"Md“!- um die bezeichneten Beschlüsse in den vom Gesch beßrmm- “" Fällen zu fassen, auf Anordnung des Stadtbaupteß oder Burger- meisiers, wenn an dem Ort ein Rathhaus statt einer Dirma rst, zusammenbetufen. Die auf dieser Grundlage gefaßten Beschlusse ha- ben nur dann Gesegeskraft, wenn sie wenigstens von zwei Drrtreln d" kallkiktkn untttschrieben sind. Zur Erfüllung dieserBeschlUssk "“ck gesetzlicher Grundlage, werden sie in die Duma oder" ins Rath- haus gkbkück- Welche Behörden sie in ketnerr- Falle abandern older aufhalten dürfen; finden sie selbige aber gesetzwidrig, so [egen ne dieselten der Gouvernemento-Regierung zur T'Ukibfithk vor. Die zu „,-epunLrl e:: gewählten Personen können sich ihrer Handels- oder mdusiriellen l?!
gkltgenbeiten wegen ungehindert von ihrem Anfenthaltdort eniferittaté jedotb nur mit Wiffen dcs Stadthauptö oder Burgernrerüers, wo |
der Duma ein Rat aus i't, __ , „
Ter Wr-krrchehldzevejire Rath Ruhl, Kauerltcber„Ll*bakzk„„“kkd Inspektor des Sanitäw-Tiensteö der Anstalten der derewrgten Kasljekxx Marie Jeodorowna, isi am “Md Dezember rm Osten Jahre i'm
[er u t. * eteröbun *ejtor e'n. _ „ . A* Z); si? jnpxer “J.)rooqin;z des Kaukasus sert langer Zeit sehr!? da? Bedürfnis; irnterrichtetcr Ga-ifilichen/_suk21bar gemachr dat, so;“! ,a" Kaiserlichen Befehl in der Stadt Otawropod ern Yrrexier- »;enrmar "lichtet und am “.'-“3. November von demSBrjchof der xrozesc einge- weiht worden. Außer den gewöhnlichen Studien um„faßt der Unter- richt in dieser Anfialt die kaimukrsche, tatarrsche und djxetisrde Sprache.
F r n n k r e t ck-
“ , an. Der räfekt des Seine-Departements, Herr von ZYLJJÉ wLir-s in der Yrarrrlgrions-Rede, welche er, aus „An- 1aß dw Jahreswechsel.) an den König richtete, auf den offentlichen Edrimutb qegen die Opfer der lestcn Uederschwemmungen und auf die von dém Stadtratye von Paris in Betreff der Brodtheuerung qetroffenen Maßnahmen hin. Der König äußerte in seiner Antwort irnter Anderem: „Die nationale Jreigebigkert wird dem Unglücke nicht fehlen. Sie wird geßatten, die großen Arbeiten vorzunehmen, Welche die Flüsse in ihrem Bette zurückzuhalten geeignet sind, so wie die Jreigebigkeit der! Stadtratth die bedürftigen Klassen in dieser Stadt, die mir so werth ist, zu erleichtern fortfahren wird.“ Man hat in dieser Antwort eine Andeutung der Absicht der Regierung zu sehen geglaubt, im Laufe dieses Jahres ein Anlehen zu machen, um die durch die Ueberschwemmungen verursachten Beschädigungen aus- zubeffern, Weil die wenigen Millionen, Welche dem Ministerium durch Königliche Verordnungen fiir die dringendsten Ausbesserungen angewie- sen worden, bei weitem nicht zu den bedeutenden Arbeiten hinreichen würden, welche für unerläßlich gehalten werden, um die Ufergegenden der großen Jliiffe gegen die Ueberschwemmungen sicher zu riellen. Es heißt sogar, es sei die Rede von der Ausgabe von Srhaßdons bis zu einem ansehnlichen Betrage, um abwarten zu können, bis die Kammern die Negoziirung des beabsicktigten neuen Anleyens gestattet haben würden.
Man hat bemerkt, das: seit einiger Zeit der Herzog von Re- mours sämmtlichen Siyungen des Kadinets-Raths, die in den Tailr- rieen stattfinden, beiwohnt.
Das Gerücht, die Thron-Rede, mit Welcher die bevorstehende Session der Kammern eröffnet werden folie, sei bereits abgefaßt, und es werde darin, wie die Presse sagte, die Rede von dem krakauer Vorgange sein, soll (nach Berichten im Frankfurter Journal) ungegriindet sein, Bis jetzt haben sich, wie versichert wird, die Mit- glieder dcs Kabinets noch nicht mit der Thron-Rede beschäftigt; dock) würde sich der Minister-Nath nord in dieser Woche versammeln, um über die Grundlagen diejes Dokuments zu diskutiren, und man glßube, diesmal Werde Herr Gnizot die Adsaffung deffelben iiber- ne men.
Die Revue des deux Mondes sagt: „Die beiden Tribünen von Paris und London werden sich zu gleicher Zeit öffnen, und die große Einfachdeit der parlamentarischen Formen unserer Nachbarn wird ihnen erlauben, uns in der Diskussion nicht nur einzuholen, son- dern und noch zuvdrzukommen, Wenn in der sranzösisrden Drputir- ten-Kammer dic Adreßdebatte beginnen wird, Werden die Redner des
englischen Parlaments bereits gesprochen haben. Nur die französische Pairs-Kammer, wenn ihre Adreß-Komntission ihre Arbeiten beschleu- nigt, könnte die Initiative der Diskussion haben. Das Kabinet wird in denDedatten dieserKammer eine günstige Gelegenheit benutzen, um die Motive seines Verfahrens und die Negociationen in der spanischen Hei- ratdojfrage klar und umständlich aUSeinanderzusan. Diese ruhige Audernanderseßung wird dem Kadinette Vor der Pairs-Kammer um so leichter, nls es dort keine systematischen Widersprecher ßndet. Wenn auch einzelne Staatsmänner nicht Alles billigen, was das Mi- nisterium gethan h_at, so werden sie sich doch bei dieser Gelegenheit nur au-f-eine schweigendeZuriickyaltung beschränken. An entschiedenen Vertherdigern der gegen Spanien besolgten Politik wird es iibrigens der Regierung „rm Luxembourg nicht fehlen, der Herzog Von Broglie wird dem Kabinette die Unterstijßring einer motivirten Bristimmung bringen, der'Vtce-Präsident, Herr Barthe, in demselben Sinne spre- chen,. und, eure angekündigte Rede des Herzogs Von Noaiiles spannt die offentliche Neugierde im höchsten Grade,“
Eine Kdn'glrche Verordnung verfügt, daß das apostolische Schrei- den des Pq-psted m Yetreff des aUgemeinrrrJubiläums im Königrrick) rn der gewodnlichen Form veröffentlicht werden soll. Diksks aposto- lische Schreiben 1st„angenommen ohne Genehmigung der Klauseln, Formeln oder Ansorucke, welche daffelbe enthält, und die der constitutio- nellen Charte, den .Geseyen des Königreichs, den Freiheiten und Grundsayen der galltkanisrden Kirche zuwider sind oder sein können.
