1880 / 38 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 13 Feb 1880 18:00:01 GMT) scan diff

“I'M * «“"'5*DIM.- .“ '-

- Dem Reichstag ist ferner rückficbtlicb der gemeingefäbr- lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie folgende Vor- lage zugegangen: , , ,

Das Königlich preußische Staats-Mmzxterrum hat auf Grund des §. 28 des Gesetzes gegen die gemeingefa rlicben Bestrebungen der Sozia1demokratie vom 21. Oktober 1878 mit GenehmtguY des Bundeskatbs für die Stadt Berlin und die angrenzenden ezirke dieselben Anordnungen, welcbe am 28. November 1878 getroffen worden waren, mittels des in der Anlage beigefügten Beschlusses vom 28. November v. I. auf die Dauer eines Jahres von Neuem kla en.

ffDiese Anordnungen, Welche in Nr. 280 des „Reitbs-Anzeigers“ und auf die für landespolizeilicbe Anordnungen vorgeschriebene Weise bekannt gemacht worden find, beruhen auf folgenden Gründen.

Durch die am 28. November 1878 getroffenen Maßregeln und durcb die Anwendung der_ übrigen auf dem Geseße vom 21. Okto- ber 1878 beruhenden Befugnisse war es gelungen, die sozialdemo- kratiscbe Agitation in Berlin und dessen Umgegend in gewissen Schranken zu baiten und äußerliche Ruhe berzusteUen. Alletn_unier der Oberfläche dauerte die Bewegung fort, und aus zuvxrlqsfigen Wahrnehmungen ergab fick), das; Berlin einer der'bauptsachltchsten Heerde der sozialdemokratiscben Bestrebuniien geblieben, und durch Fieslxtlb'é? fortgesetzt mit Gefahr für die öffentliche Sicherheit bc-

ro : .

Bis in die letzte Zeit der Wirksamkeit der Anrrdnungen vom 28. November 1878 batten auf Grund des §. 28 Nr. 3 des (Heseßes vom 21. Oktober 1878 gegen Sozigldewokraten, und nur gegen solche, Aufentbaltsverbote in nicht unbetracbtlicber Zahl außgesprochen wer- den müssen. , , , , , _ '

Wurden hierdurch die Leiter der Agitation und die eifrtgsten Förderer derselben ferngehalten, so irafen dock) immer von Nauem Andere an deren Stelle, welche gleick; Jenen die Verbindung unter den Genossen festigfen und neu belebten, auch die Beziehungen zu den auswärtigen Führern sowie zu den Umsiurzparteien anderer Län“ der aufrecht erhielten. ' ' '

Ihre Mittheilungen und Anweisungen, in gelegentlichen Zu- sammenkünften und Besprechungen ausgegeben, gelangten durch die sicher und wirksam gefügte Verzweigung der Agitation in kürzester Frist an aUe Genossen. Die Sammlung von Mitteln für die Zwecke der Partei wurde insgeheim oder unter Umgehung des Verbotes durch!) Vorschiebung gesclliger oder ähnlicher Zwecke fortgesetzt be- trie en.

In der festen Gliederung der Berliner Sozialdemokratie fanden die auf den Umsturz der bestehenden Staats- und (Hesenllschafts- ordnung gerichteten Ideen und Bestrebungen Pfle'ge und Kraftigung; fie Wurden durch die zuversichtlicbe Hoffnung belebt, daß nach Ablauf der kurz bemessenen Dauer drs Geseßes vom 21. Oktober 1878 die Zeit kommen werde, in Welcher durcb dia; äußerste AuMuYung der öffentlichen Agitationsmiitel und im Vereine mit den „Proletariern aÜer Länder“ der Erreichung der gemeinsamen Ziele näher getreten werden könne.

Die seit Erlaß drs Gcseßes vom 21. Oktober 1878 außerbalb Deutschlands entstandenen Preßerzeugniffe der Sozialdemdkratie, namentlich die von Most in London herausgegebene „Freiheit" und der in Zürickoerscbsinende „Sozialdemokrat“, in welchen mit rück- baltloser Offenheit der gewaltsame Umsturz der bestehenden. Staats- und GeseÜscbaftsordnung als das unberrückbare Ziel der Sozial- demokratie bingesteUt und die Solidarität mit den Umsiurzparteien im Auslande proklamirt wird, batten in Berlin in erheblichem Um- fange Verbreitung gefunden. In den zustimmenden Hinweifungen dieser Blätter auf die radikalsten Anträge und Beschlüsse des im vergangenen Herbstc in MarseiÜe abgehaüenrn sozialistischen Arbeiter- kongresses und in drr Verherrlichung der von den Nihilisien ans- gebenden Aikeniate in Rußland waren neue Anzeichen der Zunahme der internationalen und extremen Richtuug der Sozialdemokratie hervorgetreten.

Dieser Sachlage gegenüber konnte auf die Anwenduna aÜer zu- lässigen Mittel der Abwehr und der Sicherung für Berlin und seine nächsten Umgebungen nicht verzichtet werden. Es erschien dabei: gebotcn, die im §. 28 des (Heseyes vom 21. Oktober 1878 vorgese- henen Anordnunßen, und War mit Rücksicht auf die gemachten Er- fahrungen und die Natur der obwaltenden Verhältnisse in gleichem Umfange und auf die gleiche Dauer, wie im Vorjahre, von Neuem

zu erlassen. Berlin, den 28. November 1879. Auf Grund dss §. 28 des Gesexzes gegen die gemeingefäbrliiben Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1). J, (Reichs- Gesesblatt S. 351) wird mit Genehmiguné; des Bundeskatbes für die Dauer Eines Jahres angeordnet was fo gt: §. ]. Personen, Von denen eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung zu besorgen ist, kann der Aufenthalt in dem die Stadt Berlin, die Stadtkreise Charlottenburg und Potsdam und die Kreise Teltow, Niedcr-Barnim und Ost-HavelXand um- fassenden Bezirke für den ganzen Umfang desselben von drr Landes- polizeibebörde versagt werden. §. 2. In drr Stadt Berlin und den Stadtkreisen Cbarlotten- burg und Potsdam sind das Tragen von Stoß, Hieb- oder Schuß- waffen, sowie der Besiß, das Tragen, die Einführung und der Ver- karxf von Sprenggeschosien, soweit es fich nicht um Munition des Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine handelt, verboten. Von [eßterem Verbote Werden Gewebrpaironen nicht betroffen. Ausnahmen von dem Verbote des Waffentragens finden statt: 1) für Personen, Welche kraft ihres Amtes oder Berufes zur Führuyg von Waffen berechtigt sind, in Betreff der leizteren;

2) für die Mitglieder von Vereinen, welchen die Befugniß, fWaffén zu fraßen, beiwobnt, in dem Umfange dieser Be- ugm ;

3) für Personen, ' welche sich im Besitze eines Jagdsckwines be-

Zöidßn, m Betreff der zur Ausübung der Jagd dienenden

a en; 4) fiir Personrn, welcbe einen für sie ausgestellten Waffenschein Étffsich fuhren, in Betrcff der in demselben bezeichneten

a en.

