Freie Stadt Lübeck. Ein von Berlin am 22. Juni in Lübeck eingetroffener Courier hatte die Nachricht überbracht, daß der Kronprinz von Württemberg seine Reiseroute über Berlin nehmen und in Swinemünde noch St. Petersburg slch einschiffen werde, In Folge dessen sollte noch am nämlichen Tage das in Travemünde lie- gende russische Kriegs-Dampfschiff „Grosiatschy“ (vergl. Nr. 172 der Allg. Preuß. Ztg.) nach Swinemünde in See gehen, um von dort aus den künftigen Gemahl der Großfürstin Olga nach St. Pe- tersburg überzusühren. Die Anwesenheit des „ Grofiatschy “ in Tra- vemünde hat dort, wo die Zahl der Badegäste sich bereits bedeutend mehrt, ein reges Treiben verursacht. Namentlich waren es die aus- gezeichneten, dem Publikum aufs freigebigsie vorgeführten Lrifiungrn drs am Bord befindlichen Musik-Corps (von 40 Mann), Miche xur angenehmsten Unterhaltung der Bewohner und der zahlreichcn Br- sucher Travrmünde's beitrugen. Am Bord des „Grosiatscby“ befindet sich der Kaiserl. russische Contre-Admiral, Graf von Heyden.
Freie Stadt Krakau.
„Krakau, 22. Juni. Die heutige Gazeta Krakowska enthalt_ folgende Bekanntmachung des Civil-Adminisirations-Raths djer-fret-en Stadt Krakau und ihres Gebiets: „Da die von der Po- lrzri-Drrecttou veröffentlichte Verfügung, wonach der den nächtlichen Dienst bersehenden Militair-Wache sofort Rede zu stehen ist, in Ver- gessenheit geratben, so bringt der Administrations-Ratb, in Gemäß- hethrskripts Sr. Excellenz des General-Lieutenants Grafen von Castiglione, Chxfs der Civil- und Militair-Verwaltung, vom 19ten d. M., der) Bürgern und Einwohnern der Stadt Krakau und ihres „Gebiets in Erinnerung, daß sie, wenn sie des Nachts an. Militarr-Patrouillen oder Wachen voriiberkommen, welche den Dienst versehen„ auf deren Ansprache sogleich still zu sieben und zu aniworten verpflichtet sind, widrigenfalis sie sich selbst die Schuld beizumessen bgben, wenn die Militair-Wache sich genöthigt sieht, nach dert ihr ertherlien Vorschriften zu verfahren. Krakau, 19. Juni. Der Direktor des Administrations-Raths: J. Ksienzarski.“
_ „ Dre Frohnletchnams-Jeier hat hier, in derselben Weise, wie in fruheren Jahren, an aller Ruhe und Ordnung |attgesunden.
Rußland und Polen.
St. Petersburg, 19. Juni. Se. Majestät der Kaiser hat unterm Zten d. M. zu Warschau folgendes Reskript an den Com- mandeur_des Zien ananterie-Corps, General der Kavallerie, Gc- neral-Adxuiant Rüdiger, gerichtet: „Fedor Wassiljewitsch! Wiihrend Ick Ihrem ausgezrrchxiet eifrigen, treuen und langjährigen Dienste stets volle Gereihtigkett widerfahren ließ, gereichte es Mir zum be- soydxren Vergnügen, Mich abermals von_ den umsichtigen und zweck- maßigen Anordnungen zu überzeugen, welche Sie als Ober- Befehlshaber der Truppen getroffen haben, die im Februar d. J. ziir Besetzung Hrakau's und zur Sicherstellung Un- serer Granzeni gegen dre Insurgentenhaufen von Galizien und Posen ber dienten, so wie auch von dem raschen Vollzug der
ruppenbewegungen, ungeachtet der ungünsii en Jahreszeit und der chleckten Wrge. Ihre Operationen bei dieJem wichtigen Auftrage sind zu Werner vollkommenen Zufriedenheit mit vollständigem Er- folg-e gekroni worden, und Sie haben sich dadurch ein Recht auf Meme aufrichtige Crkxnnilickjkeit und Mein Wohlwollen erworben, wxiche Ich Ihnen sur ihren so uiivlichen und rübmlichen Dienst hier- mrt zu erkennen gebe. Ick verbleibe Ihnen stets wohlgcwogen.
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reich_ bezeichnet die öffentliche Meinung den General-Lieutenant La- moncwre als denjenigen, welcher am eeignetsien sei, mit der Leitung der Angelegenheiten m Algerien beau tragt zu werden.
Zufolge eines kürzlich veröffentlichten Berichtes beläuft sich der Cffektrvsiand der Streitkräfte in Algerien auf 99,699 Mann Fuß- tnrppen und 18,118 Reiter, uneingerechnet die aus Ein eborenen und Hülfstruppen gebildeten Abtheilungen, welche aus 6587 Mann In- fanterie und 4061 Reitern besichen.
, Nur,_gegen das bestimmte Versprechen des Finanz-Minisiers, daß cm vollstandiger Gesev-Entwurf iiber die Posi-Reform in der näch- sirn Session vorgelegt werden solle, hat die Dcputirtcn-Kammkr den V?xschlag des Grafen von St. Priest zur Einführung cines gleich- maßtgen Vriesporto's von 20 Centimes verworfen.
Seit cinigcn Tagen ist die Rede davon, es werde sich ein syri- sches Comité bilden, an dessen Spitze Herr von Lamartine grstellt werden solle. Mehrere namhafte Männer wiirden an diesem Comité- Theil nehmen, untcr Anderen die Herren Arago, Montalembcrt, Leon vyn Mallcvilie, Villeneuve, Cormenin und Tracy. Die Bestrebungen diesechsellschaft sollen dahin gerichtet sein, die Interessen der christ- lichen Bevölkerungen Syriens zu wahren und zu fördern.
, Herr Valdivielso, dcr mexikanische Gesandte am madrider Hofe, isi für denselben Posten in Paris bestimmt, an die Stclle des Ge- neral Aimonte, deffen Ernennung zurückgenommen wurde.
Wie vxrlautet, hätte der verstorbene Papst der Königin der Franzosen em schönes Christusbild aus Elfenbein testamentlich ver- macht, auf welches er großen Werth legte, und das er in seinem Oratorium, hatte.
„ Der Kardinal von Arras hat seine Reise umb Rom noch nicht wetter fortgeseht, da er sich durch die hcißc Witterung zu ange- griffen fühlt.
„ 'Von Habrc erfährt man, daß die Affekuranz-Prämien auf ame- rikanische Schaffe dort nicht gestiegen sind, daß man also die mexika- mschen Kaprrschiffe nicht fürchtet.
Es sind schon über 50 Deputirte nack ihren Provinzen zu- riickgereisi.
