Wahlen binnen 6 Monaten in Gemäßheit des §. 83 der Verfas- sungs-Urkunde verordnet werden, so wie einen hierauf bezüg- lichen Beschluß Kurfürstlichen Ministeriums des Innern. Die Mit- glieder der Stände-Vcrsammlung verließen sodann den Saal.
Großherzogthum Heffen und bei Rhein. Zu der Sitzung der zweitenKammer der Stände vom 16. November ward die Bcrathung iiber den Entwurf der 1. Abth. des bürgerlichen Ge- seybuchs fortgesept und zwar von Art. 4 bis Art. 14, welche Artikel meist e i nstim m i g , zum Theil mit einigen Modifikationen, an g : no m - men wurden.
-
Orstcrreirhisrhe Monarchie.
Wien, 18. Nov. Die Wiener Zeitung enthält den Handels- und Schifffahrts-Vertrag, welcher am 4. Juli d. I. zu Neapel zwischen den Bevollmächtigten Sr. Majestät des Kaisers Von Oesterreich und Si". Majestät dem Könige beider Sicilien, dem Fürsten Felix von Schwarzenberg einerseits und den Herren Justinus Fortu- nato, Michael Gravina e Requesenz Fürsten von Comitini und Anton Spinelli aus dem Hause der Fürsten von Scalea andererseits, zum Abschluß gekommen ist. Die Auswechselung der Ratificatiouen er- folgte zu Neapel am 3. Oktober d. 3. Als Motive zu dem Ver- trage sind in der Einleitung angeführt: Der Wunsch, die Handels- Verbindungen zwischen ihren beiderjeitigen Staaten auszudehnen, zu vermehren und zu befestigen und denjenigen ihrer Unterthanen, Welche an diesen Verbindungen Antheil nehmen, alle möglichen Erleichterungen und Aufmunterungen zu gewähren; so wie die Ueberreugung, daß zur Erfüllung ihrer diesen Gegenstand be- treffenden wechselseitigen Wünsche nichts mehr beitragen könne, als die gegenseitige Abschaffung aller als Schifffahrts- oder Zollgebüh- ren bestehenden Differential-Abgaben und aller ausschließenden Han- dels-Vorrechte und Privilegien, deren die Unterthauen des einen der beiden Theile fich bisher vor jenen des anderen in ihren respektiven Staaten erfreuten. Es soll demnach, dem Inhalt des Vertrages selbst zufoige, zwischen dem Kaisertbum Oesterreich und dem Königreich beider Sicrlien gegenseitige Handels- und Schifffahrtsfreiheit stattfinden. Se, Majesiät der Kaiser von Oesterreich und Se. Majestät der Kö- nig beider Sicilien verpflichten sich, den Unterthanen oder Angehöri- gen keiner anderen Macht in Handels- oder Schifffahrtssachen ein Privilegium, einc Begünstigung oder Freiheit zu gewähren, ohne die- selbe zu gleieher Zeit auf den Handel und die Schifffahrt des ande- rer! andks auSrudr-hnen, und zwar unentgeltlich, wenn das Zugr- stirndmß dhne Gegenleistung gemacht und mittelst einer entspreibendrn, wo möglich im gemeinsamen Einverständnisse sesizustellendcn Erwiede- rung„wenn dasselbe mit Gegenleistungen erzielt worden ist. Als den die Grundlage des gegenwärtigen Traktats bildenden Grundsatz der eriprozität nicht breinträchtigrnd sollen jedoch angesehen werden*: 1) Die Prämien, welche die respektiven Regierungen ihren Unter- thaneri gewähren, um fie zum Bau von Handelsschiffen aufmuntern. 2) Dre Vorrechte, welche in Oesterreich verschiedenen englischen (He- sellschafien, Jachtklubs genannt, zugesianden worden sind. Kraft des gegenwärtiger: Traktats sollen denn auch die Bestimmungen des öster- reichischen Hos-Drkrets und der beziiglichen Kundmachung dcs Guder- nirrms in Triest vom 8. November 1845, laut welckem die Handels- schiffe fremder Nationen, welche keine Handels-Verträge mit Oester- reich hoden, nach dem 1. März 1846 einer Tonnengebühr von 1 Fl. Conventions-Miinze für jede Tonne bei ihrem Einlaufen in die öster- reichischen Häfen unterworfen sind, in keiner Weise, weder auf den direkten Handel, noch auf die direkte Schifffahrt des Königreichs bei- der Sicilien zwischen den Häfen desselben und des Kaiserthums Oester- reich Anwendung finden. Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich willigt iiberdies ein, während der ganzen Dauer des gegenwärtigen Trakta- tcs, den auf der Einfuhr von Weinen aus dem Königreiche beider Sicilien in die Kaiserlichen Staaten haftenden Zoll von 7 Gulden 30 Kreuzer für den österreichischen Centner, welcher dem Betrage von 7 Ducati und 85 Grani fiir den neapolitanischen Cantajo entsprieht, auf 2 Gulden fiir den österreichischen Centner, oder 1 Ducato 96 Grani fiir den neapolitanischen Cantajo, herabzuseßen, wenn nur aus den Schiffspapieren die direkte Provenienz derselben aus den Häfen des Königrrichs beider Sicilieo hervorgeht. Seinerseits erklärt Se. Majestät der König beider Sicilien, daß während der Dauer des gegenwärtigen Vertrages die zehnprozentige Reduction von den aus dem Zoll - Tarife hervorgebenden Gebühren, welche die Königliche Flagge genießt, gleicherweise auf die Erzeug- nisse des Bodens und der Industrie der Staaten Sr. Majestät des Kaisers von Oesterreich, welche mit österreichischen Handelsschiffen aus
-_ _l ö *-
der Gegenstand kein glücklich gewählter“, er ist fiir malerische Darstellung nicht eben gecignet. Die Handlung zwischen den beiden anwesenden Per- sonen ist zwar an üch sebr einfach; aber in Beiden muß ein Sturm von Empfindungen, eine Welt innerer Erregtheit herrschen. Da erscheint die Malerei zu arm, und das Unpassende, dergleichen innere Seelenzustände bei körperlicher LebenSgröße darstellen zu wollen, springt in die Augen. Elisabeth fist mit einem stolzen ruhigen Gesicht da; nur die über der Feder geschlossene Rechte deutet auf innere Aufregung. Gleichwobl wollen wir sie noch eher gelten lassen, als Davison, welcher etwas verdrossen drein schaut. Hätte 'der Maler _ da er sich doch an Schiller gehalten zu ha- ben scheint - die Abschiedsscene der Stuart von ihrer Dienerschaft oder ihren Todcögang gemalt, so würde sich ihm mehr äußerliche Handlung dargeboten haben, und die Wahl wäre jedenfalls !ücklicher gewesen.
