1846 / 226 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

und muß in dem Vetriebs-Lokaie reiniich dergeßalt aufbewahrt werden, daß solches aus Erfordekn sogleich vorgelegt wcrdqn kann. , _.

§. 14. Die anaber derjenigen Fabriken, m weichen dre,Ruben_ m getrocknetem (gedörrtem) Zußande verarbeitet wrrdrn,„smd verpjlzchtet, rbxe gesammten Vorräthe an getrockneten Rüben nur an, einem gcwmen ern fur allemal zu bestimmenden Orte, welcher unter Mrtverschluß “der Stenner-

Beamten steht, aufzubewahren, auch, so oft getrocknete ( tdortte) Ruben von außerhalb _ sei es von auswärtigen Troänungs-AnZaltm oder von dritten Personen - bezogen werden sollen, der Steuer- ebesielle solches spätcsicns am Nachmittage des vorhergehenden Tages schriftlich anzumelden. Diese Anmeldung, welche die Menge und die Art der Verpackung der "".“ zubringendcn Naben, den Ort ihrer Herkunft, so wie dLn Tag und die Stunde dcrEinbringung, enthalten muß, kann, nach dcr Lvabl reszabrrf- Inhabers, en*weder für jeden einzelnen Transport oder „fur. einen larrgrren Zeitranm im voraus gemacht werden. Zur angemeldeten Stunde ,der “Y"“ bringung ist die Ankunft cines Steuer-Beamterr abzgwarten und m derxcn Gegenwart aLSdann sogleich - je nachdem die Ruben “sofort vrmrbertet wcrden sollen oder nicht - im ersteren Falle deren Verwiegnng, lm ande- ren Fable deren Aufnahme in das unter Mitvcrrcbluß dckUStcuer-JBeamten skebende Aufbewahrungs-Lokal zu bewirken. Sollen demnachst Ruben, Be- hufs der Verarbeitung, aus dem Aufbewahrungs-Loia-le entnommen werden, so findet fich ein Steuer-Vcamter in der Fabrik em, um das Lokcrl zu öffnen und unter seiner Aussicht dic Rüben herauönehmen und derwiegen (§. Lb.) zu 1affen. Das auf einmal zu entnehmendc Quantum Rubcn, inglcichen die Zeit der Entnahme, wird für jede Fabrik, nach Maßgabe des stattfindenden Betriebes, von der Sterrcr-Behörde bestimmt. . ,

§. 15, Die in der gegenwärtigen Verordnung urid insbesoyderc m den vorstehenden §§, 8-14 erthrilten KontkoUe-Vorichrrsien „rst nicht nur derjenigc, welcher die Ziicker-Fabrication betreibt oder sur"se.me.Rechnung betreiben läßt, sondern auch ein Jeder, welcher dabei beschaftigt isi, zu be- obachten schuldig.

§. 16. Die Erhebung der Steuer und die Beaufsichtigung der Na- benzucker-Fabriken geschieht von dcnjenigerchbördrn und Beamten, welchen die Erhebung und Kontrollirung der Branntwein- und Braumair-Steuer obliegt, und es kommen, rückfichtlich dcr inne zu haltenden.Dienststunden der Hebestcilen, so wie des Verhaltens der Beamten gegen dr_e Steuxxpfllch- tigen und dieser gegen jene, dicVorschristen dir §§. 56 undfo7 derSteuer- Ordnung vom 8. Februar 1819 in Anwendung. Nicht minder sollen dre in den §§. 49 und 53 bis einschließlich 55 dieser Steuer-Ordnung enthal- tcnen Bcstimmungen sowohl von den Beamten, wie von den S-tcirerpsltxlp- tigen und zwar mit der Maßgabe beobachtet werden, daß, so weit .in-dl,?stn Bestimmungen von Branntweinbrennern die Rede ist, solche auf drcjerngen zu beziehen find, welche Zucker aus Rüben bereiten. ,

§. 17. Einer Defraudation macht fich schuldig, wer 1) 111 dem noch §. 13 zu überreichenden Verzeichnise seiner Rübenvorräthc, diese absichtlich zu gering angiebt, oder _ falls nach §. 3 die Entrichtung der Steirer m fester Summe zugestanden worden ist-- die Menge der nach drmFixanons- Vertrage zur Verarbeitung bestimmten Rüben absichiiich zu gering angicbt, oder ohne vorgängige Anmeldung bei der Steuer-Behörde vermehrt; ferner, wer 2) da, wo die Rüben im irischen Zusiande verarbeitet werden, derglei- chen Rüben, bevor deren Gewicht amtlich ermittelt worden ist, in die Zer- kleinerungs-Apparate aufnimmt oder sonst einer zur Zuckergewiunung die- nenden Operation unterwirft; endlich Wer 3) da, ivo rie Rüben im getrock- neten Zustande verarbeitet werden, getrocknete Rüben, bcvor dercn Gewicht amtlich ermittelt worden ist, in die Extractions-Gefäße bringi, oder sonst einer zur Zuckergewimrung dienenden Operation untcrwirft, oder gctrorknete Rüben ohne vorgängige Anmeldung bei der Steucr-Behörde in eine Nübenzucker-Fabrik einführt. Kann in den Fällen unter 2 und :; der An- geschuldigte nachweisen, daß er eine Destandaiion nicht habe verüben wol- 1en,st so findet nur eine Ordmmgsstrafe nach Maßgabe des §. 25 oder 26 att.

§. 18. Die Strafe der Dcsraudaiiou besteht in einer dem vierfachen Betrage der vorenthaltcncn Steuer gleichkommenden Geldbuße, welche jedoch niemals weniger als 10 Rthlr. betragen soll. Die vorenthaltenc Steuer selbst isi unabhängig von der Strafe zu entrichten.

§. 19. Im Wiederholungsfalic, nacb vorhergegangener rechtskräftiger Verurthcilung, wird die nacb „C. 18 eintretende Geldbuße verdoppelt.

