1880 / 6 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 08 Jan 1880 18:00:01 GMT) scan diff

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Ne ierun s-Ratb, womit aber weder eine Vermehrung seines Ge- bal es no eine Veränderung feiner amtlichen Stellung verbunden ei, wurde zur Erörterung der Frage wegen Fdrtdauer des Mandats er GeschäftSordnungS-Kommifsion Überwresen. Ferner theilte der Präsident mit, daß eine tabellarische Uebersicht iiber die sachliche uständigkeit der Beschlußbebörden und der Verwal- tungSgeri te, ein Schreiben in Betreff des Ankaufs von Pfer- den für die Gestütsverwaltung und eine Denkschrift iiber die gemäß des §. 20 des Gebäudesteuergeseßes vom 21. Mai 1861 ausxzeführte erstmalige Revision der Gebäudesteuer-Veranlagung eingegangen seien. Darauf seßte das Haus die zweite Berathung des Etats pro 1880/81 mit dem Etat des Ministeriums für Handel und Gewerbe (s. unter Landtagsangelegenheiten) fort. Der Staath-Minister Hofmann wies in seinen eiii- leitenden Worten auf die hohe Bedeutung dieses Ressorts in seiner vorbereitenden Thätigkeit fiir die wrrthschaftlrche Geseß- gebung des Reiches hin. Diese Thätigkeit sei 761116 untergeord- nete denn Preußen vereinige alle zu beriicksrchtrgenden wrrtb- schaftlichen Interessen in seinem Gebiet, so daß ,es mehr 'WLL jeder andere deutsche Bundesstaat in der Lage sei, der Reichs- geseßgebung für ihr Wirken durchgearbeitetes Material. zn bieten. Außerdem habe das preußische Handels-Ministerrum einen aUSgedehnten Wirkungskreis in Gewerbekonzessions: und SchiffahrtSangelegenheiten, in dem Verkehr mit benHan- delstammern u. s. w. Der Minister bat um möglichst. unver- änderte Annahme des Etats.

Die Abgg. Seyffardt (Crefeld) und Kropp sprachen den Wunsch nach Beseitigung der Mängel des Gesetzes von 1868, betreffend die öffentlichen Schlachtbäuser, aus, worauf der Staats-Minister Hofmann erklärte, daß ein diesbezüglicher Geseßentwurf bereits ausgearbeitet sei und vielleicht noch in dieser Session zur Vorlage kommen werde. VeiKap. 64 Tit. 4 der dauernden AUHgaben wurde im Gegensaß zu dem Antrage

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den Forderungen der Regierung bewilligt, dagegen wurde bei Schluß des Blattes im Tit. 8 die Funktionszulage von 1200 915. für den Vorsteher des Centralbureaus gestrichen.

_ Unter Bezugnahme auf den seirzem Inhalt nach in Nr. 234 des „Reichs:Anzeigers“ 68 1879 Mitgetbeilten Cirkular- erlaß vom 12. September 1). J. benachrichtigt der Minister des Innern die BezirlSregierungen in einer Cirkularverfügung vom 20. Dezember 1). J., daß die in jenem Cirkular gedachten neueren Bestimmungen in Betreff der Handhabung der Russischen Paßpolizei zwar mir an den Ober:P0lizei- meister in Warschau ergangen seien. Da diese Bestimmungen indeß im Wesentlichen nur in cinerwiederholten_Einichärfung der bereits früher in Rußland allgemein erlaiienen Anord- nungen bestünden, so würden die außerhalb der Stadt Warschau in Polen sowie in anderen Theilen Rußlands verweilenden Deut- schen NeichMngehörigen sick) gleichfalls der Bestrafung aussetzen, wenn sie verabsäumten, jenen, fiir Warschau speziell republi- zirten Vorschriften auch in anderen Theilen Rußlands nach- Ukommen, und es empfehle sich demzufolge, sämmtliche Rei- ?ende, welcbe Pässe nach Rußland nachsiichen, hierauf durch die betirzeffenden Behörden jedesmal ausdrücklick) aufmerksam zu ma en.

_ Nach der in Nr. 1 5. Bl. veröffentlichten Erklärung vom 31. Dekember 1). J. wegen provisorischer Verlängerung des ande svertrages mit Oesterreich-Ungarn vom 16. ezember 1878 sollen die Vereinbarungen im Absatz 1 und 2 des Artikel )(. des Vertrages in dem als Anlage diesem Vertrage beigefügten Zollkartel und in den hierauf be- züglichen Erklärungen des Schlußprotokolls bis zum 30. Juni 1880 insoweit zur Ausfiihrimg kommen, als die bestehenden Gesetze nicht entgegenstehen.

Demnach bleiben, nach einem CirkUlarerlaß des Finanz- Ministers vom 4. d. M. die Bestimmungen des Zollkartels bis zu dem bezeichneten Zeitpunkte in Kraft mit Ausnahme:

1) der Vorschriften im §. 6, soweit hierdurch den deut: schen OrtSUorständen und Behörden die Verpflichtung aiif- erlegt ist, im Falle einer vollbracbten oder versuchten Um: gebung der bsterreick)isch:ungarischen Zollgescße den Anträgen der österreichiscb-ungarischen Beamten auf einstweilige Beschlag- nahme der Waaren und Festbaltung der Thäter in derselben Weise zu gebügen, wie ihnen dies bei Uebertretungen der deutschen Zollgeseße zusteht oder ObliLQt;

2) der Vorschriften im §. 12 erster Saß, ferner in den §§. 13 bis 23 und im §. 24 Nr. 1 bis 3, soweit dieselben sich auf Artikel 17 beziehen, sowie in §. 24 Nr. 4. Ebenso bleiben die Bestimmungen des Schlußprotokolls zu Artikel 10 des Ver- tra es und zum Zollkartel in Kraft, mit Ausnahme der Zi ern 3 und 9 bis 12.

Nach demselben Erlaß ist dahin Anordnung zu treffen, daß alle Waarenfiihrer, welche sich der Absicht einer Ueber- tretung der österreichisch-ungarischen Zollgesetze verdächtig machen, innerhalb des Grenzbezirks einer besonders scharfen Ueberwachung in Betreff der Beobachtung der diesseitigen Zollvorschriften _ namentlich bezüglich der Transport- kontrole _ unterworfen und dabei sich ergebende Ueber- tretungen streng geahndet werden.

