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eine heilige Pflicht seien. Es wurden daher auch die,von ben Abgeordne- ten Welcker und Vogelmann gestellten Anträ „e, m_1 Weseytltchm ,da- hin gehend, daß die Regierung die geeigneten ?) ittelin Erwagung ziehe, namentlich die Ausstellung von Zou-Vereins-Konsulp einleifte und der Kam- mer auf dcm nächßen Landtage Vorlage mache, einstimmig a-ngenommen. * Die Tagcöordnung fiihrte sodann zur „Foitsesung der Diskussion des vom Abg-Bassermann erstattetenKommissions-Bmchts über das'Bud-
get des Ministeriums des Innern, und zwar Titel [Y., Forst-Po- . Nach dem Antrag der Kommission wurden fur Besoldun- *
lizei-Direction. , „ „ gen, Gehalte, Büreau-Aufwand und Reisekosten die verlangten 19,956 Fl. bewilligt, die Berathung des Beitrags zum Aufwand der Lokal-Fornverival-
tung mit 86,801 Fl. aber auögcscßt, da dieser Gkgcnsmnd im Bildget ch 1 Sanitatö-Kom, !
Finanz-Ministeriums wieder erschcine, Untcr Titel P.. * _ misfio", wurden die verlangten 67-10 Fl. und unter rem Titcl Kl., ch- ncral-Landes-Archiv, die geforderten 12,990 Fl, ohne cherkung Zöklibmigk. Bei Titel 1/1]., Kreis-Rrgierungcn, machtc der KommisswnZ-BUWZ zu- nächst auf die in der Sißung vom 13, Mai 1844 an Scixic Konig- iiche Hoheit den Großherzog beschloffcne Adresse aufmerksam, m _weicbcr zum Behufe von Ersparnissen mehrfache Andeutungen zur Vcrcinsachng der Verwaltungs-Geschäfie gemacht Wordm und wozu die bevorstehenxe Trennung der Justiz von der Verwaltung der geeignete Zeitpunkt sem Diese Adresse war aber, da die erste Kammer ihre Zustimmung nicht gegeben, auch nicht an ihrc Bestimmung gelangt, weshalb „dcnn 'der Kommisfions-Berichi nun einen anderen Weg empfahl, Statt na'mlich zu bitten: „die Anzahl der Staatsstellen zu vermindern, deren Personal auf den früheren Stand zuriickzufiihren und damit der Staatskaffe ohne Nach- theil des StaatSdienstes die dringend gebotenen Ersparnisse zu verschaffeti“, liege es in der eigenen Hand der Kammer, durch anze odcr theilweise Verweigerung von Budget- Positionen au? dem kürzencn Wege das gleicheZicl zu erreichen. Darum habe dcherichtersiattcr schon gnf dem lezten Landtage den Antrag gestellt, bieH-ilfte der badenschen Kreis-Negicmngcn zu streichen, den er denn auch jest wiederhole. Zu dem Ende und zur Vereinfachung und Verminderung der Gcschäfte, machte er 28 verschiedene Vorschläge und beantragte, unter der Vorausseßung, daß es der Regierung möglich sei, noch im Laufe dieser Budget-Periode diesc Gesch)«"ifrö-Vern1in- derung ins Leben treten zu lasen, die fiir das Jahr 1816 gefordertin 143,248 Fl. noch ganz und für die erste Hälfte des Jahrcö 1847 die Hälfte dieser Summe, also 71,624 Fl., zu bewilligen. Vom 1. Juli 1847 an aber möge eine Kreisregierung - die des I)iittel-Rheinkrciscs _ aui- gehoben werden, und es seien für die zweite Hälfte des Jahres 1847 nur noch zu bewilligen 48,416 Fi. Diesem Antrag des Bcrichterstattcrs war je- doch die Kommission nicht beigetreten; vielmehr wollte dicse, in dcr Voraus- seßung, daß längstens bis ziim 1.0iiober 1817 die Trennung der Jitsiiz von der Administration ins Leben trete, an dem Budgetsaß für das Jahr 1817 nur die Summe von 5000 F1. streicbi'n und stellte demzufolge den Antrag: für 1846 die Summe von 143,248 Fl. und für 1847 die Sr-mmc von 138,248 Fl. zu bewilligen. Nach Eröffnung der Diskussion fyracben der Abg. Schmitt von M. und der Ministeiial-Präfivcnt Ncbcninö gegen den Antrag. Da inzwischen dichit schon zicmiich vorgcriickt War u::d noch eine kurze geheime Sixxung ßattfinden sollte, so Ward auf den Antrag des Abg. von Jsstein die Diskussion bis zum solgendcn Tage anschcßt und die Sisung geschlossen. „
Die Karlsruher Zeiig. berichtigt eine in ihrem Berichte über die Sißung der zweiten Kammer vom 4. Juli enthaltene An- gabe dyabin: daß die Budge't-Kommission keinen bestimmten Antrag, ein Mißtrauens-Votum gegen den badenschen Bundestags-Gcsandtcn auIzusprechen (vergl. die vorgestrige Allg. Pr. Ztg.), gcsiellt habe, daß daher auch kein solcher Antrag zur Abstimmung gekommen oder gar von der Kammer angenommen worden sei. -- Der bereits (gestern) erwähnte Waldbrand bei Karlsruhe hat sich auf eine Tannen- schonung von wenigen Morgen im Hardwalde (an der alten Straße nach Mannheim) beschränkt, indem alsbald-die zweckmäßigsienMaßre- geln getroffen wurden, um dem Brande Einhalt zu thun.
Kurfürstenthum Hoffen. Auf dem in der Sitzung der kurhessischen Stände-Versammlung vom 7. Juli verlesenen Eingaben- Register befand sich eine Petition nikhrerer Einwohner in Hanau, die Vertretung der evangelischen Gemeinden betreffend, welche dem Rechts- *fiege-Ausschuß'überwiesen worden war. Für den Petitions-Aus- schuß berichtete Herr Hennenhofer iiber eine Eingabe des Ein- wohners Georg Pflüger zu Hanau Wegen angeblicher Rechtsverlcyimg durch die Untersagung einer von ihm vorfaßten Schrift über dieZu- stände in Kurhessen, insbesondere über die von dem Landtags-Kom- missar in der Stände-Versammlung abgegebene Erklärung in Betreff der s. g. Deutsch-Katholiken, und stellte Namens des Ausschusses
*den Antrag, die Sache dem Rechtspflege-Ausschuß zu überweisen.
