1847 / 18 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

ara ra en den entschiedensien Beifall und sagdin „„Vrtreff der spa- Ysthkß Z:)ikaibtn: „Man hatte gemeint, das Zulr-Komgtyum werde, durch die englischen Widersprüche ringrschirchtert, der spumschen Dop- pelbeirath nur wie eines Jamilien-Creignrsses erwahnen und das[ PZ“ [irische Feld dieser Frage verlassen. Solche Sprache paßte woh fur den Saal der Tuilerieen am 1. Januar. _Vor den Kammerrijvor Europa mußte der König die wahren Griinde dieses YkkkakS'gZ: Ereignisses erklären. Nein; der König, der fur-semen artereii ibi?" die Krone Belgiens auözusrhlagen wußte, hat in dkr Vekhktkä g

deffcn persönliche Versorgung vor Au-

des 'iingsien nicht blos , gen )gehabt; er hat vielmehr durch „dieselbe, - u;1dkes„;'bllatx es ihm den augenblicklichen. Verlust einßr ?:xnesRlYnsichti-ikn, ten Allianz koncn - rm Unterpfan ll hrigenPoiitik

mut i en und treuen “rihaltens an jenxr zweihnitdertza , . qebekiigwoilen, die danirßch' strebt, Frankreich und Spinnen dur "dlxriés bande, durch die (Hieiihartigkrit ihrer Staatö-EmriiiytunTt-m Y" Vil- qute Vernehmen ihrrr Regierungen, rmandrr anzunahrrn. , Kir n0ch ireff Krakau's sagt dieses minisikneile Blatt", „kö gebe, "Rn imm Staatsmänner, Wliché bebauptrten, drr Konig urid dic [big rwilé hätten inöqrhrim um diese 5, qßrrgrl gewußt imd tn drTsr im? in- ligt. Daräuf hab? es der König nicbt verschmaht zu an wor ,

' ' e. Die Presse dem er enes Ereigmß cm ,uncrwartetrs mim ,' . meint Voir der Stelle über Kiakau, es habe mcht me'hr "Mitndliiiri

' (* er in Öi'k Thron-ere gesagt werden durfrn. Leoniixiiituatixnnel, der in dieser err, rroy allrs Velbertgents, nur das Eingeständnis; drr isolirten Stebgrrg FkJnkkkÜYZb sieb , stmrxen auch das Sii-cic und die legrttmtsitsche Fresse u erem, mir icvtere den Grund davon anderswo „sucht und die Worts drr Thrbn- Rcde fiir ein volisiiindigcs Brienntmß- drr ernstlichcn Sibwterigkeiten erklärt, in wricke Jmnkreirh durch die Rebolutwn gcsiurzt wordeir. Tie Quotidirnne greift Hrrrn Guizot als VerLffer an, der aliem im Stande gcwcsrn sei, diescr! Kunstwrrk von Schlauhcit zu xor-

iliren , , _ _- nn Das Ministerium hofft, wie man versichkrt, m dtejrr ?rsjionxndch eine ftärkere Majoritiit zu erhalten, als tn der kurzrn Olsson, die im in Au u't att (? abt. _ [ck 8Die FHiriiFtegviin der besonderen Sendung des, Öcrrn Charles Grcnville von London nach PariZ, zu dem Zwecke“, dre Wikderbcrsicl- iunq des„hcrzlichen Einverständnines“zu fördern, erhalten iich, scheinen ach, neben der amtlichen Stellung des engiijchen (Hasirs, „bis 1920 nur in einer Konferenz dcssclbcn mit Herm (Hmzoi uiid tn emrm bet Herrn Thirrs eingenommenen Diner ihre Stiiße zu findr'n. , ,

Die Handrlo-Knmmcr von Lille hat an Herrn Cunni- Gridaine ein Schreiben iiber die Frage dcs freienHandrlö und der Beichuyung der National-Arbeit gcrichtet. Die Handelö-Kammrr .crsucht dri: Minister dringend, auf das baldigsie das Land zuberubigcn. Die Rrgierung müss sich bgid aussprechen, wenn sie nicht die Produzen-

ten traurigcn Besorgiiincn fiir die Zukunft preisgeben wwilr, Weiche

dem Aufichwunge drr Natianal-Jndusirie schaden wiirden.-

Aus Algerirn find Nachrichten bis zum 5. Januar emgrgangrn. Marschall Brigeaud wollte am 7011 von Algier aufbrerberi _uiid alle Dörfer im Sabel brsuchen. Aus Oran hatte man iiur giinitige Pe- richte iiber die Fortdaurr der Ordnung und Ruhe in dreier (Himiz- Provinz. Von Vu-Masa hörte man nichts mehr, und glaubt dies als Zeichen des geringen Anklanges betrachten zu können, drr) er Jus seinem Zuge gefunden. Er soll sich zu Ben-Salem nacb Radylien oder, wie andere Nachrichten lauten, in den Süden vowKonsiantme gewendet haben. In der Gegend von Tenes ist der Katd der Uled- Abdailal) ermordet worden. Es soll Privairache, deren Grunde iin- bekannt find, dabei im Spiele sein. Der wegen der Vrrantwortbchz keit fiir diesrs Verbrechen besorgte Stamm hat sich gleichwohl m die Bergschluchten am MeereSufer geworfen. . Tic Bchorden ,werden einschreiten, um die Schuldigen zu sirafen; indessen, hat es mrtkdtcser örtlichen und der Politik fremdkn Angelegenheit, wie der Moniiegr algerien bemerkt, keine Eil, und man Wird dem giinstigen ;))k'li- punkt dazu abwarten. , .

Lamartine ist zu Paris angekommen, um den ersten ?irbsxtcn der Kammer beizuwohnen. ' ', . „_

Die Presse glaubt versichern zu komtcn, das; der Vimqtcr- Nati) beschlossen habe, es solle in dicsrm Jahre den Rammrrn fein Gesrß-Entwurf iiber Konzessionirung oder Vergebung kiiilk neuen Eisenbahn zur Ausfiihrung vorgelegt werden, Man wkrde pick) darauf beschränken, die Ausfiihrung der schon begonnenen Arbeiten zu d'r- scbleunigen. Tas Journal des Débats äußert sich iibnlich und fügt noch bei, das; Grund vorhanden sei, anzunehmen, es wiirden einige schon votirte Eisenbabn-Fionzrssionen von neuem vor die' Kom- mer gelangen, um Modificationen in den Bedingungen vormnchmrn.

Dem Constitutionnel zufolge, ist der Präfekt dcs Cber-Dr- partements, der wegen der Entweichung des Grafen don Monic- moiin aus Bourges nach Paris berufen wurde, abgeseyt worden.

