1880 / 143 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 21 Jun 1880 18:00:01 GMT) scan diff

bei der Kreiskommunalkaffe zn Samter und 5

Reich- und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger oder dem an deffxn SteÜe tretxnden Organe, in dem Amtsblaite der Königlichen Regtxrung zz: Pojxn oder, dem an dessen Stelle tretenden Organe u'nd m je emem m Berlm, Posen und Samter erscheinenden öffent- ltcben Blatte bekannt gemachten Einlösungsstellen in erlin und

Posen.

Samter, den . . ten .....

18 . . Dke kreisständiscbe Kommisfion für den Cbauffeebau im

Samterschen Kreise.

Dieser Zinsschein ist ungültig, wenn dessen Geldbetrag nicht innerhalb vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrss der Fällig-

keit erhoben wird.

A n m e rk u n g. (Die NamenSunterschriften können mit Lettern

odxr Facßmilestempeln gedruckt Werden, doch mtt der etgenbändigen Namensunterschrist eines sehen werden.)

Provinz Posen.

nweisun

A 13 _zum Kreis-Anleiheschein des Samterschen Kreiscs, 111. AuSgabe.

Bakhstabe . . . Nr. .

Über . . . Mark Reichswährung.

Der Inhaber dieser Anweisung empfängt gegen deren Rückgabe zu der Schuldverschreibung des Samterschen Kreises, 111. Aus- " . . . Mark Reichswährung

gabe, Buchstabe . . . . Nr. . . . uber . zu vier und einhalb Prozent Zinsen die . . . .

scheinen für die fünf Jahre 18 . . bis 18 . . bei der Kreiskom-

munalkaffe zu Samter sofern nicht rechtzeitig

fich ausweisenden Inhaber der Schuldverschreibung dagegen Wider-

"spruch erhoben wir .- Samtxr,den...ten.......,.18. Dre kreisständiscbe Kommission für den

im Samterfchen Kreise. (Unterschriften.)

A n m er ku n g. Die NamenMnterschrifken

odxr Facfimilesxempeln edruckt werden, doxh muß jede Anweisung mtt der eigenhandtgen amensunferschrift ernes Kontrolbearnten ver-

1ehen werden.

Tie Anrveisung ist zum Unterschiede auf der ganzen Blatt-

breite uxzter den beiden [eßten Zinsscheinen mit Lettern tn nachstehender Art abzudrucken.

Regierungsbezirk Posen.

en in kern Deutschen

muß jeder Zinsschein Kontrolbeamten ver-

te Reihe von Zins-

von dem als solchen

“Chauffeebau

können mit Lettern

davon abweichenden

9, Zinsschein. |

10. Zinsschein.

Anwei sung.

Ministeriunxd'er geistlichen, Unterrichts: und Medtztnal=Angelegenheiten.

Der Apothekénbesißer, Apotheker erster Klasse 21 [ ex a n d e r

Sigismund Fehdhaus zu Münster, ist -t1schen Assessor bet dem Medizinal-Kollégi Westfalen ernannt worden.

_ Y_m Schullehrer-Seminar zu Reichenbach O./L. ist der btshertge Hulfslehrer Ltchtblan zum ordentlichen Lehrer

, befördert.

Abgereist: Der Präsident der Hauptverwaltung der StaatsschUlden ])r. Sydow nach Wildbad Gastein.

zum phaxmazczu- um der Promnz

Yiehtamtsiches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 21.311111. JhreMajestäten der Kaiser und die Kaiserin besUchten, laut Meldung des *„W. T. B.“, am Sonnabend gegen Mittag die AussteÜung ' in Düsseldorf und machten zunächst 61116 Rundfahrt durch die Auch hier wurden Jhre Majéftäten liberal] von den enthusiastischen Kundgebungen der Bevölkerung begleitet. Nach fast zweistündigom Rundgang folgte sodann ein Dejeuner in dem AusstellmxgsPalaste. Se. Majestät der Kaiser tranken dabei auf das Wohl der AuSstelXung, in- dem Se. Majestät bemerkten, daß Sie Aehnliches, wie diese außerordentlich gelungencx Ausstellung, noch nicht gesehen hätten. Ihre Majestät die Kaiserin beauftragte den Präsidkn- ten des Ausstellu11gs:Comités, Hrn. Lusg, auch den anderen

gärtnerischen Anlagen derselben.

Herren des Comités Ihren Dank zu übermi

Nach dem Dejeuner besichtigten Jhre Majestäten noch die Ausstellung der kunstgewerblichen Alterthümer.

Nachmittags 3 Uhr 53 Minuten rsisten Herrschaften von Düsseldorf ab.

Se. Majestät der Kaiser trafen Abends 7 Uhr 10 Mi-

nuten in Ems ein. Zum Empfange Sr.

die Spißsn der Behörden und die Geistlichkeit sowie der

Kriegerverein auf dem Bahnhofs anwesen

außerordentlich zahlreichen Publikum mit enthusiastischen Kund: gebungen begrüßt, fnhren Se. Majestät nach dem Kurhause; auf dem Wege dorthin bildeten die Schulkinder Spalier. Gestern stÜh haben Se. Majestät im besten Wohlsein die Brunnenkur begonnen und später einen Spaziergang gemacht. Abends wohnten AÜerhöchstderselhe der Vorstellnng im Kur:

saaltheater bei.

Heute früh seßten Se. Majestät die Brunnenkur fort.

_ Ihre Kaiserlichen und Königl

der Kronprinz und dix Kronprinzessin empfingen estern Mittag 1Uhr nut Sr., Königlichen Hoheit dem Frinzen Wilhelm im Neuen Palms bei Potsdam das Präfi-

dium des Abgeordnetenhauses, welches aus

lobung Sr. Königlichen Hoheit die Glückwünsche des Hauses

darbrachte. _ Se. Königliche Hoheit der

heute Morgen, von Wiesbaden bezw. vom Haag kommend,

hierher zurückgekehrt.

