1880 / 19 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 22 Jan 1880 18:00:01 GMT) scan diff

Und an Zinsen von Effeéten ])p. 87 000-714 eingeseßt sind. Man bat bach Y_bscbreibungen auf die Hütte von 200000 «44 und Vrrstärkung des Huttengarantiekontos und der Baureferve von 30- resp. 4000084 emen Hypotheken-Amortisationsfonds mit 750000.“ ausakstatiet und danach einen Reingewinn von ca. 300 000.714 ermijteli. Im weiteren Verlauf der Sitzung Wurde der Bau eines zweiten Hochofens mit einem Kostenaufwande von ca. 500000 „;ck genehmigt.

Bielefeld, 18, Januar. (Lpz. Ztg.) In den Wirtbscbaft- schaftlichen Verhältnissen unserer Stadt ist in den letzten Monaten ein großer Fortschritt zu verzeichnen. Unsere großen Spinnereien sind vo auf beschäftigt, und die Preise bessern sich mit jeder Woche. Dieselben haben noch große Vorratbe von Flachseu, die zu billigen Preisen gekauft sind, wahrend das Robmaxcrial augenblicklich be- kanntlich sehr hoch steht., Auch beziehen diejelben bis Ende dieses Jahres die Kohlen nach ihren Kontrakten noch zu niedrigen Preisen. Besonders flott gehxn'auch unsere 5 Nähmaschinen-Fabriken, die an 1200 Arbeiter beschafttgen. Die Preise, welche in den [eßten Jahren sehr gedrückt waren, haben sich bier gleichfalls bedeutend gebessert.

Antwerpen, 21. Januar. (W. T. B. In der heutigen Wollauktion waren 2450 B. angeboten, wovon 1878 B. verkauft wurden. Das Geschäft war belebter.

London, 15. Januar. Die ,Allg.C0rr.“ theilt folgende Daten über drn amerikanischer: Nähmaschinen-Handel mit: In den Nähmascbirikn-Fabriken der Vereinigten Staaten sind nahezu 4000 Mechaniker beschäftigt. Die folgenden Ziffern geben Auskunit über din Cxportbandcl in diesem Artikel. Es kauften imJabre1879: Deutschland für 539 000 Dollars, England für 465000 DoW, Mexiko für 153000 Doll., Australien für 110000 DM., Kolumbia für 93000Doil., Cuba fiir 66000D011„ Frankreich für 41000D011., Venezuela für 30 000 DM., Brasilien für 21000 Doll., Arsentinien für 18 000 Doll., Schottland für 16000 Doll., Peru für 15 000 Doll., Central-Amerika für 12000 DM., Belgien für 10 000 Doll.. Neu- scbottland für 11000 Doll., Hawaii für 8000 D011., Porto-Rico für 9000 Doll., Quebrck für 7000 Doll., und andere Länder für 29 000 D011„ was einen Gesammthport im Betrage von 1 661000 Dollars ergiebt.

London, 19. Januar. Dcr „Economist“ enthält folgende Be- merknngen über die Entwicklung des englisckoen Waaren- marktes: Die Besserung, die fich auf den Handelsmärkien bemerk- bar gemacht hat, ist nicht verschwunden, obwohl der Aufschwung des Geschäfts sich nicht gleichmäßig bekundet. Am befriedigendsteu lauten die Berichte aus den Eisenindustriebezirken: die Preise sind noch immer in _rascbem Steigen brgriffen, obwohl, wir verlautet, Krupp in Essen Kontrakte für di? Lieferung don Stahl in England schließt. Der Baumwollmarkt ist ibätig, und imWollgeschäft hoffen die Produzenten bei den nächsten Kolonialwollauktionen gute Preise zu erzielen. Auf den Brddstoffmärkten herrscht Stille, und auf das Getreidegeschäfi übt die verminderte Einfuhr von amerikanischen Cerealien keinen Einfiuß aus. Die Produktenmärkte bekunden verbälinißmäßige Flauheit. '

London, 20. Januar. (Ailg. Corr.) Die Große (engitscbe) Ostbahn zahlt für das abgelaufene Jahr eine Dividende von 220/(;, dotirt den Renovationsfdnd mit 15000 Pfd. Sterl. und ;rägt gleich- zeitig 5500 Pfd. Sterk. auf neue Rechnung vor. In 1878 wurde dieselbe Dividende veribeilt und die Summe von 6500 Pfd. Sterl. auf neue Rechnung vorgetragen. - Das Bankhaus J. S. Mor- g an u. Co. in London ladet zu Zeichnungen auf 250 000 Hundert- Dollars-Aktien der New-York Central & Hudson River Eisenbahngesellscbaft zum Course von 135 Doki. 75 EW. ein.

Berlin, den 22. Januar 1880.

Preußische KLassenlotterie. (Ohne Gewähr.)

Bei der heute fortgeseßten Ziehung der 4. Klasse 1 61. Königlich preußischer Klassenlotterie fielen:

2 Gewinne von 15 000 915 auf Nr. 38 393. 58 042.

5 Gswinnc von 6000 «16 auf Nr. 5823. 25 338. 31 153. 63 089. 93 425.

50 Gewinne von 3000 «15. auf Nr. 6058. 7806. 9979. 11 905. 12 205. 14 192. 17 726. 20 706. 21 398. 21 571. 21 632. 21 659. 31 319. 34 828. 37 654. 39 358. 39 546. 43 359. 43 894. 44 483. 44 541. 44 887. 49 750. 50 691. 50 809. 53 037. 53 257. 54 468. 54 682. 59 443. 60 791. 62 337. 65 069. 65 826. 66 778. 69 370. 70 321. 72 629. 73 831. 73 954. 74 594. 75 079. 77 026. 80 623. 83 658. 84 833. 86 758. 89 898. 90 260. 92 005.

51 Gewinne von 1500 915 auf Nr. 144. 927. 4215. 7407. 9073. 10 394. 11 216. 13 884. 14 333. 14 852. 20 606. 20 840. 21 415. 21 995. 22 920. 25 785. 27 680. 30 637. 34 447. 35 517. 36 010, 36 546. 37 221. 43 710. 43 818, 43 820. 48 634. 49 089. 57 263. 58 168. 60 904. 62 000. 63 183. 66 723. 66 929. 67 392. 68 313. 70 350. 70 918. 72 407. 73 004. 74 726. 75 140. 75 763. 75 784. 76 657. 81 157. 83 805. 89 399. 92 872. 94 409.

