enthaltenden delstrakiat die Rede sein könne, die vorläufig fiir die Ein- von 7 Millionen Kilogr. holländischen Kolonial-Kaffce und ' Tausend Kilogr. Taback gemachten Konzessionen als defini- sestgeseht wiirden. Hierzu hatte sich das belgische Kabinet nicht eben wollen und, da keine Aussicht auf den Abschluß eines Hau- traktais blieb, diese Konzessionen mit dem 1. Januar zum Theil genommen, indem es die Zölle auf die fraglichen Artikel as erhöhte, ihnen jedoch immer noch einen Vorzug beließ, Im Laufe der Untrrhandlungen hatte das belgische Kabinet „dolländischen vorgestellt, daß die Geseize von 1834 u. s. w. der ndtithen Einfuhr keinen Abbruch gethan, indem z. V. 18-13 ,- Stiick Vieh eingeführt, während von 1836-40 im Durch- kkyur 20,000 Stiick eingegangen, das; eben so die holländische ;Cmfubr, die 1837 den Werth von 564,000 Fr. betrug, 1848 “82-000 Fr. gestiegen, und daß iiberhaupt der Wirth der ge- ken [)OUandrschen Einfuhr seit 1838 von 28 Mill. auf ZZZ Mill. “JW und die belgische Ausfuhr nach Holland um 8-10 Millionrn “kssko Hikkzu kommt nun aber eine Thatsache, die nach unserer TzeUIUl'g ?ewichtig genug ist, um bei der Beurtheilung der ge- “IM Ve chwerden und Ansprüche zu Gunsten Bklgiens dcn schlag zu geben. Durch einen neuen im Geiste des Protections- ems attfgestellten allgemeinen Zolltarif vom 19.Juni 1845 hatte boliandrsche Regierung unter den zahlreichen mit höheren Eingangs- '" beschwerten Artikeln auch mehrere belgischeProdukte einbegriffcn, rend eimge andere belgische Artikel bei diesem allgemeinen für alle onen „festgxsehten Tarif einige Reductioneu erfahren hat- Allem dre Ausfuhr dieser Artikel nach Holland beläuft "Uk a"uf 4 Millionen Fr., während die Ausfuhr der mit FM “Zollen belegtxn Artikel an 12 Millionen ausmacht. Als * el„.(Uscbe Kabmet hieriiber Beschwerde erhob, erklärte der hiesige ',W'sthe Gxsandte, Herr von Bentiuk, daß der neue Tarif all- !" und ketzresweges gegen Belgien gerichtet sei, und fragte dabei, "hi die Niederlande das Zleiche Recht wie Belgien hätten, die mkkkikux Gesevgebung des andes nach ihrem Interesse zu modi- ', D'ksks Recht war es aber, welches auch das belgische Ka- imm Anspruch genommen, da die holländische Beschwerde- ebg STZ?" _nichtsoweni er als die ganze kommerzielle Ge- l kuyg elgtens seit 18.4 gerichtet war. Es kann hiernach ok'm'm Zweifel unterliegen“, daß Belgien, weit entfernt, zu ei- unerwarteten Angriffe, ja lleberfallc cine Veranlassung dar-

nte Schuh- Maßre

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geboten zu haben, alle Mittel versucht, um einen Handelsvertag mit Holland zu Stande zu bringen. Ja es geht aus dem Notenwechsel zwischen den beiden Kabinetten hervor, daß die belgische Regierung nur eine geringe Konzession, eine Zoll-Verminderunéx für einige der durch den Tarif vom 10. Juni 1845 beschwerten Artikel verlangte, i_rm den Kammern gegenüber wenigstens in ctwas die Konzes- tionrn rechtfertigen zu können, die es Holland zu machen qe: neigt war. Allein das holländische Kabinet hat auch hierauf nicht eingehen wollen; es hat offenbar die gegenwärtige Lage Belgiens, worin es der aus Holland kommendt'n Nahrungsmittel schwer entbeh- rc'n kann, für giinstig gehalten, um einen knischridrnden Schlag aus- zuführen. '

Belgien ist allerdings hart dadurch getroffen worden. Die Provinz Lüttich fiihlt den Schlag doppelt, tbrils indem ihr die Kom- Einsuhr aus Limburg abgeht, tbeils indem ihrc Produkte, Eisen, Maschinen. Steinkohle", keine Ausfuhr mehr nach Holland finden. Aber dennoch hat eine Versammlung der Jabrikantkn brschlossen, die Na- giernng nicht zu bedrängen, sondern durch ruhiges Verhalten die Wiederaufnahme und den guten Fortgang der quotiationen zu er- leichikrn. (Hliicklichi'twkise hat sich inHannd sogleiih das Hani." 216- blad , das Organ des Handels, sebr knrrgisch gegen dieses Verfahrrn ausgesprochen. Zn rinem nicht ganz unpassenden Vergleiche bemerkt es, daß, wir im rascnden Roland, cin Streiter einen zweiten er- greift, um damit einen dritten zn sriilagcn, so die Regierung sich der einheimischen Industrie bediene, um die brlgische zu schlagen. Die große Unzufriedenheit in Holland wird dir nen aufzunehmenden Ver- handlungen erleichtern.

