wirklich den Seckel aus*xschloien und me r oder minder erhebliche Geldvorschiisse geleistet !!)zabc-n,1 h
Rußland und Polen.
St. Petersburg, 27. Dez, An den Gränzen des russischen Reiches, im Verrrk oon Birsk“ befindet sich inmitten fa-sl uangänglicher Wälder ein abgelegerrer Winkel, der voin gö- yendienerischen Tscheremiffer: bewohnt ist, die dem Ministerium der Domainen untergeordnkt sind und eine besondxre, „ un- ter dkm Namen Wedrro-Kaimasch bekannte GkskÜschüff bilkk". Lange Zeit vermochten die Bemühungen der Regierung für kik, Cl- vilisation dieses Volksstammcs nichts auszurichten, und die' Religion desselben bot nur ein Gewebe der beklagenswsrthrstrg rind abge- schmackteste'n erthiimcr. Untrr dem Namen Tori und Keremct bete- ten sie eine Ute und kin? böse (Hottbkit mt. “Orr ersteren glaiibten ski: keine Opfger darbrinqcu zu miiffcii, dangt'n opserten ]!k drm Gott Keremet, um seiirrn Zorn abzuwenden, Öjklkö Tbirre an-jeinem gr- heimriißvollen Play ibre'r Wäldrr. „ Llrrch glaubten ]12 an "dll Seelcnwmiderung, und nach der Sitte rbrkr t-atiirrschkn (_Hrgnz- nachbarn lebten sie- in Poiygainil. Zbrc „rinzigcn Be'ichafti- gungen bestanden in drm Anbau des unumgangiyt-Hen Gerrard?- Bedarfs und in drr Jagd. Vom Handel, batten tte fast gar kt'lilé Vorßellung. Endlich gelang es drr unermüdlichen Beharrlichkeit drs Herrn Vludareff, Cbe-fs drs B:“;iiiö von Ufa, unter dem Beistand seiner Unnrgebknkn und des Pi'ikjte'rs Von Pribyloff, das Virtrauen dkr Tschkrkmissrn zu gcivinnkn und ihren alten Abkrglauben zu cr- s-hättern. Anfangs liitschioffr-ii sich ihrer nur Wrnige, nach einiger Zeit aber ganze Dbrfsr, die christliche Religion anzunehmen, und im vorigen Jahre bekehrtcn sich Mit] Jndividusn. ZbreGlscUschaft än- derte nun auch ihren Namen in drii dcr nikolökischen um, ES wurdc in ihrem bedeutendsten Flecken einc Kirche grbaut, und diese ist am 12. Oktober vom Bischof bon Orenburg ringrwciht und am Tage darauf die erste Mrs? darin gkbaltkn worden. Man beabsichtigt cht auch eine Elementarschule daselbst zu errichten,
Warschau, 31. Drz. Der Kuryer Warszawski giebt, wie gcwöbnlich, cinen Ueberblick iiber die Ereigniffe des verflossenen Jahres. So weit dicselbcn das „Königreich Polen br'treffcn, findet sich darin Folgendes: *Die Stadt Warschau hatte sich im Laufe die- ses Jahres zweimal des Besiichs Sr. Majestät des Kaisers zu er- frcuen und einmal auch eines achttiigigen Aufenthalts Zbrkr Maje- stät der Kaisrrin auf ihrer Riickke'br aus Italien; fernkr dcs Bcsuchö Sr. Königlickxn Hoheit des Prinzen von Preußen, der Groß- fürsten Alexander, Konstantin und Michael, der Großiiirx stin Olga, drs Hkrzogs von Lruchtcnberg, dcs Prinzrn Pe'- ter und dsr Prinzessin Tbkrcse bon Oldenburg. Zn Warschau, Kombin, Widawa, Borkowice und Nicklanie wurdenneugebaute Kirchrn, in dem Fräulein-Jnstitnt zu Nru-Alexandrien (Pulawy) Und in dem Elementarlkhrer-Seminar zu Radzymin ncrre Kapellen eingeweiht. Zn Plozk, Siurewo, Rozan und Chelm fanden Restaurationen und Grund- steinlrgungen von „Kirchen statt, Untér den Vcrmächtnissen urid Siben- kungen zu frommen nnd woblthätigen Zwrcken waren die aiiscbnlicho' sien von Joseph Ciolr'k Poniatowski, über 120,00" polnische Gulden, von Anton Wafilkowski, iiber 1!)l),()l)(), und von Stanislaus Kuiczycki, 64,001) Fl. fiir wohlthätige Anstalten fanden in diesem Jahre statt: eine Vorstellung im großen Theater fiir die Spitäler, ein Ball für die unter Obhut des hiesigen Wohlthätigkeits-Vereins stehenden Ar- men, ein Konzert fiir den Rumfordsiben Suppen-Jonds, eine Blumen- Arissteilung und Pfaiid-Lottcrie fiir Nrsrbirderie Anstalten; auch zu Radom, Lublin, Kalisch und Kalwaria wurdkn drrgleiohen Bälle urid Lotterieen veranstaltet. Der im Jahre 174557“ begriindltc Verein zur Unterstiiyung vori Toukiiiistlern und ibrkii Wittwcn und Waisen hat in diesem Jahre die Brstiitigimg sriner Statuten erhalten; er besteht jest uns 105) Mitglirdern, hat ein Kapital von 44,1i0i] Gulden und r'rtheilt Unterstiißrmgen an 7 Personen. 'Der warschmrer Wohltbätiqksitö-Vsrrin bat skineSpcndkn nochmehr aris- gedehnt und einr'ir sikbktité'n Ziiflrrchtzsaal rt'o'ffiirt. Tie Weichsel- Linwobnxr habkn im Vskfl0fft'ktl11Zi1[)sk wkniger als sonstdurch Ue'brr- schwrmmung gelitten; mir Sickicrki und der sächsische Werder warln im Januar durch hobe'ö Waser bedrängt. Zn Liibartowo und Lenc- zea fandkn verhkr'rende Feuersbriinste statt. Im Hospital zum Kind- lein Jesu in Warschau wurden Säle zur Aufnahme und Unter- stiixzung von Armen eröffnet. Zu Wilanowo ist der Grundstrin zii eincm neuen Hospital gelegt worden. "Die ärmere Klasse sah sich durch die Folgen zweijährigen Mißwachsks und Viidsterbens in Noth verseßt, und es wurden zur Abbülfe derselben vrrsrhiedene Maßregrln von der Regierung gktroffen, namentlich um den Ankauf und die Einfuhr von Getraide zu erleichtern, während zugleich die Ausfuhr beschränkt wurdc. Zu Tykocin, Lomza, Augustowo, ?llr'xota, Kidule und Kalwaria kaichkktk man Magazine, aus welch?" Getraide zu niedrigen Preisen an die Bauern verkauft und auf Kredit abge- lassen wurde. Auch die Giiwbesiyer gswäbrten den Bauern mehr“- sacbe Untersiiißungen, und auf Befehl des Kaisers wirrbkn ihnen einige Abgaben erlasskn. “Die Lage der Bauern erhielt durch ein Kaiserlicbes Manifest iiber die Jrobnen und Hofediknsic eine be- deutende Erleichterung. Im Laufe dieses Jahres erginqen auch die Gesetze über die Lehrer-Pcnsionirung und iiber die Umänderung der Tracht der Juden. Die von Warschau auslaufende Eisenbahn wurde am 7. Oktober bis Petrikarr und am 17. November bis Czenstochau eröffnet. Im Postwesen haben auch Verbesserungen stattgefunden, und dem französischen Mechaniker Gaibert ist ein Privilegium fiir die aus- schließliche Dampfschifffahrt auf dyn Fliisskn des Königreiibs Polen ertbeiit worden. In Warschau wurde ein Normal-Leichenhaus rrrich- tet, um die Verrdigung von Srbeintodten zu verhüten. Unter den sonstigen zahlreichen Bauten der Hauptstadt wird besonders ein gro- ßer Bazar für LLbenömittel hervorgehoben, den der Graf Severin Uruski bauen ließ. Zu der Sparkasse, die am Schluß des Jahres 1845, nach dreijährigem Bestehen, 688,95IJ1., und in der Jilialkaffe zu Plork 27,5?73 Fl, in Deposito batte, befinden sich )'th zu War- schau 909,053 und zu Plozk 81,404 Ji.