„Der große Kurfürst in der Schlacht bei ehrbellin“ von Adolf Evbel (Nr, 189) gehört zu den besten historischen Bildern unserer dies- jährigen Ausstellung. Vorsprengend auf einem braunen Rose, mit drm Geficht zu uns gewandt, erblicken wir den Kurfürsten in der Mitte res Vil- des. Jom fo|gen seine tapferen Soldaten, von denen die nächsten nicht ohne Entscßen auf den Stallmeister Frohen blicken, der so eben an der Seite das Frirsten im Vordergrund: tödtlich getroffen niedergesiürzt ist. Der Kurfürst scheint denSchmtrz iiber den plöyiich erlittenen Verlust des Freun- des gcwaltsam zirriictzridrängen und ihm die Entscheidung des Moments nicht zum Opfer bringen zu wollen. Wir würden die Wirkung des Bildes, die hartptsächirch an dem heldenmäßigen Vordringen beruhen soll, keines- weges fiir gefährdet halten, wenn wir den Fürsten mit dem Anodruck na- türiicher Theilnahme begabt sähen, welcbe fich ;. B. in den Zügen der vor- dersten rasch dahersprengenden Krieger ausspricht. Die feindlichen Soldaten erscheinen in der Färbung nicht entfernt gering, während entfernten Figu- ren mitunter größer erscheinen, als nähere, so daß man zu keiner recht kla- ren Einsicht iiber die Stellung des Feindes gelangt. Dieses soll indessen die Anerkennung nicbt schmälern, die wir willig dem gesunden, [ebenSvoUen Vortrage und der vorruglichen Technik, die in der Arbeit herrscht, ezollt haben. Namentlich ist in dcr Reitergruppe hinter dem Fürsten so viel Wahr- heit und Leben, das; sie uns ganz einnimmt. Wir wünschen dem talent- voUen Künstler noch öfter auf dem Felde bistoriirher Darstellungen zu be- gegnen, da wir uns von ihm gewiß noch manche gediegene Sachen vcr- Tipzechbxrrbdürsen, zumal wenn er auch in der Wahl seiner Stoffe glück-
“ !.
Natale Schiavone in Venedig, der in der Darstellung von ha!. ben, rneistens weiblichen, ost unbekleideten Figuren und sehr lebendigen Porlfaiis"txctuikt, hat eine Reihe von Brußbildern eingesandt, die leider wegen spa“! Ankunft meist mit etwas xu hoch gelegenen Plävm vorlieb nehme?! mußten, was ihnen manchen Blick, den sie verdienen, entzogen ha- b?" "'*',I- D" Bezeichnungen, nnter denen wir die Bilder im Katalog ansgkzckcbnkt finden, Knd „für uns riemlicb gleichgültig. Wir betracheen |: ““an-' bloße Ucberschristen, dre natiirlich mitunter übel oder doch minder glück-
1374
den Staaten Sr. Kaiserl. Majestät in jene Sr, Majestät des Königs eingeführt werden, ausgedehnt werden soll. „Die Bestimmungen des gegenwärtigen Vertrages sollen jedoch „auf die Küstenschifffahrt oder Kubotage, welche in jedem der beiden Lander vo_n einem *zum anderen Hafen geschieht, um mit Segel- oder Dampfschiffen den Transport von Prrsonen, Waaren und Handelögegenständen zu bewerksielligen, nicht angewendet werden, da diese Art von TranSport in beiden Ländern den National - Schiffen ausschließen!» vorbehalten ist. Der gegenwärtige Vertrag soll für den Zeitraum von acht Jahren von dem Tage der Ausivechselung der Ratificationen Kraft und Ge!- tung haben. Wenn nach dem Termine von acht Jahren nicht sechs Monate friiher die Kündigung der Fortdauer des gegenwärtigen Ver- trages stattgefunden, soll dessen Gültigkeit von Jahr zu Jahr fort- dauern, bis'einer der beiden kontrahirenden Theile dem anderen sechs Monate friihcr seine Absicht angezeigt haben wird, denselben aufhö- ren zu lassen.
(21. Z.) Herr E. von Schwarzer, Haupt-Redacteur der Jour- nale dcs Orsterr. Lloyd, ist aus Auftrag des Lloyd auf einer Reise nach Belgien und Englond begriffen, um die Verzögerungcn, welche die Expedition der jüngsten ostindischen Ueberlandpost auf dem Wrge Von Mannhrim bis Köln, namentlich aber vonKöln nach Ostende“, erlitten, an Ort und Stelle zu untersuchen und die Hindernisse für die gegen Ende dieses Monats zu erwartende weitere Probcfahrt aus dem Wege zu räumen, während Herr Waghorn in Malta sich befin- det, um für möglichst beschleunigte Förderung zur See zu sorgen. Noch ist der Durchschnitt der bisherigen Probefahrten weit zu Gunsten von Triest, und wenn Leyteres auch bei der jüngsfen Fahrt in einem kleinen Nachtheil blieb, so ist doch hergestrUt, das; dieses Zurückbleiben nur dadurch veranlaßt wurde, daß der betreffknde Courier von Köln bis Ostende 32 Stunden brauchte, während er mit einem Extrazug diese Stre-cke in 8 Stunden hätte zurücklegen können. Von Seiten der deutschen Posten ist rms den bisherigen Probefahrten mit größter Zuvorkommrnheit und freundlichsicr Bereitwilligkeit Alles geschehen, was die Erreichung des ganz Deutschland interessirenden Zweckes fördern konnte. Die französischen Voraussagungen, daß mit Eintritt der schlimmeren Jahreszeit die deutschen Gebirgsstraßcn nnrrsteigliche Hindernisse entgegenstrllen wiirden, haben sich bis ]“th nicht erfüllt; im Gegrnthcil haben wir eben in der leßten Zeit erlebt, daß Wasser- Verheerungcn auf den französischen Straßen größere Posi-Unter- brkcbungcn veranlaßt haben, als die's iu Tyrol, Vorarlberg, Steyer- mark und im bayerischen Hochlande der Fall war. Wenn nicht ein unbedingter Vorzug vor der marseiller Route, wird jedrnfalls drr gleiche Werth der triestcr sich zeigen, und rechnet man die politischen Gründe hinzu, so wird ziir die deutsche Route die Waage sinken müssen, da England sonst seinen Postverkehr mit Indien in die Hände und die Wiukür seines Rivalen gegeben hätte. Schon haben die bis- herigen Wettfahrtcn bewirkt, daß die Ueberlandpost iiber Marseille fiinf bis sechs Tage friiher als sonst in England eintraf.
Frankreich.
Paris, 17. Nov. In einer am “13ten d. im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten gehaltenen Minister-Versammlung hat Herr Guizot seinen Kollegen den Entwurf der Antwort mitgetheilt, welche er auf die ihm vor 8 Tagen durch Lord Normanby vorgelesene lange Note Lord Palmerston's abgefaßt. Diese Antwort, welche die vollkommene Zustimmung aller zu Paris anwesenden Minister erhal- ten haben soll, wurde Abends an den König abgesandt, damit dieser die ihm geeignet scheinenden Veränderungen darin vornehme.