Schweiz.

Kantor: Zürich. DerRegiertmgs-Rath hat einstimmig be- schlossen, in nähere Betrachtung zu ziehen, ob und in welcher Weise cs rathsam sei, dem kommunistischen Treiben, welches sich hier und da zeigt, entgrgcnzutretcn. Es wurde eine aus den Herren Furrer, Zehnder und Riittiman bestehende Kommission niedergesrßt, um jene Frage zu erörtern und Geseßvorschliige zu entwerfen. Man hegte zwar allgemein die Uebkrzcugung, daß gegenwärtig keine wirklicheGe- fahr vorhanden sei, welchc dem Kanton Ziirich vom Kommunismus her drohe; daß es aber jedenfalls nothwendig sei, dem Uebel recht- zeitig und entschieden entgegenzuiretrn, bevor es Wurzel gefaßt habe und sich zu verbreiten beginne.

I t a l r c 17.

Rom, 1. Jan. In den letzten Tagen des Vergangenen Jahres fanden mehrere Kardinals-Congregationen statt, in wclche", dem Ver- nehmcn narb, anf Anrathen drr befreundeten Mächte cine Vermrb- rung der päpstlichen Militairmacht beschloffen worden ist. Das Ba- taillon, Welches bei den Unruhen in Rimini seine Pflicht dergaß und jciztdhier eingeriickt ist, soll durch eine Militair-Kommission gerichtet wer cn,

Der russische Reichs-Kanzler, Graf von Ncsselrodi', hat in Folge mehrerer Konferenzen mit dem Kardinal Lambruschini vorgestern einen Courier iiber Wien nach St. Petersburg abgefertigt.

Wie man sagt, will das (Veneral-Tcsoricrat gleich nach Bcrndi- gung der Neujahrs-Feierlichkeiten bei den betreffenden Kardinal-Con- gregationcn eine Reform mehrercr finanziellen Verwaltungszweige beantragen, deren Ausfiihrung fiir die künftige politische Stimmung des Kirchenstaats von nicht geringer Wichtigkeit werden könnte“. Es soll nämlich die Verpachtung von Regalien, welche die Regierung nun selbst bewirthschaften will, beschränkt, und eine Gebaltverringerung vieler übermäßig boch besoldeter Beamten angeordnet werden. Jedermann erkennt die Zweckmäßigkeit dieser Maßregeln an, denn es bekleidet hier ein Individuum nicht selten 10 bis 15 Armtcr odcr Aemtchen, und ist fiir jedes derselben einzeln honorirt. Der Schatzmeister, Monsignor Antonelli, wird in srinen Oporationrn besonders durch die Kardinäle Bernetii und Mattei unterstützt.

Unter den hiesigrn Künstlern herrscht große Spamming, da der General Kiel, welcher den Kaiser Nikolaus bis Bologna begleitete, gestern zuriickgekebrt ist und das Nähere iiber die Aufträge des Kai- sers f"r dir hirsigen Künstler in den nächsten Tagen bekannt machen wird. Er überbringt zugleich den beiden ausgezeichneten Bildhauern an der päpstlichen chuclemia (1; 8.1" 1.111'8, Tenerani und Lemoyue, die Ernennung zu Mitgliedern der Kunst-Akademie in St, Petersburg.

„Rom, 7. Jan. Der Kronprinz von Württemberg, welcher vorgestern hier angekommrn war, ist heute früh in Begleitung seines Adjutanten und Hof-Staats-Secretairs nacb Palermo abgerrisi und wird mit der russischen Kaiscr-Jamilie zum Karneval zurückkehren.

Lucca, 2. Jan. Am 80. Dezember b. I. ist S?. Kaiserl, Hoheit der Erbprinz mit seiner erlauchten Gemahlin bier eingetroffen und mit Jubel empfangen worden. Außer anderen Jestliäseitcn war dir Stadt an drei Abenden glänzend erleuchtet.