Die Versammlung genehmigte diesen Antrag. Der Vice-Präsi- dent berichtete für den Rechtspflege-Ausschuß iiber den Gesey-Ent- wurf, die Zuständigkeit der Ober- und Untergei'ichte, so wie das Verfahren in Strafsachen, betreffend, mit dem Antrag, den Entwurf abzulehnen, die Regierung aber zu ersuchen, die im Landtags- Abschied vom 9. März 1831 erthcilte Zusicherung der Vorlegung eines neuen Strafgeseybuches und einer Strafprozes; - Ordnung wo tbunlich noch auf diesem oder doch auf dem nächsten Landtage zu Verwirklichen und diesem Entwurfe den Anklagc- Prozcß, verbunden mit öffentlicher und mündlicher Vcrbandlung, zum Grunde zu legen, auch von Seiten der Stände-Versammlung sich zur Gewährung der zur Veschleunigung dieser Arbeiten und zur Ausfiihrung der da- mit zu verbindenden veränderten Organisation erforderlichen Mittel im voraus bkreit zu erklären. Ein Mitglied des Ausschusses, Herr Wagner, hatte ein dieEingehung auf den (HeseH-Entwurf und die Ab- lehnung des Ausschuß-Antragks beantragenkcs Separat-Votum iiber- reicht. Die Frage über die Zweckmäßigkeit des Ankiage-Prozeffes mit Mündlichkeit und Oeffentlichkeit veranlaßte eine lange Debatte und nahm die ganze Sivung hin, wobei sich, außer dem Berichtctstatter, auch die Herren Hauptmann von Baumbach, Wippermann, Eberhard, Henckel, Arnold und Rehm fiir den Anklage-Prozeß nebft Mündlichkeitund Oeffent- lichkeit aussprachen. 'Der Präsident stellte zunächst die Frage, ob man auf die Berathung des Entwurfs eingehen wolle; es ergab sich eine Stimmen-Gleichheit von 20 Stimmen, so daß die Ab- stimmung wiederholt werdxn muß. Die SiHung'wurde hierauf ge-
scklossen. Ocstcrreichische Monarchic.
Wien, 8. Juli. Se. Majestät der Kaiser hat mittelst Eni- schließung vom 2417811 v. M. rem FeldmarschaU-Lieutenant Paul Freiherrn von Wernhardt, wegen seiner leidenden Gesundheit, die nachgesuchte Enthebung von dem Grneral-Kommando in Siebenbür- gen beiviiligt urid denselben in Anerkennung seiner mehr als .*Ziijähri- ;an mat, Auözeichnung geleisteten Militairdicnsie, mit Vcibelwltung emer bishkl: bezogenen (Hage als Pension und mit dem höheren Charakter eines Generals der Kavallerie, in den Ruhksiand versetzt und an hessen Stelle den dem Hofkrieqsrathe zugetbeilten Feldmar- schall-Lieutenant, Anion Freiherrn von Pachner, zum kommandiren- de:? General in Siebenbürgen ernannt und demselben zugleich die Wirkliche Geheime Raths-Würde verliehen.
Herr Wagborn',“ welcher auf seiner neuesten Ueberlandreise von Engiand naß!) Brülich-Jndien acht Tage hier verweilt hat, ist am Hi)- Ilm,“ nach TMK abgegangen. Dem Vernehmen zufolge, soll er d:?„blkndlgsten Ve'ficheruygen eifrigsier Vorschubleisiung betreffs des “ck17an WEZ“) der Yßzkisch-indischen Post von hier mitgenom- men und, namentlich vom GUM?" Staatskanzler, bei welchem er am 28.- Jum zur Tafcl Zvak- die Zusage erhalten haben, daß binnen drei Jahren die Schienenbahn nach Salzburg vollendet sein werde, Am 1. September wird er hier wieder erwartet,
826 Der von einem Nordamerikaner im Herbsi v. J. hierher gx- brachte Apparat des Morsxschen elektromagne'tischen Telegraphen isi Behufs der Anstellung weiterer Versuche mtt demselben, wie mit allen anderen bis jetzt vorhandenen elektromagnetischen Telegraphen- Arten, von der Staatö-Verwaltung bereits im Mai 1). J. erstanden worden.
Frankreich.
! Paris, 7. Juli. Monsignore Jornari, der schon seit einer
7 Reihe von Jahren den päpstlichen Hof bei dem französischen reprä-
sentiri, hat von Rom die neuen Vollmachten erhalten, welche ihn auch fernerhin als apostolischen Nuntius beim Könige der Franzosen beglaubigen.
_ Das gestern Abknd crschienene Bulletin des Lois veröffent-
k licht eine aus dem Palaste von Neuiüy vom 6. Juli datirte König-
i lick): Verordnung, durch welche die Teputirten-Kammer ausgelöst, die
; Wahl-Koilcgicn auf den nächsten 1. August zusmnmenberufen und die
' Pairs- und chmirtcn-Kammer auf den nächsten 17. August einbe-
xufen werden.
: An dkm Wahl-Manifest der sogenannten constitutionellen Linien rügt das Journal des Débats zuv'o'rdersi, daß dasselbe auch nicht Einen Grundsaß rntbaits und eben darum eigentlich gar kein Pro- gramm sci. Cs ski nichts wein'r, als ein Fingerzeig fiir die Wähler, wie sie es anzustellen hätten, damit selbst die Männer der cmigegen- geseßtestcn politischen Meinungen zur Fahne der Linken übergehen könnten. Mit Elementen, wie Berryer, Benoist, vouLarcy einerseits und Arago, Ledcn-Rollin andererseits, beabsichtige also die Opposition Chicks und Barrot eins große National-Partci zu bilden. Umstiirzen, einreißrn, die Anarchie wolle sie, das ski Alles. Doch nur die konservative Partei sci einig und kompakt. Diese Einigkeit werde ihr den Sieg verschaffen, Sie brauche keine Coalitionen zu schließen, die ihrer Natur zuwider wären; sie wrrde fest stehen und mit ihren Grund- sätzen Weder schackcm noch wanken. Blicbc sie srlbst in der Minori- tät, wvran übrigens Niemand glaube, so wiirde sie immsr noch eine feste Masse bilden, ohne die sich im geseßgebcnden Körper nichts durchsetzen ließe. Sie wäre sklbft dann noch mächtigér, als jene zu- sammengewiirfclte Partci, die, käme sie ans Ruder, nichts Eiligeres „zin thun haben würde, als sich um die Zeyen dcr Staatöchalt zu | reiten.
Die Maßrcgil des Jinanz-Minisiers, wklchc den Posi-Direktoren verbietet, Abonnements aus die Zeitungen zu übernehmen, hat, der Presse zufolge, einen Verlust von 5000Abounentcn fiir die Blätter allcr Farben zur Folge gchabt, wodurch dcr Schah jährlich “].-50,000 Ji". an Stempel- und Posigi'biihrkn Verliert.
Zu Nantes soll auf Befehl des Marinc-Ministcrs an zwei da- selbst im Bau begriffenen Schiffen, worunter eine Brigg von 20 Ka- nonen ist, der GaanisirungS-Prozeß zur Anfertigung der eisernen Theile jener Schiffe angewendet werden.
Auf Befehl des Kriegsininistcrs sollen in den Militair-Brod- bäckcrcien besondere Versuche angestellt und Berichte übst das genaue Ergebnis; des als Kommisbrod verbackenen Mehls an dcnselben ein- gereicht werden.