Ueber die Ertbeilung dcs Waffenscheins befindet die Landes- polizeibebörde. Er wird you'dersclben kosten- und [;empelfrei aus- gestellt und kann zu jeder Zett wieder entzogen Werden.

§. 3. Vorstehende Anordnungen treten mit dem 29. November d. J. in Kraft.

Statistisohe Nachrichten.

Nack) Mittheilung des statistischen Bureaus der Stadt Berlin find bei den hiesigen Standesämtern in der Woche vom 1. Februar bis inkl. 7. Februar cr. zur Anmeldung ge- kommen: 171 Eheschließungen, 303 Lebendgeborcne, 28 Todtgeborene, 506 Sterbefälle.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Breslau, 12. Februar. (W. T. B.) Der Dichter Carl Von Holtei ist heute gegen Abend gestorben.

GeWerbe und Handel.

Dem Verwaltungsrat!) der Berliner Handels-Gesell- s (haft wurde gestern die Bilanz pro 1879 vorgekegt; dieselbe ergiebt einen Reingewinn von 2254 630 „46, von dem eine Dividende von 50/0 zur Vertheilung gelangt und nach den Abschreibungen dem Re- servefonds 500000 «M überwiesen werden.

Die .New-Yorker Hdls.-Ztg.“ äußert sicb in ihrem vom 30. Januar cr. datirten Wochenbericht folgendermaßen: Am Waaren- und Produkten-Markt hat fich das Geschäft in den leiteyden Artikeln gebeffert. Bebufs Befrachtnngen mit vollen Getreideladungen wurden 8 Schiffe gechartert. In Brod- ftoffen war es lebbait und schließt Weizen heute, nach starken Schwankungen, ungefahr 1 Cent niedriger als am vorigen Freitag, wahrend sich Mais ca. 1T Cent höher steUte. Baumwolle: Ter- mine wurde'n regegebandelt, und aucbin disponibler Waare wurdemehr

für Export getban. Middling Uplands schließen 3/16 Cent höher zu 12l3/16 Cents. SÖiffIbedütfnis se: Terpentinöl in Folge starken Angebots und in Uebereinstimmung mit den Berichten aus dem Süden und von Europa stau. Harz ruhig und eine Kleinigkeit niedriger im reise, Tbeerund Pecbflau. Provisionen: Schmalzlebbaft, aber nie riger, Schweinefleisch zum Export bögebrt; Rindfleisch still. Jm Hopfen- qeschäft ist es noch immer sti und der Export ruht gänzlich. Beste Qualität fest auf Preis gehalten, mittlere biUiger zu kaufen. Pe- troleum zu Beginn der Woche etwas beffer, schließt flau zur nomi- neÜen No_tiz von 7? Cents fiir refined. Kaffee. Rios anfänglich maik, spater befestigt. Jn reinschmeckenden Sorten- hat sich die Konsumfrage beträchtlich gebessert. Fremde Manufaktur- waqren: In Folge des warmen Weiters. hat die Yrübjabrssaison bereits, begonnen, und ist das Geschäft der yerßo, enen Woche in allen bterber gehörigen Branchen ein recht lebhaftes. Der Import von Webstoffen betrug während der beute beendeten Woche 2839546 Dol]. gegen 1 788 190 Vol]. in der ParaÜelwocbe des Vorjahres.

Verkehrs-Anftalten. Trie st 12. Februar. (W. T. _ B.) Der Lloyd dampfer ., U ra n o ' ist heute Abend aus Konstantinopel hier angekommen.