„Das Journai des Débats bringt unter Voraussendung der Versicherung, dar; 'in der nächsten Session nach so die! großen Be- willigungen der Geist der Sparsamkeit herrschen müffe, einen leiten- den Artikel uber eine von Herrn Ardant, Mitglied der Deputirten- „Kammer lind IngekJWUk-Oderst, gelieferte Uebersicht der seit 1815 in Frankreich und M1, AuSland ausgeführten Befestigungs-Arbeiten, so wie der-tn Frankreich 'noch im Gange befindlichen und beabsichtig- rtrTrnfjvlekioeemYsiekii? 1d MtUdl'ardQeH Franken sei in Europa seit 1815 dar-
ne or en, te ränen und “ ' i 5118 zu sichern und-zu befestigen. 3 wichtige sirateg fck? PUK
Jm National wird hervorgehoben, daß in der Botschaft Polk's derthanre Frankreichs gar nicht genannt werde, während von England wertlauifig die Rede sei.
CmeKdntgliche Verordnung eröffnet einen Kredit von 300,000Fr. zur Herstellung des Schadens, den die lehren Ueberschwrmmungen m WJ" angerichtet haben. auf du:!rrWYrcko'n, (HheSrnaliger franzdsischer'Konsul zu Montevideo, ist
a * .- Marseille anZekommen.myma, wohin er as General Konsul geht, zu m Monireur werden 288 Namen von Personen bekannt ge- macht,.wclchen „für Rettung von Menschenleben und edle Hülfsleisiun- en b.“ d,“! Lont-Ueberschwemmungen des vorigen Jahres, so wie ür ähnlich Thann bei Jeuerdgefahr und anderen Unglücksfällen, silberne und'goldene Medaillen verliehen worden sind.
Das Journal dedDébars und die Presse sind auch we- gen der EYSgeseUschaft mit einander in Fehde. Ersteres behauptet, dk!" Mantzipal-Rath habe 'der Gas esellschaft alle Verpflichtungen auferlegt, welche das Publikum wünsgchen könne, und begreift selbst
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nicht, wie die Gasgesellscbaft dabei bestehen könne, während die Presse den Gewinn der Gesellschaft als übermäßig dnrstellt-und fich sehr unzufrieden darüber au6sprrcht, daß das Publrkrim wieder auf fiebzebn Jahre von der Willkür der Gesellschaft abhangig ge- macht werde.
(A. Z-) Der bekannte Graf Leon, natürlicher Sohn Napdleon's, sjjhrt gegenwärtig einen Prozeß mit seiner Mutter MK?" Alimenta- tion. Der edle Herr war zwar von seinem mächtigen Vater reichlich uUSgkstatkkk, man hatte das Kind unmittelbar nach der Geburt mit seiner Amme nach den Tuilerieen gebracht, Napoleon's Schwester, Karoline Murat, nahm es unter ihre Obhut, der Kaiser ernannte einen Herrn von Mauvii-res zum Vormund und sicherte seinem wil- den Sprößling auf Kanal-Actien und andere Werthe ein Vermögen ven 40,000 Jr.Rente, ja, er dachte noch in St. Helena an ihn und übertrug Herrn von Meneval die Vorn1undschaft, der sie auch am 25. Oktober “1821 übernahm. In den Familienregistern war Graf Leon eingetragen als geboren 18. Dezember 1806, Maiter Fräulein Eleonore D..., Rentnerin, 20 Jahralt, Vater abwesend. Zeugen waren die Herren A*.)mé, Schatzmeister der Ehrenlegion, und ])r'. Andral, Arzt im Kaiserlichen Juvalideu-Spital. Die Mutter blieb von ihrem Sohne getrennt und bekam ihn nicht eher als nach dem Tode des Kaisers wieder zu Gesicht. Sie selbst war im Hause der Frau Campari er- zogen und hatte, nicht viel über 16 Jahre alt, einen gewesenen Dra- goner-Ofsizier, Herrn Revcl, geheirathrt, sie lebte jedoch kaum zwei Monate in dieser Verbindung, als am 15. März 1806 Herr Redel, wegen Jäischung von Privatpapieren festgenommen, vor das Krimi- nalgericht von Versailles gestellt, zwar nicht zur Brandmarkung, wie der General-Advokat antrag, aber doch zu zweijährigen! Gefängniß verurtheilt wurde. Wenige Wochrn nach seiner Verhaftung, am 11, April, Wurde auf Ansuchen der Frau die Scheidung au6gesprochrm Sie war damals Vorleserin bei der (Hroßherzogin von Berg; spiiter heiratheée sie Herrn Augier de la Sanffure, der während des Riick- zuges aus Rußland im Spital zu Marienburg siarb, und am LIZ. Mai [7411 in dritter Ehe den Grafen . .„ rnit dem sie in einem "Dorf bei Mannheim nach protestantischen: Ritus ihre Hochzeit feierte. Graf Leon erhielt inzwischen eine vornehme Erziehung und wurde als ein Mitglied der großen Welt betrachtet. Als er eine Reise nach England machen Wollte, gab ihm Graf Molé“ Empfehlungen an den hohen Adel mit, und bei der Ankunft der Kaiserlichen Asche in Paris am 13. Dezember 17440 wurde er auf seine Bitte, kraft eines Schreiben») des Baron Jain, Kabineis-Srcretairö des Königs, in der Begleitung des Trauerzugeö zngelnssen. Sein Verhältnis; zu seiner Mutter hatte sick) hergestellt. Er befand sich „zwei Jahre in ihrem Hans, und Herr Cremieur, sein Sachwalter, theilrc Briefe mit, worin sie von ihm in den zärtlichsten Ausdrücken nls ihrem Sohn, gleich- wie ihre Mutter als ihrem Enkel, sprach. Der Graf war im BrsiH eines Einkommens von 72,000 Fr., die er nach der Versicherung die- ses Advokaten zum Theil fiir seine “Mutter vcrwendcte, wie er denn einmal für sie 10,000 Fr, eincm Zuwelenhändler bezahlt haben soll. Auch gegen ihre Mudmen war er freigebig gewesen, und Herrn Re- de], der ins tiefste Elend gerathen wirr, hatte er bis zu seinem Tode 1835 einePension von 2-100Fr, ausdezadlen lassen, Kurz, er hatte rdßti)uerisch gewirtdschaftei, nach und nach war idm Von allen Kai- ixerlichen Vermächtniffen nichts geblieben als seine Portrait-Aehn- lichkeit mit Napoleon, oder vielmehr mit Bonaparte in den lrßien Jahren des Konsulats, wie man ihn auf den Fiinsfrmrkenstiicken jener Zeit abgebildet sieht, und er tritt )'th mit Ansprüchen an seine Mutter auf. Der (Hegen-Advvkat war Herr Marie, der seine Einwendungen V0ki'.khmlich darauf stützte, daß der Graf in Nr. 20 der Rue de Victoirc, dcm Von Bonaparte vor dem 18, Vrumaire bewohnten Hand geboren, als ein in Ehebruch erzeugtes Kind anzu- sehen, demnach die Nachforschung nach der Mutterschaft wie der Va- terschaft unstatthaft und so begründete Rechtssorderungen ('m-5:1 llll'kjis seien, wogegen von der anderen Seite geltend genmrdt wird, der Graf sri iiber 300 Tage nach der Scheidrrngsklage, 2:51 Tage" nach erkannter Scheidnng zur Welt gekommen, Und vom Augenblick der Scheidungsklagc an habe jeder Umgang zwischen Frau Redel und ihrem Gatten arrsgel)ör*t, es könne also mütteriichrrseits von keinem Ehebruch die Rede sein. Die lestcre Ansicht dat auch der Königliche Gerickytshdf von Paris sich angeeignet, noch ist über die Forderung einer jährlichen Pension nichts entschieden, aber die Gräfin wurde zu einer vorläufigen Susientation von 4000 Fr. vcrurtheilr. Graf Leon ist in so kiimmerlichen Umständen, das; er, ohne eine alte Generali", die ans dankbarer Andänglichkeit an seinen Kaiserlichen Vater fiir ihn l[r)rgt, nichts zu leben hätte und auch diesen Prozrs; nicht fiihren önnte.