Die lcgitimisiischen Blätter enthalten' ein neues Schreiben des Herzogs von Bordeaux aus Frohsdorf vom 30. Oktober, worin er in Betracht der Theuerung und zum Beweis seiner Theilnahme an dem Geschick des Vaterlandes, so wie des Wunsches, seine Vermäh- lung durch Wohlthätigkeit zu einer freudigen Erinnerung für die Ar- men zu machen, die Errichtung von Arbeitö-Anstalten im wohlthäti- gen Sinne auf seinen Gütern zu Chambord dem Marquis von Pa- storet aufträgt. Das Schreiben des Herzogs lautet:
„Frohsvorf, 30. Okt. wissen, daß ich besonders durch Unterstüsung der dürftigen Klasse die glück- liche Epoche meiner Hriratl) zu bezeichnen und der göttlichen Vorsehung da- fiir zu danken wünsche, daß fie die Hinderniür, die sich derseibcn bisher entgegengrsicllt, beseitigt hat. zu leben, kann ich gegen die Leider! drs Vaterlandes nie grfühllos sein.
tcn Befürchtungen, wclche dieselbe fiir den brvorstehcnden Winter cinflößt, habe ich dariiber nachgedacht, wie ich zur Abhülfe des allgemeinen Elends etwas beitragen könnte. Es hat mir geschirncn, daß die beste Verwendung
*- 1 1
lich gewählt werden mögen, wie das bei Nr, 1785 der Fall isi, wo wir eine „Zerstreutc“ finden sollen, aber bekennen müssen, daß das Zeisireuisein nicht eben der vorherrschende Auddruck in dem Kopfe ist. Genug, wir cr- freucu uns an dem schönen Frarrenbilde mit dem in die Weite blickendrn, erhobenen Auge. Ein bestimmker, zu Tage gelegter Charakter spricht aus freilich noch mehr an und weckt größcres Interest. So in dem Bilde, wrlches „Anrufung“ betitelt ist (Nr. 1786). Wir sehen ein junges Mäd- chen, welches in einem großen Buche liest, das fie vor fich auf dem Schooße hält. Sie wird ctwa angerufen und blickt auf mit dem noch nicht vrr- wischte" Ausvrucke, den das eben Gelesene auf dem Gcfichte hervorgerufen hat. Man könnte dirkes Bild aber auch z, B. „Selbstuntcrbrechung“ urn- nen und meinen, der liebliche Kopf blicke auf, um uns zu Theilneymern an dem eben Gelesenen zu machen. Passender find die Benennungen der übri- gen drei Bildniffe. Die „Traurrnde“ (Nr. 1783) hat sich, schwarz geklei- det, mit dem einen Arm, deffen Hand wenige Blumen der Erinnerung hält, auf einen Denkstein gelehnt. Bäume im Hintergrunde !affcn auf einen Kirchhof schließen. Der Kopf ist gesenkt und zeigt die tiefste Melanchoiie in den regelmäßigen und schönrn Züzen. Jm Ausvruck ist dieses Bild das vorzüglichste. Auch find Arme und Hände vortreff|ich modellirt. Les- ter-s können wir weniger sagen von den“ gefalteten Händen der „Betenven“ (Nr. 1784), Auch ihr Hals isi ein wenig flach. “Dagegen find die Züge der fromm und gläubig nach oben Blickenden wieder uberaus innig und redend. Auch der „Taxirer“ (Nr. 1787) hat sehr charakteri|ische, sprechende Mienen. Er isi ein bärtiger Alter, der in gehöriger Schweite rincn De- mantring hält und dazu ein prüfench, recht erfahrungsbewährtrs Gcfichi macht. Das Bild ist in bräunlichem kräftigen Ton gehalieii und macht einen guten Eindruck.
Unter den Landschaften müssen wir noch deren drxi hervorheben, von NUM zwci, ziemliche große dcm Süden, eine kleinere aber dem kalten Nor- den angehören, Jene smd „die Anfirbt der Propyxi'ien auf der Akropolis in Athen“ re., von Herman Kresschmer (Nr. 481), und die „Ansicht des Tempels des olympiscven Jupiter zu Athen“, von Alber! Eichborn (Nr. 1647). Beide zeichnen sich durch den wohlgetroffcnen südlichen Ton der Beleuchtung aus, Welche indessen bei dem erstgenannten Bilde noch glutvoller strahlt, als in dem lesteren. Dieses dagegen hat eine mehr malerische Auffassixng fiir sicb. und was dabei so angenehm berührt, ist, daß darüber die böchsk interessante Architckmr nicht vernachlässigt, sondern richtig und getreu wiedergegeben ist, so daß den Kenner antiker Trümmer die sorgfältige Genauigkeit angenehm überrascht. Es fehlt diese freilich auch bei den Propyläen nicht; aber der Anblick dieser koßbaren Reße gewährt we- gen der verunzr'erendrn modernen Baulichkeiten keinen so reinen Genuß, wie man von den nur von den Schwingen der Zeit berührten Nuine'n ves Zeastempels hat. ,
Dic „„Winter-Landschaft“ von van Haanen (Nr. 1742) ist eine [itim Strike im Waide, zu der "| wenige Fnßtritte in den frischgefal-lmen Schnee den Weg bahnen. Landlenn ßnd beim Hojze beschi1fiigt. Die
Mein Herr Marquis von Pastorct. Sie : „ ,- ' ' Genrütyern herrsche. DrrHauptgrund dieser sei in der Unzufriedenheit
' auch hätten dic Repräsentanten der drci Großmächte, wclche die
- Auch die Beglückwünschungcn des neapolitanischen Botschafrers, 1“,
! k i ] i 1
AK
7 das beweise, daß der Grdanke aller Regirrungrn fortwährend das '-
, ' " nu könik mm “i überreden, da die all emcinrn“ Obgleich gezwungen, auf fremdem Boden ' M“ Muhr r t * jeh ß g
ij dem Grdanken an die Tbeurung des Lebensmittel und an die gm,ch„ J- Lord Palmerston fortwährend brhaupten sche, England ser cmei
ker Summen, über die ich verfügen kann, darin beßiinde, in Chambord den Forsten, die Um; noch gehören, Mildthätigkeits-Werknätten ru ellichken , den armen Einwohnern dieser Gegend Arbeit für den nächsten Winter smn'n ihnen somir die Mittel bieten, für ihre und ihrer Familien Bedürfnis, sorgen. Ich beauftrage Sie also, die nöihigen Maßnahmen sm Au" rung cines Planes zu treffen, den ich gern über ganz Frankreich a» dehnt sehen möchte. Ich meinerseits werde mich glücklich schäsm' Loos unglücklicher Franzosen gemildert, zu haben, die durch ihre bes Lage doppcltes Anrecht auf meine Theilnahme haben. Genehmigenß (gez.) Heinrich.“ , '
General Lamoriciére ist von Paris abgereist, um sich "“ck
gerien zu begeben und sein Kommando in Oran wieder Zu nehmen. Der Coiirrier frangais sagt“: „Dem Gebrauche gemäß, tifizirte die Regierung allenHöfen, aljo auch dem “englischen, die rath Montpensirr's. Lord Palmerston aber hat nichr allein Uicht den iiblichen Glückwünschen geantwortet, sondern nicht einmal Empfang des Notificationsschreibcns angezeigt.“ „
Die Presse ist verwundert darüber, daß _man ihr droi,1 Bevorwortcn einer Tripel-Allianz Frankreichs mit Rußland Und Vereinigten Staaten in England fiir den Ausdruck_kcö Wunsch,; nommen, der französische Hof wolle sich der britixchcn Allianz entledigen.