_ Heute werden es 50 Jahre, das; Se. Königliche

Hoheit der Prinz Alexander, der Hause bestehenden Sitte gemäß, nach 21 ten Lebensjahres als Seconde-LieUtenant

aufgenommen und durch Allerhöchste KabinetSordre :) 1351189

des Magdeburger Garde-Landwehr-Bataillon dessen Er ter Commandeur Sein Vater, Prinz liche ?o eit, war.

nant e

Im Jahre 1842 zum Premier-Lieute- ördert, that der Prinz 1844, 1845, 1846 und 1847 Dienste beim damaligen 16. Jnfanteri9:Regimcnt_ in Düsseldorf, während welcher Dienstzeit er im Jahre 1844 zum Hauptmann und 1846 zum Major avancirte. m hre 1851 erfolgte die Beförderung zum Oberst und Er ten om- mandeur des Graubenzcr Garde:Landwehr-Bataiüons, 1852 um General-Major, 1856 zum General-Lieutenant. Bei der

tteln. die Allerhöchsten

Majestät waren

d. Von einem

ichenHoheiten

Anlaß der Ver:

Prinz Carl ist

im Königlichen 51an des zehn- in die Arinee

s gesteÜt wurde, Frtedrich, König-

Krönun'g im Jahre 1861 ernannten Se. Majestät der König den Prmzen zum Chefndesx 3. Westfälischen Infanterie-Regi- ments_ Nr. “16. Im namltchen Jahre zum General der Zn- PNF"? befördert, machte der Prtnz, dem Hauptquartier r. Komg11chen_„ Hohett des Kxonprjnzen attachtrt, den Feldzug 1866 m Bohmen und speztell dte Schlacht von Königgräß mit. Im Jahre 1873 erfo1gte Seine Ernennung zum Zweiten Chef des 2_. Garde;Grenadwr-Landwehr:Regiments. Se. Königliche Hohert vermerkt zur Zeit in Marienbad.

_ Der Bttndesxath trat am 19. d. Mts. unter dem Vorstße des Staatsszisters Hofmann zu einer Plenarsißung zusammxn. Versch1eden9n Gesuchen um Abänderung des Rxgulatzvs, betreffend dte Steuerfreiheit des Branntwems zu gswerbltchen Zwecken, wurde insoweit Folge gegeben, als auf den Aixtrag der Ausf üsse für Zul]: und Steuerwesen und für Handel un Verkehr “olgendes beschlosssn wurde: 1) dYU Fabrikanten von lexweiß und Blei: zhcker kann bts zum 1. Juli 11. Z. die Steuervergütung für den zur Bleiwetß: bezw. Bleizuckerfabrikation verwendeten Vrgnnthin auch dann gewährt wcrden, wenn die Denatu- ratton mn, Kampfer in Gemäßheit der bis zum 1. Januar d._J. gült1gen Vorschriften nachgewiesen wird; 2) den *u- brxkanten „von, Bleiweiß und essi sauren Salzen (Bleizu er u. s. w.) tst dte Steuervergütung Kür den zur Herstelhmg der- selben verwendeten Branntwein auch nach Vermischung des- selben 1mt 0,025 Prozent Thieröl zu gewähren; 8) von hex Vyrschrxft, den Branntwein in Gsbinden mit Uchämleh ?xngebrannter Angahe des Taragewickzts zur Dehatuirhng zu stellen (§. 7 des Regulativs), kann bei Esétgfabmxanten, falls dieselben vollständig gefüÜte Fässer vor- rer), bis auf Weiteres abgesehen werden; 4) bei der De- ngtumrung 'von Branntwein zur Essigfabrikation kann für dw vorgkeschr1ebene Verdünnung des Branntweins mit Wasser und Esstg an Stelle des Wassers auch Bier oder Hefenwaffer zugelassen werden.

Im Uebrigen bezogen die Eingaben, über welche der mecklenbyr tfche Bevoumächtigte, Ober-Zolldirektor Oldenburg, der bad1sck?e BevoÜmächtigte, Geheime Finanz-Raih Scherer und der bayerische Bevo11mächtigte, Ober-FinanzMath Frei- herr von Raesfeldt für die betheiligten Ausschüsse berichteten, steh auf dux ZoÜbefreiung von inländischem, vorübergehend 1m Zo_llaussch1ußgebiet aufgestellten Vieh; auf die Befreiung dxr zw1schen Häfext der Ostsee verkehrenden Schiffe von Ent: rtchtung der stattftischen Gebühr; die Taravergütung für Kammgarnschuß auf Kannetten in Kisten; die Abän- derung der Gewerbeordnung, namentlich in Bezug auf das Innungs'wesen; die Einführung baugewerklicher Vereine mit

orporattonleechten; auf die Wanderlager und Waaren: auktionen. ' (Sitze von dem Vorgesetzten schließlich vorgelegte, neuer- dmgs emgelatxfene Petitton des Vereins deutscher Eisen- und Stahl-Jnduftrtsller, betreffend die Verzollung von schmiedbarem Ersenguß, wurde dem 111. Ausschuß überwiesen.

_ Der BundeSrath, sowie der AuHschuß desselben für Handel und Verkehr hielten heute Sißungen.

_ Der Schlußbericht über die vorgestrige Sißung des

Hauses der Abgeokdnsten befindet sich in der Ersten Beilage.

_ In der hentigen (80.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten, welcher am Ministertische der Minister der geistlichen 2c, Angelegenheiten von Puttkamer, der Justiz: Minister 01: Friedberg und mehrers Kommiffarien beiwohnten, theilte der Präsident mit, daß das Präsidium gsktern von Ihren Kaiserlichen 111111 Königlichen Hoheiten dem Kronprinzen und der Kronprinzessin und von Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Wilhelm empfangen worden sei, um die Glückwünsche des Hauses zur Verlobung des Prinzen Wilhelm Unterthänigst darzubringen. Höchstdieselben hätten das Prästdium beauftragt, dem Hause Höchsti ren Dank auSzusprechsn, und der Präsident habe die Ehre, ich dieses Auftrages hiermit zu ent1edigen. _ Darauf seßte Haus die zweit? Verathung dss (Heseßsntmurfs, betr. Abänderungen der kirchenpolitischen Gesetze, x-nit Art. 4 fort. Dsrsclbe lautet:

Einem Bksckwf, welcher auf Grund der §§. 24 ff. im Gesch vom 12. Mai 1873 durch gerichtlichks Urtheil aus seinem Amte enjlassen worden ist, kann von kern Könige die staatliche Anerken- nuns; als Bischof seiner früheren Diöese wiedsr arthßilt Werden.

Hierzu lagen folgende Anträge vor: 1) von dem Abg. Stengel und Gen.:

Das Haus der leaeordnetea: vae beschließen: Füx den Fall der Annahme des Artikel- 4 8. Ne Worte „von dem 5151118?“ zu ersehen durch „von dem StaatE-Ministsrinm mit Königlicher (Gc- nehmigung“; 1). am Schlusse zuzuscßen: „15511117 dersslbe die Ver- pflichtung zur Anzeige in Gemäßheit dwö Gesxxxes anerkennt, oder durch Handlungen die Abficht an dcn Tag gelost hat, der Anzeige- pflicht zu genügen“.