In einem Cirknlarerlaß vom 5. b. M. macht der Finanz- Minister darauf aufmerksam, daß nach jener Erkläruug, nach: dem die Bestimmungen im Artikel 6 des Vertra s vom 16. Dezember 1878, in dem Schlußprotokoll zu die;?em Ar- tikel Kitt. 14. und B., sowie die mittelst Noten vom 16, De- ember 1878 gegenseitig mitgetheilten Detailworschriften außer

irksamkeit geseßt worden sind, die bisherige vertragsmäßig zugesicherte Zollfreiheit fiir rohes leinenes Handgespinnst und für robe ungebleichte Leinewand, welche auf der Grenzlinie von Leobschüß bis Seidenberg nacb Bleichereien und Lein- wandmärkten in der Provinz Schlesien, sowie auf der Grenz- strecke von Ostriß bis Schandau im Königreich Sachsen ein: geht, vom 1. Januar 5. I. ab aufhört, und daß von dem gleichen ?Zeitpunkte an bezüglich des Veredlungsverkehrs mit Oe terreich-Ungarn diesseits lediglich die Vorschriften im §. 115 des Vereinszollgeseßes und die hierzu ergangenen Ausführungsbestimmungen zur Anwendung kommen.

_ Eine unterm 7. Januar 5. J. ergangene Allerhöchste Ordre bestimmt, daß die Post- und Telegraphen-Ver- waltun Sgescbiifte fiir Charlottenburg und Westend vom 1. pril d. I. ab von der Kaiserlichen Ober-Postdirektion in Potsdam auf diejenige in Berlin übergehen.

_ Der General-Lieutenant von DrigalSki, Comman- deur der Kavallerie-Division des )(7. Armee-Corps, ist mit Urlaub von Meß hier eingetroffen.

Merseburg, 7. Januar. (Magd. Ztg.) In der heu-

wurde die Vorlage des Provinzialaussthuffes, betreffend die Uebernahme der Verwaltung und Unterhaltung von Pro- vinzial-Chausseen durch die Kreise, an eine Kommission von 15 Mitgliedern verwiesen. Demnächst wurde nach längerer Debatte beschlossen, die zweite Lesung der Vorlage des Aus- schusses, betreffend den Entwurf eines Reglements Über die Fürsorge für die Hinterbliebenen der Beamten des Provinzial- verbandes, im Plenum vorzunehmen. Hierauf vertagte sich der Landtag auf Donnerstag.

Sachsen. Dresden, 7. Januar. (Dr. I.) In der Ersten Kammer standen heute auf der Tages:)rdnung die Schlußberathung iiber das Königliche Dekret, die mit der Fortbildungsschule gemachten Erfahrungen betreffend, und die Petitionen der Ddrfgemeinden im Amtsbezirke Sayda, sowie des Rittergutsbesißers Lichtenstein auf Lawalde und Ge: noffen, die Herabsetzung der Fortbildungsschulpflicht auf 2 ahre betreffend. Nach längerer Debatte wurde in Ueber- ein timmung mit der Zweiten Kammer bei dem Königlichen Dekrete Beruhigung gefaßt, die genannten Petitionen der Staatsregierung zur Kenntnißnahme Überwiesen, der Beitritt zu dem hierbei gefaßten Beschlusse- der Zweiten Kammer, die Staatsregierung zu ersuchen, dem nächsten Landtage eine wei- tere Vorlage Über die ferneren, bezüglich der Fortbildungs- schule gemachten Erfahrungen zu machen, aber abgelehrrt.

Die Zweite Kammer begar-n die Berathung des Etats der Justizverwaltung. An Kap. 17, Justiz:Ministerium nebst Kanzlei und Sportelfiskalat, welches von der Finanzdeputation mit einigen Abänderungen zur Bewilligung empfohlen wurde, knüpfte sick) eine Art Generaldebatte, die sich nameiitlick) ver- breitete Über die allseitig beklagte Höhe der Gerichtskosten Und über die Negulirung des GerichtEvollzieher- und des Friedens- richterinstituts. Die Kammer bewilligte das Kapitel in der von der Deputation beantragten Höhe und nahm einen Antrag

““sücht“ib“i“r“d,""bei'rii"Bundesrathe auf die Abänderung des Ge- richtskostengesetzes und Herabsetzung der in demselben festge- stellten Kostenbeträge hinzuwirken. Zwei Anträge der Abgg. Lehmann und Oehmichen, welche in der Hauptsache eine Er- weiterung des Friedensüchterinstituts verlangten, wurden der Geseßgebtingsdeputation Überwiesen. Die Debatte über Kap. 18, Oberlandesgericht 2c., wurde bald nach ihrer Eröff- nung auf morgen vertagt.

_ Heute früh ist der (Heneral-Adjutant Sr, Majestät des Königs, General-Lieutenant Kru g v on Nidda, gestorben.

Baden. Karlsruhe, 6. Januar. S. K. H. der Erb großherzog bat heUte Abend die Residenz verlassen, um nach Freiburg zurückzukehren.

_ (K. Z.) Eine Verordnung des Handel&Ministeriums vom 2. Januar enthiilt eine im Einverständnisse mit dem- Ministerium des Innern zum Voüzuge des §. 139 b. der deutschen Gewerbe-Ordnung und des §. 2 der landesherrlichen Verordnung vom 30. anuar 1879 crlassene Dienst- anweisung fiir den abrilinxpektor. Der Fabrik- inspektor soll in seinem Wirkungskrei e nicht an die Stelle der ordentlichen Polizeibehörden treten, seine Aufgabe besteZt viel- mehr darin, durcb Ergänzung der Thätigkeit dieser Be örden, sowie durch fortlaufende Beobachtung derselben und durch s4chverständige Berathung des Handels-Ministeriums und der PolizeibeYörden eine zweckentfprecbende und gleichmäßige Aus- fiihrung er Bestimmungen der Gewerbeordnung und der auf Grund derselben erlassenen Vorschriften zu bewirken. Dabei soll er durch eine wohlwoüend kontrolirende, beraihende und vermittelrrde Thätigkeit die Interessen der Gewerbsunternehmer, der Arbeiter und des Publikums in billiger Weise zu ver- mitteln Und den Arbeitgebern wie den Arbeitern gegeniiber eine Vertrauenssieüung zu gewinnen suchen, welche ihn in den Staiid setzt, zur Erhaltung Und Anbahnung guter Beziehungen zwischen beiden mitziiwirken. Der Fabrikinspektor ist unmittelbar dem HandeléZ=Ministerium unterstellt, bei dem er als das regelmäßige Organ sachverständiger Begutacbtrm in seinem Geschäftsgebiete 511 fungiren und dem er alljährlick? einen umfassenden Jahresbericht über seine amtliche Thätigkeit zu erstatten hat.