61 Gewinns von 600 «14 auf Nr. 555, 4950. 8046. 8449. 9015. 9134. 14 147. 16 301. 17 312. 19 461. 20 881. 24 279. 24 302. 24 485. 25 257. 27 445. 28 428. 29 360, 31 143. 34 489. 34 719. 36 964. 40 664. 44 108. 44 512. 44 804, 46 949. 47 425. 51 209. 56 210. 56 810. 57 381. 59 221 59 830. 60 743. 62 799. 63 990. 65 596. 66 398. 66 590. 67 482. 68 190. 68 502. 68 543. 69 066. 73 131. 75 064. 75 116. 77 777. 79 571. 81 320. 83 096. 83 116. Z? ZZZ. 83 881. 85 078. 87 591. 90 884. 92 189. 92 268.

Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. Sitzung vom 10. Dezember 1879. E. Werners trefflicbe Arbeit „Zur Verfassungsgeschichte der Stadt Augsburg“, die als Ge- frbenk des Verfassers eingegangen war, gab Anlaß zu einer längeren Bisprccbung, in weicher Aehnlichkeiten und Unterschiede süddeutscher und Märkischer Stadteeniwickelung erörtert Wurden. - Der Gel). Archiv-Rath Hassel legte die in seinem Besiße befindliche Handschrift des von Levin von der Schulenburg auf seiner Reise durch Deutsch- land und die Nachbarstaaten in den Jahren 1602 ff. geführten Tage- bucbes vor. Die Vorlesung einiger auf die Mark Branden- burg bezügltcher Abschnitte ließ den hohen Werth erken- nen, welchen derartige Aufzeichnungen fiir Ortskunde und Kulturgeschichte haben, zugleich auch den Wunsch zum Ausdrucke kommen, daß, was ati ähnlichen Handschriften in städti- schen Archiven und tm Privatbesiize noch vorhanden ist, möglichst bald zum Abdrucke gebracht werden möchte, bevor es durch Unkennt- niß oder durch elementare Ereignisse, wie schon so Vieles der Art, der Vernichtung anheim gefaÜen.

In der Sitzung vom 14. Januar 1880 sprach der Real- schuliehrer ])t'. Kröner über die Markgrafiri Katharine don Bran- denburg (1602-1649), Die Quellen für die Geschichte der Mark- gräfin Katharine sind zum kleineren Theile gedruckte (Urkunden in Katona's „13151. 0111100. 1111115811110“, Berichte des schwedischen und des englischen Gesandten -- Paul Strasburger und Thomas Roe- in Konstantinopel, Veröffentlicbitngen aus dem hannoverschen Raibarchiv), zum größeren Theile ungedruckte, nämlich die auf das Leben der Fürstin seit 1624 bezüglicben Akten im Königlichen Haus- archiv, sowie einige Stücke aus dem Geheimen Staatsarchiv. Ka- tharine, die dritte Tochter des Kurfürsten Jol). SigiSmund und der

'erzogin Anna von Preußen, wurde 1602 in Spandau geboren, wo ie bis zu ihrer Vermählung blieb. Der auch sonst als Ebestifterin auftretenden friiheren Böbmenköriigin und Pfalzgräfin Elisabeth ge- lang es schon im Jahre 1624, die Gemahlin Gsorg Wilhelms, die

Schwester Friedrich 17., für das Projekt einer Vermählung der Katharina rnit dem Fürsten von Siebenbürgen, Bethken Gabor, zu gewinnenn, m Welchem, als dem gefährliébnen Feind? des Kaisers, das pfalziscbe Haus seinen mächtigsten Bundeögenoffen sab. Zu derselben eit hatte der Kaiser diesem Fürsten die Hand der Erz- herzogin aria Renata abgeschlagen. Troß der Warnun.jen und Drdbungen des Kaisers und Polens bewarb fich Bethlen durch eine (Gesandtschaft um die Fürstin, welche die an- gebotene Heiratb obne Widerstreben, aber auch obne Neigung annahm. So war auch die dreijährige kinderlose Ehe nicht glücklich. Nach Beiblens Tode im Jahre 1629 blieb sie noch 4 Jahre im Lande, deffen Bewohner sie fick) durch eigenes Verschulden gänzlich entfremdeie. 1633 ging sie nach Scheveningen; fie vermählte sich dort mit dem Herzoge Franz Karl von Lauenburg, der indessen des Kricges wegen sriten bei ihr weilte; ebenda schloß im Jahre 1649 nach kurzem Leiden der Tod ibr erUdklOsis Leben.

Die periodischen Ausstellungen des rb'einiscben Kunstvereins für das Jahr 1580 werden stattfinden während der Monate April zu Mainz, Mai zu Darmstadt, Juni zu Heidel- berg, Juli zu Mannheim, August zu Baden-Baden, September zu Freiburg i. V., Oktober zu KarlSruhe, November zu Hanau. Die Kunstvereine der Städte Baden-Baden, Karlsruhe, Darmstadt und Heidelberg veranstalten außerdem während des ganzen Jahres per- manente Außsteilungen. Näheres wird durch die einzelnen Kunst- vereine oder den Unterzeichneten bereitwilligsi mitgetheilt werden. Darmstadt, im Januar 1880. Der Präsident des rheinischen Kunst- vereins: Or. Müller, Geheimer Ober-Bauraih.

„Valtiicbe Studien.“ Herausgsgeben von der Gesell- schaft für pommersche Geschichte und Alterthums- „kunde. 30. Jahrgang. 1. Heft. Ste11i111880. Auf Kosten und im Verlage der_ Gesellschaft.

'Das, voriiegende ]. Heft des neuen Jahrgangs der Zeit- schrift wird durch eine Abhandlung von dem Gymnasiallehrer Hannckr m Cöslm: „Cöslin und die leßten Caminer Bischöfe aus Herzoglichem Stamme“ eingeleitet. Dieser Bischofssitz bot ein Beispiel, welches recht grell die Anomalikn dcr Zeii nach der Refor- maiidn ketinzeicbnet. Nur in der Begriffsverwirrung jener Zeit und in der Auésicbt auf das Concil zu Trident diirfte es seine Erklärung finden, wie nach der Schlacht bei Mühlberg der evangelische Bischof Martin vonn Webber. ein Untertban der pommerschen Herzöge, vom Papsie bestatigt werden konnte. Die Herzöge aber wurden in Folge dessen ernstlich darauf bedacht, das Bistbum engxr an ihr Haus zu ketten-“und besetzten es daher nach Martins Tode mit einem Fürsten ihres Hauses. Der erste evangelische Bischof war Erasmus von Manteuffel, drr [este Herzog Ernst Bogislav bon Crop, von mütterlicher Seite ein Nachkomme des pommerschen Herzogsbauscs, welcher 1637 srinem 5Vorgänger folgte. Zum Andenken an die frühere Eigenschaft einer Bischofsrefidenz hat Cöslin noch heutigen Tages die Bischofsmü13e in seinem Wappen. _ In einem Anbange zu der Abhandlung wird Über 3 in (5551111 aufbewahrte Codices berichtet, sowie eine Stamm- tafel der letzten Herzöge von Pommern mitgetheilt.

