1880 / 77 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 01 Apr 1880 18:00:01 GMT) scan diff

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„Die unterzeichnete Königliche Kreishauptmannscbast „hat

die tm Selbstverlage des Verfassers erschienene Dru cks chrqt: „Der Feldzug des Herrn F'indel gegen die Sozial- demokratie, enthaltend die VerbotSverfügung der binnen acht Tagen vergriffenen Broschüre: „Noch einmal Hr. Fmdel ,und die So ialdemokratie“ mit einem Anhange über die neueren orZilinge nebst einer Erklärung des Ilke1chr§tagsabgeordneten uer u. s. w. Von W. Hasen- c eve

“auf Grund der §§. 11 und 12 des Reichsgeseßes vom 21. Ok-

tober 1878 zu verbieten beschlossen.

Leipzig, den 30. März 1880. Königliche Kreishauptmannschast. Graf zu Münster.

YicHtamtliches. Deutsches Neich.

Preußen. Berlin, 1. April. Beide Kaiserliche Majestäten empfiZZen heute den Besuch Sr. Königlichen iHv eit des Prinzen ilhelm nach Seiner Rückkehr aus Eng: an .

Heute findet eine musikalische Abendunterhaltung im Königlichen Palais statt.

Den Kammerherrendienst'bei Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin haben die Königlichen Kammerherren Freiherr von Rosenberg und Graf Gersdorff Übernommen.

-- Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat durch Cirkularerlaß vom 17. März d. J. bestimmt, daß bei Ver- tretungen beurlaubter oder erkrankter Beamten durch Arbeiter nm: dann eine Verrechnung des Lohnes derselben auf „Stell- vertretungskosten“? zu erfolgen hat, wenn die Vertretung nicht durch das ständige Arbeiterpexsonal, sondern durch ledig- lich zu diesem Zweck angenommene, Arbeiter bewirkt wird. Wird dagegen die SteÜvertretung durch das ständige Arbeiter- personal bewirkt, so wird dadurch eine Aenderung in der Ver- rechnung des Arbeitslohnes nicht bedingt.

- Die Strafverfolgung von Vergehen, die im Höchstbetrage mit einer längeren als dreimonatiichen Gefäng- nißstrafe bedroht sind, verjährt nach §. 67,2 Str. G. B. in fünf Jahren, von anderen Vergehen in drei Jahren. In 23er auf diese Bestimmung hat das Reicthericht, 1,1. trafsenat, durch Erkenntniß vom 27. Yanar 1880 aque- Fpro en, daß die Strafverfolgung von Berge en, welche nur *mit Geld irafe bedroht sind, stets in drei Jahren verjährt, also auch dann, wenn der Höchstbetrag der angedrohten Geldstrafe im Falle der Umwandlung in Gefängnißftrafe zufolge §§. 28, 29 des Str. G. B. eine die Dauer von drei Monaten ÜbersteigEnde Gefängnißstrafe ergeben würde.

_ Nack) §. 216 der Strafprozeßordnung muß zwisciyen der Zustellung der Ladung und dem Tage der Hauptverhand- Lung eine Frist von mindestens einer Woche liegen. Ist diese Frist nicht eingehalten, so kann der Angeklagte die Aus- seßung der Verhandlnng verlangen, so lange mii dex Ver- lesung des Beschlnffes über die Eröffnung des Hauptvsrfai): rens nicht begonnen ist. Ferner soll nach §. 227 der Straf:

rozeßordnung der Vorsitzende den. Angeklagten mit der Be- gniß, Ausseßung der Verhandlung zu verlangen, bekannt machen. In Be ug auf diese Bestimmungen hat das Reichs: gericht, 11. Strazf'senat, durch Erikenntniß vom 30. Januar 1880 auSgesprochen, daß die Nichteinhaltung der Frist zwischen Ladung und auptverhandlung und die unterbliebene Beleh- rung des Vor itzenden, deshalb cine Vertagung der Verhand- lung verlangen zu können, nicht zu einer Aufhebung des so- dann durch die Revision vom Angeklagten angefochtenen El-

kenntniffes führen. Fürstlich

- Der Bevollmächtigte zum Bundeßrath, Fchwarzburgische Staats-Minisier Freiherr von Berlepsck) 1| nack) Sondershausen abgereist.

- Se. Hoheit der Herzog Paul von Mecklen- burg-Schwerin, Rittmeister und seither EswdrowChef im Vrandenburgischen Husaren: Regiment (Zietensche Husaren) Nr. 3, Höchstwelcher unter Stellung 5 15 811118 des gedachten Regiments zur Dienstleistung bei dem General-Kommando “des 111. Armee-Corps kommandirt worden, ist zum Antritt dieses Kommando's hier eingetroffen.

-- Als Aerzte haben sich niedergelassen die Zerren: Dr. Jonas in Liegniß, ])r. Geßner in Freistadj, ])r. ind in Aplerbeck, ])r. Craemer, genannt Schulte, in Castrop, ])r. unke in Mengede, Ur. Wortmann in Brakel, 1)r. oh.

midt in Iserlohn, Dr. Rinkhausen in Usingen, [)1'. ar- denheuer und Warren in Bonn, ])1'. Benj. Auerbach in Cöln, 1)r. Decker M Nippes, ])1'. Koerfgen in Zülpich, Brockmann in Manderscheid.

“_Bayern. Miinchen, 31. . (W. T. B.) Se. Majestät der König hat mittels eines rszeinr gnädigen Hand- schreibens dem General der *nfanterie, Freiherrn von de-r Tann, welcher heute sein 25 riges GeneralSZUbiläum feiert, das Großkreuz des Militär-Verdiens1-Ordons verliehen.

Sacksen=Weimar=Eisenach. Weimar 30. März. (Dresd. ourn.) Der Chef des weimarischen Fustizdeparte- ments, irkl. Ge? Rath 1)r. Stichling, begiebt sich morgen nach „ena, wo elbst eine Konferenz von Kommiffaren sämmt icher Staaten, die an dem gemeinschaftliihen t üringi- Lehen Ober-LandeSgericht betheili t smd, stattfindet. reußen | vertreten durch den Geh. Nat Kurlbaum, Meiningen durch den Wirkl. Geh. Rath von Uttenhoven, Altenburg durch den MinisteriabNat Göpel, Coburg-Gotha durch den Geh. Ne- Yerungs-Rax ornbostel, Schwarzburg-Rudolstadt durch den taatH-Mimter von Bertrab „Reuß ä. L. durch den Regie- rungS-Rath Meidinger, Reuß ]. L. durch den Geh. Staats- W? Voüert. Den Hauptgegenstand der Berathun en, die sich an mehrere Tage erstrecken, bildet das Negulatv für die StaatSprüfung der Juristen.

effen. Darmstadt, 31. März. (W. T. 23.) Heute Bormttag 11 Uhr fand in der Schloßkirche die Kon irma- tion der rinzessinnen Victoria und Eli abeth statt. Der ro her og und die Mitgkieder des Gro herzog-

1ichen Hauses, ie önigin Victoria, die Prinzessin Beatrice,

der Prinz und die Prinzessin von Wales, Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz, der Großherzog und die Frau Großherzogin, sowie der Erbgroßherzog von'Baden wohnten der Feierlichkeit bei. _ Die Königin Victoria besuchte hegte Mittag die Grabstätte der Groß erzogin Mice. Die Abreise der Königin ist auf morgen Na mittag 4 Uhr 30 Minuten

festgeseßt.