*Die Quotidicnne antwortet dem Journal des Déß auf seinen Artikel über die Heirath des Herzogs von Bordeaux giebt demselben die Bedeutung eines Zeugniffes fiir das G welches diese Vermählung besixzt.
Der Constitutionnel bemerkte vor einigen Tagen, d Regierung sich wohl nicht auf eine Expedition gegen Mada einlassen werde, wie von anderer _Seite behauptet worden war. schreibt dieses Blatt, daß seine Vermuthung sich bestätigen weiky ein Theil der Kriegsschiffe von der Station Bourbon, wie man nehme, nach Europa zurückberufrn worden.
land würden auch, jekt, slch nichr ändern, die Lage der beiden nder einander grgenirber die elbe bleiben, wenn nicht England durch-
das GegenibUl wvile. Es frage sich nur, ob es Lord Palmer- ,. gelingen werde, sem Land,zu irriger Meinung zu verleiten: in s,; Frage liege große-ntb-eils die Entscheidung der Zukrinft. ssionirte skch Englapd wirklich fiir die spanischén Angelegenheiten, ubte es Wirklich,. emen wahren Nachtheil erlittrn zu haben, dann nte allerdings die Gereiztheit Lord Palnrerston's ansteckend wer-
.qu von den Tories nicht nur keinen Widerspruch, sondern sogar jséand erfahren ryirrden. Aber von diesem Austauscbe von Freund- astsdiensten in einer desouderen Frage (eine Anspielung auf die „xstüßung, weiche Sir Robert Peel von Lord John Russell und en Freunden in der kommerziellen Reform erhielt) sei noch weit einer Einmüthigkeit in der Nation, welche in freien Ländern allein oße Entschlüssr, außerordentliche Umschwünge in der Politik erlaube. 1r einem Jahrhundert hätten Whigs und Tories in England allein durch ihr klebergewicht über Krieg und Frieden entschieden; jetzt er sei dem__ »der?) geworden, jeßt sei eine neue beträchtliche arb! hinzugctommen, mit der man abrechnen müsse. England habe : seine reichen und rnächtigen Mittelklassen, ohne die Zustimmung ser wäre es ]“th in England so wenig als in Frankreich mehr Juz), Krieg zu führen, weil diese Klasen in beiden Ländern die mtlicben Lebens- Interessen repräsentiren. Darin liege die wahre ',gschaft fiir den europäischen Frieden. Dieser Einfluß der Mittel- sen in England habe sich namentlich in den lryten Jahren bei Verwickelungen mit den Vereinigten Staaten gezeigt. Die Be- werben Englands hätten mehrmals beinahe zur Aussicht auf Krieg Ühkk- den die Aristokratie, hätte sie allein die Macht besessen, wohl ck unternommen haben würde. Aber die Mittelklassen, Welche des nzen Handels und in unausbleiblicher Folge davon auch der gan- auswärtigen Politik Meister seien, widerstanden, und in Anbe- * cht ihrer Interessen mußte die englische Regierung den Streitfra- " eine friedliche Lösung grben. Ob man nun glaube, daß man fich der City von London, zu Liverpool, Manchrsier viel um die “Hoppe!- irath nnd die Unzufriedenheit Lord Palmerston's kümmere? Das giische Volk in seinrm gesunden Sinne lasse wahre Bedeutung der Dinge täuschen. Aus diesen Gründen ist Revue der Ueberzeugung, daß es Lord Palmerston nicht gelin- n werde, seine besonderen Vrschwer'cen zu der Höhe einer nationa-
zog und die Herzogin von Montpensier zu begli'rckwi'mschen. Frage zu erheben; aber eben so wenig tritt sie den Hoffnungen Revue des deux Mondes versichert, es sei ein Jrrthum, zug 1 derer auf em.?!)- nahrn Fall c-.Z_c)rd Palnierston's bei: In einem Jadre ben, der“ Botschafter habe auf auddrückliche Befehle seincr Regi rdedieMajoritats-Jrage zwijchenWhrgsimd Jones durch allgemeine hin so gehandelt. Derselbe habe nur, aUZemeinrn Jnstructionen g» ahlen in England ent1chiedeii ryrrden. Daher wurden dwdedeutendsten so sich Verhalten zu müssen geglaubt, „die ihm ohne Zweifel dieg valen Lord J. Russell's fortsahreri, sia) auf der Seite zu haltxn, Zurückhaltung vorschrirden in Allem, wirs auf die Angrirgenh e Probe-Periode abwarten. Bis dahin habe das Kabmet keine Spaniens Bezug hat.“ Er habe seinen erthum bald erkannt deren Nebenbuhler zu furchteir, als Lord Stanley, Lord G. Ben? mit vollkommener Corrrtoisie wixdrr gut gemacht, denn es habe ck und den Herzog von Rtchniont. Diese Konkurrepz aher set bei dieser Gelegenheit für das diplomatischeCorps in dcr Tli- t schr furchtbar, “Lyrd Palmrijton hade dahrr noch eme ziemlich darum gehandelt, einer neuen Prinzessin drr Königlichen Jamilir ge ZUkUJ'st als Minister vor sich, um 'em ]eyiges Verfahren fort- Huldigung darzubrxngcn. Und mit dieser Vorstellung hättrndi m zu konnen urid Gelegenheit. zur Vergeltung" gegen Jranreich litischen Schwici'iqkeiti'n durchaus nichts zu schaffen gehabt, Ta [Wey und_zu finden. Er sei jest, w:e man yore, vorzuglrch mit ' orbereitung 1einer Verthridigung beschäftigt, um seine Verantwort- "keit in der spanischen Frage Fichcrzustcllen; rr ziehe in allen
)( Paris, “16. Nov. Bci der besonderen Bedeutung,“, in der nrurßcn Zeit die politischen Mitthrilungen der Revue) deux Mondes gewonnen haben, glaube ich Ihnen auchans heute erschienenen Hefte derselben das Wichtigste mittheilenrerm sen. Der erste Punkt, den sie in ihrer Chronik der [Wien “W, bespricht, ist die Abwesrnbeit des Lord Normanby von der neui. Aufwartung des diplomatischen Corps in renTuilcrirrrr, um den
gierung der Königin Isabella noch nicht anerkannt haben, an Beglückwünschung des ncuvermählteu Paares Theil nehmen können.