Anhalt. Dessau, 7. Januar. (Madl). Ztg.) Heute Vorwittag 101/4 Uhr wurde im großen Sitzungssaale des Landtagsgebäudes die erste anhaltische Landessynode narl) einem einleitenden Gebet des Ober-Hoipredigers Teich: müller durch den Staats-Minister von Krosigk mit folgender landesherrlichen Botschaft eröffnet:

„Hbcbwürdizie Versgmmlunzi Bei Erlaß der Syeodalordnung vom 14. Dezember1878 haben Wir als Landesl'err und oberster Träger des Kirchenregiments bereits Unseren Entschluß ausnesprocben, zugleich eine Vereinigung der in den köthenscben Landestbeilen Unse- res Herzogtbums (:etrennt bestehenden ebaxigeliscben Konfessionen an,".uftreben. Nachdem jetzt die erste, ausnahmsweise noch mit Rücksicht auf die getrennten Konfessionen gewählte Laiidesibnodc auf Unsere Berufung zusammengetreten ist, balken Wir die Zeit für gekommen, das in jenen Landestbeilen früher unterbrochene Werk der Kirchenvcreinigung wieder aufzunehmen und die in denselben nocb getrennt bestehenden Kobfeifionskircben der in den iibrigen Theilen Unseres Herzogtbums zum großen Segen be- stehenden Union zuzuführen. Erst nach Vollendung dieses von Un- seren Vorfahren begonnenen und auch 11:16 am Herzen liegenden Eiriigungswerkes Werdm die folgenden Sdnoden auf Grund der ge- Wonnenen einheitlichen Gestalt der evangelischen Landeskirckxe die für den ferneren gedeihlichen Ausbaa derselben dienlichen Maßregcln zum Gegenstande ihrer Veratbung und Beschlußfassung zu machen haben, während die jeßt zusammentretende erste Landessynode wesentlich mit dem vor Allem crforderlichen Unionsiverke sicb zu be- schäftigen haben wird. Außer dem diese Hauptangelegenheit_betreffen- den Geseßentwurfe werden derselben nur noch solche Gegemiände zur gesetzmäßigen Behandlung zuaewiesen, Welche entweder mit dem Ins- lebentreten und der Durchführung der Synodalordnung eng zusam- menhängen, oder deren Erledigung keinen Aufschub duldet. Wir geben Uris der Crivaitung hin, daß die Landessynode den ihr ge- stellten Aufgaben mit demjenigen trencn, einträchtigen urd liebevollen Eifer sich unterziehen werde, welcher unter Gottes gnädigem Bei- stande einen glücklichen Erfolg zum Segen unserer evangelischen Landeskirche verhdffen läßt!“

Oesterreich-Ungarn. Wien, 7. Januar. (W. T. B.) Wie der „Polit. Corresp.“ aus Ragusa gemeldet wird, haben sich die Albanesen in den letzten Tagen in der Nähe von Gussinje konzentrirt. Man befürchtet einen Angriff auf Montenegro. Die Montenegriner haben beschlossen, in der Defensive zu bleiben.

Pest, 6. Januar. Die Delegationen werden, dem „Pest. L.“ zufolge, ihre Verathungen am 8. d. in Wien wieder

des Abg- Freytag 911, „durch „WCWLWHÉL,„_„S_„TLIZSx?ginYUg.-.Zx-é„„

die Verhandlung über die , ihnen zugewiesenen Vorlagen ein- treten. Man hoffe, daß die Delegationen bis zum 20. 5. ihre Berathungeii beenden werden, so daß dann der ungarische Reichstag seine Wirksamkeit Wieder aufnehmen kann. "

_ Die Referenten, der Ausschüsse der ungarischen Delegation sind _ wre die „Bad. Corr.“ erfährt _ bereit, gleich in den ersten Ausschußsryungen Über das betreffende Budget dem Ausschrisse zu berichten, respektive in die Ver- handlung einzugehen. Ob der, Ausschuß für äußere An- gelegenheiten etwa friiher übertdie'äußere Politik selbst, respek- tive iiber die Prinzipien der Einleitung des Ausschußberichtes diskutirexi werde, dariiber werde erst der Ausschuß in seiner ersten Sißung zu entscheiden haben. '

_ Der „Vester Lloyd“_ kündigt die baldige Einbringung der schon vor längerer Zeit in Aussicht gestellten Wehr- geseZZnovelle an, indem er schreibt:

. ekanntlicb sind schon seit längerer Zeit zwischen dem gemein- samen Kriegs-Ministerium und drn Landesvertbeidigun_.;s-Ministerien der beiden_ Reichshälften Verhandlungen im Zuge betreffs Ab- änderung einiger Paragraphen des Wehrgeseßes. Die bezüglicbe Re- gierungsvorlage hätte gleichzeitig mit jener über die Weitere Aufrecht- baltung des Kriegssiandes von 800 000 Mann bis 1889 den beiden Parlamentenzugemittelt werden sollen. Diese Gesetzentwürfe sind aber nicht rechtzeitig fertig geworden und sollen erst kiirzlick) zum Ab- schluffe gelangt sein, so daß dcren Vorlage nach Ablauf der Parlamentsferien zu gewärtiaen ist. Nun erfahren wir nachträglich, das; eines der verzögernden Momente in der noch immer schwierigen und nicbt gelösten boccbesischen Rekrutirungsfrage zu suchen rvar oder vieUeicbt auch noch beute zu suche:; ist. Diese Frage wurde neuestens auch durch den Umstand verwickelt, da;“; bei der Ausdehnung des Wehrgeseßes auf das Gebiet voz Spizza die gleichen Grundsätze FoZacbtei werden müssen, wie in dem angrenzeüden Kreise von

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Großbritannien und Irland. London, 8. Januar. (W. T. B.) Die Regierung von Irland hat beschlossen, aus

„„deii....U.elieriibiisxexi.-- ÖGZ----lechL-U-f-OUD§« „25000042175- --Ste-r-l:*--*-f-iir - *

Anlage von Bauten zur Steuerung des Nothstandes vor: zustrecken.

Griechenland. Athen, 6. Januar. Wie der „Deutschen Zeitung“ von hier gemeldet wird, wären die grie- chischen Delegirten in Konstantinopel beordert wor: den, sich zur Rückreise bereit zu halten.

Türkei, Konstantinopel, 7. Januar. (W. T. B.) Die englischen Kousuln verlangen in Folge der zunehmenden Hungersnotl) in den Distrikten von Vaskala und Bayazid, sowie wegen der fortwährend beigenden großen Tbeuerung in Diabekir und MosUl, daf; England pekuniiire Hülfe leiste. _ Bulgarische Miliztruppen haben sich mit Ge- walt in den Besitz der griechischen Kirche in Philipps- pel geseßt. Alek 0 Pascha hat in Folge dessen die Schlüssel zur Kirche in Verwahrung genommen.

Amerika. Washington, 5. Januar. (Allg. Corr.) Der sogenannte „]SJlll 1911691“ 63-80“, welcher die Be- fugniß des Kongresses beanstandet, in Friedenszeiten die „]eJU] tenc]er“:Eige11schast von Noten der Vereinigten Staa: ten zu creiren oder aufrechtzu erhalten, lag heute dem obersten Gerichtshof der Union zur Begutachtung vor. Der Gerichts: hof verschob indeß wegen Unpäßlicbkeit des Oberrichters Waite die Prozedur, mit der Erklärung, daß Fälle, welcbe wichtige Verfassungsfragen involviren, von dem Plenum des Gerichts: hofes entschieden werden müßten.

