1846 / 222 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

um an Lord Cowley's Stelle den dortigen Gesandtschafts-Posten zu überne men. _

Thie Blätter theilen die Vill zur Regulirung der Dampfschtff- fahrt mit, welche mit dem 1. Januar 1847 in „Wtrksamkert' treten soll. Eiserne Seedampfschiffe Yüssen in wafferdjchten Abthnlungcn gebaut und alle solche Schine von 100 Tonnen und darüber müssen mit Böten versehen sein. Dampfschiffe miiffrn immer die Steuerbordseite inne halten. Die Lords der Admiralität köétnen Bc- skimmungen über die Unterhaltung von Signalseuetn feststellen, und die Eigenthümer der Schiffe , die nicht ihr Licht brennen lassen, sind nicht zu Entschädigungen berechtigt, falls se in Folge ihrer Fahrläs- sigkeit Schaden nehmen. Werden Personen oder Eigenthum durch solche Saumseligkeét benachthciligt, so sind die Führer für alle Folgen solcher Unterlassung verantwortlich zu machen.

Die Glasfabriken fangen an, die ausländische Konkurrenz zu fürchten, indem es ihnen unmöglich scheint, mit mehreren belgischen Glaswanren-Jabriken zu konkurrtrcn, welche feinere Gläser, insbesondere Glas-Arbeiten mit Verzierungen, 25 --3.") pCt. billiger Verkaufen. Englisches Spiegelglas hat indessen keine Konkurrenz zu fürchten.

Belgien.

Brüssel, 6. Aug. Man weiß hier noch nichts Gewisses darüber, daß der Fürst von Chimay zum Gesandtcn in Rom ernannt wäre, obgleich dieser Posten, dem Vernehmen nach, sehr bald beseßt werden soll.

Der Commerce helge berichtet: „Man versichert, daß bei der heutigen Wiederaufnahme der Session der Rrpräsentanten-Kam- mer unverzüglich der (Heseß-Entwurf in Bezug aus den am 29. Juli mit Holland abgeschlossenen Vertrag und eine Forderung außerordent- 1icher Kredite für die Le ung der doppelten Schienen auf verschiede- nen Theilen der Staats- isenbahnen und für mehrere andere Arbei- ten werden vorgelt'gt werden sollen. Die Nothwendigkeit doppelter Schienen ist seit so langer Zeit bezeichnet und anerkannt worden, daß man keine langen Debatten vorbersieht, obgleich wahrscheinlich aus diesem Votum eine neue binnen kurzer Zeit zu machende Anleihe

hervorgehen wird.“

- Wie man vernimmt, find die Schienen aus der Nordbnbn iir die schweren Lokomotiven zu schwach, so daß es nothwendig befunden worden, dieselben zu ändern, was zehn Millionen kosten würde. Die Nordbahn-Gesellschaft steht darüber mit der französischen Regierung in Unterhandlung.

Antwerpen, 5. Aug. (Elbers. Z.) Morgen werden sch unsere Kammern wieder Vereinigen, um den Vertrag mit Holland zu prüfen. Es bleibt ihnen daher noch eine Zcit von drei Wochen, da bei dem Abschlusse dcs Vértrages bestimmt wurde, daß er innerhalb eines Monats genehmigt und 5 Tage nachher in Kraft geseßt wer- der) soUte, wodurch es wieder zufällig so kommt, daß die Ratification spätestxns vor der nächften Maatschappv-Auction vollzogen ist. Der so besttmmt festgeseßte Termin wird unseren Deputirten jcdenfalls ein Stein des Anstoßes sein, wenn sie auch voraus wisscn, daß man während drei Wochen viel diskutiren kann und sie sich wahrschcinlichrrweise bis zum Ende der Frist ziemlich erschöpft haben würden. Der eigentliche In- halt des Traktats ist bis heute noch nicht bekannt, und tas Geheimniß wird so lange als möglich bewahrt bleiben, d. 1). so lange, bis man nofhgedrungen die Diskussion in unserer Kammer damit eröffnen muß. Auch in Holland wird man zuerst das Nähere von Brüssel aus er- fahren, da König Wilhklm der vorherigenGrnehmigung drr Gene- ralstaaten nicht bedarf, ein Umstand, der unserer Presse Veranlassung zu Vergleichungen dxr Constitutionen blöder Länder gab.

In der letzten Zeit hab-“n sich die Bittschrsften aus Flandern um eine Zoll-Veresnt'gung mit Frankreich wiederholt, und selbst ein Gouverneur hat sich als eine Haupt-Triebfeder dicser Dcmonfiratio- nen hervorgethan. Man weiß nicht, in welche Kategorie das Wi- derfimu'ge und Unzeitige eines solchen Verfahrens zu stellen ist, wenn man bedenkt, welche unüberfteigliche Hindernisse sich einer ZoU-Ver- einigung, nach dem Geständniß aller Parteien bei der leytm Ver- handlung über den ZoU-Vertrag, entgegenstellen, und wenn man sieht, wie der bloße Wunsch nach einem 1th so unerreichbaren Ziele die Be- völkerung Flander'ns immer unzufrieden läßt und die Wichtigksit eitßerb Zoll-Vereinigung in ihren Augen weit über die Wirklichkeit er e t.

D ä n e m a r k.

Kopenhagen, 5. Aug. Heute früh ist die preußische Kor- vette „die Amazone“ von der hiesigen Rhede nach Livorno unter Se- gel gegangen.

