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Es ist ein Kaiserlicher Befehl "ergangen", daß in dem zweiten Admiralitäto-Stadttheil von St. Petersburg von jetzt ab keine höl- zerne Gebäude mehr gebaut werden dürfen.
In (Henna ist vor kurzem der Graf Ignaz Sobolewski, der von 1815 bis 1822 den Posten eines Minister - Staats - Secretairs des Königreichs Polen bekleidete und später, von 1824 bis 1830, Justiz- Minifter war, dann aber feines angegriffenen Gesundheitszußandts wegen beurlaubt wurde und seit zehn Jahren in Italien lebte, im 76sten Jahre seines Alters gestorben.
Frankreich.
' Paris, 11. Nov. Folgendes sind die schon früher angkkün- digien, nun im Moniteur publizirten Veränderungen in Frankreichs Grsandtschaften: Baron von Bois le Comte, bisher Gesandter in den Niederlanden, geht als Botschafter nach der Schweiz an die Stelle des Grafen von Poniois, der auf seinen Wunsch von dieser Junction entbunden und in Anerkennung seiner dreißigjährigen Dienst- leißungen zum Pair befördert ist. Der bisherige Gesandte am säch- fischen Hose, Baron von Busfierre, wird nach dem Haag verseßt, und an seine Stelle tritt der Marquis von Cyragues, biSher Gesandter in Baden, wo Baron von Langsdorff sein Nachfolger wird, an dessen Stelle wieder Herr His de Butenval, erster Gesaridtschasts-Secretair m „Konstantinopel, zum Gesandten in Brasilien ernannt worden. Endlich erseyt Herr von la Rosiere den Baron Alleye de Cyprey als Gesandter bei der Republik Mexiko.
Herr von Bacourt, französischer Gesandter bei den Vereinigten Staaten, ist über England aus Washington hier eingetroffen. Ob- Wohl es hier heißt, daß die Reise keinen politischen Zweck habe und Herr von Vacourt nur seiner Gesundheit halber nach Frankreich komme, so wollen Andere doch glauben, daß er eigens hierher berufen worden, um, nach dem Brache des herz!ichen Einverständnisses mit England und der dadurch nun ganz veränderten Stellung Frankreichs zu Nord-Amerika, neue Instructionen zu erhalten.
Heute meldet auch der Moniteur: „Gestern, den10ten, wurde „Se.. Excellenz der Marquis von Normanby, Botschafter Ihrer Ma- ;xsiät der Königin von Großbritanien, im Palask der Tuilerieen nach einander von Ihren K?" _iglichen Hoheiten dem Prinzen von Ioinville und von dem Herzog„ d der Herzogin von Montpensier empfangen, denen er noch nicht vo ' lxllt war.“
Herr Guizot hatfe rgestern eine lange Unterredung mit Lord Normanby rücksichtlich der lehren Note in Betreff der Montpensier- Ychetdt Heiratb. Ein außerordentlicher Courier ging demnächst nach
on on.
Der englische Botschafter, Marquis von Normanby, hat am 6. November seine Salons geöffnet. Man bemerkte unter den Perso- nen, „welche „sich eingefunden hatten, viele Deputirte und Mitglieder des diplomatischen Corps; Herr Thiers unterhielt sich lange mit dem edlen Lord.
Die Quotidienne hat es übernommen, dér Folgerung der Presse,_ wonach die Audienz der MMlieder des diplomatischen Corps bxtm Herzog und der Herzogin von ontpensier als Zustimmung ihrer Höfe zu den Anfichten Frankreichs über den Utrechter Vertrag nnd seine Folgen anzusehen wäre, zu widersprechen. „Die nordischen Mächte“, bemerkt dieses Blatt, „haben stets am Utrechter Vertrag und rm der pragmatischen Sanction Pbilipp's 7. festgehalten. Ihnen rsi dre Infantin nur eine bourbonische Prinzessin ohne Erb- rechir auf Spanien und die Heiratb nur ein Familien-Er- eignrß, das ihre Politik nicht berührt. Die Kinder aus dieser Ehe sind für sie französische Prinzen, Enkel Ludwig Philipp's, wie die der Herzoge von Nemours und Anmale, und treten gar nicht in die Reihe der Erben des spanischen Thrones ein. Daher konnten die Gesandirn der nordischen Mächte bei dem Empfange am 7. Novem- ber sehr wohl erscheinen, ohne daß dadurch im geringsten ein Schluß zu Gunsien der Politik des Herrn Guizot gerechtfertigt wäre.“ Die Semaine behauptet, der König der Belgier habe sich bei seinem jüngsten Aufenthalt in Paris offen dahin ausgesprochen, daß auch er die Bestimmungen des utrechter Vertra es als gegen die Monipkn- sier-Heirath sprechend betrachte. Ieden alls sei er nicht geneigt, die Vermittelung zwischen Frankreich und England zu übernehmen. Auch der Esprit public versichert, König Leopold theile die englische Ansicht über die spanische Frage.
Den neuesten Nachrichten aus Algier vom 5ten d. zufolge, hatte man nichts weiter erfahren“, was das Gerücht von einer neuen Be- wegung Abd el Kader's bestätigt hatte. Der Emir soll Marokko nicht verlassen haben, und es heißt auch, daß selbst Vu Masa alle Verbindungen mit ihm abgebrochen. Die Ebene von Metidscha hatte durch Austreten des Flusses Arrasch sehr gelitten; der niedere Theil derselben war ganz überschwemmt; es waren, so viel man bis jeßt Wußte, 23 Menschen dabei ums Leben gekommen und viele Häuser und Bauten zerstört worden. Gleichzeitig hatte man Erdsiöße in Algier verspürt.
Die Subscription beim Journal des Débats zum Besten der durch die Ueberschwemmung beschädigten Departements betrug gestern 176,865 Fr.; von dem Generalstabe der Nationalgarde der Seine sind 36,747 Jr. als Ertrag der Sammlung in den Reihen der Nationalgarden bereits abgeliefert worden. Das ernannte Cen- tral-Hülfscomité, bei welchem alle Unterstiivungen zusammenfließen und weiter vertbeilt werden, hat bereits 180,000 Fr. in gleichen Theilen an die Präfekten der Departements abgeschickt, welche gelit- ten haben; “außerdem sind vom Präfekten der Seine Bekleidungs- stücke für 1000 Erwachsene und 500 Kinder abgesandt und von den Messagerieen wie von den Eisenbahnen überall frei befärdertworden. Erst jeßt wird die Sahreckensnachricht von dem gänzlichen Untergange des Städtchens St.-Firmin widerrufen. Der ganze Ort war jeroch überschwemmt und in größter Gefahr.
