„Heißt das aber, daß diese Cnisagungen den Ausschluß jedes Bündnisses zwischen dem Hause der franiösischen und dem der spa- nischen Bourbons zur Folge haben könnte? Das wäre eine seltsame und ganz unzulässige Behauptung.“
„Diese beiden durch den Vertrag von Utrecht begründeten Zweige des Hauses Bourbon sind zu einander in der Lage europäi- scher souverainer Häuser unter sich verblieben. Sie haben auf ihre gegenseitige Erbfolge verzichtet, aber nichts hindert sie, sich zu ver- binden, wenn nur der Grundsaß der Trennung beider Kronen un- versehrt bleibt. In dem hier vorliegenden Fall nun kann man wohl sagen, daß jede Besorgnis; in dieser Hinsicht chimiirisch wäre.“
„Der Herzog von Montpensicr isi ja gegenwärtig durch nrun Prinzen, die sich des besten Wohlseins erfreuen, und deren zabiretibe Nachkommenschaft, allem Anschein nach, eine stärkere makekii'klk Sch?!- dewand als jemals zwischen den beiden Linien in Frankreich und Spa- nien bilden wird, von der eventurlien Erbfolge auf den französischen Thron geschieden.“ ,
„Zugleich ist zu bemerken, daß, wenn die Infantin Lursa Fer- dinanda durch ihre Geburt je auf den spanischen Thron käme, der Herzog von Monipensier nicht König, sondern Gemahl der Königin sein wiirde; und was die aus seiner Heirath hervorgehen- den Kinder betrifft, so werden sie ihr Recht von ihrer Mutter, nicht von ihrem Vater her haben, was zu vollständiger Erfüllung des im Jahre 1713 von Seiten des Herzogs von Orleans geleisteten Ver- zichts binreicht.“
„Man hat zwar gesagt, ein Artikel der neuen spanischen Ver- fassung uniersage dem Könige und seinem unmittelbaren Erben, sich mit einer durch das Geses von drr Thronfolge ausgeschlossenen Per- son zu vereheiichcn, und man nimmt an, daß dieser Artikrl auf den Herzog von Montpensier anwendbar sri ; aber dieses Argument isi eben so untriftig wie das erste.
„Jedermann weiß, weiches Geseiz und welche Fürsten die Ver- fassung meint, und es ist nicht möglich, die Ausschlicßung auf andere als die von diesem Geseß selbst bezeichneter: auszudehnrn; ein Ver- trag ist kein Gesey, zumal wenn es sich von einem alten und in vielen seiner Theile außer Gewohnheit gekommenen Vertrage, wie der Vertrag von Utrecht, handelt.
„Die von uns in Hinsicht des Rechts widerlegten Einwendungen sind eben so Wenig von der ihaisächlichen Seite haltbar. Seit der Theilung des Hauses Bourbon in zwei Linien, eine französische und eine spaniscke, vermittelst des Vertrages von Utrecht und seiner An- hängsrl, sind dieselbrn darum nicht minder unter sich Verbindungen eingegangen, zu denen ihre Verwandtschaft sie natürlich bcsondcrs hinleiteie, und die ganz von derselben Art waren, wie die, welche sie mit anderen souverainen Häusern eingeben konnten. Diese zablreicbrn Verbindungen sind niemals irgend einem Hinderniß oder Widerspruch begegnet und in keinem Fall als eine Verlesung der Verträge ange- sehen worden.“
„So heiraihete gleich in den ersten Jahren nach dem Vertrage von Utrecht: 1) Ludwig 1., König von Spanien, ältester Sohn Phi- lipp's U., zu Lerma am 20. Januar 1721 Louise Elisabeth vvn Orleans, Mademoiselle von Montpensier, vierte Tochtrr “drs Regen- ten, Herzogs von Orleans; 2) der Infant Don Philipp, Herzog von Parma, Sohn Philipp's Ki., b:;“rathete am “25. August 1739 Louise Elisabeth von Frankreich, älteste Tochter Ludwig's AU.; 3) der Dauphin, Sohn Lndwig's FU., hciratheie am 23. Februar 1745 Marie Fhercse Ankoinette , Infantin von Spanien, Tochter Phi- lipp's .“
„Dieses dritte Beispiel ist das beinerkensweriheste unter den dreien, indrm hier der französische Thronerbe selbst eine der Erbinnen der spanischen Krone heirathet. Und man kann nicht behaupten, die von Philipp 7. zur Veränderung drr Erbfolge verkündete pragmati- sche Sanction habe die Infantin Marie Thrrese ihrer eventuellen Rechte beraubt, denn bekanntlich ist dieses Gcseß Philipp's 7. nur zur Hälfte ein saiisches Geseß, indem es sich darauf beschränkt„ die weibliche Thronfolge erst zuzulassen, wenn keine männlichen Erben mehr vorhanden sind.“ - '
„Den vvrsiehenden Beispielen kann noch hinzugefügt werden dir Doppelheirath, welche mittelst eines am 25. Novrmbrr 1721 zu Ma- drid unterzeichneten Vertrages zwischen Ludwig 1117. rind, drr Jir- fantin von Spanien, Tochter Philipp's 17., Marie Anna Viciorié, nachher Königin von Portugal, einerskits und zwischen dem Jnfantcn“ Don Carlos, nachmals Karl lll.. und Mademoiselle vorrBeaujolais, Philippa Elisabeth von Orleans, Tochter des Regenten, Hrrzogs von Orleans, andererseits beschlossen wurde. Diese Ehen kamen, nachdem sie zwischkn beiden Höfen schon abgemacht waren, in Folge*Von Um- ständen, die mit dem Vertrag von Utrecht durchaus nichts zu schaf- fen hatten, nicht zur Vollziehung.“