§. 20, Jeder ferncre Rückfall wird mit dem Doppelten der im §. 19 bestimmten Geldbuße, so wie mit- dem Veilusfe des Rechts zum Betriebe der Nübenzucker-Fnbrication und zur Hiilfslcistung dabei, aus die Dauer von einem bis fünf Jahren, geahndet.

„S. 21. Die Strafe der Defraudation wird um die Hälfte gescharst, Wenn in den unter Nr. 2 und I des §. 17 gedachten Fällen 1) unter amt- lichem Verschlusse befindliche _Zerkleinerungs-Apparate oder Extractionsgrfäsre eigenmächtig in Betrieb gescyt, oder 2) nicht angemeldete Zerkleinctungs- Apparate oder Extractionsgcfäsre gebraucht, oder 3) nicht angrmeldrte Räursne zu einer zur Zircker-Gewinnung dienenden Operation bcnnßt wor- den md.

§. 22. Die Strafen dcr Miturheber, Gehiilfen und Begünstigcr eincr Defraudaiion, so wie derjenigen, Welche an den Vortheilen dcs Vegebcns nach drffen Verübung wiffentlich Theil nehmen, find nach den allgemeinen Strafgescßeu zu bestimmen. Die für den Rückfall bestimmte Strafe trifft aber nur diejenigen Theilnchmer einer Destaudation, welche fich selbst eines Niicksaiis schuldig gemacht haben.

§. 23. Sind unangemeldete Geräthe zur Bereitung von Rübcnzucker benuvt worden, so werden die verkürzte Steuer und der Betrag der De- sraudationssirase nach derjenigen Menge Rüben berechnet, welcbe während der leßten sechs Monate vor dem Tage der Entdeckung, aus dem unbefug- 1er Weise gebrauchten Geräthe hat verarbeitet werden können, insofern nicht entweder eine größere Steuerverkürzung ermittelt oder vollständig erwicsen wird,-daß der Betrieb in der angenommenen Ausdehnung nicht siaitgefun- den hat.

§. 24. Sind Geräihe, welche die Steuer-Bchörde außer Gebrauch geseyt hatte, eigenmächtig wieder in Betrieb gebracht worden, so werden, unter gleicher Voraussesung, wie am Schlusse des §. 23, die verkürzte Steuer und der Betrag der Defraudaiionssirafe nacb derjenigen Menge üben berechnet, welche seit der Stunde, wo das unbefugterweise gebrauchte Gcräth zulrßt amtlich untcr Verschluß gefunden worden isi, bis zur Zcit der Entdeckung auf diesem Geräihe hat verarbeitet werden können.

§. 25. Wer die Fabrikgeräthe oder die damit vorzunehmenden oder vorgenommenen Veränderungen nicht, wie im §. 8 vorgeschrieben ist, an- zeigt oder den Raum-Znhalt der Kessel und Pfannen, der Vorschrift des §. 8 zuwider, zu gering angicbt oder die im §. 9 vorgeschriebene Bezeich- nung der Gcräthe unterläßt, verfällt in eine Strafe von 5 bis 20 Rthlr„ welche bei Wiederholungen auf 20 bis 50 Rthlr. erhöht wird.

§. 26. Die Uebertretung solcher in dieser Verordnung enthaltener: Bestimmungen und der in Gemäßheit derselben erlassenen und gehörig be- kannt gemachten Verwaltungs-Vorschriften, auf welche keine besondere Strafe gcseßt worden, soll mit einer Geldbuße von 1 bis 10 Rthlr. geahndet werden.

§. 27, Wenn eine Geldbuße von dem Verurthcilten wegen seines Unvermögens nicht beizutreiben ist, tritt an deren Stelle eine verhältnis;- mäßige Freihritsstmfe, tvelcbc jedoch im ersten Falle die Dauer von einem Jahre, bei dem ersten Riicksalie die Dauer von zwei Jahren und bei fer- neren R"chiäilen die Daurr von vier Jahren nicht übersteigen, dagegen aber im dritten oder in einem ferneren Riickfalie nicht unter cinem halben Jahre betragen soll.

§. 28. In Ansehung dcr Vertretungs-Verbindiichkeit fiir vrrwirkte Gc'ldstrafen, der Konkurrenz anderer Verbrechen, der Bestechung der Steuer- Beamten und der Widerscßlichieii gcgen leßtere eiten die Bestimmungen der §§. 82, 84 und 86 bis einschließlich 89 der teuer-Ordnung vom 8. Febriiar 1819, so wie der Declaration vom 6. Oktober 1821.

I- 29., Hinsichtlich des Verfahrens gegen die Kontravenienien kommen die Vyrsckyrlitetx der Steuer-Ordnung vom 8. Februar 1819 §§. 91 bis einschlieplrch 95); so wie die zur Declaration der §§. 93 und 94 dtrsclben ergangenen VLsbmmungen vom 20. Januar 1820 und 27. September 1833, zu Anwendung.,

§- 30- Die durch diksYBerotdnrrng fiir das Vergehen der Defrauda- tion bestimmten Strafen Vexjahren in Fünf Jahren, bloße Ordnungssirafen aber 111 Einem Jahre snt Vetübung des Vergehens oder der Con- travkmron.

Gegeben Sanssouri, den 7. August 1846,

(l“ 5.) Friedrich Wilhelm. Flottwell.

970 rovin Schießen. Breslau, 13. Aug. Den neuesten Nach:,itzbten aur'rz Kosel zufolge, hatte daselbst gestern Nachmittags das Wasser die bedeutende Höhe von 18 Fuß 1 Zo_ll von) Ober (Pegel erreicht und wéf seitdem im Fallen, Es läßt die! fiir den hiesigen Ort eine Wassethöhe von 23 Fuß erwarten.

Deutsche Bundesßaakrn.