In der Wohnung des verstorbenen Marschall Vourmont sind alle Papiere auf Befehl des General-Prokurators zu Angers verfic- gelt worden“, die Söhne haben dagegen protestiri, weil der Marschall nicht mehr in Staatsdiensten gestanden; die Entscheidung in der Sache sieht noch bevor.
Bei dem vorgrsirigen Begräbnisse des Admirals Duperré im Invaliden-Dome war diese Kirche im Innern ganz schwarz behan- gen. An der Gallerie hingen Schilde mit Inschriften, wie: „Flotille von Boulogne 1804“, „Gefecht der SirT-ne 1808, Treffen der Vel- lona 1809-1810“, „Cadiz 1823“, „Algier 1830“, Welche an Haupt- Waffenthatcn des Verblicbenen erinnerten. Darunter waren Wappen und Namenszüge des Admirals angebracht. Die Bänder dos Leichen- tuchs wurden vom Marine-Minister, dem Herzog von Decazes, als Groß-Referendar der Pairs-Kammer, vom Marschall Molitor und Herrn Sauzct, Präsidenten der Deputirien-Kammer, getragen. Der Erzbischof von Paris assistirte, und während der Feierlichkeit hielten vier Königliche Wagm im Hofe des Invalidenhauses. Zwölf Ba- tarßlone Infanterie, vier Escadrons Reiterei und eine Batterie Artil- ler'zteuwaren in Linie auf der Esplanade und dem Quai d'Orsay aus- ge e .
Das Journal de la Somme hat einen Brief aus London erhalten, der die Nachricht bringt, daß Prinz Louis Napoleon sich "111 dkk re1chen__ Miß Couts-Burdett verheirathe. Gali'gnani's Messengewhalt es kaum der Mühe werth, diese Nachricht für eine Fabel zu erklaren.
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Die Korrespondenten des Ivrrnnal des Débais scheinen täglich weniger einen allgemeinen Krieg in der Schweiz zu besorgen. So wird diesem Blaitj aus Zürich rom „2. November geschrieben: „Der Siebener-Bund 1| eigentiich kj" Nzchts; er ist keine ßchtbare handgreifliche That. qute man ihn sur ansgeld'st erklären. sehr gut; aber wo wollte man ihn ergreifen? Er isi ein Gedankendin ein Vertrag, so zu sagen mit sympatbettscher Dink: geschrieben, de? sen Buchstaben nur sichtbar werden, wenn man sie den Flammen nähert.“ Der Korrespondent kömmt endlich zu dem Schluß, daß kein Krieg zu fürchten sei. In der Schweiz wie überall entwickelten sich die Dinge langsam. Zuleßt wird noch die Abberufung des Grafen Pontois bedauert, der fich in der Eidgenossenschast sehr beliebt zu machen gcnmßt habe.
Die Verficherung der Presse, als beabsichtige die Regierung mittelst einkr Anleihe den bedrängten Eisrnbabn-Actionairen zu Hiilfe zu kommen, findet wenig Glauben, und von mehreren Seiten wird ihr durchaus widersprochen. Der Fall der Eisenbahn-Actét'n an der Börse wird iriäbesondere den jetzt ergangenen Einzahlungé-Forderun- gen zugeschrieben. Auch fiir das kommende Jahr sollen schon für einige andere Gesellschaften die Einzahlungen festgestellt sein; für die Paris- Straßburger Bahn soll die Einzahlung im März, für die Paris- Nantes Bahn im April oder Mai und für die von Orleans nach Bordeaux im September vor fich gehen; nach einer ungefähren Ue- bersicht würden die Einzahlungen der französischen Bahnen im näch- sten Jahre 135 Millionen Fr. betragen.
Die Democratie pacifique meldet nach einem Briefe aus Havre, daß es zu Ende August d. I. auf der Insel Mauritius zu einem ernsten Zerwiirfnisse zwischen dem dortigen französischen Kon- sul und dem die britische Schiffsskaiion kommandirenden englischen Admirale gekommen sei. Die englischen See-Offiziere gaben dem französischenKonsul ein großes Bankett; als der Taq desselben heran- kam, verbot der Admiral seinen Offizieren, den Konsul zu empfangen, weil er ihm (dem Admiral) nicht seine Aufwartung gemacht habe. Der Konsul dagegen batte geglaubt, daß der Admiral als neu ange- kommen den ersten Höflichkeitsbesuch hätte abstatten müssen. Dieskr Zwist hatte zuleßt einen so ernsten Charakter angenommen, daß er vor den Gouverneur der Insel gebracht wurde, der bis jeßt verge- bens eine gütliche Arrogleithung herbeizuführen gesucht.
Zwei Beamte der Eisenbahn von Versailles, linkes Ufer, sind wegen Unterschleife und Entwendungen verhaftet worden; sie haben 80,000 Fr., welche sie nach ihrem Geständnisse der Verwaltung ent- chdkt, zurückgegeben.
Lamartine bat die Geschichte der Girondisten, wie er erklärt, fast beendet. Er hat seinen Freunden Stellen daraus vorgelesen. In einigen Monaten soll sie bereits erscheinen.
Während der Abwesenheit des Grafen Rossi, französischen Bo!- schafters in Rom, hat der erste Legations-Secretair, Albert von Brvglie, die dortigen Gesandtschafts-Geschäfte besorgt.
Graf Appony, der österreichisckre Botschafter, welcher auf Urlaub abwesend isi, wird zwischen dem “15. und 20. November hier zurück- erwartet.
Der Siécle erklärt, daß die Zusammenkunft, welche kiirzlich zwölf Bischöfe in St. Germain hatten, nur die Untersuchung der Vergehen eines religiösen Hauses zum Zweck gehabt habe.
In Marscikle sind neuerdings 54 Schiffe mit 184,000 Hektoliter Getraide eingelaufen.
Großbritanien und Irland.
London, 10. Nov. Gestern ward in Windsor der siin ie Geburtstag des Prinzen von Wales fesrlich begangen. Ihre Ma stäi die Königin inspizirte des Morgens in Begleitung ihres Gemahls und ihrer Kinder die Truppen der Garnison und hieltMittags große Tafel im Sckloß. Es waren anwesend die Herzogin von Kent und die Herzogin von Cambridge, der Erbgroßherzog und die Ergroßher- zogin von Mrcklenburg-Strklixz, Primessin Marik und Prinz Fried- rich Von Hessen, Prinz Eduard von Sachsen-Weimar, Fürst Löwen- stein Wertheim, der neue Secretair der preußischen Gesandtschaft, der preußische Gesandte Herr Bunsen und andere Notabilitäten.