Herr von Lagrenéc, französischer Botschafter in China, ist in Paris eingetroffen.
Dcr Bei von Tunis hat ein Grundstück in Paris gekauft, worin "*gchedem Muster des ägyptischen Instituts ein Erziehungs-Jusiiiut fur ]ungc Tunrsen eingerichtet werden soll.
„ Der französische Gesandte in Konstantinopel hat sich beim Divan iiber das Benehmen drr wallachischen Regierung gegen den franzö- sischen General-Kvnsul Viliccocq beschwert.
Die Gräfin von Meulan, Wittwe dcs Gencral-Majors Theodor vbn Meulan, gane Schwägerin Guizot's, starb Mittwoch Nachts nach eiiier langeii Kratikhcit im Hotel des Ministers. Dic Verstorbene Wr]? c:!s kme geistreiche Frau von ausgezeichneten Fähigkeiten ge-
! er .
Admiral Baron Bougainville ist an der linken Seite vom Schlage getroffen worden.
Das Journal de Lille erzählt, daß Herrn Jules Janin bei den Eisenbahn-Jesieu zu Lille der in Brillanten gefaßte, vom Sultan Abd ul Medschrd ihm verliehene Orden Nischan thichar im Ge- drange vom Rocke geschnitten worden.
ckch_ Paris, 20. Juni. Die Depuiirien-Kammer seßie heute die Verhandlung des Einnahme-Vudgets fort. Herr Morti- me'r Ternayx schlägt einen Zusav-Artikel vor, wonach die Fabri- cation von Crder und Biruwein im Innern von Paris der Aufsicht
(gez.) Niko [ a us.“
Warschau, 21. Juni. Zn Berücksichtigung der sechsuud- dreißigjährigen treuen und eifrigen Dienste des verstorbenen Ober- Hofmeisiers Fürsten Jablonowski, Präsidenten des Wappcn-Amies des Köni reichs Polen und Mitgliedes des Administrations-Ratbs, soll der ittwe desselben, geborenen Fürstin Lubomirska, auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers, aus dem Schah des Königreichs cine lebenslängliche Pension von 3750 Rubel ausgezahlt werden.
Der diesjährige Wollmarkt in Warschau, der nun beendigt isi, be ann unter ungünstigen Aussichten für die Produzenten; die Ver- lusgie, welche die Besiher von Schäfereien durch Sterben der Thiere in den lehien Jahren erlitten, und das anhaltende Fallen der Wolipreise aus den auswärtigen Märkten ließen in doppel- ter Hinsicht eincn bedeutenden Ausfall besorgen. Dazu kam, daß die Hiße vor und während der Schur nachtbeilig auf das Waschen der Wolle eingewirkt hatte, weiches fast in allen Sorten ge en das vorige Jahr zurückstand. Der zahlreiche Zufluß von Käu ern, sowohl aus dem Innern wie vom Auslande,
unterwor en werden oll. ' u lei wird dur d'e A t'kl d' t beßimmt,s in weicher'die A?;fiiigechauf diese ltpbeidetnseFabrikcjitee ertöoerrn
werden soll. Die Verlesung der vorgeschlagenen Bestimmungen soll bestraft werden gemäß Art. 129 des Gesetzes vom 28.April in Be- treff der an den Schah zu zahlenden Abgabe und gemäß Art. 8 des Ge- scßes vom 29. März 188201 Betreffder Octroi-Abgabru. Herr T er n (: nx entwickelt sein Amcndement. Dasselbe sei cigentlich nichts als die Wieder- holung eines Artikels, den dicDeputirten-Kammcr und die Pairs-Kammcr schon angenommen haben aus Anlaß der Diskussion des Gesry-Ent- warfs, die Verfälschung der Weine betreffend, und welchcr Artikel damals, nach gemeinsamem Uebereinkommen, ins Einnahme-Budgct verwiesen worden sei. Der Finanz-Minisier erklärt seine Zu- stimmung zu dem Amendment, das auch von der Kammer angenom- men wird. Herr Lanyer schlägt eine andere Zusaß-Versügung vor, kraft welcher die Befreiung von der Vorwegnahme von 10 pCt., wclche durch Art. 16 des Gesetzes vom 17. August 1822 den Städ- ten gewährt Wurde, die ermächtigt sind, ihren Octroi-TarifenZnsaH- Ccntimen zuzusiigen, um Ausgaben öffentlicher: Rubens zu decken oder Aniehen abzutkagkn, anwendbar sein soll, so oft die Zusaysteuern dcn
wog jedoch diese ungünßigen Umstände einigermaßen auf, und die Wolle wurde auf dem hiesigen Markt im Durchschnitt 4 bis 6 Thaler höher bezahlt als in Breslau. aneß waren die Preise immer noch 10 bis 14 Thaler niedriger als im vorigen Jahre: bei den besseren Sorten 16 Thaler, bei den mittleren 10 bis 12, bei den ge- ringeren 8 bis 10 Thaler auf den Centner. Nur einige Produzenten, welche die lebhafte Nachfrage des ersten Tages benutzten, wo noch wenig Wolle am Markt war, erhielten die vorjiib- rigen, zwei sogar noch höhere Preise bezahlt. Die besseren Sorten galten 70 bis 73, die mittelgutcn 60 bis 62,“ die gutgewaschenen mittelmäßigeren 55 bis 57, minder ut gewaschene 50 bis 52, die geringeren Sorten 47 bis 50 Rth r. Im Ganzen waren über 8000 Ctr. (zu 182 Psd.) an Markt gebracht; hiervon wurden etwas über 5000 verkauft, das Uebrige blieb in Lagerung. Die höchsten Preise bezahlten hiesige Fabrikanten; die fremden Käufer waren durch ihre im vorigen Jahre erlittenen Verluste bedächtiger im Ankauf geworden. Man hofft, daß im nächsten Jahre der Wollmarkt sich für Verkäufer und Käufer günstiger gestalten werde.
Frankreich.
Paris , 21. Juni. Die Depuiirtrn-Kammer hat heute das Budget der Einnahmen für 1847 mit 239 Stimmrn gegen 18 votirt.
Prinz Joinville wird mit seinem Geschwader auch Neapel be- suchen; nach diplomatischer Uebereinkunft darf er aber nur mit vier Schiffen in den dortigen Hafen einlaufen.