Elsaß = Lothringen. Straßburg, 30. März. Die gestern aUSJegebene Nr. 5 des GeseßblatteS für Elsaß- Lothringen publizirt das am 24. d. M. von Sr. Ma1estät dem Kaiser vollzogene (Heseß, betreffend die FejisteÜung des LandeßhauShaltS-Etats von Elsaß=Lothringen fiir das Etats- jahr 1880/81.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 30. März. Die „Presse“ schreibt: Mit der Einbringung der Wehrgeseßnovelle nach Ablauf der parlamentarischen Osterferien soll es nun doch Ernst werden. Die Verhandlungen zwischen den Ver- tretern der detheiligten Regierungen haben insofern zu einer Verständigung geführt, daß 1th die endgültige Textirung des bezüglichen Gesetzentwurfs vorgenommen wird.

*Die Eisenbahnkommiision des Herrenhauses soll, wie dem „Prager Abendblatt“ berichtet wird, schon in den nächsten Tagen zusammentreten , um die Vor- lagen, betreffend die Lokalbahnen und den Bau der Arlberg- bahn, in Verhandlung zu ziehen. Hinsichtlich des Lokalbahnen- Geseßentwurfes machten sich unter den KommissiOUSmitgli-xdern mancherlei Bedenken g-ltend, so daß der Entwurf mehrfach amendirt werden dürfte. Dagegen werde der Gesetzentwurf, betreffend die Arlbergbahn allex Wahrscheinlichkeit nach unver- ändert genehmigt werden.

- Wie die Wiener „Montagsrevue“ erfährt, gestalten fick) die Steuereingänge im ersten Quartale 1880 aber- mals giinstig. Während die indirekten Abgaben sick) auf der Höhe des Vorjahres erhalten, weisen die direkten Abgaben ein erheblicheé- MUS auf. Mit Riicksicht auf die ungünstige Ernte dss Vorjahres - bemerkt das genannte. Blatt - ist dieses Resultat doppeit erfreulich.

- 31. März. (W. T. V.) Gegenüber bezüglichen Nachrichten eng1ischer Blätter meldet die „Presse“, daß über die kirchlichen Angelegenheiten VWniens thatsächlick) mit dem Patriarchen in Konstantinopel eine Konvention in französischer und griechischer Sprache abgeschlossen worden sei. Daß eine solche Abmachung nur für die Dauer der Okkupation Geltung haben könne, gehe aus der staatsrechtlichen Stellung BoSniencZ von selbst hervor.

»- Die „Polit. Corresp.“ meldet aus Konstantinopel: Man glaubt, daß die heute erwartete Antwort der Pforte auf die [eßien Vermittelungsvorschläge des italienischen Botschaf- ters, Grafen Corti, in der montenegrinischen Freige Uitimmend ausfaÜen werde. - Die Pforte, berief die in AUE- Jiicht gestellte Kommission von Aerzten der europäischen Bot- schaften und Gesandtschaften und anderen medizinischen Nota- bilitäten zur Prüfung des GeisteéZzusiandeS des Mör- ders des russischen Oberst-Lieutenants Kummeran. - Aus Bukarest: In der diplomatischen Vertretung Ru- mäniens stehen umfassende Veriinderungen bevor.

Prag, 1. April. (W. T. B.) Der Kronprinz Rudolf ist hier eingetroffen und von der Bevölkerung enthnsiastisck) begrüßt worden. Zum Empfange deS Kron- prinzen hatten sich die Spißen der Behörden und das Koüegium der Stadtverordneten am Bahnhofs versammelt. Der Bürgermeister hieli eine Ansprache, in welcher er der freudigen Theilnabme, welche die Stadt Prag an der Ver: lobung deG Kronprinzen nehme, Ausdruck gad Und die Hoff- nung aussprach, daß der Kronprinz mii seiner. Gemahlin Hier seinen Aufenthalt nehme. Der Kronpi'inz dankte in demscher und böhmischer Sprache und bemerkte, daß er gern in Prag weile. Nach dem Adschreiten der Fronten der Bstrgerroachen

fuhr der Kronprinz diirch die mit österreichischen und belgischen

Fahnen prachtnoü geschmückte Stadt nach dem Schlosse.

Pest, 30. März. Das Ab eordnetenhaus wird „morgen eins formelle Sißung abha ten, in welcher eine 2171- zahl bereité; sanktionirter Geseße verlautdart werden soll. »- Die Verhandlungen der ungarisch-kroatischen Re ni- kolar-Depuiation soüen noch im Laufe dieser Woche wieder aufgenommen werden.

Großixritannien und Irland. London, 30. März (Al]g. COM.) Die Heerschau der Freiwilligen ik; Brightdn ist gestern, von schönem Wetter begünstigt, höchst erfolgreich verlau;en. An dem Scheingefechte, das etwa zwei Stunden dauerte, betheiligtcn sich ca. 20 000 zreiwillige aller WaffengattUnÉFn unter dem Oberbefehle des rinzen Eduard von Sachsen: eimar. Am Schlusse des Manövexs defilirten die F'ceiwilligen-Bataiüone bei dem Herzog von Cambridge vorüber, der von einem glänzenden Stabe, bei dem sich auch viele fremdherrliéhe Offiziere befanden, Umgeben war. Das militärische Schauspiel hatte große Menschenmassen. heran- W[Ockt. Die militärischen Berichterstatter rühmen die gute

iannqucht und OrdnUng, welche unter den Freiwilligen herrschte, sowie decen treffliche Haltung.

AnsKabul wird dem „Reuterschen Bureau“ unterm 29. ds. gemeldet: „_

Der Kampf zwnckycn Mahomet Jan und den Hazaras dauert fort. Die Meldung von der Niederlage des Ersteren ist zweifelhaft. Es herrscht beträchtliche Aufregung vnd es verlautet, daß längs der Kommunikationslinie eme Erhebung beabsichtigt ist. Kamtän Showers, vom bengalischen SiaHScorps, rvurde auf dem Matsche zwischen dem Chappergebirge nnd Quetia ermordet. Die Gsbilzais schaaren sich in der Nachbarschaft des Shaturgardan-Pafi'es zu ammen.

