schen Reichs-An eigers“ zu der Erklärung ermächtigt, daß aus der erwähnten ezeichnung niemals der Schluß a_uf 91118, Be- theiligung oder Verantwortlichkeit Seitens der Reichsbehorden gezogen werden kann.
_ Die im §. 71 Nr. 3 der Preußischen Suihastationß- ordnun bestimmte Anfechtbque'it der bypothekari- schen ; orderungen aus freigebigen Verfügungen, welche ein Grundstiicksbesitzer zum Vortheil seines Ehegatten _nach geschlossener EY vorgenommen hat, erstrrckt sich, nach ewrm Erkenntniß des e i chs g erichts, 111. Hülfssenats, voni 10; März d. Z., nur auf die im Subhastationsvexfahren liqmdirten
orderungen selbst, nicht aber auf an sich nicht abfechtbare
orderungen, welche dem Subhastaten aus Freigebig'er Ver- fügung von dem Ehegatten cedirt worden “»Ud. Eine__der- artige Cession ist lediglich nach aligemeinen RechthrundsaZen und nach den besonderen Bestimmungen des Anfechtungs- geseßes vom 9. Mai 1855 zu beurtheilen.
_ Der Königlich bayerische Gesandte und Brvoüwäckxtigte zum Bundesrath, Herr von Nudhart hat Berlin Mit einem zweimonatlichen Urlaub verlassen. Während seiner Abwesen- Yit fungirt als interimistischer Geschäftsträger der Legations-
ekretär Freiherr von der Pfordten.
_ Der Bevolimächtigte zum Bundesrath, Herzoglich sachsen-meiningische Staats-Minisier von Giseke ist von hier abgereist.
_ Als Aerzte haben sich iiiedergekaffen 'die Herren 131“. Max Heidelberg in Greifswald, 1)1. Bückling M Wolgast, ZaYer in affen, 131. Kanzler in Rothenfelde, 131. Thissen m
a en.
_ S. M. Korvette „Ariadne“, 8 Grschüße, Komman- dant Korvetten-Kapitän Freiherr von Hollen, isi am 6. Zum cr. m Montevideo eingetroffen.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 6. Juni. Die„Montags- revue“ meldet: Von Seite der Regierung werden die Land- tage keine nennenswerthe Vorlage erhalten, nur dem böhmi- schen Landtag dürfte ein auf die Aenderung der Landtags- wahlordnung bezüglicher, die Wahlprozedur des Großgrund- besißes betreffender Geseßvorschlag zugehen, derselbe dürfte “jedoch keine dis Rittergüter des Egerer Kreises tangirende Bestimmung enthalten.
_ Ueber den Inhalt der Vorlage, welche die Regierung im böhmischen Landtage in Angelegenheit der Landtags: wahlreform einbringen soli, liegen heilte der „Presse“ einigr Mittheilungen vor. Nach denselben werde die Vorlage, wie bereits bekannt, ausschließlich auf die Kurie des böhmischen Großgrundbesißes sich beziehen. Dis gesammte Wahlgruppe des böhmischen Großgrundbesißes soll in 5 territoriale Wahl- bezirke abgetheilt und unier diese Bezirke nach Steuerleistung und Besiß die Zahl der 70 Mandate gleichmäßig ver- theilt werden. BiSher wählte die fideikommiffarische Gruppe 16 und die nichtfideikommiffarische 54 Abgeordnete, die nun- mehr verschmolzen nacb fiinf Wahlkreisen zu vert eilen wären. Die Abtheilung der Wahlbezirke soli „ohne alle ünsiliche Ab- grenzug und ohne alle Tendenz“ erfolgen. Bestätigen sich diese Meldungen, bemerkt die „Pr.“, dann hat man ein sehr interessantes Elaborat zu erwarten und man darf einiger- maßen darauf gespannt sein, wie Deutsche und Czechen das- selbe aufnehmen werden. Für den etwaigen FalT der Ableh- nung der Vorlage wird schonbeUte versichert, daß die Regie- rung nicht die Absicht habe, mrt der Auflösung des böhmischen Landtages zu antworten.
_ *Das-_ gestern aquegebene Reichs-Geseßblatt enthält das Geseß, betreffend die Zugeständnisse und Begünstigungen fiir Lokalbahnen, und im unmittelbaren Anschlusse hieran eine Verordnung des Handels-Ministeriums, womit fiir Lokal- bahneii und Schleppbahnen Erleichtermigen eingefiihrt werden. Aus diesem Anlass bemerkt die „Pol. Corr“;
_ ..DieJnieniionen des Gescizes, namentlich binsicbilicb der Heran- ziehung der Interessenten zur Realifiruna de'k fie berührenden Lokal- babnprojekte und hinsichtlich der zu gewährenden finanziellen Begün- stigungen, find aus den Motiven der Regierungsrorlage und den Reich6ratb§verhandliangen hinlänglich bekaniit. ES erübrigte sobin, im Sinne der gleichzeitig mit dem Geseße beschlossenen Reiolution des Abgeordnetenhauses in dem bir-ber durch die Verordnung des Handels-Ministeriums vorn 25. Januar 1879 geregelten Gange des Kommissionsweseus jene Aenderungen eintreten zu lassen, die nach Maßgabe der Erfahrung zur Förderung des Geschäftsganges dringend erwunscbt erscheinen mußten, friveit eine schleimige Lösung einfacher Probleme der Technik und Administration drs Cisenbabnbaues erreicht werden soUte. Die Verordnung hat in ihrem ersten Theile dix Durchführung des Lokalbabngeseßes zum Zwecke und ge- Wabrt den Unternehmern von Lokalbabnen eine Reihe von Erleich- jerungen g-genüber den bisherigen Bestimmungen hinsichtlich der Ver- fassung un kommissionelien Behandlung der Projekte. Der den Be- !timmunge ißr'die Lokalbahnen nachfolgende zweite Theil der Ver- ordnun?) beschaftigt sich mit den Schleppbabnen. Die Veränderungen, welche ierd„urch an dem bisherigen Vorgange eintreten, leiten sui) (1qu der Prazifirung des Begriffes der „Einmündung in die öffent- liche Bahn“ ab. _ Als Einmündung wird nämlich von nun an nur eine, solche Anlage aufzufassen sein, welcbe den Uebergang von Jahr- betrtebSmttieln von der Schleppbahn auf die Hauptbahn und um- gekehrt gestattet. Hierdurch wird die insbesondere in montanistischen Kreisen von der Anwendung einiger Bestimmungen der Verordnung r'om 25, Januar 1879 befürchtete Erweiterung der Jngerenz der eisenbahntecbnischen Fachbehörden auf das allseits gewünschte richtiae Maß zurückgeführt und die Behandlung der außer diesen Bereich fallenden Bergwerksbahnen durch die nakb Maßgabe des Berageseßes hierzu berufenen Holitijchen Behörden fortan außer Zweifel gestellt“. ' _ Das Retché-Krie 115-Ministerium hat den Truppen iiber die lYufrwdrnsteilenden 5 esultate der im Jahre 1879 statt- geha ten Uebungen der Pioniere, der Infanterie, Lager und Kavallerie die befriedigende Anerkennung zu 'h61l werden lassen und gleichzeitig angeordnet, daß auch in diesem Jahre ,bei der Ausbildung der Mannschaft der Ka- vallerie-Piomerzüge der Zerstörung von Eisenbahnen ein Hauptausgenmerk zuzuwenden sei.