Dem Toulonnais wird aus Algier geschrieben, man glaube noch immer an den Rücktritt des Marschalls Bugeaud; mit Ungeduld sehe man 1“th der Entscheidung darüber entgegen, wer dem Herzoge von Jsly im General-Gouvernement von Algerien nachfolgen werde; das Heer und die Bevölkerung wiirde die Wahl des General-Lieute- nants Lamoriciére mit der größten Freude begrüßen; dieser General sei nicht blos ein tüchtiger Heerführer, sondern habe auch vollständi : Kenntnis; von diesem Lande, und unter ihm würde ohne weifel die Colonisation unermeßliche Fortschritte machen. Auch von. anderer Seite vernimmt man, daß alle Schritte, welche ber dem Marschall Bugeaud in lebten: Zeit geschehen, um ihn dazu zu, bestimmt:), noch einige Zeit an der Spitze der Verwaltung von Algertrn zuUbleibcn, ohne Erfolg geblieben seien. Marschall Bugeaud werde am nachsien Juli auf seine Güter zu Ex-
Zweck kiffentii-hen allgemeinen oderlokalen Nutzens betreffen, und besonders wenn sie zu blos zeitweiligen oder zufälligen Ausgaben bestimmt sind. Der Finanz-Minister bekämpft das Amendcment, weil dadurch der Ertrag des Zehntheils an den Einkünften des Octroi zu Gunsten des Staats beeinträchtigt wcrdr. Herr Lam) er besirht auf seincm Amcndemcnt, cr verlange nur Vollzug des Geseßcs von 1822, das bestehe, aber nicht vollzogen werde. Der Finauz-Minister: Das Amendemrnt sei nicht dcr bloße Vollzug jenes Geseßcs, sondern ein Zusah dazu. Der Minister führt dies noch Weite"; aus. Nach dop- pelter Abstimmung, die zweifelhaft bleibt, wird zum Skruiinium durch Theilung gcschritten; 130 Stimmen erklären sich fiir, 101 gegen das Amendement, es ist also angenommen. „
Großbritanien und Irland.
Unterhaus. Siyung vom 19. Juni. Die heu- tige Diskussion war für das Ausland von geringem Interesse. Sie wurde, wie schon rrwähnt, durch eine längere Erklärung Sir Robert Peei's iibcr skin Verhalten gegen Canning in der Eman- cipations-Jrage veranlaßt. Lord George Bentinck und Herr d'Js- meli nebst Anderen Werfen nämlich dem Minister vor, im Jahre 1827 aus persönlichem Hasse gegen Cannin dic Emancipation der Katho- liken bekämpft zu haben, obgleich er chon im Jahre 1825 drm Gra- fen Liverpool erklärt habe,-daß er von der Nothwendigkeit der Nach- giebigkeit in dieser Frage überzeugt sei; zum Beweise beru- fen sie sich auf den Mirror of Parlament, der iiber- einsiimmend mit der Times eine im Jahre 1829 von Sir Robert Peel im Unterhause gehaltene Rede mittheilt, in Welcher derselbe jene Erklärung aus dem Jahre 1825 geradezu eingesteht, Sir Robert wirs nun sehr ausfiihrlich nach, daß man auf die Ulber- einstimmung des Mirror of Parlament mit der Times kein Gewicht legen könne, da der Bericht des ersteren wörtlich der Times entnommen sei, und führte dagegen die Berichte der Morning Chronicle, dcs Morning Herald und anderer Blätter iiber die erwähnte Rede an, in denen ihm die Aeußerung in den Mund ge-
1egt wird, daß er schon im Jahre 1825 dem Grafen Liverpool er-
klärt habe, es sei nothwendig, daß er (Sir Robert Peel) aus dem Kabinette scheide, damit seine der Emancipation wider- sirfebende Ansichi-dasselbe nicht an den durch den Drang der Um- stande etwa nöthig werdenden Maßre eln hindere, und diese ersion von der Sache, sept: der Minißer hinzu, sei die einzige- mtt der Wahrheit übereinstimmende, nicht aber die von der Times
orge Veniinck dabei, daß innere Ursachen iir die * - . Behauptung sprächen, und erlaubte sich vonfneuem [ZZZJZEZ „* gegen Sir Robert Peel und die Tendenz der Maßreqeknd welche eher; so wie des Ministers persönliches'Verhal'ten „,: dreuxen, dre Achtung, welche man bisher vor dem Charakter englischen Gentlemen zu hegen gewohnt gewesen sei, * tergrabrn. Für diese Aeußerungcn wurde der Lord „921 John Hanmer und Herrn Rocbuck scharf mitgenommen Lord, John Russel erklärte unzweideutig, daß bei r* Munster sich vollkommen gerechtfertigt habe, aber nichtsdesww. Wiederholig Herr d'Jsraeli die Anklage nochmals und „ daß er diejelbe für unbegründet nicht ansehen könne. Terz?“ der Schatzkammer suchte die Veribeidigung Sir RobcrtZ] aus seinen eigenen Reminisccnzen zu vervollständigen, HerrE “ und Lord Sazrdon protestirtrn gegen die Störung, welche„“ schafte durch Herbeiziebung solcher Persönlichkeiten leiden, da„ “ Lrßterrr nicht umhin, zu erklären, daß er wohl „;, Sir Robert Peel hätte als Führer seiner Partei M*, 1827 ein hochherzigeres Verfahren gegen Canning 'M- * ten. Nachdem noch mehrere andere Redner, namentija- )* Morpeth und Herr Villiers, sich durch die Erkläru:1gen;;,*,' Pcel's vollkommen zufrii-dengesielit bexcugt hatten (der Leßietx', * geradezu, nicht durch Sir Robert Peel, sondern durch d;;F Grundbesißer, deren Sache Lord (H. Bentinck jryt so eifrigi dige, sei der „herrliche Canning zu Tode geheßt worden“), und dem Andere, wie die Herren Newdegate uud Borthwick, hatten, daß sie keinesweges überzeugt worden seien, wnrde de: genstand verlassen und auch die an der Tagesordnung befindlich: batte iiber die Zwangsbill vertagt.
London, 20. Juni. Die Königin hat gestern ihre Villa, der Insel _Wight. OSbornelwuse, bezogen. [S;
Die .Hofzeitung enthält nachträglich noch eine bcdcutenrxx, zahl von Beförderungen unter den Offizieren, wrlche sich an,; ledsch in Sind und China ausgezeichnet haben. Drei Oberst.“ tenanis von den Königlichen Truppen und drei von den Truppe. ostindtschcn Herres sind zu Adjutanten der Königin mit drmRanx von Obersten befördert worden, außerdem 12 Majors 31-00- Lieutenants und 29 Hauptleute und Rittmeistcr zu Majors,
In der Diensizeit der englischen Truppen bat rineiixbx'xy Aenderung stattgefunden, Der Rekrut, der sich amvrrbrn läßi, fortan die Wahl zwischen drei verschiedenen Dieust-Frisicnxbti Infanterie kann er sich anWerbcu lassen auf 7, 14 oder 213 bei der Kavallerie auf 10, 16 oder 2-1; bei der Artillerie aus 16 oder 21 Jahre.