von K*- eleff, der russische Grfchäststräger, habe denHerzog vonM kffk- . „ 1_ , penstcrskzebvqftbekomplimentirt“ über seine glänzende Reise in Span "k als VkMUttler gedient habe zwijchen den Whigs „und Lord
und seine Worte hätten Sensation erregt im diplomatischen Co bkkdkkn-„ Namerrtlich und hauptsächlich im Hinblicke am das Parla- ent scheme er seine leßte Antwort auf die Note des Herrn Guizot m 5. Oktoher abgefaßt zu haben. Diese enthalte eine außerordentlich ge Auseinandersxyrriig der Thatsachen und Daten seit Anbeginn Frage., Es sei eme Art von Faktum, welches Lord Palmerston idm Tisch des Hauses der Gemeinen niederlegen zu können be- “habe. Der Ton seiner Note sei bitter. Es frage sich nun, : welcher Gelegenheit der edle Lord von Worten zu Thatsachen 1ergehen wolle. Bei seinem AlntE-Antkikk habe er mit der Ver- ncrung seines Wunsches guter Freundschaft mit Frankreich die Er- “rung verbunden, daß in Spanien und Griechenland die englische olitik ihre gesonderte Bahn vcrfolgrn wvlle. In Spanien sei er n unierlegen: um so ernster werde daher die Lage für das Mini- rium Kolertis und die französische Diplomatie in Griechenland, und » sd rvachsamcr müsse also auch die französische Regierung dort sein. ]eyigen Augenblicke könne Frankreich an Niemanden Konzessionen then„ von Niemanden welche vcrlangrn. Die (Hestnnungen Europa's, ankrerch gegeniiber, scien aber freundlich, davon habe Lord Pal- rfion siih überzeugen können. .
als Autorität in England gelte, auch in der levten
zogs von Serra Capriola, -- die Revue des deux Mondes rakterisirt sie als p[aincz är: [mn out -- hätten den Beweii geben, daß er nicht durch eine kalte Zurückhaltung habe_ an den legen wollen, als gedcnke er der Unterharrdlungen, m weird- Name des Grafen von Trapani lange gewischt gewesrn sri“.
Détails, die allgemeine Physiognomie der diplomatischen Welt, 0
*diirfniß, die Aufrechthaltung des Friedens sei. Dessenungearbtet g aber die Revue zu, das; sine gewisse Brsorgniß und Unruhe in
englischen Kabinets iiber die DoppKlvermählung in Spanien zusw
dingungen drs europäischen Frikdens nicht geändert seien, wenn ._
leidigung widerfahren. Frankreich habe aber in dir ganzean keine andere Absicht haben können, als sein „Recht zu vertbei ohne einen Verbündeten zu verleyen. Frankreichs Gcstnnungenit
zu bezichcn, die englische, wie die indische und chinesische, namentlich anusakturwaarrn, deren Werth von Geschmack und Mode abhängt; in lonialwaaren können auch kleinere Pläse bedeutende Geschäfte machen, ? 3: V. Flcrisburg, doch ist Hamburg;) Umsay iir Rohprodukten immer ck !rhr bedeutend: die Holländer kaufen dänisches Gertrude in Hamburg, 1 der Commisfionair nur eine Probe ausweist, worauf das Gctraide, ohne „_, "Ack quburg gekommen zu sein, von Dänemark aus auf Anordnung
'- Commnjsionairs nach Hoüand vsrscbifft wird. "Dänemarks geographische tßaliung rn Inseln odcr länglichen Halbinseln läßt nur kleine Handels- die Jrfiommm, der Anbau ist ;ersiiicfelt und eine Konzentrirung unmög- - Schweden und Norwegen sind fast durchweg gebirgig, mithin fehlen Ikoßen Fluß-Systeme, die Ebenen und Handels-Vcrbindungen im In- k"; stay deffcn ergießen sich eine Menge kleiner Flüsse ins Meer, an 'in-Mundungen eben so viel kleine Hafenorte liegcn. Man sieht, das? "Nest Lander es zu keinem Handrls-Centrum bringen können und daher Hgmburg angewiesen find. Zu dieser Stadt fist eine perpetuirliche "Umsfion, Welche auf alle Bewegungen und Bedürfnisse ihres mächtigen ndels; achtet und jede Aenderung in der merkantilen und Zoll-Geseßge- "I binnen drei Wochen bei den betreffenden Behörden durchführen und M Verwaltung aufnehmen lassen ka ,n.
Hamburgs Gebäude werden nach dem Brande aus Stein ausgefiihrt. MJ?“ waren sie fast durchweg, wie überhaupt im Norden, hölzern, da- d 91); sUkchtdaren_Feuersbrünsie, welche Hamburg, Kopenhagen, Bergen m," oékau m Arche legten. Endlich hat die Geseßgebung den Bau mit ] “.." im ganz:,n Norden erzwungen. Doch sicbrnmrch noch in Hamburg ,'YOlZcrrre Gebäude, Gott gebe nicht, als Futter für eine neue Feuersbrunst. “ ""Jkßarzien alten Thiirmc will die Stadt wieder a:.ifbaUen, doch meint m, das; wir einer thurmlosen Zcit enigegengehen, da die alten Bauwerke u " "Uhl verfallen. Er hat fich aiif seinen Reisen im Norden mehrere and alter Thürme verzeichnet, die abgetragen waren oder es werden ü".- vhne wieder" errichtet zu werden. 'Die Aussicht auf diese thurmlose 1111? einx Wk" odr: die Landschaft wiirde eine ihrer Zierden verlieren,
Dios dre Itadte, wenn sie fich jc erfüllen sollte. _ wel k Betrachtung, daß die ehemaligerrProvinzen des. deutchjen Reiches :ck cn "? der „Krone ihrer neuen Herricher seien, stimmt Herrn Kohl ! “JW "[ck" „triibe; et versichert sevr heiter, daß SchicSwig und Lauen- 1311er Unimglrchsie Theil der dänischen Laxrde seien, das; das kleine
" "'I mit seinen 22 Q::adratmeilcn so viel einbringt, als das König- oviqokw'skn- fürudas. es eingetauscht wurdc; daß die druischen Ostsee- ids. ZZ"- dle flamlandiichen, das Elsaß die herrlichsten Bestandtheile Ruß-
“D “lgjkqö urid Frankreichs bilden. .
"rm“ kanische Eiienbahn-Syftem hat zuerst in den deutschen Landen oesr-jdgeschlagxn; jetzt baut man_ an der Bahn von „Koperr'hagen nach “„ich!“ Mkr durch Skeland. Durch diese Bahnen Wird Danemark mit um dcmd innrg-verknupft und folglich von Schweden und Norwegen„ge- m “B eren eorrpmes Termin Schienenn-ege unmöglich macht. Die dant-
ahnen bieten keine Schwierigkeiten dar: auf der Stricke von Ham-
Luft ist heiter und knit, und ihrTon, so wie der der rrßarrten Natur
haupt, isi, bei einer tüchtigen Technik, an dem Bilde schr zu [oben, In unserem nächsten Artikcl werden wir zu den Werken der?
übergehen. 5.
Zur Reife - Literatur.
Reisen in “Dänemark und den Herzoqthümern Sch1 wig und Holstein. Von J. G. Kohl. ZwriVä Leipzig, bei F. A. Brockhaus, 1846.