' Pr; t, 6. Juni. In der Or anisation der Mi- nisterien sollen _nach „Elienör“ wi tige Veränderungen be- vorstrheti. EH heißt, daß in nä ster Zeit schon das Finanz- Mimsteriuni die „Verwaltung der orsten und Staatsdomänen, . welche 1th m sem Ressort gehörten, an das Ministerium für Ackerbau, Gewerbe und Handel abgeben wird. Aus der Ver- waltung des leßteren aber soll das Post- und Telegraphen- wesenm das Ressort drs Kommunikations-Ministeriums iiber- gehen und neu organisirt werden.
Agram, 5. Juni., „Der kroatische Landtag wurde Kent? eröffnet. 'Der'Präsident verlas das Kaiserliche Hand- ckreibe11, wom1t die Enthebung Mazuranic's von der
Banuswürde und Einsehun des Grafen Pejacepic_ als Banus dem Landtage notiszirt wird. Nachdem die einge- gangenen Sachen verlesen worden, interpellirte Yalußnigg wegen des kroatischen Gymnasiums in Fiume, das die Ungarn unterdrücken woliten. Hierauf wurde die Sißung geschlossen.
Schweiz. Bern,4. Juni. (W.Ztg.) Der Große; Reith des Kantons Genf hat in seiner leßten Sißung die dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Aufhebung des Kultusbudgets, beendigt und ihn nun auch in der Haupt- abstimmung unwesentlich verändert nach den Anträgen der KommissionSmehrheit angenommen. Die Abstimmung erfolgte unter Namensaufruf mit 54 Ja gegen 44 Nein. Wenn auch schon friiher die Trennung der Kirche vom Staate mit zu den Zielen der radikalen Partei der Schweiz gehörte, so ist doch Genf der erste Kanton, in welchem dieser Grundsaß staats- recht1ich Geltung erhält, wozu es freilich noch der Sanktion des Volkes bedarf, d. 1). wenn 3500 Aktivbürger innerhalb der nächsten 30 Tage verlangen, daß das vom Großen Raths votirte neue Geseß dem Volke zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Im Großen Raths stimmten für dasselbe die protestantischen Orthodoxen, die Ultramontanen und die Doktrinär-Nadikalen, dagegen die iibrigen Radikalen Und die Liberal-Konservaiiven.
Großbritannien und Irland. London, 7. Juni. LW. T. B.) In der heutigen Sißung des Oberhauses er- lärte auf eine Anfrage Lord Stanley's der Herzog vo n Argyll: Die Aufhebung des englischen Vostamts in Kon- stantinopel sri unter den obwaltenden Umständen unthunlicb. Von Lord Granville wurde in Beantwortung mehrerer an ihn gerichteter Anfragen bemerkt: Die Pforte babe außer 61 000 der letzten Februarcoupons von den garantirten An- leihen die Auslagen fiir Zinsen entrichtet. Welche Politik die zweckmäßigste sein werde, um die pünktliche Zahlung der fälligen Beträge der Anleihen Seitens der Pforts zu sichern, könne er im Augenblick nicht sagen.
Im Unterbaufe wurde von Seiten der Regierung angekündigt, daß in der nächsten Session die Abschaffung der Prügelstrafe beim Heere und bei der Flotte beantragt werden soÜe. Bei der Spezialdebatie iiber das Marine- budget machte der Parlamentssekretär drr Admiralität, Lefevre, die Mittheilung, daß die Regierung die Jiiangriff- nahme des Baues von 2 11211611 Panzerschiffen verschoben und statt dessen die raschr Fertigsteilung der 2 bereits im Bau begriffenen Schiffe „Ajax“ und „Agamemnon“ angeordnet habe, welche bis Ende Dezember 1881, resp. bis ziim 1. März 1882 vollendet sein würden. In Beantwortung einer Anfrage Bartletts erklärte der Unter:Staat€-sekretär Dilke: Der Konsul Micheli m Philippopel habe selbst aus Gesundheitsrücksichten einen Urlaub gewünscht und erhalten; ein Nachfolger für denselben sei nicht ernannt.
_ 8._Juni, friih. (W. T. B.) Unterhans (Fort- seßung). Lord Hartington erklärte: Die dem neuen Vize- Kdnig von Indien, Lord Ripon, erlheiltenInstruktionen seien außerordentlich voÜständig, eine Veröffentlichung der- seiben ,aber unmöglich. Die Regierung verfolge zwei „81616; ihr erstes sei, die gegenwärtigen militärischen Ope- rationen zu beendigen. So lange das Verbleiben eng- lischer Truppen in Afghanistan nothwendig sei, müßten dix Vorrätße mid, die Verbindungeiz für die Armee gesichrrt wer en; die erste Ausgabe Lord Ripons sei aber, die räumliche AuSdebnung der Operationen baldmöglichst zu beschränken und außerhalb der von den eng- lischen Truppen besetzten Positionen alle Zusammenstöße mit den Stämmen zu vermeiden. Das zweite Ziel der Regierung bestehe darm, etwas, was wir eine stabile Regierimg aussehr, in Afghanistan zuriickzulassrn, wenn sich das Hauptcorps der englischen, Truppen zurückziebe. Die Regierung hoffe, daß Leßtereso im kommenden Herbste werde geschehen können. Unter: handlungen zu diesem Behufe seien im Gange. Was Kan: dal ar anbetrrsfe, so ?abe das urückgetrrtene_ Kabine: die e Frage dah n grrege t, daß Kan ahar von Aigbaniftan geirrnnt und daß eine unabhängige Regiernim unter britischem „Sehnde „ errichtet werden solle. Er habe kürzlich erklärt, da[; alle die Ehre des Landes VOL“: pflichtendeii Engagements respektirtwrrden müßten, und könne aiigeiiblickiich nicht sagen, daß ein anderes Arrangement cht moglich sex und, selbst WLUn es möglich wärr, als erwünscht angesehen werden würde. A(lein die Regierung bctrachts weder alE giinstig, noch als vortheilhast irgend ein Arrangr- went, welches eine permanente Beseßung Kandahars durch eiiie'große Streitmacht nothwendig macbrn wiirde. Der Vize: Komg werde die Frage von diesem Gesichtspunkte auI eincr weiterezi Priifung unterziehen. Dasselbr gelte von den in Folge des Vertrages von Gundamnk brseizten _Stellungen an der Grenze. Die Re: gierung 121 nicht überzeugt, daß die Stärke der Grenze dadurch vrrmrhrt werde, auch scheine es, (ich ob da- durch LMS sehr bedeutende Vermehrung der Grenztruppen bedmgi werde, was die Regierung bedauern wiirde. Drr Vize:König werde den besten militärischen Rath iiber die Militärische Frage erhalten und unabhiingig nach dem Nathe handeln' er werde die Frage, ob die Stellungen beizubehalten oder außugeben seien, nach den politirchen und iiiilitäriscben Gestehtxöpunktezi erwägen und werde sich nicht von der bloßen Thatsache beeinflussen lassen, das; Tas durch den Vertrag von Gundamuk Erworbene besetzt bleiben müsse. Der Vertrag von Gundamuk müsse als ein solcher betrachtet werdrn, der zu bestehen aufgehört habe.