Von kulturhiitoriscißem Werthe ist besonders der foigeqde Vei- irag: „Wanderung eines fahrenden Schülers durch Pommern und Mecklenburg 1590“, mitgetheilt durcb den Staatsarchivar 07. von Bülow. Die Rathsbibliothek in Zittau besiyi, wie schon früher einmal an dieser Steile kurz erwähnt Worden, einen stattlickpenFolio- Band, in welchem der Student der Theologie zu Frankfurt a. O., Michael Frank, seine in den Jahren 1585-1592 von seiner Vater- stadt nach Wien, nach Dänemark, durch die sächsischen Länder und endlich nach Italien m.tcrndmmenen Reisen be- schreibt. Der Titel lautet Wörtlich: 114101180113 17131101, Wrbi (117. 1111111811. in 13011in110711? 7168. 01; jiinsru quaiuor ]701' 71111115 11070530 16Z10ULI ab 111071110138 iustiiuia. Der Verfasser war 1569 in Tischeßscbnow geboren, wo sein Vater Pfarrer war. Seit 1584 unter die Studirenden der Uniberfität Frankfurt aufaenornmen, der- trieb ihn „schon im folgenden Jahre die Pest. Er f16chtcte in das nahe vaterlickze Pfarrdorf, kehrte aber nicht zuriick, sondern unter- nahm bald darauf seine erste Reise, der die 3 anderen dann folgten. Wir haben in Michael Franck, sagt von Bülow, einen jener fahren- den Schläfer vor uns, die im Mittelalter und noch bis weit in die Neuzeit hinein von einer Hochschule zur anderen Wanderien, um zu den Füßen berühmter Meister die Tiefen der Wissenschaft sich erschließen zu lassen, fiir welches verdienstliche Werk die wandernden Musensöbne überall, wo die (Gelegenheit sick) bot, neben Speise 'und Trank noch ? nen Zebr- pfennig zur Unterstüyung sich erbaten. Etwas Anstößiaes wurde darin nicht gefunden, ja manche Bettlerordnung, wie die Nürnbergrr von 1478 und die Wiirzburger von 1490, erlaubte den fahrenden Sckoiilern dgs Aimoienbetteln geradezu, wenn sie nur dabei die Schule fleißig besuchten. Dieses privilegirte Betteln der fahrenden Schüler oder Vaganten, eine Bezeichnung, «us der durch Corrumpi- rung der Ausdruck Baccbanien entstanden ist, wurde freilich gerade von denjenigen unter ihnen am meisten geübt,denen an der gsistigen Nahrung am wenigsten geiegen war, und sosehen wir denn Schaaren verdorbener Studenten von einer Stadt zur andern ziehen, hie und da selbst noch im ManneSalier eine Schule besuchend und den Lebensunterhalt in den Häusrrn bemittelier Bürger durck) Beaufsichtigung des häus- lichen Ficixes der Kinder eriverbend. Alier heilsamen Zucht längst entwachsen, war ihres Bleibens selten lange; meist knüpften sieh an ihren Aufenthalt Scenen der ärgsten Zügellofigkeii, und wurde ihnen der Boden zu heiß, so griffen sie zum Wanderstabe, nm anderwärts das alte Spiel von Neuem zu beginnen. Hat auch die Reformaiion dem Baccbantenthiim den Cbarakter des Wüsten, Roben und Unfittlicben zum größeren Theile abgestreift, so gab es doch immer noch arme Studen- ten, die, von deutscher Wanderlusigetrieben, fremde Länder und Menschen zu sehen Verlangten. Ein solcher war Michael Franck, und da es ihm darum zu thun war, daß auch andere, die solche Reisen nicht geniaibt, doch erfahren möchten, „bey welchen Völkern ich geweseii, und wie derseibigen Sitten, Leben und Wandel sei,“ so derzeicbnet er nach glückliib voiibrachier Reise das Erlebte getreulicb. Als Ein- leitung schickt er, nachdem er „für seine lieben Eltern, Kinder und gutkn Freunde“ den Ursprung der Familie direkt von König Priamus hergeleitet hatte, eine Beschreibung Polens und der Mark Branden- burg im Aligemeinen und der Stadt Frankfurt im Beson- deren voraus. Man darf an diese Reisebeschreibungen natür- lich keinen hoben Maßstab anlegen: Michael Francis Erzäh- lung enthält sehr viel Oberflächlicbes und Kleinlicbes. Es ist die „Handwerksbursckyenperspektive“, von der aus Städte und Länder, Personen und Zustände beschrieben werden, und in der That glich der Verfasser gar sehr den HandWerksburschen, die auch wiederholt seine Wandergeselien waren. Für die Kulturgeschichte ßt sich je- doch aus Francis Darsteliung viel schätzbares Material entnehmen, erade weil sie das Leben und Treiben dsr niederen Volksklaffen Lebildert, mit denen der Reisende vorzugSrveise verkehrte.

In einem besonderen Abschnitt zu seiner dänischen Reise giebt Franck eine von Hrn. v. Bülow ebenfalls mitaetheilte „Vermeldung etlicher felzamen wunderbahrlicben Thiere, so hin und wieder in der See und Meer gefunden und gesehen, auch aus den mittecnäcbtigen Inseln gebracht werden.“ Dieselbe ist für den damaligen Stand- punkt der Naturwiffwschaften überaus bezeichnend und ihre Mitthei- lung höchst dankenswertb.

Der zweite Theil des .Heftei1 enthält den Halbjahresbericbt des Vereins vom 1. April bis 1. Oktober 1879, und zwar Beiträge über die" Pfahlbauten von Lübtow, über dem Verein zugewandte Alter- thumer, über AUSgrabungeu, Münzfunde 2c. Mehrere der inter- effantcsten Stücke: ein Paar goldene Armbänder, einige Gesichts- urnen 2c. sind auf besonderen Tafeln abgebildet. Hr. Pastor Kasten in Kaßow bei Wolgast berichtet über aufgedeckten Wandmalereien aus dem 14. oder 15. Jahrhundert in der dortigen Kirche. Besonders wohl erbalten davon ist eine Darstellung des b. Laurentius und der 1). Katharina. Weniger klar sind die Bilder an der Nebenwand, doch erkennt man links deutlich Scenen aus der Leidensgeschichie (Kreuztragung und Geißelung in der unteren Hälfte, die Kreuzigung

in der oberen) und rechts Maria mit dem Kinde, darüber Cbrisius aks Weltrichtrr. Fast vollständig konservirt ist ein großes Bild St. Georgs, mit dem Drachen kämpfend, an der Westwand. - In einer Beilage zu dem Heft endlich wird eine systematisch geordnete Ueber- sicht uber die Erwerbungen des antiquarischen Museums gegeben.