„In unseren Tagen haben sich ähnliche Verbindungen erneuert. So heirathete 1) der Herzog von Orleans, jexzige König drr Fran- zosen, am 25. November 1809 Marie Amalie, Enkelin Karl's [|], und Urenkelt'n Philipp's U., die, als solche, eventuelles Anrecht an die spanische Krone hatte; 2) der Herzog von Berry, zivciier Sohn König Karl's x., heirathctc am 17. Juni 1816 Karoline Fcrdinande Louise, Tochter Franz' ]., Königs bé'1dkk Sicilicn, und in gleicher Weise von Karl 111. und Philipp ?. abstainmcnd; 8) endlich hei- rathcte der Herzog von Anmale, Sohn des,.Königs Ludwig Phi- lipp [„ am 25. November 1844 Marie Karoline Auguste, Tochter des Prinzen von Salerno, Nichte Königs Franz l., und in gleicher Weise von Karl lll. und Philipp "7. abstammend.“
„Hieraus folgt, daß zu aUen Zeiten das Blut der spanischen Bourbonen sich mit dem der französischen Bourbonen vermisibr hat, ohne daß irgend Jemand an die Klauseln des Vertrages von Utrecht erinnert hätte und ohne daß der Grurrdsaß der Trennung beider Kronen in Gefahr schien.“ '
„Alle Kinder des Königs der Franzosen stammen durch ihre Mutter, die Königin Marie Amalie, von Philipp 7. ab, und es hat Niemanden einfallen können, ihnen ihr Thronsolgerccht in Frankreich unter dem Vorwande streitig zu machen, daß sie von Seiten ihrer Mutter her ein eventuelles Anrecht an *die spanische Krone haben könnten. Es ist aber die Verzichtleisiung' König Philipp's ?. auf die franzöfische Krone fiir sich und srine'Nachkommen in denselben Auédriicken abgefaßi, wie die des Herzo s. *von Orleans aus*die spa- nische Krone, und miifzte also dieselben Zngeu haben.“ *
„Aus der Ehe Ludwig's [„ Königs von Spanirn, mit einer Prinzessin von Orleans, und aus der des Dauphin, Sohnes Lud- wig's Abk- mit einer Töchter Philipp's U. eutsprosscn keine Kinder; wären ihnen aber Kiyder geboren worden, und hätte man auf fie die unbedingte Ausschließung angewendet, welche, wie man will, die Nachkommen des Herzogs von Montpensier treffen soll, so würden jene Prinzen in Folge des doppelten Verzichts ihrer Urheber, in jeder der beiden Linien, der väterlichen und mütterlichen, gleichzeitig zur beschask jeder der beiden Kronen unbefähigt geWesen sein. Es ge- nugt, auf eme solche Schlußfoige hinzuweisen, um ihre Abgeschmackt- heit darzuthun.“ ,
„Am [„kbkey Ende haben wir uns gar nicht dariiber zu beklagen, daß man die, Einwendungen aus dem Vertrag von Utrecht hergehoit hat, der)" war s_ch[!eßen daraus, daß man sonstwo keine stichhaltiqeren und besjer begründeten aufzufinden wußte.“ *
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Die Erhebung Reschid Pascha's, eines der Urheber des Haiti- scherifs von Giilhane, zum Großwcsir wird vom Journal des Débats als ein für den Fortschritt freisinm'ger Ideen im otioma- nischen Reiche und fiir das Wohl desselben“ sehr erfreuliches Ereigniß begrüßt, als ein Beweis von den hochverzrgen und aufgeklärten Ge- sinnungen des jungen Sultans, als ein glanzendes Zeugniß für seine Anhänglicbkeit an die väterlichen Ueberlieferuugen ,und fiir seinen Willen, seine Völker aller Wohlthaten der abendländischen Civilisation theilhaftig zu machen.
Cabrera richtet in der Quotidienne ein Dankschreiben ohne Datum und Ort an Eduard Walsh, worin er diesem Pseudonymen fiir die Wärme dankt, mit der er ihn gegen die Verleumdung drr ministerielien Presse in Schuß genommen. „ Ick dächte nicht“, heißt es darin, „daß man in dem edelen Frankreich so niedrig Von einem Abwesenden schreiben wiirde. Besreie ich Spanien, dann werde ich diese Schmäher vor die Gerichte fordern. Sterbe ich,
' dann überlasse ich meine Reibifrrtigung meinen Freunden, die mich
überleben. (gez.) Cabrera.“
Ter Commerce bringt folgendes Gerücht: „Tas Mißver- gnügen Englands in drr Frage drr spanischen Heirathen dürfte sich bald durch einen Akt der Feindseligkeit kundgebén, welcher in dcn Jahrbüchern Großbritanikns nicht unerhört ist. Eine ausgezeichnete Person, die wir auf keine andere Weise bezeichnen können und Welche in diesen Tagen von London angekommen ist, versichert uns, daß in gewissen politischen Salons stark von cinem Plane Lord Palmerston's gegen die Insel Cuba die Rede sci.“ '
Capitain Lavaud isi nach Brest abgereist, um sich nach Otaherti einzuschiffen.
Es hat sick) eine Gesellschaft zur Wahrnehmung der Interessen der Arbriter in dcr Freihandcis-Frage gebildet, die in den öffent- lichen Blättern eine Vittsrhrift an den Minister drs Innern abdrucken läßt, von dem sie die Erlaubnis; zu ihrer Konstituirung nachge- niht hai. * -
s Aus Nancy wird der Selbstmord dcs Vanquirrs Cb. André ge- meldei, der in kaufmännischen Kreisen viel Aufsrhru macht; über die Veranlassung hatte man zur Zeit nur Vermuthungen.
Großbritanien und Irland.
London, “17. Okt. Wie es heißt, sollen von Kanada zwci ananterie-Regimentkr nach dem Cap der guten Hoffnung geschickt wcrden, wohin auch der neue Gouverneur, Sir Henry Pottingcr, sich in den nächsten Tagen einschiffcu wird.