_(Allg. Corr.) Aus K a l k utta wird dem Reuterschen Bureau unterm 4. ch; telegraphirt: Nachchten aus B i rm a znfolge wurde am 2. ds. eme fouragirende btbeilung von 30 Rebellen von 200 Mann Trupprn des Königs Thibo angegriffen. Die Rebellen Uiichteten 'in ihr Lager und überschritten, da sie hißig vrrfolgi wurden, die Grenze in britisches Gebiet, wohin ilnen die K9n1g11cheb Truppen folgten. Die Grenzpolizei éißte hieraui die britische Flagge auf. Während der Verwirrung und der Zersprengung der Rebellen verschwand Prinz Nyoung:Oke.
Frankreich. Paris, „6. Juni. (Fr. Corr.) Der Kampfzdllparagrah des fran ösischen aligemeinen T arif s, der die Regierung ermächtigt, ie Süße um 20 Proz. denjenigen Staaten gegenüber zu erhöZZen, welche Waaren französischer Herkunfx mit mehr als 20 roz. ihres WertYS besteuern, ist m der Kammer gefallen. Der Tarifentwur wird nun an den Senat gehen. Auch die Tarifkommission des Senats ist schnßzöünerisch. ,
, _ 7. Juni. (W. T. B.) Die Deputirtenkammer votirte eme Dankadrefse an die belgische Negiernng
fiir die den französischen Soldaten im Jahre 1870 erwiesene Gastfreundschaft. _ Die Verathung des Antrages auf (He- nehmigung zur gerichtlichen Verfolgung des Herzogs von Padua wurde auf nächsten Donnerstag festgeseßt.
Spanien. Madrid, 5. Juni. (21 . Hav.) Die amt- liche Zeitung veröffentlicht folgende Depe che aus Habana, vom 4. Juni: Dic Jnsurgenten-Generale Guiiiermon Moncada, Macro, mehrere Commandeure, sechs Hauptleute, acht Lieutenants und 200 Mann haben sich den cubanischen Behörden ergeben. Man betrachtet dieses Ercigniß als ein Symptom der bevorstehenden Pacifikatiofi von Cuba.
Der Senat hat das cubanische Budget ohne Amende: ment angenommen.
Das Vertrauensvotum fiir das Ministerium Canovas wurde mit 186 gegen 1 Stimme beschlossen.
Türkei. Konstantinopel, 5. Juni. (Pol. Corr.) Abdul Rahman Pascha wurdS' _zui Kommandanten der in Bagdad sich sammelnden Truppen ernannt, welche gegen die aufständischen Muntefiks operiren werden. Diese aufständische Bewegung nimmt einen sehr beunruhigenden Charakter an, und die Regierung hat sehr ernste Nachrichten aus Bagdad erhalten. Vier türkische Bataillons sind WU den Jnsurgenten eingeschlossen und ver- 11ichtrt worden. Man versichert, daß der Sultan vergebens die Mittrl in Anwendung zu bringen versuchte, die bei den mohawrdanischen Jnsurgenten des Zeitum verfangen hatten. Ein vom Palaste an Monsoun, den Jnsurgentenfiihrer, gr: richtetes Telegramm bot ihm vollständige Amnestie fiir sick) und seine Gefährten an, versprach ihm Geld, Dekorationen und Stclien. Bisher wurden diese Anrrbietungen zuriick: gewiesen und es icheint, daß das ganze arabische Elemrnt sick) anschickt, das Joch des Sultans abzuschiitteln.
_ (W. Vr.) Zn diplonmtischen Kreisen gilt ein Ka- binetswechsel als gewiß. Der Sultan selbst sol] sick) wäh- rend einer Audienz Mussurus Paschas in diesem Sinne ausgesprochen haben, da es nothwendig sci, die Mächte durch ein neurs Ministerium von dem guten Milieu der Pforte zn Überzeugen._Die internationale Neiormkommission wird nächste Woche zusammentreten. _ Die Pforte hat Asiu Pascha und Abro Effrndi zu ihren Kommissären fiir die in- ternationale ostrumelische Kommission ernannt.
_ 6. Juni. Midhad Pascha, der seine Demission ein: gereicht hat, ist von Damaskus nach Aleppo abgereist, um sick) nach Europa zu begeben. _ In den nächsten Tagen sollen Truppen nach Mesopotamien eingeschifft werden. _ Der in Bukarest beglaubigte ösirrreichifche Gesandte Graf Hoyos isi hier eingetroffen.
Bulgarien. Sofia, 5. Juni. (W.Pr.) Hente wnrdr der Kammer ein Gesrßentwurf bezüglich der Airsprägung bulgarischer Münzen vorgelegt. Es sollen Kiipfer:, Silber: und Goldmünzen geprägt werden* und zwar nach Decimalsystem. Der Frank (Lewet == Löwe gcnanntZ bildet die Einheit. Die Goldmünze wird Alexandriner hei en. _ Die Kammer wird am 13. vertagt werden. _ Das gestern eingebrachte Budget beläuft sich auf 18 Millionen, davon entfalien 11 auf das Kriegs-Ministerimn, die iibrigen 7 aui die anderen Ministerien.
Montenegro. Cettinje, 5. Juni. (Wien.Z.) Von der durch die „Agence Havas“ gemeldeten angeblichen Absicht der Montene rincr, den Albanesen eine Schlacht lirfern zu wollen, ist ier absolut nichts bekannt. Dagegen ver- breiten dir Führer der Albanesen das Gerücht, daß sie in deir nächsten Tagen die Montenegriner anzugreifen brabsichtigen. An dieser Absicht wird jedoch hier sehr gezweifelt, und die Verbreitung drr beziiglichen Gerüchte lediglich als ein isn: denziöfeITManöver betrachtet, mn gegenübrr den im Zuge br- findlicben diplomatischen AncZgleicbsbesirebungen die Existcnz drs albanesiscben Widerstandes zu konstatirett. _ Heute fand hier ein Trauergottesdienst fiir die vrrstorbene“ Kaiserin von Rußland statt, und wurde eine drei: monatliche Hof: und Lanchtraner angeordnet.