Berlin, 13. Februar 1880

In der gestrigen Sißung derStadtverordneien ver [amm- lung kam der Bericht des Ausschusses zur Vorberatbung über die H„erstellung künstlicher Filter auf dem Grundstücke der stadtisiééen Wasserwerke bei Tegel zur Beratbung. Dtesem Berichte entnehmen wir Folgendes: In der Sitzung am 25. November v. I. bgtte„der_Ausschuß bescblcxffen, die Diskussion über die Filterfrage fur die nackxste Zett auszustßen, inzwischen aber nach der stattgefun- deneii Entleerung der Reservoire in Tegel uud Charlottenburg eine Besichtigung derselben vorzunehmen, um fish von den Erfolgen der seit dem, 3. November vorigen Jahres eingeführten Reservoir- WeÖselwutbscbaft Ueberzeuguna zu verschaffen. Das neue Reservoir tn Charlotrenburg rst am 4. November v. J. in Betrieb genommen und nach einer Betriebsdauer von einem Monat wieder entleert und gereinigt worden; nächstdem aber hat alls acht Tage die Aus- schaltixng eines Reservoirs in Tegel, und in Charloftenburg und die Benußung der beiden anderen Reservoire stattgefunden. Die enileerten Reservoire sind Von Mitgliedern des Ausschusses zu ver- schiedenen Malen besichtigt worden. Nachdem seit dem Beginn der Wech1clwirtbschaft ein Zeitraum von über zwei Monaten verfloffen ist, hat das Kuratorium der städtischen Wasserwerk übkr die Resul- tc'rte der Wahrnehmungen unter dem 15. Januar d. J. an den Ma- mxtrat berichtet und ist der betreffende Bericht dem Vorsitzenden des Ausschusses zur Kenntnißnahme mitgetheilt worden. Aus der Milte des Ausschusses wurde dem Bericht über den faktischen Be- fund _der Ablagerurigen in den Reservoirs in aÜen Punkfen zygesttmmt, dagegen konnte die Schlus3folgerung des Kurato- riums, daß mir durch Filter ein brauchbares Wasser zu besibaffen sei, nicht getbeilt werden. In dieser Beziehung ging die Ansichßdabtq, daß die Wirkungen der WechsekwirtbsÖaft ganz erstaunliche „seien, nacbdem man angcfangen habe, den Wechsel alle acht Tage eintreten zu lassen, so das; Klagen iiberschleebte Beschaffen- heit des Wczffers fast aar nicht mehr laut würden. Tägliche Unter- suchungen hatten das Wasser volLständig klar erseheinen lassen, und erst nach Anwendung dsr Lupe seien kleine Fäden von Crenotbrix arz'sgefnndcn worden, es sei also vorläufig das erreicht, was man ge- wunscbt babe, mdrm Weniger die Bestandtheile, als die Färbung dcs Wassers die früheren Klagen hervorgerufen bärien. Nun frage es sich aber doch, ob die ailerdings aucb jeiZt noch in detx1_ Wasser vorkommende Crenotbrix als der Gesundheit na'cbtheilig zu bezeichnen sei Diese Frage würde wobl ver- neint werden müssen, denn der 131". Bischoff, der sich ein- gehend mtt den Wafferuniersucbungen beschäftige , habe er- klart, daß er das Wasser aus verschiedenen Brunnen in der Stadt untersucht und überall Crenotbrix vorgefunden babe. Von einer Gesundheitsgefabrlicbkeit dieser Alge könne hiernach also keine Rede sem; es werde sicherlich Niemand versuchen, aus dem Vorhanden- sein derselben den Al'serÖ einer Epidcmie herzuleitcn. Aber ganz abgesehen hiervon, handle es sich für jexzt darum, ob aUe Versuche erschöpfr seien, so daß man sich sckwn gegenwärtig zur Abgabe eines eizdgülttgen Urtheils für berechtigt balken könnte. Dies sei nun nicht der Fall. Die Versuche mii der Wechselwirtbschaft seien neu und mußten deshalb erst noch längere Zeit beobachtet werden, denn die Annahme sei doch nicbt ganz unbegründkt, daß eine weitere Klärung des Waffers in dem Robrneß eintreten werde, sobald erst die demselben vor dem Beginn der Weckysclwirtbscbaft zugefubrten Ablagerungen sämmtlick) hinausgesrült sind. Ferner wurde wiederholt darauf hingewiesen, daß der Bodensatz in den Reservoiren nach achtiägiger Benußung derselben gegen früher ein bedeutend geringerer geworden sei, und da["; das Wasser demzufoige m dem Robrneß eine solche Beschaffenheit er1angt hätte, das:, wäre dasselbe vorrxm ebrnso gewesen, voraussichtlich gar keine Klag-:n laut geworden waren. Ewe weitere Besserung wcrde ficberlicb erreicht werde ,. Wenn statt der jexzt wöchentlich einmaligen Reinigung einr zweimaligeReinigung der Reservoire vorgenommen Werde, namentlich 317 der Zrit, Wenn das Wasser die der Wuchermxg der Algen günstige höhere Temperatur angenommen bat. Die durch [Wirres Vorgehen befürchtete Steigerung der Reinigungskosten sri Vicht gut zu er- krartsn, Weizn man cs nur u_nterlaffe, behufs der Ausführung der Reinigung Linen besonderen Bobiengang zu legen und die Erleuch- tung in so ausgedehnten: Maße zu bewirken, wie bisher. Bemän- aelt wurde bri dieser (Gelegenheit, das; die Ablagerungen aus den Reservoiren m die Spree geleitet werden, anstatt dieselben" ber- außziznebmen und auf der Erde trocknen zu lassen. Auch die gegen- waritg stattfindende Lüftung der Reservoirs. wurde als nicht aus- giebig genug bezeichnet und die Erzeugung eines stärkeren Pul- fionssiroms gewünscht. Hierbei wurde zugleich bezüglich der Bau- art “des Bassms bemerkt. daß gcrade durch die Wölbungen der Zutritt der fri!chen Luft abgeschnitten und Kellerluft geschaf- fen werde. Bei dem eventuelLen Bau nsuer Reservoirs rrerde man hierauf exitsprecbende Rücksicht nehmen müssen. Der Ausschuß gelangie hiernach zum Schluß„ das; es fiir jeßt noki) verfrybt sei, definitive Enfcheidung zu treffen, einmal, weil die Re- serboxr-We'cbselwirtbfcbaft, obgleich crft verbältnißmäßig kurze Zeit in Wirksamkeit, doch bereits eine ganz merkbare Befferuna berbeigefübrt habe, und dann, wril durcb vermebrxe Lüftung der Reservoire und durch Herbeiführung einer steten Bewrgung des Wassers in den- selben vdrausfichtlich noch günstigere Resultate würden erzielt wer- den. Dieserbalb empfiehlt der Ausschuß -- mit 10 gegen 2 Stim- men _, dieZdefmitiveBescblußfaffung iiber die Vorlage des Magistrats vom 1. November V. I., betreffend die BewilLigyng der Kosten für Herstellung künstlicher Filter auf dem Grundstücke der städtischen WafferWerke' in Tege , bis zum 1. November d. I. aus- zusetzen. Hinsichtlich der im Laufe der Verhandlung sonst noch gegebenen Anregungen und gemachten Vorschläge empfiehlt der Aus- 1chuß folgende Beschlußfassung: „Die Versammlung ersucht den Magistrat, 1) die Reservoir-Wechselwirtbschaft in Tegel und Charlottenburg in der Art fortseßen zu lassen, daß für jeyt und die nachste Zeit die Reinigung der Reservoire wöcheutlicb einmal, bei b'öherer Temperatur des Waffers aber die Reinigung zweimal wöchent- lich siai'tfindei; 2) eine kräftigere und wirksamere Ventilation der Reservoire zu veranlaffen ; 3) in Erwägung [u nehmen, ob nicht durch stärkeres Fließen des Wassers, herbeigeführt event. durcb aufgeführte Zwischenwände, der Algenwucheruna in den Reservoiren noch Weiter entgegenzuwirken sein möchte; 4) einige quantitative Analysen des Wassers aus Tegel, Charlottenburg und einer Ausfiußöffnuna in der Stadt durch den Profesior Ok. Finkener ausführen zu lassen; 5) zu veranlaffen, daß das an versch edenen Stellen innerhalb der Stadt aus etwa 20 bis 30 Stationen und zu bestimmten Tageszeiten ent- nommene Waffer von dem Dr. BlsÖOff untersucht und

die " Berichte desselben, unter Angabe dee Temperatur- verhaltniffe des Wassers, alle 14 Tage durch das Kom-

niunalblatt veröffentlicht werden, sowie“ ferner dem Dr. Bischoff die Anfertigung einer vergleichenden Uebersicht der Veränderungen welcbe das Wasser innerhalb einer bestimmten längeren Frist, z. B: tm Laufe eines Vierteljabrs, angenommen hat, zu übertragen, Und 6) dem Ausschuffe der Versammlung - (vorausseseyt, daZ das fer- nere Bestehenbleiben desselben von der Versammlung escbloffen wird) - allmonajlich die etwa eingegangenen Beschwerden über den Zustaizd „des gelieferten Wassers, sowie einen Bsricbt des Kuratoriums der _stadtiscbeu Wasserwerke über die Erfolge der Wechselwirthschaft zu ubersrnden.“ _- Gleichzeitig giebt der Ausschuß der Versammlung anbeim.1bm aufzrigeben, faUs außerordentliche Umstände sofortige Maßnahmen nötbtg machen, der Versammlung entsprechende Anträge zu unterbreiten.