;( Paris, 4, anr. Die Lage der Bank von Frankreich hat im Laufe der leyken Woche die Geiniither noch immer lebhaft beschäftigt, und man hat sir!) dabei in den Angaben iiber die Verminderung der [maren Re- serve derselben außerordendicheUebertreidungen crlnudt. Wären diesc An- gaben rickeig gewesen, so dritte die Bank am 31. Dezember so gut als nicht.) mehr besessen. Am Donnerstag hatte ein Blatt sogar be- hauptet, sie habe in zwri Tagen nicht weniger als 359.)kil1iOiienbaa- res Geld nuogczadlt. Das einzige Wahre an der Sache war, daß die Lage der Bank sich nicht in dein gehofften Grade Verbessert hatte, obgleich man nicht eigentlich von einer auf dem Platze herrschenden Geldklemme sprechen konnte. Thatsache isi, daß seit den loyien vier- zehn Tagen eine außergewöhnlich große Quantität von Bank-Bil- leiten der Bank präsentirt wurde, um gegen baares Geld umge- tJujcbt zu werden, so wie andererseits auch das Diskdnto-Geschäft fur Papiere des Handels und der Industrie eine außerordentliche Aus- dehnung gewonnen hatte. Der Rat!) der Direktoren hatte daher ailerdmgs den Wunsch gehegt, durch irgend eine Maßregel, Welche "icht alizu große Störungen in die Geschäfte des Handels und der JUOUÜW brächte, diese außerordentlich starken Andzahlungrn einiger- maßen zu beschränken, Zwei Tage hindurch sprach man von dem Plane, den Drskonto-Sav zu erhöhen, aber so oft dieser Gedanke angeregt wurde, fand er auch von Seiten der großen Mnjoritéit des Verwaltungs-Rntdrs'den entschiedensten Widerspruch. 'Die mit Recht drrgegen erhobenen Einwände [affen sich in kurzem so zusammenfassen: Yer „Rath der Bank detrachtet es gewissermaßen als eine Ehr*ensache fur stkh, den gegenwartigen Diskonto-Saß aufrecht zu halten, und zwar aus nnchstehendem Grunde. Zu der Zeit, wo das Geld auf dem Plaße in großem Ueberflusse vorhanden war, und wo man iiber- all, Wo man wollte, daffelde leicht zu Z pCt, crhnlten konnte, hatte der Verwaltungs-Rath der Bank sich geweigert, seinen Diskonto-Say herabzuseven, und als Beweggrund dafür angeführt, daß er ihn im Augenblicke des Ueberflusses nicht herabseye, da er ihn auch im Mo- ment einer Krise nicht erhöhen würde. In den leßten Tagen hat man nun von zweiMaßregeln gesprochen, die von dem Verwaltungs- Rükh? der Bank angenoMmen worden wären, nämlich: 1) die Ver- fallzerten würden von 90 Tagen auf 4.5 herabgeseyt, und 2) es wür-
den gegen Hinterlegung von Gold- und Silberstoffen keine Gelddark
leben mehr gegeben. Ich glaube Ihnen aber aus guter Quelle be- richten zu können, daß bis jest kein derartiger Beschluß gefaßt wor- den isi, und daß die haaren Geldvorräthe der Bank wenigstens nicht sd weir herabgesunken sind, als man behauptet hatte. Das Verhält- niß zwischen den von ihr geleisteten Auszahlungen und ihren haaren
Einnahmen ist nicht so ungünstig, als man es darstellen wollte, wenn man es auch noch keinesweges günstig nennen kann. Von dem außer- ordentlichen Umfange aber, welchen die Operationen der Bank am Schlusse des Jahres erreichten, und von welchen bis jest noch kein Beispiel vorhanden war, giebt die offirielle Thatsache (Zeugniß, daß am 31. Dezember nicht weniger als 51 Millionen daares Geld von der Bank einkassirt worden sind, ohne daß sich -- uud das ist die Hauptsache *- die mindesie Schwierigkeit zeigte, während andererseits aber die am gleichen Tage von der Bank geleisteten Baarzahlungen noch beträchtlicher waren, denn sie beliefen sich auf 54 Millionen.
Ji'dt nach dem Nklljahr hofft man, das Geld widder in größe- ren Muffen der Bank zrrsirömen zu srdcn, und erwartet aiich die an die Gesellschaft dcr Eisenbahn don Lyon bereite eingezahlten Kapi- talien, so wie die, welche an die Gesellschaft der Nordbahn eben ein- gezadlr werden, dem Umlauf wiedergegeben zu sehen. 5:1 Anfang der vorigen Woche hatte man auch das Gerücht arrögrstreut, die Ge- sellschaft der Eisenbahn von L*.»on habe von ihren Actiormirrn nur 12 bis 1.3 Millionen erhalten. Man hatte dabei aber die 12 oder 15 anderen Millionen vcrschwiegrn, wrlrde der Gesellschaft durch die Banquierö und Weidscl-Agenten fast mit einem Schlage eingezahlt wurden, da diese für alle in ihren Händen befindlichen Actien von dem Vorthrile der Verlängerung der Einzndlungssrcst bis zum “.?-“5. und “.'4. Dezember Gebrauch genmckit und erst in diesen beiden Tagen ihre Zahlungen geleistet haben. Man weiß nun auch bestimmt, das; bei allen Banquiero die nöthigeu (Holder fiir die zur NNWW" ZU leistenden Einzahlungen bereits von der Mehrradl der Actionaire die- ser Bahn hinterlegt sind, so das; die 80 Millionen für diese Bahn, oder virlrnehr, wenn man die L Fr. 50 Cent. Zinsen, die jedem Ac- tionair zu gute kommen, adr-crhnet, die *.?!) Millionen eben so ohne Schwierigkeit eingehen werden, Üiö die 30 Millionen fiir die Bahn von „Lyon. Das aUrin schon macht fiir diese deiden Eisenbahnen nahe an 00 Millionen aus, die alsbald dem Umlaufe und also dem Ver- kehr wiedergegeben fein diirften.