Frankreich.
Paris, Zl). Dez. Der Presse zufolge, würde die Thron- Redeleinen Paragraphen iiber die Aufhebung des Freistaats Krakarr entba ten.
TasJournal des Débats theilt heute das in einer Anmer- kung des Oesterreichischen Beobachters der französischen Re- gierung ertbeiitc Zeugniß mit, daß dieselbe keinesweges im voraus Von den Beschlüssen der drei Mächte über Krakau unterrichtet ge- wesen sei, sondern erst am 18. November davon durchoffizielle Mit- :)helitlungh dbeo österreichischen Geschäftsträgers in Paris Kenntniß er-
a en a e. .
Nach vierzehn Tagen ist man endlich zu Paris dahintergekommen, daß die zwei Artikel über die krakauer Frage, welche die französischen Bläser als dem Oesterreichischen Beobachter entnommen be- zeichiet batten, nicht in diesem Blaue, sondern in der Deutschen Allgemeinen Zeitung gestanden. Die Presse hat zuerst die Sache berichtigt.
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Die Oppofitions-Vlätter sehen in dem gestrigen Artikel des Journal des Débats die Absicht des Ministeriums, alle Refor- men, selbst die schon so gut wie versprochenen, in der bevorstehender: Session zurückweisen zu wollen. „Was alle jene Reformen in der Verwaltung betrifft“, sagt unter Anderem der Commerce, „von de- nen Herrn Guizot's Rede vor" den Wählern von Lisieux und die Ar- tikel in der Presse so viel Aufhebens gemacht haben, so ist das Ka- binet hundcrt Meilen davon entfernt. Die Post-Rksorm, die des Stem- pels, der Salzsteuer und so viel andere mit Recht verlangte Dinge werden in der Session von 1847 nicht erwähnt werden, oder man wird das drr Opposition allein überlassen. Kaum das; das Journal des Débats kiiiige tbeiitiebmende Worte fiir die Post-Rsform iibrig hat, an die es aber sofort die schlechte Aerrrdte, die Urberschwemmungenxc. und die Versicherung schließt, daß man bei so großen Ansprüchen an den Schaß nicht an Verminderung des öffkkitlilbkn Einkommens den- ken diirfi'. Andere wiirden gesagt haben: das Volk leidi't, und mel)- rcre unserer Provinzen siiid ruitiiit, dic Roth ist Vor drr Tbiir, Theaerung mehrt in der sircngen Zabrrsreit die ohnehin vorhandlrie Bedrängnis; der ärmcrcn Klasen; die' chirrung betrachtet rs als ihre erste Pflicht, sofort Erleirbterung in den hauptsächlich auf der Masse lastendcn Abgabcn eintreten zu lassen. Unsere Staawmänner ziehen aber den Zlatuz ([im vor. Das Kabiiiet vom 229. Oktober ist jest dahin golangt, rnit srinrtn Unglücke Zufrieden zu sein und die auswärtigen Verlegenheiten zu segnen, die srine Uiiklirgbeit angi'bäiift hat. Sie dienen zum Vorwand, alle gcgebencu Vcrsprrchungcn aufs Unbestimmte zu betragen.“
Um %. Dc'zcmbcr wnrden Vom Ziicht-Polizeigi'richte in Lyon mehrere Seidcrifärber-(He'sr'llcn, als der Coalition zur“ Cilatigiriig iw- liercn Lohnes schuldig bl'fllndi'n, zu Gefängnißstrafcn, die höchste von 6 Monaten, verurthkilt.
Der Courrier de Havre Versiibrrt, da[“,- dcr Plan zu ciner Dampfschiff-Vrrbindrmg zwischen Havre und New-York cim Swim- nbrrid unterzeichnet wowrii, und das; die Regicrung drrisklben der Kammer zu Anfang der Session zur Gencbmigung vorlegkn werde.
“Die Presse spricht Von einem belgischen Colonisations-Projrkt in Algerien; cs sri nämlich an die bkigisrbc Regierung das (kkcsuck) gerichtct wordr'n, von Frankreich die" Abtreiung drs großen Kabylcn- strichö zu verlangen, um dort eine flamiindisckyc Kolonie zu griiiidcn; dirse Kolonie solle dann unter Frankrricho Protcktorat stehen, mit eiirxr Verfaffrmg, die ihr die brigiscbe Nationalität crhaltcn würde.
Die neursten Nachrichtrti aus China, die bis zum 1, Novem- ber reichen, veranlasst" das Journal des D-Tbats zu der Bc- merkring, daß die Lage der Europäer daselbst von Tag 311 Tag schwieriger werde, und daß, troy aller Vrrtri'ige, die Chinesen iir ibrcr blödsinnigcnVerachtung gegen alleFrcmdrir riiibrrbcsskrlich schic- ricn, wäbrkrid andlrersr'its die Europäer, durch ihr unbcdiiigtcs Ver- trauen auf die außerordentliche Ucberikgenbeit ihrer Manriszucht und auf ihren Muti), fortwährend dazrr veranlaßt wiirden, 311 dkn Waf- fen zu greifen, um die ihnrn von “cer Falschheit der “))?andaririen und Von drr Wirth drs Pöbels errtgrgcrigeftcliten Hindernisse zu besei- tigen.
Der Herzog und die Herxogin von Montpsnsicr wollen im Fr.- bruar einen Auofliig nach Brüssel nmchen.
Herr Cobden ist von Marseille nach Italien gereist.
Die Gemahlin “Lord Normanby's ist mit ihrer Nichte, Mis; Barrington, von England wieder hier eingetroffen.
"Dcr Bcr) bon Tunis ist am “.?-3. Dezrmber Abends in Toulon eingetroffen, wo er mit vielem Prunk rmpiangen wurde. Er wollte sich (im folgenden odrr nächsten Tage nach Tunis eirischiffen,
DerJrancc wird aus London geschrieben, daß alle sranzösischcn Zntrigrrkn, r'iirc Spaltung im englischen Kabinri [)erborzuriifcn, bm“, gebliio gewcsi'n ssien, und daß eine solche gar nicht bi'stebc; dic Nö- riigiir Victoria habe kiirrlich linkin hohen Verwandten auf dcm Kon: tiiie'nt gsschrikben, es wiirde sic sthr srkrrrn, Wenn die“ pnriscr Politik sick) 1'kchtfei'tigen könne, sii- brzwe'ifie' abi'r sehr, das; dies möglich sein werde.