New-York, 7. Janiiar. (W. T. B.) Der Präsident der Republik Peru, General Prado ist gestern hier angekom- men. Nach dem hier eingetroffenen „Panama Star und Herald“ vom 27. Dezember hätte General Prado erklärt, daß er die Reise nach Europa zum Zweck des Ankaufs von Panzer: schiffen fiir die Peruaniscbe Marine unternehme.

Die Legislative des Staats Maine ist [)eUte ohne Ruhestörung erbffiiet worden. Die Republikaner nahmen an der Konstitniruug der Kammerii nicbt Theil; in Folge. dessen wählten der Senat Und die Kammerihre Bureaus aus den Reihen der Demokraten.

Aus dem WolffscbenTelegr4pbrz1-Bureau.

Nom, Donuerstag, 8. Januar.“ Der neuernannte öster- reichisch:ungarische Botschafter am biengen Hofe, Graf Wimpfsen, ist gestern hier eingetroffeii.

Landtags - Angelegenheiten.

Drr (Etat dcs Finanz-Niinisteriums fiir das Jahr dom ]. April 1880/81 schließt mit einer Einnahme 6071 1490784 „;(: gegen 1 647 716 «14 des vorigen Etats, mitbin _ 156 932 «75 Unter dem letzteren Minus figuriren 51000 914 Geld- und Ordnung»;- strafen und 13 430 „75 mis herrenlosen Erbschaften. Die Summe der Ausxiabe beziffert sieb mit 35 659009 944 (darunter künftig Wegfallend 3522 986 ..ck/) gegeii 36218137 „74 des vorigen Etats, mithin 523128 „74 Die Angabe setzt sich zusammen aus folgen- den Summen: Ministerium 1019 275 «w (-+- 12000 914); Ober- Präfidien und Regiernngcn, einschließlich der Fiiianzdirektion ricbft Be;irksbauptkaffen in der Provinz Hannover 11420 682 «M (dar- unter “künftig wegfaUend 128 494 914) gegen 10 543 382 „FC des boriaen (Etats, mithin 877 300 «14 mehr. Unter diesem Plus fiauriren 820 ()00 916: zur Bestreitung der Portokosten nnd soxstigen Fracht- gebübren für TiMlstliÖk Sendungen. Das Kapitel ,Rentenbauken“ erfordert 611 127 «76. (darunter künfti-i wegfallend 75 927 „M.) gegen 612 705 „74 des vorigen Etats, mithin Weniger 1577 „M Das Kapitel Wittwer- ur-d Waisen - Verpflegimgsanstalten r*.immt 3254135 914 in Anspruch (darunter 1507 655 «76. künftig rreg- fallend) gegen 3274 060.74, mithin _ 19925 „46. Der Zuschuß zur allgemeincn Wittweii-Verpflegungsanstalt in Berlin ist um 31 390 „44 geringer in Anschlag gebracht, als im vorigen Etat. Als Verwaltungs- und Betriebskosten fiir den Tbiergarten bei Berlin sind ausgeworfen 142 680 ,.“- (_ 1600 ck14) Das Kapitel Warteaelder, Pensionen und Unterstü ungen nimmt in Anspruch 16307109 974 (darunter 1 769 10 künftig Wegfallend)gegen 16359 589 «,mitbin_52 479914 Kapital „Allgemeine Fonds“ schließt ab mit 2940000 „FQ (darunter künftig WegfaUend 40 000 „is) gegen 425900026.,also _1319000 akk; Hier ist der Posten für Ablösung von Passivrenten und anderen Ver- pflichtungen um 50000 «74 erhöht, Weil es dringend notbrvendig er- schien, nachdem die in früheren Jahren bewilligten extraordinären Fonds verwendet sind, den ordinären Fonds zu erb.ben. Jm Minus ßguriren weiter 1361000 „74, Welche auf verschiedene Verwaltun en übertragen find. _ Das Betriebskapital der Generalstaatskaffe e- trägt 30330000 „M _ Der Bestand bei dem Reserbefonds der Rentenbanken am 15. September 1879 betrug in Effekten 5634432944 14, in Baar 23 „M 56 Y. _ Der Etat des Ministeriums für Handel und Ge- werbe für das Jahr vom 1. April 1880/81 weist eine Einnahme von 285 909 «74 nach gegen 282 425 «74 des vorigen Etats, mithin mehr 3484 „46 _ Die Summe der dauernden Ausgaben beläuft sich

tigen Sißung des sächsischen ,Provinzial-Landtages

aufnehmen, und werden die Ausschüsse an diesem Tage in

auf 1481391 „414 (darunter künftig wegfallend 5340 974) gegen

1437 605 „FC, mithin mehr 43 786 „44 Von der Hauptsumme rver. den erfordert: für das Ministerium 221550 „sk (darunter künftig wegfallend 5000 944.) gegen 201800 „74, also 19 750 «js. meln". Der Minister bezieht kein Gehalt. Das Kapitel „Handels- und Gewerbe- Verivaltung' schließt mit 908 557 „74 ab (+ 15 883, .“). Für die Navigationsschulen, wiffenscbaftlicbe und aemeinnußige Zivecke find auSgeworfen 332 434 ““::(4- 815396). An vermischten Ausgaben find in Ansatz gebracht 18 850 974, wie im vorigen Etat; An einmaligen und außerordentlichen AUEJaben Werden 38 488 «M ',n Ausbruch ge- nommen gegen 104450 „44 dcs vorigenCtats, mithin 65 962 „74 weniger. Hiervvn sind bestimmt: zu Entschadigunßen fur aufgehobene gewerbliche Berechtigungen 20 000 „Fü; zur Wiederherstellung des fiskalischen Emslootsenscbooners „Borkum“ 12 608 „M; zu den Kosten der Erhöhung des südWestlicben Observationsthurms des Navigations- schalgebäudes zu Altona 5800 „M

Statistische Nachrichten.

Ueber die Zahl, das Lehrpersonal und die Frcqiienz der ein- facben und erweiterten Volksschulen, der Fortbildungs- schulen und Privat-Unterri'ctha'nstalten im Großherzog- TbUm H essen nach dem Stande im Frbhjabxe 1879 entnehmen wir den „Mittheilungen der Großherzoglich bessiscben Centralstelle fur die Landesstatistik“ sol ende Daten: Es bestanden an einfachen Volksschulen in He en 986. Davon maren nach dem Bekennt- nisse: gemeinsame 868, evangelische 57 , röiiiisÖ-katboltsche 58 und israelitische 3; nach dem Geschlecht: ganz gemischte 916, zu?" TbLll gemischte 43, ganz getrennte 27; nach deri Schulklassen: emk[asfige 614, zweiklassige 212, dreiklasfiae 82, vierklassige 48, mehr- klasfiqe 30; nach dem Schulgelde: obne Schulgeld 522, mit Schulgeld 464, *Das Lebrpersonal bestand im Ganzen aus 1896 Lehrern und Lehrerinnen, und zwar 1783 Volks1chullebrern_und 113 VolkSsÖullehre- rinnen. Die Zahl der Schulkinder betrug im Ganzen 144 916; da- von waren 72 085 Knaben und 72 831 Mädchen., Dem Bekenntnisse nacb waren von den Schulkindern 98 857 evangelisch, 41895 römisch.