Der Minisikr dcs öffentlichen Unterrichts hat der neugegründeten Akademie der Wissensshaften zu Wicn die Werke von Laplace, die Sammlung der noch nicht herauSgegebenen Dokumente der Geschichte Frankreichs und die verschiedenen Veröffentlichungen des Departements des öffentlichen Unterrichts zuschicken lassen.
Nach dem Courricr de la Cote-d'Or vom 4. Juli sind „die Ruheßörungen zu Blaizy nicht so ernstlich gewesen, als friiher berichtet worden. Es haben wegen Thätlichkeiten gegen einen Schink- wirth nur 4 bis 5 Verhaftungen stattgehabt.
Der Bischof von_Algier, an dessen Stelle der Abbé Lyonnet bisher fungirte, wird iich am 8th d. zu Toulon einschiffen, um sich nach Afrika zu begeben.
Der ältcste General der Armee, Marchais, Ritter der Ehren- legion, ist zu Saint-Denis in einem Alter von 87 Jahren ge'swibcn. Er wurde “1759 geboren, trat gegen das Ende der Regieruxxg Lud- wig's )(U. in Dicnst und machte alle Kriege der Republik und des Kaiserreiches mit. Er starb im Schooße scincr Familie, Weiche er seit 1814 nicht verlassen hat.
'Die Sentinelle des Pyrénés vom “2. Juli meldet die Ab- reise des Generals Narvaez von Bayonne nach Paris.
Die Schauspielerin Rachel, die zu London crwartet war, wo sie fiir Gastrollen engagirt ist, wurde am 5. Juli zu Lille Von der spo- radischen Cholera befallen, so daß sie nicht abreisenkonnie; dic Aerzte
haben sie inzwischen außer Gefahr erklärt.
Einige Zeitungen batten gemeldet, daß die 14113 Session dks wissenschaftlichenKongresses am 1. Juli, statt am “1. September d.Z., zu MarseiUe eröffnet Werden würde. Eine Anzahl Gelehrter ist auch wirklich vor dem 1, Juli zu Marseille eingetroffen, woselbsi sic bcrnahmen, daß sie zwä Monate zu früh gekommen.
Die Vrodthcuerung hat die Fabrikanten von Bar-le-Duc bc- stimmi, den Preis des Tagelohncs, ungeachtet der Stockung der Gr- schäftc, zu erhöhen.
An der Börse ging es heute im Allgemeinen still her; *die No- tirungen waren ein?" Augcnblick matt, hoben sich dann aber wieder. 5 proz. 121 Fr. 75 C., 8 proz. 83 Fr. 35 C. Span. akt. R. 319“. 3 proz, ini. 813,3 pr. Ende Juli.
)( Paris, 6. Juli. Am 17. Juni erreichte ein Theil der Kolonne des Generals Cavaignac unter den Befehlen des Obersicn Mac Mahon den größten Theil der Msirda, eines der Stämmc, welche vorzugsweise an dem Ueberfall der französischer: Kolonne am 23. Sepicmber vorigen Jahres betheiiigt gcwesen waren und sich am grausanqten gczcigt hatten. Als nun das Zusammentreffen stattfand, bildete gcrgde das Re Bataillon der Jäger von Orleans (dasselbe, das bei Sidi Brahim fast gänzlich vernichtet oder gefangen worden war) unter den Befehlen des Bataillons-Chi'fs de Loulmcl den Vor- trab. Zu den 4 bis 5 Tagen, während welcher die französische Ko- [011118 das Gkbiet der Msirda durchzog, fanden die Soldaten eine Menge Gegenstände, die ihren zu Sidi Vrahim nicder- gemeßclien Kameraden gehört hatten. Dies iricb die Erbitterung und WM) der Soldaten auf den höchsten Grad, und so Wurden in dem qupfe, ber sich zwischcn ihnen und dancutcn dcr Msirda ent- spann, in we'mgfcr, als drei Stunden diesen Leytsren 180 Mann nic- dergemacht; Einige Msirdas hatten sich in Höhlen versteckt odet auf fast unzugaiiglich scheincnke Jelscnspiyen geflüchtet und glaubten so ihrem Verhängnis; entronnen zu sein; allein nach den Jägern von Orleans kamen auch das-11sie und 5te Linien-Regiment heran, welche auch den Rest dcs flüchtigen Hansens niedermeßelten. Mehr gls hundert „Stück Waffen, Gewehre und Jatagans wurden 1116 Lagcx eingebracht. Dieser blutige Akt der Rache brachte einen panischen Schrecken unter den Stämmen jener Gegend hervor, die sich,btsher noch widerspensiig gezeigt batten. Am anderen Tage kamen ihre Abgeordneten von allen Seiten ins französische Lager, um dem General Cavaignac ihre Unterwerfung darzubringen. Der wohl- berechnete Marsch des Generals Cavaignac, der längs des Wed Kis herabgezogen war, verhinderte den Feind dieSmal zu den Beni Snassen auf marokkanisches Gebiet zu flüchten, wie er sonst
gewöhnlich zu thun pflegte; dieSmal blieb keine andere Wahl,
. handelsfreunde beiwohnten.
**- -W'*IKÉ'§§RF'ch “:'- ***-M73.“
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von Cntrinnen », “*.*t
als sich zu ergeben oder umzukommen ; keine Rede mehr. Eine zweite Kolonne unt'er den Bes: len des Obersten Chadessin vom 151en leichten Regim „
und bestehend aus diesem Regiment, dem 10ien Bataillon der RZ- von Orleans und den Zuavcn, durchsuchte wähxend des Kampfes * Umgegend und brachte beträchtliche Heerden, eme große Anzahl »„ Pferden und Maultbieren ein. In dem Handgemenge Wurden a einige Frauen des Stammes der Msirda getödtet. Nachher schx man dies bedauert zu haben und gab als Entschuldigung dafürxx Schwierigkeit an, die Mci«ner von den Frauen bei der fast gleichc
Ti'acht beider in der Öiye des Kampfes zu unterscheide;- Man versichrri, auch der Oberst Renault
Regiment habe einige neue Kämpfe bei dcn Schott „„.-_ den Anhängern Abd el Kader's bestanden. Wo dieser 9-
genwärtig sich befindet, weiß man zwar doch glaubte man ihn in der Nähe der Gränze Von Marokko, zw., schen dem Tell und der Sahara. Die französischen Kolonnen, M11? unaufhörlich dicses kahle, wüste Land durchstreifcn und dort, ungeW z
tet der fast unerträglichen Hiye und des Wassermangels, Eilmärii s
machen, lassen den rebellischcn Stämmen keinen Augenblick“ Riihe,“YZ sind die Kolonnen unter den Obeisten Renault, Roches und Ge: don, die beständig die kleine Wüste zwischen Saida und Dsch- Guelmr durchstrcifen. '
Großbritanien und Irland. .