Königreieb Württemberg. Der Schwäbische Mellin ent- hält eine Bekanntmaibung des Ministeriums „des Innern vom !. Augusi in Betreff einer im Interesse der württembergrscden Auswandxrcr angeord- neten Maßregel. Dirie Bekanntmachung lautet, ihrem wesentlichen Inhalte uach, wie folgt: „Da in neuerer Zeit die Auswanderer nach „Amerika ZU'." größten Theil ihren Weg über Mannheim nehmen,. ivo fie Zucht selten die Verschiffungs-Nerträge sogleich fiir die ganze Reise abschließen, undyda wiederholt Fälle zur diesseitigen Kenntnis; gekommrn smd, m welchxn wun- tembergiscbe AuSwanderer theils aus Unctfühkmhkkß khklls durcb, k!? [[und- lichkcit auswärtiger Schiffs-Untctnehmcr [1110 deren Agenten rn Schaden vcricßt wurden, so hat fich das König!. Mrmstenum des Innern rm Ern- versta'ndniß mit dem König!. Finanz-Miriisterrum veranlaßtdeschcn, dem dicffeitigen „Zoll-Stations-ControUenr in Mannheim, Fmanz-Asscssor Schnurrer, den Auftrag zu ertheilen, fich der Auswanderer, wcl_ch_e seine Untersiüyung bei ihrer Wciterbeförderung nachsuchcn, „nacb Kras- ten anrunehmcn und ihnen in Ausführung ihres Vorhabens nnt Raid und That an die Hand zu gehen, so weit es sein ordentlrchcr „“Beruf-nnr immer erlaubt. Insbesondere ist derselbe angewiesxrt worden, uber die so_lrdesicn Rheder, Schiffsmäkler" und deren Agenten, uber die von dear verschiedenen Geiellschaften gestellten Preise, über die Wegen der Verkosttgung m1md außer den Schiffcn zu treffenden Vorficbistnasiregeln, die AbfaerSzertcn, Anhäufung oder Mangel von Schiffsgelegcn-hcitcn 11110 andcre fur Aus- wanderer wichtige Punkte fortlaufende Erkundigung _emzuzi-chcn und solche dcn Auswanderern, welcbe fich an ihn wenden, nntzuthcrlcn; auch wenn fich die in Mannheim aufgestellten Agenten der Schiffs Unternebmer Vcr- tragswidrigkeitcn zu Schulden kommen kiffen, 'Liebe zur „Kenntnis; der dor- tigen Behörden zu bringen und fich bei ihnen im schleunige, den Austrian- derern zu leistende Rechtshülfe zu verwenden.“

"er o thum Holstein. (Alt. Merk.) Die als Stell- verirYr nzacngvehoe einberufenen (vergl. Nr. 223 der Allg. Pr. Ztg.) Senator Eilers (fiir die Stadt Kiel) und O.-G.-Adv. Forch- hammer (fiir die Städte Lütjenburg und Oldenburg) haben auf das an sie gelangte Einberufungs-Schreich eine ablehnende Antwori ab- qebcn lassen. - Am “10. August kam der Abgeordnete zur Stande-

ersammlung, Kloster-Propst Graf von Reventlc-u vonPreeß durcb Altona, um sich zum Gebrauche drr Seebäder nach Helgoland zu be-

geben.

%R- Frankfurt a. M., 12. Aug. Gestern Vormittag traf der Kurprinz-Mitregent von Hessen von Hanau hier ein,und nahm im „russischer! Hofe“ das Absieigcquartier. Zn Abwesenheit des 1111“- fiirstli.1)-bcssischen Bundestags-Gesandten, Herrn von Tres, emdfing der bei der Militair-Kommission bi'vollmächtigte kurfürsilrch-besiijche Oberst-Lieutenant von Stein Se. Königl. Hoheit. Heute Vorn)“- tag hat sich der hohe Gast nach Aschaffenburg begeben, dem Königl. bayerischen Hof einen Veiuch abzustatten. Längstens morgen wird der Kurprinz-Mitregeni die Rückreise nach Kassel über Marburg an- treten.

Der Bundes-Präfidial-Gesaudte, Herr'Graf von Miinch-Belling- hausen, hat sich, dem Vernehmen nach, heute auch nach Aschaffenburg begeben, Sr. Majestät dem König von Bayern die Aufwartung zu ma en. ckSeit einigen Tagen hat die große Hihe bei uns etwas naehge- lassen. Dadurch zeigt sich nun auch größere Reiselust, und es kom- men jrßt täglich viele Fremde hier durch, dre sich zum Theil den Taunus-Bädrrn zuwenden. Von iitrrarischen Namen weilten in den lehteren Tagen der dänische Dichter Andersen und Deinhardstein hier. Der. Maler Lessing ist auch seit kurzem hier anwesend, und man hofft

mehr als je, den bcriibmtenKiinstlrr als Direktor unseres Städelitbeir

Kunft-Jnstituts gewinnen zu können,_ welche Stelle seit Veit's Ab- qang zwar von dem trefflichen Profesror J. Becker vkrsehen warde,

äber noch unbeseht ist. . . , Es ist 'beklagen6wertb, melden zu miisscn, daß dre Geirardcpreise neuerdings im Steigen begriffen sind, dazu gesellt sich nun auch dre Kalamität, daß die Mühlen des Waffermangeis wegcn wenig Mehl liefern können. Wir haben deshalb einen Aufschlag des Brodpréises zu erWarten. eber höher, und wie die Kartoffel-Acrndte ausfällt, können wir noch

nicht sagen. Oej'cerreichtsrhe Monarchie.

Triest, 5. Aug. (21. Z.) Abermals isi die österreichische Fiagge in einer Region erschienen, wo sie friiher nie gewebt hatte. So

„eben läuft, dem Journal des österreichischen Lloyd "zufolge,

die Nachricht aus Genua von der Ankunft des triesier Dreimasiers „Elisabetta“ mit einer _Pfkfferladung aus Sumatra ein. Derselbe ward von den Jnsulanern freundlich aufgenommen, und einer der Häuptlinge, der das Schiff-besuchte, erbat sich vom Capitaiu eine österreichische Flagge, um sie. ais Andenken zu bewahren und, wie er sagte, die künftig dort einlaufénden österreichischen Schiffe mit dersel- ben zu'begriißen.

Frankreich.

Paris, 11. Aug. Der Herzog und die Herzoßin von An- male sind vorgestern auch nach.„Cu abgereist.