. Die Situation in Afghanistan faßt die „Times“ Wie folgt “zusammen: „Zn Kabul find Unsere diplomatisckyen Agenten bemüht, Unter- bandlungen mit den Chefs von Gbuzni, Marke:]? und Kobistan, die einiae Nei ung bekunden, fia) mit uns zu verständigen, anzuknüpken. Zwischen, abul gnd Peschawur, auf der sogenannten Kbyber -Linie, haben einige Kampfe stattgefunden, und die Stämme verrathen eine kriegerische Siimmung. Aus Kuram liegen keine Nachrichten von Belang vox“. Mahomed Jans Gewalt über Gbuzni ist durch die Hazaras geschwächt worden. Außerhalb der unmittel- baren S bare unserer Operationen finden wir, daß das Erscheinen Abdurra man Khans nicht allein in seine'c eigenen Provinz Balkb, son- dern auch in Herat Unruhe erzeugt hat. Seine Pläne find Niemandem bekannt,. Das: er sich noch immer (10 Jura als Hexrscher von Afgbajzistan betrachtet, darüber kannfkein Zweifel obwalten. Ebenso sicher ist es, daß, er dazu bestimmt ist, eine wichtige RoUe i.: der Zukunft des Königreichs zu spielen.“

-- 31. März. (W." T. B.) Bei den bis jeßt stattgehab- len Parlgmentswahlen sind 29 konservative und 20 libe- rale Kandidaten, sämmtlich ohne Oppofition, gewählt worden. An vielen Orien beginnen heute die Wahlen; die Theilnahme an denselben ist sehr groß.

-- 1. April. (W. T. B.) Bei den gestrigen Parla- mentswahlen wurden im Ganzen 90 liberale Kandidaten, darunter (Hoschen und Bright, und 61 konservative Kandidaten, da'runt'er der General-Fiskal Giffard in Launceston, gewählt. Die Liberalen haben'bisher 16 Siße gewonnen. In Hackney, Weftmmster und Birmingham wurden die bisherigen Ver- treter Wiedergewählt.

, Nach dem_Ausweise der Staatskas s e betrugen die Einnahmen im leßten Vierteljahre 1879 27118 226 Pfd. Sterk, 1401 962 Pfd. Sterl. weniger als im leßten Viertel- ]ahr 1878. Die Einnahmen deS ganzen Jahres 1879 he- “1318178781 265 055 Pfd. Sterl„ 1850 917 Pfd. Sterk. weniger a .

, Frankreich. Paris, 30.'März Die amtlichen Publi- kationen des „Jouxnak officiel“ bezüglich der Kongre- Ychttionen lauten m der Ueberseßnng der „Fr. Corr.“ wie 0 g :

1) Beriébt an den Präsidenten der französischen Republik.

_ ' Paris, den 29. März 1880.

Herr Prasident! „Es ist ein Gxundsaß unseres öffenllicben Rechts„ daß keine „geistliche Kongregation, männliche oder weibliche, sicb in Frankreich ohne vorgängige Ermächtiguyg niederlaffen darf. ' Dieser Grundsay ist inßbesondere in dem Artikel 11 des orgamsckoen Geießes, des Konkordats von 18. Germinal des Inabres 1 formultrt, wclcher besagt: ,Die Erzbischöfe und Bischöfe durien mit Erlaubnis; der Regierung in ihren Diözesen Dom- kapitel und Seminarien künden. Alle anderen geistlichen An- stalten find abgeschafft“, ?owie im Artikel 4 des Dekrets und Gesetzes vom 3. Messidor des Jahres F1], der besagt: „Keine Ginossenichaft von Männern oder Frauen darf sick) unter religiösem Vormande bilden, Wenn sie nicht durch ein Kaiseriicbes Dekret nacb Einsicht der ihr zu Grunde gelegten Statnten und Reglements auSdrücklich eimächtigt ist.“ Troß so klarer Bestimmungen hat sich in Frankreich, namentlich unter dem zweiten Kaiserreiche, und seit'den Ereignißen von 1870 eine große Anzahl von männlichen und weiblichen Kongegrationen gebildet. Nack) einer im Jahre" 1877 vorgenommeiien, Zählung bestanden füanUndert nicbt erxnachtigte Kongregationen mit zweiundzrvanzigtausend Mit" gliedern beider Gejchlechter. Die öffentlichen Gewalten haben je n'ach Lage der Umstände und den Forderungen der öffentlichen Meinung diesen Sachverhalt bakd'qeduldet, bald ihm ein Ziel zu sexzen gesucht. Wer erinnert sich nicht 3, B. der berühmten JnterpeÜation, die Dr, Thiers 1845 an das Ministerium Guizot richtete und m deren Verfolg die Deputirtenkammer fast einstimmig eine TageSordnung annahm, Welche die Regierung aufforderte, gegen die nicht ermachtigten Kongregationen die bestehenden Gesetze anzu- chden? Ein ähnlicher Fall ist jetzt eingetreten. In Folge der Verhandlungen über das (Gesetz, betreffend den höheren Unterricht, und dei von dem Kabinet vor dem Senat abgegebenen Erklärungen hat das Abgeordnetenhaus am 16. März mit ungeheurer Majorität folgende TageSordnung votirt: .Die Kammer, auf die Regierung vertrauend und auf ihre Festigkeit hinsichtlich der An- nZendung der die nich1 ermächtigien Kongregationen betreffenden Gesetze zahiend, geht znr Tageßordnung über.“ Es ist also die Pflicht der exekutiven (Gewalt, die verschiedenen über das Gebiet der Republik verstreuten nicbt anerkannLen Kongregationen zur Beobachtung der von der geiienden Geseßgedung voraezeickyneten Schußvorscbriften und 31.1111 Nackoweis der Rechtfertigungßurknnden anzuhalten, obne welche sie nicht Fänger geduldet Werden könnten. Unter diesen nicht ermächtigienKon- gregatidnen befindet sich aber eine, bei Weitem die wichtigste, deren beson- dere SteUung unmög1ich verkannt Werden kann. Wir meinen die Gesell- sibaft Jeiu, die zu verschiedenen Zeiten verboten worden ist und gegen d„e sich das Naiionalgefühi aUezcit auSJesprocben hat. Es giebt keine Regierung, die es rragen könnte, ihre Anerkennung bei den gejeygebenden Versammlungen zu beantragen. WoUte man also heute von, dieser Geieüsäzaft die ErfÜÜung der für ihre Ermächti- grmg erforder1ichen Förmlicbkeiten Verlangen, während man im Vor- 0116 weiß, daß dieß Ermächtigung ihr verWeigert würde, so schiene des weder ansemeßen noch würdi . Es ist sicherlich beffer, ibr schon cht eine mäßige Frist zn ste en, nach deren Ablauf sie als Kongregation aufzudören hätj'e. Es handelt sich hier nicht darum, ihre einzelnen Mitglieder zu verfolgen und individuellen Rechten Eintrag zu thun, wie man vergebens glauben zu machen sucht, son- dern lediglich eine nicht anerkannte Gesellschaft an Handlungen, we1che den Gesetzen zuwiderlaufen, zu verhindern. Wir sehen uns alsd, Herr Präsident, veranlaßt, Ihnen zwei gesonderte Dekrete zur Absteüung der in dem Votum der Kammer bezeichneten Miß- bräuche vorzuschlagen. Das erste Dekxet bestimmt die Frist, nach deren Ablauf die Yinstalten des Jejuitenordens in Frankreich ge- schlossen Werden sollen, das zWette die Förmlicbkeiten, Weiche alle anderen nicht anerkannten Kongregationen zu erfiiÜen haben. Wir bitten Sie, dieselben mit Ihrer Unterschrift zu versehen. Genehmigen Sie 11. s. w. Der Siegelbervahrer und Justiz-Minister; Jules Cazot. Der Minister des Innern und der Culte: Cb. Lepére.

