Personalveränderungen.
Königlich Preußische Armee. --
Ernennungen,
Jm aktiven 'Heere. Berlin, 6 Januar. Heim, P
. r. .
vom Inf. Regt. Nr. 13, zum Hauptm. und Comp. GZSZ Beck, r r. von Blanckart, Hauptm. 31a 8111th des Inf. Regis. Nr. 55, unter Ini- B is, Lessing, Hauptm. und Comp. Chef vom Inf. Regt. Nr. 55, ein Patent seiner Cbargs Nr. 15, unter Inf. Brig. v. Brehmer, Sec. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 15, zum Pr. Lt., Boehm, Pr. Lt. vom Inf. Reist. Nr. 56, zum Hauptm. und Comp. Cbef befördert. Werliß, Pr. Lt. vom Inf. Regt. Nr. 13, in das Inf. Regt. Nr. 56 verseßt. Rasch, Pr. Lt., aggr. dem Inf. Regt. Nr. 13, in dieses Regt. einrangirt. v. Schar-
Sec. Lt. von dems. Regt., zum Pr. Lt. befördert.
Entbindung von dem Kommando als Adjut. bei der 27. als Comp. Chef in dieses Regt. einrangirt.
verliehen. xv. Düffel, Pr. Lt, vom Inf. Regt. Stellung 9. 19. 811th dieses Regis, als Adjut. zur 27, kommandirt.
ienbera,'Sec. Lt. vom Hus. Regt. Nr. 7, auf ein Jahr zur Dienst- leistung bet dem Auswärtigen Amt kommandirt. ' Abschiedsbewilligungen. Jm aktivenHeere. Berlin, 3. Januar. v. Leveßow, Pr. Lt.a.D., früher im ehemal. Königl. Ythnmw. Garde-Kür. RM., zuletzt bei der Depot-Escadr. des Drag. egts. Nr. 17 in Funktion gewesen, der Charakter als Rittm. vrr- Neben. _ 6, Januar. Keller, Hauptm. und Comp. Chef Vom Inf. Regt. Nr. 13, v. Beugbem, Hauptm. und Comp. Chef vom Inf. Regt. Nr. 55, die1er als Major, v. TySzka, Hauptm'und Comp. (Chef vom Inf. Regt. Nr. 56, Herrfahrdt. Oberst-thut. und Commaüdeur des Feld-Art. Regis. Nr. 22, mit Pens, zur Disp. aesteUt. _ 8. Januar. v. Siefart, Sec. Lt. vom Inf, Regt. Nr. 20, der Abschied bewilligt. Klehmet, Sec. Lt. a. D., früher inth'dislrt 6. Art. Brig, die Erlaubnis; zum Tragen der Armee-Umiforin er e . Im Beurlaubtenftande. Berlin, 6. Januar. Denso, Pr, Lt, von der Inf. des1.Ba1s. LandmReais. Nr. 53, Graeber, Sec. Lt. von der Res. des Füs. Regis. Nr. 39, Jungeblodt, Sec. Lt. von der Res. des Feld-Art. Regts. Nr, 22, mit schlichtem Ab- schied entlassen.
U11. (Königin!) WürttembergisöheS) Armee-Corps.
Ernennungen, Beförderungen und Verse'ßu'ng'ev. Im aktiven Heere. 29. Dezember. Herzog MaxiMiliczn von Württemberg, Königl. Hoheit, cbarakterrs. Oberst 9- 13. 811116 des Drag. Regis. Nr. 26, Herzog Philipp von Württemberg, Königl. Hoheit, cbarakieris. Oberst k ]a suits des Ulan. Regis. Nr. 19, unier Verseßung zu den Offizn. i; 19. 811116 der Armee, der Cha- rakter als (É'eneral-Major verliehen. _ 5. Januar. Baur, Major .und Bals. Commandeur im Inf. Regt. Nr. 124, in gleicher Eigenschaft in das Inf. Regt. Nr. 122, Haas, Major und Bats. Commandeur im Inf. Regt. Nr. 122, in gleicher Eigenschaft in das Inf. Regt. Nr. 124, verseZt.
Jm Beurlaubten fande. 5. Januar. Dorn, Sec. Lt. von der Landw. Inf, des 2. Bats. Landw. Regis. Nr. 119, Frhr. Schott v. Schottenstein, Sec. Lt. der Res. dcs Inf. Regis. Nr. 126, zu Pr. Lts. befördert. '
Abschiedsbewilligungen, Jmakttven Heere. 5. Ja- nuar. Graf v. Westerbolt-Gyfenberg, Sec. Lt. im Ulan. Regt. Nr. 20, ausgeschieden, unter gleichzeit. Ueberjriit zu den bemlaubten Offizieren ker Landw. Kay„ Graf von Quadt- beÜkirxidt-Isny, Sec. Lt. im Drag. Regt. Nr. 25, der Abschied ewi g.
Im Beurlaubtenstande. 5. Januar. Hochstetter, Pr. Lt. von der Landw. Jnf. des ]. Bats. Landw. Regis. Nr. 119, Reuß, Sec. Lt. von den Landw. Pion. des Res. Landw. Bals.
Nr. 127, Hauck, Sec.Lt. von der Landenf. des 2.Bats. Landw. 5 Kron, Nqumeistßr, Fr5*7x*ne1und„Casz1ar in Berlin Dr. Mcnne ., m Alt-Ließegöricke, [):-? Meyer in Tempelburg. ,
Regis. Nr. 119, der Abschied bewilligt.
Herzoglickx Braunsckxweigisckxes Kontingent.
7. Januar. Hoffmann, Sec. Li. der Landw. Inf. vom ]. Bai. Landw. Regis. Nr. 92, der Abschied bcwiÜigt.
Yichta1ntsichr§. Deucskhes NUM.
Preußen. Berlin, 14. Januar. ZSe. Majestät der Kais er und König ertheilten heute dem General der Ju- fanterie von Stülpnagel Audienz und hörtexn darauf den - Vortrag des Geheimen Ober-Regierungs:Ra1:hs Anders in Vertretung des durch Unwohlsein verhinderten Wirklichen Geheimen Nathß 'von Wilmowski.
Beide Kai Lrliche Majestäten besuchten gizstern die verwitiweteLFürstin Wilhelm RadziwiÜ zu ihrem Geburtstage.
Ihre ajestät die Kaiserin und Königin war gestern Abend bei einer Musik-Aufführung in der Kaisßrin- Augusta-Stifiung in Charlottenburg anwesend.
_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz ertheilte am Montag Mittags dem Wirklichen Geheimen Rath Hasselbach, dem Wirklichen Geheimen Ober- Justiz-Rath Horstmann, dem Geheimen Baurath Professor Adler, sowie Nachmittags um 4 Uhr dem Generaldirektor fiir die Verwaltun der direkten Steuern, Burghart, dem General- inspektor des atafters Gauß, und dem Bauinspektor Weber, behufs Vorlage von Plänen für den Neubau des Gebäudes für die Verwaltung der direkten Steuern, Audienzen.