Die miriisiericlie Epdque wendet sich mit folgenden Worten an die Oppositions-Presse: ' Sie kommt es, daß die Oppositionsblätter noch immer starr vor Schrecken sind über den Ausgang der Wahlen, der doch so leicht vorzusehen war? Was ist wohl die Ursache, daß sie dt'n Verstand sechs Tage. nachdem sie ihn verloren, noch nicht wie- dergefunden haben? Selbst der National, der gewissermaßen als gleichgültiger Zuschauer die Wahlschlacht beobachten konnte und kein direktes Interesse dabei *hatte, “selbst der National, sonst doch sei- ner Sinne mächtig, delirirt auffallend. Isi ihm nicht heute früh die wahnfinnige Idee gekommen, die gewaltsame und blutige Einmischung des Volks in die Wahlen vertheidigen zu wollen? Behauptet er nicht, diese Gewaltsamkciten seien das Recht des Volkes, weil das Volk die Wähler bestelle? Sagt er nicht mit nackten Worten: „„Jede Vollmacht fiihrtZVerantwortlichkeit mit sich; wenn die Deputirten den Wählern Rechenschaft schu1dig sind, so sind die Wähler dem Volke gleicherweise verpflichtet; wenn sich darum das Volk der Freude oder dem Zorn überläßt und diese Kundgebungen die Ruhe auf den Straßen ftören, fo giebt es keine andere Schuldigen ars die Regierung und die M'ajorität, die das Volk repräsentiren soll.““ Ist das zu glauben? Und doch isi Alles

Im iibrigen stellen sich die Preise aller Lebensmittel

?

genau so wahr. Ja, wir haben in Jtankreich_„seit lange schon W lamentarische Institutionen, eine Charte, Jrrenbauser und Aerzte, ni,; der National schreibt solcherlei Dinge! Dre Wghikrisis Und „" Er ebniß reichen wirkich nicht hin, eine so_lche Ekschxlkung zu erkjän]x O enbar ist die gestoiZLekte Temperatur,_dre Elektrrzrtat der LUft da- im Spiel. Daß die ahlen konservativ aiisgefrrilen sind, kann W mögliih an sich schon hinreichend gewesen sem,-emem radikalen Isar- nal den Verstand so zu verwirren, daß es dre Charte sammt a geschlichen Garantiert: der öffenilichen Ordnung rind des Lc'brrisk,k Bürger vergißt. Wie lange wrrdder Zustand uberspannter Anixe. gung noch dauern, der den unglücklichen Organen der Opposition., geistigen Kräfte lähmt? Wann werden sie .gcnugsaom Wlkklr zu] gekommen sein, um die Arbeiten ihrer niiletcderi Mission von neue, beginnen zu können? Sind wir bedroht, die Prarogativerr der konst„

ii

enfalls gereiste Männer ÜUÖ- ernstlich genommen und in demselben

nxöslsche Jugend che da Und

[,n Phrasen der jungen Sprecher von den Angeredeien, die doch

Aber es wäre ein Jrrthum, zu glaube", die in ihrer Mehrheit sei von den Ideen beseelt, dort eine Anzahl von Brauseköpfcn laut werden erregte der Sieg des konservativen Kan-

e erwiedert ficht.

u Toulon

;]," Herrn Clappier iiber den Oppositions-Kandidaten Herrn

lon (Professor rm der Rechts-Fakultät zu Paris und Advokat Königlichen Gerrchtshofe)“ unter den jungen Leuien der Schulen solchen EnthufiaSmus, daß ihrer nabe an zweihundert zu dem dererw'jhlten sich beFaben und durch einen aus ihrer Mitte ihre diqe Thrilnahme an einem Siege in einer warmen Anrede aus- chén licßen. Ohne darmrf großeren Werth zu legen, als auf die éengcsrtrtrn Demonsirattonen an anderen Orten, darf man doch

tutionellen Regierung noch lange oh"? Gegengewicht '" '" Plesk n den Beweis erbiicken, daß auch die Jugend in Frankreich, die

zu srhrn? Viele aus den Departements einlaufende Nächrichtenlasx, es uns fürchten.“

Die schon seit Ende- Juli erwartete Bonrbay*Po| vom 1, Jui ist endlich (iiber Marseille) eingetroffen. Ter Dämpfer „WW. - welcher sie nach Aegypteii brachte, war im Rothen Meere Von kinn“ furchtbaren Sturme überfallen worden und hatie sich, nachdem, vier Tage lang gcgen denselben angckämpft, genöthigt gesehen, 7-11 einmal nach Bombay zurückzukehren, um die bedeutenden BLW gungen, die er erlitten, auözubcsscrn. Tie _emzigßNacbrichtY Belang, die wir in den Bombay-Bläticrn finden, ist die Mitri. lung, daß sich das Fort Kangra endlich ohne Schweristreich x„ britisch-indischen Heere ergeben hat, wodurch nunmehr dcn milix rischen Operationen an dcn (Hräuzcn dcs Pendschab völlig ein Er grmacht ist. Unter den britifchcn Truppen gab es viele Kranke, iiberall aber herrschte die größte Ruhe. Es soll jedoch die Erde. bung des Radschahs Lall Singh große Eifersucht unter den anke", Großen des Pendschab geweckt haben, und man besorgt, daß es“ Folge davon leicht zu Unruhen und Ernpörungeu in'dicscngn kommen könnte. Die Meldungcn aus China sind lediglich komma. zielier Art.

Der Kanzler des Pairshofes hat Herrn Laplagne Barrio .* der Attsarbeitung des Berichtes iibi'r das Henryscbe Attentat dcn Pairshof beauftragt. Es wird dieser Bericht nicht vor der. den “l7tcn d. anberaumten Eröffnung der Session der geseßgebeni. Kammern verlesen werden.

An die Stelle des Herrn Casimir Perrier, dessen Demission» genommen worden, hat der König den Grafen voti Bear", biii.» gen Gesandten in Kusel, zum außerordentlichcn Gesandten imdb vollmächtigtcn Minister an den Höfen von Hannover und Bran- schwcig ernannt. , ,

Ein Handelsschiff zu Marseillb hat den Namen „lc (551113001 halten. Die Eigentbiimcr einer neu erbauten Handels-Goeietteb den diese „le Thier'S“ benannt.