Im Verlag? von Ihring und Fabrenbolß bierselbst erscheint jeden Montag die „Allgemeine Deqtscbe Studenten-Zei. tung", welche brstimmt ist, für die Gejammiheit der Studirenden deutscher Zunge em Organ zu bilden, das sich die Pflege der Inter- effrn deutscher Studirenden im Weitesten Sinne zur Ausgabe macht. Dieser'Zwrck soll erreicht werden durch Besprechung aller in die studenttjcbe Jntereffensphäre schlagenden Angelegenheiten, durch Mit- theilungen, wie sie in erster Linie für die Siudirenden von Bedeutung und Belang smd. Sämmtlicbe literarischen Beiträge sollen stets urid ausscbließlich aus der Feder der Studirenden oder solcher Kreise sem, die sich, ihres akademischen Trienniums eingedenk, ein warmes He_rz und em lebendiges Interesse für die studirende Jugend auch im syaterrg Berufsleben bewahrt haben. Der Abonttrmcntspreis beträgt vierteixabrlick.) 3 «16.

London, 21. Januar. (W. T. B.) Heute Nachmittag hat in der Koblengrube Leycett in drr Grafschaft Stafford in Folge scblagender Wetter eine Explosion stattgefnnden , durch welche 70 bis 90 Personen Ums Leben gekommen sein soilexx.

Dundße, 19. Januar. (Alig. Corr.) Etwa 30 Leich8n, also noch nicht die Hal'fte' der bei dcm Einsturz der Taybrücke Umge- Yommenen, sind bis jeßt aufgefunden. Seit mebrerkn Tagen haben 12d0ch aÜe Nachforschungen kein Ergebnis; mehr gehabt. Man nimmt an, das; sehr viele Leichen unter den Trümmern der Brücke liegkn. Der Wiederaufbau derselben in einem niedrigeren Niveau stößdm Pertb auf großen Widerstand, welches fürchtet, dadurch we- sentlich geschadigt zu werden, während Dundee gerade kein Interesse i[k)[crh die Erschwerung der Schiffahrt nach dem oberen Strome zu be-

agen.

Jiri Königiicben Schauspielhause ging gestern die jüngste dramatische Arbeit von Paul Lindau „Gräfin Lea, Schauspiel in 5 Align“, zum erstrn Male in Scene. Von dem Stücke ist in leyter'int m den Zeitungen wiel gesprochen worden, seitdem dasselbe vor einigen Wochen, zuerst über die Bretter des Hamburger Stadt-Tbeaters schritt und dort, wie später in Breslau und Weimar, lauten Beifall erntete, von dem die Kunde eine weite; Verbreitung fand. So waren die Erwartungen, die sich auch in biesigxn Tbeaierkreisen an die jüngste Frucht der Lindau'schen Muse kmzpften, boch gespannt. Das Haus war gestern bis auf den leisten Platz gcfulit, und brachte der Aufführung warme Sympathieen entgegen; die Aufnahme d.s Stückes war eine sehr frrundlicbe; neben den Vertrciern der Haupirolien wurde auch der Verfasser gxrufen, für den, „dg er im Hause nicht anwesend war, Hr. Direktor Dee dankte. „Grafix! Lea“ ift em Tendenzstück; es wird darin der Konxlikt dra- matisch dargrsteilt, den eine aus jüdischer Familie stammende junge Dame , wriibe die (Gattin eines Grafen geworden, mit den ihr abgeneigten Anverwandien des Grafen auszukämfen bat. Hat nun scbdn an und fiir sicb die Tendenz in der Kunst etwas Miß- ltcyes und fiir die ästheti1che Wirkung Gefährliches, so wird dass] e in der „_,Grgfin Léa“ dadurch nicht gemildert, daß das ganz? Stück im Wesentlichen nichts Anderes als ein dramaiifirter Civilprozeß ist. Mawböri fast nur von Testamentsklauseln, Geseyesparagrapben, Termmxn und Gericht§derbaud1ung. Spiclt doch cin ganzer Akt in dem Burea'u eines Advokaten, und ein anderer stellt eine vollstän- dige GerrchiSverbandlung dar. Das wirkt weder poetisch ndcb dramatiscb'nnd dgber empfindet man zu häufig das Gefübl der Laygcnweile; die juristischen Ariseinanderseßungen nehmen einen zu breiten Raum ein. Angenehme Lichtpunkte bilden einige eingestreute Scenen, die zwar mit dem Gange der Hand1una nichts zu thun haben, aber durch ihre poriiscbe Wärme und frische Färbung sympathisch berühren, so im dritten Akte, welcher uns überhaupt als der gelun- genste ericheint, die Scene zwischen dem Rechtßanwalt Frciberrn von Deckers und der Zungen Gräfin Paula Fregge, welche von Frl. Abici) und Hrn. Ludwig vorzüglich gespielt und von dem Auditorium lebhaft applaudirt wurde. Ami,) noch einige andere episodische Scenen fanden durch ihre gefällige Humoristische Zeichnung die ver- diente Anerkennung, doch weiß sich der Veriaffér da , wo er humoristisch sein will , nicht immer von Tridialitäten, die als solche aus dem Zuschauerraum auch deutlich gekennzeichnet wurden, frei zu halten. Im Uebrigen muß lobend anerkannt werden, daß auf den Dialog viel Sorgfalt verwandt ist, und daß Hierin vornehmlich das Stück einen bedeutenden Fortschritt gegen die früheren Arbeiten des Verfassers bekundet. Volle Aner- kennung verdient auch die ircffliche Darsteiiung des Siückes auf der Königlichen Bühne. Die hervorragenderen RoUen befin- den sich in den Händen der Damen Keßler (Gräfin Lea), Abich (Comtesse Paula Fregge), Mariot (Freifrau Von Leesen) und der Herren Ludwig (Rechtöanwalt Freiherr von Deckers), Liedtcke (Graf Erick) Fregge), Welche wiederholt durcb Hervorruf auSgezeichnet wurden. In der kleinen nur cpifddischen Rolle des 111“, 11100. Brückner fand neben" ihnen Hr. Volimer Geiegenbeii, sein bemer- kenswerthes Talent fur die wirksame Verkörperung humoristiscber Figuren an den Tag zu legen. Lobend zu erwähnen ist auch die von dem Herrn Direktor Deeiz besorgte geschmackvolie und reiche Jnscenirung.