Gestern trat der neuerwählte Lord-Mayor von London, Sir George Carroll, sein Amt an, An der feierlichen Prozession von Guildhall nach Westminsier und zurück nahmen die fremden Gesand- ten, die Minister, die Ober-Richter und andere Personen 'von Ansehen Theil, welche auch Abends zu dem üblichen großen Vankctt gela- den wurden. Es wurden dabei die hergebrachtcu Toaste ausgebracht und Reden gehalten; der neue Lord-Mayor nahm Veranlassung, auf das Zusammentreffen des Geburtstages des Prinzen von Wales mit dem Lord-Mayorsmg (den 9. November) aufmerksam zu machen und daraus einen Anspruch des Prinzen auf die besondere Liebe der Bür- ger von London herzuleiten. Auf dkn Toast für die Minister ant- wortete Lord Iohn Russell, auf den für das Haus der Lords der Marquis Von Landsdowne, auf den für die fremden Gesandten der türkische Botschaficr.
Die Whigblätter und die Times ergehen sich heute in heftigen Angriffen gegen Lord Vrougham, der gegenwärtig in Paris weilt und in Folge der unterlassenen Begliickwünschung des Herzogs und der Herzogin von Montpensier von Seiten des englischen Botschaf- ters Lord Normanby einen Brief an Ludwig geschrieben haben soll, worin er dem Könige zu der Vermählung des Herzogs von Moni- pensier Glück wünscht. Man beschuldigt den Lord, daß er von dem französischen Hof sich habe gewinnen lassen, im englischen Oberhause der frairzösischen Heirath das Wort zu führen nndmit an dem Sturze Lord Palmerßon'ö nnd des Whig-Kabinets zu arbeiten. Der Stan- dard dagegen weist diese Anschuldigungen entrüstet zurück und tritt für Lord Brougham in die Schranken.
Ein Schrriben aus Dublin im Standard vrrsichert, daß in drei Provinzen von Irland, die nicht genannt werdcxs, und in einigen Theilen von Ulster fast alle kleinen Pächter, während sie ihren Guts- herren die Pacht nicht zahlen zu können vorgäben, so große Vor- räthe von Weizen, Gerste und Hafer aufgestapelt hätten, wie man sie seit Menschengedenken um diese Jahreszeit dort nicht gefunden habe. Keiner dieser Pächter aber wolle sein Korn abgehen, indem er die Befürchtung einer in den ersten Monaten des nächsten Jahres zu erwartenden Theucrung vorschüße; die Wahre Ursache aber dieses Zurückhalieno sei die Hoffnung, später noch rvcit hö- here Preise, als die jetzigen, erzielen zu können. - Ein katholischer Geistlicher zu Cork, Herr Staynes, klagt in einem dortigen Vlatte darüber, daß das Arbeitsamt nun schon in der vierten Woche 500 Leute beim Bau einer Landstraße beschäftige, ohne ihnen bisher einen Pfennig Lohn ausbezahlt zu haben. Hätten er und ein Herr Lamb nicht nach und nach 60 Pfd.St. unter die dürf- tigsten Arbeiter verihxilt, und hätte nicht Lord Bandon ihnen einen ZLagseri mit Brod gemndt, so würden manche schon Hungers gestor- en em.
Die neuesten Berichte von der Westküste Australiens melden die Entdeckun einer Steinkohlenmine im Bezirke Murray, so wie eines neuen HaZens an der nämlichen Küste, welcher den Namen Gladstone erhalten soll, und in dessen unmittelbarer Nähe das Terrain liegt, wo man die Stadt Buckingham zu erbauen beabsichtigt. Der Hafen liegt in der Bucht von Manglés, anderthalb Stunden nordöstlich vom Hafen Peel; er hat eine Tiefe von 6 Faden und bietet selbst
für die größten Kriegsschi : einen tre li en und kergrund. ff ff ck sich"“
Belgien.
Brüssel, 12. Nov. Die Thron-Redk, Mit WLlchkk dir , vorgestern die neue Session der Kammern eröffnete, lautet '!
dermaßen:
„Meine Herren! Indem Ich den Lauf Ihrer Arbeiten exöffm Ich Mir Glück wünschen, Meine Verhältnisse zu den auswärtigan einen friedlichen und freundschaftlichen Charakter beibehalten zu [ck
„Die mi! den Vereinigten Staaten, mit Frankreich und k," .',“ landen abgeschloffenen Verträge hattcn zum Zweck, unsere Haildejgbt* gen zu befestigen und zu etiveitern. Die Erörterung dieser meä Gesetz über das allgemeine Rechnungswesen, die Gesetze über dieEsk' und über den Zucker haben Ihrer testen Session ein gliicklichesG verliehen.“ *
„Der Handel und die Zucker-Jndusirie nehmen ihre ehemalige. tigkeit wieder an, und der Staatsschaß bezieht die Einkünfte, die:- vorbehalten wollten.“ -!e
„Unter den Vorschlägen, iibcr welcbe Ihnen zu beratben iibrig will Ich besonders das Gescs rückfichtlich des mittleren SÖk'l-Um hervorheben. Dieser Entwurf, der neue Entwickelungen erhalten ba! das Soßem unseres öffentlichen Unterrichis vervollständigen. Mein,- gierung empfiehlt diese für die sittliche Ordnung so wichtige Frage cinsrchtSvoUen Aufmerksamkeit. Sie erwartet mit Vertrauen dcreu ;? in dicser Sesfion.“
„ „Das Gedeihen der vorzüglickstcn Zweige des Handels- und !.), Reichtyumö ha! sch im Allgemeinen erhalien und entwickelt. Di: Natronal-Aussiellung wird Gelegenheit geben, die Erfolge unsem werbsleißcs zu würdigen. Leider haben , neben diesen Fortschritten v!!! nungen für die Zukunft, andere Interessen, denen Ich Meine ganze nahme widme, in einigen Gegenden des Landes eine Krifis zu 1" deren Crna nicht zu verkennen ist. Der Zustand der Bevölkerung,.“ sich mit de11 Lmnen-Gewerben beschäftigen, erhcischt unverzüglich: regeln. Die Arbeit in Ausficht auf Lohnerhöhung zu ermuthigen !!!! vervoqkommnen; das Gewerbe so zu ordnen, daß die Erzeugnissein ren Einklang mit den Bedürfnissen des Haudcls kommen; die Ausfudx zrzdchnen: das find die vorzüglicbsieu Gegenstände der Sorgen Meine: gierung. Die Mittel einer thätigen Beihülse des Staats werden- vorgeschlagen werden.“