Henrysoil demPriisidcnten dcs Pairsbofes seine Abfixhk geäuß- haben, HerrnDuvrrgier, Welchcr den Königsmörder chomte vor rc Pairshose vertheidigt hatte, zu seinem Advokaten zu wählen.

Das Zuchipolizcigcricht von Montes hatte drei Beamte der senbahn nach Rouen, Herrn Lapeyriere zu 3000 Fr., Herrn (Haut!, zu 2000 Fr. und Herrn Stanley zu 300 Fr, Geldstrafe verurthW Wegen des Unfalls, welchcr vor einiger Zeit auf dieser Babu v **; kam. Die Verurtheilien hatten sich dem Urthril unterwerfen wou,» allein der Staats-Anwalt appellirte dagegen. Das Zuchtpoliz: gericht von Versailles hat nun als Apeilhof _nicht nur das Urtb bestätigt, sondern noch außerdem Herrn Lapeyrrcre zn acht Und He Gauthier zu fiinf Tagen Gefängniß vururtheiit.

Auf den pariser Märkten sieht man schon sehr viele reise 47-1 ben; die Chasselas, Muskateller und Beeren aus dcn siidlichen_Gc- genden sind so groß wie Pflaumen. Eben so reichlich und gutioiicn die Apfelbäume in der Normandie und Bretagne tragen.

Am Freitag Abend war hier ('in furchtbarcs Gcwittrr, welrbci „_ auf verschiedenen Stellen einschlug. jedoch ohne bedeutenden Schäkii anzurichten. Ein Bliß traf den Justiz-Palast, ein anderer dcn Babi- hof der Eisenbahn nach Roukn; auch durch eines der großen Mixx gazine der Nordbahn fuhr ein Bliysirahl, ohne eine Spur zuki tcrla en.

s“Bei Eröffnung der Börse Waren heute die französischen Rent uud Eisenbabn-Actien wieder sehr angeboten. Nach und "„ich-ai- crhielten die Notirungeu wieder etwas mehr Festigkeit. Das 021124 war sehr beschränkt. Nordbahn-Actien 708. 75.

)( Paris, 10. Aug. Da der König nun doch dic Kamm in Person eröffnen will, so wird auch eine Adresse auf die, w auch nur kurze Königliche Thronrede voiirt werden müssen. Un diesen Umständen läßt sichxabcr noch kcineöwcges voraussagen, diese vorläufige Sission schon in den ersten Tagen des Srßpiemi. wieder werde geschlossen werden können, da man nicht wi]jcn_kav welche Haltung die Opposition bci der Debatte iibcr die Adrenc obachten wird. Jedenfalls ist es nicht wohl möglich, sie an dxrAJk gung vielerFragen derinneren und äußeren Politikzu hindcrn, und 11110“ Jallewkrden die Minister und die konservativeParteivoraussiibkiki')" Antwort nicht schuldig bleiben. Diechatte iiber die Adresse, wie kurzÄ der Entwurf zu dieser von der natiirlich dem Schooße der konserva" Majorität entnommenen Kommission gehalten werden mag„„kké leicht längere Zeit in Anspruch nehmen. Mit Gewißheit laßt!“ Voraussehrn, daß in der Adresse auch die freudige Tbcinahmk_*' Kammer daran, daß der König abermals durch den über ihn!!» lich warbeudt'n Schuß der Vorsehung den Mörderkugcln eines fkkk' haften Unsrnnigcn entgangen ist, ihren Ausdruck finden wird. & noch mehr glauben läßt, daß diese vorläufige Session länger, bis erwartet, fich hinausziehkn könnte, ist die Thatsache, daß die U' sition in ihrem Jugrimm iiber die erlittene schwere Nicderlagk/„A, aufbicten wird, so viele konservative Wahlen als nur immer mosi!" namentlich diejenigen, durch welche Oppositions=Kandidaten verbis?!- worden sind, anzufechten. Daß zahlreiche Protestationcn von S“ der Oppositions-M:'noritäien, welchc unterlegen sind, einlaufen w" den, ist schon jeizt außer allem Zweifel; indes; sieht man aitch- '. des Geschreis, welches mehrere Oppositions-Blätter iibcr ang?" vorgefallenc Akte der Bestechung und dergleichen erheben, WNW“ deutlich, daß Alles nur auf vagen, nichtssagenden Behaupéungkn ruht, wie sie der Partei eist stets zur Handhat, daß man aber 1," im Stande ist, wirklich ichhaltige Thatsachen zur Begründung kl, Behauptungen anzuführen. Die Blätter von Paris haben „" Tage nach jenen der Provinzen von verschiedenen Orten Man," tionen junger Leute, namentlich Studenten, berichtet, die, fiir M'“. positions-Kandidaten Partei nehmend, diesen entweder rhr„e , wünsche zum erlangten Sieg oder ihr Bedauern iiber , erlittene Niederlage darbrachten. Eine solche Mantskßa“ wurde unter anderen auch zu Monpellier von einer Anzahl Sikk?“ der medizinischen Fakultät zu Gunsten des durchgefallenen legkk'm'. schen Kandidaten Grafen von Larry gemacht. Ueber“ den W„ekkb) cher Demonstrationen jun er unerfahrener Leute kann fur ' ernsten Mann nur eine cinung herrschen, und man muß ck. wundern, wenn man die zwar hochtönenden, aber in der

zu oft ihre Vorliebe fiir alles Excentrische an den Tag gelegt , anfängt, der konservativen Richtung fich anzuschließen, wclche