Am Sonntag, den 8. Februar, Abends 7 Uhr, veranstalte der Gesangverein „Dorothea', unter Leitung des Hrn Martin Rabe, im neurrbauten Concertsaal Vuggenhagen, Moriizplaß Nr. 147, zum Besten des Vaterländischen Frauen-Vereins, ein großes Concert, für welches ein ebenso interessantes, als in Berlin wohl in dieser Art erstes Programm aufgestelit ist; es gclangen namlich National-Hymnen und Volks- lieder 22 europäisébrr Länder in den verschiedensten Arrangements (Männer- und gemischte (Chöre, Quartette, Soli 20.) zur Aufführung. Biliets s. 1 „14 und 5 75 „Z find in den Musikalienbandlungen von Bote & Bock, Simrock und Kübne zu haben.

Hr. F. M. Stahl, der die transparenten Glasbiumen und Früchte für die Gärten der Gewerbeaussteliung, den Garten des Belle-AUiance-Tbeaters, des Krollschen und andcrer Etablissements geliefert, hat einen Saal des Hobenzollern-Parks (Linden- straße 16) in cinen Wintergarten umgewandelt, in welchem alle Muster jener Industrie in Verbindung mit Metallpflanzen in escbmackvoiien Gruppen zusammengestelit ' sind. In der Fiitte des Saales erhebt sich auf einem von farbixxen Gläs-rn und aus blühenden Topfgewächfen gebildeten Beete ein Springbrunnen; an den mit Landschaften von der Hand der Herren MüUeprreslau und Emil Foriong gezierten Wänden ziehen sich Weingebange mit leuchtenden Trauben, Etagézren mit Blumen, Ananas und anderenFrücbti-nhin und rechts und links laden zierliche Lauben zur beschaulichen Betracbtung der dem Auge sich überall darbietenden Farbenprqcbt ein. Von besonderer Wir- kun find zwei von dem Saale sicb abzweigende schmale dunkle We nlaubengän e, aus denen mächtige Trauben bervorleucbtea. Selbstverständltch liegt das Anziehendste dieses Wintergartens in seiner Beleuchtung, die allabendlich vori 5-7 Uhr stattfindet. Der Eintritt in den Saal ist dem Publikum ohne Entgelt gestattet.

Redacteur: J. B.: Riedel.

Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. ElSUet.

Drei Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).

Berlin:

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Donnerstag,_den 22. Junxcir

Erste Beilage

X X? Ins er ate für den Deutschen Reichs- u. Königl. Preuß. Siaats-Anzeiger und das Central-Handels- register nimmt an: die Königlieéxe Expedition

d:; 130111111er Neiryxx-anznxerxs und Königin!) Yrenßisrhen Ütaatxe-"Juzeigexxö: Berlin, 8,17. Wilhxlm-Straße Nr. 82. ili

Steckbriefe und Untersuchungs =Sachen.

[467] Ladung.

Der Bergarbeiter Friedrich August Basil], 46 Jahre alt, zu Dalirmß, KretßMerseburg, ge- boren, dessen Aufenthalt unbekannt 1st,_und welchem zur Last gelegt wird, am 27. PLUM 1879 zii Friedrichsfelde öffentliche'Mufikayffubrungen aus der Drehorgel mit Vorzetgnng Lines mxcbaniscben Kunsiwerks ausgeführt zu haben, ohn'e im Besnze des hierzu crforderlichcn Gewerbescheins KLWLsM zu sein. Ueberiretung („egen §§. 1, 18 des iGeseizcs vom 3. Juli 1876, (Gesetsx-Samxnlung Seite 247, wird auf Anordnung des Königlichen Amtherrcbis bierselbst auf den 26. Februar,1880- Zöor- mittags 11 Uhr, Vor ,das Königliche Scbbffen- gericht bier, Hausvoigieiplaiz 14, zur,Haup!vcr- handlung geladen. Auch bei unentschuldigtem Yus- bleiben wird zur Hauptverhandlung gescbrrtten Werden. Berlin, den 22. Nodember1879. Pieper, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtéßgrricbis 11.

Subhastationen, Aufgebote, Vor: ladnngen u. dergl.

Subhastation

und

Edictullndung.

Auf Antrag des Scbubmachermeisters F. C. Kü- nemund zu Lauterberg sollen folgrndi-„dem Fuhr- mann Auaust Ahrend daselbst gehörige. in der Lau- terberger Feldmark belegene Grundstucke:

1) Acker im Kuhstall, B1. 6 Parz. 89 : 27 Nr 11 Q-Mtr. 2) Acker in der Aue, Bl. 9 Parz. 70 :: 33 Nr 71 Q-Mtr, , im Wege der Zwangsvoüsireckung in dem auf 17. März 1880,

10 Uhr, ' vor biefigem Amißgerichte anstehenden Termme subbasiirt Werden. ' '

Die Verkaufsbedmgungen liegen auf der Gerichts- schreiberei zur Einsicht bereit. ' '

Wie, Welche an den vorbezeichneten Immobilien Eigenibums-, Räber-, lebnrecbtlicbe, fideikommiffa- rische, Pfand- und sonstige dingliche Rechte, insbe- sondere Servituten und Realberrchtigungenzu haben vermeinen, werden aufgefordert, solche im obigen Termine unter Vorlegung der in Betracht kommen- den Urkunden anzumelden, unter dem Verwarnen, daß im Nichtanmeldungsialle das Recht im Ver- hältniß zum neuen (Erwerber verloren gebt.

Herzberg a./H., den 11. Januar 1880.

Königliches Amißgericht. 21th). 1. Erdmann.

Vorstehende Subbastation 2c. wird damit in Ge- mäßbeit der §§. 187 und 825 der D. E. P. O. öffentlich zugesteüt.

Herzberg a./H., den 14. Januar 1880.

Gerich15schreiberei 1. Königlichen Amtsgerichts.

H. W. Brekle.

Verkaufs-Vekauntmachung und Aufgebot.