Von Ltaheiti isi, dem Vernehmen nach, die Nachricht eingetrof- sen, daß die Königin Pomarei) sich geneigt gezeigt hätte, nach Ota- heiti zurückzukehren und sich unter das Protektorat Frankreichs zu stellen; es wäre eine Kriegsbrigg nach Raiatea geschickt worden, um die Königin abzuholen und nach Papeiti zu bringen; zwar wären die diesfäiligen Unterbandlungen noch nicht ganz beendigt ngLskil', doch hätte man allen Grund gehabt, zu erwarten, daß die Königin PV- mareh nicht länger Anstand nehmen wiirde, sich dem Schuß: Frank- reichs anzuvertrauen. Ter Courrier frangais meldet gleichzei- tig, daß das französische Protektorat auf Ltaheiti zu einer neuen Differenz geführt babe. Ein Boot untcr englischer Flagge babe näm- lich dcm Küsten-Wachtschiffe verdächtig erschienen, und als es auf sein Anrufen und die Signale nicht geantwortet, sei von dem fran- zösischen Schiffe darauf gefeuert wordcn, jedoch ohne Jemanden“ zu verwunden. Der englische Stations-Kommandani habe deshalb eine Klage an den Admiral Seymour geschickt, der jedoch nach »" Er- klärungen dcs Capitain Bruat der Sache keine weitere Folge gege- ben. Allein der englische Capitain, mit dieser Entscheidung unzufrie- den, sou sich nun direkt an die englische Regierung gewendet und appellirt haben.

Großbritanien und Irland.

London, 12, Jan. Ihre Majestät die Königin wird am nächsten Donnerstag den 14tcn von Claremont nach Windsor zuriick- kehren und am 17ten oder 18ten nach der Stadt kom-mrn.

Heute versammelte sich das OberhairS, um dre _wertere Vrrtagung des Parlaments bis zum Wien d. M. zu beschlaeßcn. Der Lord- Kanzler erklärte, daß an diesem Tage“ das Parlqwent zur Erledigung verschiedener, dringender und wichtiger Geschafte sich versammeln werde.

Aus Irland wird nichts Neues gemeldet. Die irliindischen Grund- besiher werden am 14ten d. in Dublin sich versammeln, um über dre Maßregeln zur Beseitigun drs Notbsiandes zu beraihei). Die Be- rathung soll indeß nicbt öerntlich sein. Das Comrte [nr Unterstüz- zun en beabsichtigt, dieser Versammlung mehrere Vorschläge zu machen, worm erklärt wird, daß allen anderen Rücksichten die Erhaltung des Lebens der Bevölkerung vorangehe, das habe das jepige Hülss-Sy. stem der Regierung nicht geleistet; daher sei vor Allem, obneVerzug und Vernachlässi ""I, die Errirhtimg lokaler Lebensmittel-Magazine Noth, welches kid dazu auch erforderlich sei. Da es ferner vor

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[lem an LebenSmitteln fehle, so müßten die Hornzölle und die Na- Zligations-Geskße su6pendirt und so viele Schiffe der Flotte, als nur immer entbehrlich, zum Lebenömittel-Tranöporte verwandt .und ,der Gebrauch von Zucker und Syrup in Brau- und Brennereterr emsi- weilen erlaubt werden. Dem Hülfs-Comité soll erlqribt sem, den Armen ihrer Umgegend Lebensmittel unterm Kostendrrue zu vrrkZu- fen, ohne daß ihnen dieses den Anspruch auf Regierungs-Bertrage raubk- Da es fkßstkhk, daß es an Saatkorn fehlen „werde, so solle die Regierung für derartige Depots sorgen. Dre bkéhkk von der Regierung angewandten Mittel, um dem Elend zu struern, erklart das Gutsbesißer - Comité nicht allein für unzure-Éend, son- dern auch fiir schädlich, da ungeheure Summen auf unnuyr, „1a ver- derbliche Arbeiten vergeudet worden. “Diese AuEgabe-r vermindertrn die Hiilfsqueilen der Gutsbesitzer und stellten fernere Hungersiio-ih in Aussicht. Das sei aber nicht etwa die Folge einer, Nachlamgkeit seitens ibrkr, sondern sei das Ergebnis; eines unpolitischen und ver- de-rblichen Gcscßrs, zu de'ssrn Ausfiihrung fie troß Wiederholter Pro- testationrn gexnnmgrn worden. Dal)" protesiiren sik dagrgen,.d§1ß dicse uuniiiz auf unproduktive Arbeiten vrrgrudeten Summen lediglich auf ihre Güter umgelegt wcrden, obgleich sie Vorsrhiiffe fiir nuybim- gende Arbeiten gern auf den Grunrbcfiß umgelegt sehen würden; vielmehr miisen diese Summen auf das ganze Rrich Vertheilt werden, und muß der Labour-Rata-Akt, so lange er fortbesteht, dahin ver- brssert werden, daß es jedem Gutsbesißer freistrhr, seinen Antbeil an dcn Baronci-Brwilligungen in nuybringender Weise auf seinen Gü- tern zu vrrauégabcn und dadurch von jeder weiteren Besteurrung fiir diese Bewilligung befreidzu werden. Die Aufmerksamkeit der Regierung wird dann aus den argen Uebrlsiand gelenkt, daß in vielen Bezirken Irlands das Land nicht für ferneren Anbau bestellt worden, noch wegen Almuth der Inhaber brsiklit werden konnte, also nächstes Jahr brach liegen werde. Die Regierung soll ferner Eisenbahn- Compagnieln fiir Erdarbeiten Grldvorschüsse machen und soll rndlich der Außwanderung im Großen ihre Bemühungen widmcn. - Außer diesem Rundschrkiben habkn auch Marquis Sligo und ©. Moore EEqu. rin besondercs an die Pairs und Parlaments-Mitglieder bk- hufs Vereinten Wirkens in dieser Krisiz erlassen und darum besonders die Yiiotbwcndigkcit und den Nutzen der Einigkeit hervorgkbobkn; es scheint sich also wirklich für die nächste Session eine irländische Par- tei organisiren zu wollrn. Jm Urbrigen isi der Zustand des Landrs drr alte, Elknd und Hunger auf allen Seiten und hier und da - immer nvch in [*cmerkenöwrrth grringer Zahl *" Eigcnthums- Vcr- chungyn, besondxrs Vieh-Dicbiiäblc.

Dic Verhaftung Olozaga's hat in der hiesigen Presse allgemeine Eniriisiitng bcrvorgernfcn und insbesondere die Timeo zu einer hef- tigen Philippika gegen die spanische Regierung veranlaßt, der sie Vorwirft, daß fie“, im Vcrtraurn anf die ihr jest unbrdi-igi zu (I')?- bote sirhrnde Unterstiiyung des französischen Hoch, sich völlig der Reaction in die Arme geworfen habe», wie unter Anderem aus der Ernennung drs Marqnis Viiuma zum Senats-Präsidenten [Urdor- gebe. Uebrigkns äußt-rt die Timrs die Meinung, daß die Verhaf- tung Oloiaga'o schwcrlich von Jsturiz audgrgangen sei und vermuthrt, das; der Gemahl di'k Königin die Maßrcgrl angeordnet habe.