J 1 a l i e n.

Nom, 30.331111“, (A. Z.) Heute ist durch offizielles Schreiben dem diplomatischen Corps, den apostolischen Nuntien im Auslande, so wie den Lkgaten und Delegaten in den Provinzen und dcn ver-

schiedenen Landes-Behökden, die Ernennung des Kardinaks Gizzi zum Staats-Secretair angezeigt worden. Er ist alleiniger Staats-

Gckanntmachungcn. [645 “1

[507] Avertissement.

Zur Anmeldung und Nachweisung der Anspxüche an die Nachlaßmaffe des am 80, Juni 1844 zu Berlin verstorbenen Majors a. D., Karl Friedrich Au ust von Gontatd, über welche auf den Antrag des Zuratorö der Nachlaßmaffe der erbschaftliche Liquidations-Prozcß mittelß Verfügung vom 30. Januar d. I. eröffnet wor- den, so wie zur Erllänmg iiber die Beibehaltung des beßellten Znterimö-Kurators, Justiz-Raxhs Heinve, ist ein Termin auf

den Fünfzehnten Oktober d. J., Vormit-

tags 1 1 Uhr, vor dem Deputirten, Referendarius Kähler, angesest worden.

Es werden daher alle unbekannten Gläubiger vorge- laden, ihre Forderungen spätestens in diesem Termine auf dem Königl. Obct-Landeégerichi hierselbsi entweder in Person oder durch einen méi Vollmacht und Infor- mation versehenen hiesigen Justiz-Kommiffarius, wozu die Iußiz-Rätbe Tirvis, von Thielenfcld, Menke und von Beyer in Vorschlag gebracht werden, anzuzeigen und du BeweiSmittel darüber beimbtingen,

BU N1chtanmeldung ihrer Ansprüche im Termine ha- ben dieselben zu gxxvärtigen, daß ste ihm- etwanigen Vorrechte werden sur vnlufjig erklärt und mit ihren Forderungen nur an dgéjenige, was nach Befriedéqung dkk sich """""de GUUbigkr von der Masse noch übrig bleiben sollte, werden verwiesen wnden,

Frankfurt a. 17. O., den 26. Mai 1846.

(l.. 5.) Königl. Preuß. Ober-Landezgetieht.

Verwaltung ,

(|.. 8.)

[401]

; .*.91, ioU

[ 773327117: wnden.

MÄ1lgem

952

Secretair sowohl seine Verwaltung

in eine zweite, die inländische Section, zerfallen. schnellere Beförderung . von der besten Wirkung sein, da dre ganze Regierung sich da-

fachung und tung durch centralifirt.

Nom ,

stellen, die bisher nur mut Geistlichen besevt wurden, sollen nach dem

Heiligkeit künftig Weltlichen übergeben und werden, daß die Geistlichkeit nur für ihre geistlichen Zwecke fernerhin mit besonderem Eifer zu wirken habe. Wir leben cht in Rom in eincr bringt Betrachtet man die Masse von vorlie- gendanebrcchen, so muß man gestehen, daß diese Umwandlung eine herkulische Arbeit ist, die nur ein Mann wie Pins ])1. zu unterneh- men wagen darf, der mit WeiSheit und Milde jene unerschütterliche Festigkeit des WWW verbindet, die allein den Herrscher macht. Was aber die begeisterte Liebe, mit der Alles an ihm hängt, zum höchsten Grade der Verehrung steigert; ist die strenge Gerechtigkeit, mit der er alle die rohen Auswüchse des früheren Systems, die sich unter einer Art polizeilicher Maske verbergen wollen, wann noch hier und da auftauchen, Namentlich hat (mts Nardoni erfahren, der M) als fand, und der ungeachtet des Schick- sals scines Vaters doch noch die Stirne hatte, von einer unter dem vorigen GoVerno erhaltenen (Jarek [.|.-„1.4.9, auf eine eben Jo unsinnige als ungerechte Art Er ist auf den Bericht an S?. Heiligkeit iiber den Vorfall augenblicklich verhaftet worden und sieht im Gefängniß seiner gerechten Strafe entgegen,

P o r t u g a 1,

Am 24s1en traf der Marquis von Es hieß , rt-“gcn Angelegenheiten niederlegen, Gesandten am diesseitigen Hofe ab- Tie mit der neucu Lage der Dinge unzufriedenen portugie-

ausdrücklichen Willen Sr. überhaupt dafür gesorgt

schwunges, und fast jeder Tag veralteter Mißbräuckze hervor.

Strenge bestraft.

schr übelberufencn Oberst-Licuten MarschaU bei den Carabiniers be

dächtigen zu arretirext, Gebrauch zu machen.

6 Pkadrid, 31. Jul:“, Saldanba in Lissabon ein.

würde das Ministerium der answä um den Baron von Renduffe als

zulösen.

sischen Blätter deuten fortwährend an, der Königin und des Königs und die Proklamirung des Kronprinzen als König Pedro ?. unter einer Regentschaft, an deren Spihe der Herzog von Palmella treten sollx', beabsichtige. Unter den des Schiffes „Paquete de-Coruüa“ bc- mächtigt uud inLissabon Schuh gefunden hatten, übel. Am 26s1en sollte ein Stierge

Vertreibung spanischen Soldaten, die sich

diesen Flüchtlingen besiimmte,

für die inneren als äußeren An elegenheiten, und wird in eine erste, die ausländi?che Section, und

30. Juli. (R. C,) Eine Menge wichtiger Staats-

fecht stattfinden, dessen Ertrag mau

Für die Verein-

der Geschäfte dürfte die Einrich- konäs.