Nach der Britannia ist der General Sir Benjamin d'Urban zum Gouvrrncur drr britisch-wrstindischen Inseln über und unter den Windrn ernannt worden. Graf Cathcart wird nicht nur die Civil- Verwaltung von Kanada abgeben (bekanntlich ist Graf Elgin zurn Gcncral-Gouvcrneur brrProvinz ernannt), sondern auch das Truppen- Kommando; sein Nachfolger ist jedoch noch nicht ernannt. Unter Sir Hrnry Pottinger (der nur General in ostindischen Diensten ist und daher ein unabhängiges Kommando iiber Königliche Truppen nicht führen kann) wird Sir Alexander Woodsord, wie es heißt, den Ober- befehl iiber die Truppen in der Cap-Kolonic übernehmen.
Der Stadirath von Sheffield hat gleichfalls eine Denkschrift an Lord John Russell wegen sofortiger Freigebung der Grtraide-Cinfuhr beschlossen, und es scheint, als sei die nächste Veranlassung zu dieser, wirzu der Denkschrift der Handels-Kammer von Manchester die ge- drückte Lage, in welcher die dortigen Fabrik-Disirikte sich befinden. So erklärt die Handels-Kammer von Manchester, in ihrer Denkschrift
Folgendes: „Während die Preise des Rohmaterials sieigen, nehmen
die Profite des Handels, ab und bedeutende Fabricationszweige werden mir noch mit Vrriust fortgeführt, Die Vorrätbe von Fabrikaien häufen sich an und es simd siarke Gründe für die Befürchtung vorhanden, daß, noch ehe der Winter vor- über ,ist , die Nachfrage nach Arbeit bedeutend abgenom- mrn habcn wird, Eine außerordentliche Knapphrit an Lebensmittrln ist unvermeidlich, und Wenn auch noch die Arbeit fehlt, so wird aus dieser Knappheit Hnnsirrönoth.“ Uebereinstimmend hiermit wird auch drm Standard aus Manchester geschrieben: „Man kann ohne Urbertrcibung sagen, daß der Zustand drs Handels in Lancashirk nie schlimmer war, als jrßt. Die Märkte sind flair, Vorräthe in Fiille vorhanden und der Preis drs Rohnmterials im Sicigen begriffen. Manchester sah sklte'n, wenn iiberhanpt je, einen schlechteren Markt, als gestern. Allgemein schickt man sich hier an, nur _kurze Zeit zu arbeiten. Man sprach gestern an der Börse von iiichtsAnderem, bc- soriders in den Kreisen drr siockporter Fabrikanten.“
Von Vandienrcnsland ist in diesen Tagen ein Schiff mit einer Laduirg von 2848 Säcken Weizen von ausgezeichneter Qualität in Liverpool angekommen, der vorzugsweise zur Aussaat zu guienPri'i- sen aufgekauft wurde. Es scheint, das; Weizen mit der Zeit ein be- drutcndcr .Ausfuhr-Artikrl jener sern lirgrndkn Kolonie w:“rden wird. Die Kosten' der gegrnwäriigcn Ladung waren wie folgt: der Vushrl zu 70 Psd. kosirte in Vandiemrnsland 8 Sl). Fracht, Zoll und Kom- missions-(Hebiihren betrugen rcsp. ISH. .“ Pck., 1ZPce. und6Pcr., also der Busbrl zu 70 Pfd. im Ganzen 5 Sh. 1015 Pck. Zu '.) S!). 6 Per. wurde derselbe hier verkauft, und der Einfiihrer hat so- mit' bei dem gegenwärtigen Stande des Marktes cinen Reingewinn von 60 pCt. Eine größere Konkurrenz wird die Preise und den Gewiiin wohl noch etwas ermäßigen, denn die liverpoolcr Kaufleute gehen damit um, größere Einfuhren aus der Kolonie zu bewirken.
(B. H.) Dic"„Morrring Chronicle antwortet heutr dyn pariser .minisierirllrn Blättern, Welche der hiesigen Presse drn Vor- wurf gemacht hatirn, daß sie sich blos an den todirn Buchstaben des ntrcchtrr Traktaies auiiammrrn und den Geist dieses Vertrages ganz außer Achr lassen, dcr, ihrer Vrhauptung zufolge, durch die Heirath des Herzogs von Montpcnsirr in keiner Weise verlcvt werde, wenn der Herzog auf seine Su'ccessionsrrrhie in Frankreich Vcrzichtleisie und auf diese Weise der durch drn uirrchter Vertrag verbotenen Vereini- gung drr Krbnen Spaniens [und Frankrkichs auf einem Haupte vorbeuge. Die Chronicle bcstrriiéi nun, daß diese Auffassung von dem Griffe drs ertrages die richiége sei, und sucht nachzuwrisen, daß der, utrechtcr Vertrag in seiner allgemeineren Anwendung nichts mehr und nichts weniger sei, als „ein feierliiberAki zwischcn Europa und Frankreich, des Inhalts, daß leßieres sicb verpflichte", auf alle Plänr wegen Ausübung eines“nngrbiibrlichrn Einflusser in Spanien zu verzichten 11an die völlige Unabhängigkeit dicser Monarchie anzu- erkennen.“ Dirjrr Verpflichtung aber, meint die Chronicle, werde nicht“ nachgekommen, der Griff drs utreckter Vertrags werde nicht brriick- sichtigt, wennFraukreich, mitieisieines Heiraths-Arrangemerits, einen jün- geren Zweig der französischen Königsfamilie in derWeise inMadrid eiablirr, daß"“xs der König der Franzosen sei, der, wenn auch nicht dem Namen nach, doch in der That die Herrschaft über Spanien führe. Nachdem hierauf die Chronicle die pariser Presse, welche die Whigs von 1713 mit den Whigs von 1846 als politische Parteien in eine und dieselbe Kategorie zu stellen versucht hat,“ wegen ihrer Unkenntnis; der Ver- hältnisse scharf "egeißelt hat, erklärt das ministerielle Organ am Schlusse seines rtikels, wie der Globe bekanntlich schon vor eini- gen Tagen auf das besiimmieste, daß Sir Robert Pee und Lord Aberdeen in der spanischen Heiraths-Frage durchaus derselben Ansicht seien, wie Lord Palmerston und die iibrigen Mitglieder des jeßigen
Ministeriums,
In ncwyotker Blättern, welche mit der „Cambria“ einge sind, finden wir eine Notiz aus Mazatlan vom 17. Au usi, ber folge Commodore Sloat, nachdem er Californien für die Verej' Staaten in Besih geriommen hatte, am 14. August in Moran“ gekommen war, |ck aber schon am 15ten nach Panama auf der: gemacht hatte, um nach Hause zurückzukehren. Capitain Sto" übernahm an seiner Statt den Befehl über das amerikanis schwader, und man glaubte in Mazatlan, daß derselbe im Sep Mazatlan und die iibrigen mexikanischen Häfen an der Süd" Blokadrzusiand erklären werde, wozu der Befehl von Seiten der gierung der Vereinigten Staaten schon im Juni in Mazatian „ langt sein soll, aber noch nicht zur Ausführung gebracht worden da die betreffenden Depeschen den Commodore Sloat verfehlt [)*-
Das Gerücht von dem Untergangs eines der zwischen Live und Boston fahrenden großen Passagicr-Dampfschiffe durch Feuer stätigt sich nicht; wenigstens kann, nach näherer Angabe ker]: dkls brennende Schiff, welches der Capitain des „Torrcns“ am Scptrmber gesehen hat, nicht die „Caicdonia“ gewesen sein, wie anfangs annahm, da die's Schiff am 4trn d, M. ersi von Liv abgegangen ist. Die „Hibernia“ dagegen, wélche am 19. Sept Liverpool vcrlassrn hat, ist, den Nachrichten zufolge, wclche die„g bria“ vor einigen Tagen mitgebracht hat, am 1. Oktober inH glü-Flich angekommen. Ein andere:! von den liverpooler Dampfs war aber zur Zeit nicht in See.