r den qrreiiten Männern mehr und mehr Anhänger gewinnt,

Man *ist im Palaste dcr Deputirten-Kammer, namentlich i'm ungs-Saale d-xrs-elben, m der That bereits mit den vorbereiten- Arbeitrn beschaftigt, um Ach fiir die feierliche Eröffnungs-Sivung 17trn in Stand zu setzen. Ob bis dahin auch der Herzog und Herzogin von Nxmours aus den Pyrenäenbädern, wo sie seit fast “Monaten verweilen, zuriickiein Werden, isi noch ungewiß. Jeden.- . werden sie noch im Laufe dieses Monats erwartet. Ohne je. längerhier zu-vrrwrilen, Werden dieselben nacb Schloß Eu gehen, in auch der König selbst und die iibrigen Mitglieder der Königl. ilie bald nach Eröffnung der Kammern, und sobald die Adressen ciben übergeben sein werden, zurückkehren wollen, um noch einige -en dort zuzubringrn. Nach der definitiven Rückkehr von Ca dieKönigl.Famiiie wie gewöhnlich um diese Zeit das Schloß zn ntCioud beziehen und dort bis gegen Neujahr, den Zeitpunkt dcs rerzusammentritts der Kammern, bleiben. Die Minister sind theils schon hier zuriick, theils werden sie in nächsten Tagen erwartet. Graf von Saivandy wird von seiner e nach Algier bis zur Eröffnung der Kammern ebenfalls wieder sein, und auch Marschall Soulf, der bis jest noch den Titel Kabinrts-Präsident beibebäit, soll dazu eintreffen. Man giebt von Seiten der iibrigxn Minister noch immer der Hoffnung bin, [ben zu noch längererBeibrhaltung dieses hohen Postens zu be- rien, iroxz dor Vcstimmlwit, mit der er seinen Entschluß, sich zu- nziehrn, fundgegeben hat. Indes; diirfte diese Hoffnung schWerlich füllung gehen, da namentlich die ganze Familie des lyochbetagten challs auf seinen gänzlichen Rücktritt von den Geschäften dringt, tderselbe bci seinem vorgerückten Alter die n'o'thige Ruhe und orgsame Pflege sicb gönne“. Veharrt der Marschall bei seinem ngen, so zweifelt Niemand ernstlich daran, daß Herr Guizot die rdenischaft dcs Ministcr-Raths erhalten werde. Was man von 'o'glichkcit des Eintritts des Herzogs von Broglie ins Kabinet ie Stelle des Marschalls Soult und gleichfalls obne besonderes cfenille mit dem bloßen Titel der Präsidentschaft gesagt hat, 1 auf nichts als bloßer Erfindung. Ein Brief von einem zu Tlrmsen in Afrika in Garnison siehendcn ier spricht die bestimmte Ueberzeugung aus, das; Abo el Kader auf oianiichem Gebiete Alles zu einem neuen Handstreirhe fiir den enden Herbst gegen die französischen Vefiyungen vorbereite. e Emissäre durchziehen schon jeßt wieder den ganzen Südwesten suchen die Stämme, welche scheinbar wenigstens cht unterworfen aufs neue zum Aufstande zu verleiten. Fiir den Augenblick der:- n dérsc sich noch ruhig, woran aber mehr die erdriickende Hive esein mag, Welche allgemein herrscht, als irgend ein anderer and. Auch die französischen Kolonnen vermögen wegen derselben jeizt keine crnßliche Operation zu unternehmen. Aber sie find

,t auf neue Kämpfe im September und Oktober.

Großbritanien. und Irland.

London, 8. Aug. In Bezug auf die gestrigen Unterhaus- mrdlnngen spricht sich die Times zu Gunsten der ministeriellen "läge iiber die im Heere vorzunehmenden Reformen aus und rkt, daß die Peitschcnstrafe bei dem heutigen Zustande des eng- n Wehr-Systems ohne Gefährdung der Disziplin nicht auf cin- aufzuheben sei, so entwiirdigcnd und gehässig diese Strafe auch iöge; dies sei vielmehr nur dadurch auf die Dauer zu bewirken, ,efittctere und bessere Personen in das Hier treten, als bisher. in“, sagt die Times, „es ist unmöglich, schlechte Personen vom ' auszuschließen, wenn man nicht gute zum Eintreten zu bewegen und dies kann nur durch Erweiterung jener Privilegien und Vor- ge1cheben, auf die wir häufig hingcdcutet* vermindert die Dienst- gebt angemessene Pensionen Zenen, die sickz gut ausgefiihrt, macht „asernen zwcckgemäßkr und anständiger, fiihrt die von Euren angrru eingeführten Pläne fort, den Regimentern gute und che Bibliotheken zu verschaffen, gebt den Leuten Gelegenheit zu mem Unterricht, gebt ihnen Beschäftigung, die den Geist nicht M,- sondern crheitert und den Anlockungen dcs Trunkes entge- wrrken vermag. Thut dies, aber zu scincr Zeit, wie sich die enheit bietet, und bald werdet Ihr zu klagen aufhören, daß . don gutem Ruf sich nicht anwerben lassen wollen, oder daß die plm [Ws |britischen Heeres Von der Handhabung der Peitsche rennt i .“ Der katholische Bischof von Tuam hat ein langes Schreiber: an Jöhn Russell erlassen, worin er dessen Aufmersamkcit auf Zr- Lage hinlcnkt. Er sagt darin, daß die Kartoffel-Acrndte in Jahre dort eben so schlecht, als im lebten Jahre ausfallen . Indem er noch beweisi, daß die vom Parlament getroffenen kgein unwirksam seien, um dem jeßigen Elend und drm dort nden Mangel abzuhelfen, fordert er die Regierung dringend vor dem Auseinandergehen des Parlaments wirksamere Maßre- zur Abbülfc der irländischen Leiden vorzuschlagen. Lord John “[ hüt bereits an*ezkigt, vom Parlament die Gelder zu verlan- ,"'U 3:11“ Vcschä?tigung dcr ärmeren Klassen im Winter große LTZ)? Arbeiten in England und Irland unternehmen zu können. Ot? Times spricht sich in einem leitenden Artikel entschieden „d'? Politik Frankreichs in Spanien aus und bemerkt, wie ge- ?!esr Politik in der Vermählungs-Frage bei den Spaniern den “cklgsten Widerspruch erfahre. Nachdsm darauf hingewiesen, mit M Drohungen Frankreich seine dessaUsigen Pläne in Madrid '!skskn gesucht, ohne daß ihm dies bisher gcfruchtet, sagt tmrs: „Kein politischer Bewerber um die Hand der Kö- vZUl _Spanien sieht hier auf; keine politische Rivalität * 1" H„tesem Streife, die Jrar liegt nicht zwischen einem ck“*- osterreichischen oder preußischen bevorzugten Kandidaten !pem fxanzösischen; denn England, Oesterreich und Preußen ha- - lber keiyen Kandidaten zu siüyen - sie haben durchaus keine e e darttr geltend gemacht - die wahre Frage isi" einfach die, Zn„spomscher Unabhängigkeit oder französischer Diktatur. - w,?"j'Jm Isabella einen Prinzen beirathen, den sie selbst und ihr chtah *, yder soll Frankreich sie mit einem Prinzen verbinden, den vorziehen kann, und den ihr Volk verschmäht und verabscheut.“