Gestern früh um 83/4 Uhr begab Sick) Höchstdersrlbe nach Potsdam und wohnte dort dem Exerciren der Rekruten der Leib=Com'pa,gme des 1. Garde:Negiments 3. F., unter Leitung Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Wilhelm, bei.
Demnächst stattete Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz dem Kadettenhause in Potsdam einen mehrstündigen Besuch ab und kehrxe im Laufe des Nachmittags nach Berlin zurück.
Zum Diner folgte Höchstderselbe einer Einladung Ihrer Majetäten.
_ Der Bundesrath hat in feiner Sißung vom 16. De- Fember 1879 beschlossen, daß in Beziehung auf die zollamt- iche Behandlung der Gewinngegenstände der „Lotterie für die'Errichtung eines deutschen Militär-Kur- hauses im Nordseebade Sylt“, welche aus dem freien Verkehr des deutschen Zoügebieis zu einer im Dezember 1879 und Janu,ar 1,880 in remen stattfindenden AussteÜung ge- lgngen, d1e1emgen Bestimmungen in Anwendung zu bringen sind, welche gelegentlich der internationalen landwirthschaft- lichen Ausstellung „zu Bremen im Jahre 1874 getroffen wur- den. Letztere Bestimmungen sind in Nr, 16 des Jahrganges 1874 des Central-Blatts veröffentlicht.
_ Der Bericht über die gestrige Sißung des Kaufes der Abgeordneten befindet sich in der Ersten
'
eilage.
_ In der heutigen (36) Si ung des Hauses der Abgeordneten, welcher der M?nifter des Innern Graf zu Eulenburg, der Fmanz-Minifter Bitter und mehrere
Beförderungen und Verseßungeu.
daß der Gexeßentwurf, betreffend den NechtsZuftand eines vom Gro herzogthum Oldenburg an Preußen ab- getretenen Gebietstheils an der kleinen Hase bei Quakenbrück sowie die?! btretung eines preußischen Gebietstheils an Oldenburg, eingegangenfei. Vor der TageSQrdnung richtete der Abg. 1)r. Wmdthorst an den Prä- sidenten die Frage, ob die Neuwahl fiir die kassirte Wahl in Mörs-Rees bereits festgeseßt sei. Der Präsident Erklärte, daß ihm davon nichts bekannt sei, daß er aber darüber bei dem Minister des Innern Nachfrage halten werde. Darauf setzte das Haus die gestern abgebrochene Debatte Über die vier neuen Verwaltun Sorganisations- geseße fort. Der Abg. Freiherr von edliß-Neukirch führte aus, daß seine Partei den von der StaatSregierung eiugeschla' em'n Weg für richtig halte, ]"th fiir die ganze onarchie die Organisation der. Lande-Zverwal- tuna geießlich festzustellen. Sie wünsche aUerdings als nothwendiges Korrelat hierzu die Einführung der Kreis- und Provinzialordnung in den westlichen Provinzsn, obwohl sie die vielen entgegenstehenden Bedenken nicht verkenne, Die Verwaltungsbezirke müßten möglichst einheitlicher Natur sein, deshalb könne sich seine Partei auch nicht mit der Ver- legung des Schwergewichts der Verwaltung in die Ohrr- Präsidien einverstanden erklären, selbst nicht für die Verwaltung der Steuerangelegcnheiten aÜein. Der Redner sprach seine Verwunderung darüber aus, daß der Redner des Centrums gestern eine starke Initiative der Ver: waltung so wenig nothwendig befunden habe. Er verurtheilte sodann die Taktik des Centrums, welches seine Zustimmung zu diesen staatsnothwendigen (Heseßen von Konzessionen im Kultur- kampf abhängig mache. Seine Partei sei geneigt, fiir die See- distriktr Hannovers eine oder zwei Regierungen nach dem Muster derjenigen in Stralsund zu bewiÜigen. Es sei nicht richtig, einerseits reine Rechtsfragen der richterlichen Beur- theilung zu entziehen, andererseits reine „Beschluß- und Er- messenssachen dem langwierigen und kostspieligen Gerichtsver- fahren zu unterwerfen. Deshalb müsse man großes Gewicht auf die Bribehaltun der Verwaltriiigsgerichte und Yres gerichtlichen Verfa rens legen, wenn man auch ihre ersonenzusammenfeßung etwas modifizire. Bei Schluß des Blattes hatte der Abg. Richter das Wort.
_ Der Pächter, resp. Nußuießcr eines Acker: oder Wiesengrundftückes macht sich im Geltungsbereichs des 21ng. LR„ nach einem Erkenntnis; des Reich§gerichts, 11. Hiilfs- senais, vom 27. November 1879, dadurch kriner Verringerung der Substanz des Grundstückes schuldig, daß er die in dem Grundstücke enthaltenen einzelnen Steine ausgräbt und ent- fernt, um den Nußungswertl) des Grundstückes als Acker: und Wiesenland zu erhöhen.
_ Drr General der Infanterie von Stülpnagel, Chef des 5. Brandenburgischen Jnfa1112rie:Re iments Nr. 48, ist zur Absiattung persönlicher Meldungen ier Eingetroffen und im Hotel St. Petersburg abgestiegen.
_ Als Aerzte haben sick) niedergelassen: die Herren ])])r. Stüler, J. Sander, Schmidt, Kümmell, Bachrach, Adler,
_ SM. Kanonsnboot „Albatroß“, 4 Geschüße, Kom: mandant Korv. Kapt. Mensing ]., hat am 23. November 1879 von Sidney die Heimreise angetreten.
S. M. gedeckte Korvette „Viswarck“, 16 Geschüßr, Kom- mandant Korv. Kapt. Deinhard, ist am 3. Oktober 1879 von Sixncy in See gegangen, ankerte am 23. im Hafen von Tongatabu, verließ diesen Hafen am 29. Oktober, traf am 1. November in Apia ein, ging am 6. in See und erreichte am 10 November den Hafen von Lewuka.
Von S. M. Glattdeckskorvette „Luise“, 8 Gsschiiße', Kommandant Korx). Kapt. Schering, sind Nachrichten, (1. (1. Shanghai, den 27. Novrmber 1879, eingegangen.
S. M. Kanonenboot „Nautilus“, 4 Geschütze, Kom- mandant Korv. Kapt. Chüden, ist am 15. N0vcmber1879 von Sidney nack) Ayia in See gegangen.
Korv. Kapt. Bkcks, ist am 27. November 1879 von Shanghai nach Chefoo iii See gegangen.