Herr Kohl hat eine Unermüdlichkeit im Reisen und im Schreiber in der That zu bewundern ist. Schade nur, daß diese Art der Th mit der Zeit einen fast industriellen Charakter annimmt: er reist zu und schreibt zu viel, Bei der rrngemtinen Leicht!" keit, zu reisen, wel Eisenbahnen gewähren, gehen Hunderte dieselbe oute, die er gegar- und es entsteht dadurch an den Reisebeschreiber die Anforderung, nur sagt, was nicht Jedermann sagen kann. Wer jcvt nacb HL geht, benußt auch die Eisenbahnen nach Kiel und Rendöburg imd hg" daselbst vielleicht länger auf, als Herr Kohl; Viele von denen, dieS münde rmd Rügen besuchen, machen mit dern Dampfboot einen?]11 nach Kopenhagen und gehen auch in Thorwaldseri's Museum. „ nicht ut, wenn alle diese Leute das Tagebuch ihrer Reise drucchl Nun Fehr freilich Herr Kohl nls Rasendrr von Fach und Routine, "1 zexer Zeit mehr, als viele Andere; aber das darf ihn nicht zu cm!! Seiten langen Ausführlichkeit verführen, in der er nicht bloß selir blk" zählt, was er gesehen und gehört hat, sondern auch, was er gem 9, hätte, aber leider nicht gesehen hat. Wenn man sein Buch ließ- " winnt man die Vorstellung eines Mannes, der sehr behaglich a:!s “" napé liegt oder in der Stube auf- und abgeht und dabei dikiirt, k“ Schreiber nicht weiß, wie er folgen soll. Es wäre gewiß sririem RU drm Vortheil seines neuen Verlegers niihlicher, man er fich tiirztk mehr den Extrakt der Studien und des Gcsrhrnen gäbe. UnsM", wird es gleichwohl willkommen sein, einige Mittheilungen aus den! santeren Partieen des Werkes zu erhalten.
Herr Kohl reist voanamburg aus, dem Hauptort für den skandinavischer Produkte, “dem natürlichen Stapelplas für alle Waük“ Westens und des Nordens. Der Neid der Dänen gegen die “k“," Hamburgs isi eben so ungerecht als vergeblich; denn es wäre unn! durch Bevorzugung einer dänischen Secßadt eine gleiche Bedeutung “" leihen. Die jabrhundertlange Handels-Praris drr hamburger, 11th menfluß von Warmn und Menschen, die Erleichterung des Verkrhk' niedrige Zölle, Wechselrecbt, wohlthätige Handels-Usanxcn, Bankeu- („ Fuhrleute, Mäkler und was sonst den Handel erleichtert -- das Aal Vortheile, die sich nicht so plövlich auf einen anderen Ort iibertraSMs Durch die Konkurrenz ist ckHamburg jede Waare am billigskeu und ,
Die Revue giebt von neuem zu, daß in dieser Sache die '
sich nicht leicht über _
nkten Lord Clarcndon zu Rathe, der in Allem, was Spanien be- -
1375
Großbritanien und Irland.
London, 16, Nov. Vorgestern hielt die Königin in Windsor- Schloß eine Geheime Raths-Sihung, und heute Versammeln sich sämmtliche Kabinew-Mitglieder zu einem Minisierrath;
Die Gesandten Oesterreich6, Rußlands und Preußens hatten in den lev1en Tagen häufige Privat-Konferenzen mit Lord Palmerston.
Die Morning Chronicle, das Hauptblatt der Whigs, sagt über die Umgeßalrung der Verwaltung des Herzogthums Lancaster Folgendes: „Die Morning Pos! von gestern enthielt einen Ar- tikel, worin gemeldet wurde, daß die Geschäfte des Herzogthums Lancaster von einer Behörde von Kommissarien verwaltet werden sollten, welche aus dem Grafen Spencer, dem Grafen von Lincoln, Sir J. Graham und dem Grafen von Hardwicke bestände, Es ist schon einige Zeit für sehr zweckmäßig gehalten worden, daß eine beständige Behörde für die Verwaltung des Eigentbums der Krone in dem Herzogthume Lancaster errichtet würde. Wenn wir nicht irren, besteht eine ähnliche Anordnung bereits für die Verwaltung der Grundbesiyungen in dem Herzogthume Cornwall. Tie politi- schen Geschäfte und das Patronat des Herzogtbums bleiben jedoch nach wie vor bei dem Kanzler von Lancaster. Dic Schlüsse, welche die Morning Post aus der neuen Anordnung zu ziehen sucht, werden daher schon kaum durch die Thatsachen verbürgt. Aber wenn dies Alles auch nicht der Fall wäre; wenn auch die Er- nennungen mehr einen politischen Charakter hätten, als ihnen mit Recht zugeschrieben werden kann; so möchten wir doch wenig- stens daran zweifeln, ob das Land im Ganzen in einer oder der anderen Weise das besondere Jntereffe an dieser Angelegen- heit nehmen möchte, welches die Morning Post zu erwarten scheint... Das Land ist so ganz durchdrungen von der Ansicht der praktischen Unwichtigkcit der Unterscheidung zwischen Konfer- vatismus und Whiggisinus', es bekiimmert fich so wenig um die bloßen Personalien der offiziellen Rollen; es ist so frei von allem tiefen parteilichen Haß oder Zuneigung, Vorurtheilen oder Begün- stigungen“, es wünscht so dringend, daß diejenigen in Dienste treten, welche die größte Geschicklichkeit und Neigung haben, ihm zu dienen; daß der gemeldete Wiedereintriit einiger der geschicktesten Männer des früheren Ministeriums in die Verwaltung ihm die natürlichste Sache von der Welt scheinen wird.“
In Bezug auf die in Liverpool wegen Herabseyung der Thee- Zölle gebildete Gesellschaft enthält derExpreß heute einen Artikel, wvrin die beiden gewöhnlich gcgen die Herabsetzung vorgebrachten Einwürfe - zu großer Ausfall in den Staats-Einkünften und wahr- scheinlichr's, durch den Mehrverbrauch hervorgerufrnes Steig?" dcr Tbeepreise _ widerlegt werdrn. Jetzt werden 100-450 pCt. Zoll von den feineren und 300-400 pCt. von den geringeren, fiir die arbeitenden Klassen brstimmten Theesorien erhoben. Durch eine Er- leichterung der [esteren namentlich werde die Mehreinsuhr des Thees den Ausfall in der ZoU-Einnahme größtentbeils decken, während an- derentheils durch größeren Zuckcrvcrbrauch sich das Gleichgewicht in den Staats-Eiiikiinfren voUständig hersteller: werde. Wegen des Steigens der Thcepreise auf den chinesischen Märkten dürfe man un- bescrgt sein; Großbritanien verbrauche seht 3 pCt. der chinesischen Thee-Production; die leytere [ase sich fast bis ins Unendliche Vermeh- ren; verdopple sich nun auch der Verbrauch in Großbritanien, so würden diese 6 pCt. für China, im Vergleich zum Gesammt-Ver- brauch, wenig bedeuten. l)r'. Morrison habe um!) einem offiziellen chinesischen Census vom Jahre 1825 die Einwohnerzahl China's auf 352866012 angegeben; seit dieser Zeit müsse sie noch beträchtlich zugenommen haben, Rechne man nur 4 fund Thee jährlich auf die Person in einem Lande wie China, wo hee das allgemeine Ge- tränk sei, während auf der Insel Jersey bei dem dortigen niedrigen Zolls 5 Pfund jährlich auf die Person kommen, so stelie sich da nach jener ersten eher zu geringen als zu hohen Annahme die Thee-Con- sumtion der Chinesen selbst jährlich auf. . 1,411,464,048 Pfd.