Galignani's Messenger“ brmcrki in Voranlnffiiiig links scbr ausfiihrliibr'ii li'itcndcn Artikels dsr Prissc, das; die lrit-xnki'n Arti- kel Dcr“ bffkiitlick)t'1rBlätte'r friihr'r krirzc urid biiiidigc Erkläriirigcn iiber die Fragen drs Tages gewesen wi'irrn; ]“th skit'll sic ZU tl'Ockr'iir'tt pb- litisch?" Abhairdlmigkit geworden, wclibr mebr fiir monatliche Zi'it- sibriften als für Tagcsbliittrr gkbb'rti'n; dic Vi'rfrisskr dicser laiigcn Abbandlungkn wiirden offenbar ibren Parteien besser dikncn, wann sie ihre Bi'iiierkringrn auf den sechstkn Theil drs Umfanges dkrsi'lbsn beschränkten.
“Dcr Commerce erwähnt als cin iiackiabmnngéwcrtbcs Bcispicl, daß der Deputirte urid Eisenhammer-Brsißrr Talabot seinr Arbcin'r aus Riicksicht aiif die Tbeuei'img mit Fleisrb, Brod rind Spezrreiwag- ren Unter dem sonst kostendrrr Preise verscbe.
Dkk Courrikr franrxaiö will wissen, daß das von Abd el Kader an die französische Regierung gerichtete Schreiben im Minister- Ratbe beratben worden ski, daß es aber nicht die Wichtigkeit hab?, die man ibm beilegen WoUte.
Die Presse zeigt sich sehr eniriistet iiber die Aufmerksamkeit, mit welchrr der Graf Monicmoliir von “Lord Palmerston behandelt Werde. Nur aus Empfindlichkeit wegen der erlittenen Derniitl)iguug in der spanischen Frage sei England prinripvergessen gsxrrrg, in Spa- nien eine Partei zu untcrstiißen, die ks bisher bekämpft habc'.
Noch immer geben Nachrichten Von drm Schadcn ein, wklche'n die Stürme am 22. und 23. Dezember im südwestliibcn Frankreich angerichtet haben. Außer der Hängebrücke bki La RW]? ist auch die iiber die Garonne bci Layrac unweit Agen und die von Port Ste.- Marie zerstört worden.
Vom Senegal erfährt man, daß Herr A. Raffcncl cine Rcisc angetreten, deren Zweck wäre, den afrikanischen Kontinent zu durch- wandern. Er hatte sich einer Karawane angrschlossen, die nach Tombrrktu zog.
Großbritanien und Irland.
London, Ii]. Dez. Die Berizhtc aus Irland lauten trauri- ger als je. Zn Dublin laufen die Hungergrstalten in Masse amber. und das neu gebildete Central-Uiitersiiiyunqö-Comité fiir Dublin bat voilauf zu thun. Schrecklich aber sind die Nachrichten aus dem Westen und Süden des Landes. In der Grafschaft Cork sterben die Men- schen zu “Duizenden den Hungertod; die Tischlcr und Zimmcileute sind kaum im Stande, die Särge in rib'tbiger Anzahl zu liefern, und die große Sterblichkeit verhindert die Möglichkeit, allen Vrrsior- benen das Brgräbniß nach katholischem Ritus zu *Tbcil Werden zu laffen. Mütter schleppen ihre Kinder aus den Schultern, Söhne ihre Väter auf Schiebkarren zum Kirchhofe, und an mehreren Orten ist man schon so weit gekommen, daß man die Todien durcb einander in ein gemeinschaftliches Grab wirft. Der Standard, dem diese Berichte entnommen sind, versichert zugleich, daß fast aller Orten die Vorrätbe von Lebenßmitteln schon völlig aufgezehrt sind, und daß, aller Voraussicht nach, die Nord noch keinesweges den Hö- henpunkt erreicht habe. Zahlreiche Versammlungen werden überall gehalten, um Mittel zur Abhülfe der Noth zu beratben, aber alle Lokalbiilfe muß sich als unzureichend erweisen,- wo ein solcher Mangel herrscht, daß selbst die der britischen Marine zu Gebote-siehenden
großen Transportmittel nicht genügend geniesen sind, die "erforder- lichen Vorrätbe rechtzeitig an Ort und Stelle zu schaffen.
Die Daily News geben die Bedingungen, unter welchen das Departement der ostindischen Angelegenheiten und die Direktoren der ostindischen Compagnie endlich eingewilligt haben, ihre Genehmigung zum Eisenbahnbau in Indien zu ertbeilen, folgrndermaßen an: Die direkte Hauptbahnlinie in Ostindien wird genehmigt, Diese Linie, welchc Kalkutta mit den nordwestlichen Provinzen verkniipft, soil sectionsweise erbaut Werden, Die Regierung gewährleistetderr Actio- nnire'ii 4 pCt, Das Vorläufig festgeseyte Kapital, desen Zinsen in dikskm Brtrage garantirt werden, ist auf Z,000,()()0 Pfd. St. fcst- gescyt. 'Die Scction von Kalkirtta soll zucrst ausgeführt werden, Die Zins - Garantie der Regierung soll sich auf deri Zeitraum von “15 Jiibrkn bkschräiikr'n.
Der Globe sagt in seinem Börsrn-Artikel: „Auf dem Korn- MrUktk sind die Wrizenprrisk abermals urn “.I bis Z Sl), pro Quarter [)bbrr grgangcn, und co ist kciiic unwichtige Bknikrkrinq, daß die Zu- silbkCZU [iir dkn londoirrr Marit wahrschkinlich durch die umfaffendrn karirfiiissc „IklaUÖÖ cine ansehnliche Verkiirzung erlcidkn wcrden. Yast 1ammtlrchc bcdcutrnde Korrr-Einfuhrkn, die aus den Vereinigten Staatxwin lrßtcr Zeit Fu Librrpool arrlarigtrn, sind nach Irland wcggr1chxckt Wordcn, und schon rechnet man, das; die aus Nord- Amr'rikii eingetroffcnc Quantität Wrizc'n die im entsprechenden Quartal von 15445 migrlangtrn Zusubri'n um 7()0,i]()|) Qiiartcr iibrrüicqen hat. Arik!) die Hafer-ersubr fiir den londonrr Markt hat ungrbéuer abgenommen, und dab weitcre thcrgebcn der Kor'iwreise im Allge- miriicri kann nur durch fortwährende starke Zufuhren aus fremden Ländern brrzb'gert wi'rrcn.“
Die Morning Post girbt ein Verzeichnis; dcs Alirrs mehrerer bkriil)mtcr Staatsmäimrr. Joiepb Hume ist 7", Lord Morpctb 44, Tan. Ö'Cwnticli 72, Sir R. Pe'i'l «“)-d', Lord Stanley 46, der Obi'rst T. P. Thompson ()J, Sir J. Grabam 5-4, Graf Gris.) 44, Lord Brougbam ()7, Lord Lyiidbmst 74, Lord George Bentinrk 44, der Herzog von Richmond 53, der Herzog Von Wellington 77 Jahre alt.
Niederlande.
„ Aus dem Haag, Lk“). Dez. Durch einen Beschluß des Königs wird in Folgc des auf Antrag des iiicderländischrn Bundes- (Hesandtan angrnommenrrr Beschluffes drs Bundkstageö cine nkue Ir- gniiisation dlz lrirc'triburgisrbrn Biriidcö-Koritiiigentö fesigcfirllt, wo- nach dasselbe iii Ziikririft ausschließlich aus Jiifantr'rir brsikhr'n wird, nämlich aus “.'-“ll!!! Mann, die in zwci Bataillone urid xine Reservr- Abthriliiiig zerfallen. Tia Artillerie und Kavallerie fällt somit weg und wird in Zukunft airbschlirszlich vom Herzogrbum Limburg grstrllt.