sch1veiz.
Kanton Zürich. Die provisorische Regierung vonG* mit Zuschrift vom 9. Oktober drm Vorort ihre Ernennung Und Uebernahme drrStaats-Vrrwaliung mir drm Ersuchen angezeigt . ihrem Bestehen auch den fremden bei der Schweiz beglaubiqm' sandtschaften Kenntnis; zu geben, damit die von der doriigeirH,“ anSgrfrrtigti-n Akten unbranstandct legalisirt rvrrden. Zugleich dcr Vorort gebeten, dem Großraths-Vcschlussc Vom 3, Okiobn' Bezug aus die Sonderbunks-Jrage, keine Folge zu geben. “
Kanton Luzern. Dcr Staais-Zeituug zufolge, in der Sitzung des Großen Rathrs vom 1:5ten d. M. vomR,“ rungs-Rathe fiir erwaricte oder unerwartete politische Bediirsrs,» bedingter Kredit verlangt.
Am !).Oktober zeichnete ein fremder Reisender, NamensM' lis aus Prcußrn, auf einem Hiigcl zu Rußwyl die Gegend ab.„ Landjäger arrrtirte ihn und fiihrte ihn in die Stadt. Dortsiy gegenwärtig (15. Oktober) 110.1), und ihm wird der Prozeß gm, „wegen argwöhnischcn Zeichnens“. .-
Kanton Waadt. Uebcr die Haltung der Rrgierungdi Kantons währrnd dcr grnfer Revolution sprach sich Herr Drury sL;?" waadtländischrn Truppen in Nyon untcr Andcrrm folgender
en aus:
„Als Kanonendonnrr an den Ufern unseres Scc'ö ertönte nndun Seelen so tief erschütterte, bereiteten sich die mit dem Volke Gruss! pathisrcndcn Waadtländer, ihm zu Hiilfe zn cilcn. Sie fiibltcn, daß Patrioirn (Heuss aus Liebe zur Schweiz einen so mutbigcn Widnß irrstetrn; sic wünschten, Mehrere verlangten sogar, daß die wandtläniis Regierung ciuschrcitr. Die Regierung des Kantons Waadt thrilie' Sympathie der Bürger; fie hätte gern einer Bevölkerung, die ihrerLi zur Schweiz wegen angegriffen wurde, ridgenbsßschen Beistand geleii Aber, Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten! es giebt Grundsäße, Pfli und Riicksrchten, welche die Regierung nicht mißkennen konnte. Zu Schweiz ist jeder Kanton souvcrain und demnach Meister, seine m.s- Angelcgenbeitcn nach Belieben zu ordnen, die anderen Kantone können &“ Unruhen in eincm Mitsinnde nur nach den Vorschriften des b- desvcrirages intervenircn. Diese aber bestimmen, daß „ck 17 Mahnung ciner Regicrnng intervcnirt werden kann. Ke/rc First?- rung, kein kompetentes Organ des genfcrschen Volkswibu» bi den Kanton Waadt um eidgenöifische Untersiüßnng gemahnt. Hines w.mdtiändische Regierung anders intervrnirt, als dies dchrmd r*orsiqnib so würden die Feinde unserer Sache, die "111“ einen Vorwand suchen, r eine allgemeine Srbilderbcbrmg und wo möglich eine fremde Intervent' zu veranlassen, niibi ermangclt haben, ihrerseits ebenfalls zu intervenii und die SchWeiz wäre in rriistc Verwickelungen gestürzt worden; eine gebemc VcrantWortlichkcit wiirde auf dem Kanton Waadt gelasteihab Es mußte sich demnach die Regierung jeder nnrcgcimäßigcn Handlung * balken und, wie fie cs gerhair hat, die Bürger, welcbe dcn insurgiw Genfern zu Hiilfe eilen wvlltcn, zurückweisen und am Uebrrschreitenir Gränzc vxrhindein. Waadt war durch den Repräsentanten dez geiiirji] Regiments stark beleidigt worden, Wir hätten diescr! Anlaß 311x210 brnnßen können. Wir haben uns aber 3:1 bcbcrrschcn gewußt urisö innerhalb der Schranken des ridgenösfischrn Rechtes grblicben.“ Ebb- lich sagte Herr “Drury, daß, wenn ]“th die Voiissachc in Genf voniigrb ciner Seitr angrgriffen werden sollte, das Waadtland, wie es im Linie! 1838 zum Schurz der Freiheit und Unabhängigkeit der ScbWeiz gtschkbkl sei, wie Ein Mann sich gegen die Angreifer erheben würde.