Bisher war bei dem General-Post-Amt in London die 16-21- tung, daß diejenigen, wclche dafiir bezahltrn, ihre Briefe (räbemi Andere erhalten konnten. Man hatte sick dariibcr oft brschwrii,i dessen dauerte drr Mißbrauck) fort, und erst cht ist er abgejba Die Briefträger dürfen nun von Privatpersonen keine Jabrgci mehr annehmen, alle erhalten ihr Salar vom Staats, und damii frühzeitig mit dcr Abgabe der Briefe fertig werden, ist ihre „ 1:01 Ölekamkhkt. Der Handelsstand erspart damit jährlich i *.000 d.
Es ist wieder ein Mitglied der Universität Oxford, David Lt zur römisch-katbolischen Kirche übergetreten. Cr weigert siti) ..., auf seine Kollegiumsstelle zu verzichten, obwohl alle akademis Würden und Emolumcnte an das Bekenntnis; der 39 Ariikel gebn sind. Uebergetreteu ist ferner, unter Aufgebung zweier einträgi'
Psriindon, „Herr E. Horna, “'.-l,"“'.k]7' ““Walk-111111)?!“ Ober-s UW Southampton; dann Lady Georgiana Fullerton, SchWFZL L*
Granvilie's und Verfasserin des Romans „Ellen Middleton“. Cambridge sind seit sechs Monaten ebenfalls mehrere Miigiied und Angehörige der Universität zur katholischen Kirche iibcrgctrei Wie es heißt, gehen die kirchlichen und akademischen Behörden da um, strenge Maßregeln zu ergreifen, um so viel als tbunlichd Umsichgreifen dcr katholischen Richtung unter den Angehörigen Universitiit Schranken zu seyeu.
Gegen die allgemcine Erwartung sind dieser Tage auf demi sigen Getraidemarkte die Preise höher gegangen. Die Moral Chronicle sagt in dieser Beziehung: „Das Steigen der“ traideprcise schrint um so auffallender, da es gewiß ist, daß bi 10 Tagen die 2Millionen Quarter ausländischen Weizens und M welche untcr Zollverschluß liegen, gegen einen Zoll von 4 Sh. siigbar sein werden, und da iiberdies eine so reichliche und so f!" zeitige Weizen-Acrudte zu erwarten sieht, wie sie noch selten vori Die unmittelbare Ursache des Höhrrgchens der Preise liegtdax-i daß fortwährend nur geringe Zufuhren auf den Markt komme-z/Mi- tend die Vorrätbe der Händler und Müller fast erschöpft 116.93- gleich nämlich die Getraide-Vorräthe der Pächter noch sehr bibi»
triebensien Angaben iiber die Wirkungen einer Aufhebung der KI geseye Unruhe und Schrecken unter den Landwirthen zu vcrbm so zeigen doch die Pächter nicht die miudrsic Neigung, eilig zu :i-
Korns beschäftigt wäre. Zu gleicher Zeit ist es ein wohl bcimi-i werthcr Umstand, daß sowohl aus Bilgicn, als aus DeutsW Bestellungen auf Weizen eingegangen sind, der auf drm londW Markt für dort gekauft werden soll. Schon sind neulich fiirBix- gien 20,000 Quarter Weizen hier angekauft worden. In din Rb" Provinzen fürchtet man, daß die Ro. gen-Aemdte nicht geniigend ai fallen werde, und die auf hiesigen! iarkte eingetroffenen Bcsteilub haben den Zwvck, die Lücken auszufüllen. Ist dies nicht die b,! Widerlegung der seit vier Monaien ohne Aufhören uns vorgrprxi' ten Behauptungen, daß wir von der Mitbewerbung ausländkfi Kornerzeuger das Schlimmste, zu fürchten hätten? Eben 14 während das Oberhaus noch darüber erörtert, ob es ,“. rathsam sei, die Korncrzcugung in Deutschland und den Verein! ten Staaten aufzumuntern, sehen wir Käufer aus den Rik“ provinzen zum londoner Markt ihre Zuflucht nehmen, und dick“ angelangte Post aus Nord-Amrrika berichtet, daß dort ein ZW“, bedeutendes Defizit in der Getraidc-Acrndtc zu erwarten sieht. Ü jüngsten Briese vom Schwarzcn Meere melden, daß dort die S4- durch Heuschrecken bedeutend gelitten haben, und noch ganz späi' auf dem gestrigen Markte abermals Nachfrage nach ausliinb!W Weizen unter Verschluß, welchcr fiir den unverzüglichen VWA» Belgiens dienen soll. Kann trotz aller dieser praktischen Lehrel9 Oberhaus mit Annahme der Kombill noch zögern?“ „ Nach dem jetzigen Stande der nordamerikanisch-mcxikan*schk'; Kriegs-Verhältnisse findet die Times cs unwahrscheinlich, daß “ Krieg durch eine bloße definitive Feststellung der Texasgräiize ?"," Werde. Die Freiwilligen und Rekruten aus dem Norden zbgenl' schaarenweise nach der Gränzc, und diese wiirden ohne einen Fk 3D nicht heimkehren wollen. Die demokratischen Blätter wiesen auf!" lockende Plünderung mexikanischer Kirchenschähe bin, und dies v““m Massen von Abenteurern, in den Krieg zu ziehen; dazu kombi? dan. noch die Expedition des Capitain Jremont nach Kalifornien "„ die mit derselben beabsichtigte Blokade, was Alles dazu beitragk- .
cideuil zurückkehren. Nicht nur in Algerien , sondern auch in Frank-
und dem Mirror gegebrne. Dessmungeachtet beharrte Lord Ge“-
möglicheu Folgen des begonnenen Krieges sehr ungewiß “[ck“-
, ats soll die Papstwahl beschleunigt haben.
[ich sind und man seit vielen Monaten bemüht war, durch die "***W- s
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kaufen, sondern heilten mit solcher Vrbarrlichkcit zuriick, alsW! “.;. das Parlament nut Annahme einer Bill zur Vrrthcurrungikix
lasen. Die Blokade-Frage sei auch sehr bedruilicher Ngiur, frage |ck, wie viel kostbare Metalle auf brttrsckzen Kriegs- aus den mexikanischen Häfen ausgefiihrt werdeii durften. Dre Oregon-Frage sei aber jest wghrschemitcher gewordey, man glaube, daß die nordamerikanisibe Regierung die mitder „Hr- ja“ überbrachten englischen Vorschlage annehmep werde. “Troß- , sei aber die allgrmeine Tendenz der ammhimschcn Politik eher gerisch und angreifend als friedlich uiid verxohnlrch', „denn durch
“etziqen Siege werde die Whig-Pariet m Nord-Ainertka ganz zu 1nye'qericbtet und das Selbstvertrquen der Amerikaner arif tbr: itairiscben Leistungen wachsen. .. Bci soichen Elementen sei denn einen festen und daucrhitften zzraeden nicbt zu rechnen.