Zerliner .Uörx ])on 10. „August 1846. ['r- Cour.

„4 o 1 i e „. ';? Uriel. Cela]. '

['N-"miau - Zcbeiue 11.8eek. i 50 “1“, !(ok- -. Usumkkk.

Uekkiuek 81-1]!- 0bkizaüouou ""e-qu", ['kaoäbk. (":|-oui. l'ox. 110. (10. (10. 05:1". kkouäkt.

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Periode des wohlthätigstcn Um- eine segenSreiche Veränderung

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und die dann und verfolgt und mit unerbittlicher die's der Sohn dcs hier

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Meteorologische Beobachtungen.

grasstrte em Augen- 1846. 9. Rug“.

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Qbeuäg ßoqbaeblunz.

") Uhr.

Im zoologischen Garten der! Vesucbendcn in der leßten „Zeit sehr häufig darauf gedrungen

ist von

worden, daß wieder ein Seehund möge angeschafft Werken, um den in der Nähe der Bärengrube damit zu beleben. angelegen sein lassen, diesen Wunsch zu erfüllen, und es find deöhalb von ihm Aufträge ergangen, welche die Folge gehabt haben, daß mit dem gestrigen der Anhaltischen Eisenbahn vier lebende angelangt find, von welchen die beiden größten den im Frühling bci uns das Dreifache an Gewicht übextreffen. res,;cit wird es freilich Mühe kosten, diesen Fxcmdlingrn den Aufenthalt bei uns angenehm zu machen, doch smd alle Anstalten getroffen, um fie fortdauernd mit kühlem Wasser erfrischen zu sts Verfahren bis zu der Zahreözeit er- Lnst-Tempemtur ihrer Exhaltung keine weiteren Schwierigkeiten in den Weg stellt.

Mit dem gestrigen Tage ift das neue (62e) auögcgebcn worden, in welchem freilich diese Sechnndc eben so wenig wie die am Sonnabend angekommencn schönen Affen und cine neue Art von fliegenden Veutclthicren haben erwähnt werden können.

Dem in der neulichen Gcneral-Vcrsammlung gefaßten Beschluß gemäß, in früher Morgenstunde eine Versammlung der zooxo- gischen Gesellschaft statt, die im Verhältniß zu der sehr ungünstigen Witte- Der Unterzeichnete hiclt einen Vortrag über ihrer svßcmatischeu Stellung und den Merkwür- Dée Mannigfaltigkeit ihm Formen wurde theils durch die in den Saal gebrach- Garten aus dieser Säugethier-Ordnung besivt, erläutert, deSgleichen wurden die Momente angedeutet, auf welche sich dieser lebenden Exemplare vorzugöWeise zu richten haben werde. Einige Bemerkungen über die neuesten Erwerbungen des Gartens: schlossen dcn anderthalbstündigen Vortrag.

Abendzuge

gesehenen mindcßens mn jetzigen heißen und

können, und hoffentlich wird sac die

halten, wo die Wassermenge und

fand am Iten d. M.

rung zahlreich zu nennen war. die Veuielthicre 119113, digkeiten ihrer Orgamjanon.

theils durch vorgelegte Kupferwetkr,

ten lebenden Exemplare, welche der die Beobachtung dm Steuops und Puma,

n'afferarmcn Jah

[.ukts'iitme . .

dunstsättigung . ",t-Uu- ....... "'in-1 ........ Wolken“; . . .

Tei Der Vorstand hat es |

'kaxexnnitte] :

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Seehunde In der

Dienstag , Vorstellung :

Zu dieser

Vcrzctchmß d" TOM“ Mittwoch.

Gastrolle.)

C. Kreußer.

Lichtenstein.

Oper in 2 Abtb. Musik von Donizetti.

Vorstellung: Egmont, Trauerspiel in 5 Akten, von Beethoven.

Dienskag, 11. Aug. Möhrchen in 3 Akten von F. Raimund.

Königliche Schauspiele.

11. Aug. Jm Opernhause. 92|e Abonnemc Marie, oder: Die Tochter des Regiments, kom' Anfang halb 7 Uhr. Vorstellung werden Villers zu den gewöhnlichenspem

133sie Abonnemen von Göthe. Mu Clärchen, aisle

hnns-Preésen verkauft.

12.Aug. Im Schauspielhause. (Olle. Bertha Unzelmann:

Üönigsßädtischcs Thratcr.

Der Verschwender, Original-Zau- Musik vom Kapellm' (Olle. Rosa Heigel: Rosa, als Gastrolle. !*

L'Arronge : Valentin,)

Verantwortlicher Nedacteur |)r. J. W. Zinkeisen.

Ejandcls- und Börsen-Nachriäscn. Bci Wenig Geschäft waren die Course heute

Berlin, 10. Aug. sehr fest.

ei

uSzu .

8

In der Tamms-Negentiner Vormundschaftssache wer- . den Alle und Jede, wclche an die Verlassenschaft des im August 1841 zu Regentin verstorbenen Pächters Johann Anton Tamms, insbesondere auch in Bezie- hung auf die dcr Mutter der Pupillen testamentarisch zugestanden: und darüber geführte vonnnndschaftliche aus derungen und Ansprüche zu haben vermeinen, wrrdcn zu deren Anmeldung in nachstehenden Termincn:

den 25. August, 15. und 29. “September d, J., Morgens 10 Uhr, unter dem RechtSnachtéxeil aufgefor- dert, daß fi.- sonsk damit durch den am 20. Oktober ct". zu erlassenden Präklufio-Abschicd für immer werden mtheschlossen werden. bereits am 3. und 23. April, 14. Mai und 4. Junior. profitirken Ansprüche bedarf es nicht, jedenfalls wixd ein desfallsigrr Kostenersas nicht bestanden.