Spanien.

ck Paris, 16, Jan. Nach den beute aus Barcelona dom 10ten eingetroffenen Nachrichten scheint das Erscheinen des vielbe- sprochcneu Manifestes drs Jnfantrn Enrique dcr Anlaß zu dk]! außer- ordentlichen militairischcn Vorkehrungen geworden zu sein, tvrlche am 51111 Abcuds in jener Stadt getroffen worden waren, wiewohl es sich auch so ziemlich sicher berausgestcllt hat, das; dem (H."se politico der Provinz Warnungs-Anzrigcn zugekonmrenWaren, wonach man mit der Absicht zu Rnbrstörungen umging, die mit jent'm Manift'si durch- aus nicht im Zusammenhange standen. Man wollii', so war diesem hohen Beamten mitgetheilt worden, die Gelegenheit bcnußk-t, wo die Leute aus dem Volke nach einem alten Gibrauche am Vorabend drs Tages der heiligen drci Könige mit brennenden “Fackeln in den Straßcn der Stadt herumzuzicbcn pflegen und gewöhnlich große Massen sich sammeln. Deshalb wurde beim Anbru-b der Nacht ein Bando des neuen Al- kalden an den Straßenecken angeschlagen, wodurch diese Art Von öf- fentlichem Aufzug fiir diesmal untrrsagt wurde. Am folgenden Tage abcr erwartete man Vergeblich, daß auch die drei in Barcelona er- scheinenden Journale das von den Madrider Blättern veröffentlichte Manifest des Infantin Enrique mittbciten wiirden, und daß es nicht erschien, wurde allgemein als ein Beweis dafiir angesehen, da[; die Behörden den Abdruck desselben nntersagt batten. Da nämlich in Barcelona, wie in ganz Catalonien, noch immcr dcr Belagerungs- stand in voller Kraft fortbesteht, so ist auch den Journalen daselbst jene Freiheit der Bewegung entzogen, welche die Journale in allen andern Provinzen von Spanien genießen. Das Militairgcseß allein herrscht daselbst. Wie wenig dieser Zustand auch den Cataloniern gefällt und wie unwillig sie dem ihnen auferlegten Zwangxsitb siigen, ja, wie wenig er sich auch mit dem strengen Buchstaben und Geist des Gesepes ver- einbaren iii t, so scheint doch nicht weniger 't'rwiesen, daß demselben allein die ufrecbtbaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung, die nun in Barcelona wie in den anderen Theilen des Jürstenthums herrschen, zuzuschreiben ist. Man hat bisher auch noch nichts von der Absicht der katalonischen Drputirteu im Kongresse gehört, die Aufhebung des Belagerungsstandes von der Regierung zu ver- lan en. Diese *würde wobl auch schwerlich darein willigen, da die C'rfßrhrung gezeigt hat, daß die der Ordnung der Dinge feindseligen

Parteien stets bereit sind, in Barcelona, das von jeher ein Haupt- heerd alter revolutionairen Besirebungen und der politischen Leiden- schaften war, das alte Unwesen wieder anzufangen, das der Stadt schon so theuer _zu stehen gekommen isi. Besonders viele Elmente der Unordnung fmden sich in der starkbevölkerten Gemeinde Gracia, urtmittelbar vor den Thoren von Barcelona,vereinigt, wo neulich auch wieder earn? Anzahl von Verhaftungen vorgenommen worden ist. Der (Hefe poltttco hat nun. um die bisher nicht im erforderlichen Grade stattgefundene unmittelbare Ueberwachung dort lich zu machen, ein besonderes Polizei-Kommiffariat mit der nöthigen nzahl von Agenten und Aufsehern zu errichten beschlossen und emen geachteten dortigen Einwohner als Akkalden an die Spitze desselben gestellt. Wir erfahren aucb, daß die Arbeiten für Wiederherstellung der bei den Aufsiänden der testen Fabre theilweise niedergerissenen Wälle der Stadt sowohl,

, als der (Zitadelle, wozu vorzüglich Galeercn-Sträflinge verwendet

worden sind, nun fast gänzlich beendigt sind, so daß die letzten äuße- ren Sprites: der traurigen Verheerungen des Bürgerkrieges und der Parteikampfe bald vollends verschwinden und die Befestigungen des Playes' wiedxr ihre g-gnze friihere Stärke erlangt haben werden.

Cizrmn lafngst geruhlten Bedürfniffe fiir den Handel und die Schiff- fahrt qt endlrcb einige Abbiilfe geworden. Bisher mußten die im Haien ausgeschifften Waarenballen oft lange unter freiem Himmel, Wind und Wetter ausgeseßt, liegen bleiben, weil es an einem gedeck- ten Orte für ihre Ablagerung fehlte. Nun sind mehrere dergleichen Lagerstätten errichtet worden, die um so gelegener kommen, je mehr der Vrrkebr des Hafens an Lebhaftigkeit seit den lehten fünf Jahren zugertommcn hat. Auf dem Schiffswerfte wird in diesem Augenblicke an einem Dampfschiffe gebaut, dessen erste Bestimmung, dem Ver- nehmen „nach, sein soll, zur Reinigung des der Versandung ausgeseh- ten Tbctls des Hafens verwendet zu werden.