Säiweden und “Norwegen. Christiania, 2. Juni. (Wes. Ztg.) DLM Storibing ist heute offiziell mitgetheilt worden, daß Se. Majrstät der König dem Bricblusse des Things in Betreff der StaatSrathsangclegenl)eit(Tl)eil: nahme der Minister an den Storihingé-verbandlm!gen) die Sanktion verweigert habe. Drr soeben fiir die Dauer der diesjährigen Session zum Präsidenten deS Storthings wieder- gewählte Führer der Opposition, Bankdirektor Sverdrup, brachte sofort, gewissermaßen als Antwort auf die Mittheilttn: rn,folgrnden Antrag ein: „Das Stortbing hat in Uebrrcin- Zimmimg mit wiederholten Brschliissen der chräsentantrn de?- Volkes und in (Hrmiißlxit ds §. 112 des Grundgrsrßrs rim? Grimdgeseßbcstinnnt, betreffend die Theilnahme der Staats- räthe (Minister) an den Stdrtl)ingsverbaudlungen, angenom- men; daher soli diess Bestimmung gelten Und derfrlben als Grundgesetz für das Königrrick) Norwegen unverbriichlick) nacb: gekommen werden.“
Amerika. Chicago , 7. Juni. (W. T“. B.) Bei der m der [)eizttgrn Sitzung der Konvention brhufs Ernennung des Priisidentscbastskandidaten vorgenommenen Abstimmung wurden 756, Stimmen abgegeben; die zur Ernennung erfor- derlicbe Majoritäi betrug demnach 379 Stimmen. Von den abgegebenen Stimmen er ieltrnGrant 304, Blaine 284, Sber- ma'n 93, Edmunds 34, indom 10 und Wafbburne 30, ein Stiininzettel'war unbeschrieben. EH wnrde bieraiif zu einer zweiten Abstimmung geschritten, welche indessen kein wesentlich andrres Resultat ergab.
_ 7. Juni, Abends. (W. T. V.) Die Abstimmungen der Konvention wurden bis Nachmittag 5 Uhr mit wenig Veriinderung in den Abstimmungsreiultaten fortgesrßt. Bei der 15. Abstimmung erhielten Grant 309, Blaine 281"; die 18. Abstimmung ergab für Grant 305, fiir Blaine 283, für Sher- man 91, fiir Edmunds 31, fiir Washburne 35, fiir Winddm 10 Stimmen. Die Konvention vertagte sich hierauf bis 7 Uhr Abends.
Nr. 23 des .Centrai- Blatts für das Deutsche Reiéb“, beraußgegeben im Reichsamt des Innern, hat folgenden In“ halt: Allgemeine Verwaltungssachen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reich6gebiete. _ EisenbahnWesen: Eröffnung neuer Badn- strecken und HalZestellen; _ Aenderung 'der Bezeichnung einer Statiop; _ Errffnung des neuen Empfangßgebiiudes der Berlin- Anbaltischen (Eisenbahn. _ ZoU- und Steuerwesen: Dienst- vorschriften, betreffend die Yesteuerung des Tabaks; _ Regulativ, betreffend die Niederlagen fur unversteuerten inländischen Tabakk-
Marine und SÖiffabrt: Eribeilung eines Flaggenaitesies. _ KonsulaIWesen: Todesfall. '
Nr. 29 des „Amtsblatts des Reichs-PostamtS' hat folgenden Inhalt: Verfügungen: vom 27. Mai 1880: Wirksamkeit der für die Angehörigen der Reichs-Post- und Teledrapbenverwaltung bestehenden Woblthäii keits- rc. Anstalten für das Etatsjabr1879/80 bz. für das Kalenderja r 1879.
_- Deutsches Handels-Arcbiv. Wockxensäyrift für Handel und Gewerbe, herausgegeben im Reichamt des Innern. Nr. 10. _ Inhalt: Gesetzgebung: Großbritannien: _Erböhung der Zölle auf Spirituosen und Weine in der Kolonie Nemüdwalrs. _ Rußland: Vorschriften für die Einfuhr von Exploswstoffen. _ Portugal: Mo- difikation der Aus- und Einfuhrzölle. _ Spanien: Zoilabferiigung von Spielwaarsn, _ Griechenland: Erhebung dsr Einfuhrzölle in neuen Drachen. _ Türkei (Egypten): Dock», Cntlöschuiigs- und Zootiengebühren im Ibrahimsbafen zu Suez.__ Berichte: Ecuadör: Handels- und Sckpiffahrisberickyt aus Guayaqml für 1879. _ Belgien: Der auswärtige Handel und die Schiffahrt Belgiens im Jahre 1878. .. Portugal: Handels- und Skbiffabrtsbericbt aus Louren o Marques (Delagoa-Bai) für 1879. _ Rußland: Wirthscbafiliche erbältniffe des Gouvernements Smolensk. _ Helsingfors. _ Schweiz: Waaren- verkehr mit Deutschland im Jabre'1879. _ Vereinigte Staaten von Amerika: New-York. _ Japan: Htogo Osaka.
Staiisiische Nachrichten.
Gemäß den VeröffLUUiÖUUFU- des Kaiserlicbeii Grin 1112- beitsamts smd in der 22. Jahreswocbe von je 1000 L'k- wobnern, auf _ dcn Jabresdurcbzchnitt berechnet, als gestorbsn gemeldet: in Berlin 33,4, in Breslau 30,9, in Königsberg 37,0, in Cöln 25,7, in Frankart a. M. 26,4, in Hannover 190, in Caffel 17,8, in Magdeburg 24,0, in Sieiiin 22,4, in Altona 27,6, in Straßbarg 29,7, in Metz _, in München 47,1, in Nürnberg 26,3, in Augsburg 27,6, in Dresden 30,3, in Leipzig 22,1,in Stuttgart 26,4, in Braunschweig 30,9, in KarlSrube 28,1. in Hamburg 29,2, in Wien 30,8, in Buda- Pest _, in Prag 43,6, in Triest 30,4, in Krakau _, in Basel 28,6, in Brüffel 15,5, in Paris 29,2, in Amsterdam 26,3, in Kopenhagen 27,2, 1,1 Stockholm 27,4, in Christiania 14,7, in St. Petersburg 53,5, in Warschau 27,2, in Odrffa 29,8, in Bukarest 25,5, in Rom 29,7, in Turin 28,4, in Athen _, in Madrid _, in Londou 19,0, in (Hlasxww 23,2, in Liverpool 23,4, in Dublin 38,0, in Edinburgh 24,9, in Alexandrien (Egypten)_ Ferner aus früheren Wochem in New- Ydrk 26,6, in Philadelphia 18,0, in St.Louis 12,5, in Cbicaqo 22,7, in Cincinnaii 17,5, in St. Franzisko 12,0, in Calcutta 22,1, in Bombay 39,1, iv Madras _ .