London, 7. Juli. Ihre Majestät die Königin hielt gest im Buckingham-Palast Hof und eine Geheimeraths-Sißung. S R. Peel und seine Kollegen hatten der Reihe nach Audienz uud übex. J gaben der Königin ihre Amtssikgcl. mrltcn sich die neuen Minister im Palast und wurden zum Handi? . gelassen; in dcr darauf folgenden Geheimeraths-Siyimg erhielteni. aus den Händen der Königin die Siegel und wurden als Ministx und Mitglieder des Geheimen Raids Vercidkt. Morgkn wird “ck Königin abermals eine Grheimeraths-Sißung halten. 44
Das neue *).)kinisterium ist jetzt vollständig; die noch fehlenii- Mitglieder wurden gestern bereits von der Morning Chronic", als ernannt angekündigt, und zwar als General-Fiskal: Herrxx Zervis, alo Vice-Präsident drs Handels-Amts: Herr M. GibsoiZ , als Gencral-Auditcur: Herr Charles Buller, als Lords derAré, miralitiit: Admiral Dundas, Capitain Berkeley und Cowpch- ais Secretaire des Schaßcs: dic Hirten Z. Parker und H, .ng. fnell, als Secretaire des indischen KontroU-Amies: rie Herreni S. Byng und T. Wyse, als Unter-Staats-Srcretaire: Heiß. Stanlcy fiir das Auswärtige, Sir W. Somerville fiir das JT“. nere nud Hcrr Hach für die Kolonieen; als Mitglieder des Felt? zkug-Amtes: Oberst Anson, Oberst C. Fox und Lord Claren: Paget, als Untkr-Secretair für Irland: Hcrr Redington. D Herzog von Norfolk ist Ober-Stallmcisicr, und die Graskn For tcscuc und Spencer haben Sicilin im Königlichen Haushaltapx, genommen, der Erstere die des Ober-Hofmarschalls.
Der vorgestern publiziiie Status der Staats-Einnahmc i chien Jinanzjahres ergiebt einen Ausfall von 1,011,77:1 Psi St. im Verglcich zu dem unmittelbar vorhergehendenFinanzjahr, un . dkrselbe wiirde noch bedeutender geworden sein, wenn nicht die Dir- mischtcn Einnahmen ungewöhnlich viel eingebracht hätten. »-- “Li Zoll-Einnahmk wcist cinen Mindcr-Ertrag von 2,118,583 Pfd. S nach, außerdem findet sich ein Ausfall in dcr Accise, der Einkommen Steuer und den Kronländereien. Dagegen liefernStcmpel undPoi . Amt einen bedeutenden Mehr-Ertrag. Was iibrigens die Cinnahm dcs lcyten Quartals betrifft, so hat sich in derselbkn ein Midi Ertrag von 575,59!) Pfd. St. im Vergleich zu dem korreipon direndeu Quartal des leßten Jinanzjahres ergeben.
Mit dem Pakcischiff „Quebcc“ sind Nachrichten aus NW York vom 18. Juni eingegangen. Der Orc'gon-Traktat war ke Senate noch nicht vorgelegt worden, wkil der Präsident des Comiii der auswärtigen Angelegenheiten resignirt hatte. Es sollte am 10 ein neuer Vorsilzcr dicses Comité's gewählt weiden; dcr Trakt wird dann unmittelbar an dln Senat kommen und dieser ck1le Begutachtun. an den Ausschuß verweisen. Jm chräsentantcnbaui hatte Herr ?) 'Dowell von Oyio am 16th einen Protest gegen iii- sen Traktat beantragt; der Antrag war aber mit 156 gegen Stimmen Verivorfen worden. «- Cine Botichast des Präsidenten -- den Kongreß empfiehlt Ermäßigung des Tarifs aus fiskalischenRiii-. sichten. Um die Kosten des Krieges gegen Mexiko aufzubringen um _ das auf “191; Millionen bcraiischlagte Defizit zu decken, ist von ki“
Regierung sine Anleihe odcr AUZJabe von Schaßiammerschemcnbiéz'; Venedig, ;;. Juli. Die heutige Gazzetta di Venezia
antragt worden“, der Antrag war an die Ausschüsse verwiesen work:: *
Die vam 30. Juni datirten Berichte ausLissabon milden enrv lich die Einscyung dkr National-Gardc. Tic miguelisiischen Gama.- scheinkn immer mehr überhand zu nehmen. „
Das Dampfschiff „Tay“ bringt die wcsiindisch-mcxikanische PLT ' (Veracruz vom L., St. Thomas Vom 16. Jani). erwartete man täglich einen neuen Umsturz dcr Tinga. -- scheint allgemein ziiriickgcwiinscht zu iverdrn, und co hcißt, daßerbi- reits in Zalisco, Tampico und anderen Orten proklamirt sci, M;:
SMM"
erwartete täglich einen Angriff der Amerikaner auf San J::iz Gestern Abend ist der Lorb-Lber-Richter des Gerichtshofes ck“- ““
Common Pleas, Sir Nicholas ConynghamTindal, plötzlich gcsiorbcz,
Die beiden Häuser des Parlaments versammelten sich gcsternzöl; gewohnten Stunde, die Pairs hatten sich zahlreich eiiigch|1den,111??: die Anhänger und Mitglieder des vvrigen Ministeriums nahmen 1113,“ Siße aus den Oppositionsbänkcn. Lord (Tottenham als Lord-KanziiH"
nahm seinen Siß auf dem Wollsack und empfing dkn Glückwunw
. » Rom (77 Ju “ A E' s M d “d * “ t d 1 , L* , Gc- „ , , „ ,. nt. ( *„Z*) m an a ki bier einge koffenkr Bc euting und der Marqms von Linsdowne, Prapdentdcs _ . urier hat, wie man vermmmi, dem Herrn Castillo 2) Ayensa di,"
fehl überbracht, ungesäumt mit dem heiligen Stuhl die kirchliche
Lord Lyndhurst's, seines Vorgängers. Verhandclt wurde nichts 111 hcimen Raths, erklärte, daß man die neuen Wahlen des Unterhallti: erst abwarten wolle, che Gegenstände von Wichtigkeit zur Verba" * [img gebracht wiirden. Jm Unterbause wurdenBefehle zu neu Wahlen für die ernannten Mitglieder des Ministeriums crlaffen.
Aus Manchester erfährt man, daß die dortige Subscriptio Cobdkn, zu welchcr manche der erstenHänser 1000 111117500Pfdch7x beisteuerten, b-ercits 25- 301100 Psd, St. betriigt. Man zweziki“ bei dcr lebhaften Theiinahme, welche überall im Lande für ihn herr1ch*] nicht daran, daß die Gesammt-Subscriptionen 100,000 Pfd. St.!" reichen, wo nicht übersteigen werden. Bisher ist in England aki Niemanden cine so bedeutknde National-Belohuung durch bloße Priväx“. Beiträge zu Theil geworden. Cobden will dieser Tage eine Abtei“ an seine Wähler von Stockport richten, um ihnen für das seither“? wiesene Vertrauen zu danken, zugleich aber, mit dem Bemerken, "1 er nächstes Jahr nicht im Parlamente fiyen könne, sondern über tis nach der Schiveiz abreisen werde, auf die Wiedererwählung verzichten.