Eisenbahnen.

„Dre K„astelsche Allg. Ztg. bemerkt: „Wie wir vernehmen, ist dre Ausfuhrung von fiinfBabn-Sectionen der Friedrich-Wilhelms- Nordbahn an folgende Unternehmer auf dem Wege der Submission vergeben worden: die 2te Section, nämlich von Hiimme nach Haueda, rind die,."Zte, “von Haueda nach Grebenstein, an den Ingenieur Ehlert m Berlin; dre Re Section, von Pfieffenrain bis Hainebach, und die 111e,_von Bebra bis Hönebach, an den Jugenier Wachsmann aus Schießen"; so wie die Wie Section, von Bebra nach Hönebach, an den Wanferbau-Ausseher Noll in Rotenburg. Man sieht dem Beginn der Arbeiten auf allen diesen Punkten binnen sehr kurzer Zeit ent- gegen.“

Ljandels- und Börserr-nachrichten.

21- Amstertxam, 17. Jan. Im Laufe dieser Woche smd die reife, lieswrdcrs dcr hotlandischen Staats-Papiere, erheblich gefallen, ob [elch der 11111108 fick), zuweilxq sehr lebhaft zeigte. Die Zollwirren mit einem achbar- Staate, dre qllmalr bedenklicher Werden, so wie eine neuerdings eingetre- tene, Kyabpheit am icstgen Geldmarkt, können als Haupt-Ursachen dieses Ereigitiffxs nugcinerlt werden, wozu übrigens auch die flaueren Berichte von auswartigen Markten beitrugen. Am meisten litten die Preise von Jute- gralrg, welcbe ,von 61“,- allmälig bis 601% bcruntergingen; dann 3proz. Certinkate wirkliche Schuld, die von 74 bis 722% fielen; 4proz. dito blie- ben gestern 05 %, also um 1 % niedriger, als am Schluß der vorigen Woche. Bci dem dieser Tage stattgehabten Rescontro blieben ?lctien der Handels-Maatschabpy, stark ausgcboten und fielen von 164!- aus 163 %, deren Cours erholte, sich später aber wieder aus 163"; %. Auch mehrere fremde Staats-Paprere wurden durch den gestrigen matten Markt empfind- ".ch bcruhrt; alt_e 5proz. russische Obligationen bci Hope wurden um 1 % niedriger, zu 1053; %, abgelassen; 4proz.Certifikate bei demselben fielen von 91,4, zins 91 %„ brasilianische Obligationen von 88 auf 86“); %, spanische Ardo-rr-Obligqtronxn waren die ganze Woche über weichend von 24 bis 23 %, pbrtugicfiichx mglncbm vori 6141; bis 60“; %, Die Frage nach Geld und dle Schivrengkrrt, es zu finden, haben fich dieser Tage so stark gemehrt, daß 111 Anlerbe-Geschasten 5 a ck, % und bei Prolongationen 5Z : 6 % ZMsY bchigt wordensfinkfx.

, as ctraide-Gechät hat fich diese Woche se r [eb at e ei 1. Werzcti behauptete sich dabei gut auf den vorigen Preistyr, Rxgxenthurgde am ,UNrttwock)-Markte etwas billiger abgelassen; doch gestern stellten fich die Preise wieder hoher, als vorher. Die zuletzt bedungenen Course find: von 127.128pfd. bunten poln. Weizen 354.355 Fl., 128vfd. geringen dito 3,48 Fl.,“ von unverzolltem 118pfd. odessaer Roggen 263 Fl., 116pfd. ge- ri'rrgfen drto 248 Fl., 120psd. preußischen dito 273 Fl. [x]“. ('onxpt., 122pfd. dariischen 261 Fl., 118pfd. St. petersburger 265 Fl., 117pfd. archangeler 26- Jl., don verzolltem 121 psd. alten preußischen Roggen 285 Fl., 120 bis 121psd. dito 278. 280 Fl., 121psd. stetiiner dito 280 Fl., 125pfd. neuen preußischen 285 Fl., 119pfd. geringen dito 275 Fl., 115pfd. alten getrock- neten Roggen 202 Fi„ 119 psd. St.petersburger 270 F1. Alles ging partie- wetse qb. it:;pfd. dtinijche Gerste holte 177 F1.

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Uierlyrl. "“i-“1:1. 8011. 602,2 21118]. ZZZ. kreu88. kk. 5011. “'".

17. Jan. 7388. -.

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Üönigliüx Schauspiele.

Donnerstag, 22. Jan. Jm Opernhause. 11te Abonnements-

Vorslellung: Das Nachtlager von Granada. (Unter Leitung des Kom-

ponisien, des K. K. Kapellrneistrrs Herrn Conradin Kreuper. DUN