Die Bank aber hat es bei den besseren Aussichten, die siti) ihr für den Monat Znnnar eröffnen, nicht bewenden lassen, sie wollte sich Von den Ereigniffen nicbt iiderrnsrhrn [affen Und selbst für den un- vorhergescdcncn Fall, das; ihre jetzigen Hoffnungen siti) nicht so schnell und so vollständig, als sie es wünsrdtc, verwirklichen sollten, gefaßtund gerüstet sein. Es galt vorzüglich, sich einen größeren Vorrath an banrem (Heide in Silber zu Verschaffen, und dnEnglnnd allein soirhe's in dem nothwendigen Maße 311 gewähren im Stande ist, so isi ano Auftrag der Bank einer ihrer chentrn, drr Banquier .Ödttiirgrrcr, nach Lon- don gegangen, um dort derselben etwa 50 Millionen „xn drrschaffcn. Man srhrneirhrit sick) allgemein mit dem (M*!ingen dirs-xr Sendung, wodurch der Zweck, jeder möglichrn Verlegenheit von (Krund ano vorzubeugen, vollkommen erreicht wiirde. Ader zum (Mück ist, wie gesagt, selbst wenn Herr Hottingner rrnverrirdtrtrr Dinge von Von- don zurückkommen sollte, alle ?lnssirbt gegeben, das; keine weitere finanzielle Krise mehr hier zu befiircdtkn steht.
In der steigenden Bewegung der Cdrirse der Stanis-Papirre nnd der Eisendayn-Lirtirn an der Börse ist wiedrr cii- Halt ein- getreten in Folge der Llnstrcngungen der Sprkniniitert Fr |:. ];(11'350. Von diesen gingen die deunrndigendexi Gerüchte don ernstlirder Cr- krankung des Königs aus, und sie haben zum Theil ihren Zweck wirk- lich erreichr, namentlich am Vorabend der qunidatidn, wo idnrn aller- dings am meisten daran gelegen sein nmßie, rin Wiederetnpdrl)rden der Course zu verhindern. Auch die Besorgnis; vor einem baldigen neuen ,';proxcntigen Stnatö-Anlcden wnrde rege gemacht, Seit acht Tagen erhält sich dieses Gerücht und drückte Ziterst und namentlich auf die (Z- und .Jproz. Rente, deren Weichen auch die Eisrndndn- Actien mit sich fortzdg, Indes; liegt durcbans nichts vor, was die Nothwendigkeit eines nenen St.Utö-Anledens dnrthiitr, Ter Firmin,- Minister scheint durchand nicht in der Lage zn sein, so dringend Gcld zn bedürfen, was schon aus der Tdnisarhe hervorgeht, das; er sick) weigerte, der (5,5rsrllsrhaft der Eisenbahn nach L*.)dn Sibrrxxdons zu dem Satze von LY; pCt. zu geben, fiir die Gelder, rvrlche dieselbe als Resultat drr an sie kiirzliei) gcleistrtrn Cinzndlnrrgen bei ihm hatte hinterlegen wollen. Und selbst, wenn wirflich ein Arrledrn stattfinden sollte, so wiirde es doch keinesfalls VN“ fiinf ('der srrdö Monaten negoziirt werden, und dixs könnte dadrr „mf den Stmxd der Rente fiir jth wenigstens keinen (Einfluß üben. Vorlänsig darf man diese Gerüchte als das betrachten, was sie wohl in der Wi:klir1)keit nnch sind, als Erfindungen drr Bdrsen-Speknlantdn, welche die Papiere dadurch ZUM Wrichen zn dringen sllchklt.
Großbritanien und Irland.
London, 4. Jan. *Die Nachricht von dem beabsichtigtenBe- such der Königin bei dem Herzoge von Beaufort in Badminton hat sich als ein leeres Gerücht erwiesen.
Die durch Herrn Wagddiri beförderte indisrhe Post iiber Triest ist diesmal der über Marseille um 8 Stirnden zuvorgekdmmen, doch wird dem Morning Herald als die Ursache dieser Verzögerung gemeldet, daß der (Vorrverneur von Mulka ein schlechtcö Drrmpfichiff der Post znr Disposition gestellt und der Weg don *.)[lexandrirn nach Marseille, der sonst in 5 oder 53,“ Tagrn zurückgelegt werde, diesmal 7 Tage in Anspruch genommen habe. „ .
Das ](jte Laneier-Regiment ist in diesen Tagen don Ostindien nach England xuriickgrkrhrt, nachdem es “..)-1 Jahre, nirmirch vom Mo- nat Juni ([JW, abwesend gewesen war, Yon 20 Offizieren, welche damals England mit diesem Regiment drrlrrßen, kehren nur drei wie- der zuriick, die Obersten Persse und Curetdn und deeraxor M'Do- Well. Das Regiment hat sieh in verschiedenen,Kriegs" bedeu- tend ansgezeichnet; es war im Llfgdaneti-Kriege der der Belagerung und Einnahme von Bdurtddre thätig und wird in den SchlachdBe= richten des letzten Se*ikl)-Krieges, bei Aliwal und Sobradrr, mit de- sonderer Auszeichnung erwähnt. Bei Aliwal derlor das_Regtment 145 Mann, Als kö Indien verließ, stellte sich dre .Pi'llftk ,der Mnnnschafi in die Reihen des Zion “Öragoner- und Nen Lancier- Regimerits, und nur M0 Mann kehren nach England zuruck. .