2) vom Abg. Dr. Brüel: Das Haus der Abgeordneten one béschließen:

Dem Art. 4 folgende Fassung zu gebn: „Zn denjsnigen Fällen, in wclchen auf Grund dcr §§. 24 und 30 des Gesetzes vpm 12. Mai 1873 und US §. 12 keé- Gesckkéx vom 22. Avril 1875 aus Entlassung aus dem Amte berkits erkannt ist, gilt die Stelle, insofern dicsélbe :111'01 inmittclst ordmmqsmäßig wieder besetzt ist, ahgeselwn von den vermögensrkchtlikhen Folxcn, nicht mehr als er- lediat durch das Erkenntniß.“ , '

Der Abg. von Benmgsen erklärte 1111 Namen semer po- litischen Freunde, daß sie gegen Art. 4 in jeder Fassung Und egsn die Vorlage mit Art. 4 stimmen würden. Entweder Laue das Geseß oder es komme zn Stande durch die positive Mitwirkung oder die Stimmentlaltung des Centrmns. Daraus werde aber ein Resultat hervorge en,wel„ches die ngierung keines- wegs bei Einbringung der Vorlage beabsichtigt habe, nämlich eine Verbesserung der politischen SteÜung des Centrums. Eine solche Kombination könnte sehr leicht-die Sympathien für die Konservativen im Lande tief schädmen. In dieser Frage verfolge die nationalliberale Partei kein raktions: oder politisches Parteiinteresse. Habe man die Abicht gehabt, die rechtskräftig abgeseßten Bischöfe wieder in ihr Amt einzuseßen, so wäre es besser gewesen, den kirchenpolitischen Kampf gar nicht zu beainnen. Die abgesehten Bischöfe seien die unge- eignetsten Persönlichkeiten zur Herstellung eines erträglichen 11104118 11761161. Der Redner verlas einzelne Stellen aus dem Urtheile dés Gerichtshofes für kirchliche Angelegenheiten, betr. die Abseßun des Erzbischofs Melchers von Cöln, um zu beweijen, da derselbe nicht nur gegen die Staatsgeséßein einem schweren Gewissenskonfkiktgefehlt habe, sondern m agitatorisch:

Wit O_em Erzbjjchof geleisteten Eides hätte derselbe in Fäljen wo semx reltgtose Ueberzeugung mit der Ausführung spätereé (Heseße tn Kopfltk_t gekommen sei, sein Amtniederlegen müsse„_ Nachkdenz ger_1cht11chen Urtheil involvire das Verfahren des Erzbtsch01s_ eznen fortgeseßten Eidbruch. Führe man sdlche Personen 111 1h1x'früheres'Amtzurück, so zeige das in den Augen dxr Bevolerung eme schwere Niederlage des Staates durch dxe 90515513 wjlitays der Ultramontanen. Solche Personen ssren nach ,alTen Psychologischen Grund: EHM" durchmxs ungeejgnet für künftige friedliche Jortfuhrung 1hres Amtes. Ntemals seien politische xrbrecher hach erfolgter Amnestie feierlich in ihre Aemter thederxmgefuhrt worderx, deren Fortführung im Interesse der Öffentltchen Ordmzng thnen durch gerichtliches Urtheil ab: ck_kanntworoen seu, Das könne auch bei den Bischöfen mcht der _Fall sem, ybwohl die nationalliberale Partei exkner soyst1gen AmnestZe der kirchenpolitischen Verbrecher txtcht' wrdersxrebe. WolXe man in Rom ernstlich den k)rch[1ch1211 Frteden, so werde man dort auch die Mittel fmdßn,_"m BetrYff de'r, abgesetzten Bischöfe, ohne deren thuckjuhruhg, eme Etmgung Über die Verwaltung ihrer D1özesen '1111t „dem Staate herbeizuführen. Die Stellung der nattonalltheralen' Partei zu der Gesammtvorlage xverdedahon ahhangßn, 111 wie weit die konservativen Parteien 1hren211411191)thxxbexerx1zelt1e den Nationaüiberalen unverständliche oder schadltch erschemende Vestxmmungen der Vorlage, 3. B. bei dsn _Art. 3, 4, 8 und _9, ehtgegenkämen, wohingegsn auch die Natwnalltberalen bere1t feten, den Konservativen in einzelnen

demonstrativer Weise vorgegangen sei. Nach dem Wortlaut des

Yunkten, . B. in Betreff der barmherzigen Schwestern, des Spendens er Sterbesakramente, zu Willen zu sein. Niemals aber könne dsr Staat soweit zurückgehen, daß er als Ten bedingUUgslo'sen Inhalt seiner Geseße daß kanonische Recht acceptire, nne es das Centrum fordere. Nie könne das die nationalliberale Partei zugeben.

Bei Schluß des Blattes hatte dsr Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten, von Puttkamer, das Wort.

_ Der Kaiserliche Gesandte am Königlich dänischen Hofe, Freihsrr von Magnus, ist aus Kopenhagen [)181' sings: troffen, um an den Sißungen des Herrenhauses Thsil zu nehmen, und sodann einen nwhrwöchentlickxn Urlaub anzu- trc-ten. Während seinsr Abwesenheit fungirt als interi- mistischer Geschäftsträger der LegationL-Sekretär Graf von der (80115.

_ DLL? General-Lieutsnant Graf von Brandsnbnrg, Gencral-Adetant Sr. Majestät des Kaiser?- und Königs und Commandeur dcr (Harde-Kavallerie-Division, hat einen mehr: wöchigen Urlaub nach Dmnanze in Schlesien angetrcten.

Württemberg. Friedrichshafen, 18. Juni. (St. _21. f. W.) Gsstcrn Mittag 1 Uhr 45 Minuten ist Se. Ma: ]estät dsr König mit hohsm Gefolge deer in die Sommcr: residenz eingezogen. Dsr König fuhr 1111th Glockengeläute und Kanonendonner nach dem Schloß, vor dem 5911 ganan Nachmittag die ein: und anslaufenden fLstlick) beflaggten württembergischen Dampfboote salutirten.