T*r'm Monitciir drs Indes ziifblgc, begrkifen die [)oliändi- schr11 Br*silzringcn in Asien, Afrika und Amerika eiiien Flächenrarim von “.'/1,511!) geograpbxscbcn ('Hcvicrtmriirn in sich, und ('I lrbt darauf eine Bevölkerung von 15,1l).“x,]iiliSrclrn, Hicrimtcr sind die hollän- disibkn Bciiizimgcn iii Ostindien und dem Stillen Ocean mit 25,872 chiertmrilrn imd “1.7,(jtd7,1)i,)i] Bewohnern cinbegriffrn. Bci obiger Zub! nickit mitgcrr'chiict ist die Kiistr' von Guinea, dercn Bcvöikerung aiif *.'()i],[ildi] Scylrn geschätzt wird.
Brigien.
Brüssel, 31. Dez. Ein Königlicher Bcschlrrß errichtkt im FinÜUZ“Ykilllstkkillm einc bcsondrre Kommission, um die Elcmciitc zu einem (MsSZ-Entwrirf iir Betreff des Systems der Versicherungen durch den Staat vorzubercirrn.
Tic Librmlrn than sick) aiif ihren Wi'iblsirg in Torirnw.) um so mrbr JU (Hi'tr', als imm ihnen in Herrn Hrrgbrbacrt eincn sebr g?- niiißigtcii (Hrgnc'r grgriiiibcrgrstcllt und den crrtsrbikdcricn, den Airspriiibcir drs Rlcriiö gan; rrgcbciicir Herrn Driniorticr nicbt ein- mal aiiixrist-klii'ii grwrigt baba', Nail) sciiicr Wiibl birlk Graf chon einc Rcdc air skijir' W(iblsi', worin er sagts: „Jm di'ii di'iikwiirdigrn Sessiovcn von 18274 und [R29 gehörte [ck ZU!" Zahl drr Vcrtbridi- gir dcr Freibi'iten rind Rschtc da“») Kikl'uö gigen dir" Angriffs Dcr Sraztßk'iswalf, ÖLUW, wo die' geistliibr “Mail)t, dercn Unabhängig- kcit diirch unvrrlryiiche Garaiitircxi grsrbiiyt ist, die Unabhängigkeit dcr Civilgcwalt bcdrobt, wirds iw, meinen Prinxibien trau, diese Neigiiiigsn zii Eingriffen in das Gebiet der Staatsgewalt bi“- kämpfen.“
Tor Commercs belgc tbkilt iiber die Aiiöfubr-(Zöcsrllschaft und ihre Griindlagkn nocli Folgkndkö mit: „Die Grfrlischzft soll mich auf krribpi'iiscbr Märkte aiisfiibrcn können, jedock; untcr drr dop- pr'ltcn Bedingiißg, Von den Fabrikanirn und Handelstreibrndcn unter öffentliibrr Kbiikiirrriii ZU ki1llfkjl_lllid mir“ r-“rllf Bestellung Versendun- gen zu machen, indkm sie nicht auf Consigimtioii Waarcn verschicken darf. Die Gesellschaft soll ferner" fiir eigene Rksbiiiiiig nicbt mir die Erxcrignisse dcr Liriiikn-Jndirsirie, sondkrn aiich alia? ande'ren (Hervcbc ariosiibrcii diirfe'n, aber unter drr Bedingung, daß dieselben in den jt'izigen Jabrik-Bkzirkcn drr“ Linncrr-Jiidustric gefertigt werdkn. Uebri- gkno darf sie auch koinniissibnöwrise auf Gefahr der Fabrikanten und Käufer sich mit der Ausfuhr aller andercn Industrie-Erzeugnisse be- soffen. Dir: Direction wird ihren Six; 311 Gent haben, mit der Bc- rrchtigung, einen der Administratoren an der Sprye cincr Unter-Di- rcction zii Antwerpen anzustell'n, Die Gesellschaft wird von Admi- nisiratoren gklkitet, welche von diner Kommission und cinem Regie:: riingö-Kommiffar überwacht werden. Zwei andere Pläne sollkn auch schon im Werke sein, die mit diesen in Verbindung ständen: 1) eine Rbedcr-Gescllsrbaft zu Antwerpen zu griiiidi'n, dir mit rincm Kapital von Z bis 4Mil1ion6n Franken Schiffe" bauen und fiir Recht1un_q_ des Handels Schiffc ausirndcn soli, 2) ein großes Institut zum Bleichen
,
und zur Appretrir zu errichten,
Italien.
Rom, 21. Dez. (D. A. Z.) (Lin neuer Beweis von dem pbilantbropisckien, konfessionelle Sibrankcn da iiicht achtendrn Stirne Pius' [K., wo es sich um schncl18 Hiilfe handelt, ist mitcr Vielen an- deren in diesen Tagen gegebenkir auch folgender. Die untkr allen Bewohnern Roms durch die außerordentliche" Ueberschwemrmrngen dcr Tiber an dessen niedrigsten Ufern wohngnrcn, hartbkdrangten und durch schwere Verluste be'triibten Juden erbyklkkn Vor drei Tagen durch eineri Gnadeimkt des Papstes die Erlaubniß, außerhalb ihres Quar- tiers (des jeden Abend bei ciybrlckhU'UJk Nücht sonst mit clsernen Thoren Verschlossenen Ghetto) ,o lange rn dkmjchrrsilrchen ,Rym zer- streut leben zu dürfen, bisstdris Wasser der'Trber ihre Harrier ver- lassen habe und dieselben vollig getrocknet „seren. ,
Auch die ältesten “waohnxer Roms, wissen sich eines so strengen Winters als der diesiäkxlgk „"*cbt zi! erinnern. Außer dM], außeror- dentlichen Grade der Kalte ist dabei ihre langeyDaUkk bxangstigend. Die schönsten QMUIMWU- welche sonst in den hieskgkn Garten unbe- deckt zu überwintern pflegen, sind dieSmal auch unter Dach und Fach fast alle erfroren. Von den Wächtern der Vignkn und Tenuten hat man vorgestern mehrere in der Campagna erstarrt und todtgefrmden, In unseren Straßen friert es auch in der Mittagsstunde, und in den nahen Gebirgen war der Schneefall „aeskan so groß, daß,?“ Fab!- wegc an manchen Stellen nach der Verilchekung von Reisenden bis
4 Ellen boch überdeckt und somit natiirlich unwegsam wurden. Man kann sich nun ohne meine weitere Ausführung von selbst einen Schluß ziehen auf die durch diese Wetterumstände unter die an dergleichen durchaus nicht gewöhnte Klasse der Feldbauer gekommene Noth,
Rom, 24. Dez. (R. C.) In dem am 21. Dezemberdbge- haltenen Konsistorium hat der Papst erklärt, daß er noch zrvet Kar- dinäle ernannt habe, dieselben jedoch vorläufig noch in [)Ltk0 behqlte. Die beiden Kardinäle, delia Genga und Vanicekli, die sich durch ihre Opposition gegen die von Pius 1x. projektirten oder bereits bewirk- ten Veränderungen auszeichneten, sind nun mehr alles scrneren poli- tischen Einfluffes enthoben, indem VariiccUi zum Präsidentin der Con- gregation del Censo und delia Genga, bisheriger Legat von Urbino und Pesaro, zu einer ähnlichen Stelle ernannt worden ist. Vani- celli's Posten ist durch Kardinal Luigi Amar und bella Genga's durch einen Verwandten des Papstes, den Kardinal Ferretti, besexzt wor- den. Am 19. Dezcmbcr hatte der neucrrranntc Kardinal Marini eine geheime Audienz. Tief rrschiittert verließ er den Papst. Mon- signore Graffelmi, der neueGovernatore, wird diesen Abend bier aus Ankona erwartet.