Herr Hottinger, einer der Direktoren der Bank Von Frankreich, deren barrrer Reservefonds jedi mir 65 Mill, Jr. betragen soll, hat in dieser: Tagrn London besucht, rim,“ wie L'? heißt, em Arrangement zu treffen, welches der Bank, dehuxs li)rkl“L,-lökä)11ill'U1ig, Erleichterung verschaffen soll. Man hatte sich zuvor an den Baron James Roth- schild gewendct, die Von dernselden gestellten Bedingungen aber so lästig befunden, daß sie nicht annehrnbrrr erschienen. Es ver- lautet noch nichts dariiber, ob die von Herrn Hottinger hier eingeleiteten Unterhandlungen Erfolg gehabt haben, Daß etwas für die Bank von Frankreich geschehen muß, welche nicht gern zu dem Mittel greifen tnöchte, ihren seit 550 Jahren fest- gehaltenen Diskonto von 4 pCt. zu erhöhen, nimmt man als un- zweifelhaft an. Es wird berechnet, das; außer dem dereirs in Frank- reich eingeführten Getraide (ungefähr 5 Millionen Hectolitres) noch ein eben so großes Quantum wird eingeführt werden müssen, wo- durch von neuem ungefähr 5 Millionen Pfd. Sr. dem Lande wür- den entzogen werden. Ueberdres, seht die Times, der diese Mittheilung entnommen ist, hinzu, isi das Geldbediirfniß der Regie- rung sehr groß, und Einige wollen behaupten, daß das Budget ein Defizit von wenigstens 200,000,000 Fr. ergeben Werde. Außer der vermehrten AUEJabe für das Heer und dem Ankaufe don Getraide
seitens der Regierung sind die Kosten, welche die neuliche Ueber- schwemmung der Loire verursacht hat, mit ungefähr _30,000,000 Fk- in Anschlag zu bringen. Zur Deckung hat die Regierung noch die Ermächtigung zur Emittirung von 100,000,000 Fr. in Zproz. Fondd, als Rest der ihr bewilligten Anleihe von 300 Millionen, und dre Wahrscheinlichkeit, daß sie von dieser Ermächtigung im Frühjahr Ge- brauch machen wird, übt einen Druck auf die Fonds aus. Bei allem dem halten sich die Eisenbahn-Actien ziemlich fest, und die Einzah- lungen fiir die Lyoner Eisenbahn zum Belaufe von 30,000,000 Fr. sind bereits fast vollständig geleistet. Man erklärt sich dies zum Theil daraus, daß die Ansicht Grund gewinnt, die Regierung werde im Laufe der nächsten Session Maßregeln in Vorschlag bringen, um dirjenigen Eisenbahnen, welche sich in Verlegenheit befinden, zur Fort- setzung ihrer Arbeiten in den Stand zu seyen.
Aus Neu-Sceland (Wellington) vom 2.5. Juli wird berichtet, daß es dem Gouverneur Grey am 24sten gelungen war, sich des Häuptlings Rauparaya, eines der erbittertsten und gefährlichsten Feinde der Weißen, und vier seiner Genossen zu bemächtigen. Rauparaha war einer der Tdeilnehmer an der Maffakrirung drs Capitain Wake- field und einer Anzahl anderer Kolonisten bei Wairoa, hat aber fiir diese That Verzeihung von Seiten des vorhergehenden Gouderncurs, Capitnin Jiyroy, erhalten; man wird sich daher wahrscheinlich begnü- gen, ihn und seine Gefährten nach der Norfolk-Znsrl zu deportiren, Seine Gefangennehmung stellen die Kolonisten einem zehnmaligen Siege iiber die Eingeborenen gleich.
Ein von der Times mitgetheilter Brief, der am 1. Juni d. I. am Bord der bei Ltuheiti stationirten britischen Tnmpf-Slodp „Salamander“ geschrieben worden ist, bestätigt zwar nieht die Nach: mehr don „dem Tode des GouverneurBrrmt, meldet aber, daß sowohl er wie fern Adjutant nebstmehreren anderen Offizieren bei einem der- unglückten Angriffe auf Bormvia, den die Franzosen am .“50. Mai Vornahme", verwundet und nebst mehr als 100 verwundeten Solda- ten nach Yapeiti zurückgebracht worden seien. Schon vorher batten d'r JMUZVsen mit 1100 Mann einen vergeblichen Angriff auf Papr- nowunternommen und waren nach nruntägigrr Abwesenheit am 27. Mar nach Papeiti „zurückgekehrt,
Belgien.
„ Brüssel, 5. Jan. Der König und die' Königin sind gestern friih iir Begleitung eines nur kleinen Erfolges wieder nach Paris abgereist, wd dieselben am Abend erwartet wurden. Die Reise, Welche Zdre Majestäten nach England zu machen beabsichtigten, ist fiir den Augsndlick aufgegeben.
, Der Bischof von Gent veröffentlicht einen Hirtcndrief, worin er sich an _den Wohlidätigkeitssinn zu Gunsten der bedürftigen .!ilassen don Ostrlandrrn wendet. „'Das Elend“, sagt der Prälat, „ist groß in“ den Städten unferer Diöxesc, allein auf dem Lande hat es den hdchsian-Hrnd rrrcirht. Daffrlde zu schildern ist unmöglich, denn es Zieht kerne Worte, die kräftig genug, keine Farben, die düster genug jmd, nm die iiberall herrscdetid'c Bekiimmerniß auszudrücken. Nahrung, Kleidnngssiiicke,Heirang,Alles fehlt mehr als 150,00021rmen auf dem Lande, allein inOstslnndcrn, und der [este Winter hat nUeHiilsömittel er- siddpft.WirhnbeneofiirunserePflichtgehalten,denBischöfrndesungli'rrk- lichen Irland nachzuahmen, indem wir einenAusruf an alle Vermögenden und an alle Einflußreichen unserer bischöflichen Stadt und der anderen Städte unserer Diözese richten, um unseren armen_Pfarrern die Hiilfsmittel zu verschaffen, deren sie gedieterisch bedürfen, um ihre ungiiicklichen Pfarrkindrr dem Tode zu entreißen. Könnte es uns gelingen, ihnen die Mittel zu liefern, ihren zahlreichen Leidenden und Kranken beizu- siehen und das Loos der Sterbenden zu mildern, so wiirden wir und glücklich schätzen. Wenn Brüssel seine Thore unseren Armen ver- schließt, so öffne es uns wenigstens die Herzen seiner Einwohner. Nie haben der Klerus und das Volk Flanderns sich gcweiqert, ihre Nachbarn zu untersiiiyen, wenn sie in Roth waren, nie* haben sie ihres Unglückes gespottet.“
Tie liberale Affociation don Brüssel, an deren Spiye Herr Ver- hnegen dcr Aeltcre als Präsident steht, hat unterm ;;], Drzrmber wieder ein Rundschreiben an ihre Zweigvereine gerichtet.
, Der friihere “Deputirte fiir Antwerpen, E.*Coqus, soll zu St. Nicolgs, wc'gen Ablebens des dortigen Repräsentanten, als Kandidat aufgestellt werden,
schweiz.