In den ersten Tagen der Bcrich16woche waren westliche und Südwestliche Windrichtungen an den meisten duisxben Bcobachtungs- stationen vorherrschend, die am 26, an den Ostsiationen erst am 27. unter bedeutender Zunahme_der Lufttemperatur nach Siid und Südost, in München nach Nordost gingen. Am 28. schlug der Wind nacb Entladung mehrfacher, zum Theil recht schwerer Gewitter, nach Nord und NordWest um, wobei die Luftwärme recbt erheblich ab- nahm (in Berlin sank das Tberwomrter von 31,6 auf 12,60 C.) Der in den ersten Tagen der Woche steigende Lnftdruck sank am 26., siirg aber am 27. wiedcr und behauptete bis zum Schluß der Woche seinen Standpunkt. " _ , _
Die Sterblichkeitsvethaltniffe haben sicb m den meliien Städten Nordeuropas, besonders in den deutschen ungünstiger gestaltet, wäh- rend sie in den oft-, Wesi- und _1üdcuropäiscben zum Theil recht wrsentlicb bessere Verhältniss: aufnwxseg. " Die aÜgcmeinr Sterblich- keitEVerbältnißzahl für die deutschen Stadte stieg auf 30,6 von 28,1 der Vorwoche (auf 1000 Bewohner und aufs Jahr berechnet). Die Beibeiligung des Säuglingsalters an der Gesammtsterblickokeit ist eine wesentlich höhere geworden, so daß von 10,000 Lebenden (aufs Jahr berechnet) 118 Kinder unter 1 Jahr starben, gegen 93 der Vor- woche (in Berlin 147 gegen 98). Unter den TodeSursachrn haben namentlich Masern, Darmkatarrbe und'Brechdurchfälle der Kinder zugenommen, während PockenÜim Aliaememen skltener wurden. Ma- sern gewannen in Danzig, Munchrn, Cbem'niiz, Berlin, Paris größere Auédebnung, T5; Z'Ykkkan UNd Wesel hat dlc Epidemie einen milderen Verlauf angenommen. , _
Todesiäiie an S*Öarlach baden in Müncbeii, Berlin, HQWÖUYJ und London zugenommen, in Barmen, Bonn, Stockholm Mist,.dir Epidemie noch keinen wesentlichen Nachlaß (Mf. _'Dipbib'er11che Affektionen zeigen sich in Stuttgart, DrcHdrn, Brrlm, Munchen, Hamburg, Aaibcn, Paris 11. a. noch häufiz, obgleich die Zahl de_r Opfer in den lcßgenannten Ortrn ein wrntg chblaßt. _ Typböw Fieber waren in I)iüncben, Chemnitz, Parts wirdex haufiger, in St. Prtersburg nahm die Zahl derselben etwas ab. Ruckfallssieber kamen ieltener vor, aus Bkrlin wird 1, aus St. Petersburg“ werdrn" 39 Todesfälle gcmrldet. Dagegen Werden Fleckiyvhen no_ch immer haufig beobachtet. Aus Thorn werden 4, aus Braunskbwrtg 3, aus War- schau 2, aus Königsberg, Betiibrn O/S, Ratibor, Drrdden, Berlin, 9.11agdeburg,Krakauje1, (1119 St. Petersbarg 44 Todesfälle gemeldet. _- Darmkatarrbc und Brecbdurcbfälle der Kinder mehren sich ansehnlich und wurden namentlich in München, Stuttgart, Nürnberg, Berlin, Straßburg, Wien, Paris 11. a. O. oft Todesvckaiilaffuna. Zn Nürb- berg und Cobmg tritt die Genicksiarkc in cpidemiscber Wkiic auf. _ Pockentodrsfäüe wurden im Ganzen etwas seltenst; in größerer Aus- dchnung herrschen sie in Wien, Prag, Paris. L-xiidM. Aus Bukarest worden 5, ans Beuthcn 4, aus St. Priorsburg 3, ans Triest, Rom, Odeffla, Barzclona je 2, (1116 [6161183, Krakau, Cadix je 1 Todesfall Jcmc drt.
_ Summariscbe Uebersicht iiber die Zahl der Studi- rcndcn an der Königlichen bereinigten Friedrichs- Uiiibersität Halle-Wittenberg im Sommer-Semestrr 1880. Im Wintcr-Scmester 1879/80 find immatrikulirt gewesen 1098. Nach Aufstellung der betreffenden Nachwei1e Wurden 110ch immatrikulirt 16. Zusammen 1114. Davon sind abgeganaen 300. Es snd demnach geblieben 814. Dazu sind in diesem Semrster gckommrn 315. Die Gcsammtzabl dcr immatrikulirtcn Studireii- den beträat daher 1129. Die evangrliscb-theologischr Fakultät zählt Preußen 276, Nichtbreußen 28, zusammen 304. Die juristi che Fakultät zählt Preußen 81, Nick1preußen 2, zusammen 83. ie medizinische Fakultät zählt Preußen 136, Nichtprenßen 23, zusammen 159. Die philosophische Fakultät zählt: 3. Prrußen mit dem Zeug- mß der Reife 347, b. Prenßen ohiie Zeugnif; der Reife nach E. 3 dcr Vorschriften vom 1. Oktober 1879 114, zusammen Preu- Qen 461, 0. Richtpreußen 122, zusammen 583, im Ganzen 1129. „lußer diesen immatrikulirtxn Studircnden besuchen die Universität als Hofbitantcn 21. Es nehmen mithin an den Vorlesungen über- haupt Theil 1150.
Kauf?, Wiffenschaft und Literatur.
Das Verfahren in Außeixiandermßungöauge- lLaendeiten, nach Maßgabe des (Gesetzes vom 18., Februar 1880 systematisch dargestellt. Im Auftrage des Königl. Mmtsteriums fur Landwirtbscbaft, Domänen u.1d Forsten berauSgegeben durch A. «label, Geheimer Regierungs- und vortragender Nail), und F-
ternebera, Regierungk-Ratb im Ministerium fur Landwntb- schaft, Domänen und Forsten. Berlin. Verlag von Wiegandc, Hempel u. Parey. 1880. Preis 20 “M _ Das Gesetz, betreffend das Verfahren in Außei11anderseßungsangelegenbeiten, voin 18. Februar 1880 enthält iiberwiegend nur Maßgaben fur die An- korndimg der deutschrn Civiiprozeßordnung und setzt also, fur seine pkaktlsche Handhabung die genaue Kenntnis; der deutscbrn Cwilprozeß- NMUN!) voraus. Die hieraus und aus der Neuheit des leiztean Geieyes sich ergebenden Schwierigkeiten haben den Minister fiir LNWkMWscbaft, Domänen und Forsten bewogen, die Verfasser init der Herstellung eines Kommentars__zu dem Gesetze vom 18. Februar 1880 zu beauftragen. Die Verfamer haben ihre Aufgabe kgrin ge- suchd sämmtliche Vorschriften für das Verfahren in Auketnankcr-