Die Times spricht wiederholt die Befrirchtung aus, daß man der neue Eisenbahn-Kaiasiropben zu gewart-gen habe,_wrnu dem „[ nicht zeitig entgegengearbcite-t werde. Nach ungesgbrerYb- 'VUUJ seien Bills von 150 Millionen Pfd. 1th vor, beidrn „Hau-
oder auf die Königliche Guthetßung wartend. Diese Thatsache
Kk die ernstlsken Vesorgniffe rige machen uud berdtene dic ernst- e(x_xwägung derer, die da wüßten, WIS cs hkrße, sich m Unter.- mung“! einzulassen, die man nicht ausfahren konne. „
Es heißt, daß Sir James Graham und Lord Francis Egerton den nächsten Tagen zur Pairswiirde erhoben werden sollen, der c untrr dem Titel Lord Preston, dcr Leyterx als Lord EllrSmerc. Amtlichen Angaben zufolge, "belief sich dre Bevölkerung von „land, Wales und Schottland am Ende des Jahres 1845 quf 572,574 Seelen. Im Jahre 1801 zählte man 10,942,646 Cm-
ner. , .
bra im 55a cha befindet sich jeyi in Birmingham, wo er alie Zen lZufsZsosrgfäitigfie in Augenschein nimmt. Srineglet- ,Soiiman Pascha, geht dieser Tage zu seiner Familie nach
. ab.
nCapitaiu Stokes hat der gcograpbischen Gesellschaft zu Lyndon "Pian vorgelegt, wonach die Herstellung einer rcgclmäßtgm „,pfscyifffabrt zwischen Indien und Sidneyin Neu-Siidx- Walrs *wohl aussiibrbar sein soil. Auf diese Weise wiirde kimftigbm Dauer der Reise von England nach Sidney, wclche seht nn [stigsfeu Falle virr Monate währt, um volle zwei Monate gekürzt
den.
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en ,ffichtung der
Lord Elgin, der Gouverneur von Jamaika, isi auf Urlaub mit er Familie, von Jamaika kommend, mit dem wesiindiichcn Dampf- 'ffe „Jorth“ bier eingetroffen.
Nach drm Manchester Guardian wird die gesammte Baum- Uen-Aerndtc in den Vereinigten Staaten für das Jahr 1845-16 heart 2,200,000 Ballen betragen, während sie noch vor einem vraie nur auf 2,100,000 Ballen veranschlagt wurde.
Die Hiye war Vorige Woche in London so bedeutend, daß eine -me, welche die Regkntstreet hinaufging, vom Sonnenstich getroffen, ußtlos nicdérsank, jedoch, zu einem nahewobnenden Arzte ge- cht, bald wiederhergcsiellt wurde. Ein Kind von 4 Jahren dage- , welche?; zu Clapbam, unweit London, vom Sonnrnstich getroffen de, star .
Italien.
Paris, 21. Juni. (O. P. A. Z.) eDie Regierung hat heute ck telegrapyisihe Depesche die Nachri-ht von der vollzogenen Papst- nl erhalten. Der Kardinal Johann Maria aus dem Hause der afen Mastai Ferretti ist Papst gcwvrden. Er ist gcborcn zu Sinigaglia
Kirchenstaat am 18. Mai 1792 und war Erzbischof von Imola. s Konklave hat nur zwei Tage gedauert. Am 14. Juni be- Akti, War es schon am 16. Juni zu Ende. Pian hat noch, selten
so kurzes Konklave gesehen. Die politische Lage des Kirchen-
Der neu erwählte psi, der den Namen Pius [x. angenommen hat, ist erstf54 thr ; er soll gemäßigter! und konziliatorischen Charakters sem; seine uennung ist allgemein gut aufgenommen worden.
Die in Marsciile erscheinende Gazette di Midi meldet, daß Kardinal Micara, dessen Erkrankung bereits crwäyut wurde, am
lagslusse gestorben sei.
Rom, 13. Juni- Außer dem frischen Cypressenzweige- am ldaten-Tschakot und dem schwarzen Rande der römischen Zeitung nett im Weltlichcn Publikum nichts Trauerndes mehr an das „ver- ne Kirchcn-Oberbaupt, seit fiir dcsen Scelenycil der Erzbischof » Capua, Kardinal Serra Cassano, diesen Morgen die neunte und teMesse in der St, Peters-Kirche cclebrirt und unter Assistenz Kardinal-Priesicr Jransoni, Barberini, Spinola und Brignole am menden Katafalk ihm die lebte Absolution ertbeilk hat. „Mou- m)- Rosani hielt sodann eine durch gcdankcnrcichc und glanzeitd édie Latinitöt musierhafte Leicheurede, worauf das Sagro Collegro, ufs der lehren Congregation, in den Vatikan zog. _ „ Tausende von Neugierigen jedes Alters und Standes eilen uber _ Cngeisbriicke, dcn Katafalk zu bewundern, dessen koloxsalcr Tein- an nach Angabe des Architekten Vcspigniani mit seiner Sptße
* dcn Dachstuhl der Basilika erreicht. Die (wie bereits erwähnt) ck Rrißrn drr Stricke beim Hinaufwinden zertrümmertc Statue Religion ist durch eine minder große allegorische Figur von dem iafaik Pius 7]|l., gleichfalls die Religion vorstellcnd,_ erscht kde-twrlche sich nun winzig genug auf dcm riesigen Katafalk mmm. Dem Programm des Ceremonienmeisters de Ligne zufolge, wird Kardinal Micara (sicbe oben) morgen Vormittag halb 10 Uhr der St. Peterskirche die das Konklave einleitende Messe singen d um 6 Uhr Abends mit allen anwesenden Kardinälen von der che San Siivestro aus untcr Vortragung des Kreuzes und Ab- gun dcs Hymnus 70-0 (311-0101' 89011115 die im nahen päpst- YUHPÜlast des Quirinals fiir das Konklave eingerichteten Zellen i(khm. Von ihrer zahlreichen Dienerschaft sind für diese Zeit jeder lnenz nur drei Leute bewilligt. Drei Kardinäle hüten Wkchselnd die ciauzum ct mnncliliz ()nnciax-ix. Militai- chkx Marschall und Kustos desselben isi Principe Agostino *g: (die Würde ist in dieser Familie erblich uud vcran- ßdihr bedeutende Kosten.) Gouverneur isi Monsignor Palla- "",- Sacrista Monsignor Castellani, Cercmonienmeisirr Monsignor Ligne, die Communications-Rollen werden von Patrigrchen, Erz- chosen und Bischöfen des päpstlichen Hofstaats, so wie von wirk- en Protonotarien, Regularklerikcrn, Referendaricn und Votnntcn
* Obergerichts dcr Rota und chnatura, auch vom Padre Maestro „iagro Palazzo an dreiStellrn überwacht, um jede durch die apo- 1'schen Consiiiutionen untersagte Berührung mit der Außenwelt din 'kdmälen unmöglich zu machen. Ob die Kardinäle zu Fuß oder m “Im ihren Einzug balken wcrden, isi bis 1th im Publikum unbe- ""'- Nur weiß man, daß [ämmtiiihes Militair morgen auf den onie Cavallo beordert isi. . Gestern und heute wurden Einlaßkarien zu dem Palast des Qur-
"“ von dem Marschall des Konklave, dem Fürsten Chigi, ausge- *k- um die ganze häusliche Einrichtung der Kardinäle und Kyn- v'ßen du besehen. Es war eine solche Menge da, daß man hätie Kb“) so"?"- ganz Rom sei hingesirömt. Bis jetzt sind 49 Kardi- hier vereint; heute werden noch einige erwartet.