Baden. Karlsruhe, 18. Juni. (C. Ztg.) Anf Grnnd ordnungswäßigen Nachweises der in Art. 1. des (89: féßés vom 5. März 1880, die allgemein wiss€nschaftliche Vor: bildung der _Kandidaxen des geistlichen Standes betreffend, be: stimmten Erforderniffe, theils auf Grund erwirkter DisPen: sationen nach §.„ 1 der landesherrlichen Verordnung vom 11. April 1). J. smd 173 katholische Geistliche zur stän- digen öffentlichen Ausübung kirchlicher Funktionen sowie znr Erlangung von Kirchenämtern im Großherzogthum staatlich zugelassen worden. Eine weitere Anzahl von Dincnsations: gesuchcn liegt dem großhorzoglichen Ministerium des Innern zur Entscheidung vor.

Sachsen : Coburg : Gotha. Coburg, 19. Jani. (Dr, J.) Am16. istdas Feld: und Forstpolizeigeseß , w21chW dcm gemeinschast1ichen Landtage der Herzogthümor Colnxrg und Gotha vorgolegsn hatte» zur Publikation gelangt. “Dasselbe ist in 5 Titel mit 90 Paragraphßn getheilt und 6111: hält in denselvcn Strafbestimmnngcn, das Strafverfahren, ha_ndelt von Feld: und Forsthütern, von Schadenersatz und Mündung und enthält noch Uebergangs: Und Schlußhe: stimnmnch. Ms Schärfungsgri'mde kommcn 11.21, in Be: tracht, wenn der aniderhandelnde Mittel attgcwcndet hat, um sich unkenntlich zu machen, und wenn dsrselbe dem Forst: schußheamtsn 2c. seinen Namen odsr Wohnort anzugeben sich gcwoigert oder falsche Angaben iiber seinén oder seiner (Hehülfen Namen odér Wohnort gemacht oder aus Anrufen des Forstschußbeamten 2c., stehen zu bleibem, die Flucht ergriffen oder fortheßt hat. Als strafbar wird in diesem (89: sehe anch bezeichne't da?, unbefugte Einsammeln von *Ameiscu odsr deren Puppen aus Forstgrundftücken und das Zerstören mer Zcrstreusn von Ameisenhanfcn auf dcnsklben. Dieses Gesetz „tritt mit 59111 1. Juli 53. in Kraft. Für die Zuwider- handlangon gegen dasselbe sind die Schöffengerichte zuständig. _ Gleichzeitig ist noch eine Ministerialverordnung erschiene» welche sich auf die 21111151racht der Richter, StaateZanwälfs, Gerichtsschreiher und Rechtsanwälte in den Her ogthi'nnern fCßhurg und (Hollm bezieht und NW]! Art und eise genau etteUt.

Oesterreich :Ungarn. Wien, 19. Juni. (213. Ztg.) Se. Majestät der Kaiser hat den Landtagsabgeordnctcn Dr. Karl Grafen Chorinsky zum Landeshauptmann im Herzogthum Sa1zburg und den Landtagsahgeordneten szt: kapitular 111“. Mathias Lienbacher zu dessen Stellvertreter m der Leitung des Landtages ernannt.

Prag, 18. Juni. (Pkg. Abdbl.) In der heutigen Abendsißung dcr Wahlrefor1n'-Kommission wurde der Be- richt des 01. Herbst, welcher mit dem Antrags auf Uebergang zur Tagesordnung schließt, mit allen gegen 3 Stimmen an- genommen. .

Pest, 19. Juni. (W. Ztg.) Das Minister-Präsidmm hat die Präsidien beider Häuser des Reichstages verstän- digt, daß die Allerhöchst sanktionirten Gesche bereits Montag promulgirk werden können. Demzufolge wird das Abgeord- netenhaus wie,.das Oberhaus am 21. d. M. Sitzungen halten.

Frankreich. Paris, 19. Juni. (W. T. B.) In der heutigen Sitzung der Deputirtenkammer brachte der ConseilS-Präsident de Freycinet den Gsseßeniwurf über den Erlaß einer volléständigsn Amnestie ein. In den Motiven n der Vorlage wird auf die in dieser Angelegen- heit sich (kit dom Februar d. Z. im Lande kuudgebcnde *um- fassende Bewegung hingewiesen! der Erlaß der Amnestie k011216

Angesichts der vom Lande bewahrten Ruhe und der bei den Wahlen zu Lyon siegreich hervorgetretenen Gefeßlichkeit ohne Gefahr erfolgen. Die Zurückgerufenen würden in Frankreich weniger gefährlich wirken als in der Verbannung. Die Re- gierung würde niemals mit Grundsäßen, welche die Moral. verdamme, paktiren; nicht an das Recht, sondern an die Gnade avpeÜire die Regierung. Die Zustimmung des Hauses zy der “Vorlage würde allerdings ernste Pflichten auferlegen, ]edoch würde die Autorität ungeschmälert bestehen bleiben. Die Re- .gierung beantrage eine allgemeine Amnestie, eine Amnestie für aus politischen Verbrechen und Vergehen aus den Jahren 1870 und 1871 und für alle politischen Verbrechen, Vergehen 11111) Preßvergehen vom Jahre 1871 bis jeßt. Für die Voxlagx, welche mit Bkifall aufgenommen wurde, wurde die Dringlxchkert beschlossen und dieselbe alsdann an die Bureaux verwxesey. _ Bei der Berathung des Budgets des KultuH-Mtnt-

ste rin ms wurde ein Antrag dos Deputirten Talandier (radikal)

auf Streéchung dieses Budgets abgelehnt.

_ 20. uni (W. TB.) Anläßlich eine?: Festes zum Besten einer Laien chule in Menil-Montant hielt (Hambstta gestern eine Ansprache, in welcher er die Opportunität der Amnestie auMinanderseßte und die Schwierigkeiten hervor- hob, auf welche der Geseßentwurf gestoßen sei. Mr Redner konstatirte, die Amnestie würde schon längere Zeit vorhaz1den sein, wenn man auf beiden Seiten verständiger und gesch1ckter gewesen wäre; jeder ehrliche Republikaner müßte Achtu_ng vor dem Geseße haben. Das Nationalfsst am 14. JUN wexde das Volk, die Armee und die öffentlichen Gewaltsn m gßmexn- samer Vrüderlichkeit vereinigen und zeigen, daß Frankretch bersit sei, seine 91096 in Nr Geschichte wieder aufzunehmen, indem es für den Fortschritt dsr Welt arbeite; dsnn Frank- reich dürfe seiner Väter nicht vergessen, welche das Bewußt: sein von der Frankreich bestimmtsn Rolle gehabt" und mcht Bürgerrechte, sondern Menschenrschte proklamwt hatten. '

_ 21. Juni. (W. T. B.) Bei der gestcrn 1_m Quartier Pézre la Chaise stattgchabten Wahl 211128 M1tglwdk§ des Munizipalraths von Paris ertht der kommu- nistische Kandidat Trinqnct 2338 und Letable 1880 Sttm- men. Ersterer ist somit gewählt.