„Die zur Sicherung der fiir das Land erforderlicher: Unterhal“ getroffenen Verfügungen; die zahlreichen fiir das GemeinWohl un! menen Arbeiten; die öffentlichen nnd Privat-Untcrsiiißungen haber hülfsbcdiirftigen Klassen mächtig geholfen, die Entbehrungen zu c!!! welche aus der schlechten Kartoffel-Aerndte von 1845 hervorgingen. gegenwärtigen Jahre isi diese Aerndte befriedigend; aber die Höhekn benömittclpreise uud vorzüglich die Unzulänglichkeit drr Roggen-A verlangen die rrnßc Aufmerksamkeit der Kammern und der chierung. Vertagung des Gesetzes rückfichtlick; der UnterhaltSmitiel, die BMW der zu den öffentlichen Arbeiten und sonstigen AuSnahme-Unterstüs Welche die Umstände erfordern könntcn, nötbigrn'Gelder werden ohne fel nocli Alles zu einem glücklichen Ende fiihren.“
„Die Kanalisiruug der Campine schrcitet mit bestem Erfolge M' Die Vewäfferungen, die künftig sorrgesest und ausgedehnt werden ten; die Anlage von Straßen und andere Mittel, die Ihnen vorges werden sollen, sichern gewiß binnen Wenigen Jahren die Urbar!!!“ dieses Thriles uwsercs Landes.“
„Die Gesev-C'ntwürfe über den Landwirthschasts- und Thier! Unterricht werden Ihnen unverzüglich zur Prüfung vorgelegt werden.“
„Die VolksZählung geht mit Regelmäßigkeit vor fich. So weit die Angaben schon gesammelt, bekunden fie, obgleich sie noch unvolls! smd, eine bedeutende Zunahme der Bevölkerung. Da die politische des Landes ruhig ist, so kann Ick schon heute die Ueberreichungei GeseH-Entwurfes behufs Vermehrung der Anzahl der Mitglieder b!“ Kammern Ihnen ankündigen. Dieses Gesch wird, da die nächsten Wah nahe bevorstchcn, von Dringlichkeit sein."
„Dem Willen der Verfassung gemäß, find die Arbeiten, die ahi". besserung gewisser Theile der Geseßgebung abzwecken, fortgesetzt wo Entwürfe über die Handrlögerichte, die persönliche Haft, die Fristen Bankerotte find den Gerichten und Universitäten zur Berathung zu,;- worden. Ich hoffe, das: es möglich sein wird, sie Ihnen im Lanéoc!!! genwärtigen Scssion vorzulegen, Die in dem Geschuch iiber daöycirh Verfahren, so wie dem neuen DiSZiplinargesrs der Handels-Marine, b! sichtigten Aenderungen werden in 'sehr naher Zeit auf Ihre Bürcaus dcrgelcgt wcrden.“ *
„Die Aufmerksamkeit der ngierung hat sich auch auf die Verwal der Irrenhäus-er und der Leibhäusrr, so wie auf die Errichtung vonA ban-Kolonieen, erstreckt, Vorschläge zur Ausfiihrung der Verbessert!!!
Welche die 5))kensrhlichlkcit und der Zustand der Gesellschaft crheischcn, -*
den Ihnen gesriacht werden.“
„Ich wünsche die schleunige Verathung des Geschentwurfes in Bci-i
des Straf-Systems.“ „
„Dcr Verkehr auf den Staats-Eiscnbahnen hat im Jahre 184! neue und beachtenswerthe Ausvehnnng genommen. Die Vollendung] in Arbeit begriffenen Legung der zweiten Geleise, so wie der konzesfio!
* Eisenbahnen, deren Arbeiten auf mehreren Punkten begonnen haben,
Juks) diesen schon blühenden Zustand eine fernere günstige Rückwii a en.“ . „Es ist möglich geworden, diesem großen National-Unternchmcn gcseßliche Organisation zu verleihen. Es werden Vorschläge, wie dieG! lagen der Tarife festzustellen und das Bctricbö-Sysiem der Eisenbahn“ regeln, Ihnen vorgelegt wcrden.“ ,
„Die wichtigsten öffentlichen Arbeiten, die noch auözufiibrcn ble! betroffen die Gelvässer-Ordnm1g und die Wege für die Schifffahrt„ schiedene Pläne werden fortwährend gepriift, und Mittel zur Anssüh! derselben wcrden allmälig von Ihnen verlangt werden können, je nach die Lage des Schaizes es gestattet.“
„Um die Hülfsquellen der arbeitenden Klassen zn Vermehren- Meirre Regierung dem Bau der schon beschlossenen Straßen und de! b:“sscrung der Vicinalwege einen starken Aufschwung geben. Sie wi!b
Mittel vernachläsfigen, um die Ausführung der zahlreichen konzession'[
Arbeiten zu beschleunigen.“ „Die Armee, eine der festen Stützen drr Unabhängigkeit des und seiner Institutionen, macht sch fortwährend Meines ganzen Ver!!! und der Theilnahme, die Sie ihr bezeugen, würdig. Die Bestrebu- Meiner Regierung gehen dahin, in ihren Reihen einen niislichen W! und das Gefühl ihrer Pflichten gegen das Land aufrecht zu erhalten- Maßregeln, welche sie auf der Bahn des Fortschrittcs leiten und ihr ** ergehen sichern können, werden, daran kann Ick nicht zweifeln, Ihrew onende Mitwirkung erhalten. Die Umgestaltung des MilizgeseßeS-„ vorgeschlagenen Reformen imSirafsysiem und das auf den Gesundheitsd bezügliche Gesch Werden zur Erreichung dieses Ziels bedeutend beitrag"1 „Troß, der besonderen Umstände, welche den Ertrag gewisser OU.“ der Staats-Einnahmc schrver treffen, wird doch das Gleichgewicht Zw" den Einnahmen und Auggaben des Staates bewahrt Werden können,“ den Stcucrpslickrrigen neue Opfer aufzuerlegen,“ , „Die meisten AuGgabe-Budgcts f"r das Dienstjahr von 1847 Ihnen schon vorgelegt.