3.
' Haltung des dirssciiigen Gesandten, Herrn Gonzalcz Bravo, crbobcn
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Spanien.
65 Madrid, 15. Juni. Unsere Nachrichten aus Lissabon ehen bis zum 8ien. Die Bezirke von Porto-Aveiro und die ganze Frovinz Tras os Montes hatten sich der Regierung unterworfen, und die Volkshaufen, welche die Stadt Porto eingeschlossen hielten, waren in ihre Heimat zurückgekehrt, In anderen Theilen des Landes sollen die Volks-Iuntas noch auf ihrer drohenden Haltung beharren. UU“ terdessen werdcn zahllose Amtsentscßungen vorgenommen und auf diese Weise die Ehrgeizigen wenigstens zum Theil befriedigt. Unier den spanischen Truppen, die an der portugiesischen Gränzc in GüliClkn und Castilirn aufgestellt sind, greift die Dcscrtion immer mehr um |ck- und die Während des Aussiandrs in Portugal eingesetzten Junius nchmen diese Ucberläufer nicht nur mit offenen Armen auf, sondern gesint- ien ihnen auch, im Widerspruch zu den in Kraft stehenden Traktoren, den Gebrauch ihrer Waffen. Dieser Umstand, so wie auch verschiedcvre Rcclamntioneu, welche das neue portugiesische Ministerium gegen die
haben soll, scheinen die gereizte Stimmung, weiche zwischen beiden Höfen in Folge der lebten Ereigniss eingetreten war, aUcrdir-gs noch höher zu spannen und zu einem lebhaften Noirnwechsel Veranlassung zu geben. Zu den lrvten Tagen fertigte der portugiesische Gesandte, Baron von chduffe, mehrere Couricre nach Liffabon ab. “Dem Vernehmen nach, hat der neue Minister der auswärtigen Angelegen- heiten Portugals, Graf don Lavradio, diesem Diplomaten in sehr schmeichelbafien Ausdrücken geschrieben. Der bisherige Secretnir der portugiesischen Gesandtschaft am hiesigen Hofe, Commandeur Soarrs Leal, traf vor wenigen Tagen mit Depeschen von Lissabon htkk cin und wird am 20sien von hier nach Berlin abgehen, wohin er tn gleicher Eigenschaft vcrseßt worden ist.
Am bten traf der Kronprinz Von Dänemark an Bord der Fre- gatte „Gcfion“ in Cadix ein. Von dort begab er sich unter dem Inkognito eines Grafen von Wagrien nach Sevilla.
Die Regierung hat Gébete zum Behuf einer glücklichen Papst- wahl angeordnet und einen Beamten, Herrn Aycoitia, met Depeschen nach Rom abgeschickt. Dieser Agent soll beauftragt sein, von dcm drr spanischcn Krone zustehenden Veto Gebrauch zu machen, falls die Wahl auf eine der diesseitigen Regierung nicht genebme Person falixn sollte. Die hiestgen Blätter nehmen keinen Anstand, diesen Schritt für fruchtlos und selbst lächerlich zu erklären. , Die Feier des Jrohnlcichnams-Jcstcs erhielt in diesem Jahre einen besonderen Glanz, indem die Königin Isabella zum erstenmale seit ihrem Regierun s-Antritt der die Hauptstraßen durchziehenden Prozession zu Fuß olgte. Der Infant Don Francisco de Paula ging ihr zur Seite, und unter dem Gefolge befgnd sieh,.auch-jdcr französische Botschafter, eine Kerze tragend. Als die Prozesnou uber die Plaza Mayor schritt, stürzte ein Gerüst mit vielen Zuschaucrn ein, die meistens schwer beschädigt wurden. In einerkandcrcnStr-aße wurdc fasi im Angesicht der Königin ein Mensch, derm emerSchanke in Händel geraihcn war, ermordet. Abends wurde das Drawn „Karl ][. der Bchkxie“ im Theater del Principe ausgefiihrt. Diexrs Stiick schlirßt mit der Ermordung eines als lastcrbaftjdargestclltrn Mönches. Kaum war der Vorhang gefallen, als auch die 3axchaurr das Grfchrei erhoben: „Es erscheine dcr Mörder drs Mbnchcsj!“ um ihm ihren Beifall zu zollen. Da die anwesxnde Bchbrdr dies nicht gestattete, so steigerte die Aufregung sich bis xu den„grobsien Exzessen, bis endlich eine Compagnie Soldaten die Rubesiorxr ver- trieb. Der Verfasser des erwiihnten Drama'S, ir) wenden) eme mr- türliche Tochter des Königs Karl's ". von Spanien auftritt ('.), rst General-Dirrktor des öffentlichen Unterrichts.
Brasilien.
Privatbriefe aus Porto Alegro vom 10. März melden, unter Anderem: „Es wird unseren deutschen Landsleuten lieb sem, zu erfahren, daß Ihre Kaiserl. Majestäien die Kolonie von St. Leopoldo am Jacuhyfiuß besuchten und dieselbe in dem blühendsicn Zizsiande fanden. Der beste Beweis darüber möge folgender Umstmrd sem, daß iiberall, wohin Ihre Majestätcn in dieser vom Kriege heimgesuchicn Provinz kamen, Sie mit vielen Bitten um Unterstiivuitget) bdcr milde Gaben bestürmt wurden, während in St. Leopoldo kern lin31-gt'r" deut- scher Kolonist irgend etwas verlangte. Auch haben Sr. Maxcsiai den Bau einer protestantischen größeren Kirche genehmigt und dazu 2000 Pfd., wie auch die Kaiserin 1000 Pfd. beigesteuert. Wenn nicht schon die Besoldungcn der Prediger (sowohl hier als in Nova Friburgo,
ZU
atbetrieben:
2) aus den Priv 18 18543.
.
Wetch-Jscisk ........... Kaslinsk und Kischtimsk Nishne - Tagilsk ........ Svffctt .............. Schaitansk ............ Newiansk ............. Bilimbajewsk .......... Wrrchnc - Ufaleisk ....... Krcsiowosdwishensk ..... WsewolobIagodaisk ..... -- Jltabansk-Tcptiatsk. . . . Tro-yk .................