Griechenland. Athen, 19.an1i. (W,. T. B.) W113 das Journal „Ethnikon Pnsuma“ Wissen W111, wurde 1312 Kammer zum 1. AugUst einberufen werden. Dqs betreffende Einberufungsdekret solle dem Könige znr Unterz€1chnung uach: gesandt werden.

Nach einer der „Agence Havas“ aus Athen zugegangx- nen Meldung hat die griechische chjerung b€sch101sem hre Reserven Linzuberusen und eine für1edeEventual1tatberexte Armee von 38 000 Mann zu bilden.

Türkei. (W. T. B.) Der „Vol. Corr.“ wird «112 Scutari gcmeldet: DuD“ Comité der albane: sischen Liga bsschloß, die Zahl I)er streitbaren Alba- nesen bei Tust nicht zu vcrmindcrn. Unter 561) Alba11esen zeigt sich in Betreff der Entssndung eines LoyahtatsProthkolXZ an den Sultan Uneinigksit. Die Muhamedanyr verwe1gern die Entsendung einer Depntation nach Konstanttnopel.

Rumänien. Bukarest. (Vol,. Corr.) _Der geschäfts- führende rumäni1che Agent in Sofia 1st angewxesen, dw bux- garische Regierung kategorxsch zur Ahgahe emer Erkla- rung Über die „Zurückziehung des Naturaltsatton Sgesehss anfzufordern, unter Andyohung der Aufhebung der 131335)- 111atischen Agentie Rumämens.

Rußland und Polen. St. Petßrsburg. Das „Journal de St. Pétersbourg“ fprichtsden fremden Fürsten und Regierungen dsn Dank des „russtschén Volkes aus für die Theilnahmß, wslche ste der Katserljchen Familie beim Tode der Kaiserin bcwiesen. „Das russtsche Volk, _ sagt das Blatt _ das in seiner dankbaren Liebe für dis gc: krönte Wohlthäterin, die ihm der Tod entrissen hat, nicht weniger schmerzlich berührt ist als die Kaiserliche Familie, war auch eben so gerührt durch diese Zeichen der Hochachtung nnd Theilnahme, die so geeignst smd, die Bande, welche chierungen und Völker umschlingen, noch fester zu knüpfen. Es ist für uns eine Pflicht, auch bsizufügen, daß die Presse aller Länder fast ohne Aanahme bci dissem trauxigen Anlaffe ihre medgebungen des Beilkides und der Hochachtxmg mit den offiziellen Kundgebungen der Fürsten Und chierungsn vereinigt und auf das Grab der crhabean Herrscherin gleich: sam einen aUtheiUen Kranz von Huldigungen und Tremor niedergelegt hat.“

Schweden und Norwegen. Christiania, 17. Juni. (H. Corr.) Das Storthing, welches in die: Verathung dcs Zolltarifs singstretcn ist, beschloß 5211 ZU] auf Käse auf 15 Osre pr. Kilogramm zu erhöhsn. Eine Erhöhung dcs Tabakzolles wurde mit 57 gkgen 52 Stimmen, entsprochcnd den Anträgen dcr chisrung angenommsn. Auch die, Übrigmt von der Regierung beantragten Abänderungsn des „ZoÜtarifs wurdcn angenon1men._Ushkrmorgen oder spätestens Anfang nächster Woche wird das Storthing seine Vcrathungkn zum Abschluß bringen.

Dänemark. Kopenhagen, 17. Cvuni. H. Corr.) Jm Landsthing stand heute der vom F0 kethin angenommene Gsfeßentwurf, betreffend den Ankauf der celändischen Eisenbahnen von Seiten des Staates, zur erstén Be: rathung. Nachdem die Vorlage vom Finanz-Minister empfohlen worden, wurde dieselbe einstimmig ohne Debatte zur zweiten Lesung verwiesen.

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Vureau.

Rom, Sonntag, 20. Juni, Abends. Graf Corti, wel- cher nunmehr Botxchafterrang erhalten hat, begiebt sich mor: gen auf seinen Po ten nach Konstantinopel. _ In mehreren Städten haben Versammlungen zn Gunsten des allgemeinen Stinunrechts stattgefunden.

Stat-iskifche Nachrichten.

Summarische Uebersicht über die Zahl_ der Skadi- xenden auf der Königlichen UniVLrsitat Marban tm Sommer-Scmester1880. Jm Wintcr-Scmestcx 1879/8 find (einschl. der 2 später noch Hinzugekommenen) immatrtkulrrt ge- Wesen 554. Davon find abgegangen 155. Es find demnach gc- blieben 399. Dazu sind in diesem Semester gekommxn 188. Die Gesammtzabl dcr immatrikulkrten Studirenden chragt 587. Die evangeliscb-theologisM Fakultät zählt Preußen 68, Ntkhjvrcusxen Z„ zusammen 74. Die juristische Fakultät zählt Preußenn81, Ntchtreuf3en11, zusammen 92. Die medizinische Fakultat z_ablt Preu ca 108, Nichtprenßen 26, zusammen 134. „Die philosophtsche

Fakultät zählt: 3. Preußen mit „dem Zeugniß der Reife 214, b. Preußen ohne Zeugniß der Reife nacb §. 3 der Vorschr1f_ten vom 1. Oktober1879 46, zusammen Preußen 260, o. Nichtvreußen 27, im Ganzen 287. Außer diesen ixnmatrikulirtsn Studirenden besuchen noch Vorlesungen mit Genehmigung des Rektors 5. Es nehmen mithin an den Vorlesungen uberhaupt Theil 592,

Land: und Forstwirthschaft.

Die vom Mecklenburg -Strelißschen Landwirtbschaftlxcben Verein schon für 1880 beabsichtigte, besonderer Umstände wegen aber auf das Jahr 1881 verlegte internationale Sébafschau findet, nachdem der Zuchtmarkt für edlere Psérde in Neubrandenburg für das Jahr 1881 auf den 24. und 25. Mai festgeseyt ist, dort an diesen Tagen gleichzeitig mit dem Zuchtpferdsmarkt statt.

(Sekunde und Hande».