Die Stadtverordneten-Versammlung nahm die Anträge des Aus. schusses an.

München, 9. Februar. (Allg. Ztg.) Der Me gersprun dieses (x_ltbxrkömmlicbe mit der Geschichte Münchens HU] verwachsen? volksthumltcbe Fest, wurde heute nach dreijähriger Pause wieder ab- gehalten, und der Zudrang war ein stärkerer als sonst; selbst die Galerie des PeterStburmes war dicht mit Zuschauern besetzt. Von der „Herberge“ zum Kreuzbräu an der Brunngaffe zog Vormijtags der_ originelle Fug unt zwei Musikcorps aus. Voran ritten auf prachttgen Ro en acht Knäbchen “in alter malerischer Tracht, und ihnen folgten ebenfalls zquferd die sieben zum Sprunge bestimmten Gefeller"! in rothen Fracken. Schtvere Pokale mit werthvvllen Denkmunzen wurden mitgetragen, darunter auf blauem Kiffen der Ebrenbecber im Schmucke eines silbernen Lorbeer-Kranzes, in Welchem seit Jahrhunderten bei diesem Feste den Re. genten des Hauses Wittelsbach der Ebrentrunk kredenzt wurde. ' Der Zug beiregfe sich zum solennen Hochamt? in der St, Peterskirche xmd von hier aus zur Königlichen Refidenz, woselbst Jbre Majestat die Königin-Mutfer die Deputation auf das Aller- buldvoÜste empfing und die Blumenspenden cntaegennabm. Ein wvhlwolYender Empfang Wurde drr Deputation auch in den Palais der Königlichen Prinzen und Prixizesfinnen zu Theil. Nach beende- ten AUfwartunaen ging der Zug zum Högerbräu ins Thal, Wo die staben Gehülfen zum ,Sprunge“ Toilette machten. Am Fischbrun- nei), um wxlcben ficbkschon um die Mittagsstunde die Neugierigen drangien, ging Nacmetags gegen 2 Uhr das Heiterkeir erregende Schauspiel von statten. Während desselben war im Högerscb-zn Gastbause das sogenannte Meistermabl. Abends war im Kreuzbräu, dessen Eingang em Triumphbogen schmückte, BaÜX-der GeseÜen; am Faschingsdienstag war Ball der Meister.

DreSden, 10. Februar. Die „Drcsd.Nacbr.“ meldeten unterm 9. "Februar: Skit einiger Zeit ist bier beim Militär eine eigen- tbu„m[1che Krankheit, die sogenannte Halsstarre, verbunden mit Krampfcn, und zwar terft bei der 9. Compagnie des bier gar- nisonirenden Schlitzen - Regiments Nr. 8 ausZebrocben, bei der bis jeßt 8 FäÜe vorgekommen sein sollen. Auch muß mxt " genaxmtsr Krankheit Gehirnaffektion verbunden sein 2c. Ge'rucbtwetse verlautet, das; man mit dem Plane umgebe, bei eiwa wertergreifendcn Erkrankungsfäkien die Mannschaften zu beurlauben. Dazu bemerkt heute das „Dresd. Journal“: .Die stattarfundcnen Erkrankungen an Genickkrampf, deren Entstehen nach Ansicht der Artzte vornehmlich auf Erkältungen, begiinstiat durch die anhaltend rauhe Wittrrung, znrückzufübren ist, zeigten sich beim 7. Infanterie- Regiment „Prinz Georg“ Nr. 106, kasernirt zu Möckrrn bei Leipzig, ferner in der Garniwn Dresden und in der Garnison Freiberg. Konftatirt find beim erstgenannten Regiment 4 ErkrankungsfäUe, wovon 3 mit tödtlicbem AuSgange. In der Garnison Dresden er- krankten 9 Mann, welcbe sämmtlick) auf dem Wege der Besserung fich brfinden. Aus der Garnison Freiberg isi ein FaÜ, und zwar mit tödtlicbem Verlauf gemeldei. Das; das Erforderliibe zur Ver- meidung] weiteren Umsichgrcifens der Kra1.kbeit ungesäumt angeordnet worden, bedarf nichr erst der Erwähnung. An die Frage einer Beurlaubung von Mannschaften ist dabei nie herangetreten worden.“

Aus der Pfalz wird der „Ang. Zig.“ unter drm 10. d. Mix. gemeldet: Nach so eben erhaltenen Privatbriefen find die Afrika- rrisenden ])1'. Mook und BarowHolzbausen am 2. Januar in Kassala angelangt. Dir ngtenreise von Suakin bis Kaffala legten sie in 14 Tagen zurück. K'affala, die Residenz Links Paschas, ist das Centrum der deutschen Thirrhändler. Hier haben Hagenbeck, Reiche und Cohn ihre Stationen, und Deutsche waren es, welche zuerst bier vordrangeq. (Florian, Werner, Cobn, 1)r. Schwänfnril), ron Heuglin). Mook und Holzhausen haben sich entschlossen, süd- östlich nach dem Rabat und Diuder weiterzureiscn-

Die KTM. Aufführung der Hochsebule für Masik, Ab- theilung für ausübende Tonkunst, nnter Leitmng des Hrn. Ernst Rudorff, wird am Montag, den 23. Februar, Abends 71 Ubr, im Saale der Sing-Akademie stattfinden. Das Programm lautet: 1) Beethovcn, Ouverture „EZmont“. 2) Mozart, Konzert (F&äm) fiir Waldhorn (Allegro - Romanze, Largbeiio - Allegro), Hr. Friedrich Lehmann. 3) Schumann, Konzert für Violonceu (Nicht zu schnell _ Langsam - Sehr lebhaft), Hr. Robert Hausmann. 4) Weber, Ouverture .Euryantha". 5) Gade, Sinfonie in .4-m011 (131'88t0 -- ÜUÜQUKS 808681111130 -- „411€gr6ri0,38§ai 1110718r3d0 -- 811€gr0 m01r0 S 0011 fuoco).