die Ausfuhr nach
Großbritanien und Irland jährlich ............. 57,584,561 „ den Vereinigten Staaten ...................... 18,502„148 »- Holland ................ . ..................... 2,000,000 1» Hamburg, Bremen, Dänemark, Schweden :c. .. 3,000,000 » Sydney und Australien ...................... 4,000,000 „ Spanien und Frankreich .. ............. . ...... 2000000 »
1,503,3.-50,457 Psd. Hierbei ist ganz von den bedeutenden Ausfuhren nach Tanquin, Cochin-China, Cambadscha, Siam, den Philippinen, Borneo :c. ab-
gesehen.
burg nach Kiel war die Auötrocknung eines Morasies die einzige. Ju kur- zer Zeit wird man also statt auf der Hamburg-Kopcnhagener Chaussee die- selbe Route mit Dampf reisen.
Freilich wünschen die Dänen, um nicht mit Deutschland allzu innig zit_verschmelzen, statt der Längenbahnen Querbahnen von der Nordsec- zur Ojtste-Küsir. Kohl brmcikt aber sehr richtig, daß, va!e man die Quer- bahnen zuerst bauen, man zuerst die Zweige und dann den Stamm des Baumes formte. Die Längenbahnen wiirden später doch nothwendig Wer- den, um nur die Querbahnen zu halten.
Die ganze cimbrische Halbinsel ist auf der Ostkiiste mii Buchenwaldun- gen bedeckt, aus der Westküste sandiges Dünenland, in der Mitte Haide- land. Die Buche ist der das Land charakterisirende, von den Dichtern als sein Emblem besungen: Baum. Einige Etymologen haben zwar das Wort „Dänemark“ nicht von dem alten Könige Dan, sondern von der Tanne abgeleitet, aber wohl mit Unrecht: Tannen giebt es in Dänemark nur da, rvo man fie wie in Schottland und dem nördlichen England kiinstlich an- gepflanrt hat. Sein Wald ist durchwrg Laubwald: Buchen, Eichen, Lin- den, Cschen, Birken, Weiden u. s. w., die Buche aber herrscht vor, wie auch in dem südlichen Schweden, das mit Dänemark Natur und Klima theilt. Daß die Buche nur auf dem ößlichcn Kiistrnstrich dcr cimbrischen Halbinsel vorkommt, hat seinen Grund in geognostischen Verhältnissen, nämlich in dem Geschiebcrhon, der die Hiigel des Ostens bildet, und an den die Birch: daselbft gebunden scheint. Auf ihm gedeiht fie so herrlich, wie Kohl Aehnlichcs nur in Ungarn sah, wo die schönsten V.:chcnforfte freilich unbeniist sieben und nur dazu dienen, um halbwiide Schweine mix ihrem Abfall zu mäßen. '
Den deutschen Herzogthümern Dänemarks fehlt der eigentliche Mittcl- punkt, wie ihn Altpreußxn in Königsberg, Schlesren in Breslau, Elsaß in Straßburg hat. Denn in Kiel ist die Universität, das Ober-Appeüations-
erichr, der Sitz des holsteinischcu Adxls und drr jährliche sogenannte „Um- chkag““,* auf dem die meisten Geschäfte zwischen Adel und Kaufleuten ab- geschlossen werden; dagegen rrfidirt der Statthalter in Schleswig, wo auch das Gmeral-Kommando und die Regierung beider Her;ogthiin1er ihren Sis haben, drogleichrn das Obcr-Gerrcht und die Provinzial-Stände des Herzogtbums Sckleöwig, Die holsteinischen Stände kommen aber in Zst- hoe zusammon, Altona is! die Haupt-Handelöstadt, Rendsburg die vor* nehmße Feßung - kurz, Alles ist zerßreut. „_
Außer dem niedersächfiichcn rchtdeutschen Stamme wohnt in der Nai): Kiels das klcine Völkchen der Probsteier, Nachkommen der alten flavi- schen Wagrirr, die das östliche Holstein bewohnten, Zest sind fie KU? S“" manisirt, wie in Mecklenburg, umerscheiden sich aber durch die Bauart ihrer Häuser und ihre Kleidung; auch sind ihre bäuerlichen Verhältnisse weniger entwickelt, als die der echtdeutscben Holüeiner.
Kiel iß ein Vorposten deutsckrer „Kultur in Dänemark, wie Straßburg in Frankreich, Dorpat in Rußland; sie ziehen jedoch aus ihrer StZUirrrg wenig Vortheile für die Wissenschaft des Mimerlandes. Sie smd namlich vorzugsweise befähigt, uns Deutsche iiber die Zußände der Lander zu m-
Die Königliche Ackerbau-Gesellsrhqft von Irland„ an deren Prä- sidenten, den Herzog von Leinster, der neulich: Brief Lord John Russell's gerichtet war, hielt vor kurzem eine außerordentliche Ver- sammlung, bei welcher auch O'Connell zugegen war. Sie hatte zum Zweck, über einen Antrag _zu berathen, welcher die Suspendirung der; 14ten Artikels der Gesellsehafts-Statuten verlangte. Dieser Artikel bestimmt, daß die Gesellschaft bei ihren Versammlungen niemals po- litische Fragen erörtern oder sich mit einem Gegenstande beschäftigen will, der vor eins der beiden Parlamentshäuser gebracht werden soll oder einem derselben zur Diskussion vorliegt. Der betreffende Antrag ging durch, obgleich sich von mehreren Seiten Widerspruch erhob. Darauf schlug ein Mitglied vor, die Gesellschaft möge sich zu einem Comité bilden, um Schritte zu thun, daß über den Umfang, der aus der gegenwärtigen Arbeitsbeschaffung herfließenden Vortheile, wie über die Mängel derselben, genaue Auskunft erlangt und hieraus ein Bericht über die wünschenswerthen Verbesserungen erstattet werde, um dann die gemeinschaftlichen und umfassenden Erfahrungen und Beobachtungen der Gesellschaft den betreffenden Behörden von Zeit zu Zeit zur Kenntnißnahme und Berücksichtigung vorzulegen.
Die Dailey-News warnen Lord Palmerston vor einem kom- menden Sturm, der, falls er nicht gerüstet sei, ibn verderben möchte. Anden: “Donner der engiisch-französischen Preffe und an dem „lei- sen, murmelnden Winde“, der in den Kolonnen der Times zu pfei- fen anfange, seien die Symptome zu erkennen. Wo noch vor einigen Tagen Sonnenschein, fange es an, dunkel zu werden, Und bald werde man wohl den alten Donner und Hagel von Tadel gegen ihn los- stürzen sehen.