So eben hat die Deputation für Getraide und Lebensbedarf auf crbaltrne höhere Autorisation, um zu Erfahren, wc-che Quantität von Getraide imLande vorrätbig ski, und daraus zu entnehmen, in- wicfcrn man von oben ans fiir die iiäwsto Zukunft Sorge zu tragen habe, die Bcsiyer jeder Art von Grimidc-Vorriirhrn aufgefordert, binnen zehn Tagkn ibre sämmtiirberi Wrräthigln Quantitäten und die Orte, wo scibige aufbewahrt werden, bei germniitrr Bebbrde aufs _qe'nariestc anzuzeigcn. Arif jede falsche Angabe ist eine Strafe von ;IU-Liiij Scudi gese'yt.
Durch eine bffr'iitliih angeschlagene Bekanntmachung hat der Papst die Gläubigen wrgen der gegenwärtigen Oeltbcuerung an den gkwbbnlichkn Fasttagen vom Vorgrsäsiebenen Gkniiffe der mit Okl zubrreitcten Speisen (blzgro) entbunden und ihnen ('n-3.550 (mit Butter und Fett bereitete) lrlaribt,
Portugal.
London, 29. Dez. (B. H.) Das Kriegodampfschiff „Scortrge“, Welches am 27sten d. in Portsmouth angekommen ist, bringt Nach- richten aus Lissabon vom 17. Dezember. In Folge der Be- scyung Von St. Ubrs darth die Znsnrgentcn war die „Sconrge“ ab- geschickt wordrn, um die dort wobneiidcn Engländer zii bcschiitzeii; jsdoch habsn die Gnerillxros, 501) an der Zahl, welch? in die Stadt eingedrungen waren, weder Fremde noch Einheimische in irgkrid einer Weise" belästigt, auch sabeir sie sich zu einem sihlcunigen Riickirige gr'nb'thigt, als General Schwalbach mit (iii!) Matin rrgulairer Trup- pen beranzbg.
Saldanba (in dessen Hairptquartikr zii (Tariaxo Oberst Wyldc am l4teir abermals einrir Besuch abgestattet hart?) und das Anras stehrn rrorb immer rrrrtbiitig einmrdrr gegrniibcr. Daß es Lcßicrrm gklnirgen isi, den Grafen Bonifim rind Mouzinbo nach dem Nordcn zu detaschireri, schkiirt sich zu bestätigen, dagegen hat es dab Aiiscbrn, als wenn die Nikderlagr, wclche der Obrist Lupa diirchwrrr (Hirifrn Bomfim bci Lurem erlitten haben so!], cbrn so_ wenig itattgefrmdkn, ais die von madrider Blättcrn verkündete Niederlage des Grafen daz Antas. Die Berichte sind indes; nach wie vor einander wider- spklchcnd und unzuverlässig. Dic Rrgierung in Lissabon läßt alle Vom Kriegzsckyauplaxze kommsndcn Briefe auffangen und mir das im “Diario (bekanntlich dem cinzigrn ert erlaubtrir Blatts) publi- zirrn, was bekannt zu machcn in ihrem Jntc'rksse liegt. Die iir'iirsic Nachricht, welchc dies Blatt bringt, ist, daß Lupa und Jer- rcira bio Pombal Vngt'detlgkn si'icn, und das; Bomfim sich noch im- mer in Alcobaga, L;“; Miles südlia) von Pombal, befinden Vcrbälk sich dic Sackie auch wirklich nicht anders, wie sic hii'r bort drin Diario gischildrrt wird, io ist doch die' Stcliriiig drr beiden gi“- "anjikkll Trirpprn-Befcblsbabcr drr Königin cine sci)!“ sibwisrige, dsirn sic liaben vor fick) die Ziisirrgknten bon Coimbra Uiltkk drm Marquis voii Loulé“ (Dkk Wiki) Mann mit 14 Geschiiyrn brichligrn soll) ricbst din (Huer'iliwö drs Grafen von Villari'al und im Rücken dmr (Br'afrti Bomfim mit 2410!) Mann. Sind Lupa urid Ferreira daher, wir das Diario bcbauptlt, noch nicht grschlagen, so sind sie wenigsti'nö alirm Anschein nach in großer" (Hrfabr, grschlagcn zu Wcrdkn.
Aus Porto rcichen die Nachrichten bis zum 20, Dezember, melden abcr noch iiichtö Von dem Angriffe drs Baron Casal auf die Stadt, den man am "jiiteii angrblich stündlich erwartetes. Casal soll mit 201“! Mann noch imnierwbciBaUOngo, acht Miles von Porto, sieben und sick) zum Angriff riijten, zu dem er indes; gewiß zu schwach ist, wenn er nicht mehr als 2001) Mann bci sich [Mt. Tri“ Herzog von Terceira befand iich noch immrr als Gefanqrnrr irn Castell da Foz. Einem Gerüchte zufolge, sollte dir Zrinta von Porto mir dem Migurlitcir-Cbrf Y).)iacdonald, drr“ 2.504) Mann befehligt, in Uiite'rhandlimgcn grtrctcn sein, einem anderen (55rriichte zufolge, erwartete man dyn (Hrafcn das Anras mit dem Gros seiner Trupbcii in Porto, wobin er mit Zririicklanung von 2011!) Mann in Santarcm in Cilmärschrn sick) bcgebrn wolli“. Beide Gerücht? siiid unbrglairbigt, und dasselbe diirfte mit der Be'hmiprrriig in Link]]! [issa- bonrr Briefe in der Times der Fall sein, drr zufolge die Jimm Von Porto Unterhändler an ÖLU Baron Casal übakichiäk VNN, MU)? indes; von diesem obne Writcrlo iuriickgewicscir scixn, da sie 016 Bc- kingimgcn der Unterwerfung drr Junta dic Cixtlanirrig ch Marschall Saldariba und die ?.Zir'dcrhr'ssir'llung dss Ziniiis (1-10 Ukilik ])(']]l|"1 gestellt haben.
In Lissabon fclbsf soll große Gäbrung berrschen, die Tr'rippmr haben mrbrfach gegen das Volk einschreiten und zahlreiche Vrrbaf- taugen vornehmen müssen, um den Ausbruch de'rUiiruben zu Verbin- dern. «- Die Maßrkgcl drr ngicrung, diirch wrichc die lissaboner Bank mit der Confianga-Ges-llschaft zu eincr Bank von Portugal Vereinigt words" ist, swrint bis jetzt ihren Erfolg verfehlt Fu haben. DLs Diokonto drr Noten der liffabonrr Bank bcträgt jrizt 901). Raw dem Jolbo Comercial befinden sich die Märkte und Fonds in einem Zustande völliger Stagnation,
Ucrciuigte Staaten von L*lord-Amcrilra.