' Msrssburg, 13. Januar. (Mgdb.Ztg.) Jn drr [)eu: tigen Sitzung des sächsischen Provinzial-Landtages wurde die Vorlage, brtr. die Annahme und Verwendung der aus'Anlaß drr F€18r der goldenen Hochzeit Ihrer Maxestiiten des Kaisers urid der Kaiserin innerhalb der Provmz gespendeten freiwilligen Beiträge, mit einem An- trags dss Abg. von Benckendorff angenommen, welcher be: stimmt, das; eiii Asyl fiir Unheilbare, nicht grmeingefährlichs Irre iii Verbindung init der Irrenanstalt in Alt-Scherbiß ins Auge gefaßt werden solle. Dazu sol1en verwandt werden: 8. diein Folge des Aufrufs vom voxigrn Jahre von Korporationen und Privatpersonen gemacbten Spendcn, b. die in Folge eines neu zu er- laffenden Aufrufs Seitens derjenigen Kreiskdrporationen, welche noch keine Beiträge gcleisiet haben, noch zu erwartenden Zuwendungen, c.. Bei- träge, welche vom Proviwzial-Landtage auf (Grund eines vorgelexxt-n Kostenanscblagcs und Bedürfnißnachweises in der nächsten Session zu be- wiUigen seien. Die beiden leßien Nummern des ursprünglichen An- trages lautrn: 11, Der Probiniial - Landtag beschließt ferner, Jbre Majestäten mittelst Adresse um die Annahme der Widmung der Stiftung aUcrunterihänigst anzugeben. 111. Der Provinzial-Lac-d- tag beschließt endlich, den Gebern unter Veröffentlichung der Resultate der Sammlung den Dank auszusprechen.
Darauf wurde der Provinzial-Ausschuß an Antrag des 91ng Listemann init der Feststeüung der an die Kaiserlichen Ma1estäten 'zu richienden bezüglichen Adresse beauftragt. _ Es folgte, die einmalige Schlußberathung iiber den Antrag des Promnzial-Ausschuffes wegen Abänderung des Geseßes, betreffend Aufhebung des Lehnsverbandes in der Provinz Sachsen. Auf Antrag des Referenten, Abg. Breitenbauck), wurde gemäß der Vorlage beschlossen. _ In einmaliger. Schlußberathung wurde der Antrag des Magistrats zu Merseburg wegen Gewährung einer Vcihülse zum BaU einer Sekundiirbahn von Mücheln nach Merseburg und zwei, ähnliche Petitionen, welche von, Halle aus einge- gan „en sind, abgelehnt. Darauf erstattete der Abg. von Schicckmafnn den Kommissionsbericht iiber die Vorlage, be- treffend die Uebertragung des Chauffee-Prämien- und Wege- Unterftüßiingsfonds auf die Kreise. Nach längerer Debatte wurden die Anträge der Kommission angenommen mit der vom Abg. Sombart im zweiten Theile beantragten Aende- rung, wonach die Vertheilung erfolgen sol1 nach einem Modus, der zur Hälfte aus dem Flächeninhalt, zur Hälfte aus der
S. M. Kanonenboot „Wolf“, 4 Geschütze, Kommandant *
Bayern. München, 12. Januar. (Mg. Ztg.) Die A bgeordnetenkammer seßte heute die Spezialdebatte über den “Kultus-Exat, und zwar über die Postulate für die Uni- versitäten Würzburg, München und Erlangen, fort.
' Vom Finanzausschuß der Kammer der Abgeordneten mird beantragt: dieselbe wolle den Nachweisungen iiber die Rechnungs'ergebniffe der Verwaltung der Staatsforsten, Jagden und Triften fiir die Jahre 1876, 1877 und 1878 die Anerkennung ertheilen. Die Reineinnahmen aus den Staats- forsten, Jagden und Tristen betrugen im Jahre 1876 16 948 393 „46 96 .:3, gegen den Budgetvoranschlag um 353 389 916 96 „3 mehr; im Jahre 1877 11 977 459 «14 90 „xz, um 4617 544 «14 10 „3 weniger als im Budget veranschlagt war; im Jahre 1878 aus Forsten und Tristen 23,543 912 «14 84 H, um 4 995 597 «14, 16 «3 weniger als sie nach dem Budget ertragen sothen. Nur bei Jagdgefällen mit 137 786 (45 83 ,Z hatte sich pro 1878 ein Mehrbetrag von 7676 914 83 „3 ergeben. Der bedeutende Ausfall in den Erträgnissen der Forsten wird als eine Folge des Darniederliegens des Handels, der In- dustrie und der Gewerbe und insbesondere der Bauthätigkeit, dann der Konkurrenz des österreichischen Holzes, der Zunahme und Verwendung voiiC'issn statt Bauholz und endlich des Umstandes, daß durch die Ausdehnung der Kohlenfeuerung die Holzpreise bedeutend zurückgegangen sind, bezeichnet. _
Branntweinaufschlag betreffend, ist die Verichterstattung dem Abg. Frhrn. von Soden Übertragsn worden. Der Ge: ießentwurf soll im Ausschuß und in der Kammer ihunlichst beschleunigt werden, da die Gestaltung desselben von wesent- lichem Einfluß auf die Bilanzirung des Budgets ist.
Sachsen. Dresden, 13.Zanuar. (Dr. J.) Die Erste Kammer ertheiltc heute zunächst den Kap. 88, 89 und 90 des Etats der Zuschüsse, den Pensionsetat betreffend, ohne Debatte ihre Genehmigung. Hinsichtlich der Prtition des Ver- eins sächsischer Gemeindebeamten um GleichsteUung der Ge- meindsbeamten mit den Civilstaatsdienern in Bézug auf die PensionSverhältnisse brichloß die Kammer, dem Beschluss der Zweiten Kammer bsizuiretrn und dieselbe auf sick) bernben zu lassen. Auch in Bezug auf eine Petition, den Hausirhandel mit Seilrrwaaren betreffend, wurde dem Beschlusse der Zweiten Kammer beigetreten, welcher dahin ging, den ersten Punkt der Petition, durch welchen eine höhere Besteuerun des Hausirhandels mit Seilerwaaren angestrebt wird, der dnig1ichen Staatsregierung zur Kenntnißnahme zu Überweisen, den zweiten, auf Umarbsitung der gesetzlichen Be- stimmungen iiber den Gewerbebetrieb ini *Umherziehen ge: richteten Punkt aber auf sick) beruhen zu lassen.
Die Zweite Kammer beschäftigte sich mit drm Etat des Ministeriums des Innern. Eine Debatte knüpfte sick) an Kapitel 49, Landesbeilz Straf: und Versorganstalten, zu welchem der Abg. Dr. Krauss den Antrag eingebracht hatte, die Regierung zu Ersuchen, daß sie im Biindesraihe dahin wirke, das; [)“.i einer reich§geseß1ichen Regelung drs Straf- vollzugs solche Bestimmungen vermieden werden, welche die in Sachssn aufzuwendenden Kosten desselben wesent- lich vermehren müßtcn. Dicsér Antrag wurde von dem Vizepräxidenten ]))“. Pfeiffrr Und den Abgg. 01“. Stepbani und Penzig befürwortet, von den Abgg. Freytag, Heger, Liebknecht und Ackermann hingegen bekämpft. Der Staats- Minisier von Nostiß-Waüwiß erklärte das Einverständniß der Regierung mit der Tendenz des Antrags, hielt ihn jedoch für unnöthig, da die Regierimg jeßt bereits demselben ent- sprechrnd vsrfahrcn sei. Hierauf wurde der Etat des Finanz- Ministrrixims mit cinigen von dcr Deputation empfohlenen und von der Regierung gcbikligton Abänderungen ohne De- batte bewiÜigt.