Der Cirkus Roenz übt, obwobk seit seiner Eröffnung bereits drei Monate Verfiomen find, andauernd eine starke Anziehungs- kraft aus. AÜabendlicb ist der große Raum von Schaulustigen voll- ständig gefüUt. Hr. Direktor Renz scheut aber auch keine Mühe und Kosten, für angenehme Unterhaltung zu sorgen. Das Programm bietet immer wieder neue Abwechslung und trägt durch seine Reick)- baltigkeit jedem Geschmack Rechnung. Wer sich für die edle Reit- kunst inter-Mrt, dem werden jeden Abend mehrere Piccen geboten, die seiren vollen Beifall erringen müssen. Von den Damen zeichnen ficb als Reiterin der boben Schule Frl E. Loiffet und Fr. Amanda Hager-Renz aus, welche letztere auch als kübne Springerin Bewunderung erregt. Ailbekannt als ein Vorzüglicher Reiter ist ferner Hr. „Hager, der die schwierigsten Gangarien der hohen Schule mit spielender Leichtigkeit und großer Eleganz ausführt. Ebenso lobenswertk) wie die Kunst der Reiter ist die Schönheit der Pferde, mit denen fick) der Cirkus Renz stkts hervorragend ausgezeichnet hat. Neben drm Reiten der hohen Schule wird den Pferdekenner und -Freund die hohe Dressur der Pferde interessiren, welcbe vornehmlich Hr.Fr. Renz vorführt; staunenswertk) sind die Resultate, welche hier die Kunst des Menschen erzielt bat. Von Kraft und Kübnbcit zeugen die übrigen Produktiomn der Reitkunst, besonders das Grotesque- reiten des Mr. Frank und das Voltigircn dcs Mr. BoLwell, während eine Reihe von jungen Damen die_ außgcsrrcbtesten und schwierigsten Piecsn auf gesatteltcn und ungejatteltcn Pferden zum Besten geben. Vielbewundert sind ferner noch immer die Produk- tionen der Weitberühmten amerikanischen Luft-Gymnasiikerin Miß Leona Dare und der Mis; Warbington. Die Zwischenpausen werden durch die Kunststücke einer großen Anzahl von Clowns , welcbe das erdenklich Mögliche in aymnastischen und komischen Piccen leisten, angenehm auSgrfüUt. Außer diesen Dingen bringt dann jeder Abend noch eines von jenen großeU Ausstattungsstücken , wie Julius Caesars Einzug in Rom, der KarneVal auf dem E.sc, ein (bine :sches Fest 2c., welcbe sämmtlich von dem Direktor Renz mit vielem Glanz und Geschmack arrangirt und in Szene gesetzt sind.

Redacteur: I. V.: Riedel.

Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. ElSUer.

Drei Beilagcn (einschließücb Börsen-Vcilage),

Berlin:

(Erftw 23

eilage

zum Drutschen Reichs-Anzriger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Freitag, den 13._ Februar

_...-

“***-“**- ..- _. ___-„_

QL RJ:“.ieratc für den Dxutsiben Reichs- u. Königl. Preuß. Sizats-Anzei-zrr und das Central-Hcmdels-

register nimmt an: die Königliéhe Expedix'io 323 77331763er Reirixx-Inzeigrrs und Köuiglixi; Preußisäyu KitaatI-aneigers: 23Min, 8. ". WLZIZZm-SkraZ-e Nr. 82.

n _. erokdrisfs nw! [)Jk-SküüßYMJü-ZQSUSU.

2. 8268356381037.th „&fosdoW, “77611371qu1; 11. 5187Z1.

3. UsrkäufsÉrxpuchrw-ZM, SUDMMTOMU sds.

. 7914005111255“, Hmordjszdiox, 2111323187171? 11. :. r',". W:; 621731181161;st kayisran.

ffrutücher Anzeiger.

5. 13.24321on Umdüsxsmsüds, IÜTÜW 6. ?sxxebjßrisus ZSYWU'WMUMJSQ.

?. Z. ?köUTLk-ÜUSZJSR. ck 131 (lor Zörxvy-

WM...,»-

1

117.171 (ZwßxilkzaQÜ-IL.

T-"Zer-szods WITZW.

IUseraT-Z Kern-n'. (TU! die Annoyren-Cxpeditionen des „Juva.idekdank**, RuDolf Max:. Haaserreiu & Bogisr- G. 8. DTM? & Co.. sé. SMWU. WM:“ & Winter, sowie all: 882€qu größrrm

Annonexn-Buxeakö. J

kawjüsy-TÉBMÉix-icÜxr-M. 1713ng3.

.___- _.» „_ , «_.___ .“ „. ::

ck“*“

1 nd Unter u un s =Sa en. mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- Steckbriefe ! s ck g ck ricbtc zugelassenen Ankralt zu bcsteUen.

eckbriefs-Erledignng. Der unter dem 19, No- -„«§btex 1879 hinter den BäÉkergcsellen Hermann Die“»ke cms Nowaweß crlas1cne Steckbrief ist er- ledigt, PoiSdam, den 6. Februar 1880. 'Der Untersuchungßrichter béim Königlichen Landgericht. Der unterm 29. v. M16. Hinter den *Musketicr Dutkiewicz der dieffeitigen 8. Compagnie erlgffe_ne Stcckbrirf ist durch Einlieferung des 2c.Duikiewicz erledgt. Stralsund, den 11. Februar „1880. 2. Bataillon 3. Pommcr1chen Jnfanterie-chnncnf

“Nr. 14.

er vom rübrren Königlichen Krengerich zu RKuberg D.f/S. unterm 19. Dezember1878 hinter den Eimieger Thomas Arndt aus Skdrkau er- laffene Steckbrief (Nr. 5 des Staats-Anzeigers pro 1879) wird bie1durchKeriiezikerU Creuzburg, den 30, Januar 1880. _Kömglrwe Staatsanwaltscbaft.

Subhaftationen, Aufgebote, Vor- ladnugen u. dergl.

[3791] Ochntlichc Zustellung.

Der Kaufmann Friedrikh Kurzwak zu Berlin, Meßsrstr. Nr. 16, klagt gegen dezi ehemaligru Resinurateur Carl Lehmann, fruher zu Berlin, Wilhelmstr. Nr. 11 bci Skapcnbeck wohnhaft, 1th seinem Aufcntbalte nacb unbekaxiiir, wegen der YU) 11. QUarial 1879 mit 7195!) 32 „44 50 «5 ruckstan- digen Mietbe für e"::e im Hause Mrixrrsir. Nr. 16 seit dem 1. Zauuar bis End: Zum _v. J. gcgen eine tno:1af[ichk Micki)? ron 17 „44 50,323 mne- gchabte Wohnung von Siribe und Kucbe nebst Vodanrarim mit dem Aukrug: aiif Zahlung vori 32 „74 50 Y nrbst 50/9 Zinsen seit dem "1. Juli 1879 und ladet den Beklagten zur Wizndlichen Verbaridlnng des RcÖTJftrcits bor das Koniglicbe Am1sgericht 1. zu Berlin, Abibeilung 20, auf

den 20. April 1880, Vormitkags, 10 Uhr, Jüdenstr. 60, Portal 1., 2 Trsppen, immer 878.

ZUM Zivecke drr bffrnjlicben ZU iellung wrrd diescr Auszug der Klage bekamit gemacht.

BerUn, den 4. Februar 1880.

Samstcr, .

Gericht§schreiber des Königlickyen Amksgericbis 1.

Abtheilung 20.

[3792] Oeffentliche ZnstcUnng.