dergeleg! werden. Im Laufe 'der Session und sobald fich die Veda! vorausfichtlich werdcn bestimmen lassen, werden Ihnen die AUSgabe- gets, so wie das der Mittel und Wege, für das Dienstjahr von 1848 getheilt werden.“ ' , . „Meine Herren! Belgien hat, im Schoße des Friedens, dux“ einer fruchtbaren Thäti kei! entwickelt. Wenn wir unsere Gedanken aus schon gewonnenen Reßultgte zurückwenden, können wir der Zukun Vertrauen entgegensehen. Die "Eintracht der Unterstützung, die Sie Meiner Regierung gewahrt haben, und aus 3" auch ferner rechne, werden uns erlaubcn, unsere Insiitutionen zu bkwab' und zu befesiigen. Der von unserem Lande seit Jahrhunderten gk„ch Wunsch, ein selbstständiges Dasein zu haben und über seine zall,!Ul„ HülquueUen selbsi verfügen zu können, hat steh in unserer Zeit verwirkt
N'oßtu Staatögewaliey, **
Es wird der Gedanke, daß Meine Bemühungen dazu beigetragen h“
Das Einnabme-Vudget und die Ergänzuns. Liusgabe-Vudgets für diese Periode werden sofort auf Ihre Büker!!!s
. “ " ' eu Vortheil: eines freien und selbßsiändigeu Daseins n eusibclixö keoißl'Zoßes Glück ,für Mich sein.““ . „ Es hatte sich das Gerucht verbreitet, _drt Grrznde, welche dert - am meisten zur „Beschlrunrgung nme: Ruckkehr yorr Paris [Zr vermocht, hätten m gewissen Berichten gelegen, dre ihm dre hmmm der hiesigen niederen Bürgerschaft als sehr ungünßxg u_nd n[:kliclrgrschildert, und da sich nun vor einigen Tagen hrer ern: euiende Truppenmacht zusammenzog, fragte „man fich, was dies Zedeuten habe. DieministerielleEmancipation versichertdaraus, vas Militair schon heute wieder abziehen soux. . . Der König hat der Deputaxron des Provmzral-Consetls von andern eine Summe voan»,01“)_J:. angewrrsrn. welche zu sien der Leinwand-Indusirte und der arbeitenden Klassen, na- j;[jxh für die AuGgabe der zu Gent errichteten Veronkommnungd- xksätte und zur Vertheilung vo,n HMWU'Y-Gkkathkn “".,d'e der verwendet werden soll. Eine. gle!che Summe zu den nam- n ;“),weckcn ist Westflandxrn zu, Theil geworden. . , th einigen Tagen hielt dre neue liberale, Affocrarton unter “idium des Herrn Verbacgen „ihre erste konstrtmrcnde Siyung, wo- 1er die Gründe entwickelte, die ihre Trennung von der „Alliance“ wendjq gemacht. Seinen_Worten nach, harrdl-e ,es sich hier darum, ganze*C*oiiftitutiort, wie ne durch dre Prmzrprerr dcs Kongresses ündet sei, aufrecht zu halten, und da ihr kahn] gehender Yor- q in der anderen Gesellschaft auf Widerstand gextoßen, so,!)kßkkkn [[ck gezwungen gesehen,. sich zu trennen .und neu zu konstiturrerr. „eueWahjgeseUschaft zahlt schjon„126 Mitgheder. Yerhaegcn rst er ZUM Präsidenten des provisorischen Comttez's gewahlt. ' , Bei den B1! druckern Parys, Verrasselt und Sacre isi eme ße Anzahl Kari aturen und Nummern des Blattes Argus und phistopheles in Beschlag genommen und der gerichtlichen Be- e übergeben worden.
Dänemark.
Schleswig, 13. Nov_. Dic Stände,l)aben _gestern keine ung gehalten. Der Präjidentxvertggte dieselhe bro auf heute. RegicrrrngsMommijsar soll sich 111 seinem Schreiben an den Herrn sidenten auf einen Allerhöchsten Auftrag, unter Bezugnahme. auf §. 5!) der Verordnung vom 15. Mai 1834, berufen, worm es !: „Besonders hat der Präsident darauf zwsehen, daß „dre Ve- ungen und Arbeiten der Versammlung möglichst beschleunigt-wer- und daß solche zuniichst auf die landesherrlichen PropoUsitronen, stets vor !!Uen von den Mitgliedern durch den Prasidenten Bcrathung gebrachten Gegenständen in der Versammlurrg Erörterung kommen müssen, gerichtet werden. Er _Ut er auch Verpflichtet, etwanigen in dieser leßteren Bezie- g von Unserem Kommissarius an ihn _erggngrnen Aus- erungkn zu entsprechen.“ Zufolge dieser Vorxchrift ist es, denn ! Von den resp. Präsidenten der Stände-Versrrmmlungen rrnmer ehalicn worden; jedoch wurden denn auch die Privat-Proposrtwnen enowmen, sobald die Comité-Arbeiteu iiber die landesherrlichen positionen nicht beendigt waren; denn bei der kurzen Dauer drr '! - bei einer zwei-, höchstens dreimonatlichen Frist,"? habetr ]a Stände dem Lande gegenüber die Verpflichiung, dix Zert a.uf jede ist! zu bennizen, sobald Stoff zur Verathung _vorlrrgtx So wie Sache sieht, kann heute lediglich eine Diskusion zwischen dem gierungs-Kommissar und dem Präsidenten stattfinden.
Italien
Rom, 2. Nov. (21. Z.) Es werden alle Vorbereitungen zu auf den Kren d. festgescyten feierlichen Besißergreifung vom La- n getroffen. Der Zug soll sehr groß werden und wird seinen B über Foro Trajano, Foro Romano, unter dem Bogen des Titus Coxoicum vorbei nach der Kirche S.- Giovanni Laterano nehmen nach Beendigung der Function in derselben Ordnung zurück nach Quirinal kchren. Wie man vernimmt, wird der Papst in der che eine Predigt halten, wie es die friiheren Päpske in der Regel ten. Ein Festmahl ron tausend Gedecken im Theater Alibert isi -ekiindig!. ' Aus Bologna erfährt man, daß in lehter Zeit viele Anfälle, si am hellen Tage, gcgen Personen vorkamen, Welche als Anhän- der gegenwärtigen Regierung bekannt sind (s. Allg. Pr. Ztg. 213). Da die Bürger nun auf ihre Klagen von der dortigen waltung keine Abhülfe erhielten, so hatte eine Anzahl sich bewaff- um bei Nacht die Runde in der Stadt zu machen. Als ihnen s von dem Delegaten untersagt worden, haben sie, um nicht des ehorsams oder der Widerseßlichkcit beschuldigt zu werden, sich mit schriften an den Papst gewendet, indem sie die Hoffnung ausspra- , er Werde diesem Unwésen, welches von den Gegnern der Regie- : ausgehe, steuern. Die beiden deshalb hierher gesendeten (He- ? sind von den angesehensten Bürgern Bologna's unterschrieben; Rosxim's Name findet sich dabei. Der Papst hat den, Palastdienst der Gendarmen, Welche friiher bxdeutende Zahl ausmachten, auf wenige Mann beschränkt, in- dtese weit nöthiger zur Sicherheit der Bürger als seiner Person
,
Es fehlen heuie wieder die Posten aus Deutschland und Frank- -ßthkch welches Ausbleiben man auf Schneefall in den Alpen ! .