Oesterreich=Ungarn. Wicn,12.Zanuar. Se.Kaiser- liche „'Hohrit drr FM. Erzherzog Albrecht feierte gestern [isrsc'lbst den funfz-igsten Jahrestag seiner Ernsnmmg zum Önhader des K. K. Jnfantsrie-Rigimentcs Nr. 44. Aus diesem Anlass fand bei Sr. Kaiserlichen Hoheit eine soleime
' Offiziers-Galatafel statt. Zur Bcgliickwidrschung drs eriauchten
Jubiiars ist eine Deputation vom Nesrrvrkommando des den Namen des Erzherzogs fiihréndrn Regiments in Wien ein- getroffen.
_ Die „Presse“ bemcrkt: Der ReichéZ-rocth nimmt nach mehr als drciwöchentlicher Unterbrechung im Laufe dieser Woch€ stine Verhandlungen 10180817 auf. Dieselben vrrspreckzen sofort intsrrffant Und bewegt zu werden, da im Plenum un: verziiglick) die Débutten 1“:er die Grundsteuer:Novelle und über dir bosnische Vsrwaltungsvdrlage stattfinden sollen, während glsichzeitig der Budgctausschuß das Unterrichtsbudgrt in An: riff nehmen wird, ,bei wsicbrr Gelegenheit die Czechen ihre orderungen bezüglich drs Schulwesens präzisiren werden.
_ 13. Januar. (W. T. B.) Der Hreresausschuß
der U ngarischen Delegation nahm das gesammte Extra- ordinarium des HWreSerorderUiffes für 1880 unverändert an, nachdem der Krieg?;:Ministcr bei den einzelnen Posten ans- führliche Aufklärungen gegeben hatte. Pest, 14. Jaxmar. (W. T. B.) Gestern sammelte sick) abermals eine größere Volksmenge vor dem National- kas ino; die Kasmofenftcr wurden eiiigeworfen. Das herbei- gerufene Militär säuberte die Straße; einige Excedenten und Polizisten sollen verwundet sein; etwa 30 der Ruhestörer wurden verhaftrt.
Großbritannien und Irland. London, 12. Januar. (AÜg. Corr.) Dem Reuterschen Bureau wird aus Kabul vom 9. d. M. gemeldet: General Roberts hielt heute einen Durbar Und bei dieser Gelegenheit eine Ansprache, worin er den Maliks die freundlichen Gesinnungen der britischen Re- gierung und, deren Wunsch ausdrückte, das Leben, Eigenthum und die Religiotx der Afghanen zu respektive". Der General wies au_f disEriolglosigkeit des Aufstandes hin Und bemerkte, wemx nicht eme sirengere Züchtigung dafür verhängt worden, sd sei dies dem (Edelmuth und der Nachsicht der britischen Ne- gierung zu verdanken. Er drückte auch seine Befriedigung darüber aus, daß die intelligenteren Afghanen von der Be- theiligung an dem Aufstands ab esianden seien. Shabaz Khan wurde zum Gouverneur von KohiZan ernannt. Eine Transiiort- Kolonne mit Munition, Geld, Kleidungsstücken und aUderen Vdrräthenfist yon Kabul nach Gundamak abgegangen. Der Sirdar Mir Aizul Khan hat Farah verlassen und ist nach Persien geflüchtet.
bei der leßten Volkszählung ermittelten Civilbevölkerungszahl
Regierungskommiffarien beiwohnten, theilte der Präsident mit,
resultire. Nächste Sißung Mittwoch.
_ Aus Labore wird den „Daily News“ unter dem 10. d. M. telegraphirt:
In dem besonderen Ausschuss für den Geseßentwurf, den,
Mabomed JM hält das Fort Gbuzni mit LiMr starken Streit- macht und 12 Kanonen beseßt. Er zieht die Stxuern im Nam'en Musa Khans, Jacub Khans Sohne, der fich bei ihm beßndet, ein. Mabomed Jau sandte Bot1chaften nacb Turkesiaii, wvrtn drmgepd zur Bctbeiligung an dem Kriege aufgefbrdert wird. Abdul Kamin brivgt in Kobistan eine Streitmacht fur Mqhomxd Jan auf die Beine. Der Bala-Hiffar wird verstärkt, Es wird ein neues Fort ge- baut. General HiÜ befehligt in der Stadt. Meldungen aus Kabul zufolge sind die Ghazis wiedcr im Lagartbal versammelt.
Frankreich. Paris, 13. Januar. (W. T. V;) Die dies'ährige ordentliche Session der Kammern ist heuts erö net worden. Die Deputirtenkgmmer wahlte_ Gam- betta mit 259 von 308 Stimmen Wieder zum Präsidepten. 40 von den abgegebencn Stimmzetteln warsn 'unbßschrirben oder ungültig. Zu Vize-Präsidenten wurden die bisherigen Vize-Präsidenten Vriffon, Sénard und „Bethmont wieder- gewählt. Die Wahl drs vierten Vize-Praszdenten, sowre die Wahl der Quästoren und der Sekretäre Wird am Donnerstag
stattfinden.
Italien. Rom, 13. Januar. (W. T. B.) ,Die? Regierung hat beschlossen, einen Militär-Attachs bei ihrer Botscbaft in St. Petersburg zn ernennrn und hierzu den Major Appelius designirt.
Der Senat seßte dis Verathung der Mahlsteuer- Vorlage fort. Torregiani sprach fiir Anfhebung der Mahl- steuer. Jacini suchte 11achzuweisen, ,das; der Senat den Ent- wurf weder annehmen, noch unbedingt ablehnen, noch auch denselben modifiziren könne._ Drr Reduer besprach 018 gegen: wärtige Finanzlage urid p[ardirtß fiir Annahme der gestern vom Centralbureau eingebrachten Tagesordnung, _betrrffend die SUSpendirung der Vorlage, welche keinerlei, _femdselrgen Charakter gegen das Ministerium „habe. Almsr beantragte eine Tagesordnung, durch welche dw Aufbrbnnzikder Mahl- steUer bis ziim Januar 1884 gebiÜigt und zuglsich die Zu- versicht a116gesprochen wird, daß die Regierung durch emo rationeüe Umgestaltnng dcr Steiiern der Finanzlage gerecht werden wiirde.