- katboliscb,»2805 i.s-r5el„itsch.«niid.«1.359, «derer KOUFLÜZM;“»Du-Ww»-

schnittlich kamen auf 1000 Einnwhner 163,9, auf 1 Schule 147, auf eine Lehrstelle 76,4 Sckyulkmder. Von den Städten des Groß- herzogtbums batte Darmstadt eine kozifeisionell gemeinsame mehrklasfige „Volksschule obne Schu1geld, in der die Sckoulkmder nach dem Geschlechte ganz getrennt find und an welcher 28 Lehrer 11nd6Lebrerinnen unter. richteten. Diese Schule Wurde von 1118 Knabe“: und 1229 Mädchen besucht, von denen 1996 evangelisch, 342 römtsÖ-katholisch, 6 israe- litiscb und 3 anderer Konfession waren, 211171000 Einwobmer kamen hier 63 und M 81726 LehrsteUe 69 Sibulkmder. Offenbach hatte gleichfalls eine konfessionell gememsqme, mehrklasfige Volksschule mit getrennten Geschleébtern, drcb niit Schulgeld. An derselben unterrichteten 23 Lehrer und 6 Lehrerinnen, besucht wurde die Schule von 1082 Knaben Und 1169 Mädchen, Von denen 1354 evaiigelisck), 760 römiscb-katboliscb, 12 israelitiscb und 125 a'nderer Konfession Waren. Hier kamen auf 1000 Einwohner 86,5 und aiif eiiie Lehrstelle 77,6 Sebul- liiider, Gießen batte eine auf gleiche Weise eingerichtete Volksschule rnit 12 Lehrern und 890 Schülern, und zwar 384 Knaben und 506 Mädchen, von Welchen 819 evangelisch, 69 katholisch und 2 israelitiicb waren. Auf1000 Einwohner kamen 63,6 und auf eine Lehrstelle 74,2 Schulkinder. Mainz und Bingen besaßen je 2 Volksschulen. In Mainz waren beide'Schulen konfessionell qe- mciniam, 1 einklasßa und 1 mcbrklassig, mit 37 Lehrern und 29 Lehrerinncn imd 2513 Schülern und 2292 Schülerinrieti, von denen 1353 evangelisch, 3379 römiscb-katboliscb, 35 israelitiscl) und 38 anderer Konfessiom Waren. Auf1000 Einwohner kamen 84,3 und auf eine LebrsteÜL 72,8 Scbulkiiider. Von den'beiden Schulen in Bingen War eine evanmeliicb uud eine römisÖ-katboliich, 1 zwinklasfig und 1 mehr- klassig; die Zahl der Lehrer betrug 8, die der Lehrerinnen 5, die der Schüler 950, und zivar Knaben 485, Mädchen 465, Von denen 158 evang., 774 röm.-katb. und 18 israelitisib waren. Auf 1000 Einw. kamen 148,4 mid auf 1 Lehrstelle 73,1 Schulkinder. Worms besaß eine mehrkiassige Volksicbiile mit 26 Lehrern und 3 Lehrerinnen, 2294 Schulkinder (1131 Knaben und 1163 Mädchen), Von denen 1482 LVCMI., 752 röm.-katb., 41 israel. und 19 anderer Konfession Waren Auf1000 Einw. kamen bier 138,2 und auf 1Lebrste11e 79,1 Schulkinder. _ Fortbildungsfchulen gab es im Frühjahr 1879 751 einklassige, 83 zweiklasfige und 23 dreiklasjixze. Die Zahl der Schüler betrug 21497, von denen 14783 evang., 5705 röm.- katl)., 323 israelitiscl) und 183 anderer Konfession waren. Auf 1000 Einw. kamen 24,3, auf 1 Fortbildungsschule 25,1 Und auf 100 Schüler der Volksschulet) 29,8 Schüler. _ In den sechs Städten Darmstadt, Offenbach, Gießen, Mainz, Bingen und Worms existirte je eine dreiklassige Fortbildunzisschule. In Darm- stadt betrug die Zabl der Schüler 385 und kamen hier auf 1000 Einw. 10,3 und auf 100 Schüler der Volkssckzulen 34,4 Schüler. In den übrigen fünf Städten stelltsn sich diese Zahlen wie folgt: Offenbach 503 bez. 19,3 und 46,5, Gießen 197 bez. 14,1 und 51,3, Mainz 450 bez. 7,9 und 17,9, Bingen 138 bez. 21,6 und 28,5, Worms 276 573, 16,6 und 24,4. _ Privatunterrichts-An- stalten existirten im GrbßHerzogtbum 73, von derien nach dem Be- kenritniffe 58 gemeinsam, 2 evan:., 8 röm. - kath. UNd 5 israelitisch waren. Dem Geschleckote iiach waren 22 gemischte, 14 für Knaben und 37 für Mädchen. Das Lebrpersoxial be- stand aus 382 Lehrern, und zwar 193 Lehrer und 189 Lehrerinnen. Die der Schüler betrug 1934, die der Scbülerinnen 3668; davon waren 2583 evang., 1960 römisch-kath., 1007 israelitiscb und 52 anderer Konfesfion. In der Stadt Darmstadt bestanden 10 PrivatunterrickotsAnstalten, von *.relchm nach dem Bekenntnisse 9 gemeinsam und 1 röm.-katb., 4 für Knaben 11111) 6 für Mädcben be- stimmt waren, und an denen 43 Lehrer und 35 Lehrerinnen unter- richteten. Die Zahl der Schüler betrug 441, die der Schülerinnen 753, von denen 912 evang., 182 römxkatb, 95 israelitisci) und 5 anderer Konfession waren. Mainz besaß 12 Privatunterriibts- Anstalten, und zivar nach dem VekenntniffeZ gemeinsame, 2 röm.-katb., imd 2 israelitiscbe, nach “cem Geschlecbte 1gemischte, 2fiir Knaben und 9 fiir Mädchen. An diesen 12 Anstalten unterrichteten 56 Lehrer und 74 Lehrerinnen. Die Zahl der Schüler betrug 2022 urid zivar 702 Knaben und 1320 Mädchen, von denen 382 dem evangelisében, 1226 dem römiscb-katboliscben, 402 dem israelitischen 11:11) 12 anderen Religionsbekenntniffen angehörten. _ Erweiterte Volks- schulen bestanden im Großberzoqtbume im Ganzen 14, von denen 4 gemischte, 6 für Knaben und 4 für Mädchen bestimmt nmren, und an denen 81 Lehrer und 15 Lehrerinnen unterrichteten. Die Zahl der Schulkinder betrug 1659 Knaben und 1885 Mädcben, von denen 2757 evanszeliscbe, 477 römisch-katboliscbe, 185 israelitische und 125 anderer Konfession Waren.