Die Politischen Unruhen haben sich hier gelegt, und es !,! Hoff-
" daß sie nick)! wieder zum Vorschcin kommen. Der Geist der olutron hat sich seit dem Auftreten des gegenwärtigen Papstes st,!!!nd alle Befürchtungen, welche man andererseits von der „sinntgkeit des Kirchen-Obcrhauptes hegen mochte, haben sich als I grundlos erwiesen. Es schien anfangs zwar, als wenn die so- „nnte liberale Partei Nutzen davon ziehen wollte; ihre Großspreche- und ihre bisherige Ruhe haben aber gezeigt, daß es sich mehr Kaffeehaus-Projekte als um Revolutionen handle. Die Amnestie ibreWirkung nicht verfehlt, sie griff tiefer als eine bloße Schau- "g;,es sind Thatsachen vorgefallen, die deutlich zeigen, daß Italiener das Herz noch auf dem rechten Flecke hat, und daß Vor politischen Unruhen so ziemlich ruhig sein kann. Der bc- " RMZ aus Rimini, welcher auf sein Ehrcnwort !*ntlasscn wor- wN- sich künftig nicht in politische Umtriebe zu mischen, kam vor ““ Tagen in Rom an, um die Anzeige zu nmch'en, daß einige “.? e[)kmaligen Genossen die Absicht hätten, neuerdings Ver- MUMM gegen andere Staaten anzuzettel'n, und daß er sein knwdrt hier löse und es anzeige. Bei solchen Gesinnungen, die ""“" sind, und welche blos durch die Persönlichkeit des Papsics orgerusen worden, läßt sich hoffen, daß man der nächsien Zukunft kverirauen dürfte, als dies früher der Fall war.
V,]!!! der italienischen Gränze, 4. Nov. (A. Z.) Kymgl, Hoheit der Prinz Karl von Preußen wird, wie es berßt,
Mtxr über in Italien verbleiben , da die Genesung der Prin- :*. Lourse,Königl,Hoheit, etwas langsam vorschreitct. Den gegen- ngßn n?::üstnthalt soll der Prinz später mit Pisa oder Nizza ver-
en.
Dre Verordnung der sardinischen Regierung vom 13. Oktober, ZJusl'lge .alle von Genf und Lausanne kommenden Waarenballen, deksorgmß, daß revolutiouaire Schriften in das Land geschmuggelt "“ “m“ strengen Untersuchung, nach Umständen der Beschlag-
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nahme unierworsm werden, hat bereiis vielfäliige Klagen im Kauf- manusßand hervorgerufen; man hegt übrigens die Hoffnung, daß bald irgend eine neue Anordnung zur Erleichterung der Betheiligten erfolgen werde.
Ein Brief aus Neapel meldet, daß der gewöhnlich in Rom re- sidirendc, zugleich für das Königreich beider Sicilien beglaubigte ban- noversche Geschäftsträger, Herr von Kestner, sich gegenwärtig in Nea- pel befindet und zur Schließung eines Handels- und Schifffahrts- tVetrirag_;24 mit dem dortigen Gouvernement in Unterhandlungeu ge- re en !] .
Florenz, 3. Nov. Heute früh ist Ihre Königl. Hoheit die Frau Prinzessin Albrecht von Preußen von hier nach Rom abgereist.
Der Mailänder Courier ist heute nicht angekommen, wie über-
vcrkrbr sehr unregelmäßig ist. Bei uns läßt sich jeßt das Wetter endl!ch etwas besser an. Hrute ist es friseh.
Spanien.
3 Madrid, 5. Nov. Allem Anschcin nach wird es den Ver- einten Ansirengungen der Königin Christine und des französischen Botschafters gelingen, den Finanz-Minister Mon an die Spiye eines neuen Kabinets zu stellen. Herr Isiuriz, der politischen Thätigkeit überdrüssig, soll das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten dem Marquis von Casa Irujo, bisherigen! Gisandten in London, abtreten, der Kriegs-Minister Sanz, der sich nicht dazu versichert will, den Herzog von Rianzares zum General-Major zu befördern, durch den General Pezucla und der altersschwache Iusiiz-Minister Caneja durch den Herrn Bravo MnriUo ersetzt Werden, der als Präsidentder Kom- mission des KongressrS, Welche die auf Genehmigung der Doppel- Heirath gestellte Adresse abfaßte, so wichtige Dienste leistete. Unter allen Minister isi unstreitig Herr Mon der am meistert vcrhaßte, zu- leich aber von einer solchen Charakterstärke, daß er sich darin ge- ?ällt, die Abneigung, mit welcher die Nation ihn betrachtet, sich als sein Verdienst anzurechnen.
Der französische Botschafter hat nun, wie versichert wird, die Injurienklage, dercn ich gestern erwähnte, (s. Allg. Preuß. Ztg. Nr. 316) nicht gegen den Redacteur des Tiempo selbst gerichtet, sondern mittelst einer Note die dieffeiiige Regierung aufgefordert, denselben als Verleumder vor Gericht zu stellen. Auch heißt es, die Regierung habe die Angelegonheit des Botschafters zu ihrer eigenen gemacht und den Fiskal der; hiesigen Appellationsgerichts beauftragt, den Verantwortlichen Redacteur dcs Tiempo vor dem betreffenden Gerichte zu belangen. Nun weist heute der Tiempo umi), daß (dem Art. 98 des Preßgeseßes gemäß) der Gesandte einer fremden Macht nur dann von der Regierung veriangen dürfe, daß sie die ge- gen eine Druckschrift gerichtete Injurienklage auf sich nehme, wenn ein fremder Monarch oder Staats-Chef persönlich beleidigt wird. Da nun in dem vorliegenden Falle nicht der König der Franzosen als beleidigt odcr vcrlcumdet betrachtet werden kann, so zieht der Tiempo den Schluß, seines Monarchen verleße, indem er für sich eine Berc'chiigung in Anspruch nehme, die nur jrnem gebühre, und daß folglich die spa- nische Regierung dem Botschafter anzeigen müsse, er hätteseine Klage gegen den angeblichen Injurianten selbst zu richten und ihn vor dem befugten Tribunale zu belangen. Endlich weist der Tiempo darauf hin, daß pariser Blätter Tag für Tag die unwürdigslen Beleidigun- gen gegen Mitglieder der Königlichen Familie Spaniens richteten, ohne daß die französische Regierung sich bewogen fände, diese Blät- ter zur Verantwortung zu ziehen.