In Sachen _ des G. H. Rabte in Steixförde, Klägers wr er den Hofbeßxzcr Heinrich Lütjens in Dovemühlen,

Beklagten, wegen Forderuna, jeßt Subhasiation von Grundstücken,

ist auf Antrag des Klägers zum öffentlich meist- bietenden Verkauf im Wege der ZwangSvollstreckung der dem Beklagten zugebörenden Halbmeierstelie Nr. 1 nebst Wasiermüble und eiiva 220 Morgen

Grundbesitz Termin auf " Montag, den 8. Marz 1880,

Morgens 11 Uhr,

vor dem unterzeichneten Amtherichte angeseßt, wo- zu Kauflustige fick) einfinden onen. Zugleich werden alLe Diejenigen, welche an den be eicbneten Verkaufßgegenständen Eiaentbums-, N ber-, lebnrecbtlicbe, fideikommiffariscbe Pfand- und sonstige dingliche Rechte, insbesondere Servituten und Realberechtigungen zu haben vxrmetnen, auf- gefordert, solche in dem obigen Tcrmme anzumelden, und die darüber lautenden Urkunden vorzulegen, unter dem Verwarnen, daß im Nichtanmeldungsfalie das Rechtßverhältniß gegen den neuen Erwerber verloren gebe. _ Namentlich werden die in den „alteren Hypothe- kenbiichern auf den Namen dcs fruheren Cigetitbü- mers Johann Hinrich Schwarße in Dovemuhlen eingetragenen Hypothekgläubtger: 1) der Oberappellatioriscxerichts -Prokuraior Dr. Christoph Ludwig Winter in Celle, vom 11. September 1796, wegen 1000 Tbir. Gdld, 2) der Hauptmann Au ust de Tessier, beim stub?- ren 6. Jufanterie- egimeiit, vom 11. April 1799, wegen 600 Thlr. Gold, 3) der Johann Christoph Weber in Verden, vom 17. Mai 1804, wegen 1000 Thlr. Gold, 4) der Müiiergesell Heinrich Friedrich Schwarze, vom 24. Juni 1805, wegen 600 Thlr. Gold, deren Erben und Rechtßnachfolger nicht zu ermitteln nd, zur Anmeldung ihrer etwa noch bestehenden nsprüchc hierdurch besonders aufgefordert.

Verden, den 10. Januar 1880.

Königliches Amtögericbt. 11.

[1756]

[1718]

«719095710571 07111 ÜUTSWYi-ZQUULZN-JM(211821. Z . :'„ÖLTLÖZZ-YFKLÖWTWQ. 571117550571. Ox-rxwinuYL-rd , 51. 631,9? '

3. ***-„'SiiiäaszWLW-JZWUZQU, submiMiny-M al;" 4. 70.710031mx, „4100211037103, 2111515511111; 54 11. x. ". 7071 6170505011011 kapiox'av.

[1702] Oeffentliche Zustellung-

Die Ehefrau des Zimmermanns Nitsche, geb. Friedrich, bier, Vertreten durch den Recbxs- anwalt Wegner bicr, klagt gegen ihren früher hier wobnbafien, angeblich seit Februar 1876 in unbe- kannter AbWesenbeit lebenden Ehemann Ernst Nitsckxe Wegsn böslicher Verlaffung auf Eheschei- dung mit dem Anfrage, das zwischen den Parteien bestehende Band der Ehe zu trennen und den „Br- klagten für den aiiein schuldigen Theil zu erklaren und ladet den Beklagten zur mündlichen Verband- 1ung des Rechtsstreits vor die 13. Civilkammer des Königliche» Landgerichts 1. zu Berlin auf den 5. Juni 1880, Nacijmittasxs 12.? Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen. _ Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung Wird dieser Auézug der Klage bekannt gemacxt. ' Berlin, den 13. Jauuar 1880. Bucknvald,

GerichtOschreiber des Königlichen Landgerichts [„

13. Civilkammer.

[1701] Dexicntltclxe Zustellung. Die Frau Lina Köhler, geb. Sonnenstrahl, bier, Vertreten durch den Justizrath Simson btxr, klagt gegen ihren früher hier wohnhaften, angeblich. seit 27. Februar 1877 in unbekannter Abwesenheit lebenden Ehemann, den Vergoldxrgehilfext Carl Köhler, wegen bößlicber Verlaiiung gu] Ehe- scheidung, mit dem Antrags, das zwischen den Parteien bestehende Band der Ehe zu trennen, den Verklagten für den aliein schuldigen Theil zu er- klären und zu verurtheiien, an Klägerin nach deren Wahl entweder den vierten Theil seines schuldnen- freien Vermögens bcrauözuaebrn oder standeßgeznaße und leberslängliibe Verpflegung zii verabreichen, und ladet den Bcklagten z..r mündiiöben Verhand- lung des Rechtsstreits vor die 13. Civtlkammer des Königlichen Landgerirbts 1. zu Berlin auf den 5. Juni 1880, Mittags 12 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- ricbie zugelassenen Anwalt zu bestelien. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Berlin, den 14. Januar 1880. Buxhnmld, '

Gerichtsfcbreibrr des Königlichen Landgerichts ]„

13. Civilkammer.

[1723] Aufgebot. Die Fabrikanten Friedrich Muther und August Bartscher haben das Aufgebot emeß unter ihrer Firma, Porzellanfabrik Mather und Bausch_er zu Tirschenreuth in Bayern, am 12. August 1879 auf den Kaufmann D. Berger zu „Cassel gezogenen, vom Bezogenen acceptirten und Mit einem Blanko- indoffament versehenen, am 30. November 1879 fälligen Wechsels über 265,35 ckck beantragt". Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordcrt, spatestens in dem auf ' den 31. März 1880, Vprmittqgs, 10 Uhr, vor dim unterzeichneten Gerichte, Kolntscbe Straße Nr. 13, eine Treppe bocb, Zimmer Nr. 5, anbe- raumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigeiifalls die Kraft- lOSerrlärung der Urkunde erfolgen wird. Cassel, den 15. Januar'1880. Königliches Amtßgertébt. Abtheilung 3. Der Gerichtsschreiber Castenholz.

[1716] Aufgebot.

Dem bei der früheren Kreisgerichts-Dgputation bier als Rendaut angesteiit gewesenen jeytgen Ge- richtssckxreiber Schröder bierselbst soli von deset) Amtskaution der Betrag von 2700 „15, deri bei demselben Gerichte angestellt gewesenen" Girtchtß- boten und Exekutoren Könnemgnn urid Kuper, sowie dem Gericbjsboten Brusch bierselbit sollen deren Amtkkautionen von je 300 „ja zurückgegeben werden und ist das Aufgebot der genannten Amtskautionen von Amtswegen veranlaßt. Es werdeanabcr Alle, Welche an diese Amtskautionxn Ansprache machen wollen, aufgefordert, solche spatestens 111 term.