Der Kaufmann I. M. Hennig zu Berlin, Jägerstr. Nr. 37, klagt gegen den Kaufmann N. Lewin, früher zu Berlin, Prenzlauer Str, Nr. 26 bei Hammerstrin, jrizt u::bciüamer Aufenthalts, wegen seiner Restforderung] irn: die [I den Jabrcn 1874- bis 1877 gelieferten Kletdungsstucke, Mit dem Antrage auf Zahlung von 145 «16. 50 „“S nebst 60/0 Zinsen seit dem Tage der Zustell_m1g dieser Ladung, und ladet den Biklagien zar nmndbichen, Verband- lung des Rechtsstreits vor das Komache Amfs- gerichf ]. zu Berlin, Abtbmlung 20, auf

den 20. April 1880, Vormittags 10 Uhr, Jüdenstr. 60, Portal X., 2 Treppen, Zimmer 87 11.

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der KMK? bekannt gemAacht.

Berlin, den 7. Februar 1880.

Sckmsxer, _

Gerichtsscbreiber dos Kömgliibcn Amtsgerichts [.

kaheilung 20.

[5754] Ocii'cntltclxc Zustellung.

Der ansfabrikam Albrrt Nico in Rixbeim, vertreten durch RcchiSanjvalt Dümmle_r, klagt gegen den Joseph Fritsch. Dienstknccht, fruber in Tags- dorf wobnend, jexzt obne bekannicri Wobn- und Auf- enthaltsort, und gegen Anton Fritzcd, Angrßellter in Lron (Frankreich) wobnend, aus einem Freiwilli- Zzen Urtbetle des Friedensgerichts Habsheim vom 29. Mai 1878 mit dem Anfrage auf "Versteigerung der den Beklagten gemeirischafil1ch gcboriaen Grund- stücke und Tbeiluug des Erlöses an die Yeklagteu je zur Hälfte mit der Maßgabe, daß Kluger mit seiner Fordrrunq an auptsumme, Zinsen und Kosten aus dem auf Josep Fritsch trcFendeu Antherbbe- friedigt werde, und ladet die Bcklagtrn zur mxmd- [ichen Verhandlung des Reébtsstreits vor die Civil- kammer des Kaiserlichen Landgerichts zu Mul- hauscn i. (8. auf

„dcn 20. April 1880, Vormittags 9 Uhr, niit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richie zugelassenen Anwalt zu bestohlen. ,

Zum Zwecke der öfertiichen Zustellung Wird dicser AUSzug der Klage bekannt gemacht.

Stahl, ' , Gerichtsschreiber des Kaiserlichen Landgerichts.

[3769] Oeffentliche Zustellung.

Der MiiUcr Conrad Ködding zu Haßbackzs Mühle bei Haine zu Amt Frankesnbcrg, vertreten dUkch den Recbisonwalt 1)r. Schimdt, klagt gegen seine Ehefrau Elisabeth, geb. Adler, von da, jkßt in unbekannter Ferne, wegen, Ehesckjeidung axxf (Grund böslichen Verlaffens, mit dem Antrags, dze Ehe mit der Beklagten auf Grund ihres bös- ltcben Vcrlaffens dem Bande nach „zu sche1den„und Bekla ie für den Lchuldigen Theil zy erklaren, und adet die Be lagte zur mi'mdltrbrn Ver- handlun des Rechtsstreits vor die Erste Civilkammer des Kön glichen Landgerichts zu Marburg

die1er Aussug der Klage bekannt gemacht.

Marburg, den 6. Februar 1880. Liebermeiürr, ,

Gerichtsscbreiber des Königltckxen Landg€r1chts

[3774] OeffeWttUnng.

Der Besitzer Adolph Glanz zu Mocker, vrr- treten durch den Rechtsanwalt Schrage bier, klagt gegen den irüber am hiesigen Orie wohnhaft e- wesencn Säjlossermcister- Emil Hockxstaedt, de ien jetxiger Aufenthaltsort unbekannt ist, aus der nota- riellen SÖiilddrtsÖreibung vom 3. Oktober 1879 wegen eines dem Brklagtcn gegebenen Darlebns mrt dem Antrage auf Vernribeilung dcs Beklagdrn zur Zahlung von 360.44 nebst 6“'/0 Zinsen [eit dem 3. Oktober 1879, und ladet dn Beklagten ziir mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die erste Cidilkammer des Königlichen Landgrrichts zu Thorn auf den 13. Mai 1880, Mixtags 12 Uhr, mit der Aufforderuiig, einen b?! dem gedachten Gerichte zugelaffenen A:“«ivalt zu besteUen. ' Zum chcke der öffentlicbrn Zustiüung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

' * Hensckjée, , Geriibisscbreiber dcs Königlicbrn Landgerichts.

[3765] 7

Oeffentliche Ladung.

Nacbdem der Drcchs1€r_C0Urad Wolfram 11. ynd dessen Ehefrau Anne Eli1abe1b, (xrborene Smmng, in Gurbagen, die Eintragung des "in der Grmarknng von Garbagen belegenen Grundstucks 13. 55 1 2191er 3 Rathen jetzt Theil VM Blatt 8 Nr. 59, Wiese das Wegrland 31 a 44 ([m, in das Grundbuch a_uf ibreii Namen beantragt haben, so wxrden aUe die- jenigen Personen, Welche Rechte an ]enem (Ortrud- i'tück zu Haben vermeinen, arifgcfordert, solébe spate- stens in dcm Aufgeboif-tcrimne am 7. April 1880, Mitiags 12 Uhr, anzmneldeN, widrigenfalls der bisherige Befilzer als Eigentbümer in dem Grundbuch eiligetragrn werden wird und der die ihm obliegende Aximeldudg unter- lafferidé Berechtigte nicht nur seine Ausdruche gegen jeden Dritten, Welcher im redltchen Glauberi an die Richtigkeit des Grundbuchs das oben erwahnte Grundbermögen erwirbt, nicht mehr geltend maiben kann, svndcrn auch (»in Vorzugsrech „gegenuber Denjenigen, deren Rechte in Folse der 1715 zur Er- lassung des Ausscblnßurtbcils erfolgten Anmeldung eingetragen find, verliert. Melsungen. dcn 7. Fcbruar 18,80,

Königliches 21mk§grrtcht.

B e r n b a r d 1.

[3784] Oc];c11tltcl]e Ladung des Anton, Stephan UNd Friedrich Maier zur geringen (Erbschaft ibrrr Viuiier Heinrich Maiers Ebefrau Von Z).)iunzingev. Biu'yen'Z Moxiatcn sich zu melden bci Notar Goh m Munzingen, Großberzogtbum Baden.

[3743] _Äufgebbt?