Dis rriche Miß Vurkrtt Courts läßt bekanntlich auf ihre Kosten eine Iiirche in London bauen, und in Rochesterrow, etwa 150Schriite von Westminster Policecourt, isi jrxzt ein Plaß dazu erworben wor- den. Drei Häuser und die Koche einer Seite sind für 10,000 Pfd. St. deshalb angekauft worden, 25,000 Pfd. St. wird die Erbauung von Kirche, Schule und Pfarrwobnung kosten und mit 10,000 Pfd. St. das Einkommen derselben dotirt werden.

13 e i g t c n.

Brüssel, 1-1. Jan. Der Judependance wird aus Paris geschrieben, daß der König in Folge eines am kiten eingetroffenen Couricrs ans London fiir den Augenblick seine Rcise nach England anfgcgcbrn habe, und das; rs die Absicht Ihrer Majestiiirn iki, in dieser Woche nach Brüssel zurückzukehren. Sie wcrden heute er- wartot.

Nach dem drr Rkpi'iise'nianien-Kammrr vorgelegtdn GeseH-Enk- Wurf soll dicse Rammcr 1:5 und der Senat 0 Mitglicdrr inkl)!“ m“- halten.

Die Judependance klagt sebr iiber die» schlechte Verwaltung dcr französischen Nordbahn, vorziigiich iiber den Tbcil derselben in drr Nähe von Paris, So giinstig auch das Wittrr sei, die Reise daurc fast “14 Stundrn. Man Verlier? stew viel Zeit, so daß die Unfähig- kcit oder Pflichtvergrssrnheit der Beamten ersichtlich sei. Dir Ver- waltung suchc außerdem die sich rreigncndrn Unglücksfälle zuvrrbeim- [iii)rn. Am 4th d. M., wo der König und dir Königin mit einem Extrazuge grgen L;“, libr abgefahren seien, so daß die Abfahrt des gr'wöbnliciwn Zrtgrs bis W,“ Uhr verzögert worden, babe briSt. Dd- niö in der Nähe von Paris ein Zusammcnsioß dieser [Widrn Züge gcgen IZ Uhr Abends siattgesundrn. Die Reiscndrn drs zwriirn Zuges, der gegen dkn ersten angkstoßen, hätten den Stoß stark rm- pfunden, und die Gräfin de la Fontaine sei so vrrleyt worden, daß die Aerzte für ihr Leben besorgt gewesen und der Graf de la Jon- minc von Löwen eilig nach Paris gecilt sei.

Schweiz.

„Kanton Genf. T*er Court. Suisse enthält einenlängs- ren Artikel über die Errigniffe drs verflossenen Jahres, worin es unter Anderem beißt: „Genf nahm das ridgenössische Banner, das den Händen Zürichs entfallen war, am eidgenössisihrn Tage wieder auf und hob es eine Zeit lang hoch empor. Jedem Kampfe der Edgenoffen wider Eidgenosrn sich widerseyend, versuchte es jene so nöthige Vermittelung zu bewerkstelligen, wrlche die konservativrn Pro- trsianten und die liberalen Katholiken zu Stande zu bringc'n vermisch- ten, "die aber in diesen Tagrn drs Sturmes von beiden Seiten der- schmdbt zu werden (rheint. Vom revolutionaircn Sturmwinde ergrtneii, brach Genf zusammen. Aus dieser „eskamotirten“ Rrvolutwn sahen wir bis jeßt nur ein nach den eigenen Geständ- nqsen seiner Patrone „etwas riskirteS“ Verfassungs-Projekt hervor- gehen. Noch ist es unmöglich, zu sagen, was folgen werde; was aber dqs Wahrschrinlichste scheint, ist das, daß Genf, obschon immer eme Wichtig? Handelsstadt bleibend, drauf und dran ist, nicht mehr GMs zu s?!"- So war es doch eine an dem umwölkten Himmel Helvrtrens hellleuchtende AUEnahme! Nun wird es auf die Stufe der andkkanü11i911eheruntersicigen. KoEmopolitisch durch seine geographische Lage, kb!" ckM- um seine Individualität zu bewahren, ein kompaktes Centrum aller Traditionen, aller Interessen Noth. Damit mochten wohl auch Uchklstände verbunden sein, die abér kaum durch etwas Bkffkkks werden kkskßt werden. Dieses Centrum ist gebrochen; wenn sich die zerstreuten Uebrrbleidsel nicht schnell einigen, wird Genf bald nicht mehr den Genfern angehören! Die Fremden, die es nährt, sagen es *bm„schon laut genug, und die revolutionnire Partei leistet ihnen den mdgit'chsien Vorschub. Die Tendenzen des gegenwärtigen Chefs Von Genf sind rein kodmopolitisch.“ *

Kanton Freibrrrg. Der Große Rath hat sich am 9. Januar versammeltuud em Gesch, die B'esirafung der Tbeilnebmer an Volks-Versammlungen beirefsend, angenommen. Dieses Gries soll nach der Aussage gemäßigter Männer ziemlich milde sein. Sodann

beschloß die Majorität ein Dankfest fiir den errungenen Sieg und ertheilte dem Staatsrath unbedingte Vollmachten fiir die Eintreibung der Kosten und die Bestrafung der am Aufruhr Betheiligten, Es haben hier viele Verhaftungen siatigefunden.

Aus Murten wird gemeldet, daß die Executions-Truppen die beste Mannözucht beobachten. Die Gefangenen sollen nach Freiburg abgeführt, jedoch keine Ansitahme-Geriebte aufgestellt werden, Der Staatörath Techtermann soll dem Stadtratb von Murten eröffnet haben, die Stadt Marten werde fiir die Kosten verantwortlich ge- macht, doch bleibe ihr der Regreß an die Schuldigen. Der Stadt- ratb bat eine Abordnung nach Freiburg beschlossen, mit Bitte um Schonung und Milde, da es nicht billig sei, wcnr-r Murten allein die Kosten tragen solle.

Kanton Ißaadt. Ein Extrablatt des Courrier Suisse berichtet, die Reserve sei amKien d.M. entlassen, und der ganze erste Ausiug des Kreiscs Peterlingen sei in Peterlingsn konxenirirt Worden, Als cin sicheres Zeichen, daß die Regierung von Waadt sich inner- halb dlk'Sii)künkkli drs ridgenösstscheanchts halten wolle, führt das genannte Blatt die Wahl des Herrn Obersi-Lieutenant Tadel zum Kommandantrn dcr einberufenen Truppen an,

Italien.

Rom, 4. Jan. (A. Z.) Selten vergeht ein Tag obne Kunde von neurnUngliicksfällkn, welche die an unserer traben Westküste sonst so sichr'r fabrendkn und ankerndku Schiffe durch Orkane erlitten ha- ben. Die den Dienst zwischen Neapel, Civitavecchia, Livorno, Genua und Marseille verschrndcn Dampfschiffe wurden fast ohne Audnabme mehr oder weniger beschädigt, weshalb eine geregelte Verbindung aus jener Jahrlinie fiir den Augenblick nicht mehr bcsieht, Die Zahl der in den Staiionépläyen ungeduldig aufik)rc cndliche Brfördkrung har- renden Reisenden wächst tagtägliri), wiihrend die Fahrzeuge untrr den Hamnrersrblägen arwbcssrrndcr Handwerker einstweilen ausruhen.