Damn] Grcifswald, den “18. JU“ 1846, Kömgl. preuß. Hosgeticht von Pommern und Rügen.

irgcnd cinem Rechwgrunde For-

Einer ferneren Anmeldung der

v. Yk öller, ['mesca.

Subhastations-Patent.

Das in der Tuchmachcrstcaße Nr.47 gelegene, 701]. d'“. 95. des vaokhekenbxchcö verzeichnete, dem Bürger Carl Ernß Vreßler gehörige Wohnhaus, wozu 4 Rn- then Wiesewachs gehören, welches zufolge der nebst dem Hypothekenscheine in der Registratur einzusehenden Taxe auf 11,733 Thlr. 21 Sgr. 10 Ps. abgeschäst wor-

174 27. November c., Vormittags 11 Uhr,

F-mnfsurt„a. O., den 23. April 1846. ! (t,. z., xonigt. Preuß, Land- und Stadtgericht.

Berl

Jm Selbstverlage der Erpedition.

Gedruckt in der 'Deckctschcn Geheimen Obcr-Hofbuchdruckcxei.

[695] Vetlin-PotSdam-Magdeburger Eisenbahn. Um den längeren Aufenthalt derjenigen Personen,

welche mit dem um 8 Uhr Morgens von Berlin abge- ,

henden Bahnzuge nach Brandenburg, Genthin, Burg odcr Magdeburg fahren, in PoWdam zu vermeiden, Ward außer den bisherigen Zügen von

Mittwoch den 12ten d. Mts. ab,1äglich Morgens 911hr,

ein Zug von Berlin abgehen, welcher zum Anschluß an die Züge. nach Brandenlvrrg, Gcnthin,Bnrg und Mag- deburg dtent. Der von Magdeburg um 6-3; Uhr Abends abgehendeZug wird, wenn er nicht so zeitig in Pots- dam eintnfft, daß er fich dem von hier um 10 Uhr ab- fah-enden Zug anschließen kann, mittclft eines Extra- ;ngcs nach Berlin befördert, so daß der für 10 Uhr be- stimmte Zug von PotSdam und Berlin regelmäßig um diese Zeit abgeht.

Wer in Beriin ein Billet nach Brandenburg, Gen- thin, Burg oder Magdeburg löst, kann auf dasselbe bis zu dem betreffenden Zuge hin, welcher von Potsdam nach diesen Stationen geht, einen beliebigen Zug von Berlin nach PotSdam nach seinerWahlbeunßen. Hier- nach ist ein Billet von Berlin aus, Welches fiir den von Powdam um 10-Ubr 15 Minuten nach Magde- burg abgehenden Zug bestimmt ist, für eine der Fahr- ten von Berlin nach PotSdam um

6. 8, 9 Uhr Morgen:) nach der Wahl ?.“ Inhabers gültig, und eben so ein Billet, welches fur den von Potsvam umöUhr Abends nach Magdeburg und den enannten Zwischenskationrn abgehenden Zug besitmmt i , für eine der Fahrten von n nach Potsdam um

10 Uhr Vormittags, 12 Uhr Mittags, 2 1115 Uhr Nachmittags. Potsdam, den 10. August 1846. .Das Direktorium dec Berlin-Potsdam-Magdcburger Eisenbahn- Gesellschaft.

[694] Main-Dampsschissfahrt.

«' .a- .. F :x 7“ Dienß im August. _ 1" 13:1; Dampfboot: des Untermain fahren fortwabk ag! : Von Würzburg nach Frankfurt, Aschaffenburg nach Mainz, » , Mamz nach Aschaffenburg, 19" » annkjurt nacb Wertheim (pr. Om- ntdus nach Würzburg, Mergent- hetm, Bischoffsheim),

» Wertheim nach Würzburg,

Frankfurt nach Mainz

.. Frantsqrt nach Offenbach, Hanau und Aqchaffenburg, '))!ittagi)3 *

Von Lohr aus werden die Reisenden in 11qu

Gefährten nach Bad Kissmgen befördert. Die 4“

für Personen, Pferde Lt., so wie die Waarnpß'“

ten, find aufs btlligste gesellt. Würzburg, im Augusj 1846. Die Direciion,

52'

5x-

8;-

335,42 "'s-n... + 18,89“... + 14,1" 11... 72 km. «.

Augustin, Vorfivenkcr.

Morgens 5"' 41 '

ZT JboUUkÉ'eJ't beträgt:

Ja 2 th17- fur 7 Jahr. '4 zum:. - 5 Jahr- zgtylr. - ! ZFR.

T eilen der _. snarthie “M, reis-Erhohung.

„sertions-beuhr für den

um einer Zeile des Allg.

Anzeigers 2 Sgr.

. ' j ' "ih"?! auf dicses Blatt an, für Berlin * die Expedition der Allg. preuß Zeitung: * Friedriahsslraße M'. 72.