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Tre Times bemerkt sodann, wie absurd es sei, die Verbindung mit emxm koburger Prinzen als im en lischen Interesse zu deu- terr. Dre koburger Prinzen, ,wxlche engli?che Jürfiinnen gebeirathet, batten s1ck_ mit England identrfiprt, so daß zu erwarten sei, werde em koburgrscher Prinz Gemahl der Königin von Spanien, so wiirde 1111ch er“ das spgnische Interesse Allem vorsehen. Leopold von Be!- gien ser mehr mr französischen als englischen Interesse, und die Ko- bdrg-Cobarys sxren mit der Orleanssznastie so eng verbunden, daß eme solche Verbmdrrng gewiß mehr in Frankreichs als Englands In- teresse sei; dies zeige sich )(,r'schon in, Portugal, wo der französiche Einfiuß bisher in so nachtberlrger Werse sich geltend gemacht habe.

, "DIL M. Chronicle meldet, das; die Regierung die Anlegunq einer „Heestation zu Palu Labuau, der Mündung des Borneoflusses gegenuber,_brschlossen und bereits die Weisung zur Bcseizunq der Insel abgeichickt habe. “Eine eigentiiÖeNicderlassung wcrde indessen "icht beabsich-tigi, sondern_man wollc bios den mit drm Handel nach C.,brna. beschaftrgten Schiffen Schuß gewähren und Kohlen-Lepots fur die von und nach Hong-Kong fabrcnden Tampfb'o'te anlegen,

Belgien.

" Bruffel, 11. Aug. Herr Nothomb ist von Berlin hierher zuruckgekehrt, um dem noch im Laufe der gegenwärtigen Assisen- Sryung vorzunehmenden Staats-Prozeffe gegen die Eisenbahn-Zn- gemeure Deridder und Borguet als Zeuge beizuwohnen.

Herrinrttag versammelt sich die Repräsentantcn-Kammer; Herr Heinrich von Brouckere wird aber wohl erst morqrn seinen Be- richt uber dcn holländischen Vertrag abstatten. Die “Diskussion diirfte, rvte mort glaubt, nicht lange dauern und die Annahme bald erfolgen.

Dre liberale Wahigeseilschaft dcr „Alliance“ hat einstimmig den Beschluß gefaßt, den liberalen Kongreß auf November wieder zusam- menzuberuyen; Zweck-jdesselben soll sein, die Maßregeln zu berathen, um den Erfolg der nachsien Wahlcn zu sichern und zu demEude die liberale Presse zu orgamjircn, wie die dazu nöthigen (Helder zusam- menznbringen seien und alle anderen Maßregeln zu bestimmen, welche zum Triumph der liberalen Ideen geeignet oder nothwendig erschei- nen möchten. *

Dänemark.

Kopenhagen, 9. Aug. (A. M.) In der 14tcn Sitzung der roeskilder Stände-Versammiung wurden die drei andrren Be- schwerden gegen das Kanzlei-Cirkular vom 8. November v. J. ver- leser) und dein zur Prüfung des Holbeker Antrages ernannten Co- niitc zur Prüfung überwiesen. Die eine dicser Beschwuden betrifft dre Anwendung, weiche die Polizei von dem vielbesprochenen Cirkular auf den birrgxrlichen Lese -Verein in Kopenhagen gemacht batie; der Polizei - Direktor Vaestrup hatte nämlich sich auf das Kanzlei-Cirkular, das doch blos gegen die Bauern-Ver- sammlungen gerichtet war, stiiizend, das Haiten eines angekündigten Vortrags vom Schullehrer Gleerup „iiber die Bauernbewegung, ih- ren Grund und ihre Bedeutung“ im Lokal und vor den Mitgliedern des Lcse-Vcreins verboten. Am Schlusse wird als Zweck der Be- schuperde ausgesprorben, die Stände zu veranlaffen, dahin zu wirken, daß das Volk eine geseylich begründete Aeußerungs- und Vereins- Freiheit erhalte.

Der König-1.Kommis s ar verweigerte, aus die mündliche Auf- forderung des Produzenten, sich jest schon aus die Vertheidigung des als gesetzwidrig angegriffenen Polizei-Akts einzulassen, und äußerte bios, daß, wenn auch das Polizei-Verbot mit Riicksicht auf das Kanz- lei-Cirkular erlassen sei, der Polizci-Dirriior dennoch dazu noch an- dere Griinde gehabt haben könne, welche aber anzuführen er sich vielleicht nicht veranlaßt gesehen habe. Justizratl) Ussing wandte ein, der Lese-Verein hätte, ehe er an die Stände ginge, erst den Bescheid don Sr. Majestät abwarten müffen, denn daß er sich an den König gewandt, sei gewiß, Weil er die Kom- munal-Verwaitung dazu um Unterstiihung angegangen wäre, die aber weder Magistrat noch Biirger-chräsentanten zu gewähren sich veraniaßt gefundcn hätten. Darauf entgegnete jedoch Herr Leh- mann, das sei allerdings geschehen, habe abkr nicht zum gewünschten Resultat gefiihrt. Uebrigens sei es gewiß nicht richtig, Sr. Majestät Namen fortwährend in die Diskussion zu mischen. Wenn aber die Bürger-Repräsentanten ihre Unterstiißung verweigert hätten, so sei es wohl geschehen, weil sie nicht ihre Versammlung, sondern die der Stände fiir die rechte Stelle gehalten, an Welche sich die Bittsteller zu wenden gehabt hätten.“