Kanton TIallis. Laut der Simplon-Zcitung bezeug- ten dir“"Walliscr laut ibr Bedauern, daß die Regierung vonGiij sie nicht um Hiilfe angesprochrn hatte. „In diesem Fall“, sagkki Sirnplon-Zritung, „hätten ihnrn die Verträge die ThoreSJ' vbyens geöffnet, und die Entfernung, die uns von Genf trerrni-W sehr kurz geWrsen.“ Don Wallisrrn, rve'lchc ins Waadtland hinübi gegangen, um mit den Waadiländern den Sieg des (Hrnservyiktd zu feiern, wird von drmsciben Vlatte Vrrsichcrt, das; das Wallis" Volk dies nie vergessen nirrdc. Dic Simplon-Zeitung W
schr kriegerisch.
Kanton Freiburg. Man will hier wissen, das; derbié Murtrn im Begriff sri, einen entscheidenden Schritt zu thxn-Ü ein neues Begehren um Rücktritt Von dem Sonderbunde M"“ Staaisraih gestellt werden solle, und zwar mit Ansetzung rinc51'_ mins, nach dessen Abfluß der Bezirk andere Maßregeln “It"!" Werde :c. Dies Gerücht erhält eine Bestätigung in folgt:"?!r merkuug drs Nouv. Vaud, vom 14. Oktober: „Man wkßß- große Unzufriedenheit nicht blos im Bezirk Murten, sondern [Maxi zen Welsthen Theil des Kantons Freiburg herrscht, und man MM uns, daß der StaaiSrati) zur Zeit bereits waffne und Truppen".! Jrriburg eiiibcrus'r.“ Nach der frriburger Union ist dies anibwn'. lich geschehen, indem der StaatSrath bereits am 10. Oktober ICM: pagniccn Infanterie und 1 Batterie Artillerie aufgeboten ul),d „" tige Inspection dcr ersten Landwehr, so wie weitere Vervollstanwgk, in der Organisation und Auöriistung der Landwehr szitkr Klass“ geordnet hat.
Fiirstenthum Neuenburg. Die Eidgenöss'schksk'z bcrichtigt ihre nculiche Mittheilung, daß sich der Gouvernezli " Fürstentbnms, der Königlich preußische General der Infanterie“? Pfuel, nach Genf begeben habe (s. Allg. Preuß. Ztg. Nr.- bk" es war derselbe auf einer Reise nach Italien begriffen und “.“-ck- erst in Mailand die Katastrophe von Genf, worauf er, siatt zur zukebren, unverzüglich nach Berlin eilte.
Kanton Basel. Die in Basel erscheinende Schw“,'3d'i:['„ sche National-Zeitung, das Organ der liberalen Parteleigt Stadt, enthält in ihrem Blatte vom 17. Oktober eine „)erWaUÖ Erklärung, in Welcher sie Verkündet, daß die geufer Ereign'ss“
,;egünstigen
'- lebhafte Aufregung beryorgxrufen, und daß die Bürger Ba- “sähe"; wie es an der Zeit set, daß auch die Regierung dieses :* den bisher betretrnrn Weg in eidgenössischen Fragen verlasse, der jesumschen Umtriebe ausgehe und sich, ihrer gemäß, aufrichtig den Bestrebungen der freisinnigen Kan- "échiicße. Die liberale Pariet Basels habe in dieser Bezie- asnchon lange ihre Absichten öffentlich und auf dem Wege der dem Großen-Rathe dargelegt, allein dieser hgbe, jenern „, entgegen, mit Auönqhme weniger achtbarer Strmmcn, ber- *es gut geheißrn, was rn der Jnsiruciion enthalten, und das .ellk, geWerbrerkbé B*Jskl sei in dem Heerlager der nltramorr- anione geblklbkn- Enz großer Theil der Bürger Baskls wäre er unzufriedeuwmd sahe ein, daß es an der Zeit sei, von iibkk befolgtcn Richtung, die sie der “ganzen liberalen Schweiz mehl entfremdtßabzugcben uyd..dre,Sympaihieen fiir die „händler aufzugeberr. Manchrrlm Gerüchte seien hierüer seit Tagen in Basel 1n11nrlauf _qefseht. und die Liberalrn aller en hielten es daher für ihre Pflicht, in einem solchen Momente „sammenzuhalien nnd fret und ehrlich, darzuihun, was ihre *", Bestrebungen gewesen und noch seien. Diesclbcn wollten, ck in eidgenösiischkn “Dingen der Kantoir Basel dahin aussprechr: ( Ausbebung des Sonderbundes. als rmt der BundeE-Verfassung iderspkuche und unverträglich; 2) fiir Arrsrveisung der Jesuiten, er Linie aus Luzern, als Vorort, und in zweiter aus der Schweiz; 3) fiir Annäherung und Aussöhnung mit den en Kantonen, wodurch Basel allein wieder in die ihm «nde cinflußreiche Stellung kommen werde. Dann folgen noch Wimsche in karitonaler-Hinsicht in Bezug auf Erwriterung Uahlklchks :c. Dre National-Zeitung fiigt hinzu, „daß z„ der größte Theil von Basels Bevölkerung rvcrde diesen „, “thrilen; sie worde rs für ihre Pflicht halten, Alles anzuwen- was auf gesrylichem Wege zur Erreichung dieses Zieles fiihren und gebe sich dabei gern der Hoffnung hin, die Männer an * Regikrung, wclche bisher ausschließlich unser politisches Sy- eleitci, würden die Unhaltbarkeit ihrer nunmehrigen Stellung en und, wenn sie cs, ihren persönlichen Ansichten nach, mit ii)- haraktrr und ihrer Ehre unvereinbar finden sollten, den vorge- „Wünschen Rechnung zu tragen, eher zurücktreicn, als unsere siadt in eine bedauernswerihe Lage zu bringen ic.“ _ Zn ri- weiteren Artikel sagt dieselbe Zeitung, die Angriffe auf die jqe Politik der Regierung häuften sich nach dem Strich der "Regierung von allen Seiten; man hoffe daher, daß sie der .unqiu Basel selbst ein willigrrcs Gehör schruken w'rrde, als dies in "vielen Dingrn geschehen sri, und daß man dre Sache nicht eußersien werde kommen lassen.