- Petropawlowsk ........ Veresotvsk rrn iibrigen Betrieben A') im Ganzen . . 162
aus Krons- und Privatderg- werken zusammen ..... 298 In früheren Production viel erfichtlicher. 1817 die jährliche Ausbeute schnixtlich bctrug, und daß „ wenn man Goleilumpen fand, die nur cm oder ren. In jenem Jahre fand man dagegen schon 14 Pfd. an Gewicht hielt und welches man als maligen Goldklumpen der Erde betrachtete. 10, 20 Pfd. und darüber nichts so ganz 1842, am 26. Oktober, fand man *eine, tms in St. Petersburg nicdergele te, 2 Pud 7 Pfd. . preußische Pfd., schmre Goldßu e in den zum slatußi gehörenden mijaßiischm Goldsandlagern, ' haupt durch ihre reiche Goldproduction auszeichnen. In den Jahren 1821-30 betrug die schen Goldes 2054 Pad 1 von 1821 bis 1825 inkl. 606 lcßtercn Jahren von 1826 bis 1830 inkl. nik, so das; der Jabres-Durchschnitt, der,
15 16 22
86 37 20 21 30 37 34 1 4 39 1 6 29 1 87 7
3
58 24 30 10
24 20 18 5 19 2 1 14
» QOS
x.“-
***-kt;- *47-"1314-d-d1
15 39
32
39
aus 95 176
38 64 313 30
Pad 17 Ps
Fünf Jahre sp
289 Pud 202 Pfund gestiegen war. , bot er eme Aus
der Ural 299 Pud 25 Pfund; 1839 _ 8 Pfund und 1841 bereits von 332 Pud 9 5Ysund dahin hatte sich also die Zunahme in der Gewinnung des allerdings als bedeutsam genug hergusgesiellt, icßtbetrachtrten Zeit schon minder erheblich auö_fic|_ Jahrcn. Noch unbeträchtlicher war sie spater, wie wir Ganz anders isi dagegen, wie schon oben anged Weiches uns die Erträge der o Wäschereien liefern. Obgleich _, im Jahre 1830 und in den zunachst darauf deutend und im Gegensatze zu den durch
doeh schon um mehr als das Dreifache, des Jabrcs 1830 verhielt fich zu der dchahrcs Nach den oben verzeichneten, als offiziell“ geltenden
aben betrug der ostfibirisch-altaische Gold-Erwerb h , in den Jahren Pud. Pfund.
18304“) ........... 27
183.,............ 18
34
32
18
12
9
39
6
8
27
33
25
10
981. - 1844 .............. 1031 20 ist demnach := 4122 Pud 33 Pfund 26Y, Solomik, w Ausbeute aller uralischcu Goldgmben von 1815 bis 80 Jahren,
schnja Muroschnaja,
wo jeyt beinahe nur Dcnische, und in Petropolis, wo bereits an 700 Protestanten neu angesiedelt sein sollen) im Budgrt aufgeführxi, vori der freien Ausübung unserrs Gottesdienstes zeugten, so_ ware die obige Beisieuer gewiß dcr bcsie Beweis, daß mehr als skilgiösc Dul-
dung in Brasilien herrscht."
Die neueren Fortschritte _. des Gold: und Platina-Betriebes in den uraluchen und altaifchen Bergwerken Rußlands.
Bcrcits in zwei friiheren Aussäßcn (vergl. Nr. 191 und Nr. 193 i'," vorigen Jahrgange dieser Zritzmg) haben Wik aufnicrkxam gemacht auf die von Jahr zu Jahr stetig fortrchrcitendc Zunahme m der ZHold- und Piq- iina-Ausbeutc, welcbe Rußland aus dem Betriebe der urairschen und anm- scben Bergwerke erzielt. Unsere damaligen Mittheilungen bezogen fich quf eine schon ziemlich beträchtliche Reihe von Jahren, da uns die gemein- scbaftlichen Berichte aus der Kommerz-Zertung, dem Journal des Bcrg-Oepartemcnts und der Zeitschrift fiir Manufaktur und Bergwcsen ans danahten1830 bis inkl. 1812. zu Gebote standen. Wir sind im Stande, gegenwärtig auch die Resultate der ltßtvcrfioffcncn beiden Jahre 1844 und 45 an die obigen anzureihcn, wodixrch fichbms abermals Gelegenheit bieten wird, die noch stets im Fortschritten begriffene Zunahme besonders der Gold-Ptoductibn Rußlands uiid ubxlbaupt nur fast aiis Unglaubliche gränzcndc Ertragsahigkcit dcr nmlisch-sghnqchcn Gru- bcn an edlen Mineralim zu erkennen. . „
Dicscr Zuwachs kommt indes: fas] allem auf Ncckyriung dcr qltmscbcn und überhaupt der ostsibirischm Bergwerke mid Goldwaschen, minder bc- drutsam ist er in den Gruben des eigentlichen Ural, wo zwar aucb-mr All- gcmrinen eine Zunahme des Goldbctricbxs stattfindet, die aber muleytcr Zcit besonders schr wenig in die Augen fallt. Nach der oben erwahnten Zeitschrift fiir Manufaktur und Bergwrsen, dre m S1. Petris- bur in ruifischrr Sprache erscheint, stellte sich der Golertmg sammtlichcr um ischen Bergwerke folgendermaßen heraus:
Es wurde gewonnen an Gold
1) aus den Kronsbergwetkcn:
1842. 18-13. 1844.
«W «H M“»
Pudik) PfluSol. Pub. Pfk:. Evi. Pitd. Psd. So!.
zu Katharincuburg ..... 30 8 95 32 ;, 72 33 9 89 ' Slaiuß 52 10 87 47 13 21 49 - Bogoslow ............. 39 27 47 42 27 17 41 * Gowblagodat .......... 3 31 28 15 Ll_.§6 11 im Ganzen ..... 135 38 65 1P27 70 136
22 3 l 35 19
33 30 83 43
*) Ein Pud hat 40 russische u?funbe, was 35 preußischen Pfunden
ein russisches Pfund.
gleichkommt. 96 Solotui! gehen a
gusta, Pita u. _ , mischen Berg-Vetwainmg gehorenden Kreise
ten. Der jrniseiskiscbe Kreis hat daher an
einige funfzig, 1843 bereits 65,
Sibiriens gab es im Jahre 1842 einige 80, 1843 m
reits 117 besondere Verwaltungen, indem fich mit
licherweise aucb _- sämmtliöbe Goldwaschen des noch so viel wie gar keinen Gebrauch gemacht, in km Kronsbergwerken, deren Einkünfte fich zu jenen
hielten. Besonders sind es dieoJamiikiZn Jakowlc Shufowskv, die Fürstin Butcra, die Grasm Strogon
Ural dcn gesammten Gold- len', drr (Hmdc-Cornct Jakowlew, Lager zu Werch-Zsetsk gehort,
Man muß hierbei bedenken,
Jahren.
in den lcxztc;wäl)ntcn beiden
Gold-Sand-Geschirben
jcnisciokischen Kreises, in den _: i).