setzungssacben, die im Geltungßgebiete und nach Maßgabe des Geseßes vom 18. Februar 1880 anzuwenden sind, systematisch und unter Bei- behaltung des Textes der Geseßeévrrstbrifien zusammenzusiellen. Die vorliegende Arbeit ist auf das gesammtr Verfahren, einschließlich des Regulirungsverfabrens,außgedebntund Wird dem Praktiker vornehmlich aucbinsofern die Anwendung des erwähnten Geseßes erleichtern, als aus derselben die motivirte Ansicht der _ auch mit den Vorarbeiten für das Ge- setz betraut gewesenen _ Verfaffer sicb ergiebt, Welche zum Verständniß beizutragen und ein zutreffendks Uriheil anzubabnen nicht verfehlen wird. Bei denjenigen GeseßeSvorscbriften, deren Text nicht voil- ständig beizubehalten war, find die Abiveiibunaen vom Texte in den Anmerkungen hervorgehoben und be1ründet. Größtentbriis sind in den Anmerkungen auch diejenigen Vorschriften der in B1tcacht kom- menden Gesetze erwähnt welche in das vorliegende Werk nicht auf- genommen sind, weil sie entmeder nicbt mehr gelten oder _ was namentlich für viele Vorschriften der Civilprozeßordnung zutrifft _ auf das AUSeinanderse ungbverfabren keine Anwendung finden können. Gemäß dcr systematis en Anordnung des in dn zu brarbeitxnden Geseßen gegebenen Stoffs find die einzelnen Geseße und Gesetzes- vorschriften. sofern sie verschicdenk, systematisch auSeinandcr zu haltende Materien betreffen, für ihre systemgtische Einfügung ge- tbeilt. Die Aufgabe, sämmilicbe geltendsn Versabrenßborscbrifien nach dem Geseßestrxte wiederzugeben, brachte es mit sich, einzeliie Vor- schriften aufzunehmen, welche inhaltlich durrb andere aufgenommene Vorschriften gedeckt Werden. In beiden Beziehunaen bat j'docb der praktische Gebrauch des Werkes keinen Eintrag erlitten. Die Vor- schriften gleichen Inhalts sind in den Anmerkungen mit entsprechen- den Erläuterungen beglei'et. Den einzelnen aus dem Zusammen- bange des Geseyestexies genommenrn Bestimmungen sind unter dem Texte der aus demselben gebildeten Paragraphen die Quelien beigesetzt. Zur leichteren Auffindung der einzelnen Para- graphen der verarbeiteten Geseße dieut iiberdies das am Schlusse des Werkes befindliche Paragraphenregisier, in wrlcbem bei den eiiizelnen Paragraphen der im Register nachgewiesenen Ge- feße die entsprechenden Paragraphen dicses Weiikes angegeben sind. Das Gesetz vom 18. Februar 1880 und eine Reihe anderer Gescye, Reglements u. s. w., welcbe in den Verfahreiisvorschriften oder in den Anmerkungen zu denselben in Bezug genommen sind und für den praktischen (Gebrauch zur Hand sein müssen, sind als Anlagen beigefügt, um nicht durch Einschaltung dcrselben den Zusammenhang der Verfahrensvorscbriften zu unterbrechen. Dem oben erwiihntrn Paragrapbemegistcr folgen noch ein chronologtsches und ein alpha- betiscbes Register. „ _
_ Leitfaden für die juristischen Prusungen und den Vorbereitungsdiensi der Referendarien in Preußen, von ])r. E. W. Vleirb, Amtsgeriwtsratb (Berlin, 1880, Verlag von W. Moesrr,Hoib11chbandluna). _ Der Verfasser kommt in dem vorlie- genden kleinen Buck) dcm Bedürfniß derjenigen entgegen, welche sich dem Rickoterstande widmen woilen oder den VorbereitUUJSDiLk-sk der Referendarien zu leiten haben, und denen bisher keine dem zeitigen Stande dcr Geseßgcbuncx und Verwaltung entsprechende Sammlang der geseßlicben und reglementarischn Bestimmmigen über den_Vor- bereitungsdienst der Referendarien zur Information zu Gebote stand, was um so mehr empfunden wurde, als die betreffendrn Bestimmun- gen in neurrrr Zeit vielfach geweibselt haben. Jenem Mangel hat der Verfaffrr durch eine ebenso zwrcimäßige wie vollständige Zusam- menstellungdes gesammten, und zum großen Theil im „Justiz-Ministcriak- blatt“ zerstreuten Materials abgeholfen. Dasselbe ist chronologisch ge- ordnet, jedocb girbt eine Einleitung einen Ueberblick über die historische Entwickelung dcs Vorbereitungswäens wie über deen derzeitigen Stand desselben, aurb mancbrrlei praktische Winke für den mit der Aus- bildung der Referendarien beauftragten Richter. Die Bleichscbe Samm- lung wird deßbalb dem gesammten Richtersiande wilikommen sein.
Marienwerder, 28. ZNai. Das hiesige Muieum des historischen Vereins hat einen Werthvolien Silberfund er- niorben, dessen einzelne Tbeile nab Tausenden von Stücken zählen und zusammen an 4 k-Z' wiegen. Derselbe befand sich in einer un- gebrannten, nur am Feuer getrockneten [11118 aus gewöhnlichem Thon, deren Tbcike gerettet sind, und Welche Uicht tief _unter der Erde in der Kolonie Dombrowo stand. Der Schmuck bezieht aus größeren gewundenen Ringen vim verscbiidenster Form, aus Obrrmgen zum Tbeii mit Gebängen , aus zahllosen kleinen Ringen, Keitenfra-zmenten, Platten, Zierstücken und anderen Schmach gegenständen _ sämmtliib 11011 schön ier Arbeit _ „sowie aus etwa zweitausend (iiber seibsbundert 613 ig erhaltenen) Murizen, auf deren einzelnen fick) Phönizisckye, altgriechiscbe und altetrurticbe Buchstabrn befinden. Die Ornamrntik der Zierplaiien 1x. 1. w. stimmt mit bekanntkn Hailstädter Gräberfunden (altetruri'1ch,600 bis 700 1'. Chr.). Auch die Technik dcr Urne spricht für die Jahr- hunderte vor (Christi Geburt. Da viele Theile getrennt und zum großen Theile zerbrocbcn find, so wird die Ordnung und Zusammeii- strilung des Fundcs schwierig und zeitraubfnd. Sobaid diese Arbeit beende! ist, soil der Fund dem Publikum zugänglich Jemacbt We1den.
Land- und ForstWirthfchaft.