*;anton Zug. Auf den Antrag drs Vicr-Präsidentcn ?in- it von Baar wurde nach zirmlich lebhafter Diskussion, in rvrl- uf die Revolution in Genf als auf ein die icbweizrrisihc Eid.- enschaft in ihren Grundfesten erschütterndes Creignrß hingewir- orden war, die Aufstellung einer Rrgicrungö-Kommission voii tglirdern mit den ausgrdebnirn Vollmaibtrn, wie sie seiner Zeit „tanres-Kommiision rrthrilt Wordrn ivarrn, brsiblosscn. Hirr- verwabrte sich Herr Kanton-Richtrr „Kaiser zu Protokoll,
Italien.
)*om, 10. Okt. (21. Z.) Das (gestern erwähnte) Umlauf- en an die Legaten und Delegaten der Provinzen lautet sol- maßen: Die Arußerungen festlicher Freude, durch Welche die Einwohner irahkiixiaaks unseres Allergnädigstcn Jiirsien Piuö' ])(. (Erhohung en Thron und fein öffentliches Handeln seith'rr feierten, find ugende Beweise von der Höhe des über so glückliche Ereignisse *egrisicrnden Zubels. Die Freude, welche mit dem Volke sein *anpt und dessen Regierung theilrtr, hat den Hohenprirstrr riib- bewegt. Sein Griff indessen, nur darauf bedacht, das wahre seiner Unterthancn eigrncr Verherrlichung vorzuziehen, bciriibt etwa:» bei der Erwägung, das; jene Feste durch frriw*llige Zusammenschüsse Veranstaltet wurdcn. Er kann nicht zugeben, eine Untertbancn seiner Person wrgrn durch nicht unbrdrutcnde *ben belästigt werden. Zudem sieht er mit Schmerz, daß virlc massen, solchem Cnthusiaönrus sich hingcbcnd, ihre häuslichen "stigungen verabsäumen, welche ihnen in den verschiedenen ibätigkeitru ihren Lebensunterhalt gcwährrn. Sein väterlichrs trauert auf diese Weise doppelt über diesen zwicfachrn Verlust, 'nTheil seiner vielgeliebten Untertbanen erlkidct. Er will da- uödcn dargelegten Griinden, daß diese koftspielégrn Festliibkei- ufbören und Zeder seiner gewohnten Berufsthätigkeitsich wieder de, rubig den Auögang der die Regierung fiir das Beste der; iibribäftigenden Bcrathungkn erwartrnd. Ew. rc. wollen in- 'Sorge iragen, daß diese Absichten des heiligen Vaters zu [icherKi-nntniß kommen, vorzüglich bei der Gelegenheit, wo *on-drn Grmrinde-Vehörden und anderen um Erstattung ncurr **iriikn und Wanderziige großrr Volksbaufen von einem Ort anderen ersucht Werden. Wären hirr und da bereits Geld- [Zugrn fiir eine ähnliche Frier vorgenommen und wäre es "WLW- die Beiträge den Einzelnen zuriickzurrsiaiten, so könn- kiu Ruß und Frommen der Armen für den Winter mittelst “ck“ Arbeit am schönsten Verwendet werdcn, Se. Heiligkeit Herr wird dann dopprlt erfreut werden, theils durch die Be- g,ü[l' seiner Wünsche scitrus dcr Untcrihanen, theils weil er Wird, das; das eine Hülfe der drückendrn Armuih wiirde, was krbrrrlichmig sriires Namrnö in einer Weise bereitet worden, IlaPcnder vielleicht, aber ihm nicht so werthvoil und thruer tnwxnx, als ihm die Segnungen drr Herzen sind. Zhrrr die's- "Erwiedcrungen grwärtig u. s. w. Rom, den 8, Okwber 1840. atdmal:Staats-Srcretair Gizzi.“ T n r ir c 1. pid“'Uli-Mus, “.?-1. Sept. Dem Seriaskrr Namik Pasrba isi ""staniinopel die Weisung zugrgangcn, in (Hrnräs;l)eit drs bier- vokgklxgtrn Pianrs, die Ansicdelnngrn drr zwci volkreiihen Ve- :Skamme Vuld-Alr und Rualla (wclche durch ihre in dieser "3 IPM, eirmndrr häufig vorgefailcncn blutigen Gefechte srit ' ""chk'gk Wake") Weit aus einander zu verlegen, damit die HWR), zu Writercn Anfeindungen anfbörcir. Dcr rrsicrr, nedr' Ulisllbt'urrg „bes Hriths I)ioharnrd-Dul)iö, soll nach dem dax'ests Paschaliks, nämlich nach den veriassenrn Gegenden vbn Sch“ [HNW „rt. s. w., drr andere aber, wrichrrdem Scherkh PrataJ-n anhängt, nach den nordwestlichen, an die Wüste von dgkanzeixden Ebenen gewiesen werden. Es fragt sich iibri- a 'eSkanxme die Mittcl und den Willen habrn werden, die- " IU Verwirklichen.
Eisenbahnen.