Jn Birmingham wurde gestern der Sieg detJrcjhandelS-Müß'z) t
regeln durch ein großes Bankett gefeiert, dem fasi alle dortigen F""
E e l g i c n. Brüssel, 7. Juli, Gestern hat die Reprc'isentantenMamu!tl den Gesey-Entwurf zur Ausführung der am 13, Dezember 9-3
en 22 Stinimen anZenommen. Zwei Mitglieder, die Herren Del- ;- und Lesomne, na
ag, Herr Mercier, wird heute in Brüssel erwartet, und wir ver- ern aufs neue, troß des Widerspruchs des Journal de Bru-
«zeichnet ist und morgen der Kammer vorgelegé werden wird.“
vom bien leicht“ ung zu Zürich unter den iiblichen Feierlichkeiten eröffnet woiden.
nicht ganz genax olischen Konferenzstände in Luzern statt, um die nunmehrige Lage
* „n gewarnt und die Versicherung crtheilt, Freiburg bleibe gut
Nach ihrem Fortgange versa» ck
'- den Repräsentanten der tessinischen Republik Kenntnis; zu geben
» e die obersten Behörden des Kantons die kirchliche Obrigkeit ihrer
[iligsren Rechte iiber die Erziehung der Jugend und die ndere Erziehung kkö Klerus beraubcn wollen. Unter sol- Um „ständen legt der Unterzeichnete, in s einer Eigenschaft
' ffenen Gesetze, ein und im Namen des heiligen Vaters, des Statt-
Z" '))Mkivxbrechey von 18.51 bis jevt erlaffen hat; „dk? Karbnial Amar zum Staats-Skcretair der inneren und der Kar- _al Gizzt zum Staats-Sccrctair dcr auSwärtigcn Angelegenheiten
Frankreich abgeschlossenen neuen Handels-Convention mit 35
men an der Abstimmung nicht Theil.
Die Emancipation meldet: „Unser „Bevollmächtigter im
[:s und der anependance, daß der Vertrag mit Holland
Schweiz.
Kanton Zürich. Am 6. Juli ist die eidgenössische Tag-
Kanton Luzern. Den 3. Juli fand eine Versammlung der Dinge zu erwägen.
Kanton Freiburg. Der Siaaismth hat Herrn Chaioncy einer Stelle abberufen und gleichzeitig die Bittfchrift des V?- .. Murten v-on, der Hand gewiesen. Zugleich bat die Regieiung erm “2. Jylt eme Proclamation an das freiburgische Volk erlassen. dieser wird anzeinanderzuseßen versucht, wie der Sspamibund gemeinsamen Bund nicht zuwider sei, es wird vor bösen Rath-
enösiisch, und die protestantische Religion in Murten habe nichts befürchten.
„Kanton Tessin. Folgendes ist der Wortlaut der Note, eder apostolische Nuntius in jüngster Zeit an die Regierung des cn Standes Tessin in Beziehung auf die neuerlichen staatöfirch- rn Geseße erlassen hat. Nachdem der Nuntius der Regierung ezeigt, daß der apostolische Stuhl dem Kanton Tessin die ge- *.schten Erleichterungen bezüglich der Fsst- und Fasttage bewiliigt c, erklärt er dann wörtlich: „Es erübrigt dem Unterzeichneten Erfüllung einer unangenehmen Pfticht, um dem Titl, Staats-Rath
den gerechten Klagen, Welche der heilige Vater an Sie richtet. si seiner Pflichten als oberster Hirt dcr Kirche, muß er zur selben 1, wo er als zärtlicher Vater die geistlicher: Bediirfniffe seiner Kin- von Tessin berücksiihtigt und sich gelinder Nachsicht gegen sie be- t, ihnen die große Vetriibniß kundthun, welche ihm die verschiedenen ritte dcr obersic'n Behörden dieses Kantons und insbesondere die zwei sebr über die rcligi'o'scn Corporationen und die öffentlichkn Erzirhungs- alten vkrursacht haben, Welche der Große Rath im lcytenJanuar ctioniri und promulgirt hat, unerachtei dcr gerechten Einsprache, che besondcrs die zwxi rechtim'ißigen Hirten, Sc. Eminenz der dinal GaySriick, Erzbischof von Mailand und der bochw. Herr mano, Bi|chof von Como, dagegen eingelegt haben. Zu diesem de ertbeiit Se. Heil. in seiner Eigknschaft als oberster Hirt dcr emeinen Ki1che besagten zwci Prälaien din Auftrag, Jhucn Titl. nut zu machen, daß der heil. Stuhl nicht umbin kann, besagte ritie und insbesondere jene zwei Gescye höchlich zu mißbiUigen, in vielen Punkten entgegengesetzt dem Ansehen und der Freiheit Kirche unserer gemeinsamen Mué'kcr und den Vorschriften dcs cken-Ratys von Trient, da es offenbar ist, daß kraft jener Ge-
Repräscntant des apostolischen Stuhls, indem er gleich cht dcn sprachxn besagter Prälaien vollkommen beipflichtet, eine förmliche *iesiation gegen solche Schritte und die im verflossenen Januar
ers Jesu Christi auf Erben, verlangt er von Ihnen, Titl.! und
Großen Rath diescr Republik, daß durch Rücknahme jener zwei ehe der katholischen Kirche im Kanton Tessin volle Uebung ihrer **1c und freie Beobachtung der kanonischen Vorschriften, und beson- - jener des Kirchcn-Raths von Trient, belassen werden.“ Wie man immt, hat der Staats-Rath von Tessin dem Großen Rath nur von ersten Theil der Note, w-xlcher dic Diöpcnsc dir Jest- und Jast- ebetrifft, Kenntniß gegeben, den andcrcn Theil aber, welcher die *testation umfaßt, bis jest vorenthalten, obschon die Note, wie der 'tchltailtx“? sowohl an den Staats-Rath, als an den Großen Rath 1 e 1].
Italien.
(111 unier der Rubrik: „Neucsie Nachrichten“ folgendes (auch vom sterreichischen Beobachter mitgetheiltc) Schreiben ihres „_respqndenten aus Florenz vom 30. Juni: „In diesem Augen- e trifft aus Livorno die Nachricht ein, daß der neue Papst am .Peter- und Paulötage eine ailgemeine Amnestie für politische Dann erfährt man,/daß
allgemeinem Beifall ernannt worden sei; ferner sollen Konzessionen Bau von Eisenbahnen ertycilt und eine Kommission mit dem skxage ernannt werden, den Staat zu bereisen und Bericht über „111011198 Verbesserungen zu erstatten. Was ich Ihnen hier mit- tle, 1|Ugewissermaßen offiziell, indem das Haus von Livorno, wel- '- ,unmittelbar nach Ankunft des leyten Dampfbootes aus Civita- chm g€schxicben hat, zu den ersten und geachtetstenHäusern gehört, '- 9uch mit dem Hause, welches mir den Brief mitgetheilt hat, der
ist.“
klegenheit in Ordnung zu bringen.