2) Dekret des Präsidenten der Republik, welches unter Berufung auf Art. 1 des Geseßes vom 13/19. Februar 1790, Art. 1 des Ge- seßes vom 18. August 1792, Ark. 11 des Konkordats, Art. 11 des Gefexev vom 18. Germinal des Jahres IT., Gase vom 3. Messidor def; abres All., Art. 291 und 292 des Stra geseßbuchs, Gefess- vom 10. April1834, Entscheidung des Pariser AppeUbofs vom 18. August 1826, TageSordnung der Deputirtenkammer Vom 3. Mai 1845, Tagesordnung des Abgeordnetenhauses vom 16. März 1880, und in Crwäguiig, daß unter den Verschiedénen Regierungen, die der Revolution yon 1789 vorangegangen und gefolgt find, die öffentlichen Gewalten stets ibi: R25“ und ihren Willen bekräftigt haben, die Existenz der (Geseüfchaft Jesu nicht zu dulden, so oft dieselbe, die ihr gewährte Toikranz mißbrauckoend, sich „wieder zu bilden und ihren Wirkungskreis außzudebnen suchte, verfugt: Art. 1. Der nicht anerkannten sogenannten Geseüichait oder Genossenschaft Jesu wird vom heutigen Tage ab eine Frist vdn drei Monaten bewiUigt, um fich in Beobachtung der eben erwähnten Geseßenufzulösen und die Anstalten, Welche 1'1e auf dem (Gebiete der Rkpubltk inne hat, zu räumen. Diese Frist wixd fiir die Anstalten, in Welchen der Jugcnd cin literarischer oder wiiienschaftlickper Unter- richt ertheilt wird, bis zum 31. August 1880 verlängert. 3Hirt. 2. Der Minister des Innern und der Kulte und der Justiz-Minijter Werden mit der Ausführun dieses Dekrets beauftragi.

3) Dekret des räfidenten der Republik, welches unter Berufuna auf Art. 1 des Geseßes vom 13./19. Februar 1790, Art. 1 des (Ge- s_eßes vom 18. August 1792, Art. 11 des Konkordats, Art. 11_des GeseZes vom 18. Germinal des Jahres )(., Geke!) vom 3 MUMM des abres 1111., Grieß vom 24. Mai 1825, Gesetz vom 31. IMM" 1852, Art. 291 und 292 des Strafgeseßbucbs und Gesetz vom ]0- April 1834 verfügt: Art. 1. Jede nicht anerkannte Kong"“ gation oder sonstige geistliche Genossenschaft bat binnen 3 Mounten die unten aufgezählten Schritte zu thun, um die Prüfung UU? Ge- nehmigun ihrer Statuten und Reglements und die "geseßlkcbs 1111er- kennung ?ür jede einzelne ii)rcr biÉHer nur tbajsqcblicb bestehen- den Anstalten zu erwirken, Art. 2. Das (TrmägbttgunasAksucb muß in der Präfektur des betreffenden Departements eingereicht ée" den, welche es an das Ministerium des Innern zur weiterenBe“ handlung zu lei1en hat. Art. 3. Fiir die männlichen Kongregation?" wird durch ein Geseß, fiir. die Weiblicben je nach den in den GMB?“ von 1825 und 1852 unterschiedene". Fällen dureh em (Heseß “Mr

durch ein vom StaaTSratbe bestäsi tes Dekret die Entscbewuni) 93; troffen Werden. Art. 4. Für die ongregationen, d:ren Fall “Q&T

' en (beiden ist, gelten die in Art. 3 des Geseke! von 11812kéxx§1tesxllyjriebjefnen Förmlicbkeiten. Art. 5. Die quderen Kongre- aationen baden ck in dcr durch die nachstehenden Artikel bestimmten

Form zu rechtfertigen. Art. 6. Das Ermächtigunasqesmb muß den

kamen des oder der Oberen, die Bezeichnung des Wobnfiße? und den

Nachweis, daß derselbe in Frankreich fixirt ist und fixirt bleibt, enthalten, deSgleicben den Aufschluß, ob die Gesellschaft fick) _auf das Ausland verbreitet oder auf das Gebiet der Republik beschrankt ist. Art. 7. Dem Ermächtigungsgesucbe sind beizufügen: 1) eine nament- liche Liste der Mitglieder mit Angabe ihres Geburworw und ibxer Nationalität; 2) ein Ausweis der Activa und Passiva, der Cm- künste und Lasten der GeseÜscbaft und ihrer einzelnen Anstalien; 3) ein Exemplar der Statuten und Reglements. Art. 8. Dreies Exemplar der Statuten muß von dem Bischof der betreffenden Diözese bestätigt sein und den Beisat) enthalten. daß die Genossen- schaft in geistlichen Dingen der ordentlixken kirchlichen Gerixbtsbar- keit unterworfen ist. Art. 9. Jede Kongregation oder sonstige Ge- noffenschaft, welche den ErmächtigungSantrag nicht in der oben be.- zeicbneten Frist eingereicht bat, verfäÜt den bestehenden Gesetzen. Ar1.10- Der Kultus- und der Justiz-Minister werden mtt der Ausführung dieses Dekretö beauftragt.;- ' , '

Nack) einer vom „Rappei“ gelieferten Statistik giebt es in Frankreich 1480 Jesuiten, die sich auf 44 Departements, vertheilen (Algerien mit eingerechnet), und 56 Anstalten, 19.1 es MissiOUSHäuser, Noviciate oder Schulen, bestßen. Am stärksten siiid sie. in dem Departement der La1102E*, wo ihrer 150 (sämmtlick) von spanischer Lerkunft) ÜHMZ dann folgt die Seine (Paris;) mit 123, die quie-Loire (Valß Mit 101, die Somme (Amiens) mit 84, die. Bqnches-du-3 hone (MarseilLe und Aix) mit 74, die Vienne (Poitiers) m11 65, der Pas-de-Calais„(Boulogne),mit 50, die Mayenne (Laval) und Vaucluse (Amgnon) Mit ]e 48 Jesmten.