Türkei. S c u t a r i , 12. Januar. (Vest. L.) Der Gouvrrncur von Oberalbmiirn, Jzzet Vaschci, theilte der Pfortc init, daß er die Zuzüge von Bewaffneten nicht hindkrii könnr, da thatsäcbiich die Liga regiere. Die Bevölkerung ist inFoige dsr Kämpfo von Velico so erregt, das; Er keins Trupbeii ent- behren könne. Aus Prizren_d wird berichtet, daß die B(- strebrmgeji dor Liga auf vollständige Autonomir Niba- niens gerichtet seien. Die albanesische Liga Wird ihren Standpunkt in der Giisinje:21ffaire in einem ausführlichen Memoirs den Großmächten unterbreitsn,_imit dessen Abfassung Vasia Efendi und Effad Ver) betraut „nnd und welches der Nationalverfammlung der Liga in D1akova vorgelsgt wer-
d n soll.
Serbien. Belgrad, 12. Januar. Uiztcr Vorsitz des Fürsten fand, dem „Vest. L.“ zufolge, heuie em Mnnsierratl) statt. Es wurde beschlossen, arißer Maries auch zwei te'ck): nische Bsiräthe, und zwar den UniversitätsProfeffor Abkomcs und den Baurath Augustini wegen Ab1chlnffes der „Erstn- bahnkonvention nach Wien zu entssndetz. Em neues Oppositionsorgan, der „Videlo“, ift herite Lrschienen.
Montenegro. Cettinje, 12. Jammr. An die Be- wohner der zu okkupirenden Distrikte wird, wis dem „Vest. L.“ berichtet wird, die montenegrinische Regierung ems Prokla: mation erlassen, in welcher dieselben nochmals aufgefordert werden, den Widerstand aufzngeben.
_ Die „Jndépendance“ veröffentlicht den, Text der Cessions-Urkunde iiber dis Distrikte Gusime, Blawg und Kutich-Krainn, welche die türkischen und montenegri: nischen Vevollmächtigten unterschreiben ioilen. Die Urkunde Lautet:
„Der unierzcicbneie außerordentliche Gcianiie und Verwü- mäcbtigte “Oer Kaiserliéb Türkischen Rkßiernng erklärt, durch den gegen- wärti-Jen Akt dsr Reairrung DLZ Fürstxntbums Nionicnkaw die Distrikte Plajva und Gusinje nach Maßgabe dcs Berliner Fricdens zu Übirgeben. Zu diesem Zwecke haben siti) sämmtliche türkiscben Civil- und Militärbebördcn aus dem bezeichneten Gebiete zurück- gezogen. Dcr unterzeichnete Bevollmächtigte hat dem Vcrireter dis monienegriiiisMn Mimisteriums diese Urkunde ordiiungsmäßig aus-
gefexiiat Übergeben. . ' " Där unierzeickznete SpezmlbevoiimäMmie drs Fursienibums
erklärt durkb geaenwärtige Urkunde dsr Kaiirrli-cb türkischen Regie- rUng gewäs; dcn Besiimmungrn dcs Berliner Friedens den Distrikt von Kutscb-Kraiiia zu übcrßcbcn und Haben 7,11 diesem Zwecke die Civii- Ukld Yiiliiärbebörden bon Ykonikneg-o dicscs Gebiet verlassen. Der itnierzeiibnete Vcboilmäsbügfe hat dém Vertreirr der türkischen Regikrung diesen Akt ordnungsgemäß ausgeferiigt übergeben.“
Rußland und Polen. St.Peterstrg, 13. Januar. (W. T. B.) Das für das Jahr 1880 veranschlagte Staats- budgct wird am horitigrn Neujahrstage von dem „Regikriings: boten“ publizirt. Die Ziffern desselben sind bsrrits bekannt (rimd 666 000 000 in Einnahme und !iquabe).
Amerika. New-York, 13. Januar. (W.T. B.) Dir der republikanischen Partei angehörigcn Mitglieder beider Kammern OSL“ Legislatur des Staates Main? tratcn gestern Abend in dem Legislaturgebäuds zur Organisation ihrer Partri zusammen. Disselbon waren in einer zur Beschlußsähigkeit hinreichenden Anzahl erschienen. Vorrden Fusionistcn, welcbe durch dieses Vorgehen der Re: publikancr augenscheinlich Überrascht waren, wurde kein Wider- spruch erhoben. Die Frage der Gesetzmäßigkeit des Vsrfahrens der_Republikaner wird heuie dem Ober-Gerichtshofe zur Ent- scheidung untcrbreitet werden.
, (Weitere Meldung.) Die von den republikanischen Mitgliedern der Legislatur von Maine abgehaltene Sißung dauerte, nach hier eingegangenen Meldungen, bis heute früh 2 Uhr und wurde dann bis Sonnabknd vertagt. Man einigte sich Über eine ganze Reihe von Fragen in Betreff der Lega- litat des Vorgehens der Re ublikansr, welche dem Obergerichts- bo'fe desSigatcs zur Entxcheidung vorgelegt werden sollen. Die fusronistischen Mitglieder der Legislatur hielten heute ebenfal1s eine Versammlun ab; es scheint, als ob beide Par- teien die Entscheidung des hergerichtshofs abwarten onen.
Landtags = Angelegenheiten.
Der dem Hause der Abgeordneten vorgelegte Nachtrag zum Fixläkxtshausbalts-Etat für das Jahr vom 1. April1880/81 Einmalige und außerordentliche Aus,;aben. 111. Ministerium
der offentlichen Arbeiten. Kap. 6. Bauverwaltung. Titel 3-13. um Bau von Schiffahrtskanälen, Schleusen, Häfen. * Titel 13 u.