Der nrueste Jahresbericht der städtischen Kanalisationsdeputaiion entbält folgende Mitibeilungeti Über die Rieselfelder zu O6- dorf und Friederikenboi. Es warm bis zum Jahre 1879 6492 11 Wiesen in 33 Schlägen annelegt, im Jabre1879 kamen noch 4413 a in 20 Schlägen zur tbeilweisen Benn ung; im (Yanzen konnten also 14 325 9. in 53 SÖlägen gemäht iver en. Die alteren Schiä,1e lieferten 6 und 7 Schnitte, die neu angelegten nur 1 bis 3; iiichtsdrswweniger wurden 134 985 Ctr. (Gras gewonne'n, also 9,42 Gtr. pro Ar und 240,49 (5,11. pro Morgen. Der ka11111 an Heu wäre iibrigens erheblich größer gewe1en, Wenn nicbt der Winter von 1878/79 sehr lange gedaueri, dcr bro 1879/80 sehr frub be_gon- nen hätte, und Wenn nicht die eritc Hälfte" des szres 1879 uber- haupt eine sehr ungünstige Witterimg gehabt hatte, Die erstxn Schnitte ergabrn deshalb nur 1,51 bis 1,93 (Etc. Gras pro Ar. die spaxere'n dagegen 2,29 bis 3,22 Ctr. Der Preis des Grases sibwankte ubri- gens sehr; er betrug im Frühjabr in der knappen Zeit 40 «5 pro Ccntncr, (1211811 den Herbst bin daßcxcn, als viel (Gras vorhande'n war und Nässe eintrat, nur 10 „5. Der durchschnittliche Jahrespreis War 22,86 „5 pro Ceniner, es crxiirbt dak einen Gesammtirwrtk) des Grases von 34 908 «ck Von 18433 Cir. Gras wurden 3290 Ctr. Hen aemacht; 5,609 Ctr. Gras aabewmiibin 1 Ctr Heuxkder Cent- ner Heu berechnet sicb biernack) einschließlich des Lohnes fur „Maden u. s. w. auf 1 «jk 77 „_3. Der Verkaufspreis war aber fur. qu 24 „is Indes; wurde Heu nicht verkauft, sondern (bénso_ wie ein Theil des Grases für das zu Osdorf iichaltcne Viel) (50 Pferde, 12 Zuaochscn, 115 Milchkühe und 300 Schafe) verwendet, In den 13 großen Basfins zur Aufnahme des Winterwasiers wurden im Werthe von 17 593 „M Srmmerrübsen, quer und Sommerweizen, Leßterer mit besonderem Erfolg gebaut; aus den zalilreixbrn Beeten dagegen, welcbe 11918 Ar umfaßten, Kohl und Gemusx jeder Art, Zwrrbeln, Etd-, Him- und Johannisbeeren, Kränter, Weiden, Cichorien u.s.w. im Gesammtniertbe bon 84,648 „44
_ Aus Ungarn schreibt der „Pester Llfoyd“ unterm _29. Mai: .Es sieUt sich immer positiver beraur,_daß die Alarxnnachxicbteu aus der Provinz über angebliche Frostscbaden theils stark ubertrieben waren, theils jeder Begründung entbrbren; heute kann man_schz)n mit Entschiedenheit konsiatiren, daf; wir. den Monat Mai gKluckltcb überstanden und uns der fruchtbarsien Witterung „erfreuen; halt die- seibe in gleicher Weise noch vier Wochen an, dgnn ist,eine reich ge- segnete Ernte nicht mehr zweifelhaft, sorxdern eine fertige Thatsache. Wir hatten Anfangs der 299416 ein wenig Regen, dann eim e kühle Tage, dann aber rapid steigende Hiye von + 13 Grad bis +,“ 5 (Grad R.; die Woche schließt mit Hochgewiiter, wobei_auch ziemlich starke Schloffen über der Hauptstadt niedergingen, die hoffentlich kein_en wesentlichen Schaden angerichtet haben werdxn. Der Hiwmel ist des Abands noch in dichtes Nebelgrau geballt, und schaut noch Weiterer Rezen bevvrstebend.“ „ „
Paris, 6. Juni. (Cöln. Zia.) Bei dem heutigen W ett- renncn zu Longchamps gewann das englische Pferd „Robert der
Teufel“ (Besiyer Mc. Brewer) den ersten Preis von 100000'Fr., den zweiten Preis „Le Deitrier“ (Gestüt Laurav), den dritten „Milan' (Graf de La,;rangi). Das Wetter trat sehr sckzl-chf.
GeWerbe und Handel.
Dem der 11111, Gei'eralversammkung der Preußischen Feuer - Versi cherunas - Aktien - Gesellschaft vorgelegten Geschäftsbericht entnehmen wir Folgendes: Ein beträchtlicher Fort- schritt im Geschäft ist eingetreten, und wurde ein Uebersckxuß von „M 35 053,82 erzielt, welcher eine Dividende von 4% qestatteie. Die Zahl der Verfickykrungen hat sich von 161151 Stück auf 168191 Stück erhöht, während bei der 24erficherungssumme eine Steigerung von „M 743 898 553 auf „15 827 567 582 eingetreten ist, Die Prämien Einnahme erhöhte sich von «€ 1697 747 98 auf „44 1913 766,39, so daß also eine Zunahme von «14 216 018,41 er- folgte. Die GesellsÖait hatte im vergangenen Jahre ibr Haupt- augrnmcrk darauf gerichtrt, das von der in Liqnidation getretenen Feuer-Verfichrrunas-Aktien-Ge;cUscbaft für Deuiscbland ,Adler“ Übernommene Gescbäft einer Revision zu unterwerfen, die guten Risiken definitiv auf die Preußiswe Geseklscbaft Überzufiibrcn und die swischten. soweit sollbes nach den Bedingungen der Versicherungs- vertrage oder im Wége der freien Vereinbarung möglich war, zur Aufhebung zu brinsicn. Drr Geschäftsberirbt bebt sodann die Ein- WikkU-“Ig der ungünstigen Zeitverbältniffe auf das Aisekuranz-Gki-É-äst hervor und schließt sich den in den Beribten anderer deutscbsr Feuer- Verficbexungs-Gsellschafsen enthaltenen Anfübrungen, das; ein hoher Prozentjaß der Brandschaden aaf böswiiiiae Brandstiftung zurück- zuführen sei, voiiständig an. Mit Rückfiibt hierauf wird das Erzieiie Resultat als günstig be eicbnet Und die Hoffnung auSgesprochen, “daß bei Rückkehr zu norma en Verbältnisien eine bedrutende Steigerung des Gewinnes eintreten werde.
_ Pommersche Central-Eisenbabn. (Nat Ztg.) Wir b;:- lautet werden in dem am 22. er. stattfindenden Sckylußtermin des Konka- ses 100000 „Fl: vertbeilt und der Rest von 40_50000 „jk u:?er die 18400 Siück Stammprioriiäten vertbeilt werden, während die Stammaktien leer ausg-hen. _ Die Summe von 40-50 000 «56, auf 18 400 Siammprioritäten vcrtheilt, dü:fte eine Quote von etwas über 2 „44 pro Stück ergeben, so daß, da die Stammprioritäten auf 6000 “ck lauten, etwas über 180/0 zur Vertbriiung gelancien werden. Am Donnerstag wurden als Liquidatoreu gewählt, welcbe di? Liquidation fortzusetzen haben, die .Herren Oder und Walcker.