ÉYTÜÖ- 18. Okt, Sei!“ der Beirieb der Nordbahn begon- es P"„kkSiarid der Aciien derselben gewissermaßen dchrgula- 'sks aller anderen französischen Eisenbahn-Papiere gewor-
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den. Diese ibeilen jeden giinstigen oder ungünstigen Wechse1 im Course der Nordbahn-Aciren. Es ist daher von besonderem Jnieresse, die“ Lage des großen Uniernehmens der Nordbahn und die Art des Dienst- betriebes auf derselben genau zu kennen. Der Diensibetrieb für die Personensahrten hat bekanntlich am 21, Juni begonnen. Bis zum 1. September konnte die Gesellschaft auf der bedeutenden Strecke von Amiens an bis zur belgischen Gränze nur über ein einfaches Geleise verfügen; auch war ihr noch nicht das für den vollstän- digen “Dienst zureichende Material geliefert worden, und darin schon liegt der natürliche Grund , daß die Frequenz und also der Ertrag noch nicht vollkommrn sich entwickeln konnten. Erst Vom 1. September an konnten die Fahrten regelmäßig auf doppel- tem Geleise gemmht werden und wnrden dic Stationen in der Nähe von Paris, die regelmäßigen Verbindungen mit ihnen eröffnet. Jibk
.gcbt der Dienst der Personrnfahrten anf dcr arrögcdel)ntcn Linie,
Wozu ein äußerst zabircichrö Personal ' erst gebildet werden mußte, mir Voller Rrgelmäßigkcit von statten. Ick habe schon erwähnt, daß die Verzögerung in der Ankunft dcr englischen Briefpost zn Pa- ris nicht Schuld der Nordbahn isi. Dirselbr batte oft drei Stunden lang und dariiber die Ankunft drs Wagenzugö von Briissrl zu Amiens erwarten müssen. Der genaue S1chvcrhalt war folgender: Auf das Verlangen der Postverwaltung war ihr von drr Direction der Nordbahn vom 1. August an ein brsondererZug für den Trans- port der englischen Briefpost von Paris nach Amiens und von Amiens nail) Paris bewilligt worden. Dieser Zug ging unmittelbar nach Ankunft der Briefpost von Amiens ab und traf zwischen vier und fünf Uhr Morgens zu Paris ein. Auf Veranlassung drr Post-Ver- waltung wurde dieser besondere Zug vom 1. September an, als der Nachtdirnsi zwischen Brüssel und Paris begann, eingestellt. Von die- sem Augenblick an mußte die englische Briefpost zu Amiens die An- kunft des von Brüssel kommenden Zuges abwarten und batte also mit zu leiden unter allen Verzögerungen, welche aus der Unregel- mäßigkeit dcs Dienstrs auf den belgischer: Eisenbahnen von Brüssel bis zur französischen Gränzc entstehen,“ woiu noch der Aufenthalt kam, den die Durchsuchung an der ZoU-Linic verursachte, wclche manchmal eine Stunde und srlbst anderthalb Stunden in Anspruch nimmt. Dieser leßtere Urbelsiand hätte vermieden werden können, wvrmdie Posi-Verwaltung mitderZoll-Vcrwnltung sich dahin verständigt hätte", daß die besonderen Züge der Durchsuckxung ins Einzelne an der Gränze überhoben worden wären, was möglich gewesen wäre, hätte man sie von Zollaufsrhkrn begleiten lassc'n, welche die vorgeschriebene Durchsuchung an den verschiedenen Anhaltspunktrn vornehmen konn- ten. Da nun vorzüglich von Seiten des Handcisstandcs von allen Seiten Klagen einliefen, daß er seine Briefe aus England nicht mehr sogleick,» am Morgen, sondern erst im Laufe des Tages empfange, so sah sich die PosßVerwaltung veranlaßi, vom 15. Oktober den Ertra- Zug Von Amiens wieder ins Leben trctiu zu lassen. Dies ist ge- fchehen, und in dieser Hinsicht ist also wirklich auf die Klagen des Publikums Abhiilse erfolgt, denn die englischen Journale und Briefe treffen cht wieder wie friiher des Morgens an ihrer Bestimmung ein. Aber die verspätete Ankunft drr ganzen Korrespondenz aus Belgien, Holland und Norddeuischland daurrt fort, und es wäre sehr dringend zu Wü11sck1*11, daß die friihere Vertheilung derselbrn gleichfalls möglich gemacht würde durch Maßregeln, die von Skiken der französischen Post-Verwaltung soWobl im Einverständniffe mit der belgischen Rrgierung, als mit der französischen Zoll-Verwaiiung ge- troffen werden müßten. Man hat in der That die neuerliche AnWe- senheit des Herrn Mazui, General-Tirekiors der belgischen Eisenbah- nen, hier bennßt, um einige Verbesserungen und namentlich Beseiti- gung des Uebelstandes zu erlangen, daß die Postziige bisher an allen Zwischenstationen in Vllgékn anhirlieu. Cs blirbe also noch die Ver- ständigung mit der französischen Zoll-Vrrwaliung iibrig, aber da ist zu fürchten, daß man größere Schwierigkeiirn machen wird. Einige Tage nach dcr drfinitiVen Organisation der Pcrsonenfabrten auf der Nordbahn zu Anfang Srptcmbrrs hat die Grfrllsrhast auf die dringenden Bitten drs Handelssiandrs der großen Städte des Nord-Dcpariements auch den Dienst der Waarrn-Transporte, selbst mit den beschränkten Mitteln, die ihr dafiir nur zu Gebote standen, beginnen lassen. Da ihr die Maschinrn, wclche fiir diesen Dienst be- stimmt sind, von drn Maschinenbauer" und namrnilich von Herrn Schneider von Creuzot noch nicht abgeliefert waren, obgleich dies Vertragsmäßig schon vor mehreren Moimtrn hätte geschehen sollen, so ließ sie cinsiwrilrn einigk der fiir dir Prrsonrnfahrtcn bestimmten Lo- komotiven für einige Ertra-Waaren-Transporte vrrwmrden und mie- theie namentlich Plattformen, welche die gcwöhnlichrn Fubrwagen Vollständig beladen aufnehmen. Da die Ablieferung jener besagten Maschinen noch immer nicht erfolgt ist, so kmmtcndic Waaren-Trans- porte bis jrizt nur sehr beschränkt bleibrn und Werden ihre Volle Aus- dehnung erst rrh-altcn, wenn die Gesellschaft im Bcsiye des nötbigen Material.? an Waggons und vorzüglich anMaschincn sein wird. Allem Anschein nach, wird die (Heselisihaft das Einschreiten der Grrichte in Anspruch nehmen müssen, um von drn Eigenthümrrn der 9)1.*.schinrnbau- Wcrkstätten vb" Crruzot Erfüllung der einge- gangenen Vcrbiudlichkeiten zu criangen. Bis dahin ist aber immerhin der Dienst der Waaren-Trarröporie anf drr Nordbahn gehemmt und gewissrrmaßen unmöglich. Die Tarife für dieselben sind Vollständig ausgearbeitet und werden bald zur Orffrntlichkeii kommen, Ich kann anen aber jryt schon sagen, das; die' von der Gesellschaft gemachten ?lxisäße durchaus dem Handel und Verkehr schr giinstig sind. Die vorziigliihsicn Artikel, Welche daraus Vortheil zichcn werdrn, sind die Orte, Rohzucker und andere Erzeugnisse des Nordens, drsglricben die Wein?, Hiiisrnfrüchtr, Mel)! und (Hrtraidc allrr Art, und dicse Vr- giinstigungen verdirnen um so mehr grrrchte Anrrkrntiung unter den grgrnwärtigcn Umständen, wo von anderen Seiten, namcntlt'ch von drr Rhone her, iibrr die Vrrtheucrung drr Transporte des Gctraidro aus Marseille ins Jnnrre auf diesem Flusse, vermittelst der Dampf- schiffe, häufige Klagen ertönen.