Türkei. Konstantinopel, 31. März. (W. T. B.) Der Sultan hat den ihm vorgéiegten Budgetentrdurf nicht genehmigt und beräht ein aus ehemaligen Großvezieren bestehender außerordentlicber Nail) abermaléz das Budget. - Der Protest des französischen Botschafters gegen die Finanzkonvention der Pforte vom 22. Novemdex 1). J. macht alle Vorbehalte geltend bezüglich der1emgefn' Be- stimmungen der Konvention, welche die Rechte franzosiicher Gläubiger verleßen.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 1. April. (W. T. B.) Ein heute von dem „Regierungsboten“ „12935: öffentlichtes Bulletin iiber das Befinden Ihrer Mazeitat der Kaiserin in der Zeit vom 24. bis 30. _März- mekdet: Die Verschlimmerung des Zustandes dauerte un Lauie der vergangenen Woche fort. Die schwersten Anfäile bildeten Herzklopfen; zu den früheren KrankheiieZsymptom-en trat (?Mai- sucht hinzu. Die. Kräfte nehmen ab.

Amerika. New-York, 31. März. (W. T. B.) Der Sena: hat den Geseßentwurf, betreffend die Veranstaltupg einer internationalenAusstellung in New_-York im Jahre 1883, angenommen.

Asien, (Allg. Corr.) Der König 'von Siam Will seine Hauptstadt Bangkok Anfang?. April nut zahlreichem 765€- folge verlassen, um den ersten Hauptstädtsn Europas emen BesUä) abzustatten. Nach kurzem Aufenthalt in England be- giebt sich der König nach den Vereinigten Staaten, deren Re- gierung ein Kriegsschin nach Southampton senden Wird, Um ihn nach Amerika zu enden.

Jus Mm WolffscHen Telegraphen-Bureau.

London, Donnerstag, 1. April, Vormittags. Nach einer hier voriiegenden Privatdepesche ans Lima vom 18."Ma'rz blieb die chilenische Flotte vom 10. dix, zum 13. Marz in Lobos de Afula, zerstörte dort die Schleppdampfer und Lan- dungHbrÜcken, nahm die Behörden gefangen und schleppte Material, Maschinen und Vieh fort. . _

St. P et er s b u r g , Donnerstag, 1._April, Vornnttags. Die deutsche „St. Petersburger Zeitung“ bringt Notizen über die Entdeckung der geheimen Druckerei in der Meichtschan§ka1a= straße. Danach fand die Entdeckung in der Nacht vom 25. zum 26. März statt; 19 Personen wurden verhaftet. Die Typographie war eine sogenannte fliegende Tyyygraphie, weiche ihren Arbeitsort oft wechselte. Wie es heißt, 'hatte dieselbe den Titel „Fliegende Typographie des ndrdischen Sozialistenvereins“ getragen. Schneüpreffen waxen nicht vor- handen, sondern nur Handpreffen. Jeder Arbeiter war an-

ewiesen, für einzelne Apparattheile Sorge zu tragen, um_1m alle einer Ueberraschung zu Wissen, was er_m1tde1x ihm andertrauten Sachen zu thun und wohin er sie zu bringen a e.

Nr. 13 des „Central - Blatts für das Deuticke Reich“, beraußgcgeden im Reichßamt des Innern, hat fdlßenden Zn- balt: Allgemeine Verivaltungssachen: Aasweisung von Yuslandern aus dem Reichsgediete - Zoll- und Steuermesen: Veranderungen von Zollstellen; - Titelverleihung an einen Stations-Conirolcur; " Einfübc von Getreide 28 aus Rußland, Oesterreicb-Ungarn und den Vereinigten Staaten von Amerika während der Monate Januar UND Febxuar 1880. » Finanzwesen: Nacbiveisung der Einnahme der Post- imd Telcgraphen-, sowie der Reichs-Eisenbabn-Vcrwaltung für die Zeit vom ].. April 1879 bis Ende Februar 1880. ---Militär- WSW: Verzeichnis; der höheren Lehranstalten, welche zur Ausstellung gxlltxqex Zeugniffe über die wissenschaftlich? Befähigung für den ÜN,“ jabxtg-sreiwiUigen Militärdienst berechtigt sind; - desal, der provi- 1Msch berechtigten Anstalten. - Marine und Schiffahrt: Vr- zeichnis; der Kommissionen für die Prüfung der Seesteuecleute und SeesÖlffek- -- Eisenbabnwefen: Eröffnung Von Bahnstrecken. *- P0s1= und Telegraphenwesen: Postanweisungsverkehr mit Amerika und Australien. _

_ * Nr. 19 des Amtsblatts der Deutichen ?kieiÖS-Post- u_ud TelegrapbenverWaltuna“ hat folgenden Inhalt: Ver- flxgungen: vom 29, März 1880: Veränderungen der Gebührensäße fur Telegramme nacb dem europäischen Rußland; - vom 29. März 1880: Beschleunigte Beförderung dringender Sendungen mit [eben- den Tbteren; -- vom 24. März 1880: Postausträge nach der SÖWÜF; _ Vom 29. März 1880: Eröffnung der Eisenbahn Crossen-Elsenberg.

“Nr. Zdes Armee-Verordnungs -Blatts hat folgenden Inhalt: Tagegelder und Reisekosten der Landxvebr-Bezirks-Com- nxandeyre. - Bekleidung der zur Probedienftleiftung bezw. Vor- k)]ÜUMJ komman'dirten oder beurlaubten Militäranwärter. - Rang- ÜÜLU- **- Aenderunaen der Anlage 1 zu §. ] der Ersa ordnung. - EUUaffung der zur Uebung “ein ezogenen Offiziere und Mannschaften des Beurlaybtensiandes. - as Erscheinen der Karte für das D,?UFsche Reich resp. die Umwandlung der bisherigen preußischen und sach111chen Generalstabskarten in diejelbe, zum 1. April 1880. _- ZbeilMtse Kasernenselb[tbewiribscbaftung. - Abänderungen der UUSküstunanackzweifun en für die Feld-Artiüerie, den Feld-Munitons- Park und die Haupt-Y unitionsdcpots. - Feldgsräths-Etat für eine

Pionier-Compagnie. - Ergänzung der Anmerkung zum H. 47,. 3 des Geldverpfieaungs-Reglements für das preußische Heer tm Frie- den, vom 24.. Mai 1877. -- Reisegebübrniffe der zur Probedienst- leistun bei Civilbebörden kommandirten Mannschaften. - Außgabe eines reistarifs Nr.2 über Fabrikate des Feuerwerks-Laboratoriums in Spandau und Abänderungen zu dem nnterm 16. Mai 1879 ver- ausgabten Tarif Nr. 1 des genannten Instituts. - Einrichtung von Munitionsbebältniffen auf den Böden der Exerzierbäuser xc. - Woblthätigkeit. -- Extraordinäre Verpflegungßzuschüffe pro 2. Quartal 1880.