_ _ Dem Gesibäftsbericbt der Direktion der Oels-Gnesexier Eisenbabn-Gesrllscbaft für das Jahr 1879 entnehmen wir folgende Daien: Das Resultat des Gesammtverkehrs der Oels- Gnesener Eisenbahn im Jahre 1879 ist im Allgemeinen günstiger als das der Vorjahre, ist aber immer 11dch hinter berechiig- tri) Erwartungew zurückgeblieben. Theilweise ist dies dadurch er- klarlick), daß die Handelsverbältniffe auch im verfloff.n2n Jahre einen wesenilicben AUfscbwung noch nicht erfahrra 8113211, und daß die der dnrrbgreifenden Hebung des Transit- Verkehrs nacb dcr Posen- Tborn - Bromberger und Ostbahn 713. Oels - Gnrscn entgegenstcben- dcn indernisie auch bis jeHT iioch nicbt brseiiigt werden konnten. Im ersmwnverkcbr wurden gcaen das Jahr 1878 8433 «44 Wenige?) dagegen im Güterverkehr 76180 «44 mehr eingenommen. Es wnrden überhaupt befördert im Jahre 1879 279 743 Personen (1313 _ 1 Kl., 18190 _ 2, Kl., 80 958 _ 3. Kl., 179 232 _ 4, K1 ), mit 756,1 b Reis*gepäck; es wurden dafiir einciendmmen 308 369,25 «74. Im Güterverkehr wurden im Jahre 1879 befördert: 152 287 1: Eil- und Frachtquf, 1517,4 1 Viel), 4037,4 1: andere)? Gut, Summa 157 841,8 t (Hüter, wofür 557 286,25 „44 im Ganzen ein- genommen wiirden. Die Einnahme betrug für 1879 iiberhaupt aus dem Personenberkebr 308 369,25 „461, aus dem Güterverkehr 557 286,25 «74 Der Urbertrag aus dem Jahre 1878 betrug 18 978,67 „44, Extraordinaria an Einnahmen 156809124; die Gesammieinnabme betrug daber1041443,47„jü Die Gesammtbetriebs-Aiisgaben betrugsn für 1879 641 334,45 914, d. i. 61,58 0/0 der Einnahme; fiir die allgemeine Verwaltung Wurden veraußgabt 120 957 «14 94 „Z, für die B.]bnvetwaltung 230 750 «46 55 „5, für die TranSvortverwaltung 281 925 «14 60 45, mithin ver- blieb Ueberscbu 40010872 «ks (2.500,68 „44 per Kilometer). Dieser Uebersckwf; ian pro 1879 Verivendung: 1) zur Doiirung des Re- servefonds mit 23 250 «14, 2) ziir Doiirung des Erncuerungsfonds 147 440,49 „44, 3) zur Verzinsung der schwebenden Schuld 219 603,96 914; es betrug dahir der Rest zurn Uebertraa 981427 «44
_ Hqile- Sorau-Gubeiier Eisenbahn. „2111-32 der vor- liegenden Bilanz pr. uli. 1879 betrug drr Uebrrikxuxi aus den Betriebseinnahmen des Jahres 1879 753 469 «14, „Dirieibe wird wie folgt derivendet: Zur Zahlung von 35 % Dibidrxide auf die StammprioritäiSaktien 708750 «46, JW? Zablimg dcr Eiwnbabniieuer 18173 „44, zur Disposition der (Henrraivwsammlurig 7088 „M, zum Vorirag auf neue Rechnung 19458 «44 Da vorher schon aur den Betriebsergebnisien des Jahres 1879 der Reit der Staatsvorickyuffe mit rund 366 000 «44 und 85 000 «44 für Kosten der leyten Priori- jätSanleibe und sonstige Cxtraordinarien gekürztwordcn find, _10 be; ziffert fick) der Reingewinn des Jabrrs 1879 1711 („555113211 521111 auf 1204 000 „M oder nahezu 6 0/*0 db Stammprtorttatyn-__Kapttals. Bis Ende April laufenden Jabrrs hatte die: Bahn ber:iis 64 0001/76 Mebreinnabme. ' f
_ Die diesjährigedreizchnte ordentliche GrneralversainWami des Rheinisch-Westfälischen Lloyd, welcbe am 29- Mi", *?i M.Gladbacb stattfand, war von 18 Aktionären besucht, welche 383 Stimmen repräsentirten. Der Gefchä_ft§bericht konst'gttrt, “daß der Umfang der Transportrersicherungsqeschafte sywobl beziigiicb “OSI ver- ficbcrtcn Kapitals, als auch bezüglich der erzielten Pramirnemnabme wiederum ein3 kkkaUliÖL Ausdehnung erfahren hat, wenn 111111) das Reinerträgniß in Folge der brreits angedxuteten Umstande ntcht die- selben Fortschritte aufweist, sondezn aus demwoxxabrigen Stande (2270 Dividend?) sirben geblieben ist. Die Pramxeneizin abwe, abzüglich Courtaren re., crxeikbie im Jahre 1879 4469 295 „44 96 „5 für ein Verficbermiaskapital von 1201613 347 «14 «earn 3 924 512 „411 54 «5 Prämieneinxiabme und 1 112961160 9161 Vcrsicherungs- kapital im Vorjabre. Das versicherte Kapital ist sonab um 88 652187 «76 und die Prämieneinnabme um 544783244 42 „5 ge- stiegen. Der Prämieneinnabme treien_ hinzu die Etnnahmm aus (Geldanlagen, Polizegeldern, AkiirnumWreibungS-xieb.1brc11 und ver- fallenen Dividenden im Betrage von 59127 „44 22 ck, so dizi; Fick) mit Einswluß der für das verflossene Jahr zurückgesteliten Pramten- und Schadenrcserve rO1 813 234 «44 24 „Z cine Gesamxntemnabme von 5341657 „44 42 „Z ergiebt. Die Au§gaben Haben hiergezirii be- tragen: an Rückversiibcrunqsprämie, abzüglich Courxagen, TUZbaite und Storni 2 207115 «Fk 69 «1, an bezahlten Sxi;adcn,_ abzuglicb Provenü und Antbeil der Rückvctsicberer 1 740 865 «74 58 „3,4111 Abschreibung auf Yiobilien 3660 ck 27 „3, an Ygeyturpromfion, Tantiéme, Organisatidns- und Vetivaltunaékosien, abzugltck) der vonden Rückversicherern vergüteten Provision 391066 „44 42 „z, zusammen 4 342 707 “FC 91 „3 Diese Gesammtausgabe ergiebt, dcr "oben abgr- aebenen Gesammteinnabme von 5341657 „43 42 ck gegenuber, einen Bruttoübersckpuß von 998 949 „Fi 51 „5, von w.lcbem in Abzug kommen für die am 31. Dezember 8.1). noch nicbt abgelaufenen Risiken an Prämietireserve, sowie an SÖadenrcserve fur am. 31, De- zember a. 1). noch scbchcnde Schäden. zusammen 2283 746 7“ 40 s, wovon die Rückversicherer mit 1416 287 ““). 29 „5 betbeiligt sind, also netto 867 459 „ja 11 45, so daß ein Nettouberschuß von 131490 „46. 40 45 verbleibt. Hiervon geben die statutarischcn Einlagen vo.1 23 204 „ckck 19 „5 an den Kabiialreservefond, ferner 772 „M 21 „5 in den Exirareservefond, so das: 107 514 ck zur Vartheilun an die Aktionäre verbleiben, mit 66 „ki pro Aktie oder 220/11 der an die Aktien geleisteten statutariscben Einzahlung. Seit dem Bestehen der Gesellschaft, das beißt in dem Zeitraum von 12 Geschäftsjabrxn, kamen im ganzen 182 _0/0 der Einzahlung auf die begebenen Akixen an die Aktionäre zur Vertbeilung, und zudem ist ein Kapital- und Extka-Rcservefond von 498718 „44 74 „5 oder 102 % dcs eiygengl- ten Aktienkapitals angesammelt worden, so daß die Garanitemtttel der Gesellschaft sick) einschließlich der Prämicn- und Schadenrcserve am (Ende 1879 insgesammt auf 6253177 „Fi 85 ck! belaufen.
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