Kanton Luzern. Die Staats-Zeitung der katholi- schen Schweiz vom W. Dezember enthält unter der Aufschrift: „Die Uederstedclnng der fremden Gesandten don Bern nach Zürich“, folgenden Artikel:
„Das Urbersicdcin drr Gesandten der fremden Mächtc von Bern nach Zürich ist zwar seither schon in virlcn öffentlichen Blättern angekündigt, in keinem derselben abcr gehörig besprochen worden. Am meistenwrrhandrlten dariiber dic derncr Blätter: die radikalen suchten sin.) die Suede leicht zu morden iind ontkn in diesern Werdsel weiter nichts, als eine unbedeutende diplomatische Grille erblicken; dic Oppositions-Prrffc bcnnxzte dicses (Freig- 11iß, um gegen das neue Regiment cine Lanzc z:: brechen. Uns scheint aber dieses Ereignis; wichtiger, als das; wir es blos von einem kantonalen, nur auf Bern bczüglichrn Sinne aiissaffen; für uns hat es eine eidgenös- sische Bcdeuiung.
Allerdings, das ist sonnenklcrr, ist diese Uebersirdclrrng ein Creigniß, das spcrirll fiir den Kanton Bern seine Bcdcntung hat. Wenn Gesandte einer Macht ein Land verlassen, bei welchem sie aikrcditirt sind, so ist dieses das erste, sicherste und untriiglichstc Zeichen eines herrschenden Zwiespnlls zwischen dem Lande, bei welchem sie beglaubigt, und demjenigen, von Welchem sie be- glaridigt sind, Wenn nnn auch dic Gesandten drr fremden Mächte in der Schweiz nicht unmittelbar nur beim Kanton Bern beglaubigt sind, sondern bei dir schweizeriscdrn Eidgenossenschast, so find sie es doch mittelbar, da eben die schweixcrische Eidgenoffensehaft aus 22 sonderainrn Staaten de- stchi und die Kreditive cines Gesandten dem jeweiligen Vororte zu Handen dieser 22 Stände übergeben Werder.. Dadurch nun, daß diese Gesandten den Kanton Bern, wo fie bisher grdsitcniheils ihren diplomatischen Wohnsitz hatten, vcrlaffcn, sprechen sie mittelbar damit aus, das; die Vrrhältriffc im Kanton Bern auf eine solehe Art sic!) gcsinltct haben, daß sie es mit ihrer Würde und Pflicht unvrrcinbar daltcn, daselbst länger zu bleibrn. Man könnte nun srcilich denken, es bekijmmere die grsammte Eidgenoffenschaft wenig, was fremde Staaten von diesern oder jenem Kanton der Eidge- nossenichaft denken, ob sie mit seiner Politik einverstanden find oder nicht. Wir könnten dieses in gcwiffen Fällen zugeben, im vorliegendcn aber 11icht3 vielmehr behaupten wir, daß das Veriaffen des Kantons Bern durch die Gesandten der fremden Mächte ein Ereigniß ist, Welches dic qcsammte Eid- genosZnsckÉrft beriihrt. *
__ n ern übergeht das nächste Jahr die vorörtlichc Leitun der cid e- ndifischen Geschäfte; Daß nun der eidgenössische Vorort eingsolcher Zei, mrdwelchem nnswariigc Mächte mit aller Beruhigung und, ohne ihrer „Wurde zn nnhe zu treten, fich in amtliche Berührung sesen können: das [regt gewrßnm Interesse der ganzen Eidgenossenschast und berührt nicht blos „den emen oder anderen Kanton. Wenn Wohlstand und das Glück der Eidgenossenschnft gedeihen sollen, so muß sie in einem freundlichen Ver- haltmne zu den sie umgebenden mächtigen Nachbar-Staaten sehen; ihre Nieutralitat sollte nicht ._mrr'dmin bestehen, das; keiner dieser Staaten fie ;;;de elwaffneter Hand uberzreht, sondern auch keiner in einem offenbar seli ““it's-t,! Verhaltnis: zu ihr steht und durch Maßregeln, die von Feind- DiegSch3§1Jtnä ihchnrereffen, sogar ihre Ruhe und den Frieden, gefährdet. keinen 21an? | nur em wahrhaft neutraler Boden, ,wenn fie von fich aus
zu sdlchen feindlichen Maßregeln der emen oder anderen der
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fie umgebenden Mächte giedi. Was soll mgu aber nun ,sagen, wenn ge- rade der künftige eidgenönrsche Vorort es isi,- welcher“ dre GesandtenZ der Mehrzahl der bei der Eidgenosstlkscbast „akkredmrtcn Mnchte veranlaßd , ihn zu verlassen; ist das nicht ern Fingerzeig, und zwar em ganz "„Uzweldklzkl- ger, daß die Verhältniß“: zwischen diesem Vororte “x_md den „Maarten nicht der Art sind, welche ein freundschaftlich“ Verhaltntnermdglrchen? J| es aber gleichßiiltig für die Zntereffen der gesammten Eldgenossensckxnst, wenn ein Vorort an ihm Spiye sieht, den die Gesandten mrrchtrgcr Staaten zu verlassen gut gefunden haben? " ,
Wenn wir dann nach den Grunden fragen, welche diese zu Unl'm sol- chen auffallenden Schritte bewogen", so ist die Antwdrdaus obige „Fragen eine für die gesammte Schweiz im hochsten Grade dernuthrgende. _ Wik mus- sen nämlich gestehen, daß diese Maßrcgcl dcr Machte icrnc gerncbte, aus einer eingebornen Feindseligkeit gegen Beruwder dre Eidgenosstnichnft her- vorqegangene, sondern eine durch unikkEZt-riandr,„ namentlich drcxcmgen tm Kanton Bern, abgenöthigte war. Noch sind nicht zwei Jahre verstossen, als Ereignisse in unserem Vaterlande siat-jfandcn, wklcde ein Brandmal der Civilisation unserer Zeit find, als ern frredlrcdcd Land bei Nacht und Ne- bcl von bewaffneten Horden mit blutiger Hand uberfaUcn wnrde. Alle ord- nungelicbenden Männer dcr Welt sprachen rdrcrr Abiclécu darüber aus, so auch die Mächte, welche ihre Gesandten bei 11113 dcglanbigt hatten. Die Männer abcr, welche an der Spise diesrs wilden, anarchischen Unterneh- mens standen, find seither die Regenten Bern;; und die Vorsteher des cid- genösfischen Vororts geworden! Und den Mair], den nc dnrch idre Tbntcn auf ]ich geladen, haben fie denselben etwa dllkcbbdjc Tarifrzu Regenten Bernd und des Vororte; abgewaschen? Mit mehren; slk hadcn thr- rn [drerrmtlrche Stellung hinüber genommen, in noch,rnehr„inan darf sagen , da!: gerade dieser Makel es war, weicher fie auf die kurnlrkchen Stnhie der Vorortö.Re- genten bracdtr. Was Wunder, Wenn von ernrm solchen Orte die Gesand- ten der fremden Yiächtc scheiden! Ob diese noch rvriicr geben und, wie schon dick und da VLkir'lthkU wollte, wir jedoch bezwe:fcln möchten, “den neuen Vorort Bern nicht anerkennen, sich 1111t ilim in keine amtliche Vcr- bindung seßen werden, Wissen wir nicht, Für uns Schweizer isi cd schon iränkcnd genug, m wiffen und zu sehen, das: (Hexandte srrmdcr Machte cs alsGrdot ihrer Würde ansehrn, cinL-rnd zn drrlaffrn, während dieses Land bei 11116 mit der ersten Wiirdr, derjenigen eines Vorortö, betraut isi. Darin liegt die eidgenössische nnd gewiß einc schmerzliche Bcdcutnng drr llcdrrfic- dclung drr (Besanrtcn dcr Mächte von Brrn nn cinen anderen Ort.“