London, 3". Tc'z. Gcsicrn Abend ist das Paketschiff „Asb- burton“ mit Nachrichten aus New-York vom Nen d. M. in Liver- pool angrkommen, welche die am Iten stattgesundcne Eröffnung des arnerikani1chen Kongreffes melden. Der Präsident Polk hatte an demselben Tage seine übliche Jahreöbotschafr dem Kongreß übergeben. Das Akteustück, welches nicht weniger als !) Spalten der Times einnimmt, behandelt neben den gewöhnlichen Finanz- und SchaH-Be- Uchiewund einigen Erklärungen die nächsten Tarif-Maßregeln aus- schlicßlrch die mexikanische Frage und ist gewissrrmaßen eine Geschichte der Veziehrrngen zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten, aus dem parieriichen Gesichtspunkte der lebteren aufgefaßt. Der Präsi- dent begmrrt mit sol endet Anrede:
, „Mitbur er des Senats und des Hauses der Repräsentanten! Zudem !bk UU? UkbLUttn rrr dem Dienste des Volkes wieder ausnehmt, können wir UW dazu Gluck Wunscxen, daß zu keiner friiheren Zeit unserer Geschichte aUe Elemente der Nanoual-Wohlfahrt so voußändig entwickelt Waren, als
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gegenwärtig. Seit der keyten Session hai kein betrübendes Schicksal unser Land heimgesucht, es herr chte im Allgemeinen em guter Gcsundbei'Szusiand, Ueberfluß krönte die Muhen des Landmannes, und die Arbeit in allen ihren Zweigen findct ihren hinreichenden Lohn, wahrend. Erziehung, Wissenschaft und Künste sehr schnell die Mittel der geseUschaftllchen Wohlfahrt vermeh- ren. Die Fortschritte unseres Landes auf dem Wege zu seiner Gxöße, nicht allein in der weiten Ausdehnung unserer LarJdeSgränze Und dem schnellen WachSthum dcr chblkerung, sondern in HiilquueUen und Reich- tbiimern und der glücklichen Lage unseres VoltcS, ist ohne Bci- spicl in der Geschichte der Nation. _, Da die Weisheit, die Stärke und die Woblihaten unserer freien Institutionen ungeschwächt find, so bringt jeder Tag neueVeianiassung zUk erfriedenbeit und neue Anregung des Patriotismus. _ Wir miiiskn dein Znadigcn Geber alles Gritrn in Le- muth und Aufrichtigkeit danken fÜr dre-zahllosen Segnungen, die unser ge- liebtes Vaterland erfährt, - Es ist eine Quelle bohrr (Heniigibimng, zu wiffen, daß die Beziehungen der Vereinigten Staaten Zu allen übrigen Nationen, mit ciner einzigen Ausnahme, dcn,freundschaftlichsien Charakter tragen, Aiifiicbtig ergeben der Politik dcs _Jlikkknö, wrlche dir irßige Rc- girrrmg frühzeitig annahm rriid sianrhaft besoig ?, habe ich schiilich verlangt, mit jeder fremden Macht Frcitndicbaft und Hauch zu pfleqen. Dcr (NN und die Titten des amsrifaiiiickorn Völkeö neige" in der Erhaltung solcher internationalen Eintracht. Wenn man dicse weise Politik befolgt, io bcsicht eine Haiiptpfiicbt offcnbar darin, unicre naiionalcrr Ziitcicssen vor'jeder Ver- lcyirng und unsere National-Ebre vor )cdrm L*olL-Wlllf zii beschuch,_ Tas mus: ("Ulf jede (Hefabr hin geschehen, denn )mit lauen time BcrnanMgunZ zu und miiffcn sorgfältig und beharrlich iibcrwacht wcidrn. _Bii dicier MÜ). samen Fürsorge mögen Kollisionen urid Stkritigtcitcri mit fremden Mächten biSweilen unvermeidlich wirdin. Unscr gewiffrnbaites Brfolgen dez Gc- kotcs dcr (Hrrecbtigkrit in allen unseren mizwäitigcii ch'ciiungen aber ist so strciig geweien, daß rrir, obschon sictz rind schncll an Wowi- fabrt und Macht zirricbmend, keiner Nation noch gcrccer Klage znr Bcswweidc gegeben und die chiiirnqrn dcs Frirdciis länger als (?() Jahre jcßt genossen babrn. Von die'ser Politik soUtcn wir nicmals beraiilrißt tvcideu, abzuweichen. - Dcr bcsikhcnde Krieg mit Mexiko wiirde von den Vereinigten Staaten wrdcr gewünscht noch bewor- gcriifen. Jm (Hrgcntbcil, es wurden alle Mittal misgcbotcn, ibn rWYUWTU- den. Nachdem wir Jahre lang hiridirirl) rriimcr größere Uribildcii i'rdiildct batten, begann Picriko, feirrlribc Vritragö-Stipiiiaiionen rind irdcö von civilisirtcn Nationen anerkanntes Prinxip dsr Gercckytigkcit vcr!c13knd, dir Frindsrligkciicn iind zwang rms so durch seine ciariic Haiidlrinq den Krieg aiif, Lange brvor noch unsere Arinrc aiif das liiikc User des Rio (Hraridc rücktk, bnttcn wir hinreichende Ursacbr- ziim Kriege gefiltl Mariko, imd wéi- rcn ric Vereiniqten Staatcn zii dicse'm *.*lciiirrritcn gcscbriticii, so biittkn wir die game civilisirtc Welt für die (Hercchtigkcit unserer Sacbc m.sriifcn können.“
Herr Polk bi'niiibt M) 211111, selir aussiibriirl) i'lllö dcn Bczii'lmir- gen der Vrrrinigtrn Staaten 311 Mixiko seit der Urmbbiirrgigkcit»; Erklärung diescr [Wirren Rrprrblik urid iiarricntiich scit Abschluß dcs Handcls- und Jreurrdscbaftö-Vcrtragcb boni .*“). April [.Mi zwisehen bkidkn Staaten zu zsigr'n, daß Mexiko von je her eiii? friiidsciige Stellung gegen die Vereinigten Staatrn riiixiciiommen rind arif alle Wrist die Benachtbeiligirng dcrscldcw iir ibrim Handel u. s, w. gc- siicht habe. Es wcrden ziim Bcweiir dciicii olle diplomatischen Un- tcrbandlrmgcir mit Mexiko skit dieicr Zeit zrrsammeiigrsteüt, dic texia- nische Airschlrißfrage, aus Weicher der gegenwärtige Krieg l)crz»ilcitcir sri, noch einmal in aller Breite wicdrrlwlt, die folgenden Unterhaut)- lmiqrrr iiber Krieg und Fricdcn gkrckbifi'rtigt und dann kik gkgrrr- wärtigc Lage der “Dinge auf dem Nricgosrbauplaße [W[eUÄÜU. Co ist dies der Hauptinhalt der Botschaft, drr sich allein über sechs Spalten mrsdebni. Hcrr Polk hegt dic Hoffriiing aiif baldige Bern- digring dcs Krirges, obschon cr 11Vch aiif di'ffcn eifrige Jortseizirng mit allem Nachdruck besteht. Das letztc Jriedenö:Anerbieken wurde Von den Vrrcinigtcn Staaten um 27, Juli d. J. gemacht, aber von Mexiko so gut wie abgelehnt, da die Antwort darauf der mexikani- sche Kongreß geben sollte, welcher sich erst in dicsem Monat Dezem- bcr versammelt.