Allgemeine

Y 222.

mtlicber Theil. .

lande Betlrn. Maßregql zur Verbcssenmg detWaffersjraßen zwtschen Oder und Spree. - Verhandlungen der Generak-Synode. -- Provinz Brandenburg. Waldkrand, - Rhein - Provinz. Der Prinz

Adalbert von Preußen. tsche Bundesstaaten. _„GroßherzoZthnm Baden. Land- mgz„Vxxhandlungen. “- Kurfurxenthum essen. Abreise dcs Kur- prznzm.§).skitregenten. - Freie Stadt Bremen. Die Auöwanderun- ; gm, - ElektromagnetischedTelegraph. - Schreiben ans Dtesden. * (Entlaffungo-Gesuch des Kriegs-Minisicts.) ankreicb- Paris. Der Pairshof, _ Wahlen. - Die Conseils- , ,äsmntxchaft. -- (Hnizot's Rede nach seiner Wahl. - Abbé von Gcnoude ;“ „y seine politische Taktik. _ Wahl-Unruhcn, -- Vermischtes.- Schrei- m aus Paris. (Niederlagcn der Opposnion bei den Wahlen.) oßbritannien und Irland. London. Parlaments-Verhandlun- m: Zweite Lesung der Toleranz-Bill. - Zusammenkunft von Mäßig- eitsfreundcn. - Nachrichten aus Mexiko: Caltfornim erklärt sich xum nabhängigcn Staat. - Schreiben aus London. (Anscheinende,Wie- .erherstetlung des Einflusses O'ConneU's in Irland“, die Reformen m der rmtc. lgie12. B s s el. Kammer-Siyung. - Rundschreiben der „Alliancc“. -- ermi tes. "nenYrk. Kopenhagen. Rocskilder Stände-Vetsammlung: Die egulimng der Porto-Taxen, , "weiz. Kanton Bern. Dkk Annahme der neuen Verfassung. - : anton Basel. Verhandlungen des Gtoßen Rathes. alien. Nom. Westen Reformen. anien. Madrid. »- Schrcibcn aus Madrid. (Truppcn-Bewe- ungen nach drr portugéefischcn Gränze hin; der Infant Don Enrique; nkunst Ibrahim Pascha's 'n Cadix; Vcrmischtcs.) ndels- und Börsen: achrichten. Berlin. Börsen- und Markt- ericht.

nig]. Schauspielhaus. („Go!dschmieds Töchterlein“.)

Amtlicher Theil.

- e.Majes1ät der König haben Allergnädigst geruht: , Dem Tuch-Fabrikanten Kaehne in Treuenbrießen und dem , ubensteiger Friedrich Hoffmann zu Giershagen, im Regie-

gs-Beztrk Arnsberg, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen.

Bekanntmachung.

Der bisherige ordentliche Professor“ an der Universitäk zu Münk n, ordentliches Mitglied der Königlich bayerischen Akademie der senschaften, ])r. Maßmann, isi unter Beibehaltung seines bisheri-

Ranges in die diesseitigen Königlichen Dienste mit der Beßim- ng aujgenommen worden, in unmittelbarer Unterordnung unter das “msterium der geistlichen 2c. Angelegenheiten die Behufs Ausbil- g künftiger Turnlehrer hier zu errichtende Anstalt zu leiten und mUiche öffentliche und Privat-Turn-Anstalten Berlins zu beauf- ligen, ingleichen auch anderwärts besondere, von dem gedachten inisterium in Beziehung auf das Turnwesen ihm zu ertheilende fträge auszurichten. Zagleich ist ihm die Befugm'ß beigelegt wor- , in der Eigenschaft als außerordentlicher Professor in der philo- hischen Fakultät der hiesigen Universität, Vorlesungen über Päda- ik, deutsche Sprache und Literatur zu halten. -

Angekommen: Der außerordentliche Gesandte und bevoll- (hhgtelMinister bei der hohen Pforte, von Le Coq, von Kon- n mops .

' Durchgereisk: Se. Durchlauchtder Fürst Heinrich 1,1117".

Reuß-Schleiz, von Schleiz kommend, nach Putbus.

Uichta1ntlicher Theil.

Inland.

Berlin, 11. Aug. Des Königs Majestät haben Ihre um- 'ende Fürsorge für die Förderung des Verkehrs aufs neue durch "ck„ml'gung einer großartigen Maßregel, welche die Verbesserung Wichtigen Wafferstraßen zwischen der Oder und Spree zum Ge- siande hat, zu erkennen zu geben geruht.

Berlin, Pkittwoch dc1112'm Augu

..". ._.-,_ __ .___. __ ._.-.-?.._ .._,_, _4___ _..._.-_.„_.._„._, .-.--. ...

Bei der von Jahr zu Jahr zUnehmenden Ausvebnung des Ver- kehrs auf dem Jinow-Kanale und dem Jriedrich-Wilbelms-Kanale haben diese beiden Wasserstraßen, ungeachtet der Konkurrenz zwäer Eisenbahn-Verbindungen, welche zwischen der Oder und Spree durch die Berlin-Stettiner und die Verlén-Jmnkfurter Eisenbahn eröffnet wor- den sind, dem Bedürfnisse nicht mehr zu genügen vermocht. Es ist daher ein umfassender Plan entworfen worden, nach Welchem sowohl die Regulirung der den jeßigen Verhältniffen nicht mehr entsprechen- den Kanalfireckm, als auch der Umbau der älteren unzulänglichen Schleusen in fortgeseßtcr Reihenfolge kräftig in Angriff genommen, zugleich auch bei sämmtlichen Schleusen des Jinow-Kanals, so wie bei den Havel-Schleusen zu Liebenwalde, Malz, Oranienburg und Pinnow, eine Nebenschlcuse erbaut und auf diese Weise dem Aufent- halte vorgebeugt werden soll, welcher jest durch den gleichzeitigen Andrang der zahlreichen Schiffsgefäße und Flösse zu den Schlcusun- gen verursacht wird. Dabei soll denn auch das Fahrwasser in der Spree zwischen der Mündung des Jriedrich-Wilhelms - Kanals und Berlin, deffen gegenwärtiger Zustand den Bedürfnissen der Schiff- fahrt nicht überall entspricht, einer vollständigen und zusammenhän- genden Regulirung unterworfen werden.