Kantou Freiburg. (Eidg. Zip,) Am 1. Januar friih um fünf Uhr fand eine außerordentliche Sißurrg der diplomatischen Kommission statt, und zwar veranlaßt dnrck) Nnckrichten, die von Stäfiö gekommen waren, der-Amtmnnn Gordian in Stiifiö hatte nämlich am .'?1. Dezember den 01“. Fasel (den Hnnpiredner der Ver- sammlung zu Montei), einen Prokurator Turn; in 9210100 und einen Dritten ins Verhör gezogen, Darauf erschienen etwa 80 Mann auf dem Schlosse des Oder-Amtmanns und forderten die Verhörten her- aus; doch gelang cd dem Oder-Amtmann, sie 511 beschwichtigcn. Kurz daranfkamen aber neuerdings ungefähr (31 10 Mann und steUtrn das gleiche Begehren, worauf ihnen dann der Obeerinmnn nachgab, sie zu: gleich aber vor den Folgen warnte. BermAueeinandergehen wurde ein Mann gemißdandelt, dessen Meinung den L))ialidnteriten Verdäch- tig schien. Anf dieses hin beschloß mm die diplomatische Kom- mission, die Herren StnatSräthe Forel und Techtcrnmnn in die un- ruhigen Gegenden nbzrrsenden und zuverlässige Berichte einzuziehen, während in Freiburg selbst bereits eine Masse aljarmirender Gerüchte zirkulirten. Herr Forel kam nur bis Payerne, um zu sehen, was dort vorgehe, fand aber Alles ruhig, worauf er sogleich zurückkehrte; Herr Techtermann dagegen ging bis nach Stäfis selbst und kann erst in der Nacht oder am zweiten friih wieder hier zurüik sein. In Freiburg ist inzwischen Alles ruhig, abcr gespannt. Es heißt, die Regierung habe bereits zu Montet im Hause des Herrn 01» Fasel eineHausdurchsuchung anstellen lassen, und es haben sich wirklich sehr wichtige Schriften vorgefunden, unter Anderem Justrurtionen von dem (abberufenen) Staats-Anwali Fröhlicher nnd don Professor Bus- sard. Herr altOberst-LieutcnantReinold, der jüngst von dem Staats- rathe als freiburgisches Mitglied in den Kriegörath des katholischen
i rer tapferen Haltung estattet, doch hakte man cini e Gesa" „
gbemacht, welche nach Liß'abon und an Bord der Jregßtte „DEW? in Gewahrsam gebrarht wurden, wo mxn sie mit mehr als uöthiger Strenge bewachen soll. Graf_ Bomfim hat „an Sir W. Parker ein Schreiben gerichtet, worin er diesen, bittetk seinen Crufluß zu Gunßea der Gefangenen aufzubieten, um eine Milderung ihres Schicksals zu
bewirken.
Griechenland.
Athen, 13. Dez. (D, A. Z.) Die osmanische Regierung [eye ihr Verfolgungs-Sysiem gegen dre Griechen Fort. Neuere, Nachnch. ten aus Kydoniä und Mitylene melden, daß uber 300 _Gnechen, m," weil sie griechische Pässe bei-sich gefuhrt, ergenmacht-ig rns Gefangmß geworfen worden seien. Dre Vorstellungen der griechischen Konsuln wurden von den oomanischen Behördewmcht nur nicht beachtet, son- dern fie selbst, die Konsuln, also öffentlich anerkannte Beamte, waren barbarischen Beleidigungen ausgesexzt, dre eme schlenmge und etern- plarische Genugthuung erfordern. Es ist kaunr zweifelhaft, daß em solches Verfahren endlich emen Bruch zwischen den Griechen und Türken herbeiführen müsse, und eben sd wenig kann es einem Zweifel unterliegen , „welche Folgen ern "soleher Bruch dei drm gegenwärtigen traurigen Zustande der Turkei nothwen- dig haben werde. Die halboffrzrelle Zeitung„ der Volksfreund, der kiirzlich wiederholt die osmanische Regierung aufforderte, ihr Verfahren gegen die Griechen zu ändern, bemerkt der „dieser Ge- legenheit Folgendes: „Sollte nun aber die gedachte Regierung, fiatt auf Unseren guten Rath und die gesunde Vernunfx zii horen, in ihrer Verblendung beharren und fortfahren, unsere griechischen Bruder „zu Verfolgen und zu mißhandeln, in der trügerischen Hoffnrrng, daß'Grre- cheriland, daß sich heutzutage in einem krampfhaften Zustand in ser- nem Innern und nach außen befinde, nicht im Stande set, fur sich allein die gebührende Genugthuung zu fordern - sollte, sggen wir, die osmanische Regierung fernerhin von dieser, falschen Meinung sich leiten lassen, die nur durch irrige und unbegründete Voraussetzungen hervorgerufen worden sein kann, so können wir sie versichern, daß, wie krampfhaft auch unser Zustand im Innern und nach außen sein mag, wir uns doch jedenfalls in der Lage be- finden, die Türken die Macht der griechischen Ngttonalitad empfinden zu lassen. Haben wir gleich keine Flotte, wie dre dSmcrrnsche, so ha- ben wir doch 40,000 vortreffliche Matrosen, die mit Hulfe der 1000 Handelsschiffe, welche über das Mittelländische Meerxverbrertet sind, ihren Feinden die gebührende Achtung vor den Nationalrechten der Griechen, wie friiher, so auch jest abtroßen können. Ist nach unser Landheer klein und weniger gut organisirr, so„w:rd doch dieser Man- gel durch die anerkannte Tapferkeit und dre Vaterlandslrebe von „70,000 Männern erseßt, die, beherrscht von dem Gefuhle der geber- macdt und auf jedem Schritt im ganzen Umfange der europaischen Türkei von den Sympathieen ihrer gesammten Glaubensgenoffendhne Ausirahme crmrirvigt, eine Regierung von Grund aus zu vernichten vermögen, wclche nicht dnrch ihre eigene Kraft, ,sondern nur durch die Eifersucht der europäischen Mächte gehalten wird,“ , "
Jn vergangener Woche ward an der hiesigen Otto-Umversitat der Kursus der arabischen, perßschen Und türkischen Sprache vor einem zahlreichen Auditorium eröffnet. Der Engländer Cochrane, der be- kannte Phibellene, kam vor drei Tagen hier an. Die Oppositions- Blätter, die seine Ankunft melden, freuen sich, wie sie sagen, daß er mit eigenen Augen die Jämmerlichkeit des gegenwärtigen Regierungs- Systems sehen könne, gegen das er so oft in seinen Reden gedonnert hat. Sie wissen aber nichts davon, ob er etwa mit einem besonderen Auftrage seines Hofes hierher gesendet wvrdcn sei,
Türkei.