Auf Antrag des Orgelbauer Kummer zu Minden, als Vormund der vierminorennen Gesch1v7sier Kubl- mann. Kindcr der am 4. Oktober 1879 zu Minds'n verstorbenen Wittwe Kuhlmann wsrdcn dre Naiblaßgläubigcr der &. Kohlmann aufgexordcrt, ihre Acisprücbe an ch Nachläß derselben sparrsiens in dem auf 24. April 1880, Morgens 11 Uhr, im hiesigen Amtsgerichte, Zimmer 22, „anberaumte'n Aufgebotstrrmine anzumeldcn, widrigexifaÜs _sie gegen den Bencfizial - Erben ibre Anspruch: nur noch soweit geltend machen ko'nnen, als dsr Nachlaß mit Ausschluß aller seit dem Tode des Erblassers aufgrkommenen Nuixungei) durch ;Br- friedigung der angcmeldeten Ansprache mchterschopf1 wird. In dsr Anmeldung cines_Anspruches um]; der Geßenstand und der Grund desiclben angegeben werden. ' . Die urkundlichen "Beweisstücke oder eine Abschrift derselben sind beizufugcn. Minden, den 6. Februar 1880. Königliäxcs Amtßgcricht.

[3651] Aufgebot. Der Einsieffene Heinr. Friedr. Buttenscboen m Wahlstedt bat das Aufgebot eines auf seinen Namen lautenden Spaikasfenbucbs Nr. 3858, aus;;efiellt yon der Adminißration des Spar- und Leibkaffen-Verems in Segeberg über 664 .“- 08 „F;, beaniragi. Der Inhaber dieses Sparkaffenbuchs wird aufge- fordert, spätestens in dem auf Donnerstag, den 18. Mai 1880, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Amtögertcbte augeseßtcn Termine seine Rechte anzurxielden und, das Spar- kassenbucb vorzulegen, widrigxnfalls die Krafiloé- erklärung desselben erfolgc'n wird. Segeberg, den 31. Januar 1880. , Königliches Amtsgericht. Abtheilung 11.

[3790] * Aufgebot.

Auf dem, dem Cinaffen Wilhelm Rec zu-

aelderrückstand vm 166 Thlr. 20 Sgr. aus der Obligation vom 2. Srptember 1831 für Jacob Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird Mockprang unier 20.Apri[1846 [dschungsfäbig

quittirt. Gleichwohl bat die Löschung nicht er- folgen können, weil das über die qu. Post lautende Dokument verloren gegangen ist. Jacob Mockprang ist am 27. Okwber 1860 zu Neu-Müblbaä) ver- storben. Der angeblich einzige noch lebende Erbe des Jacob Mockprang, der Hofbesißcr Carl August Schneider in Ellérwalde, hat sein Verfügungsrerbt über die qu. Post nicht nachgewiesen.

[3753]

Ehefrau Friederike Auguste, geb. Hein, in Volkstädt istÖFie in der Flur Volkstädt gelegene Parzelle ]]

725“ anf Kartenblati 2, am Dorfe 14,40 3. Acker- land mit 2,29 Thlr. Rcinrrirag unirr Vorbehalt der Rechte Dritter zugesckzrirbrn.

JM. Eigrntbümcrn rin Aufgebrzt bcantrexgt wordeii. Es werden daher al]? Diexxmgen, iveltbe ans Lafajre djs Kosten zur Last MM] „.,-rde],

diesem Grundstücie zu babrn vrrmeincn, anfgefor- dert, solche spätestens in dem auf

bei unTrrzÖrhvetsr Behörde ansiebeiiden Aufgrbots- trrmine anzumeiden, widrigenfalls sie 1[)rer Am Z

Auf den Antrag des Cinsaffen Wilhelm Reet; in

Weißbof wird daher der Inhaber der Urkuride an- [3 gefordert, spätestens im Aufgebotétermin

den 7. Mai 1880, Vormittags 12 Uhr-

Graudeuz,_drn 12. Dezember 1879. K'bniglichrs Amtsgericht.

irßend cinem Grunde Atrspriiche und Rcchtr an

dm 2. April 1880, Vormittags 11 Uhr,

sprüche und Re(bxe verlustig geHLii. y Rudolstadt, den 2, Januar 1880.- Fürftl. Schivarzb. AmtIgericbt. Zur VFchibigUng:

o , e Gcricbtkschreibcr.

'!

wabrscbeinlici) gemaibt haben„das; dir Ausfertigung [ ciner ihnen von L.-onbard Friscbk'bri: und_Cbesrau, Magdalena, zii Steinau, wech eines zu 5 0/0 ver- zinslichen Dariebns von 100 Gulden ausgestelijen, im Hypothekenbucb von Steinau Band 711. S. 174 folgeude eingetragenen Schuld- und Pfandbcrscbrei- [ bung Vom 2, September 1830 verloren grgangen sei, wird der unbckannte Inhaber der'Urkunde bier- mit aufgefordert, spätestens im Tcrmm nm 20. ?lugUst d. J., Vormittags 9 Uhr, bsi drm untcrzricbneten «(richte rmtrr Vorl'a-xzr dcr Urkunde seine Rccbte geltend zu machen, Widrigen- falls die Krafiloserkcnnuxig dcr UrkUnde erfolgcn wird. Steinau, den 4. Februar 1880. Könislicbes AthgcrtÖt. v. Hager.

3623 [ I11]Sachen, das Schuldenwesen des Kotbsaffen uud Zimmermanns Christian Goss zu Kl. Siöck- beim betreffend, ist durch Bescheid vom heutigen

3XWangsveri'tcigernng des dem Kotbsaffen und

wiek an der Kastanien-Aüee (Nr. 24) belegenen,

den 14. Mai 1880 Morgens 11,111"; . vor Herzogl. Amtsgerichte bterfelbst - Zimmer Nr. 28 -- anberaumt. ' Zugleich werden die Hypothekglarbiger apfgefbr- dert, ibre Obligaiionen und Hypothekenbriefe tm

Versteigerungstermine zu überreichen. Braunstbtveig, den 7. Februar 1880. Herzoglicbes Zwisigericht. 1711.

n -.

Bekanntmachung.

Das Kgl. Amtsgericht Aungurz hat auf An- trag des Privatiers Wolf Krailsbeimer als Ku- rator des abwesenden SisZUtund Krailsheimer,

[3787]

Religionslehrerssobn von Persee, zum Zwecke der Todeserklärunq dcs Letzteren das Aufgebotsverfabren einzuleiten, folgendes Aufgebot erlassen: 1) Aufaebotstermin wird auf Mittwoch, den 1. De ember 1880, Vormittags 9Uhr, im dies- gcricbt ichen Geschäftbzimmcr Nr. 16, parterre rechts, anberaumt. 2) (Fracht Aufforderung: * _ a. an Sigmund Krailsbeimer, Religionslehrerssobn von Pfersee, geboren am 4. Juni 1841, sich spätestens an der genannten Tagfabrt persönlich oder schriftlicb bei dem unterfertigten Gerichte

[3712]

T an den Antrag des Konkursverwalters,Acker- im Jahre 1879 , 111326113 fFriedrich Halbe zu Kl. Stöckbeim, die Josef Eisele von Eschelbach Mitberufen.