Berliner Wollmarkt. 20, Juni. Daß Geschäft auf dem eigentlichen WoÜmarkte anbetreffend, haben wir heute wie folgt zu berickoten: Nachdem der Verkehr am Morgen in derselben skbleppcn- den Weise wixe vorher eröffnet hatte, zeigt-xn fich gegen 11 Uhr Fabri- kanten und Kommisfionäre kauflustig, und es entwickelten fich auf Bafis der in unserem letzten Bericht angeführten Preise flotte Um- sätze, die, im Einklang mit den bisherigen Wahrnyhmungen, zum raschen, geaen die voraufgegangenen WoÜmärkte fehr schneUen W011- marktsch1uß führten. Der WoÜmarkf konnte bereits gegen 2 Uhr als beendet betcachtet Werden. Die wenigen Posten _ über H des angefahrenen Quanfums ist verkauft _, welche noch der Begehung harren, dürften auch Nehmer finden, so das; kaum etwas auf Stadt- lager gkl)en wird. Der Gesammteindruck ist dahin zusammenzufassen, daß die Produzenten unter Berücksichtigung der vorwiegend kkamm en Wollen mit dsn erzielten Preisen zufrieden sind, ,da diese zwgr izn ßroßen Ganzen ctrvas biÜiger als im Vorjahre sxch steUen, abcr m Hinblick auf die durchweg trockenen WOUen des Jahxes 1879 fick) gewissermaßen tbeurer als in jene: CamyMne he- zifferten. Die Händler vage en, welche als_ Verkauxey bier auftraten, haben in Voraus] cht hökerer Nottrunaen wtxlfach eiUe Fehlherechnung gemacht und find_ über dax; Marktremlfat mshr oder Wyniger enttäuscht. _ PretSabsckolage gegen 1879 waren meist auf Rckhnung der Klammheit dsr Wouxn zu seyen. _ Auf den Stadlägern durchsuchten [)euxe neben veremzechn Fahrr- kanten und einigen Kammgarnspinnern mehrere (Jpekulanten die Läger nach leichten und trockenen WoÜen ,und erwackeu von solchen kl-xine und größere Parthieen zu Pre1sen, Welche s1ch ungefähr analog den letztjährigen WoUmarkts- notirungen stcUten. Zu flamme WoÜen„ohne besohders hervorragendx gute Eigenschaften, Waren auxh bci billigen, Pfretsen ,nur ,ver'einzelt begebbar. Die Stimmung auf dennLägern tst tn gewtffer Yezxehung 1rotz des andauernd trägen Geschaftsverlaufs Feine _ungnnstrxe zu nenuen, weil Jedermann sich bewußt war, daß dxeBUchaffenhett der WoUen einzig und allein zur Beetntrachttgung der Kauslust führte. Habcn fick) die Wollen erst einmal abgelagert. so hofft mcxn zuverfichtlich gute Geschäftsentwicklung. Ungemeine Kaufsvorßckßt far sonst gern gekaufte Wollen bildete dießmal eine den Geschaft§gang bezeickznende Wahrnehmung. Eine Quantumxangabe der verkauften WoÜen ist schwierig; wir jaxiren das begehene Lagerungsquantum auf etwas über 25000 Etc.

_ Dem GeschäftsberickÜ der Gegenseitigen Lebens-, Invaliditäts- und Unfall-Ver1icherungs-Gesellschaft „Prometheus“ in Berlin für das Jahr 1879 (das fiebente Rechnungs- jahr) entnehmen wir Folgendes: In der Lebenßverstxherung wurde aus dem Jahre 1878 eianstand von 3002 Policen mtt einer Vers1cherungssumme von 4313062914 Kapital und von 2300.44 jährlicher Revfe übernommen. JmJahre1879 wurden neu abgeschloffen 617 Verficberungen mit einem Kapital von 1020 200 «16; Dahon per- fielen in Folge unterlassener Prämienzahlung 505 Poltcea ZZZtt e'tnér Verficherungssumme von 858 500-14Kapital und vozx 450914 1ahr11cher Rente. Ferner erloschen in leae Rückkaufs 80 Policen mit 211 3504-14 Versicherungssumme, durch den Tod des auf den Todesfall Verficherten 42 Policen mit einer Verficherungssum'the von 49 300 “M, u _d dztrch den Tod zrveier auf den Lebensfall Versicherten 2 Policen tmt emxc Verficherungssumme von 2000 „46„ sowie durch Ummandlung m Sterbekassen-Verjicherungen 1 Police mit 1500-26 Verficherungk- summe; außerdem wurde die Verficherungssumme der auf den Todes- fakl Vkrficherten um 4650 „41; Vermindert, so daß am _Sab'luffe des Jahres 1879 ein Vestanö Verblieb von 2989 Policm 11111; emer Yer- sickxerungssumrne von 4205 962 „M. Kapital und von 1850 „16. jah:- licher Rente. In der Jnvaliditätßversicherung n'arkn x_m Jahre 1879 neue Versteherungßanträge uicht eingegangen und em Bystamd U11.D25embec 1879 nicht rorhanden._ In der Unfall- Einze [ ve rsicheru n (] trawn zu dem am Schlus1edesJahres 18788» bandenen Bestande von 2310 vsrfiÖerten Personen im Jahre1879 426 ncueVerficherungen hinzu. Dagegen Wurden nicht crneuert oder erlosch§n durch unterlassene Prämienzuhlmm odcr gekündigt 840 Policen,“ 19 daß am Schlusse des Jahres 1879 ein Bestand von 1896 Policen verblieb. In der Unfall-Kollektivversicheruna wnrde „aus dsm Jahre 1878 ein Bestand übernommen von 1267.Haftpf1:cht- Versikherumgen mit 52 874 Personen und von 2464 (*exntfchTen er- sicherungen mit 61635 Personen, zusammen also an 3 131 KoUektxv- Versichkrmmen mit 114500 Personen. Hierzu kamen im Jahre 1819 364 neue K*oUektiva-rfichertxngcn mit 10 284 Personen. Da- gegen erloschen dnrch unterlaßene Prämienzahlung oder Wurdem nicht erneuert, von der Direktion gokündigt oder im Personxnstande vermindert 899 KoUcktivversWcrungcn mit 34 050 Personen. Es vcrblieb mithin am Schlusse des Jahres ein Bestand Von 3196 KoÜektiv-Verficherungen mit 90 743 Personen. Mit Hinzurcchnmxg der Einzel-Vkrsichcrungkn beziffert fich daher der (Hesammtbestand dék Umfall-Vcrficbcrung auf 5092 Policsn mit 92639 Personen; Im Jahre 1879 Kurden auf Einzcl-Verßcbcrungen 284 und auf Kollek- tiv-Verfichernngen 1939 UnfäUs angemeldet, von letzteren 110 als haf1pf1ichtige und 1829 auf Verßchernngen auf Unfall überhaupt.