er sind in den Stand geseht, die Allerhöchste Kabineis-Ordre vom 16. Juni d. J., welche die Genehmigung dieses großartigen Planes cm die Erinnerung knüpft, daß vor hundert Jahren, am 16. Juni 1746, der Jinow-Kanal, nach seiner Zerßörung im dreißig- jährigen Kriege von König Friedrich dem Zweiten neu hergestellt, dem Verkehr wieder eröffnet wurde, nachstehend zur öffentlichen Kcnntniß zu bringen:

In dankbarer Erinnerung an die Fürsorge König Friedrich's des Großen, welcher der Finow-Kanal seine Wicderhqrsteüung nach gänzlichem Verfall zu verdanken hat, will Ich am heutigen Ta e, an welchem seit der Vollendung dieses Erneuerungsbaues und ßgcit der Wiedereröffnung des Kanals gerade ein Jahrhundert vcrflosscn ist, Ihren in dem Berichte vom 1lten d. M. entwickelten Vor- schlägen wegen einer umfassenden Verbesserung der gedachten wich- tigen Wasserstraße und des Friedrich Wilhelm's-Kanals Meine Zu- stimmung eri-heilen. _ Ich erkläre Mich mit der von Ihnen bean- tragten Regulirung deo Finow-Kanals und des Friedrich Wilhelm's- Kanals, so wie mit dem beabsichtigten Umbau der den jetzigen Ver- kehrs-Verhältnissen nicht mehr entsprechenden Schleusen in beiden Kanälen, einverstanden und genebmi . daß dieser Bau, -- sofern die dazu erfocderliäxen Geldmittel ohne Beeinträchtigung an- derer dringender Staatsbedürfuisse schaffen lassen, - im Laufe der nächsien 8 Jahre, 1847 bis 1854, vollständig zur Ausführung gebracht, auch gleichzeitig an jedxr der Schleusen des Finow-Kanals und der Havelschleusen bei Liebenwalde, Malz," Oranienburg und Pinnow eine Nebenschleuse erbaut und eine den-Bedürfniffen dcs Schifffahrtsverkehrs entsprechende Regulirung der Spree zwischen Berlin und der Einmündung des Friedrich Wilhelm's-Kanals vor- genommen werde. Ich ermächtige Sie, für diesechcke 'von-1817 ab jährlich „eine nach dem jedeömaligen Bedarf abzumessende Summe von 170,000- 200,000 Rthlr. auf die Nachweisung der außerordentlichen Baubedürsnisse zu bringen.

Sanssouci, den 16. Juni 1846.

gez. Friedrich Wilhelm. An den Staats- und Finanz-Minisker Flottwell.

Verhandlungen der General-Synode. Emeritirung und Pensionirung der Geistlichen. (SchlUß-)

Der Vorfihende nahm darauf das Wort, um die Frag-Punkte u ellen. z siVon dem Vorschlage der Kommission ausgehend, wies er beson- ders auf den dagegen geltend gemachten Antrag hin, daß eine gründ- liche Erledigung der Sache nur durch das Verlassen des biSherigen Cmetitirungs-Systems und die Begründung eines zureichenden Pen- sions-Jonds geschehen könne, wobei man zugleich auf die Vortheile “ewiesen habe, welche der Kirche daraus erwiichsen, wenn die Nach- ?olger sogleich in dcn Genuß der vollen Einkünfte dcr Stellen trä- ten. Zur Orientirung in dieser Angelegenheit theilte der Vorsihende einige geschichtliche Notizen mit. Der leyterwähnte, dem Gutachten entgegengeseste Vorschlag, der allerdings viel für sich habe, hätte schon vor Jahren das Kirchen-chiment bcschäftigt, aber es hätten der Ausführung sich uniiberwindliche Schwierigkeiten entgegengcstellt, denn theils sei die Zahl der Geistlichen sehr groß, theals trete der

.Alle Po -An|alteu des In-

und Iuskxndes [lung

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W1846.

UnterschÉßd zwischen den Stellen Königlichen und Privat-Patronats in ken cg.

Tem Vorschlage, die Schwierigkeiten dadurch zu beseiiigen, daß man beim Eintritt von Vakanzen den Ertrag der Stellen zu Gun- sten eines Pensions-Fonds beschränke, träten große rechtliche Beden- ken entgegen, da die Einkünfte der Stellen theils aus geschichtlichen Institutionen beruhten, theils die SteUen sehr verschieden seien und die geringeren ein solches Verfahren zu ertragen nicht im.Stande sein würden.