5 ur Verbesserung der Wasserstraße Zebdenick- Liebenwalde, erste Kate 500000 „M Zu Titel 13 a, Die Strecke der Oberbayel von
Zehdenick nacb Liebenwalde befindet fich,in einem völlig unregulirien ;,u.iande und ist die schlechteste Schiffahrtsstraße tm Regierungs- bezirke Potsdam. In größeren und kleineren Serpentinen und zwar derartig, dai"; der Lauf nach Wegen von mehreren Kilomeiern zu derselben Stelie zurückkehrt, durchzieht die Havel das Thal, in welchem das Bett bald schmal und tief, bald flach und breit auf- tritt. Ursprünglich war für die notbwendige vöUige Umgestaltung dieser Flußstrecke die Kanalifirung derselben insAuge gefaßt. J'n Folae der genaueren technischen Ermittelungen ist indeß jeYt die Ansicht zur Geltung gelangt, dak; den Interessen der Landeskultur und der Schiffahrt die Anlegung eines besonderen Schiffahrtskanals neben der Havel in_ höherem Maße entspreében würde, als die Kanalifirun.) des Flusies. Dem jeßt vorbereiteten Plane ziifoige wird b-absichtist, die an den Yküblengerinpen und der Scbiffssäoleuse von Zehdeiiick beginnende, 700 11] lange Havelstrecke bis unterhalb der Kampbrücke zu reiiuliren, den 11er: anzulegenden Kanal in geringer Entfernung von der Kampbrücke aus dem Havel- bette _ unter Anlegung einer Freiarcbe in denselben _ abzquei- gen, am ösilicben Niederungsrande eiiilang bis Biscbofswerder zu führen und hier in den bereits gerad“: galegteii Lauf oberhalb der Voßscbleuie übergeben zu lassen. Der neue Kanal wird nicht aliein den Verkrhr vom Finowkanale nach der oberen preußischen Havel mit ihren ausgedehnten Seitcnzwcigen, deni Vrzilowkanal, den Tem- pliner und Lvchener Gewässern, sowie weiterhin mit dem Neße'der mecklenburgiscben Wasserstraßen vermittcln, sondern aucb den seiner VoUendung entgegengehcndew Rheinsberg-ZeMiner Karius, welcher an die mccklenbaraischcn Was1erstraßen iich gnschließt, mxitelbar mit den vorhandeiirn Hauptwasicrwcgen in Verbindung seizen. ,
Der Bau des Schiffahrtskanals von Zehdenick nacb Liebenwalde ist besonders dringlich, weil die alten Havelarcben „oberhalb der Voß- schleuse bei Liebenwalde, deren Verlegung durch dieren Ban 52de wird, jedoch erst Erfolgen kann, nachdem die USUS Kanalstreckx m der Hauptsache fertig gesteUt sein wird, in eineni sehr baufalxigen Zu- stande, der anderenfalis ihre Erneuerung rzötbtg machcn _wu'rde, ,s1ch befinden. Das Projekt zum Bau des Schxffabrtska2331s ist,inFemen Grundzüßcn bereits festgesieÜi, und sind die Koiten uberschlagltch a,".f ] 900 000 „76 berechet worden. Für die Ausfuhrung des Baues iii ein drcijäbriger Zeitraum in Aussicht genommen, und fur das nachste Ei.)“.sjaix eine erste Rate von 500000 „46 zurn An1a13 aebracbi. '
Titel 131) Zur Kanalisirung des Mains bon Fraixksatt bis ziim Rbéin, erste Raik 800000 „kl- _
Zu Titel 131). “Seit längerer Zeit, wird der Plan verfolgt, den Rbcinscbiffen cinen Sébiffabrtsweg bis zur Stadt Fran'kfurt zu eröffnen und damit dem dortigen Handrlsstande die untmttelbare Tbeiinabme an den Vortbrilen des großen Siromverkxbrs zu sichern. Ursprünglich 101116 dieser Zweck nakb eincm alteren, 1th aufgegebe- nen Projekte durch HersteÜung eines neben den) Maine herlaufenden, brd Frankfurt bis zum Rheine führenden„SchiffahrtskanUs erreicht Werden, desirn Kosten auf etwa 4 Mi111oncn Gulden vergnschlagt waren. Die Ausfiihrur-g ioUte dureh eine zu bildsnde Aktiengessll- scbast erfolgen und das Unternehmen durch (Entnahme von Aktnwn bis zur „Höhe von 1 Million Gulden aus Staatsnntt-slx) untrrsiuizt werden. Gegenwäriig wird beabsichligt, durcb Kanalifirung des Maiiis vermittelst Anlegung Von Schleusen und Nadelwdhren, d. b. durch Verbkfferung der Echiffbarkeit des Stromxs ieibst eme Wasser- tiefe deselben von 2 m bei dem kieiiistewWaiieritande,berzusteileu. Die Kosten der Ausführung dieses der staatlichen Initiative ent- sprungenen Projekts werden fick) auf 4200000 «14 belaufen, denen noch 1250000 «16 für die Anlage des stadtiscbrn Hafsns bmzu- trLtM, welcbe aUsschließlich von der Stadl Frankfurt getrageti wer- den sollen. ,
Die Ausführung des Unternehmens, um deren Besch1eumgung von den städtischen Behörden und drr Handelskammer von Frankfurt unausßeieizt, unter Anderem auch 111 einer an das Haus der Ab- geordneten gerichteten und durch Beschluß'deffelben vbm 19. Jayyar 1878 der Staatsregierung zur Berücksichtigung Uberwiesknen Petitio'n gebeten worden, ist durch die Verhandlungen verzögert, welche niit den übrigen Mainuferstaaien über 'die Vorbebalte gepflogen werden mußten, an Welche dieselben ihre Zustimmung zur ':Uusfitbxunxz des Uniernebmens geknüpft batten. Nachdem nunmehr uber _die bisher noch strechigen Punkte eine Verständigung erzielt worden, ist'- m den vorließenden NachtragSetat für den gedachten Zweck eiiie erxie Rate von 800000 „74 eingesteüi. " „ _
_DerEtatder JustizverwaltungiurdasJabrrom1.21le 1880/81 schließt mit einer Einnahme von 5000 600 „46, gegen 2704900 „M des Vorigen Etat“, mithin 2295 700 „44 mehr. Dieses Mehr entsteht vornehmlich aus dem Plus von 2078 941 24, welches fich bei “(*-en Einnahmen ergiebt, die als Emolumenie- der Beamtkn zur Verircndung kommen und bei dem Posten „Antbeil an dem ArbriiSverdienst der gerichtlichen Gefangenen“, weicher ein PM; von 185800 «FC: nacHWeist. _ Die dauernden Ausgaben be- ziffern sich auf 73348500 914 (darunter künftig ng- fallend 3683 638 sil») gegen 69 723 425 «14 des vorigen Etuis. mt:- hin 3 625 075 „44 mehr. Das Kapitel „Ministeriurn“ nimmt in An- spruch 547 430 „M (+ 1200 „M), Die YLUSJaben für1das Ober- Tribunal mit 485355 „14 11111611 fort. Die Justiz-Priifungs-Kom- misswn erfordert 22 950 «;ck (+ 3150 „M.). Das Plus ist der Mehr- beirag der Prüfungsgebübien nach dem Durchschnitt der Jahre 1876 und 1877/78 gegen die Vorjahre. Es fallen fort: bis (Etatsposten fiir Gerichte zweiter Instanz in den Landesiheileri, in denen_die Ver- ordnungen vom 2. Januar 1849 und Vom 26. Juli 1867 Geießeskraft