„'Der Krieg“ sagt die Botschaft, „wird dcsbaib mit alirr Kraft, als das biste Mittel Ulk Sicherung des Fricdciis, sortgcsrßi wrrrcn. Mari l'offt indrß, das; die Entscbridung des nicxifariiichcn Kbiigrcffrs, Michrm iinseic !rHtr Eröffnung ajjhkikilgi'ngUl ist, cixirii swiiillcii imd cbrciirollcn Fiiikkti herbcisiibrrn möge". Bei unserer Kenntnis: des iiriyeiniinftigrn Vcr- fahrrris dkl]!1(1“iki1]lisck11 Biliörrin abcr iifoidm dic Klirglirit, iii drm Ei- fer ririscrer rrrilitairischrn Opfiaéi-„ricn nicbt [liir 110ch3111Üff111 , als bis das Nrsriltat bcfannt JUUÜÄ)! isi. ,er kicscm ;;ircckc ist es wicbiig, dcn militairiiclicn Bciéiz allrr rrbbrilcn Probiiizin so lange zu brbauvtrn, bis cin rifiiiitivir Fiirdrriö- Tiakmt zwisclii'n beiden Nationen abgrscblosen urid ratisixirt ist. Tei" Krieg ist nicht immer- nommrn worden ziim Zwick dchrobcriirrg, sondern, von Mciiio angrsqir gin, isi cr in des Fcinch Laird getragen worden mid wild dort liiistig fortgesetzt Wridcn, rim cinrn clirrrrbollcii Jricdcn, Krii'gskosicn-Eiitsch«idigring und Sriradlosbnltnng iiniercr Bürger zii cilnnqen, rvrlciir grofie Geldfor- derungen an Mexiko liaben. Nach dem Völkrrircbte kann ein crobcitcz Territoiirim während der militaiiiiwrn Vrfißiiabme von drm Eroberer rc- gicit Wrrdcn so lange, bis crrwrrcr der Friede gcschloffcn ist oder r'r selbst es freiwillig aiisgcbt. C5 ist das Nicht nnd die Pflicht dcs Siegers, scinc Erobrrung zu sicbrrn rind Zilk Erhaltung der [*Ükgi'll!ck11 Irdnirrig und dir Rccbtc der BkkPVhUsk Vorkchrurmeir zit ti'cffcri. TirH chbt ist airögciibi, diesc Pflicht DVU Unsi'kcn i;)riirralcn r*rfiilit worden, dadrxrcl) ros," sic in ciriigei! dcr erobctirn Provinzen Mariko tcniporärrRegierungen eim'icbtrte'ri, wilclir fir, so Wr'it rs anging, dert srcirn Einrichtungen ririsircs kii'iclikli Landis nnnc'ihcrtcn. In den Provinzcir von Neu-Mcxiko iind in Kalifornirii ist M'Uig, ivciin Übr'khmlpt nock), Widrr- stand von den Einwohnern gcgen riese i'iiigcsr*t§tcn Rrgirrringcn zii kleÜk“ ten. Es diirfte abcr angemessen fi'iit, ziir Siciirihcit dirscr Crobrrutigcn hiirreichknde Mittel anxnwciirn, iim Fcstiingrn anzulegen nnd die Kosten zu bestreiten, wclche die Eihallung riiisctcö Br'sixzes rind iinscrcr *.)liltoritiit da- sclbst rrheisclwn."
Der Präsident bestblirßt die mexikanische Frage mit Erbrtcrurig dcr Maßrkgi'l, Wilcke dic mexikanisch? ngierung kiirzlich gegcn dcn amerikanischen Handel durcb Arisgabc von Kaperbrirfrn getroffen hat, Und wriche, wic Hiri" Polk meint, keine Brsorqriissr zu erregt" _qr- eigirct wäre, da die Verträge de'r Vcrrinigikn Staatc'n mit Spanien jade Mitwirkung spanischcr Unterthaiirn in Cuba (wohin die nlr'istc'lt Kapcrbricfe geschickt sind) zu diesrm Zwrck untrrsagtcri und dir? spa- nische Regierung darüber die besriedigrndsisn Zuiichrrungcn' gegeben habe. Bei Vorlage des Jinanz-Bericbts, drr hierauf folgt, brantragt HrPolkzrrr Brstreitung der Kriegokosien uiid Ulk Jortsrßung des Krisch bis zu End? krönäcbste'n Firianijabrrs, d.i.biörun1811.Jiini17-448, riireAnlkil)e von nicht wc'niger als 253,1)!!l),l)i]i] Doilarö, i!]dt'ffl'n kb'rirrc der Kon- gicß, wcnn Lk zii riiicr solchen Anikibe sick) nirbt ciitschlicßeri wolli», siti) damit helfen, das; er durch (Lrbrbung eines Zollcs V0" din jetzt Jälizlllb ZVUfl"kii'1l Akkikklil “j,[][)[_)„[)0[) Tanj-I und durch E!]näßngÜI drs Preises fiir die zum Verkairf bestimmten Staatö-Ländereren 1,4]1Uiididtdxollm'6 grwiniie, io dasz nur “18 bis 19 Millionen Dollars durch Arilcibe zii beiibgffrn wären. Zum Srbiusz kommen einige Cr- klärurrgrn iibcr die Wirkungen drr britrschen Tarif-Vexänkemmgen auf den Handel der Bereinigt?" Staaten und die Wobltbatkn des mehr dem freien Handel sich annähernden Zollsystems.
Ostindien.
Kalkutta, “25. Okt. (91. Z.) Die Direction der osiindischen Compagnie in London hatte vor etwa anderthalb Jahren gehört, daß in der Präsidentschaft Bombay in einer der marattischkn Provinzen die Felsenböblen von Adschuata eine der größten Merkwürdigkeiten von Indien seien, indem sie sich von den iibrigen Felsen-Tempeln von Salsette, EUora u. s. w. dadurch unterschieden, daß sLe mit uralten Jresko-Malereicn bedeckt seien, welche Scenen aus dem Leben und
dem Kult darstellen, öffentliche Prozessionen, das Innere von Häusern, Gelage, öffentliche Spiele, Märkte, Häfen von Schiffe und beson- ders Buddha in Form und Farbe als Neger, in verschiedenen La- gen, als Lehrer, als Gott u. s. w., dargestellt. Die Wenigen, welche die Höhlen besucht batten, ri'lhmten die Lebhaftigkeit der Farben, die getreue Zeichnung und das historische Interesse des Denkmals. Die indische Regierung e_rbielt daher den BLfebl, einen fähigen Zeichner hinzuschicken und dre,Gemäl_de der Höhlen mög- lichst getreu in Farben abzuzeichnen; ern Offizier,. der als geschickter Zeichner bekannt ist, erhielt den Auftrag, er schrieb an den Finanz- Beamten dro Distrikts, um ihm seine baldige Ankunft anzuzeigen, und dieser schickte einen eingeborenen Untrroffizier an Ort und Stelle, um Alles für den Ankommenden bereit zu halten. Der Un- teroffizier, um seinen Auftrag recht gut zu erfüllen, nahm hundert Tagelöhner aus der Gegend umher, um den Zugang zu den Höhlen zu erlcicbtern, diese selbst zu rrinigcn u. s. w. und ließ, damit der er- warteteGasi Alles reinlich finde, sämmtliche Höhlen und die Gemälde darin abkraßen, und als dcr Offizier ankam, fand er Alles sauber und keine Spar mehr von den Fresken!
Es wird vielleicht einige Jbrer Leser interessiren, zu hören, daß Vor einiger Zeit hier eine ausfiihrliche birmanische,Grammatik er- schiencnisi. DerVerfassr-r, LieutenantLatter, hat dabei vor Allem den Zwkck, den Beamten und Richtern der Provinzen von Arrakan und Terrasssrim die Erlernung der Sprache zu er!eichtern und sie so in den Stand zu segen, ibre bisherigen muhamedanischen Dolmetscher zii kritbebrrn, die eine wahre Liindesplage sind, Es ist so selten gegenwärtig, daß ein gelehrtez Werk in Indien erscheint, daß man nicht mit Stillschweigen vorübergehen darf, wenn Jemand den Muth bat, Linl's zu unternehmen.