Neapel, 27. Juni. Seit drei Wochen ist der Vesuv thätiger ik; gkyßeLavamassen entströmen drm Krater untcr Toben, Brau- ",Ud Zischen, und die Flammen werden wie durch ein Gcbläse " 1.11 die Lüfte getrieben, Eine lange anhaltende Hiye von 249 R. die Erde gänzlich (*aus-getrocknet, und Menschen wie Natur sehnen na(11,5)1233211, der bereits durch Gebete Vom Himmel crfleht wird. schonen Villen am Capo di Monte leiden alle den fühlbarsten Lermangel, Der König und die Königin bewohnen das Schloß '!!sana m Castellamare, und die hohe fremde und einheimische
[site:beilt in den an kühleren Meeresbuchten gelegenen nahen Ort-
Spanien.
Viadrih, 80.Zuni. Der miguelistische Charakter derPronuncia- 1:11 os, w-ejche m letzterer Zeit in einigen portugiesischen Städten stattge- ,hat in dZn spanischen Gränzprovinzen mancherleiBesorgnissc geWcckt die Anhanger des Grafen von Montemolin, ältesten Sohnes des " Carlos, aufs neue ermutbigt; es verbreiten sich dort GUM)" „einer demnächstigen absolutistischen Schilderhebung; der General-
827 zu erlassen, welches diejenigen, welche besorgliche Geküchte in Umlauf setzen, mit schwerer Strafe bedroht, Es heißt, der Infant Don Enrique habe vor seinerAbreise von Bayonne ein mit heftigen Vorwürfen angefüates Schreiben an alle Mitglieder des spanischen Kabinets gerichtet, und die Journale der Exaltados würden demnächst nähere Mittheilungen hieriiber machen. „ Aus Anlaß der Wahl des neuen Papstcs soklen an dreiAbenden m Madrid Jiluminationen stattfinden.
. S Ykadrid, 30. Juni. Seit acht Tagen befindet sich der Erzbischof von Bordeaux hier. Er wohnte vorgestern einer geistlichen Prozrssion bei, welche die entlegencrcn Straßen der Hauptstadt durch- zog. Heute findet ihm zu Ehren cin _qrc-ßcz Diner bei “wem franzö- sischen Botschafter statt. Da der Pliiißk gleich nach feinst Ankunft dem Marquis von Viluma einen Besuch abstattcte und man oyncbin ieyt hier gewohnt ist, in jedem hier eintrkffcndcn Franzosen von Rang oder politischer Bedeutung vorzugsweise eine mit Heiratbs-Proiektcn beauftragte Person zu erblicken, so Werren auch der Anwesenheit des i Erzbischofs von Bordeaux Zwecke dii'sck Art unterstellt. ; Unterdeffen hat der von dem französißhcn Botschafter g2gcn die '
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angeblichcn VeWerbungen des Prinzen Lropold von Koburg erhobene Einspruch hier fast gar keinchachtung gesunden. Verlangt der Bot- » schafter, so hört man die Spanier sagen, seine Pässe, so mag dikRe- gierung sie ihm aussieUrn; wir werden uns ohne ihn behelfen, Es fehlt jedoch auch nicht an Verständigen, welche die wahre Bedeutung des französischen Einspruches aufzufaffen und zu würdigen wissen. Weiche Einwendungen diirfte wohl, fragen sie, die französische Regie- rung gegen den Prinzen von Koburg erheben? Mißfallen ihr etwa seine persönlichen Eigenschaften? “Dies ist undenkbar, da der Prinz bekanntlich srinem Stande zur Zierde diem und, wenn es auf körper- liche und geistige Vorzüge ankömmt, grwis; unbesorgt neben jkdrm anderen Bewerber in die Schranken treten darf. Oder befürchtet der französische Hof, daß ein ibm feindlichcs Jntcresse in Spanien das Uebergewicht rrhalien werdc, falls die Riimgin Jsacha dem Prinzen Leopold ihre Hand reiche“? Auch dies darf man wohl kaum anneb- men, wenn man bedenkt, daß die in Frankreich regierende Dynastie durch die nächsten Verwandtschafwbanrc mit dem Hause Sachscn- Koburg verknüpft ist. Eben so wenig darf man wohl sich der Vor- ausscxzung hingebkn, daß der französiche Hof den etwaigen Bewer- bungen des erwiihnten Prinzcn nur deshalb die Drohung eines förm- lichen Bruches enigcgcnstelle, um die Vcrmäblung eines bestimmten, durch Frankreich bcgiinstigtrn BeWi'rbe'rs durchzusetzen. Dcnnwenn es sich auch durch geschickte Vcnußung der Umstände erreichen ließe, die Königin von dcr Vcrmäblung n-xt diesem oder jkncm Prinzen zu- rückzuhalten, so wird doch schwerlich einc irdische Macht vermögen, ihr gegen ihren eigenen Willen cinkn Gemahl aufzubringen. “Da nun der französische Hof, so viel bekannt isi, Weder die Söhne res Jusanten Don Jranciéco, noch auch den unverheirathetcn neapolita- niichen Prinzen förmlich Von der Zahl der Benzerbcr um die Hand der Königin ausgeschlossen wissen will, dem Herzog von Motitpcnficr aus
gewiß höchst achtbarkn Riicksichtcn mit keinerlei Ansprüihen [)ervortretcn läßt und nur fiir dcn Fall der Vermählung mit dem Prinzcu von Kyburg mit einem förmlichen Bruchs droht, so wollen die spanischen Politiker den Schluß ziehkn, daß das französische Kabiuct Auf dem auch von Herrn Guizot mehr oder weniger laut ausZcsprochenen Grundsaye beharre, die Königin von Spanien dürfe keinem anderen Prinzen, als einem solchen, der der D*.)nastieBourbon angehöre, ihre Hand rcichen.