_ Dem „Publishers Cirkular" zufolge wurden im Jahre 1879 in England 5834 neue Werke oder neue Ausaaben älterer Werke auf den Büchermarkt gebracht. Den Gegenständen nacb geordnet kommen auf die Theologie 775 neue Werke, 311 neue Aus- gaben; auf die klassische Literatur, die Philologie und den biöberen Unterricht 613 neue Werke, 115 neue Ausgaben; auf die leichtere Literatur, Romane und dergleichen 607 neue Werke, 406 neue Ausiiaben, auf die Jugendliteratur 153 neue Werke, 61 neue AuSgaben, auf die Jurisprudenz 102 neue Werke, 55 neue Ausgaben, auf Volkswirtbscbaft, Handelswiffenschaft u. s. w. 99 neue Werke, 22 neue Außgaben, auf Kunst und Wissenschaft mit Eitzirbluii illustrirter Werke 268 neue Werke, 85 neue Au4gaben, auf Reisebeschreibungen, Lgnderkunde 11. s. w. 228 neue Werke, 70 neue YUSIUÖLU- aus* Geschichte, Bio rapbie und dergleichen 319 neue Werke, 84 neue AuSgaben, auf oesie und Dramaturgie 150 neue “Werke, 41 neue AuGgaben, auf medizinische Literatur 136 neue Werke, 53 neue AuSgaben, 'auf periodische Literatur 286 neue Werke, auf Belletristik, Effay-Ltteratur und dergleichen 136 neue Werke, 43 neue

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

In DreSden ist am 3. d. M. der Ober-Landbaum'ister Karl Moriz Hänel aus dem Leben geschieden, ein Künstler, dessen Name mit der Entwicklung des sächsischen Bauwesens in den le ien Jahrzehnten aufs engste verknüpft ist, und der sich bei aller tille seines Wirkens viele und große Verdienste erworben hat.

Land- und ForstWirthschast.

Paris, 5. Januar. (Cöln. Ztg.) Nach dem Berichte der neuerdings zu Paris tagenden Kommission hat die Phyl loxera Wiederum bedauerlicbe Fortschritte gemacht, und die kartographische Darstellung der Phylloxerabezirke, Welche jedes Jahr Verändert wird, hat den schwarzen Raum, Welcher die völlig ergriffenen Landstrecken umfaßt, bedeutend vermehren müisen. Die Hoffnung, welche man auf den Schnee als Zerstörer der Reblaus geseYt, ist nicht erfüllt worden, denn es bedarf nicht weniger als eines 45täaigen Schnees, um das Insekt zu tödten; so lange aber hat der Schnee nirgends gelegen. Ein Viertel des französischen Weinlandes ist jetzt zerstört, und da der Werth der französischen Weinkultur auf 15 Milliarden geschäßt wird, läßt sich der Schaden danach bemessen. Alle bisherigen Hülfsmittel und Desinfektionen Haben zu nichts geführt. Die gewiegtesten Phylloxeristen verzweifeln, u. A. M. Raynal, Professor der Chemie zu Poitiers, der sich eingehend mit der Reblaus besÖäftigt bat. Raynal schlägt als leßtes Mittel ein neues radikales Verfahren vor: die Ausrottung der an den Periphe- rien befindlichen Weingärten und die Schaffung einer neutralen Zone. Die Thäler der Loire und der Seine, 'das obere Flußgebiet der Rhone und Saone müßten zunächst desinfizirt bezw. aus;;erottet Werden, um den Norden za retten; dann die Anpflanzung von Weinstöcken für eine gewisse Zeit eingestellt Werden, und zwar auf einem Gürtel von 30 km Breite. Dieses Mittel würde dem Staate ungemeine Kosten verursachen; neben ihm würden sich deshalb die Gemeinden und im Besonderen die Weinbauern daran betbeiligen müsse“. Ray- nal hält sehr wenig von der vorgeschlagenen Neupflanzung der ange- freffencn Strecken mit amerikanischen Weinstöcken, obschon dies von anderen Seiten empfohlen wird. Er ist für seine obige radikale

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Weinlandes anfrißt, so findet Raynals Vorschlag vielfache Zu- stimmung.

Gewerbr- und Handel.

London, 6, Januar. (Allg. Corr.) Die Imperial Bank briniit für das Jahr 1879 eine Dividende von 6% zur Vertheilung. _ Die Consolidated Bank ist in der Lage, eine Jahres- dividende bon 100/0 zu vertheilen, den Reservefonds um 2436 Pfd. Sterl. zu erhöhen und 5515 Pfd. Sterl. auf neue Rechnung vorzn- tragen,

London, 7. Januar. (W. T. V.) Nack) dem Bericht des Handelsamts bat die Ei nfuhr im Jahre 1879 6481869 Pfd. Stekl. wenixier und die Ausfuhr 1 345 242 Pfd. Sterl. Werziger als im Jahre 1878 ergeben. Gegen das Jahr 1877 hat ebenfalls eine bedeutend: Abnahme stattgefunden, und zivar ist die Einfuhr im Jabre 1879 um 32 Millionen und die Ausfuhr um 7 Millionen geringer geWesen als 1878. Nur im Monat Dezember 1879 bat eiiie bedeutende Besserung stattgefunden. ' " _ '