Zn drr leisten Woche hat trotz der Unbollsiändigkcii dcs Dirn- strs auf der Nordbahn die Einnahme dcrsrlbrn gegrn die bridrn vo- rigen Wochen um ciwa 20,000 “Jr. zugenommen. Die Vaissirrs abcr beitreten den Umstand, das; dirsrlbcn nicht nock) virl höbrr gr- stirgen sind, aus, um den mit drr Sachlage nicht Vrrtrauten Br- sorgnisse- iibcr die Eriragsfähigkcit selbst rinzuflöszen, und so gelang cs ihnkit, die Actirn zu driickrn, woruntsr dann auch die aller aridrrrn Vzbnen litten. Auch die Rrvolution in Genf hat dazu miigrwirki. Zahlreiche große Kapitalisirn dort hatten siarkrPariiri-n französischrr Eisenbahnpupirre. Mehrere von ibnrn, gcnöthigi, ihr Vaterland zu verlassen, gaben cine Wrisung hierher, dirselbrn zu verkaufen. Außerdem hatte ein Bauquicr an seine Klienten beträchtliche Sum- men aus Eisenbahnpapierc geliehen. Als Letztere nun durch die voror- wähntenlirsachcn aufden Stand zurückgingen, dcn er als Griinzc der Deckung bezeichnet battr, nöihigte er seine Klienten, dicse Papiere zu verkaufen, um ihm sein dargclicbenes Geld zurückzuzahlen, und so Wurden denn durch alle diese Ursachen zusammen in den Ta en vom “Wien bis16ien an Nordbahn-Actien allein für mehrere illiourn auf den Markt geworfen, und da auch noch die Liquidation des bal- ben Monats dazu kam, so konnte das Sinken der Acticn nicht aus- bleiben. Schon gestern iibrigens zeigte sich an der Börse, daß der Wendepunkt eingetreten isi. Die Course der Eisenbahu-Papiere be- haupteten "sich wieder" fester, und virle stiegen sogar wieder nicht un-
merklich. Die französische Renke baiie inmiiien des Falles der Eisen- babn-Actien und der besorglicherr Gerüchte aller Art, die man aus- gesprengt hatte, einen ziemlich fesien Stand behauptet.
Handels- und Börsen- Uachrichten.
Berlin! 21. Okt. Die Course haben sich heute etwas besser eskal- tri. Das Geychäft war sehr beschränkt und geivann nur im Lauä: der Börse durch mehrseitige Kündigungen einiges Leben. Uerliuek ]!ökze.
[)en 22. oktober 1846.
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Mcteorologische Beobachtungen.
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“l'nZoxmittU: 333,05,“ ['r-r.. . 9,5 11. . . 7,2" 11. . . 83 pkt. K".
Königliche Schauspirle.
Freitag, 23. Okt. Jm Opernhause. 120|e Abonnements- Vorsieliung: Die Musketiere der Königin, Oper in 3 Abth. Musik von J. Halevr). Anfang halb 7 Uhr.
Zu dieser Vorsicllung werden BiUets zu den nachstehenden ge- wöhnlichen Opernhaus-Preisen verkauft:
, Cin Billet in den Logen des Prosceniums 1 Rthlr. 10 Sat.; rin Billet in drn Logen des ersten Ranges, zum ersten Balkon “und zur Tribüne 1 MW.; ein Billet im Parquei und im zweiten Range 20 Sgr.; ein Billet in den Logen und im Balkon des dritten Ran- ges, so wie im Parterre, 15 Sgr.; ein Billet im Amphitheater ?? Sgr.; rin Biller in der Fremden-Loge “.? Rthlt.
. Jm Schauspielhause: 1.3 premrdrß repréxßntotim] 116; (38116- rröxr, 0a: 1.3 .].1|0u§ie [)ntkrneikc', x'anclex'ine nouyoau kn 1 zen“, (111 1116511? (in (;)-"111356, 931“ dir. Scriba. _ 313119, ou: “1'1'01'5 6510411105, (*011jéi118 (311 3 31105, pat" Mr. 11116610t.
“Das Abonnement zu den französischer: Theater-Vorftelltmgen be- ginnt am 1. November und zwar zu folgenden Preisen:
Parqnei und Parquct-Logen 13 Sgr. 4 Pf., erster Rang Lo- gen und Balkon 20 Sgr., zweiter Rang Logen, Balkon und Par- terre 10 Sgr.
Schriftliche Meldungen dazu werden bis zum “28. Oktober im Büreau der Königlichen General-Jntendaniur, Cbariotien - Straße Nr. 55, angenommen.
chntivortlicher Redactenr l)r. J. W. Zinirisen.
Irn Srlbßvcrlagc dcr Erpcdition.
Gedruckt in dcr Deikersrhcn Gebeimcn Obcr-Hcfbmbdruckerrt
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