Demselben Vlatte zufolge, hat das Artillerie-Deparirment die Einführung der Schönbeinschen Schießbaumwol1e im britischen Heere als unzweckmäßig verworfen.
Belgien.
Brüssel, “18. Nov. Der Adreß-Entrvurf der Repräsentanten- Kammer ist im Ganzen nur ein Wiederhall der Thronrede; doch ist es aufgefallen, daß derselbe auf die Phrase dieser leyteren, „daß die Regierung auch ferner auf die Unterstüyung der Kammer rechne“, keine entsprechende Gegenphrase enthält. Herr Rogier hat im Na- men der Opposition ein Amendement zu dem Paragraphen über das Unterrichtswesen gestellt. Herr von Broukere tadelte das Ministerium, daß es den Preß - Prozeß gegen das Blatt Mephistopheles und andere Spottblätter nicht schon frii- her anhängig gemacht habe. Die Minister des Innern und der Justiz entschuldigten ihr spätes Einschreiten damit, daß sie die ge- wöhnliche Milde der Regierung in Preßprozessen erft dann für gefähr- lich gehalten hättrn, als sie gesehen, daß diese Blätter größere Ver- breitung im ganzen Königreichesänden und ungewöhnliches Aufsehen ck_- regten. Der eingeleitete Prozeß erstrccke sich mdeß mehr auf die Artikel, als gegen die Karikaturen. Herr Vrrhaegen besprach auch diesen Prozeß, tadelte jedoch das Unbestrastblciben der verübten Ei.; zesse gegen die Läden der Herauögeber dieser Blätter, „Gleichzeitig griff er die Regierung wegen der Uebergrrffe der Gerstlrchkrrt rm höheren Unterrichtswesen an und klagte darüber, daß man die Kir- puziner ungestraft betteln lasse, während man andere Bettler gehörig einzusperrcn wisse.
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 11. Nov. Se. Majestät sind von einer dritten Seereise nach Norrköping, wo sich, Berichten nach, Prinz August in der Besserung befinden soll, gestern Nachmittag zurückgekehrt. Von der Heimreise des» rinzen Gustav Oskar, Herzogs von Upland, hat man Nachricht, da er unter dem von ihm angenommenen Namen eines Grafen von Stjernsund, sammt dem Grafen Hamilton, durch Hamburg gekommen isi.
Dänemark.
Kopenhagen, 16. Nov. Der Herzog von Upland isl ange- kommen und wird 8 Tage hier verweilen.
Aus der jetzt veröffentlichten Rechnungs-Ablage der Bank geht herVor, daß deren Aktiva am 31. Juli d. J. betrugen: 36,309,501 Rbtvlr, Zl Sch., darunter: 328,217 Rbthlr. 6 Sch. an Bankyaften in Dänemark und 20,590 Rbthlr. 7.5 Sh. an Bankhaften in den Herzogthümern; 6,494,300 Rbthlr. in einer Königlichen Obligation, 346,888 Rbthlr. 33 Sch. an Guthaben bei dem schleSwig-holsteini- schen Bank-Jnstitut in Altona; 8,325,005 Rbthlr. 88 Sch. an Obli- gationen für Darlrhen auf Faustpfand; 2,901,790 Rbthlr. 57 Sch. an Obligationen mit direkter Verpfändung festen
*-
formiren, in denen sie liegen, durch fortlaufende Journale oder Archive, wie es in England das Asiatic Journal für Asien, die Foreign Review für den Kontinent thut. Aber diese Pfiiéht wird aller Orten versäumt. Das staatsbürgerliche Magazin 1)|'. Falk's fiir Schles- wig-Holsieiu iibrrscßt und nimmt nur dasjenige Dänische auf, das speziell die Hrrzogtbiimrr angeht. _Nach seinen Tabellen beträgt die Ausfuhr aus dem Herzogthum Holstein in den Jahren 1833-1838 einen Werth von etwa 42 Millionen Reichsbank-Thalcrn, von der das Meiste auf Deutsch- land, nur 2 Millionen aiif Dänemark kommen. Die Einfuhr betrug wäh- rend derselben Zeit 17“; Millionen, wovon 1F Million auf Dänemark kom- men. Demnach verhält sich die Handelsthätigkeit zwischen Holstein und Dänemark und zwischen Holstein und dem Auslande wie 1:20. Der Ver- kehr zwischen Sachsen und Schlesien, Württemberg und Bayern ist viel bedeutender. (Fortsetzung folgt.)
Wien, 9. Nov. Wir haben heute einen durch seine liebenswürdige Persönlichkcit auSgczeichnetm, allgemein geachteten Schriftsteller, den Kai- serlichen Hof-Secretair und Konzipisten des geheimen Staats- und Konft- rcnz-Raihes, Christoph Kuffner, beerdigt. Im Jahre 1780 in Wien ge- boren, fiel seine Jugend in die literarisch auflebende Zeit Joseph's ll. Im Hause seines Vaters, eines Kaiserlichen Beamten, versammelte sich stets ein Kreis von Kunst-Notabilitäten, unter denen auch Mozart und Haydn, für den cr später ein Oratorium: „Die vier lesten Dinge“, wie später ein Oratorium „Saal“ für Beethoven dichtete. Beide Meister überraschte der Tod während der Composition. Unter den Klassikern waren es die lateini- schen, Virgil, Horaz, Ovid, unter den deutschen Hölty, Bürger, Geßner, an denen sein früh erwachtts Talent fich heranbildrte; und so mochte, es auch kommen, daß sich dieses wenigcr der Gegenwart arischloß und ihnimcht, trod einer sehr großen Produkiivität, zu jener allgemeinen Popularnät gelangen ließ, wclche andere minder Gelehrte, aber phantasievolle Keck: vor ihm erreich- ten. Sein erstes Produkt, mit dem er im Jahre 1801 auftrat“, war ein Roman: „Der Geliebte im Sarge“; ein zweites war: „Der Bund der Fetten und Magern,“ Mehr wirkte er durch eine metrische Uebersrsung des Piantus in 5 Bänden. Wien 1806. Nun folgten in mehr als 30 Bän- den Romane, Erzählungen, historische Auffäse und unter anderen die Trauerspiele „Andromache“, „Cervantes in Algier", „Tardeja“, „Ulrich von Württemberg“, „dieMinnesänger auf derWartbrrrY“, „Be1isar'“ und „Catilina“, „die Mediceer“ u. s.w.„ die mehr oder weniger Bei all aus dem Hofburg-Theater nnd dem an der Wien ärndteten. Sein bedeutendstes Werk aber, das ihm einen Ehrenplas in der österreichisckren Literaturgeschicbte an„wtiß, ist „Artemidor in Rom““; es ist das über. Rom und Italien, war) die Reise des jüngeren Anacharsiö über Griechenland ist, und zeigt von der Gexehrsamkeit und Bildun des Verfassers. Die Hermwgabe .seintr gesammelten Werke bei Klang n Wien besorgte der Autor selbst, die lezten Bände find so eben
im Erscheinen. Kuffner genoß allgemeine Achtung.
K
*-
N“: _;*7 ;?!»