_ Die „New-Yorker Handels-Zeitung“ auizert sich in ihrem vom 26. Dezember 1879 datirten Wochenbericht'folgender- maßen: Zu den mannigfachen nachtbeiligen Folgen der Wilden Prq- duktcnspekalation ist auch die verzögerte Rückkehr der zur Mobili- firung der Ernten nail) dem Westen gesandten Gelder 311 zahlen, auf welche unser Plaß sonst um diese Jahreszeit mit Gewißheit rechnen durfte. Der Süden kann die ihm Anfangs des Herbstes gewabrten Soulagements nicht eher entbehren, als bis der größte Theil der Baumwolle verschifft ist, und da die Vorbereitung zur Zablung der Fa- nuar-Zixisen und Dividenden für dienächsten 8Tage große Summenfest- legt, auch der leite BankausWeis abermals eine bedeutende Abnahme der Reserve erge en hat, konnte eine ungünstige Wendung des Geldstan- des iiicht ausbleiben. Für Cal] Loans mußtedieseWochedurchgehends 79/5 in vielen Fälien neben dieser Rate auch noch eine Provision von 1/16"/0 Pro Tag bezahlt werden, _und selbst gegen Hinterlegung von Bundes- Obligationen oder auf feste Termine von 30-60 Tagen war unter 6% nur ausnahmsrveise anzukommen. Das neue Zinsgeielz, welches die legale Rate auf 6% p. &. herabgesetzt, erwies sicb iiicht binder- licl), Weil daffelbe erst mit dcm 1. Januar in Kraft tritt, auch die Banken davon kaum berührt Werden. Die Stimmung amWaaren- und Produktenmarkt war eine reibt feste , weiin aacb das (Geschäft keine große Ausdebnang erlangte. " Fur volle Getreideladungen Wurden 6 Schiffe gechartert. Fur Brod- stoffe entwickelte sich lebbafterer Exportbegehr imd stellten sich die Weizenpreise etwas höher. Baumwollestril. „Prowl- sionen: Für Schmalz gab sich beffere Erportfrage Tuiid, in Folge dessen auch die Preise anzogcn. Schweinefleisch fest, _Rriidfleiscb stil], Speck geschäftslos. Schxffsbedürfnisse sehr ruhig, "Terpentinol und Harz schlief3en fest. Theer und Pech geschäftslys. Fur Hopfen war mehr Nachfrage, als in den Vorwocben bei feiterer Stimmung. Petroleum ohne größere Bewegung. In Rio -Kaffees fanden nur vereinzelte TranSaktionen statt. Fremde ManufakturWaa - rer.: In Seidenstdffen kamen einige spekulatire Abschluffe zu Stande. JU rvoilencn Kleiderstoffen wenig Leben. Der Import bon Websioffen betrua während der heute beendeten Woche 1262 913 Doll. gegen 903 923 Doll in der Parallelwoche des Vorjahres.

Berlin, den 8. Januar 1880.

Bei den Posianstalten in Berlin sind am verflossenen Sylvester: und Neujahrstage 1050000 Stadtbrief: sendungen (aus Berlin nach Berlin) „eingelieiert worden, 5. s. 102000 mehr als 1878/79. 'Auf die'statrstrscbe Zoriiiel zurliclgeführt, ergiebt sich, da“,; jeder Einwohner erlms einen Brief abgesandt und emen empfangen hat.

In Folge des Aufrufs des Vaterländischen, Frauen- Vereins zum Besten der notbleidenden Distrikte Ober- schlesieus sind bei dem Sckxatheister bis zumk7.d. Ni. 5174232 „44 eingeganoen. Der NotbstandI-Ausschus; der verbmzdeten Vaterlandiscben Frauen-Vsreine Schlesiens zu Breslau hat nach seinem letzten Bericht es für nothweiidig befunden, zur Unterhaltung und ErWetterung des Netzes der Volkskücben, Suppenanstalten und Schulkucben die Summe von 100000 «16 zur Vertheilung gelangen lassen. Hierdurch, sowie durch die dem AUsscbuß bereits vorher erwachsener! Ausgaben von gleichfalls circa 100 000.“ sind die demselben von hier und vqn anderen Sammelstellen zugegangenen Betrage nahezu erschöpft. Die zur Fortführung des Unterstü ungSWerkes dem Verein zugedachten (Gaben nimmt der Schatzmeiter desselben, Hr. von Krause, thp- zigerstraße 45, entgegen.

.___-___.“

Mit der soeben ausgegebenen 46. Lieferung schließt der dritte, S teie !: m a r k u n d K ("1 r nt e n behandelnde Band der Abtheilung „Deutsche Alpen des an dieser Stelle mehrfach erwahnten Holzschnitt- Pracbtwerks , Unser Vater land: (Stuttgart, Verlag der Gebrüder Kröner), und es folgt nun in 18 Lieferungen der erste nicbt minder reicb angestattete Band, enthaltend d1s b ay ; ri cbe Gebirge und das Salzkammer 5 nt, womit dann die c-er1e vollständig abgeschlossen sein wird., 'Was den Inhalt der 45. und 46. Lieferunn betrifft, so wird darm die malerische Beschreibung bon

AuSgaben. Unter keine der genannten Kategorien gehören zum Schluß 422 neue Werke und 94 neue AuSgaben.

schnitte iÜustrirten Beschreibung von Völkermarkt und Umgebung, dem Jauntbal sammt Nebentbälern und dem Lavanttbal. Besonders beigelegt sind an xylograpbischen Kunstblättern folgende: Ruine der Burg Landsberg, Bilder aus dem Mürztbale und Bilder aus dem Traaö er Thale, von I. J. Kirchner; „Beim KukurußsÖälen“, von Math as Schmid. _ Der Subskriptionspreis bleibt auch für die noch folgenden Lieferungen derselbe, in Anbetracht der prachtvollen Ausstattung sehr niedrig bemessene, von 75 45 für die Lieferung.

Die vom Bayerischen Gewerbemuseum in Nürnberg unter dem Titel „Kunst und Gewerbe“ herausgegebene „WochenschriftzurFörderungdeutscherKunitir-düÉrie“ (redigirt von Dr. Otto von Schorn) tritt mit den bereits vorliegenden drei ersten Nummern in den 14. Jahrgang 1880 ein. Dieselben smd mit dem Medaillonbildniß des Schöpfers der Architekturmalerei Hans Vredeman de Vries (geb. 1527 zu Leequrden, gest. in Antwerpen) ge- schmückt, dem auch der einleitende erste Aufsatz gewidmet ist. Die beiden anderen Nummern enthalten einen Beitrag über die Entstehung und Entwickelung der Kunstindnstrie in Dänemark. Nebenher geben wie früher Mittheilungen aus Vereinen, über Schulen, Ausstellungen, für die Werkstatt, aus dem Buchhandel und kleinere Nachrichten. Die Ausstattung der Zeitschrift ist ebenso gediegen, ja in Bezug auf Kunstbeilagen, Holzschnitte und Zinkotyvien. Jnitialien, _Vignet- ten 2c. eher:; noch reicher als im abgeschlossenen Jabrgange. Das Kunstblatt der ersten Nummer, darstellend einen prächtigen Krug aus der Sammlung altpersisÖer Fayencen im bayerischen GeWerbemuseUm, ist geradezu ein Meisterwerk modernen farbigen Lichtdrncls, obgleich dazu nur vier Platten benutzt worden sind. Der Druck ist aus der Firma K. Höscb in Nürnberg hervor- gegangen, über deren Verfahren das Feuilleton der beigelegten „Mit- theilungen“ des Museums Näheres emtbält. Außerdem finden sieh im Text zahlreiche Reproduktionen interessanter und mannigfach vcr- wendbarer älterer italienischer und deutscher Handzeichnungen, Ent- wurf: 2c. _ Der Abonnementspreis beträgt auch für den neuen Jahrgang nur 15 «14 jährlich.