Nürnberg,19. Zuni. (Hopfenmarktbericht von Lcop01_d Held. Hopfen - Kon1misswnsgcschäft.) 1 ie Situatiow des Marktes ist im Laufe dieser Woche keiner Aendcrung unterworfen gewe1cn. 20er geringe Lagerbestand verhütet trotz der vorgérückten Saison, der gun- stigen Pflanzungsbxrichte und der schwachen F*age eine Vcrschlechte- rung der Stimmung und einen FW der Preise: Die Zufuhten blei- ben belanglos, so daß ein abermaligkr Rückgang des Vorrathes zu konstatircn ist. In den letzten Tagen herrschte einige Frage nach 78cr Waare, Von n'elchar mchrere Posten den Eiancr wechselten. Die Preise sind unverändert. Die Stimmung ist ruhig. _Die Noti- rungen lauten: Prima Hallertauer, Württemberger, Badhche, Polen 140_160 „14, Mittel HaUertauer. Württemberger, Badische, Polen, Elsäffer, Aiscbgründcr und Marktwaare 90_120 „16, geringe allcr Sorten 70-80 „M, 78er 15--25 „14

Lübeck, 21. Juni. (W. T. B.) Der Wollmarkt ist sehr gut Verlaufenz Mittags n'ar fast alles geräumt. Die Anfuhr betrug 3000 Str., mithin 5011C1r. Weniger als im vergangenen Jahre. Wä1chc bcfriedigend, zum Tbcil sehr gut. Preis 120_145 „44, Mittel-wvlle 150_170 «14, seine Wer 165-192 «, ausnahms- weise 200 .“

Wien, 21.Juni. (W. T. B.) In der heutigen Generalver- s::mrnluna der Aktionäre der dslercei chischen Südbahn_- Gesellschaft machte der Veertungsratb die Mittheilung, da[; die Verhandlungen mit der österreichischen Regierung wegen Verlängerung der Befreiung von der (Einkommensteuer 518 jetzt zu keinem Resultat geführt hätten. Zur theilweisrn Bedeckung der Einkommensteuer habe der Verwaltungßratb beschlossen, vom 1.Juli 1880 ab den auf jeden Coupon der 3prozent. Obligationen entfallenden Abzug auf ] FUS- zu erböbm. Trotz dieses Abzuges Werde noch immer ein namhafter Betrag zu Lasten der Gesellschaft verbleiben. Die ausscheidenden Verwaltungsraths- 9.1kjtleiedkr wurden wiedergewählt, bis" auf Lionel Rothschild, an besten Steüe Nathaniel Rotbschild gewahlt wurde.

Pest, 18. Juni. Die Verhandlungen, welche wegen der J::- tabulation des 1867er ungarischen Eisenbabnanlehens

zwischen dem Kommunikations- und dem Finanz-Ministerium seit

längerer Zeit gépflogen wurden, haben, der „Pester Correspondenz' zufolge, eine günstige Erledigung erfahren. Die Angelegenheit selbst pasfirte tas Forum des Ministerratbes und werden die Seitens des Finanz- undKommunikations-Ministeriums au? gesteUten Jntabulations-

bligationen den Königlich ungarischen Sausarum regaljuxu-Direk- tionen mit dem Auftrage übkrgeben, die Jntabulation durchzuf_ühren. Die Jntabulation erfolgt auf die nachstehenden Linien der König- lichen und Staatsbahnen, und zum: von den nördlichen Linien auf die Strecken Budapest-Hawan, Miskolcz-Hatoan, Salgo-Tarjan- Ruttka, Hatvan-Szylnok sammt den Nebenlinien; von den südlichen Linien auf die Strecken Zakanh-Agram und Karlstadt-Fiume. Diese Linien repräsentiren in ihrer Gesammtheit einen bedeutend höheren Werth als der Betrag des Anlehens. ,

Brüssel, 19. Juni. (W. T. B.) _Dre Nationalbank bat den Dikkont von 31 auf 3170 herabgUeJt.

Verkehrs-Anstalten.

Auf d*r Görliß - Nikriscb - Zittau - Seidenberger Bab nstrecke ist der dureh die am 14. cr. eingetretene WasserSnoth im obkren Neissekhale unterbrochene Personenpetxehr am Sonntag. den 20. er. wieder aufgenommen Worden; am Diemtag, den 22. er., (911 auch der Güterverkehr im voUen Umfange wieder aufgenommen werden.

Triest, 21. Juni. (W. T. B.) Der Lloyddampfer „Espero ist heute mit der Ostindischen Ueberlandpost aus Alexandrien hier eingetroffen.

Berlin, 21. Juni 1880.

Witterungsverhältnisse im mittleren und nördlichen Deutschland während dees Mai 1880.

Die Witterung des dieHjähcigen Mai war se'r bedeutsnden Schwankungen unterwvrfen und nur selten treten, Was die Wärme- Verhältniffe anlangt, die (Gegensätze so schroff und so rasch mit ein- ander wechselnd in diesem mittlern “Oer Frühlingsmonate auf. Nach der im Ganzen normalen Wärme zu Anfang 568 Mai sank dieselbe zu Ende des ersten ManatSdrittheils _ namentlich in den Mstlichen Provinzen _ tief unter den mittlern Durchskhnitt herab. Gegen Mitte des Monats erhob ße sich wieder, um hald, namen1licb in den östlichen Provinzen _ noch tiefer, als das erste Mal herabzufinken. Etwa acht Tage darauf stieg die Temperatur zu einer Höhe, wie ("te im Mai nicht oft vorkommt. Ein Bild dieses Uhregelmäßizen Vex- laufes gehen schon die Temperaturen der sechs Monatspentaden fur einzelne Stationen. In Klammern bkigefügt ist ihnen der lang- jährige Durchschnitt,

1._5. 6._10. 11._]5. 16.-20. 21._25. 26._30.