Nach diesen Erläuterungen stellte der Vorsihende der Ver- sammlung anheim, zuerst und mit Vorbehalt der Beschluß- nahme über alle Modalitäten der Pensionirung darüber zu be- schließen, ob das von der Kommission vorgeschlagene System, nach welchem die bisherige Emeritirungsweise beibehalten und nur eine Hülse ermittelt werden sollte, anzunehmen oder ein ganz neuer Weg durch Stiftung eines Pensions-Fonds zu voller Befriedigung der ab- tretenden Geistiichen einzuschlagen sei. Die Versammlung erklärte sich mit 46 Stimmen dafür, daß es bei der bisherigen Einrichtung. nach welcher Emeritus aus den Einkünften der Pfarre F oder ? als Ruhe- gehalt empfange, sein Bewenden behalten solle.

Auf die nachnägliche Anfrage eines Mitgliedes, ob nicht wenig- siens einzelne Gememden durch freie Vereinigun mit allen Bethei- ligten den alten Modus abzuschaffen befugt sein jgollten, erklärte der Vorfißende es für unbedenklich, diesen Gegenstand dem Kirchen-Negi- mente zu fernere! Erwägung anheim zu geben. -

Hierauf eröffnete der Vorsihende über den Punkt,

daß ein Hülfsfonds zur Vermehrung des bisherigen Emeriten-Ein- kommens gebildet werde, ' die Diskussion nach den darüber von dem Kommrssions-Gutachten ge-

machten Vorschlägen.

Ein Redner erklärte, daß dieser Fonds als Sozietätssache, aber in der Art gegründet werden möchte, daß sie zugleich, insofexn Bei- tritts-Verpflichtung und Garantie des Staates einttäte, Staats-Zn- stitut sei. Es käme daher nur darauf an, daß die einzelnen Provin- zen für den Staat annehmbare Reglements entwerfen möchten. In der Provinz Preußen hätten sich sämmtliche Geistliche für den Bei- tritt und zwar mit gleichen Beiträgen und gleichen Pensionen erklärt, welche lehme sie, um einen Anfang zu machen, aus 100 Rthlr. fest- geüelu hätten. _

Ein anderer Redner unterwarf mehrere Einwendungen, welche gegen den Kommissions-Vorschlag gemacht worden, einer näheren

rüfung. Man babe geredet von einer Bevorzugung des geistlichen

tandes dutch die vorgxschlagene Maßregel; allein es würde dieser Einwand viel von seiner Bedeutung verlieren, wenn man die Lage der Geißlichen unbefangen ins Auge fasse nnd die späde Ansieümtg derselben, die Schwierigkeiten, unter denen sie ihr Amt anträten, bie Schuldenlast, welche aus der Annahme eines Amtes ewöhnlich' re- sultire, die Geringfügigkeit des Einkommens und die ntfernung der meisten Geistlichen von den Bildungs-Anskalten, denen sie ihre Kin- der anvertrauen müßten, auf eine billige Weise berücksichtige. Ja, er müsse die schon von einer anderen Seite hervorgehobene Gering- fügigkeit des Einkommens vieler Geistlichen nach seinen Erfahrungen ganz besonders betomxn. So seien 3. B. unter den zum Patronat der Stadt Mühlhausen gehörenden 25-28 Stellen nur 6, die ein leibliches Auskommen gewährten, unter den iibrigen aber eine bedeu- tende Zahl, die nur 190-225 Rthlr. trügen. Am schlimmsten aber sei es im Eichsfelve; dort sei die Lage vieler Geistlichen der Art, daß jede Schilderung hinter der Wahrheit zurückbliebe, so daß es sich auf der Provinzial-Svnode im Jahre 1844 gezeigt, daß die Geistlichen, bei aller BereitwiUigkeit, die in Rede sehende Woblthat, wegen der damit verbundenen Verpflichtungen, nicht einmal im Stande sein riixften, anzunehmen. Unter solchen Umständen könne aber wohl von einer Ungerechtigkeit, von einer Bevorzugung, welche bedenk- lich wäre, nicbt dieRedesein, zumal da die Synode die Aufgabe habe,Vor- schläge zur Verbefferung der Lage der Geistlichen zu machen. Beschließen könne fie freilich in dieser Angelegenheit nichts, aber doch sich mit ihren Vorschlägen und Bitten an einen König wenden, der da wisse, daß Geben seliger als Nehmen sei. Gewiß würde man vor einem Jahre, wenn der Vorschlag gemacht worden wäre, alle Stellen Kö- niglichen Patronats auf ein Einkommen von 400 Reblr. zu erhöhen, eben so begxündete Bedenken erheben und auf die Unbilligkeit einer solchen Forderung haben hinweisen können; und nun sei dieses durch die Gnade Sr. Majestät des Königs doch zu Stande gekommen. - Den Einwand, die Ungleichheit der Beiträge bei gleichen Pensioni- sähen betrkffcnd, so verkenne er die Wahrheit des auf Gerechtigkeit fich gründenden Motivs nicht, aber es sei ein erthum, wenn man der Mchr3ahl der Geistlichen nicht zutraue, daß sie gleichfalls ibre

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Königliches Schauspielhaus.

“. Udsch mieds Töchterlein, altdeutschcs Sittengemälde von C. Blum. (Dlle. Unzelmann: „Walpurgis, als Gastrolle.)

(Den 10. Aug.)