Von „Berlin im Portemonnaie“ ist soeben dieJanuar- Ausgahe im Verlage von Hermann Dolfuß, Gneisenaustraße 102 (früher in E.Staude's Verlag), erschienen. Das Büchelchen enthält nicht nur die Neuesten Fahrpläne der von Berlin ausgehenden Eisen- bahnen, sondern ist noch um einen (beiliegenden) Plan sämmtlicber Pferdebabnen nacb amtlichen Angaben vermehrt. 2TYer-ezMxeis für das kleine Heft und den Plan zusammen beträgt nur

London, 3. Janirar. (Allg. Corr.) Das hiesige arktische Comité hielt gestern eine Sißung, in welcher Commodore Cbeyne mittbeilte, daß ihm in aÜen Städten, die er seit der letzten Comité- sitzung besucht, die größte Ermunterung zu der von ihm gedlanten Luftballon-Expedition nach dem Nordpol zu Theil gewvrden sei. Es wurde beschlossen, unverzüglich nationale Subskriptioiislisten im ganzen Lande aufzulegen. Der Lordmayor bat eingewiUigt, in der Frage betreffs einer nationalen arktischen Expedition am 7. d. Mrs. eine Deputation zu empfangen. Bezfiglich der Anwendung von Luft- ballons als Hülfsmittel zur Erreichung des Poles äußerte Coxwell seine feste Ueberzeugung bon deren großem Werthe. Er glaube, daß, wenn einige Verbesserungen, die er in Kurzem zu prüfen hoffe, UKVTZOÜÜ wären, die Aussichten auf Erfolg sich wesentlich vergrößern wur en.

Wien, 7. Januar. (W. T. B.) Der Eisstoß aus Bayern hat heute Nachmittag Wien passirt, ohne den geringsten Schaden anzurichten.

Lemberg, 7. Januar. (W. T. B.) Die Ueberschrvemmung der Weichsel nimmt in Folge eines zweiten Dammbrucbes zu. Es smd abermals mehrere Ortschaften überschwemmt. Der hierdurch angerichtete Schaden ist bedeutend. _

Pest, 8. Januar. (W. T. B.) In Folge einer Stauung des Eises auf der Waaa bei Koinorn iii daselbst dteUBrücke Weggerissen worden; das Wasser drängt die 253an aufwarts, das Waaatbal ist überschivemmt. ' ' .

Paris, 6. Jannar. (Cöln. Ztg.) . Die Seine fiel heute wieder um einige Centimeter und steht ]eßt am Pegel" des Pont Royal auf 4,80 m. Da das Tbermomeler bei höchst trubem Him- mel wieder auf Null und iu der Umgegend selbst unter Null fiel, so wird neue Kälte und neuer Schneefall befürchtet. In der Umgegend litt besonders stark AlfortbiUe; vierhundert Meter Mauer wurden weggerissen, ein Haus zerstört, und ein großer Theil des Ortes steht heute noch unter Wasser. Ein Haus an der ?))ki'mdunq der Marne in die Seine wurde ebenfaÜs hinweggeipüit. Niemand „kam aber um, da fick) die Bewohner noch rechtzeitig ix_i Sick,)erbeit bringen konnten. Ein Theil des Kanals Saint Maur irt noch von Eis bedeckt; dort befinden fich 60 Schiffe mit Kohlen, die in Folge dessen 'nicht nach Paris gebracht werden können. Auf dem Kanal Saint Martin ist der Verkehr auch noch nicht hergestellt. Auch auf der. Seine rst die Schiffahrt wegen d.s zu boben Wafferstandes noch mcht wreder eröffnet wordeb. Von Zeit zu Zeit befahren dieselbe mzr einige von der Stadt gemietbete Dampfer, um den Fluß zu besichtigen und das Bauholz und die so;.siißen Dinge, Welche an die Brocken _und die Ufer geworfen Wurden, in Sicherheit zu bringen. Die Zufuhr an LebenSmitteln und Brenmmaterial nach Paris auf dem_ Wasserwege ist noch unmöglich, und obgleich die Straßen von Paris heute voll- ständig fahrbar find _ dieses schließt aber nicht aas, daß der Schnee ungeachtet des Tbauwetters in Paris nocb massenhaft liegt _, 10 sind die Preise der Kohlen und Lebensmittel noch keineSWegs berab- gegangen.

Jm Wallner-Theatcr fand gestern ein einmaliges Gast- spiel des Hrm. Emil Thomas dom Thalia-Tbeater in Hamburg statt. Hr. Thomas batte am 5. d. M. in Hambiira unter" reger Betbeiligung der dortigen Theaterkreise sein 251abriges Kunstlex- Jubiläum gefeiert. Die gestrige Vorstelluna im Wallner-Tbeater War eme Narbfeier dicses Jubiläums für Berlin, der Vaterstadt des beliebten Komikers, und gestaltete sich zu einer lebhaften Ovation für ihn. Gleich, nachdem der Vorhang aufgegan- gen, Wurde Hr. Thomas unter einem Tusch,des Orxbesters mt rauschendem Applaus und einer reichen Spende von umfangreichen frischen Lorbeerkränzen empfangen und Wahrexid des ganzen Abends wiederholten fick) die Beweise der w'armen Jbeil- nabme und Sympathien, tvelÖe das Berliner Publikum fur'den immer wieder gern ge*ek)enen Künstler Hegi, dem es so maacbe heitere Stunde verdankt. Hr. Thomas batte für den' gestrigeiz Abend drei seiner Glanzrollen aewäblt, den „Walter“ in dem emakttgen Lustspiel der „Präsident' von Wilhelm Klager, d'en „Barbier Peschke“ in der Posse „Doctor Peschke“ von D. „iialiscb und den ., äuserspekulant Kälbcben' in der kleinen Posse „1733 Thaler 2 & Sgr.“ von E. Jacobson. Obgleich wobl kaum Einer von den estern im WaUner-Tbeater Anwesenden Hrn. Tboznas zum ersten

tale in diesen Rollen gesehen haben durfte, versevte dennoch der vielgewandte Komiker durch seinen drastischen wirkungsvollen Humor das ganze Auditorium,_ welches das Theater bis auf den letzten Play gefüllt batte, in die beiterite, ununterbrochen bis zum Schlusse- andauernde Laune. Anerkannt maß daneben wer- den, daß die Mitglieder des Wallner-Tbeaters den Jubel-Gast auf das Beste untersFÜJten. Am Schlusse der Vornellung, als Hr. Thomas wiederholt türmisch hervorgerufen worden war, erschien der- selbe auf der Bühne, um dem Publikum für die ihm in Berlin stets bewiesene Tbeilnabme und wohlwoüende Aufnahme in bewegten

Kärnten zu Ende geführt, und zrvar mit der durch zahlreiche Holz-

Worten seinen Dank auSzusprechen.