Muroshnaja, im Jahre 1843: 14 Pfd. 65 Solotnik erhöht batte.
jencn Familien find cs [*
werk im Jahre 1842 21 Pfd. 78 Sol. lieferte; zu T 6 Sol.; zu Maloi 1 Pfd. 40 Sol.; zu wo 77 Sol. und zu wonnen wurden. '
"**) Die Nordische Biene, die fich beruft, girbt den Gold-Ertrag des Jahres 1830 Solotnik und den des Jahres 1842 = 631 P
mit eingerechnet. -
W W M,» Pub. Pfd.Sol. Pub. Pfd. Sol. Pad. Pfd. Sol. 48 27 72 52 37 8 52 “5
51 16 56 47 14 34 66 64 62 00 67 47 83
20
90 Jahren war indes; die Steigerung in der uraiischen Gold- Dies erhiilt schon daraus, daß bis zum Jahre des Goldes im Ural nicht über 18 Pud durcb- cs von dem Jahre 1825 als Ausnahme galt, einige Pfund schwer wa- ein Stiick, welches beinahe den Riesen unter allen da- Seitdem waren Stiicke von Ungewöhnliches mehr, in imJahre jetzt im Museum des Berg-Znsii-
erst 18 Pud brtragen hatte, ]“th bereits auf resp. 121 P
811.- Solotnik.
d. 1“. etwa 15,000 Rthlr. preuß. Courant, gleichgeschäßt_wird. beute hatte also cinen Werth von resp. 795,000 und 784500 preuß.Rthlrn.
reits einen Werib von mrbr als 1,310000 preuß. Rtblry. erreicht. , csonders die Familien Mjasmkow, Malewmskv,
die Compagnieen Rjasanow und Balandin, Tolkatscbcw und Korobkow,
1344.
89 14 40 70 26 77 65 84 42 47 14 31 20 21 20 84
2 10 6 3 9 11 19 14 27 18
15 18 20
4 21 3
21 18 35
23
14 10 4 6 1.
3. 17:5
*)
„
310 31
92 Sol., d. i. 77 schen Hiittcn-Bezirkc
die sich in neuerchcit auch iibcr-
(Hcsammt-Crzeugung des urali- Pfund, nämlich in den fünf ersteren Jahren und 42 Solotnik, in den fünf 1447 Pad 23 Pfund 54 Solot- wie schon erwähnt, bis 1817 noch
ud 11“; Pfund und äter (1835) lieferte beute von 313 Pud Bis des uraliscben Gol-
wenngleich fie in dcr , als in den früheren
oben gesehen haben. eutet, das Resultat,
sifibirisch-altaischen Goldbergwerke und Gold- das hier gewonnene Gold-Quarrtum noch folgenden Jahren hochsdunbe- ihren Rcichthu,m so bergbmten Goldgrubcn nnd goldführcndcn Sandflößcn des 1qu! beinahe gleich Null war, so übertraf dcr Goldgewinn der [MM Jahre ny Altai und die fibirrsche Go 1844 bereits = 12221.
den im Ural ld-Aqueute
Journalen,
MMWM
dercn zum Theil stattfindende Widersprüche wir uns auszugleichen bemüht
Solotnik.
353 683; 5xe 907- 4673 41 |
& 16? “'sz *" 8
143;
61Z
Dcr Gesammtbetrag der altaischcn Bergwerke während aller 15 Jahre
ährend die Gcsammt- Ende 1844, also in
nun auf etwas über 6300 P,ud zu berechnrn ift. _ , , Am rirsenhafteßen hat sich der fiblnscheGoldbetneb mi jenisetskischcn Kreise an den Gränzen China's, besonders m den Flußthalern der der Uderj, Boisrbaja Ostrowna, Podkaminrnaxa Tun- s. w., gcsieigert, während die sämmtlichen übrigen, zur al- Osi- und Wesi-Sibitiens, mit dem aus dcm aliaischen und nettschinskischen Silbxr auögeschiedenen Gslde, zusammen kaum ein Drittheil des gesammien sibirischen Goldbetriebs bilde- ck die meisten Hüttcn-Vcrwaltun- gen, deren Zahl stets im Wachsen begriffen iii, indem im Jahre 1842 nur 1844 schon 71 Goldbergwerks-Verwakmn- grn hier gezählt wurden. In allen goldetgiebrgen Kreisen Osi- und West-
Bol-
chr als 90, 1844 de-
jedcm Jahre immer mehr und nicht Compa niecn vereinigen, die diesem freilich ungewiffen, abcr mög- ehr ergiebigen Kulturzivcige ihre Kräfte widmen. Fast Altai werden von Privaten betrieben; die Krone hat von diesem cinträglichen Erwerbszweige, was den Altai betrifft,
doch sahen wir auch im Ural
die Goldptoduction in den Privatbetriebcn schon von größerem Belang als die
nur etwa wie 4:5 vcr- w, Wsewoloshkv und ow und die Erben der
Demidow's, Turischaninow's, Jakowlew's undRastorgujew's, welchc im Ertrag aus den Privat-Gold-Bcrgwerkcn erzie- dem das ergiebigste aller uralischen Gold-
xatte im Jahre 1842 eine Ausbeute von mehr als 48'5Pud, 1843 von na c 53 Pud, 1844 von mehr als 522, Pad, daß das Pud Gold 50,000 Nudeln Banko,
Jene Aus-
Von den sibirischen Goidwäschen crzielcti dxn myeisicn Gewipn die Compagniccn Schtschcgolow und KUSnezow, die un sudltchen Theile des
des Flusses Volschaia
Pad 24 Pfd. 294.- Solotnik Gold ge-
, welcbcr Gewinn 1 schon im folgenden Jahre 1844 auf 87 Pub wonncn sch Hier hatte die Gold-Ansbeute also be-
Nächst
*) Deren es noch sehen giebt, nämlich zuBursiansk, welches Berg-
amjanöh wo 4 Pfd.
fioksk, wo 2 Pfd. 27 Sol.; zu Ser iewsk, wo Rosiessa, Wo 1 Pfd. 79 Sol.; zu * cwdinsk, Alapaewsk, wo 6 Sol. Gold in jenem Jahre ge-
ebenfalls auf amtliche Angaben
5 Pad 32 Pfund 597,
ud 5 Pfund 21“; Sol.,an. Wir haben in obigen Angaben sms den Betrag des quo dem nettschms- fischen und altaischen Silber amdgescbicdenm Goldes bn der Totai-Summe