Ob in unserem nrnkn („'miimx [)(-11:09 der die Todesstrafe be- treffende Rechtstiiel faktisch modifizirt und, wie es heißt, durch einen geseßlichen Vcrbannungo-Akk in ferne fremde Vrkbrecher-leonieen er- scyt wird, soll in dirsrn Tagen entschieden werden. Fiir den Augen- blick ward noch die frühere Rccbiö-meis in Uriel, Appellation und Revision beidcr beibehalten und wegen Mrnschenmords an Angelo Pccorari aus Poli bei Tivoli durch das Fallbcil voiiiogrn - die erste Enthauptung im neuen Poritisikat iimrrhalb dcr (Hriinzkn der Comarca di Roma.

““Die am Neujahrstagc Von der bicsigrn Studentenschaft an den Papst abgesandt? (Hiiicfwunschs-Tepuiation hat drmsrlbcn cine Bitt- schrift um Wiedcrbeskßung mehrerer seit lange in drr pbildsophischen und medizinisihen Faknitiit drr Sapirnza erlrdigten Lehrstühle zukom- mkn laffen, die sebr gnädig anfgenommrn wurde.

Mit drr Aussiöbt auf eine baldige :)iealisirung des Eisenbahn- Projektrs fiir den Kirchrnsiaat steht es sehr mißiich; mehrere Biirraus, wo Actien-Coupons auf das Unternehmen feilgeboten Wer'drtr, wollen schlikßi'ki, weil sich keine Käufer zeigen.

Der Gregorianisck)? Kalender, dcn dic apostolische Kammer zum (Bebrauch fiir Geistiirbe und Laien pnblizirt: ],)iäkiri ]wnmno [;(-r* [' «111110 ([R-s') "(Z| (][-:iii .5i C()n|[)|'ékk](]0|1(3 [€ ['Wie (ii prtécmw, (ii iiicrmimin c' (]i [)lekjLFk), ]c (Z.“qxtxiia 90110000: (Zariiinäöxiy, |r75t37i011i (* []l'(]('(“d'.§il)tli l-iiiiixiic'iirx, i ([m-UW erzrixyi, ][? susi eicilü [[m-"1, [(k rarirmimii (iel 111tz7„7„0t]i, (ii "167.73 mute! ('. ;(:Zni (];-,! 7.0("860 ist im neuen Jahre durch zwcckdienliche, namentlich litur- gische Notizen den Wünschen des Auslandes gemäß bedeutend ver- mehrt worden. Das Diario Von 1846 hatte auf 45? Seiten Play, das diesjährige fiiUt 02.

Spanien.

Nkadrid, 0. Jan. In der (bereits kur; erwiibnikn') Sißung drs Kongrrsses cim Siren entspann sich gelegrntlich derWahl-Verifica- tion drs Herrn Mayono eins [kbhaste Debatte. Als die Kommission auf dessen Zulassung anfing, Verlangtc Herr Luian, daß auch der Protest dcr Minoritiit dawidrr verlesen wrrde, ixide'm desscn Wahl durch imgchörigen Einfluß durchgessxzt worden. Bei dcr Veri- fication dei" Vollmachten handle cs sick) nicht um politische Ansichten, sondrrn um das Rkchi, nnd die progrcssisiische Mi- norität woiic blos durch irgale Mittel dir Uebcl hcilkn, un- ter dcnrn das Land leide, Herr Arrazola erwiederte darauf, daß auch er Und seine polidschrn Freunde nur auf legalem Boden sick) brwkgrn und nur mit rechtmäßigcn Mitteln kämpfen wollten, Dis; kcin Mitglied der Kammer-Majorität in die Wahl- „Kommission gewählt worden, daran liege die Schuld wohl an ihr selbst. Urbrigrns habe sie das Recht, sick) frki auszusprechen. Herr Pidal (Minister des Innern) freute sich, daß die Opposition erkläre, sick) nicbt von persönlicher Gereiztheit leiten zu lasen. C'r räume ein, das; rine auf Prinzipien berubrnde rechtmäßige Opposition wr; srntliche Bedingung des Repräsentativ-Systems sei, indeffen miinje sich die Minorität resignircn -- Minorität zu sein und der Majorttirt das Heft überlassen. Hierauf nahm Herr Mendizabal das Wort nnd äußerte sich folgendermaßen: , , , ,

„Ich habe den Minister des Innern so eben die Niißltchkkii der Bildung einer Regierung proklamircn gehört; ich habe das Woti ver- langt, um seinen Gedanken zu ergänzen, der iiZch nretneeriiiu1ig in folgender Weise hätte ausgrdriickt werden mitnen: „„Die Btldrriig einer nationalen Regierung.““ Nach einer _Abwrsenheit von “dier Jahren hat es mir in dem Aligk"biichk, wo ich die Schwelle dieses Saales überschritt, geschicnen, daß ich von einem Traume erwachie, der drei und cin halbes Jahr gedauert hatte., Von dtr- srm ganzen Traume blieb mir nur eine Erinneruitg, rin Gedanke iibrig; dieser Gedanke ist folgender: daß mein„Gluck vollständig sein wiirde, wenn ich an dem. Tage der,-Eroffnung dcs Kongresses die Nation meine Stimme hören lassen _kdnnte, um den Wunsch auszudrücken, daß ein Schleier iiber Aile politischen Irr- t[)iimer geworfen werden möchte, in welche wir able mehr „oder wem- ger;_bis zu diesem Tage haben fallen könrren. Dieseß, meine Herren, ist das einzige Mittel, eine nationale Regierung" zu bilden. DidAus- schließungen beweisen nur Eides: die Schwach,? der'Insiitutionen. Ja, meine Herren, werfen wir eiiien Schleier uber die Vergangen- heit, und erinnern wir uns heute nicht an das, was gestern geschah; denken wir nur an die Zukunft unseres Vaterlandes, Zch wiirde kein Bedenken tragen, einen Antrag in diesem Sinne zu siellrn, allein meine politischen Freunde und ich wir trachten nicht nach solchen Lorbeeren; dieser Ruhm ist den Herren Deputirten vorbehalten, welche auf der anderen Seite der Kammer sitzen. Es steht uns zu, diese Initiative zu untersiiiyen, und der Regierung, sie gut auf- zunehmen, indem sie zum Wohle unseres Vaterlandes mitwirkt, Als- dann werden wir wahrhaft srark sein, und man wird von uns das sagen, was ein tu endhafter spanischer Bürger sagte: „Hüter Euch, der unter „Euren iißen geöffnete Abgrund wird die Einen wie die Anderen aufnehmen; Einige werden zuerst hineinstürzen, die Ar.deren werden folgen.““ Eine furchtbarekWahrbeit, die uns erschreckt. Die Deputirten der Minorität werden bei Gelegenheit einen so patrio- tischen Vorschlag unterstüsen. Dies sind stets meine Gesinnungen

ewesen, jest, wie im Jahre 1835, als ich nach einer zwölfjährigen Schmerzlichen Auswanderung in mein Vaterland zurückkehrte,“

Der Senat isi noch mii Bildung feiner Ausschüsse beschäftigt. Ein Vorschlag zur Reform drr Geschäfts-Ordnung wird später wieder aufgenommrn werden.