batten, we1cbe im vorigen Etat mit 2224 927 „ck standen, ferner die Kosten fiir das frühere Appeüationsgerichi in Celle und die Ober- (Gericbie des dortigen Departemriits mit 621906 .Er-, die Posten fiir das Appeliaiwnsgerübt in Frankfurt a. M; mit „53 330 «16. und, fur den Appeliatiorisgerickytsbof in Cöln und die Rheinischen Landgerichte mit 665 086 «F- Das Kapitel „Ober-Landesgerichte“ weist eineAus- gabe uacb von 3 201277 „% (darunter künftig wegfanid 95 919 „H.) gegen 3183800 946, mithin 17 477 «M mehr. Jm vorigen Etat Ut dieses Kapiiel mir für die Zeit vom 1. Oktober 1879 bis 1. Apri1 1880 mit 1 591900 «16. zum Ansay gebracht. Dic La_ndgrrichte und Amtxgeriche erfordern 48 295 365 916. (darunter künftig wegfallend 232 643 ckck) gegen 47106184 «(+ 1189181 „M). Jm vorigen Etat waren in diesem Kapitel fUr die Zeit vom 1. Oktober 1879 bis ]. April 1880 23 553 092 «M. angeseßt. Bei dem Titel Best)!- dungen sind 12600 „44. abgeseßi für 2 Landrichter in Meiningen und 1 Landricbtcr in Rudolstadt, Erspart werdexi ferner bei den Aus- sterbkaebältern der Richter im Obcr-YppeUatwnSgcrickotsbezirk Kiel 35 438 „44 Abgeseßt sind 78 K'ar-zlijien mit 144 895 „is“: und dxr Fonds zur Remunerirung der Dolmetscher ist um 47 90“) „sz er- mäßigt, dagegen sind zur Verstärkung der Fonds für „HiilfSarbeiier in der Kanzlei der Lamdgctichte 46800 ckck und zur Erhöhung dcr Fonds zu Gehaltszulagen für die in einze_lnen Bezirken als Dol- metscber funqirenden Beamten 17900 „M in Ansatz gebracht. A:: Kalkulaiurgebübren find 56 000 ckck abgesch, dagegen werden mehr erfordert: 277 200 „M für 92 neu fundirte Rechnungs-
revisorensteven bei den Staatsaanaliscbaiten der Landgericbte. Dieser :
Betrag findet seine Deckung in dem_ Reservefonds von 2534700 .,“, we1cher durch den jeßigen Etat m Wegfall kommt. Der bisher reservirte Fonds zur Bestreitung der Besoldungs- und anderen per- sönlichen Ausgaben für die Verw.“;ltung der , 2534700 „74 ist entbehrlich geworden., In Wegfal] kommen die Kosten: für die Gerichte erster Instanz m den LandeStbeilen, in denen die Verordnungen vom 2. Januar 1849 und 26. Juni 1867 Gesetzes- kraft haben, mit 21336686 ..ck; die Amtsgerichte im Departement des AppeUationögericbts zu Celle *mit 1359174 „44; das Stadt- gericht W. in Frankfurt a. Vi. mit 154 200 „16.; die Friedens und Handelögericbte des Departements Cöln 543 827 „M Die Gefangniß- verwaltung erfordert 5872 990 «M (+ 102 490 ..ck). Für die int
vom 1. Oktober 1879 bis 1. April 1880 waren zum Ansaß gebracht * 774 500 „1!- Als Erhöhung des Fonds zur Remunerirung der Ge- - fängnißbeamten 2c. sind 100 070 „36 angeseßt, welche durch die Er- “
höhung der Einnahme aus dem ArbeitSvcrdißtist der Gefangenen vou 185800 „ck gedeckt Werden. Das Kapitel „Penfior-en,
positionsgehälter, Wartegeldcr und Unterstüßungeu“ wirft
3350000 „44 aus, welcbe als künftig wegfallend ufgefübrt sind Für die Zeit vom 1. Oktober 1879 bis 1. Ap , 1880 waren 1675000 „M. zum Ansatz gebracht. Als Beitrag “zu_den gemein- fcbaftlichen Kosten der Unterhaltung des Ober-Landeßgerichts in Jena und der Landgerichte in Meinirxgen und Rudolstadt sind 25000 .“ ausgenoorfen. Kapitel ,Baare Auslagen und andere Außqaben in (Civil- und Strafsachen“ weist nach 7795 906 ““i- (+ 1 840 576 .“). Von dem erforderten Plus kommen auf Partersachen 240576 , auf Strafsachen 1 600000 «14 Die Erläuterungen bemerken hierzu: „Die an sich erhebliche Erhöhung der Auslagen in Strafsachen kann um so weniger eine Herabfeßung erfahren, als tm Hinblick auf die Bestimmung des §. 150 der Strafprozeß-Ordnung vom 1. Februar 1877 eine weitere Steigerung dieser Auslagen zu erwarieki ist,“ Für „Porto und Auslageu für ostsendunaen und Postbestellungen, sowie Gebühren für telegrap ische Korrespondenz“ 2974 680 „M 01-31-0000 944). Kapitel „sonstige AuSgaben“ weist-nach 450900 «ki. Für Unterhaltung der Justizgebäude mit Ausschluß der größeren Neubauten und Hauptreparaturcn werden, wie im vorige.1Etat, 756 000 916 angesexzt, und an die Justizofßzianten-Wittwenkaffe sind zu zahlen 60000,“ (_4000 914). Diese Mindsrausgabe entspricht der Mindereimiabme bon gleicbxm Betrage. Der Etat dieser Wittwenkaffe weist eine Einnahme von 27800024 und eine Ausgabe von 320000314 nach, von welcher _Ausgabe 42 000944 aus den in früheren Jahren ver- bliebenen Ueberrcbüffen gedeckt werden. _ An einmaligen und außerordentliäyen AuSgaben werden erfordert 5 873 930 „M Hiervon find bestimmt: zur (Erweiterung des Gefängnisses zu Pr. Holland in dem alten Ordensicblosie daselbst, ErgänzungSrate 16 450 „44; zum Neubau eines Geschäftshauses der Abtheilung für Untersuchungssachen der Landgerichte und Amisgericbte in _Berlin und zum Nrubau von Untersuchungsgefängnisien für dieselben, fernere Rate 500000 „14; zum Ankauf des Grundstückes des ebema1iien Kadettenhauses zu Berlin für die Abtheilungen für Cibilsacben des Landgerichtes und des Amtgericbtes Berlin 1.: 4706 000 „14; zum Neubau eines gerichtlichen Geiängniffes zu PerLLberg, lxßte Rate 31000 «M; zum Ankaufe eines Hauses zu einer Wobnana für den Divifions - Commandeur in Neisse [)ÖUfs' Freistellung der jetzigen Wohnung desselben in dem ebewaltgen sürstbisckiöfliihen Refidenzscbloffe daselbst für die chcke des dortigen Landgerichts und Amtsgkricbts 66 000 „M; zum Vieiibau eines geriibtlicben (Hesckyästs- und Gefängnißgebäudes zu Siaxzfuri, letzte Rais 14 280 „44; zum Neuban eines Gefängniffes zu Nordhausen, fernere Rate 67 400 «14; zum Neubau eines Ge- schäftsgebändes und eines Gefängnisses fiir das Landgricbt und das Amtsgericht zu Flensburg, fernere Rate 250 000 974; zum Erwä- rerungsbau bezw. Neubau des Gefängnisses zn Hannover, erste Rate 140000 «;ck; zur VoUendung bezw. baulichen Ergänzung des gerichtlichen (Gefängnisses zu Münster, Er,iänzungsrate 22800 «14; zum Nrubau eiiies Gcsckpäftsbauses für die (Gerichte zu Cassel, letzte Rate 60000 „44
Kunst, Wiffenschaft und Literatur.