- Das Februar- und März-Heft des Centralblatts für die gesammte Unterrichtsyerwaltung in Preußen. .Her- ausgegeben in dem Ministerium der geinlicben, Unterrich- und Me- dizinal-Angelegenbeiten. „Berlin 1880. Verlag von Wilheltn Herß (Beffersche Buchhandlung) enthält die Personalikn-Verzetchniffe des Ministeriums der geistlichen 2c. Angelegenheiten und der" deunelben antergeordneten Behörden, sowie die Termine für die Pcufungen der

e rer 2c.

Statäftisthe Nachrichten.

Die Länge der Ende 1878 in Freußen vorhandenen Gruben- und Industrie- u. s. w. Ba nen 'für den „nicht öffentlichen Verkehr betrix] nach dem Werke „Statistische Nachrichten von den preußischen Eisenbahnen“ (Berlin, Ernst u. Korn) obne die Militärbahn 110763 km. Cs entfcnxüen davon auf die Staatsbgbnen 156,19 ](m für 225 Zweigbabnen fur Koblen- und Gütertransport; 383,72 kw auf die unter Stcxaißverwaltnng"stehen- den Privaibahnen für 547 Privatanschliiffe und aux dic ubrigen Privatbahnen 567,72 km für 768 Privatanscblüffe und Privathkwen. Von den 1107,63 “km Zweiqbabncn Waren 764,65 lem normal- und 169,02 km scbmalspurug als Lokomotivbabn,"77,45 km noxmal- und 96,51 km schmalspuriq als Pferdebahn ausgebaut. Die jIL'rilacxe- kosten für 277,06 km Lokomotivbabn (für 648,02 km find die An- lagekosten nicht bekannt) berechnen sick) auf 18455 761 «M und fur 41,19 km Pferdebahn (für 132,77 km ist die Summe unbekannt) auf 1051981 «44 Nach Abrechnung der schmalspurigen Ziveighalm der Oberschlefische11 Eisenbcibn (102,70 ]cm : 10 354 200 544), eincm Neße don Bahnen innerhalb des oberschlesischen Bergmerks- und Hüttenreviers, steÜt fich dak; Anlagekavital pro Kilometer L_okdmotiv- habn auf 44 283 «44 und p::o Kilometer Pferdebahn auf 25 540 24 Unter den oben ekwäbnten Privatbahnen befindet fick) auch"dteBroel- tbaler Eisenbahn, Welche von Honnef nacb Waldbroel fuhrt, zum Personen- und Güterverkehr dient und selbstandigen Besried hat. Sie ist auf 0,31 km norma-l- und auf 30,80 km ichmalspurig und 5,11 641142 «14 Anlaßekapital erfordert.

- In der amtlichen Statistik der Deutsckßen Reichs-Posi- und Teiegrapbenverwaltung fiir das Kalenderjabr1878 findet sick) eine Uebersicht über den Post- und Telegraphenverkehr d er Länder Europas im Jabre1878. Nach den relativen Zahlen geordnet, nehmen die Länder hierin nachitebende Reihenfolge ein: Es entfiel 1 Postanstalt (im Ganzen 54 000) auf Quadratkilometer: in der Schweiz 15, Großbritannien und Irland 23, den Niederlan- den 25, Belgien und Luxemburg je 47, Deutschland 61, Ossterreicb 75, Dänemark 82, Frankreich und Jiaiien je 92, Portugal 120, Un- garn 164, “Spanien (1877) 198, Schiveden 236, Griechenland (1877) 346, Norivegen 348, Rumänien 690, der Türkei ("1874)788, dem euro- päischen Rußland 1360, im Durchschniit 183. Eine Postanstalt ent- fiel anf foigende Einvéobnerzabl: SÖWeiz 947, Norwegen 2057, Schweden 2379, Großdrijannien und Irland 2461, Niederlande 3033, Luxemburg 3727, Dänemark 4012, Deuiséhland 4808, Oester- reich 5438, Portugal 5820, Frankreick) 6441, Spanien (1877) 6532, Un„arn 7763, Italien 8527, Belgien 8660, (Griechenland (1877) 10 54, Rußland (europäisches) 18 691, Türkei (1874) 20 911, Ru- mänien 21724, im Durch1chnitt 5783.

Postbriefkasien waren vorhanden in Deufsäbland 53 215, Frank- reich 50121, (Großdriiannien und Irland 25 767, Jialien 11100, Oesterreich 8160, Rußland (europäisches) 7349, Belgien 5178, Schweiz 5168, Schwéden 2627, Niederlande 1625, Dänemark 1477, Portugal 1189, Ungarn 1043, Rumänien 644, Spanien (1877) 410, YJJZFWM (1877) 375, Norwegen 310, Luxemburg 300, zusammen

Das Postpersonal [*estand aus 212 000 Personen, davon in Deutschland (einfcblicßlié') der Teleiraphie) 65 422, *.*xirdßdkiiannien und Irland 34 432, Frankreich 33579, dcm euwdäischen Rußland 14 682, Italien 14 334, Oesterreich 13 651, Spanien (1877) 7370, der SÖWeiz 5552, Ungarn 4707, Belgien 4080, den Niederlanden 3766, Schweden 3496, Portugal 2177, Dänemark 2086, Norwegen 1310, Rumänien (einschlicßUxb Telegriivhie) 1205, Grixchenland (1877) 487, Luxemburg 192.

Die Zahl der aufge'Lieferikn Briefe betrug 2912 000000, die der Postkarten 348000000, der Drucksachen, Geschäftspapiere und Waarenproben 717 000 000, der ZeitungSnummern 1 308 000 000, zusammen 5285 000000. Auf 1 Cinrvobner entfielen 16,9 Sendun- gen, und zwar in der SÖWeiz 45,9, Großbritannien und Irland 45,0, Belgien 29,6, Deutschland 27,9, Frankreiéy 25,9, der Niederlande 25,6, Dänemark 22,3, Luxemburg 21,0, Oesterreich 14,7, Schtveden 12,4 Italien 11,5, Norwegen10,5, Spanien (1877) 7,5, Ungarn 7,4, Portugal 5,2, Griechenland (1877) 3,1, Rumänien 2,6, dcm euro- päischen Rußland 2,3, Türkei (1874) 0,4. Von Postkarten kamen auf 1 Einwohner im Ganzen 10,4, in Großbritannien Und Irland 35,4, der Schiveiz 21,5, Deutschland 15,3, den NiedcrLanden 14,7, Frankreich 13,14 Belßien 12,6, Luxemburg 11,1, Ocsterreiéo 10,4, Dänemark 9,4, Ski,)wedm 6,8, Italien 6,3, Nor- Weaen 5,7, Spanien (1877) 4,8, Ungarn 4,7, Portuaa13,1, Griechen- [and (1877) und Rumänien je 1,8, dem europäischen Rußland 1,2, der Tüikei (1874) 0,3. Von den Drucksachen, Geschäftdpapieren, Waarcnproben und Zeitungßnnmmcrn entfielen auf 1 Einwohner im Ganzen 6,5, in der Schweiz 244. Belgien 17,0, Däne- mark 12,9, Frankreich 12,8, Deutschland 126, den Nieder- landen 10,9, Luxemburg 9,9, Großbritannien und Irland 9,6, Sibrveden 5,6, Italien 5,2,_ NorWegen 4,8, Oesterreich 43, Spanien (1877) und Ui,“.gara ]? 2,7, Portugal 2,1, Griechenland ( 1877) 1,3, dem europäischen Rußland 1,1, Rumänien 0,8, der Türkei (1877 ) 0,1. '