Nachschrifi. Durch außerordentliche Gelegenheit sind Nach- richten aus Portugal eingegangen, aus denen hervorgeht, daß auf der einen Seite für jeßt die unumschränkte Regierung aufgestellt, auf der anderen die Tdron-Entseßung der Königin angedroht wurde. Unter dem 19tcn v. M. ließ die Königin dem Grafen das Anras anbcfehlrn, dem Herzoge von Terceira sogleick) den Ober-Veskhl iiber die Truppen im Norden znrückzugcben und sich ihm zu unterwerfen. Am “.?-Men antwortete der Graf das Anras aus Coimbra der Köni- gin, die ganze Nation, ohne Ausvahme irgend einer Partei, hätte mit Unwillen die Verrätherei einiger Wenigen wahrgenommen, welche ihr, der Königkn, ein dem im vergangenen Mai auSgesprochenen Willen des Volkes offenbar entgegenstehendes Ministerium ausgedrun- gen hätten. Ein großer Theil des Heeres stimme mit dem Volk überein, und keine Macht wäre hinreichend , die allgemeine Stim- mung zu unterdrücken. Er schließt mit den Worten: „Ich wünsche von Herzen die Erhaltung des erhabenen Thronrs Ew. Majestät, so wie die der öffentlichen Freiheit, und ich werde alle meine Anstrengungen auf dieses Ziel zu richten suchen. Wenn aber Ew. Majrstät mir nicht bald mit geeigneten Maßregeln, mit der Zurücknahme des Programms drs neurn Kabinets und völ- liger Wiederherstellung drs friiherenZustandcs und ver nothwendigcn Garantieen zu Hiilfe kommen, so werden alle meine Anstrengungen und die so vieler anderer verdienstvoller Bürger und braVer Krieger, die Al1e sich für dieselbe Sache betheiligt haben, wenig wirksam oder vielleicht gar vergeblich sein.“ (Man sieht, daß der General das Anras ungefähr dieselbe Rolle übernahm, welche Espartcro im Sep- tember 1840 spielte.) Unter dem 27sten verfügte darauf die Köni- gin (wie bereits erwähnt) die Entseßung des Marquis von Loulé, der Grafen von Mello und das Anras, des Visconde Sa da Van- deira und des Barons von Fornos Von ihren Acmtern, Titeln, Ek)- rcnzeichen u. s. w., weil sie an drm in Porto am Ren begonnencn Ausstande theilgenommen hätten. Vcrmöge eines anderen Dekreies Vom selben Tage übernimmt die Königin die unumschränkte Regie- rungsgcwalt fiir die Dauer des gegenwärtigen Aufstandes „gegen den Thron und die consiitutionelle Carta der Monarchie“, und zwar zum Behufc der schleunigcn Wiederherstellung der geseHmäßigenOrdnung. Die Minister bleiben für alle zu treffenden Makregeln verantwortlich und sollen den Cortes bei ihrem nächsten Zu ammentreten Rochen- schaft ablegen. Eine lange Einleitung, in der die Minister ihre Be- weggründe entwickeln, geht diesem Dekrete vorauf. Es heißt darin unter Anderem: „Der revolutionaire Gcisi, welcher in der Halbinsel Institutionen zu errichten sucht, welche den Regierungs-Sysiemen der civilisirtcn und mächtigen Nationen Europa's widersprechen, geht jeßt darauf aus, sein Bestrebcn mit bewaffneter Hand zu errcichcn.“
Am 29|eu mustertcn die Königin nnd der König in Lissabon alle Truppen, anqeblich 6000 Mann, welche gegen die Aufrührer ausrücken sollen. In dem Diario do Governo vom Zélsten findet sich jedoch nichts, woraus man aus den Ausmarsch der Truppen schließen könnte. Ein Supplement vom 30|en zeigt an, daß der Baron von Estremoz die Aufrührer unter Celestino am 28sien bei Viana auseinandergesprengt und ihnen einen Verlust von 200 Mann an Todten und kaangenen beigebracht habe (s. Allg. Pr. Ztg. Nr. 314). ,
Die fpanische Regierung begrüßte bekanntlich die in Portugal uniernommene Contre-Revolution mit maßlosxm Jubel, nnd nament- lich konnte der Heraldo, der für das Organ der französischen Bot- schaft gilt, kaum Worte finden, um sein Entzücken über ein Ereigniß zu schildern, aus welchem, sxiner Meinung nach, eine festere Verbin- dung der constitutionellen Staaten des Feßlandes gegen das über-
müthige Albion hervorgehen müßte. Um desto mehr überrascht es
haupt wegen der Ucberschwcmmungen in dcr Lombardei der PVÜM- ! ck er.! tei,
daß der französische Botschafter die Würde '
die diesseitigen Minißer, das Journal des Débaiz jekt, da. die Sache bedenklich wird, die portugiesische Reaction durchaus mrßbtÜ-gm zu sehen. Wenn aber das Journal des Débati behaupiet, MU suspendirte Verfassung wäre gar keine, so übersteht es offerrbru', daß auch in einem großen Theile Spaniens (Catalonien, Galicien) dre Verfassung suöpendirt ift.
Portugal.
ck Lissabon, 31. Okt. Bei der Wichtigkeit, welche das Dr- kret der Königin hat, wodurch sie sich auf den Bericht des Minister- Ratbes diktatorische Gewalt beilegt, glaube ich Ihnen das betreffende Aktensiück mittheilen zu müssen. Dasselbe lauter:
„Art. 1. So lange die gegenwärtigen Umstände der bewaffne- ten Empörung im Lande gegen Meinen Thron und die constitutionelle Charte dcr Monarchie sortdauern werden, habe Ich für angemessen Mir die volle Autorität und Gewalt beizulegrn, , um die Maßregeln anzunehmen, we'lche nothwendig sein werden für die WM," nige Wiederherstellung dcr geschlichen Ordnung und der Stabilitat des poiitischen Systems der Monarchie.
Art. 2. Sobald die gegenwärtigen Umstände aufhören werden, sollen auch die im vorausgehenden Artikel erwähnte Autorität und Gewalten aufhören.