5. März 1880, Vormittags 11 Uhr, bei dem unterzeichneten Gerichte geltend zu machen, widrigenfaÜs sie mit ihren Ansprüchen gn die Amts- kautionen präfludirt und lediglich an die Person der Genannten verwiesen werden.

Sauvelm, den 5. Januar 1880.

Königliches Amtsgericht.

[17381 Aufgebot.

Der Joseph Sarrazin zu Brenkbausen hat das Aufgebot der Urkunde vom 6. Dezember 1824, aus der ein Kapital von Einbundert fünf Tbalern mit 5 0/9 Zinsen im Grundbuchs von Fürstenau 701. )(111. 1701. 738, von 701. 7 11101. 17 dorthin übertragen, für den Vorsteher Sarrazin zu Brenkbausen einge- tragen steht, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf

den 8. Mai 1880, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 11. und 111, anberaumten Aufgebotstermine seine, Rechte anzumelden und die Urkunde vorzule en , widrigen- faÜs die KrastloSerklärung der Ur nde erfolgen

Oéffdntlichev

1880.

NMUN

5.101111-111'16110 KMWÜZILWSUU, 374111515515 111171 (1703111155401. . ?exsßixisäsno ZZJUWWÜLÉZ “' “."-311. . k-itsrarisobo 809.-613811. . ?bsaxßr-zussjgeu. 1.11 äsr 83.78071- 1191111921.

Iuserair mkweu au: die Anndncen-Expediiioueu des „JKUÜZÄDLLWQKZ“, 611111311 MOM, Ha-xirufiekn

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& Voner, 4.31. L. DMH;- «& 815... «5 Summe, Wiiikue“; & Winker, sdwie alLr Wrrinru größereu

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9. kawüisn-Uaodriehbou.

[1742]

Der Zicgeleibesiyer Johann Wieghorst in Krüzen hat seine zu Krüzen an der Hamburg- Berliner Chaussee belegene Ziegelei, zu welcher zwei Schierenböbmen genannte Koppeln, und die auf selbigen befindlichen zwei Wohnhäuser, vier Trocken- scheuern und zwei Brennöfen gehören, an den Kayf- mann Gustav Haack in Lauenburg verkauft. Beide haben ein Aufgebot beantragt. Demnach werden Alie, welcbe an die bezeichneten Grundstücke dingliche Ansprüche und Rechte irgend einer Art machen zu können glauben, jedoch mit Ausnahme der protokoilirten Gläubiger, hiermit bei Vermeidung der Ausschließung aufgefordert, solche spätestens in dem auf _, Dienstag, den 9. Marz 1880, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Amtsgericht anberaumten Termin anzumelden und gehörig zu bescheinigen. Lauenburg a./E., den 12. Januar 1880. Königliches Amtsgrrichi.

[1746]

Nr. 2058. Auf Antrag des „Heinrich Kriyer, Maurer in Forst, Werden aÜe Diejenigen, Welche an das untenbezeichnete Grundstück in dem Grund- und Pfandbuche nicbt eingetragene, auch sonst nicht be- kannte dingliche oder auf einem Stammgut oder FamiliengutSverband ruhende Rechte haben, 0er zu Zabert lauben, aufgefordert, solche spatestcns bis zu em au Samstag, den 28. Februar 1880, 10 Uhr, anberaumten Termin geltend zu" warben, ansonst diese Ansprüche für erloschen erklart wurden. ' 1223 Rutben :: 11 Are 4 M Acker in der Haide, neben Wendolin Barth und Xaver Weindel, Ge- markung Forst. Bruchsal, dcn 16. Januar 1880. '

Der Gerichtsscbreiber des Gr. Amtßgrrichis.

Schneider.

[1741] Aufgebot.

Das Landes-Direktorium fiir die Provinz Han- nover zu Hannover batlaut Contract vom 2. d. Mis.

käuflich erworben: , 1) von dem Hofbefiizer A. Laubtnger zu Blanken-

26 bagen 39 119. 16 3.1“ 48 qm : 1491-00?) Morgen

Ackerland und Weide am „Tausechberg“ Blan- kenbagener Feldmark,

2) von dem Werkhaus-Aufseber W. Jahns zu Moringen 2 115. 88 8.1" 36 qm und 1 118. 86 ar 06 qm Ackerland bei den „Korbecken“, sowie 93 ar 7 0111 Ackerland vor dem „Schwieten- buscbe“, zusammen 5 110 67 ar 49 qm :

211000 Morgen in gleicher Feldmark.

Auf Antrag des genannten Käufers Werden nun- mehr Wie, welche an den gedachten Immobilien Eigenthums-, Näher-, 18hnrechiliche, ßdeikommiffa- rische, Pfand- und andere dingliche Rechte, insbe- sondere auch Servituten und Realberechtigungen zu haben vermeinrn, aufgefordert, solche Recbte bei Vermeidung des Verlusts derselben im Ver- hältnisse zu dem benannten Landes-Direktorium spätestens in dem dazu auf „_

Dienstag, den 16. Marz 1880, Morgens 10 Uhr, angeseßtcn Termine bier anzumelden. 12,829 «76 Moringen, den 19. Januar 1880. Königlicbeé Zngericht

r . Beglaubigt: Meijer. Amtögerichts-Sekretär.

Objekt

[1748] Aufgebot.

Philipp Ludwig Geisert Wittroexvon Michel- stadt i. Odenwald, verstarb am 5. Juli 1879 unter Hinterlaffung eines Testaments vom 12. Juli 1869, durch welches ihr Sohn Ludwig Gxisert in Amerika zrvar ckck zum Erben eingesetzt ist, jedoch unter der Bestinmunq, daß er aus der Erbschaft nur 15 Gulden erhalten soil.

Ludwig (Seifert ist nach vorgelegter notariell be- glaubigter Urkunde im Jahre 1853 zu Camden, Staat New-Yer'ey, in Amerika verstorben.

Da nun nicht bekannt ist, ob derselbe Erben hinterlassen hat, so ergeht auf Antrag des Bevoll- mächtigten der Miterben Georg Heinrick) Geisert und Marie Crnnricb, geb. Geisert, Tr. W. Walz in Micheliiadi, an die etwaigen Lei eserbeu des Ludwig Geisert deren Pflichttbeil entschieden ver- leßt wäre, die Arfforderung, bis zum Termin,

Donnerstxg, den 22. April 1880, Birmittags 9 Uhr, bei unterzeichneten Gerichte das genannte Testament an ufecbten, widrgenfaüs sie mit der Anfechtung de elben aukgescbbffen werden und das Testament als von 1 neu anwkannt betrachtet wird.