Der Postdetrieb ergab tm Ganzen 512000000 „44 Einnaßmen (Deutschland einschließlich der Telegrapbie 141934914 „46, Groß- britannien und Irland 125 480000 „44, Frankreich 83 986 942 „44, Rußland 44 784 108 «M, Oesterreich 30 407 160 „44. Italien 20 893 899 «44, der Schweiz 12 072 577 .“, Ungarn 11712740 „44 u. s. w.) bei 410000090 „“ AusZaben (Deutschland 129031609 „44 einschließiicb der Telegravbie, Großbritannien und Irland 76 800000 «14, Frankreich 59 004 999 «, Ruß- land 46 980 280 „M, Oesterreich 28 652 820 „44, Italien 18404613 „ki, Schröeiz 10791 386 „14, Ungarn 9644 447 „M). Der Betrieb ergab 102000000 „44 Ueberscbuß, und zwar in Großbritannien und Irland 48 680 000 „44, Frankreich 24981943 „44, Deutschland (einschließlich der Telegrapbie) 12 903 305 „44, Belgien 2 855 672 ckck, Rumänien (einschließlich der Telegrapbie) 2728 236 „25, Italien 2489 286 „zz., Ungarn 2068 293 «M, Oesterreich 1754 340 „44, den Niederlanden 1 645 398 «ja, der Schweiz 1 281 191 „F4, Spanien (1877) 1 279 836 „44, Dänemark 441540 „94, Portugal 434987 „74, Griechenland (1877) 136 552 «46, Luxemburg 33 910.34 Zuschuß erforderte der Post- Ze1t§r1i6l10i01 Schweden 53 000 „M, NorWegen 84 763 „76 Und Rußland alk

Kunst, Wissenschaft und Literatur. Das Domgymnasium zu Naumburg (1. S. hat Für Ostern 1880 einen Jahresbericht aus eqeben. Derselbe enthalt, außer einem ataloge der Schulerbibliot ek von Dr. Schulze und

den vom Direktor 1)r.H. Anton abgefafzten Schulnacbriibten, die '

Abhandlung des Direktors „EtymoloYiscbe Erklärung (106) bomeriscver Wörter.“ Dieselbe ildet die Fortseßung aus dem vorjährigen Programm.

- „._Die Anstellung der versorgunasberecbtigten Unteroffiziere der Königlich preußischen Armee und der Kaiserlichen Marine im Civildienst.“ Mit Genebmtgnng der voraeießten Militärbebörde zusammengestellt auf Grund qeieß- licher Vorschriften und amtlicher Bestimmungen von A. Salz- brunn, Bezirks- eidWebel im 1. Batailjon (Stricgau) 1. Schle- sischen Landwebr- egiments Nr. 10. Verlag von Moriß Jacob in Wüstegiersdorf. - Der Verfaffer hatte häufig Gelegenheit, wahrzunehmen, wie Unteroffiziere, selbst nachdem sie bereits in den Besi des Civilversorgungsscheines gelangt, noch immer im Zweife waren, in welcher Weise sie am besten von der erworbenen Versorgungöberechtigung Gebrauch machen sollten. Die ailwöcbentlicb er1cheinende Vakanzenliste bietet zwar den St-Üensuckoenden eine Aus- wahl verschiedenartiger Stellungen im (Zivildienst, jeddch dürfte nur eine geringe Anzahl hiervon den Wünschen der Vccwrgungsbereckz- tigten des Unteroffizierstandes entsprechen. Nachdem es dem Ver- fasser einestbeils durch die Gewogenbeit der Civilbcbörden, andern- tbeils aber durch Zahülsenabme amtlich veröffentlickpterGeseße, 'Vdr- schriften, Instruktionen u. s. w. ermöglicht worden, daßxemqe in dieser Broschüre systematisch zu vereinigen, was sonst in verschiedenen Reglements, Verordnungsblättern u. s. w. nnch- zusucbcn sein würde, und angebend von der Thatsache, daß'vtele Unteroffiziere bis zur Erlangung der Versorgungsberechtigung noch nich mit sich darüber zu Rakhe gegangen, welcher Branche des Civildienstes fie sich zuneigen sollten, w:!cben StelLen fie geistig xmd körperlich gewachsen seien, und Welche ihnen in pekuniarer Beziehung die Möglichkeit gewähren, event. mit Familie durchzu- kommen. „hat der Verfasser es sich zur Aufgabe gemacht, den Unteroffizieren zur Aufsucbumx eines für sie passenden Civildienstes die nöxbige Anregung zu geben. Der Inhalt der Broschüre ist Folgender: 4. AUgemeines: 1) Erlangung der Versorgunas- bezw. AnsteUungsbereÖtigung. 2) Bedingun en für die Aufnahme von Militär-Anwärtern in den »ivildienst und Anmel- dung bei den beiccffenden Behörden. 3) Kommandirung oder Beurlaubung behufs Vorbereitung resp. zur Ausbil- dung für den CiVildienst. 4)_Anste[iung und Besoldung im Civil- dtenit. 13. SpezieUes: 1) Bestimmungen über den Eintritt und die Yeiörderung in der Eisenbahnverwa'ltung (Uebersicht der den Mili- taranwärtern zugänglichen Beamtenstellen bei der Eisenbahnverkvai- tung mit Angabe der Gehaltssäye). 2) Bestimmungen über den Eintritt 2c. in die Verwaltung der indirekten Steuern. 3) Bestim- mungen iiber den Eintritt in den Postdienst. 4) Bestimmungen über Annahme und AnsteÜung von Aspiranten für den Diensi der T:- legravhie. 5) Uebersicht der Stellen im Reffort des Ministeriums des Innern und der Justiz. 6) Uebersicht der Steüen im Reffort des Königlich preuß. Kriegs-Ministeriums. 7) Uebersickpt der SteÜen im Marine-Verwaltungsceffort. 8) Nachrveisunq der mit Militär- anwärtern zu besetzenden SteUen in Clsaß-Lothringen.