Die Nachricht, daß Herr Olozaga nach Bayonne zurückkehren dürfe, isi unbegründet. Alle Oppositions-Vlätter melden, daß er nach Pampelona gebracht werde. Der gegen denselben erlassene geheime Haftbefehl, welchen der Espectador mitiheilt, lautet:

„Ministerium des Innern. Nachdem die Königin vernommen, daß Don Sebastiano Olozaga nach Spanien gekommen sei, befiehlt dieselbe im Einverständniß mit dem Anfrage ihrer Minister, daß der- selbe, wo er angetroffen wird, verhaftet und nach der Citadrlle von Pampelona gebracht werden soll, um dort den Prozeß nach dem (He- sev und vor dem kompetenten Tribunale zu erwarten.“

Herr Olozaga hat bereits seinem Bruder Ton Jose“: und Herrn Tejada Vollmacht wegen seiner Vertretung vor Gericht übersendet.

Es sind hier falsche Coupons der inländischen Jiproi. Rente, und zwar von der Serie [*I, bei der Entrichtung des am 31. Dezembcr fällig gewcsenen Semesters zum Vorschein gekommen, und man be- fürchtet, daß sich die Fälscher nicht auf die Fertigung der 2:5 Zins- Abschnitte, welche in einem diesfiiiiigen Ciriulare der Administration der madridrr Amortisationö-Kasse bezeichnet werden, beschränkt haben diirften. Natürlich ist durch diese Entdeckung ein außerordentliches Mißtrauengege gemacht worden, und die Bestürzung wird noch da- durch gesteigert, daß das spanische Finanz-Minisierium die Einlösunq falscher Coupoiis und Staats-Effeftcn den [10-13 init? BesiHern zit verweigern Willens zu sein scheint“, es ist nämlich verfüge worden, daß die Jnhabrr, welche ihre Coupons bei den spanischrn Jimmi- Agrnien im Auslande präsentiren und von diesen die Drckunq in Anweisungen auf die Amortisatidno-Ziaffe in Madrid erhalten,“ sich schr1ftltch verantwortlich fiir die Riickiablung dcr Brträgc drrjrni- FJtTtCoupons, wrlche als falsch wiirden erkannt wcrdrn, zu erklären

Ü i'll.

Die Beschränkungen des Gctraidchaudels und die Schrift von Scheidtmann, bctitelt:

„Der Korancher und die Noth der Zeit.“ Diisseldorf, Schaubsche Buchhandlung, 18/10.