. Wu hedanem, Dlle. Unzelmann nicht in der ursprünglich auf heute MMU) Rolle der Mariam in den Geschwistern von Göahe geschen zu “„en-"cm“ ungieich reicheren und durch Naturwahrheit, Einfacheit nnd Wekaß ausgezeichneterm Rolle, als die der Walpurgis in dem altdeut- UJ S11tengemälde, dessen überfiüsfige Breite ermüdet und dessen unna- l'ch tynmde Sprache, welchc dcn einfachen Personen oft in den Mund “gt wird. Anstoß erregt. Doch heit auch hiermit Dlle. Unzelmann '" 3113th erreicht, fich nämlich als gute DarsseUerin im beiteten, naiven

sxzngt und durch die Frische ihres Spiels, dic kccke Bc- 'mchklk „des Ausdrucks, unbeschadet der herzlichen Junigkeit eines "" Gesuhlö, fich reichen Beifall erworben. Auf der Darsicl- sI d" Walpurgis beruht das Glück des ganzen Stückes, und d' Dal[Wang „kann sehr verschieden sein und doch gelingen. Ent- " sehen wir m dieser Rolle eine noch ganß junge, dem Kindeöaltet : "'th alsndet reiferen Jungfrau nahe ste ende Schauspielerin oder melksabktnxkökunftlnin auftreten, welcbe fähig ift, durch innere und äußere ese die madchenhafte, kindliche Unschuld und gemüthliche unbefangenhcit

Von der Liebe bcschlichenm Herzens uns vorzuführen. Gelingt das

„Uke. wird uns mit seingebildetem Verstande und künsilen'scher Gewandt-

: die echte Kindlichkeit and jungfräuliche Zaxtheit wiedergegeben, so er-

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Gefühls ungehindert

halten wir gewiß ein rcichercs und chkommcncres Bild, als es der schönste Liebteiz jugendlicher Darßeklcrinnen zu erzeugen vermag, denn so „wut das Schöne der Kunst, als das aus dcm freien Geiste geborcne Schöne, über dem Produkt der anmuthigfien, aber von Natnr bestimmten Individualität sieht, so weit übertrifft eine den strengen Kuust-Anfordetungen genügende Darstellung der Walpurgis .das lieblichsic Spiel der jagendlichcn Schau- jpielerin.

Dlle. Unzelmann, welche den Beruf hat, eincKünstlcrin zu werden, befindet fiel) in der Periode des Ueberganges aus dem einen Stadium _in das andere, und ihre Walpurgis zeigte uns eine wunderbare, aber anzie- hende Vermischung der gcistigen Kßpazität der Künstlerin und dcr Natur- bcstimmtbcit des Individuums. Wu sahen auf der einen Seite ein besßq- nencö, von klarer Auffaffung zxttgcndes Spiel, das uns den idealen gnst- gen Inhalt, die höhere Rcalität der echt deutschen naiven Waffenschmicdß- Tochter vergegenwärtigte, auf der anderen Seite die gemcme Wittlichknt einer reinen, unverfälschten Natur, die nicht in die höhere ideale Kunstform erhoben wmv. Es ist aber nicht Alles schön, was Natur ist- sondern nur, was als edle, durch den Geist bestimmte Natur erscheint. S6 war chs ersie Auftreten der Künstlerin, der haßige Gang des hxtteren" fur die Bewirthung des Fremden besotglichen Mädchens über dte Buhne, um den Tisch zu decken, unschön, wenn auch natürlich, und. ebenso gab sich in einzelnen Momenten der Unterredung mit dem Pilger und dem ain zu starker Ton der Naivetät kund, der bei dem den Wallngen seines nachgebenden Mädchen erechtfcrtigt erschxmen mag. aber den ftrengen Kunß-Anfvrderungen widerspr cht, welche zur Erzrelung nch harmonischen Ganzen eine mehr temperirte Erscheinung erhetschen. Drese

Vater,

und andere ähnliche kleine Mängel, immerhin anziehend in ihrer Art, wur- den abcr von der künstlerischen Geßaltung der meisten Semen überwogen, und das hier aus vollem Bewußtsein hervorgehende Spiel, welches den Stempel dcr Wahrheit trug, zeigte von der Fähigkeit der Darßelletin, ihre Gebilde zu höherer Kunstform zu erheben. Am deutlichßm erschien uns dies bei der Freude über dcn Besuch des Ritters ,beim Vater und in dem Anodruck der Verlegenheit über den LtedeS-Anttag des Ritters, eine Stelle, welche reifere, Datstxüermnzn dkes,“ Noa; nur zu oft in gesuchte und gemachte Zixmet, 111 cm Syte! mußtger Tän- dclci und Kotetterie verfallen lasscn; bn Dae. UnzeUlmann sprach sich in dem vcxlegcncn Händespicl noch der, ganze Zauber „madcheqbastckt Vetscbämt- heit aus, welcher naiven jugendltchcn DatsieUermntn ngeuxß, und der durch die klare Anschauung dcs bewußten Geistes noch “„ckbe wird. Es war die echte Verlegenheit, wie die beän ßigte Stele fie dtkntt, die betedte Sprache der jungfräulichen Scham, Angß und Beklcmmung. Der Schluß war rührend durcb Herzlichkeit und echt weibliche Haltung, das Ganze mit dem aubcr jungfräulicher Grazie angcthan, ein Resultat der edlen Ein- fachhcrt nnd Reinheit des Spiels. . _ . -

Olle. Unzelmann erhielt dux wtedetbolten Verfall- des nb: spärlich befehlen Hauses und wurde ume-ckpluß gerufen. Dre beiden übrigen Stücke des Abends, „Doktor ohm“ und „.Der Verstorbene“, boten nichts Neues.

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