1). an die Erbbetbeiligtcn, ibre JiiLLreffen im Auf-

gebotSverfabren wabrztmehmrn,

0. an alle Diejenigen, Welche iiber das Leben des

VcrscboUenen Aufschluß gebsn Fönncn, Mit- theilung Hierüber dem miterferttgten Gerichte zu machen. Angßbnrg, d_en_3. Februar 1880. Dcr Kgl. Amtsrichter: LUMI- Zur Beglaubigung:

Fichte, Kgl. Gericht§schreiber. 720] VckünutüiüÉiUiiF.

Frau Elfe Comand, geborene Sachistbab

seine Rechte bei drm Gerichte anzumeiden und die sÉehkstaU des RMÜU'S Paul Coruand biir“

Urkunde vvrzulrgkn, widrigeizfalls die Kraftlos- erklärung derselben erfolgrn wird.

lbst, Bülowstraße 34, ist durch Beschliiß vom

benjigen Tage für eine Verschw:nderin erkxärt morden.

Berlin, den 7. Februar 1880. Königlichcs Amthericbt 1. Abjbeilung 55.

. ,.AUfgebot ZELT!) Uribeil der 1. Civilfammer bissigen Kgl. Dem Fabrikarbeiter Lorenz Unbchaun und dessen Landgerickzts vom 12 Januar d. I ist die Mischen der in Aachen wwbncnden gewcrklokcn Therese, geb. Ieppeufeld, Ehefrau des daselbst wvbnendrn Tuch- fabrikanten Viktor Lafaire bestehende eheliche Er- rungenschafts-GütergemeinsÖaft mit cxi1en rechtlichen Folgen für aufgelöst erklärr, die Gnicrirenmmg ansaesprocben; smd Parteien zur Anseinanderscyung WLIM BesCÜÜZULU “MW VNÜTÖÜÜI ck W" dcn ibrer Verinögcnsansprücbe vor Notar Cormkv in Aachen vrrwiesen und der KonkurSMs-F: dcs Viktor

Llaäzen, den 11. Februar 1880. Der Rechtsanwalt: gez. Sternberg.

[3761]

Durcb Uribeil der 1. Civilkammer bissigen Kgl. aUdgericbt-zs vom 12.JanUar d I. ist die zwischen- er in Burtscheid wohnenden, ge-irrrbloßn Maria

Sophia, geb. Böttcher, Ehefrau des daselbst wohnenden früheren (Gasiwirihss, jeßj cbenfalls gewerblosen Ferdinand Sckxlcmmer bestehende

[)(-liche Gütrrgemeinscbait mit aÜen recht1ichen

., Folgen für aufgelöst erklärt, die Gütertrennung "**-_- auSgesProchen, sind Parteien zur Auseiiianderseßung [3771] ihrer Vermögensanwrüche vor Notar, Justiz.Nat_h

Nachdem die Kinder des David Ssligxrtann Weiler il) AÜÖLU- vaMesM, und der Konkursmasie Stern, Liebmann und Isaak Stkrn zu Schlürbtrrn des Ferdinand SÖÜMMSL die KMM zur Lask LL-

rgt worden. Aaäzcu, drn 11. Februar 1880. Der Rechksanwalt. gez. Sternberg.

3770] . _ Durch Urtbeil der 11. Cimlkammer Königlichen

Landgerichts zu Düsseldorf“ vom 17. Januar 1880 ist die Gütertrennung zwischen der Ehefrau des im Fallitzustand befindlichen Handelsmannes Abraham Holländer, Elise, geb. Jsermann, zu Dahl bei TN. Gladbach und ihrem Henannten Ehemann mit Wir- kung vom 13. Dezember 1879 ausgesprochen und der mitverklagten Fallitmaffe die Kosten zur Last, gelegt wvrden.

Für richtigen Aussua: Diisseldorf, den 7. Februar 1880. Der Landgerichts-Sekretar: Holz.

Erbvoxladung. Wkickjael Eisele von (Eschelback), weiihrr schon

10 Jahre vermißt wird, ist zur Erbschaft seines

Verstorbenen Vaters Friedrich

Derselbe wird zu der Vermögensanfnabme urid

Zimmermann Cbrisiian Goes zu Kl. Stöckveim zu- zugleich zu den (__ÉrbtbeilungSverbandlungen mit dem gehörigen Nr. 134 (1. Blatt 1. des Feldriffes Alten- Bedeuten bwrmrt vorgeladen, daß, wenn er

innerhalb drei Monaten

auf dem Situationsplane (16 1873 Nr. 1774 mit nicht erscheint, die Crbsxbaft denen znqxtbeilt wcrden 11. bezeichneten Grundstücks 5119 a 6 ([m sammt wird, welcben fie zukame, wenn der Geladene [ur Wohnbause Nr. 4291 verfügt mid Versteigerungs- Zeit des Erbanfalls nicht mehr am chen grwe]en

termin auf wäre.

Sinsheim, den 3. Februar 1880. Der Gr. YFichisnotar.

[3749] ' Die Eintragung drs Rccbtéanrralis Caspari m

Detmold in der Liste der bei dem biesiaen Kögtg- lichen Ober-Landesgericbte zugelaffxnen Rechtéanwalte ist auf seinen Antrag beute geloscht. Celle, den 10. Februar 1880. ' Königliches Ober-Landesgericht. ])r. Kübyc,

[3783] Bekanntmachung.

Der Rechtsanwalt [):-. Liebe hat seinen Wohn- fiß von Bernburg nacb Deffau verlegt. Dessau, den 2. Februar 1880. ) Herzoglich Anbaliiscbes Landgericht. Pietscher.

[3772] Nr. 2421. Nachdem Rechtsanwalt Lewalb in

Jol e seiner Zulassung bei dem Reichgericbte seinen 9 nsiß von hier nach Leipzig Verse “k hat, wird er in der dieffeiti en Anwaltsliste gelös t, was Temäß §. 24 der A. S. andurcb bekannt gemacht wir . Mannheim. den 6. Februar 1880. Großb. Bad. Landgericht.

gehörigen Grundstück eißbof Nr. 2 stet in

auf den 3, Mai 1880, Vormittags 9 Uhr,

mdr. 111. Nr. 1 ein mit 50/0 verzinslicher Kauf-

zu melden, widrizenfaUI er für todt erklärt würde, 1