Tie öffentlichen Blätter, bcsondcrs drs Rheinlmich, haben in jiingsier Zcit wiederholteEröricrungcn iibcr die hertschcndrn Getraidcprrise angestellt, deren Höhe von ihm!! fast durchgängig als cine künstliche, diirch Eigennutz nnd Wucher herbeigeführte bezeichnet wiid. Um der Fortdmicr und Zu- nahme der Tbcurung nachhaltig entgegenzuwiikcn, bringen sie die Anwen- dung mani'igsarbrr Ncgirrungö-Maiiregeln in Vorschlag, unter denen die Freigebung dcr (Hetmide-Éinfuhr, Lluöfuhr-Vcrbote fiir *))?eblsriichte, Bc- schränkung der Brannswcinbrennerei und zwairgdwriser Verkauf von angr- sammelten Vorräthen als die durcbgrriscndsicn erscheinen. Gan; gebräncb- iich unter diesen Maßregeln ist die Freigcbung dcr (*Iietraidr-Einfuhr, welcbe gerade gegeiiwärtig wicder in mcbreren Bundesstaaten stattfindet. Auch die Ylnöfuhr-Vcrbote und Zwangsverkänfe, so iiberrascbcnd deren Auempsrblimg Manchcm wohl fich darstellcn mögr, sind nicht nen; sie find als Mittel zur Sickieruug der bereits vorhandenen Vorräthe, wie zur Nicderbaltuug dcr Fruchtprcisc überhaupt, schon in verschiedenen Zeiten an verschiedenen Or- ten zur Anwendung gekommcn. Eine andere Frage ist nun freilich die nach ihrem inneren Werth und nach ihrer praktischen Zweckmäßigkeit; und da müssen wir gestehen, daß wir in unseren Tagen unter der Losung auf- richtiger Sorge für das Gemeinwohl nicht abermals die Fordrrnng von Maßregeln erwartet bäjteu, die eben sowohl mit allen Grundsäßen der Ge- rechtigkeit in Widerspruch stehen, als fie durch eine vielseitige Erfahrung schon längs] fiir eben so zwcckwidrig als nacbtheilig dargethan smd. Denn zunächst wird wohl Niemand in Abrede stellen wollen, daß die plösliche Hinderung eines bis dahin freien Verkehrs, verbunden mit einer zwangs- weisen Aufnöthignng besiimmter Preise, ein um so willkürlicherer Eingriff in die Eigenthumsrrchte des Prodiizenten wie des Zwischrnbändlerö srin wiirde, als Niemand Beiden iu anderm Zritrn die Verluste erscxzi oder die Nachxheile aniwicgt, welche sie unter ungiinsiigcn Vrrhältniffcn in ihrem Betriebe erleidcn. Wer im Vertrauen auf das besichrnde (Issey und unter dem Schiisc desselben ein Eigenibum erwirbt, kann in der Bennyung drffrl- bm nicht ohne Weiteres beschränkt und gehindert werden. (Han; auqcn- scheinlich würde aber eine solehe Beschränfiing eintreten, wenn irmtwdrn Landmann zwmgin wolltr, zn einer ihm nachthriligcn Zeit oder zu willkür- lich bestimintcn, ihm nachtheiligrn Preisen zu verkanfrn, oder Wenn man dem Kaufmann anmutben wäre, die fiir cin vorthe-lbaftcs ?iussrihrqeschiist unter Sorge-und Wagnis; zusammengebracl-ten Vorräthe vielleicbt niit Schaden im Lande sclbsi wiedcr abzuiryen. Und ilichl allein, daß beide Klassen von (Hefchäftztreibendeu hier der Gefahr sehr empfindlicher makr- rielier Verluste anSgrscHt find; sie Werden auch, worauf noch höheres (He- wicht zu legen, auf das nessie in ihrem Vertrauen zu dem Scbiise des Gesescs erschüttert und von ihrer Vcrufsthäaigkcit abgeschreckt. Denn Nie- mand wird fcrncr arbeiten wollen, wrnn ibm nicht die Früchte scinex Arbeit gesichert bleiben. Der Kaufmann muß gerechtes Bedenken tragen, in ZU“ kunft sein Vrrmögcn und seine Miihe rinzuseßen, um in der Hoffnung auf Gewinn rntWrder die übeifiüifigen Produkte der Aibcit seiner Mitbürger fiir den anSwärtigen Abiaiz aufznkanfcn oder durch Ankauf answänjqer Produkte für Zeiten des Mangels Vorräthe im Lande zu sammeln, wénn sich ihm jcdcn Augcnblick die Besorgnis: aufdrängt, dnrch unvorhergesehene willkürliche Maßnahmcn in seinen Unternehmungen gestört zu wcrden. Dcr Landmann muß, einmal in seinen Berechnungen gestört und ohne Garanjie egen die Wicdcrkehr unerwarteter Hemmniffe, ndthwcndig die Zuveificht zu Lcinrm Betriebe verlieren und Anstand nehmen, fernerhin Kapitalien auf die Hebnng und Vcrbessernng einer Kultur zu verivenden, die in ihrer Uniuvetliissig- keit keine Ausficht auf Gcwinn darbietet. So Wendet *,“:cb der UnternehmungSgcisi allmälig von dem Landbait ab; die ihm entzogenen Kapitalien fiießcn anderen, zuverläsfigeren und mehr Gewinn veripreckiendcri Unternehmungen zu“, die Agrikultur geht ihrem Verfalle entgegen, Und 03 wiederholt ficb ein Zustand der Dinge, wir er fich im Laufe des 17tr1r Jahrhundrris in Frankreich heraus- bildeie, wo Sully mit seiner weisen Sorgfalt fiir den Landbau und mit dcr Freigebung des (Hetmide-Verkehrs die Felder griincn machte und dem Landmann ein Hahn im Topfe schaffte, während Colbert mit seinen “2an- fuhr-Verboten, seinen Acrndte-Kontrollcn und seinen Zwangövcrkiirisen die reichen Saaten vernichtete und dem Baucrn das Huhn vom Hofe nahm. Und doch bilden, abgesehen von der Ungerechtigkeit, wrlche dicse Zwangs- und Verbois-Maßregeln fiir die davon Betroffenen mit fich fiih- ren, die nachtheiligen Wirkungen dcrsribcn auf die Verhältnisse der Landes- Kultur und des Handels-Vcrkchrs, nur die eine Seite ihrer Unanwcndbar- keit. Noch entschiedener tritt die andcw Seite darin hervor, daß dicse Maßnahmen, weit entfernt dem zunächst erstrebten chckc, nämlich der Ver- mehrun der verfügbaren erräthe und dcr Niedeihnltnng der Fruchtprciie sörderliZ zu sein, demselben vielmehr geradezu entgegenwirken. Denn fürs rrsie hat die Beschränkung des auswäriigcn Absasrö noch keinesweges die unmittelbare Folge, daß die Inhaber von Vorrätbcn sich ihrer Waare so schnell wie möglich im Lande selbst zu entledigen suchen, 'Die Wohlhaben- den Landleute und die großen Kornhändler können eine Krise vorübergehen lassen, wenn diese ihrem Interesse nachtbrilig erscheint, und lassen fich durch dieselbe zum Verkauf nicht zwingen. Vielmehr wirkt die mit den Ausfuhr- Verboten öffentlich angekiindigtx Gefahr der Theurrung ganz direkt auf die Gewinnsurht der Spekulation, und auch der kleinere Verkäufer wird mög- lichst mit seiner Waare anhalten, um von der allgemeinen Besorgniß die möYich höchsten Preise U“ _erzielen. Denn, und dies is? bei weitem der grö te Nachtheil arler ploslicheu, störend in den Verkehr mit Lebendmitteln ein reisenden Verordnungen _ Mn; unvermeidlich mehr jede Maßregel die er Art die Befürchtungen der asse vor dem Mangel; treibt um schnel- len und dringenden Ankauf, steigert dadurch von selbst die Preiie, vergrö- ßert fortdauernd die Vorßellung von der Gefahr und erzeugt eine Muth- losigkeit, welche das- Maß der wirklichen Noth bedeutend überschreitet. Herr G. Scheidtmann hat sich mit seiner vor kurzem erschienenen klei-

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neu Schrift: ' „Der sogenannte Kornwucher und die Noth der Zeit“, ein wesentliches Verdienß erworben, indem „er die herrschenden Vorurtyeile iiber den Getraide-Verkehr und die Getrardek-Production in gemeinschaftlich" Weise widerlegt hat. Der Verfasser wels! suvördersi darauf hin, daß der jährliche Durchschnitts-Ertrag des Getrardebaues seltrn mebr beträgt, als der Bedarf und die gewöhnliche N9chikagx fordert. Er äußert in dieser Beziehung: „Es wäcbsi durchschnittlich m einem größeren Lande selten mebr, als durch die Nachfrage des Jahres bedingt wird. Die älteren staatsökonomiichen Theoriern, nach Weichen eine gute Aerndte den Bedarf von zwei, drei, ja fünf Jahren bekvokbrtngen sollte, sind durch neuere For- schungen längst als gänziich aus der Luft grgiiffen beseitigt. Es soll da- mit nicht gesagt werden, daß in guteßn, ja nur in mittelgutrn Jabren nicht mehr Getraide wachse, als in den i_tacbsten zwölf Monatcn verzehrt werden könne; er er es sieht unumstößlich fest, daß die von einer Acrndte zur an- deren no bleibenden sogenannten alten Vorrätbe meißens so gering find, daß sie im besten Falle nur auf Monate:, nie aber auf Jahre zureichcn können. Im Jahre “1823 ermittelte r1n_e durch das englische Parlamcnt angestellte, mit aller Genauigkeit, drrenßrie zahlreichen und wohlunterrichtc- ten Konsular-Agrnten Großbritanicns *sabrg warm, grfiibrte Nacbioischung, daß troß der sechs vorhergehenden, beispiellos rrici'cn Jahre, in denen mit- hin die alten Vorräthe zu einer nic gekannten Höhe sich hatten anhäufen können, in ganz Europa nicht mehr als rtwa vier Miilioncn Qimrtcr oder gegen 22 Millionen preußische Scheffel disponibles, d, h. übersiitjfigrs Gc- traide, vorhanden waren.