Claußen 9,9 10,0 14,7 5,3 10,0 15,4

(8,3) (9,4) (11,7) (13,0) (13,5) (14,0) Königsberg 11,7 8,6 11,6 4,7 10,0 14,1 ' (7,8) (3,6) (11,9) (12,4) (12,5) 13-0)

V r o m b e rg 10,4 , 12,4 6,4 12,0 6,4 (8,8) (11,6) (13,4) (13,8) (14,7)

Breslau 11,2 13,2 8,2 12,5 17,9 (9,8) ' (13,6) (14,0) (14,6) (15,6)

Berlin 12,6 , 13,5 9,5 13,0 17,3 (9,6) (13,0) (13,91 (14,4) (15,5)

Hannover 11,9 ,4 12,8 6,9 11,0 15,7 (9,2) . (12,8) (13,9) (13,8) (14,9)

Münster 10,9 7,6 13,4 9,5 13,3 15,3 (9,7) , (12,0) (12,7 (14,1) (15,9)

Cöln 11,9 , 15,6 12, 14,9 15,6 (11,0) 2 (13,7) , (15,0) (158)

TKM 12,3 . 9,0 15,9 17,0 16,9= (11,0) " (12,2) (13,0) (14,0) (14,6) (15,3) Was_die Niederschlage betrifft, so stellte ('ich ein großer Unter- schied zwixöhen einzelnen Stationen der östlichsten und den Stationen der mittlereU und westlichen Provinzkn heraus; je weiter nach Westen, um so geringer war die Anzahl der Tage mit Niederschlägen und um so unbedcutender die Menge derselben. Claaßen hatte 21 Tage mit Niederschlägen, Trier deren nur einen; die Wasserhöhe, welcbe dieselben im MonatMai ergaben, betrug “dort 99,3 mm, hier 25er, Die barometrischen Skowankmmen Waren im AÜgemeinen gering und ziemlich unabhängig von ihnen die Windesrichtungen, welche in dcr ersten Monatsbälfte vorhkrrschend ker polaren, in der zwaiten der äquatorialen Sfrömung angehörten. Unter ziemlich hohem Luft- drucke begann der 51.11.11, in den ersten drei ziemlich heiteren Monats- taqen sank das Barometer, und zrvar im OSten weniger, als im Westen, denn hikr erreichte dsr Luftdruck fast überalT am 3. Mai sein Monatsminimum; dagege_n 11129 in derselben Zeit die Wärme um einigx Grake. An den östlichsésn Stationen herrschten äußerst heftige Okt- und Südost-Windß in dsn mittleren und in den westlichen Provinzen Webten dieselben nur schwaÖ, auch trat ab und zu völlige Windstille ein. Am 3. Mai umzog *Ich der Himmel faZt überal]; einzelne ngenschausr steUten fich 12111, im AUgemeinen jedoch vwn geringer Bedeutung; eine Auxnahms hiervon machten die östlichsten uud nördlichsten Stationen. In Sch1efi€n begann mit dem 4. Ma? eine Regeneit, wclche zunächst eine Wockoe anhielt. Besonders reich an 91ieders191a'gen waren die Stationen auf dtm Gebirge"; in Schreiber- hau betrug die Höhe derselben 96mm, in Kirckoe Wang 128111111, In den östlichsten Provinzen dauerte im Allgemeinen 'die Regenzcit vom 4. bis 16. Mai; jedoch batten eimzclne Stationen auch hier nur ver- einzelte Regentage; ebcnso War es durcbn'eg in den Provinzen SÜÖskU, Brandenburg, Pommcrn, namemlich aber westlich der Elbe, ja an den RheinisÉ-en Stationcn rkgnete es in den ersten znu'i Drittheilen des Monats nur etwa an zwei Tagen, in Trier gar nicht. Nachdem bis zum 6. Mai d'e Wärm: im AÜgemeinen gkstiegen war, nahm sie einige Tage wieder ab und zwar nicht 5103 da, wo NiedersckÜäge gefalicn kraren. Es schienen mehr lokale Ur- sachen hierauf von Einfius; zn sein. So sank déc Tagestemperatur vom 6. bis 10. Mai in Breslau um fast 10, in KMW um 9, in K*önig§_bera nur um 4 Grad, während in Claaßen trotz der starken Ricdcrjchläge der 10. "111611 schon wieder 1":er 5 Grade wärmer war, als die beiden vorhergchcnden Tage. Auch an dcn westlichsfe'n, ob- gleich Onz niede1sch1agsfreien Stationsn ging die Wärme in der zweiten Pextade zurück, so das; leßtcre daselbst kält : War 6118 die vierte, in Welche im AÜgemcinen der größte Wärme- manzel fiel. Reicklichen Schnee hatten in den Tagen vom 8. bis 10. Mai di“ Stationen des Riesepgebirges, Wang und Schrei- berhau, geringen Großbreitembach im Thüringerwalde und Claus- thal im Harz An diesen vier Stationen stel in dcr ahgegebcnen Zeit das Thermomctcr unt-cr dcn Gefrierpankt. In der auf den 10. Mai folgenden meist ganz heitern und mit Außnabxne einiger östlichen Stationen ganz reaenfreicn Tagen stica dic Warme mehr und mehr, so daß in der Ykitte dcs Mouats :"zberaÜ Wärmeüber- schuß eintrat; reich war dieseZeit auch an elektri1chcn Ersxhcinuugen. Da stellte fich in den östlichen PWVMZM bereits schon am 16. Mai ein WitterunJSUtnschlag ein: der bei steigendem Barometer fich er- hebende bestiac Nordwind drückte in Claaßen die Temperatur vom 15. zum 16. Mai um 5, vom 16. zum 18. Mai um 9 Grade hcrab, und ähnlich War es an den anderen Stationen. In den weiter westlich gelegenen Orten, wo der Nordwind nicht mit solcher Heftig- keit auftrat, fing die Temperaturcrniedrigung einen Tag sväter an. Am 18. oder 19. Mai samk in den mittlern und östlichen Provinzen das Thermometer bis auf oder unter den Gefrierpunkt und al]- gemein Wurden Klagen laut über den großen Nach1beil, den die plötzliche Kälte auf die Entwicklung der Pflanzenwelt ausübte. Nicht nur in den Gebirgsstationen, sondern östlich der Oder auch in der Ebene fiel in dirfen Tagkn Schnee, ja Man,; und Schreiberhau hatten SÖncefäÜe, die mehr als 27 mw Waffcrhöhe gaben. Noch während der kalten Tage fing das Barometer zu sinken an: der Wind, der bisher meist aus Nord gewebt hatte, schlug nacb NW. und W. um, es stellte wieder Regen fich ein, wenn auch die Menge desselben nicht sehr bedeutend war _ an dan westlichsten Stationen

blieb auch jeyt der Regen fast ganz aas. _ Hatte fich schon rräb-

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