Aus allen diesen durch das Kanzlei-Cirkular veranlaßten Ver- handlungen und darauf solgendenAbstimmungen läßt sich deutlich er- kennen, daß die Oppositions-Partei in der roeskilder Stände-Ver- sammlung die Majorität fiir sich hat, denn wenn auch bei der Ab- stimmung iiber die Holbeker Beschwerde, die 52 St. gegen 8 fiir die Niederscßung cines Comité's ergab, diese 52 unmöglich alle zur Op- position zu rechnen sind, so möchte doch aus den nachfolgenden Ab- stimmungen (iiber die LanndzJalsiersche Beschwerde: 32 gegen 26, und iiber die des Lesu-Verc'ins: 80 gegen 28) der Stand der Par- teien mit ziemlicher Sicherheit zu ermrffen sein.

Italien.

Rom, 3. Aug. (21. Z.) Der Kardinal Vannicelli, Legat von Bologna, hat ein zweites Edikt in Folge der Amnestie erlassen, um den schlimmen Eindruck seines friiher erlassenen zu verwischen. Wie man sich erzählt, soll der Kardinal zu jener ersten Bekanntmachung durch einen Beamten der Staats-Kanzlei veranlaßt wurdcn sein, der, wenn sich die Sache wirklich so verbält, leicht seinen unberufenen Diensteifer mit Verlust seines Postens zahlen könnte. Im Gegensaß hierzu hat der Bischof von Gubbio, Mons. Pecci, ein Pastoralschrei- ben an seine Diözesanen erlassen, worin er mit wahrhaft christlichen Worten Alle ermahnt, Gott für den Gnadenakt, mit Welchem der heilige Vater seine Unterthanen beschenkt, zu danken und den Papst in allen seinen Vorhaben durch That und Wort zu unterstiißen. Die dies nicht thun, handeln gegen Gott und seine Gebote.

Der Kardinal Gizzi ist seit mehreren Tagen leidend, so daß er sich wenig mit den Geschäften befassen kann und die fremden Re- präsentanten bisher noch nicht hat empfangen können.

Die Römer erwarten von Tag zu Tag eine wichtige Bekannt- machung, worüber, wie die Sage geht, sie sich noch mehr als über die Amnestie zu freuen haben werden. Natürlich ist man bei dcr Ungewißheit, was diese Bekanntmachung bringen wird, sehr gespannt. Eini e sagen, der Papst werde der Stadt Rom einé Kommunal- Verfßrssung geben, Andere, er werde Abgeordnete aus allen Provin- zen znsammenbcrufen, um die nöthigen Verbesserungen des Staats mit ihnen zu berathen. Kurz, Jeder vermuthet es anders, und vielleicht wird Keiner es recht errathen.

Rom, 3. Aug. (Bresi. Ztg.) Der Papst fährt fort, seiner Gnade auch diejenigen aUSgezerchneten Gelehrter: tbeilhaftig zu machen, welche, unter dem vorigen Pontifikate ihrer politischen Gesinnungen wegen bei Seite geschoben, in der Dunkelheit und Thatlosigkeit leb- ten. Unter'ibnen ertheilte er dem Professor der griechischen Sprache an der hiesigen Universität und Mitarbeiier an Bunsen's großem

Werke über Rom, Emilio Sarti, ingleichen dem Professor Venturolli zu Bologna, bekannt durch seine klassischen Arbeiten über das Aus- trocknungs-Verfahren in den pontim'schen Sümpfen, das Ritterkreuz

des St. Gregorius-Ordens,

Seit einigen Wochen bemerkt man, daß mehrere reiche israeliti- sche Krzufleute Wgaeen-ngazine außerhalb des Ghetto etablirten was fruher unter jeder Bedingung unmöglich gewesen wäre.

Rom 4. Aug. (N. K.) Der Kön; !. eu “ck G kt Kammerherr,von- Usedom, hat heute bei der;? PL:»sieß'sLinee A:!Fittse;

Audienz gehabt.

Die grüudiiche Erörterung der Frage über die Anlage und Aus-

fiihrung der Eisenbahnen, mit Welcher Se. Heiligkeit bet

eits vor eini-

ger „Zeit eine Anzahl tüchtiger, kenntnißreichec Männer beauftragt hat, wrrd in wenigen Tagen geschlossen sein. Das Resultat derselben wird „zunächst dem Kardinal Gizzi und zuieht dem Papste vorgelegt, der alsdann seine Entscheidung dariiber ausspricht. Ob nun die Herstel- lung des einen oder anderen Theils Torlonia oder sonst Jemanden

iibertragen werden wird, ist noch gänzlich unentschieden nur von der Sache im Allgemeinen die Rede ist, kein

, da bis jest esweges aber

von drr Aufbringung der zur Ausführung nöthigen Mittel.

Eisenbahnen.

Riackersclrlesiscb - Wlärkixcbe Eisenbahn.

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2) 7.1.715611811 Zrezßu unc] Zunüau: 26,488 karsonen, Wofür eingenommen Kurze 16,072 17 6 1);83.13iU'gepäck-Uebeksraclit ................ 419 5 - 55 Kquiyngcn .............................. 395 - - 203 011“. 6:4 pte]. 12115111 .................... 52 20 - 22,152 0". 2 pst]. ['*kaclngut ............. 2,596 27 - 86 "uncle .................................. 24 5 - 7 19101116 ......................... 31 10 - sicb-Ü'rznzport ............................ 57 20 -

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Handels- und E-örsen-Uachrichten.

Berlin, heute gebessert, und der Umsas war beträchtlicher als seither.

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15. Aug. Dic Course der meisien Eisenbahnen haben sich

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