Wirdrrholt fich diese Erfahrung bei dcr Sictxaideproduction ailcr Län- der, so find mithin nirgend so große Vorrätbe vorhanden, daß bei einer entschiedener: Mißärndte in einem Lande die Dccknng des Ausfalls dnrch auswärtige Zufuhr so leicht zu bewirken wäre. Z:!m Erweise dieses Sayks steUt Heir Scheidtmann mehrere bei dcr Schwierigkeit eincr genauen Kontrolle allerdings nur immer annäheinde Berechnungen uber die ziir Er- nährung vcrschiedener Länder crforderliibrn Mcblvrodukie ;nsammcn, mis denen hervorgeht, daß im Durchschnitt dcr jährliche Verbrauch in Deutsch- land fiir den Kopf 5,88 preuß. Scheffel betriigt, wäbrend der Vcrbrmich in England auf 8,19, in Frankreich auf 8,15, in Holland aus (102 preuß. Scheffel fiir den Kopf berechnet wird. „Zu 5,80 pkkllsi. Scheffel drum für jeden Konsumenten gercciwet“, fährt der Verfasier fort, „crgicbt sich, daß die Angehörigen des drntscben Bunch, etWa 40 Millionrn an Zahl, ail- jäl)rlick 235 Millionen Scheffel, oder monatlich “.'0 Millionen, odcr tii lich tp-14,()0() an Brodfiiicbten bcdiirfen. Dir ancbschnittögidßc eincs «ec- schiffes, wie sie der Handel von Stettin, Danzig n. s. w. vrrwrnrct, 311 4000 Scheffeln veranschlagt, brdiirstc drr Bixnd fiir jrdrn Consitjntionstag einer Flotte von 1t-l Schiffs". Angrnommrn nun, drr Aitsmll drr Acrndte und damit der zum gewöhnlicbcn Bedarf cifordcrliciien Vorräthe bctriige cin Vikkill, so belicfr fich das Defizit auf dic iingrbcnrr Summc von 58,800000 Scheffel", Zit dercn Herbriscimffung 14,700 Sckiffdladnngen cr- fordcrlici) wären. Abgc'sehcn hier von drr pdyfiickycn Sä'wierigkcit ch Trans- portes und der finaiiz'selien der Anschaffung der nöthigcn Tauscbmittrl - denn jeden ?Sciocffkl nnr ZU 00 Sgr. gricxbtict, rivraiientiri ric griiannte Mcngc cinen Werth von mehr als 117 M*.il. prcnß. R hlr, so ist mich die ökonomische zu berücksichtigen: iiberhaupt ein Quantum von 58 Mill. Schrffcln plöizliä» in der Welt aufzutreiben, Denn da jedes Land vor aiim Dingcn fick) srlbsi crnährcn must, ein Jahr ins andcrc Jl'ki'kiiilst aber in seiner ;;)roduction nicbt dic dnrch ZkWÖiUliiciJC Veidältniffc bedingte, d, b. die m: g-xwöhnlichcn eigcncn Konsiimo nnd die gewöhnliche Allöflihk berechnete Menge überschreitet: so kann es mich nur von seinem ziifiilli- gen Uebcrfiuffe abgeben, keincöweges abcr rin sick) unerwartet fnhlbar machendes, außergewöhnlicbes Bedürfnis; unbrdingt befriedigen. Tics wird schon durch das Beispiel Englands bewiesen, MWG, nirnn ['S U!!! cinigcr Millionen Lilakick fremden Gkikilich bkdakf, diese“ aus allen Gegenden der Erde muhsam zusammenschleppen muß und dadurch iiberall eincn mit der Größe des bezogenen Quantums nicht im Verhältniß siehenden Preis- Ansscblag bewirkt.“

Demgemäß ist jeder größere Staat fiir seinen Bedarf beinahe aus- schließlich auf seine eigene Production angrwicsen, und wenn dicse nicht austeicht, is nicht anders zu helfen, als daß man den Verbrauch beschränkt und nach Möglichkeit am Nothdiirftigrn nbspart. Dies wird naturgemäß durch höhere Preise bewirkt, welche von selbst zur Sparsamkeit nöthigcn, „Der Verbrauch eines) großen Landes“, sagt Scbridtmann, „ist so ansehn- lich, das; nur die durch erhöhte Preise erzwungenen eigenen Ersparnisse ein in etwas bedeutendes Defizit decken und ungefiiiiklich machcn, alle Anfahren von außen aber im giinstigsten Falle nur einen kleinen Theil des Man- geliidcn ersrßen können. Dem Statistiker Millot deidaiikrn wir eine sehr genaue Tuche über den gcsannntcn smnzdsischrtt (*Ji'ikaiki'VkliliM mit dem Auslandr wiihrrnd dcr Jahre 1778---179() und 1800-«18342, mid welchcr bcrvorgcht, das: Frankreich in dicssm [migen Zeitraum im Ganzen qrqrn .'!0 Millionen mrtiische Ci'ntticr cin- i'iid gegen 10 »))ixliwncn amoqrfiihrt hat. Die Einsitbr deckte 212 Tage des Verbrauchs, von denen, 1-18 Con- sumtionötaae fiir den Vrtrag der Amssndr nbgcwgrn, sich cim Uebcriä'nß von Mik 07 Tagen herausstellt, mithin durchschnittlich wcnig mehr als rin COUsUMiiOUEtüg fiir jedes Jahr. Die siäristc Einfuhr fand siajt “1770, wo fie fiel) mis 1-1, und 1832, wo fir sicb auf 22 Tage belief. Selbst dirsc lrßiere, srit eincm halben Zabrhundert siiitksicEitrfiibr, vrrniochte aber keine sehr süblbnkr Pieis-Erniedkignng zu brwiikcn, denn der Mitjclwrcis, welchcr im Jahre 1801 auf 22.41 bcrecbnct war, stellte sich im folgenden aus 21.85, und fir! erst im Jahre 18343, wo eine reiche eigene Acrndtr dyn Urberfluß wicdcr untcr dicStrobdäcbcr dcr Pächkcr ztrriickfiibrtr, 411015412. C'ö erhklli aus dieser einfachen Tlimsariir, daß ein größeres Land nicht auf die Speicher seiner Kaufleute", sondern auf die Schrunrn scincr Ackerwirtbe angewicsen isi.“ *

So unbedeutcndverhältnißmäßigaiso die Hiilfe mich crscheint, Wilii'c sirmdc Zufuhr cinem darbendcn Lande zu biingrn vermag, so kann auch sie nur wirdrr durch das Steigcn dcr Fririiitwrcisc alles!: hcrbrigrzoqcn wndcn, während alles künstliche Nickerhaltcn der Preise auch noch die Aussicht auf fremde Untersiiiizung zerstört. „Gesrßt, der Ausfall cincr Arrndtc betriige wirklich rinmal ein Jauch Vicrtrl", heißt es in der genannten Sibrist wetter, „gcseßt, man fände ein Mittel, dcn Landmann zii zwiiigin, stine Waare 311 eincr belirbigen Zeit und zu rinrm brlicbigcn *Prcisc drm Kun- snmcnten zu iiberlaffcn, gescßt endlich, man könnte drn verbaßten Korn- witckxer gänzlich unterdrücken und alle Ankäufe drr rigcntlicbcn Spe- kulanten unmöglich machen: so würde ohne «Urn Zweifel neun Monate lang der Konsument die Maßregeln segncn, welchc ihn in den Stand gcsrizt, seiner Familic ihr täglrcbcs Brod unverkiimmert zu reichen. Aber