Michel adt, dei 17. Januar 1880.

Großberzogliües Amtsgericht Michelstadt. Jolleuius.

wird. . Höxter, den 14. Januar 1880.

Mulert.

Königliches Amthericbt.

Ufin er, Gerichtsssrzbreiber.

[1725] Auszug.

In Sachen Simon genannt Elias Ebsiein und Meyer-Ebstein, Beide Gutsbesitzer, zu Mülhausen wohnend, Kläger durcb Anwalt Couchepin vertreten. Gegen Isaac Bernheim, Handelsmann in Senn- heim wohnend, Beklagten, durch RechtSanwalt Dümmler vertreten.

Gegcn

die Feuerversitljeruugsgesellschaft ..L'leeille“ zu Paris, vertreten durch ihren Agent Alpbons Boch, zu Altkirch wobnend, B3klagie durcb Rechtßanwalf Dr. Otto Mayer. "_ Gegen 1) Magdalena Kirscher, Ehefrau vor"! Graß- mus Sutter, Ackerer und diesen Leßteren, fruher m Nieder-Burnhaupt, dann Aux-Errues bei Belfort wohnend, jest obne bekamiten Wohn- und Auftrit- balisort, 2) Wilhelm Kiricher, früher Tanner, m Nieder-Burnbauvi, jeJt ohne bekannten Wohnort, 3) Adelaunda Kirscher, Ehefrau des Taglöbners Peter Tschirbard, und diesen Leßtern, zusammen zu Obersulzbach wobnend, 4) Theobald TsÖann, Tag- löhner, 5) Agatha Tschann. ledig, Beide T.: Nieder- Burnhaupt wobnend, 6) Adelgunda Tschann, Ebe- frau von Joseph Brand, Taglöbner, und diesen Letztem, obne bekannten Wohnort, 7) Anton Tschann, gebürtig aus Nieder-Burnbaupt, nach Amerika aus- gewandert, jexzt obne bekannten Wohnort, die ge- nannten T!chann in Vertretung ihrer Mutter Catharina Kirscber, verlebte Wiitwe von Theobald Tscbami, 8) Ignaz Hägy, ')1ckerer, , und 9) Joseph Hägy, Ackerer. Beide in Gewenbeim wohnend, in Vertretuna ihrer Mutter Maria Anna Kirscher, verlebte Wittwe von Franz Joseph Hagy. Die ge- nannten Kirscher, Tschann und Häay als Erben ihres verlebten Bruders und Oheims Remigius Kirscber, im Leben Ackerer in Nieder-Burnbaupt, die Beklagten 8.6 1 bis incl. 9 nicht vertreten.

Wurde durcb Urtheil des Königlichen Landgerichts Miilbausen i. E. vom 13. Juni 1879 die Wieder- vorladung der nicht vertretenen Parteien verordnet, um über folgenden Antrag erkennen zu hören:

„Das Gericht wolie verordnen. daß die durch be- klagte Versicherungßgeseiischafi „L'Abeille' fiir Brand- entschädiguna des dem Remigius Kirscber gehörenden Wohnhauses gescbuldete Summe bis auf Belauf oder auf Abschlag der Forderungen, den Klägern vorzugsweise bezahlt werden, deshalb die durch den Beklagten Bernheim angelegte Arrestanlage, bis diese Forderung bezahlt ist, als nichtig zu erklären, sodann dcr verklagten Verficherungßgeseilscbaft „L'Abeille“ zu gebieten, die durch sie gefchu1dete Brandentscbädigung bis zum Belaufe der Forderun- gen der Kläger in die Hände dieser letztern zu be- zahlen und die Beklagten in die Kosten zu ver- urtheilcn.

Zur kontradiktoriscben Verhandlung ist Termin auf Mittwoch, den 7. April 1880, Vormittags 9 Uhr, im Civilsitzungssaale des Kaiserlichen Land- gerichts Mülhausen i. E. angesetzt und erfolgt diese Bekanntmachung zum Zwecke der öffentlichen Vor- ladung der oben genannten Eheleute Eraßmus Sutter und Magdalena Kirscher, Beide obne bekannten Wohn- und AufenthaltSort, welcbe hiermit aufge- fordert Werden, einen bei dem gedachten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

Mülhausen i. E., den 19. Januar 1880.

Stahl, Landgerichls-Sekretär.

[1698] VeÜnntmarhung.

Das unterm 15. Dezember v. J. von dem Her- zogs. Amthericbte bier erlaffene Aufgebot einer ver- loren gegangenen, von dem Kaufmann Carl Delius in Magdeburg auSgesteUten ,und von dem Nagel- schmiedemeister August Schmidt in erbst angenom- menen Wechselurkunde, sowie der m dieser Sache auf Dienstag, den 13. Juli 1880, Vormittags 101: Uhr, axiberaumte Termin kommt auf Grund des Beschlußes Herzogl. Amtscxericbis in Wegfall.

Zerbst, den 16. Januar 1880.

Steinmüller. Gerichtsschreiber bei dem Herzoglichen Amthericbt

11724] Ausschluß-Urtheil.

Nr. 336. Werden aUe in der diesseitigen Auf- forderung vom 11. November v. I. Nr. 1212 e- nannten Ansprüche und Rechte an den daselbst e- zeicbneten Liegenschaften der Stiftsschaffnei Sins- heim gegenüber für erloschen erklärt.

Bretten, den 13. Januar 1880.

Gr. Amtögericht. Gerichts schreiberei. Kopft

[1747] Bekanntmachung.

In Sachen des friiheren Rentiers, jetzigen Hotelbefißers Wilhelm Viel zu Berlin, Mauer- straße Nr. 20, wider den frii eren Maschinen- fabrikauten, Ze igen Gastwirt ! Max Thiemer, zu Caput wo 11 ast gewesen -- 13. 13 113. 79 - wird der ufolge öffentlicher Zustellung vom 27.51):- zember 18 9 auf den 11. Marz 1880, Vormittag! 11 Uhr, anberaumte Termin zur mündlichen Ver- handlung des Rechtsstreits vor die Abtheilung 17a. des Königlichen Amtßaericbts zu PotSdam anbe- raumte Termin hierdurch aufgehoben.

Potsdam, den 15. Januar 1880.

Der Gerickoisscbreiber des Königlichen Amtsöerichu.

Abtheilung 178.