Sonderbundcs bezeichnct wurde, soll die Wahl nicht angenommen und keine neue Wahl ßattgefunden haben.
Diese Nachricht wird auch vom Berner Verfassu n gsfrennd bestätigt, welcher noch hinzufügt, es sei in den Dörfern Murisi und ChablezSturm geläutet worden, und die Volkzrnenge im Schloßhofe Von Stäfis habe sich auf 600Mann belaufen. Nach Jroigebung der Herren Fasel und Duruz zog die Kolonne sechs Mann doch unter dem Absingen dcr I))iarseilkaise und dem Rufe: „Nieder mit den T*.)- rannen, es leben die Liberalen!“ durch das Städtrhen vor das Raki:- hans, wo erklärt wurde, auf der Bittschrist beharren und im Falle der Noth fie energisch unterstiiden zu onen. Zn Freidnrg der- sammrlte sich der Staatsmih am 1. Januar, Nachmittags um 4 Uhl".
Der am neuenburger See liegende, von dem übrigen Gebiete des Kantons Freiburg gänzlich abgeschnittene Bezirk Stäsid scheint somit bereits in einer Art von Jnsurrectidns-Znsiand sich zu befin- den, und die cigenihiimliche Lage deffelden wird bei den gegenwärtigen Verhältnisser zu Waadt der frribnrgischen Regicrrrng die Anwendung energischen Maßregeln sehr schwer machen. Mit 117.21 so größerer Spannung sieht man daher Berühren aus dem oberen Theile des Kantons entgegen, namentlich ob die auf den 1, Januar projeirirte Volks-Versammlung in Bulle wirklich stattgefunden hade.
Kanton Uri. (Eidg. Ztg.) Zu dem alljährlich am 20. Dezember sich Versammelnden Landrnthc sieht nach uralter Uebung jedem Mitgliede und Beamten desselben das Recht zu, beliebige An- träge für neue Gescye oder Abänderung der alten zu stellen, In diesem Jahr machten aber nur Wenige von diesem Rechte Gebrauch. Von den gestellten Anträgen erwähnen wir nur zwei, Der eine be- zweckt die Pflanzung von Waldungen den Ufern der Reuß Und des Schächens entlang. Ein anderer Antrag will eine Beschränkung der von Tag zu Tag sich mehrenden Wirthschaften. Zur besseren Be- urtheilung dieses Antrages ist zu bemerken, daß in diesem rein de- mokratischen Lande die unbedingteste Gewerbefreiheit besteht, indem ein jeder Landmann so viele und was für Gewerbe treiben kann, alöihm beliebt, was zur Folge hatte, daß eben auch die kleineren Wirthschaf- ten sehr häufig -- gleich Pilzen iiber Nacht - entstanden. Nach einer Berechnung soll in Altdorf auf je 90 und etwelche Personen eine Wirthschaft kommen, wobei die sogenannten Schnappö-Vudcn sehr zahlreich repräsentirr sind. Der Antrag ist somit sehr zeit- und zweckgemäß.
Portugal.
London, 4.3.11» Man hat hier Nachrichten aus Lissabon vom 29. Dezember erhalten, wonach die Jusurgenten unter Graf Bomfim bei Torres Vedras am ?Zsien von Saldaiiha geschlagen und zur Unterwerfung gezwungen worden sind. Der Verlust auf Seiten der Königlichen Truppen wird auf 386 Mann, mit Einschluß von 88 Offizieren, angegeben, der auf Seiten der Jnsurgenten soll viel geringer gewesen sein, da dieselben hinter Wällen und Mauern kämpften. Erst nach hartnäckigem Widerstande und nachdem drei Compagnieen des Iten Jnfanierie-Regiments, welche den Schlüssel der Position, das Fort Foren, zu vertheidigen hatten, zu den König- lichen Truppen übergegangen waren, wurde die Festung übergeben.
Den Besiegten ward freier Abzug mit kriegerischen Ehren in Folge
Konstantinopel, 21. Dez. Der Gouverneur von Diarbekir, Zezet Pasckia, welcher unlängst zum Gouvernement der Provinz Sivas berufen wurde, ist zum Gouverneur von Erzerum an die Stelle des erschossenen Bahri Pascha ernannt worden.
Um das Hofceremouiell mit dem an europäischen Höfen üblichen immer mehr in Einklang zu bringen, hat der Sultnn eine Stelle zum Ausführen der Gesandten ('l'zclrcrezi'nti clrnririsclrre Klenumeri) ge- schaffen und dieselbe dem Kiamil, Bey Verliehen, welcher dem außer- ordentlichen Botschafter am spanischen und portugiesischen Hofe, Fuad Efendi, als erster Secretair beigegeben war.
Der Kaiserlich österreichische Jnternuntius giebt heute zu Ehren des neucrimnnten Botschafters am Kaiserlichen Hofe, Schekib Efendi, ein großes Bankett, zu welchem der Minister der auswärtigen Ange- legenheiten, 211an Efendi, und der erste Dolmetsch der Pforte, Fuad Efendi, nebst den Botschaftern von Frankreich, England, Rußland und Preußen, eingeladen sind. Schekib reist mit dem nächsten Lloyd- Dnmpfdoote nach Ankona und begtebt sich von da nach Rom, um
dem Papstes zu seiner Thronbesteigung im Namen des Großherrn Glück zu wünschen. Nach Beendigung dieser Mission wird Schekib Efendi iiber Florenz die Reise nach Wien antreten.
Am [Iten v. M. um ck; auf 5 Uhr Morgens hat in Smyrna ein ziemlich starkes Erdbeben stattgefunden, nachdem schon am Vor- abcude eine leichte Erdschwingung daselbst War verspürt wvrden,
LH andels - und Börsen - Nachrichten.
Berlin, 9, Jan. Unsere Course konnten sich heute nur mühsam auf ihrem gestrigen Stand behaupten. Die wiener höheren Notirungen blieben ohne Einfluß und das Geschäft unbelebt.
ck14 :!: Frankfurt a. IN., 6. Jan. Die Börse war heute aus die höhere auswärtige Notirung, besonders aus die höhere berliner voor 41er)- iibrraus giinstig gestimmt. Alle Fonds gingen höher und namentlich dre Cisenbahn-Actien, die eine starke Besserung erfuhren. Das Grid war auch
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