Die Regierung bat jest eine ziemlich beträchtliche Summe aus- gesclzt, um die Arbeiten zur Reinigung dcpStadt und zur Verbesse- rung des Glsundbeitsznstandkö zu beginnen. Sie ist durch die äußerst verricristliiben Berichte der parlamentariscben Kommission über die Reinigung drr Städte in England dazu bestimmt worden, und es war bbbe Zeit dazu. Man liebt hier sehr Kalkutta die Stadt der Palästk zu nenncn, imd drr neue Anköminiing, der den Hoogly brrarrfkorrimt und an dem prachtvollen Theil der englischen Stadt, die am Ufcr liegt, vorbeischifft, findet allsrdings den Na- men schr vrrdictit. Aber wenn man ins Innere der Stadt kl“i11gk,fi11di*t nian cngr, krumme Straßen, halbverstopfte Abzugs- griiben, die einen unerträglichen Gestank verbreiten, schlecht unter- baltene Wasscr-Bebältcr, die mit Schilf und Schlamm bedeckt sind, und eine Unreinlichkkit in den Häfen und Straßen, die an sich allein die furchtbare Ungcsrmdbeit der Stadt erklären wiirde. Kalkutta ist so schjil'U eine große Stadt gcwordcn, bor einem Jahrhundert war kö ciir baibwiistrs Terrain niit eiriigrrr elenden Dörfern und zwischen ihnen Wald, Sümpfe und Salz-Lagunen. Der Handel und die schnell zunehmende Wichtigkeit der englischen Administration zogen plötzlich Tausende und bald Hiinderttausende herbei, welche sich in allrr Eile anbarrten , obne Riicksiibt auf Regelmäßigkeit und obne die öffentlichen Arbeiten, welche eine langsam wachsende Ge- meinde Zeit hat zu untrrnebmen und im Verhältniß ihrer Zu- nabnie aiisxudrbnen. Dic Europäer bildeten eine ewig wechselnde Bevölkerung, Weiche Kalkutta nie als eine Heimat ansah, und die Hindu ermangcltrn der nötbigrn Organisation, urn eine Munizipa- litiit zu bilden, Welche dcn Bedürfnissen drr Stadt angemessen qe- wesen wiirk,_und die (Hrwobnbeit machte', daß alle Klaffen das im- vcrmeidlicb schrinriide Uebel gkduldig ertragen. Dab Wassrr, das die vcrsunipften Wassrrbebältcr liefern, ist so siblccbt, daß die reiche- ren Hindu ihren Bedarf 5 bis 6 Meilen weit bcrkoiiimrn lassen und die Europäer mit viclkr Sorgfalt :)i«*gcnwaffer in Privat-Cisiernen sammeln; aber die große" :).)iasse dm“ Bewohner ist auf das sch1cchte und oft durch dir Masse der Lsicbimnir, die' 86 bcrabsibwemmt, ver- pe'stcte Wass-xr drs Hoogiy Mid de'r öffe'iitiichi'n Wasserbehäiter an- gswirsmi, Die Folge) dieser Umsiätibk ist, daß die ganze Bi'völ- kr'riiriq immer“ mehr odrr weniger an Jie'br'rn, schiecktkr Vr'rdauung
iind Trrffstitcrik lridrt, und das; die eingeborkin'n Arrzte vor einer Kommission einstimmig crkiärt haben, daß kein ganz grsundes Kind in dcr“ Stadt r*,ristirl. Sliwn im Jahre [IUZ batte Lord Wc'llt'sley dns Ui'bi'l ringcskbkrr und ein Hiilfsmitrr'l gesuchtx er ernannte eine sii'bi'iidi' Konrniisfion und iiberlics; ihr die Einkünfte der Lotterie. Die Kommission hat aurb viel zur Abbiilfe einigc'r schreiendkn Uebel gcrbaii, aber die schnelle Zunahme der Stadt brachte immer neue [)LjVOs, rind obnc einen durchgreifendr'n Plan und durch tbeilweise Mitte'l ist nicht mehr zn helfen. Im Jahre 1885 machte eine neue Kommissibrr einen Bericht, de'r den klrndcn Zustand der Stadt im Tamil und in dkr ganzkn traurigi'n Wahrbt'it darstrlite, aber die (Zöxößc dcr Uriteriikbimmg schrkcktr die ngierrrng. Solche Arbeiten sit:d natiirlich mrrnizipalcr Art, allein die indische Munizipal-Ver. faffuiig, wrlchc ganz musterbast fiir Tbrfrr und ackerbauende Ge.- meiiidi'ir ist, rricht riiibt fiir große Städte bin, und bis jeJt Ver- tiitt die Polizei von Kalkutta im Grund? die Stelle der Munizi- palitiit. *Diese Schwierigkeit is sehr groß, denn der Staat kann Offkkibsij' die' Sache nicht riirtrrncbrrirn, sonst wäre er äkub'tbiqt, in allrn groß?" Städten von Indien ebenfaus fiir Pslastrr und Ab.- zirgsgräbcn, fiir Wasser und fiir Luftreinigungömikkel zu sorgen, wa? offenbar seine „Kräfte übersteigt. Es muß daher eine Mu- nizipaliiät organisirt wkrden, mit mrsgcdebnten Vollmachten über Crbcbung bon Stadt-Auflagcn, von Ci'propriation zum Wohle der Stadt, mit einem Stab von Wasskr- und Landbaumeistkrn, und sie i_nuß so organisirt werden, daß sie hinlänglich Vertrauen cinflößt, urn Kapitalien fiir das erste Bedürfnis; cntlebiien zu können. Dies ist keine kleine Aufgabe, denn wenige Europäer haben Zeit und Lust, solchrmiibsamcund unbezahlte Stellen, die für sie keinGeqrnsiand von Ebrgkiz sein können, anzunehmen, und unter der éinheimischen Bi'v'o'lkcrung giebt es auch nicht View, die Zeit und Kenntniss hät- tcii, welcbe sie dem Interesse dcr Stadt widmen könnten. Aber die Sachcmus; geschcbrn, und bei der großen Gier der Einqeborerien nach Auszeiihnring bon Seiten der Regierung ist zu boffkn," daß sich doch eine angesehene Miinixipalität biicrn lose, ein Beispiel, das später in aiidrren großen Städtkn nachgeahmt werdkn und die brsteri Folgen fiir die innere Vkiwaltung drs Landra! babrn könnte. Dc'nn AUGS- was das Zntirrffe am öffentlichen chrn in Ziirikn we'ckt, ist dem Lande vortbeilbaft, fiir dic einbeimisrbe Bevölkerung ein Eaemknt des Fortschrittes und fiir die cngiisibe Regierung zugkkklb kik"? EÜÜME" rung und eine heilsame Schranke.
China.
Macao, 31. Okt. Die Chinesßn haben sich bisher stets w:“. derskßt, don Anordnungen des portugkkikscbkn GOYVerneurs Folge zu leisten, da sie nur unter ihren Mandarinen, nicht aber unter den „Barbaren“ in irgend einer Hinsicht |?ka WOUkn. In Anbetracht nun, daß sich auf den chinesischen Schnellseglern, welche zwischen Macao, Canton und Hongkong Prtsonen und Waaren befördern, stets eine Menge räuberischen Gesindels und eme große Anzahl von Uebeltbätem befand, die nach Begehung von Verbrechen unbestraft zu entschlüpsen wußten, erließ der portugiesische Gouverneur Ferreira do Amaral ein Edikt des Inhalts, daß jene Schiffe oder Vöte künftig eine Steuer
von monatlich 1 Dollar bezahlen und nur gegen Bouveisung eine?