Art. 3. Die Minister und Staais-Secreiaire, verantwortlich für alle Maßregeln, welche genommen werden sollten in Ausübung der Autorität, welche Ick zu übernehmen für angemessen erachtet habe, werden den Cortes in ihrer ersten Session Rechenschgft geben von dem Gebrauche, welcher davon gemacht worden sein wird. _
Die Minister und Staais-Secreiaire haben sich hiernach zu (1 ten. ck Gegeben im Palasie Necessidades am 27. Oktober 1846.“_ . ,
Dieses Dekret erschien denn auch, unterzeichnet von der Kbntgtn und gegengezeichnet von allen Ministern. _, . . , '
Fol endes ist das Schreiben, das Ihre Majestat dre Kbrrtgm an den (Hraéen das Anras gerichtet hatte auf dessen ersies Schreiben an sie von Porto aus: '
„Graf das Anras, Pair desKönigreichs, General-Lieuienarri, ck, die Königin, entbiete Euch Meinen Gruß. Man hat Mar aer Schreiben überreicht, in welchem Ihr unter Erneuerung. des Aus- drucks Eurer Treue fiir Meinen Thron und Meine Dynasire und un- ter der Erklärung, daß Ihr beständig Eure Bemühungen der Ver- theidigung des Thrones und des Vaterlandes widmen werdet, Mtch auch an die VeWeise der Gunst und des Vertraueits erinnert, dre Euch Mein crlauchter Vater gewährt hat, und a,!r jene, welche Ich selbst Euch gegeben habe. Alle diese Gunsibezergungen waren xrrre Belohnung, gewährt der Tapferkeit und einer erprobten Loyalrtat, und unzweifelhaft Wollet Ihr nicht den Glanz Eurer Laufbahn _durch strafbare Akte befiecken. Ich habe mir ganz besonderer Aufwandm- keit die Audeinandersehung der Umstände gelesen, „Welche m dieser Krise Curb bestimmt haben, die Präsidentschaft einer sogerrannten Verwaltungs-Iunta anzunehmen, und Ich bedauere, daß dieselben so sehr Euch berührt haben, daß sie Euch sogar, besttium- ten, einen Schritt zu thun, dcr Eurer früheren Loyalrtat zuwider- laufend erscheinen könnte! Allein Ich muß anrrehmrn, “daß Ihr tn Folge falscher Nachrichten so gehandelt hadi, „dre Mtr,_ernen,Mangyl an Freiheit in der Ausübung Meiner Königlichen Prarogatwen bc!- maßen. Die Erklärung, die Ich Euch gebe, die Yufemanderfolge der Ereignisse, und besonders die Ernennung des Konigs zu dem Amte eines Ober-Befehlshabers der Armee, Alles das muß selbst ]kdkn Vorwand zu einem längeren Ungehorsam gegen Meine Befehle ver- schwinden machen. In dem Wunsche, in Euch stets _einen getreuen Unterthan zu sehen, befehle Ick Euch, zum Beweis derAufrich- tigkeit Eurer Worte, alsbald nach Empfang Meine? Schreibens den Herzog von Terceira mit dem wichtigen Posten Metnrs Stellvertre- ters in den Nord-Provinzer! zu bekleiden und die Geseylichkeit eines Ministeriums anzuerkennen, das Ich in vvllkommener, unbeschränkter und freier Ausübung Meiner constitutionellen Rechte ernannt habe. Dies theile Ick Euch mit, auf daß Ihr es zu schleunigem Vollzuge bringer. Gegeben im Palaste vor! Belem, am 19. Oktober 1846. (gez.) Ich, die Königin.“
Der Graf das Anras achtete bekanntlich nicht auf diese Befehle, und darum isi er nun seiner Stellen, Ehren, Würden und Orden verlustig erklärt.
Der König hat bei Uebernahme des Oberbefehls über das Heer gleichfalls eine vom 25. Oktober datirte Proclamation an dasselbe er- lassen. Er beklagt darin den Geist der Zwietracht, den der Geist des Bösen unter den Militairen des braven und loyalen portugies- schen Heeres angefacht, indem er einige von ihnen sogar zu dem Verbrechen des Ungehorsams und der Rebellion verleitet babe. Hof- sentlich aber Werde die Stimme der Enttäuschung, der Ehre und so oft und unter so kritischen Umständen erprobten Treue bald unter ihnen Gehör finden, sie auf die Bahn der Pflicht zurückführen. Die Worte der Versöhnung, die er jeßt als Mittelpunkt der Einigung und des Friedens an die Verführten richte, würden diese hoffentlich zu ihrcn MU gebliebenen Kameraden zurückführen zur Vertheidigung des Thrones und der constitutionellcn Charte. Einigung werde dem Heere auch Stärke geben, das Verbrecher: aber nicht ungestraft bleiben.
Das Diario veröffentlicht heute in einer Beilage den offiziel- len Bericht des Generals Schwalbach _über die den Rebellen beige- brachte Niederlage zu Viana. Baron Casal in Tras.os Montes soll noch zu Penafiel stehen. Die Rebellen von Coimbra scheinen nicht sehr Eile zu haben im Vorrücken, Zwietracht und Geldmangel herr-
schen unter ihnen. „ . T u r k e t.
Konstantinopel 28. Okt. Gegen die vor einigen Jahren schon einmal so hart mitgenommenen Nestorianer im Kurdenland scheint sich ein neues schweres Ungewitter zusammenzuziehen. Der bekannte Kurdenhäuptling Bederhan Ber) hat mit zwei anderen Kurden-Häuptlingen, dem Nurullah Bey von Gakiari und Abb- Usamet Bei) von Berweri, einen neuen Einfall ,in den von den Nestorianern bewohnten Bezirk verabredet. Zwei Mollahs, der Scheich Mohammed von Mossul und der Scheich Iussuf von Zako, sollcn die Anstifter davon sein. Der Gouverneur, von Mossul, Tahir Pascha, hat nun zwar diesen beiden Scheris mit Strafen ge- droht und auch den Bederhan Br*.) srlbst von seinem Vorhabewab- wendig zu machen gesucht; es fragt sich aber, wie viel das nützen wird, denn die Provinz Gakiari, wo die Nesiorianer wohnen, gehört eigentlich zum Paschalik Erzerum, isi vom Wohnsiy des Pascha in- deß zu weit entfernt, um auf wirksamen Schutz von dyrther rechnen zu können; ohnedies kann ja die Autorität der Paschas m xxnen Pro- vinzen oft nicht einmal an ihren Wohnfiyen selber dem Pobel-Unfug euern. | Wegen zu sürchtenden Mangels hai die Pforte die Getraide- Ausfuhr aus der anatolischen Provinz Btga verboten.
Handels- und Eörsen-Uachrichten.
Berlin, 14. Nov. Den Geschäften an unserer Börse fehlt es sort- währenv an dem nöthigen Schwung, um eine bestimmte Tendenz hergestellt