Jm Verlage vori Murray in London erchint dsmnäcbst ein neues Werk von O1". Schliemann, betitelt: „Ilias, das Land der Trojaner ,“ in welchem der unermüdliche Forscher einen Be- richt über seine neuesten Nachgrabungen in drr Ebene von Troja (r- stattet. 400 Pläne und JUusirationen srbmücken den Band.
GeWerbe und Handel..
Die Liquidation der Neuen Berliner Messingwerke, Aktirngesellscbaft (vorm. Wilk). Borchert), ist zu Ende gsführt undd ein dicsbezüglicher Vermerk in das Hax-xdelsregister Eingetragen wor en.
_ Das „Dresd. Journ.“ theilt folgenden Meßberichi aus. Leip zig Vom 12. Januar mit: Die jeizige Neujahrsledermeffe nabm
einen sebr günstigen Verlauf. Die Preise a11er Ledergattungen
sind im Steigen beariffen. Da? lebhafte Herbst,."zesibäft 1879 hat
sich auch auf das Neujahr 1880 übertragen, und es sind die Bedin-
gunaen vorhanden, welche die Preissteigerung rechtfertigen. Eine
weitere günstige Entwickelung der Garlederbrancbe für das [aufende
Jahr itebt deshalb wohl zu erwarten. Einzelne Ledersorten, z. B.
lobzare und alaungare Schaffelle, waren auf der hiesigen Neujahrs-
meiie so stürmisch gefragt, das; dieselben einen Aufschlag von100/0 und
darüber crreichien. Da die Preise für sämmtliches Leder in Amerika
während der [sizien 3 Monate um ein Bedeutendes gestiegen, z.B. eicheno
gegerbtes und Havelockrohleder ca. 259/0, soist eine Zufuhr von dieser Seite
unterbunden, und in Folge der vergrößerten Nachfrage für unsere bei-
miscben Fabrikate bleiben die letzteren in aufsteigender Vervegung.
Rohes deutsches Leder nimmi an diesem Aufschwung Tb-cil und hat
aleicbfaÜs eine wesentliche Preissteigerung eriabren. Leider wird das
Material dabei ssbr knavp, weil deuiscbe Häuie und Felle in jüngster
Zeit zu sebr bobcn Prcisen für das Ausland aufgskauft werden. Die
nachsirbenden Preise sind minimale im SUJWI- Und maximale im
äérxxil-Verkebr. L..xemburger und S1. Viiher halten, feinste Salz-
ochfenbäute per 50 RZ" odrr 100 Pfd. 170_200 „44, do. geriiigere
Waare150_160 „44, Trisr und Sisgsnc-r prima Sa1zochxxnbäute
desglkicben, do. secunda trockene HäUie 125_155 «M, Malmsdyec 160-190 915, EsÖWLJST leichte und geriiige Waarr 130-140 «M,
stärkere 140_ 160 „M., bayerisches Zabmledsr, Riickenstockel- [läufe 160_185 «14, db. Mittelsorte 130_155 „kla, Vacbsleder bowfeine rheinische 160_180 „xz, do. gU1e_ hessische bis 160 „411, do. fccunda bis 140 916. I)iiischinmiledcr JÜUz ieine anre bis 195 „M:, do andere Sorten bis 175 «14 Blankleder schwarz holte das Pfund
oder 500 Z'!“ bis 175 „5, db. beUL bis 195 «3, gefalzte Sorten ca. 210 „5, Fabllcder bis 200 „Z, Niederländ.!" odrr leichte und _aus sonstigen rcnommirten Gcrbereicn bis 230 «5, Fablleder extraseine Waare bis 260 «5, Kivsfabllcder gcringe c;. 120 „xz, do. bcmere SOTÜ'U bis 200 „31, braune Kaibledcr, gewbhriliibe Waare ca. 320 411, GLer und solche aus berorzugtrn Gerbereion bis 500 „5, Roßleder lobgar, per Derber von 10 Häuten bis 22) «44, weiße alaungare Schaffelle, gute Waare Pér Oecher 15 bis 20 „76, do. geringe circa 10-15 „14, draunc Schaffeiie desgleichen, und schwerste Wanke bis 30 «45: Per Dccher. _ Der Tuchmarkt war, obwohl die Nenjabrmcisen nie von Bedcutung sind, ziemlich stark befahren, und da die chise sch gedrückt waren, wurde viel gekauft. Auch in wollenen Strumpfrvaaren wurde ziemlich viel um- geselst, da der strenge Winter diesen Artikeln recht giixistig war. - Das Geschäft in rein Leinen, namentlich aber in Hall)- leiner. Baimwollenwaarcn und Bettzeugeti. war diesmal denjenigen
Fabrikanten, welcbe ausschließlich Engrosiiesckyäst? b.treiben, günstiger als im verflossenen Jahre; es dürfte der Grund darin zi: finden sein, da;“: das Rohmaterial bedeutend im PMP ("estiegcn ist. In Folge solcher Preissteigerung bat mancher Grossist verschiedene Posten a'uf
Spekulation gekauft, Dagegen haben Fabrikgntcn, dir nur _Detail-
geschäfte betreiben, sebr fcblexbte Geschäfts gemacht. _ Fur alle anderen Branchen ist die JieujabrSmeffe ohne Bedeutung. '
London, 8. Januar. (Allg. Corr.) Die National Drs-
Gerichtskaffen von ?
Dis- '
cont Cowbany ist in der Lage, eine 12Vrozentiae_ Jahrisdividcnde zu vertbeilen, den Rescrvefond um 16500 :6 in_erboben und 710738 ! auf neue Rechnung vorzutraxien. _ Dic Allranxe Bank zahlt eine Dividende von 5% gegen 6% in 1878 und tragt ca. 15000 IZ ] auf neue Rechnung vor. _ Die German Union Telegraph & Trust Company beschloß in einer am 7. d. M. itattgehabten ! Direktionsfißung, am 21. d. M. eine Interims-Dividende von 5 811. 9 (1, per Aktie zu zahlen. _ ! New-York,12.Jam*ar. (W. T. B.) Weizen-Verschtf- ? fungen der leßjen Woche bon den atlantischen Häfen der Ver- einigten Staaten nack) England 63 000, do. nach dem Kontinent 25 000, do. von Kalifornien und Oregon nach England 50 000 Qrtrs., Visible Supply an Weizen 29 562100 Bushel, do. do. an Mats
11437000 Busbel. Verkehrs-Anfkalten. Lemberg, 13. Januar. (W. T B.) Die Verkehrs. Fin'etr'nitsse der gaiiziscben Bahnen smd nunmehr gänzlich e et ig.