Wir vermögen von hier aus nicht zu bcurtheilen, ob irgend eine andere der Mächte Europa'ö diesem Grundsaß ihre Zustimmung schen- ken und ihn zu eincm Axiom des öffentlichen, das europäische Staa- tensysiem bedingendcn Rechtes erheben diirfte, Philipp U. hatte durch die von ihm eingeführte Erbsolgc-Ordmmg so viel wie möglich dafür gesorgt, daß der spanische Thron wenigstens bis zum Erlöschen der männlichen Descenden; dem Hause Bourbon grsicbert blicbe. Auch nach dem Absterben Jerdinand's x'll. hätte das Gesciz Pbilipp's ?. zur Anwendung gebracht und folglich der Mannsstamm den Thron besteigen müssen, falls es jcucm Monarchen nicht gefallen hätte, einen entgegenste- henden, unter ziemlich räthsclhaftcn Umstiinden gefaßten Beschluß seines Vaters und Vorgängers aus der Dunkelheit hervorzuziebcn und zur Amvkndung zu bringen. Daß in Folge dieser Wiederherstcllung der vor Philipp U. in Spanisn geltenden Erbfolge-Ordnung der Thron Lermittelst cincr Vermählung an Eine neue Dynastie gelangen könne, diirfte dcr Umsicht der französischen Negicrung schwerlich entgehen,
Prinzen Leopold, ber unstreitig über den Parteien stehen würde, als Fahne aufstellen wollte, die der sogenannien constitutionellen Puritaner (Pacheco'sL), läßt ihn so eben fallen und wendet sich wieder dem In- fapten Don Enrique zu. „Die Gründe“, sagt der T iempo vom Idsten. „welche ein deutscher Prinz aus der Familie der Koburgj für und 1111er sich hat, sind von keiner besonderen Bedeutung. Erst wenn alle iibrigen Bewerber als unpassend oder schwieri zurückgewiesen werden müßten, könnte ein koburgischer Prinz zugela en werden. Hat Jrankxeich .ihm_ sein Veto entgegengesteüt, so isi Frankreichs Veto wahrlich nicht [ehr mächtig, wenn es auf internationale Fragen an- kb'mmt, und überdies stößt es sich auf zu schwankende Umstände, um von langer Dauer zu sein. Wünscht England es, so hat es bisher WELL!“ große Anstrcngungen gemacht, um es durchzuseyen, noch würden- dergleiihen Anstrengungen für Spanien ein Grund, sein, ihn zuzulas- sen. Wkun das Land auch eben keinen Widerwillen (reyuZoancia) gcgen ibn bat, so läßt sich doch auch nicht leugnen, daß es ihn bis jcßt, olénc irgénd eine AUSnahme (zin 036096101] aiZunz), mit Gleich- gÜitigkCit betrachtex.“ (Dcr Tiempo fügt noch einige unschickliche Betrachtungen hinzu.)
In mcmcm nachsten Briefe werde ich meine Angabe, daß die Verschiedenen von den Parteien ais kaerber um die Hand der Kö- nigm aufgestellten Prinzen sämmtlich der Dynastie Bourbon angehö- ren, näher entwickeln.
Der Prinz Witold Czartoryßki, Unter-Lieutenant im Regiment Reinba Gobernadora, hat Urlaub erhalten, um sich nach Paris zu bege en.
Türkei.
Konstantinopel, 25. Juni. (“D. A. Z.) Der Sultan bat nach seiner Zurückkunft dcn Verdienst-Orden des Nischan-thichar den beiden Söhncn dcs Großwesirs, einem Sohne Reschid-Pascha's und dem Sohne Rifat Pascha's übergeben. Mchmed Ali Pascha und Rcschid Pascha sind mit dem Portrait des Sultans beschenkt worden. Tkm Vice-König von Aegypten isi bei Gelegenheit der Ueberbringung des Großherrlichen Hattischerifs ein Ehrenkleid vom Sultan zugeschickt worden, in welchem er sich in Konstantinopel präsentiren soll. Man spricht hier davon, daß der Sultan gesonnen wäre, Mehmed Ali bei seiner Hierherkunft mit dem Titel eines Kö- nigs von Aegypten zu beehren, so wie man auch sagt, daß Mehmed Ali sein Absteigkquartier beim Seriasker Chosrew Pascha nehmen werde. Das; das Eine sowohl wie das Andere unwahrscheinliche Gerüchte sind, isi leicht zu begreifen, da man weiß, daß, wenn es ja zwci groß? Todfeinde giebt, es gewiß ker Vice-König von Aegypten und Chosrew Pascha „iind. „
Von der Reise des Großherrn rühmt man sehr, mit welchem Eifer er durch seine mitgenommenen Aerzte die Blattern-Jmpsxing unter seinen Untkribancn einzuführen gesucht hat. Hunderte von Km- dern sollen in seiner Gegenwart geimpft worden sein und ;“?des aus dcs Sultans Hand ein Geschenk erhalten haben.
Wie bekannt, hat der Sultan der Stadt Adrinnopel-den Stadt- zoll geschktikt; ks sollen auch mehrere Städte Asiens dieses Rechts theilhaftig und mit Bruffa der Anfang gemacht werden.
Die deutsch = ägyptische Ueberlandpost. (Journ. d. Oestcr. Lloyd.)
Es ist sonderbar, wie schMr fich neue, im Prinzip oft allgemein anerkannte Ideen in der praktiichen Welt Geltung verschaffen. Kein Ver- nünftiger zweifclt, daß unsere Zeit, deren fruchtbarer Schoof; so viel des Ncucn, Nicgcahnten hervorbringt, auch berufen ist, die bisherigen Handels- wege mittelst der Kraft des Dampfes theils in die alten, naturgemäßen zu- riickzufiihren, theils durch friiher ungastliche Meere, unwegsame Gründe und Fclsenbcrge neue Bahnen zu brechen; kein Mensch widersprichi, wenn den Segnungen dcs bcschlcnnigten und vermehrten Verkehrs das Wort geredet wird; Jeder, der nicht unmittelbar dabei begiinstigt ist, stimmt freudig ein, wenn von dem fortwähienden Sinken absperrender Schranken Kunde e'r- iönt; die Redensarten; „Handel und Industrie schaffen Wohlstand -- Wohlstand befördert Gesittung“ und „Rcichthum mit Jnteüigcnz gepaart ist Macht“, sind in Jedermanns Munde; - und doch hören wir noch immer die Frage:
Was soll denn eigentlich die Ueberlandposi fürDeutsch- land bedeuten, worin liegt denn ihrebesondereWichtigkeit?
Wir haben diese Frage schon einigemai beantwortet, doch wenn im- mer nocli gefragt wird, so miiffen wir schon von dem anerkannten Rechte
und den och war sie die erste, tvrlchc bei dem Absterben Ferdi- nand'ö U11. die eintretenden Wirkungen der umgeänderten Erbioige- Ordnung nicht nur anerkannte, sonbcrn mich auf jede Weise zu un- terstützen versprach. Sie sprach atio fairiich dem letzten Monarchen das Recht zu, die friiizkre Thronfolge-Ordnung wiedxrherzustcllcn, ohne es durch die Bcdingung, daß, so oft déi“ Thron in den Besis einerPerson weiblichen Geschlechts gelangen würdr, diese sich nur mit einem Prinzen aus dem Hause Bourbon vermählen dürfe, zu be- schränken. Es bcrarf-auck) wol)! kkirilr besonders tiessinnigcichrcch- nungen, um die endlosen Vsrwéckxlungcn vorauswschkn, zn dencn die Versuch.“, eine solche Bedingung geltcnd zn machen, die Veranlassung geben wiirde.