-- Die Jllustrirte Zeitung (Leipzig, J. I. Weder) entHält m Nr. 1917 vom 27. März d. I den Nekrolog und das Poxtcät Johann Jakob Webers, des Begründers der Zeitung“ ferner folgende, Illustrationen: Graf Peter Alex. Walujeff, ;Präsident des ruifiscben Ministercomiiés. -- Kaukasus: Eine Stätte deutschen Fleißes und deutscher Eneraie. - Die Feste Held- burg in Franken. *- Schrveden: Eine Sommerfabrt auf dem Ykälarsee. - Italien: Erinnerung an Venedig. - Ungarn: Die Heidesckocnke. - Wien: Hafen der DonaudamPfsÖiffahrthesell- siixaft. - Amerika: Ein gefangener WaMsck). - Karte der geo- graphischen Verbreitung des Nordlichts. - Polytechnische Mitthei- lungen: 1) Argandbrcnner für Straßendeleuohtungz- 2) Neue Pariser Gaslaierne. * _

-- Die Firma Kirchhoff & Wigand, welche ein fait alle Wiffenschaften umfassendes antiquarisches Bücher1aaer in Leipiig (Marienstraße 7) führt, hat im März d. I. Nr. 578 bis 581 ihrer Lagerkaial og e ausgegeben. Diese 4 Kaialoge ent- balien ein Verzeickyniß der in ihrem Antiquariat befindlichen Schriften Über Geschichte und Militärwiisensckyaften. Nr. 578 bietet in 1655 Nummern Ailgemeines und V2rmischtes, al]- gemeine Weltgeschicbie nnd Kirchengeschichte, Geschichte einzelner Pe- rioden (Geschichte des Alterthums, des Mittelalters, der Neuzeit, Kongresse und Verträge), historische HÜlfSwiffensxbaften (Kultur- und Sittengeschichte, sowie Altertbümer; Chronologie, Diplo- maiik und Svhragistik; Genealogie Und Heraldik; Or- dens- und Rittertvesen; NumiSmatik); pbyfikalisckoe und poliiiscbe Geographic, aÜgemcine Statistik, Ethnographie und Atlanten, Militärwiffenscbaften (Literatur, Geschichte des Kriegs- wesens, Waffenlehre; Militärrriffcnschaften im Ailgemeinen' Fecht- und Rcitkunst, sowic Duell; ArtiÜerie- und Juaenieurtvesen; arine- Wesen und Nautik). -- Nr. 579 enthält in 1832 Nm. ein Verzeiibniß von Schriften zm Geschichte Deutschlands (im AUgemeinen, Politisch- militärische Geschichte der Kriege von 1866 und 1870-71, König- reich Preußen im Aligemeinen, die Provinzen Preußen und Posen, Pommern, Brandenburg mit Alt-- und Neumark, Schlesien und die Lausißen, Königreich Sacbien und Thüringen , Preußif-D - Sachsen nebst Anhalt und dem Cickzsfelde, Mecklenburg und Lauenbur , Schleswig und Holstein, die Hansestädte, Hannover nebY Braanscbweig, Oldenburg und Ostfriesland, Rheinland und Westfalen ncdst Waldeck, Kur- und Rbeinbeffen. Nassau nebst Frankfurt und Weßiar,_ Bayern und Rheinpfalz, Würt- temberg (Schwaben), Baden, Elias? und DeutsÖ-Lotbringen) und der früheren Reichslande ((Deutsch-Oesterreich nebst Böhmen, die Schiveiz, die Niederlande nebst Belgien und Luxemburg). - Nr. 580 liefert in 1796 Nummern eine Aufzählung der GeichicthWerke über die euro- r-äiscben Staaten, mit Ausiöpluß Deutschlands. nämlich über Däne- mark, Schweden, Norwegen und Island; Großbritannien; Frank- reich (mit Ausschuß von Co.:sika, Nizza und Savoyen); Spanien und Portugal; Italien (einschließlich Corsikcp Savoyen und Nizza); Ungarn und die südslawiscben Länder; Türkei nebst Rumänien und (Siriecbenland; Rußland und Polen (einschließlich Kaukasps und Sibirien). - Nr. 581 endlick) gewährt in 621 Nummern em _Ver- zerchniß voii Schriften zur Geschichte von Amerika. Asien, Afrika und Australien nebst Polynesien.

Gewerbe und Handex.

Der Cours für die jeßt bier zahlbaren SilberJoupons österreichischer Eisenbalénpapiere ist auf 171 „& fur100Fl. österreichisches Silber berabge est worden.

Frankfurt a. M, 31. März. (W. T. B.) Die Generalver- fammlung der Rheinischen Kreditb'ank in,?)kannbetm ge- nehmigte die vorgeschlagene Vertheilung einer Dividende von 6 0/9.

Wien, 31. März. (W. T. B.) Die Generalverjammlung der österreichischen Kreditanstalt genehmigte, nachdem von dem Verwaltungsratb der Geschäftsbxricht verlesen worden War, den Bericht des RevisionSauLschuffes uber den Rcchnungßabschluß pxo 1879 und ertbeilte dem Verwaltun Sratb das Absolutorinm. DK"? bekannten Anträge bezüglich der erwendung des Gewinnes, nach welchen der am 1. Mai c. fällige Coupdn mit 18 F1. eingelöst werden soll, wurden angenommen. Ebenw erde die beantragxe Abänderung der Statuten genehmigt. Schließlich Wurde die Wahl von 3 Verwaltungsrätben„vorgenommen. In dem Geschafts- bericht wurde mitgetheilt, daß bei dem im Jahre 1870 mit der unga- rischen Kreditbank auf 10 Jahre abgeschlossenen Uebexemkommen wegen der Betheiligung an der Bank- und Waarenabtheixung der- selben bedungen worden ist, daß, 19116 bis heu_te_ von keinem der Kontrahenten das Uebereinkommen gekündigt sem 1oUte, dasselbe auf 5 Jahre Verlängert betrachtet wud-

Amsterdam, 31. März. (W. T. B.) In der heute von d'r niederländischen HandelSJesellfcbatft abgehaltenen Zinn- auktion Wurden 14 988 Barren Bancazmn zu 51-512 Fl. zum Verkauf gestxlit; der Mittelpreis betrug 51,1 [. Ferner wurden 5311 Barren Billitonzinn zu 501-510 1. zum e*ckauf gestellt. _

New-York, 31. März. (213. T. .) Der Scbaßiekretar Sherman hat heute für 5 Miüionen Dollars Bonds gekauft,

und zwar 6prozentige von 1880 xu 103,85 9. 103,932, 6prozeniiae von 1881 zu 105,43 5 105,70 und 5prozentige zu 103,24 €;. 103 36.