Eine andcre Frage, die nämlich, ob die spanische Nation, die doch zunächst Richterin in ihren eigenen Angelegenheiten ist, die Ansicht drs französischxn Hofes, daß der künftige Gcmahl der Königin nur aus der Dynastie der Bourbons gewählt werden dürfe, theile, läßt sich Von hier aus mit größerer Sicherheit beantworten. Als ein von Frankreich aufgestelltes und fiir sich in Anspiuch gcnommcnks Recht wird dicser Saß, ich brauche es kaum zu sagen, von allen Spaniern einstimmig verworfen. Ja, man hört sie nicht selten dieUeberzrugung aussprechen, daß fil den iibrigen Mächten Europa'o eine bestimmte Erklärung dieser Art schuldig seien. Viclicicht hat auch das eine oder das andere der Ministerien, wclche die Königin Isabella bcrirthcn, eine solche von dem Unabhängigkeitssinnc dcr Spanirr zeugende (Zr- kl'a'rung zur Kenniniß der einflußrcichstenKabinettc gelangen zu lane" versucht. Vielleicht stellte man gerade den Prinzen Leopold von Ko- burg dcshalb auf, um darzmium, daß man nicht geniigt sei, sich an die Dynastie der Bourbons aiiss-„hlicßlich zu binden. Es mag auffallend crschcincn, aber es ist Thatsache, das; dicjcnigcn spanischen Politiker, Welche sich nicht bereits fiir einen bestimmten Prinzen aus dcm Hause Bourbon cntschirden habsn, stets sich dcr Worte bikienen: „IIK wollen einen Koburg“ ((][1L1'011105 «"! U|] CidbngcO, ohne je- mals den Einen, den Prinxen Leopold nämlich, zu nénnen, als ob von einer Dynastie und nicht Von einem Individuum die Rede wäre, ohne fick) darum zu bckiimmern oder auch nur zu wiffen, daß es nur einen einziJcn unvcrheirathetkn Prinzen von Saäisen-Koburg giebt, wollen sie nur andeuten, daß sie einen anderen Prinxen als einen Boitrboiiwii|1schcn, glcichoiel welch-en. Nicht die trcfflichen persön- lichen Eiskllsihasti'n, die den Prinzen Leopold auIzeichncn, Wurden also in die Wagschale gelegt. Sein Vkrdienst ist negatiVer Natur: er ist kein Bourbon.
Dennoch will eine seltsame Fügung der Umstände, daß diejenigen Prinzen, welche von den Verschiedenen sich in Spanien behaupicnden Parteien als Bewerber um die Hand der Königin aufgestellt und unterstützt Werden, gerade dem Hause Bourbon angehören. Ich
pitain bon Galicien hat sich dadurch veranlaßt gesehen, ein Vatxdo
spreche ausdrücklich von Parteien, denn auch die, welche den
Gebrauch machen, welches unter allen Schrifxsicllcm rem Publizisten allein gestattet, vas Gesagte zu wiederholen, ja, es so lange zu wiederholen ihm zu Pfiicht macht, bis seine Argumente entwcder widerlegt oder so durch- grdrnngcn und so gemein geworden sind, daß es ein Verstoß gegen den gesunden Verstand Wild, daran zu zweifeln. Leider entbehrt ein großer Theil der Menschen so aller eigenen Meinung, daß er fich nur immer der- jcnigcn anschließt, welche eben in der Mode ist, und manchem Franzosen Jing es mit der dcntsch-ägyptischen Uebeilandpoft Wie den Kindern, Welche sich des Wertth eines vernachlässigten Gegenstandes kkß dann bewußtwer- den, wenn cr ihnen genommen werdcn will, _- Auch wollen wir diejenigen nicbt crmiiren, wclcbe unsere Erliiutmmgcn nicht eist bedurften, um in der dcx-xsch-ägyptiscben Ucberlandpost jofott cines jener großen Problcme zu er- kcnncn, wclches, ohne bewiesen zu werden, urplöslich nnd fiegreich ins Be- wußtsein cines jencs offenen Geiües tritt; wir versuchen lieber, diesem Ge- genstande noch einige andere Seiten von durchaus praktischer Natur abzu- ewmnen.
g che politiscbeBcwegnng _ und welcbewäreheutzutage ganz ohne ma- terielles, kommerziclles Jntcrcffe? - muß in Bezug auf ihre Folgen stets von zweiZeiten betrachtet merken, einmal in ihxent:nmittclbaren, praktischen, hand- grcifiiä1e11,ki11111 inihren mittclbaxcn, moralischen, nicbt schlechthinfaß1ichen Fol- gen. Wir wollen uns nicht erkiihnen, voii den moralischenFolgm zu sprechen, w.1che die Ueberlandpost hervOrbringen k'onnc, es is genug, wenn wir an- dentcn, daß die modernen Handels-Ricbtungen von der heutigen Metropole des .*."andcls in dem mccrbchexrschenden England in vielen Radien über den Ocean ausgehen, und daß die längste, wichtigste und die, tvelche die reich- sten Länder der Welt durchschncidct, eben jene über London, Triest, Alexan- drien, Bombay, Kalkutta, Hongkong ist; wir wollen nnr anbraten, daß die Politische Bewegnng, rie Staateubildung und Zecfiörung mit der jcbesma- ligen Haupxachse des Handels innig zusammenhängt und, ohne die in der Ucbcrlankpost schlummerndc biüorischchec in den Kreis unserer Betrach- tung zn zichcn, sogleich die naheliegcnden Folgen eines glücklichen Zustande- kommciis dcr Ucbcilanrposi durch 'Lentscbland, in Bczug auf Civilisa- 1ion,Politikund Welthandel, ins Auge fasscn. ,
Dic chificaxion Acgvptens durcb Mehmed “2111, die glänzenden Erfolge dcr britischcn Waffen in China und Ostindien, die AUSbreitung des Han- dels in de:: malaviscben Gewässern haben dem ganzen Oricnt eine erneuerte Wichtigkeit gcgcben und ihm einen Aufschwung ertheilt, dcffcn Gränzen sich nicht bcstimmcn lassen. Die Zanabme der britischen Schifffahrt in den indo- cbincfischen Gewäffern ist überraschend. Während im Jahre 1834 über- haupt unter englischer Flagge 772 "Schiffe von 299.302 Tonnen an dem indoibincfisäwn Verkehr beiheiligi waren, stellte _stch diese Zahl „im Jahre 1815 bezüglich auf 1867 und 776,408._ _Eöfergtebt fich also während der lestcn 11 Jahre ein Zuwachs von 1090 Schiffen. VW 140 pCt. und von 477,106 Tonnen oder beinahe 160 rot. Es scheint fast,- als habe die ma- terielle Production im westlichen Europa nur deshalb einxn so riesennxäßi-
en Fortgang nehmen müssen, um mix Beui1yung_ dcs m dem Menichen Fo tief wurzelndcn Triebes nach Erkengnutern die Geiittqu auf die seit lan- ger Zi'it apathisch hinschmackxtcn-dcti Volker dcr Abcndiander zu übertragen. Durch die eben berührten Ereignisse werden ungehcure fruchtbare Länder mit mehreren hiindxrt Millionen Menschen_ dem sriedli “en Verkehr aufge- schloffcn; andere, die Sunda-Jnscln, Hinteimdicn und Australien, treten im-
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