"nach Ablauf diescr Zeit käme nach dem srohcn Tramm cin cutsctzlicbrs Er-

wachen. Es träte alödann nicht eine Thcurung, sondern eine vollständige Hungerönotlieinx und da eG, wie wir grschcn, unendlichen Schwieiigieiten lliliekllkgk,"dlc fiir ein einziges großes Land nöthiqc (Sietraidcmcnge aus anderen Landern herbeizuschaffen, so leuchtet ein, daß ein Land, wenn es so unvorsichtig gewesen, seinen auf ein Jahr angewiesenen Vorrath in neun Mo-n'aten zn vrrzehrcn, dreiMonate hindurch des Brodtcs entbebrrn müßte. Fktillch,w1itkdkn in einer solchen Extremität die benachbarten Völker außer- ordentlich.? Aystrengungen machen; aber da auch in ihnen, in Folge der dr-irben. kunsiiich nicdergehaltenen Preise, der Verbranch ungestört seinen gc- wobnlichen Weg gegangen wäre, so hätten auch sie nur die gcwöhnlichcn Ulis drei Monate ausreichenden Vorrälhc und könnten nur die Erspar; nisse von diesem [cßten Viertel und nicht vc-m Ganzen ihrer Acrndte ab- ?.(ben. Anßridem wiirde fich diescr versügbarclieberfluß derNachbakn mci- ens doitxxbeftndcn, wo er für das bedrohte Land so giitwie gar niébt vor- handen ware, d. h. tief im Innern des Landes, von wo aus er nur mit großen Kosten und miscr brdrutendem Zeitverlust herbeigescbafft werden konnte, ,Jst dagegen dre Preißerhöhnug in dem bedrohten Lande friihreitiq genug eingetreten, hat der untriigliche Barometer der nicbt erkiinsielteir Marktpreise die Nachbarn auf das aufstcigende Gewitter aufmerksam ge- niacht, so sorgt der Eigennuß daiiir, daß die Massen zeitig da zusammen- fiteßen, wo man die hocbsirnLFrersr zu lösen erwarten darf. Nie aber wird und kann der Handel seine aarcnsendungen dahin richten, wo durch den einen oder den anderen Umstand, dmcb natürliche oder künstliche Verhiilt- nisse eine Wohlieilheit herrscht, dix ihm keinen Gewinn in Aussicht siellt. Fährten z. B. m diesem Zahle dre rusfischm Häfen 2,800,000 Scheffel Getraidc aus, von denen der größteTheil über Holland nach dem westlichen Deutschland ging, ,so, wurde dies blos durch die dieffeitige Preis*erhöbun im Herbste 1845 m'oglrch. Nur dem zu seiner Zeit thätigen, von der Pre e mit Verwiinschuugen überlade'nen Kornhandel oder Kornwucher verdanken wir es, daß |ck Rußland emen Theil seiner mittelmäßi en Aerndte ab- darbte und während der Wintrr-Mosnaie dafür sorgte, da? die Waare zur

rechten Zeit für die Verschiffung an das See-Ufer elan eu hoch wäre aber,in den Monaten Juni und Juli dgie NT"; ?;"TZYJ: Deutschland gestiegen, wenn nach dem Wunsche der Zeitungs-Korresponvm. ten der Preis bei uns niedrig geb|ieben und es damit der kaufmännimm erinnsucbt unmöglich geworden wäre, jene ungeheure Roggen-Lawine xu: ;echtr? Zeit zum Theil vom Fuße des Uralgebirges her in Besorgung zu cscn

Wer wollte nach den eben angeführten Thatsachen leugnen, daß der (zum größten Theil fälschlich) so enannte Kornwucher das unerwünschte, aber unentbehrliche Gegengewicht i , durch welches der Brodkorb höher oder niedriger gehängt wird", der unsehlbare Hebel zur Herbeischafsung des aus- ländischen Korns, so wenig übrigens der eigentliche Handel allein im Stande ist, eine ernsilicbe und dauernde Preiöethöhung zu bewirken, indem die wahre Gewalt in diesem Falle in den Händen der Bauern liegt. Es isi mithin auch ein Unding, wenn neuiich allen Ernstes in einer rheinischen

' Zeitung behauptet wurde, die Theurung des vergangenen Winters sei nur

rarariö entstanden, daß gleich nach der Aerndte die Sptculation sich des ganzen Ertrages derselben bemächtigt habe und dadurch in den Stand ge- sec)! worden sei, die Preise willkürlich festzustellen. Denn um nur ein un- ziges Zwölfiheil der deutschen Aerndte zu monopolifiren, hätte die Spreu. lation nach der obigen Berechnung eines Fonds von gegen 40 Millionen Thalern bedurft und für die ganze Aerndte 470 Miliionen.

Kiimmett nun auch, der Ertrag der Aerndte möge gewesen sein, wie er wolle, der Einzelne in seinem Verbrauch sich wenig um die aligemeinen Verhältniss, so steht er fich doch bei der zunehmenden Theuruug zu grö- ßerer Einschränkung gezwungen und trii t damit unbewußt. und unfreiwiili znr thtuug des Ganzen bei. Daß hierbei der Druck am schwersten au die Schultcrn fällt, wclche gerade am wenigsten fähig find, denselben zu crtragen; daß die Heimsuchung am härtesten die Armen trifft, is eine un- leiigbarc', von jedem führenden Menschen nicht genug zu betrauernde That- sache, wclche allen mehr vom Glücke Begünsiigten die heilige Pflicht auf- legt, Alles zu versuchen, um der Noth der Darbenden so nachdrücklich wie möglich zu begegnen. Zu den lindernden Mitteln gehört aber augenschein- 1ich nicL-t das bisher beliebte Aufwiegeln des Volks gegen den sogenannten Fiomwuckxcr, wodurch am Ende Unordnungen, eine ernsiliche Störung der (&;c-trairc-Circulation und Vcikehrs-Unficherheit aller Art entstehen muß; aucb nicht ein kiinstlicbeö Niederhalten dcr Preise, wodurch ein kiinsilicher Ui'bl'islilß und damit cine gefabrdrohrnde Vrrmchrung des Verbrauchs und nothwendige Verminderung der Zufuhr erzeugt würde. Die lichkeit ciner prakt:schen Linderung schen wir nur in der Beförderung der infuhr von außen, die doch immer etwas zur Vermehrung der Vorräthe beiträgt, so wie in dcr möglichst großen Sparsamkeit im Vcrbraucbe der Lebenömittel, wobei zugleich Maßregeln zu ergrcifen, diese Sparsamkeit dem Atmen so Wenig schmerzlich wie möglich zu machen. In dieser leßteren Beziehung sind dic sogenaimtchereine gegen die Therirung, Willi)? dem Darbcnden sein tägiichcs Brod zu eincm geringeren Preise zu reichen bezwecken oder durch kostcnfrcic Anstheilung von Spriscri der Armut!) zn Hiilfe kommen, von der skgciikrciiiistell Bedeutsamkeit, und es kann das Znsammentretcn solcher Veicinc nicbt eifrig genug befördert werden.“

Wir haben in Vorstehendrm die Haupt-Momente der obengenannten, schr bcacbtinswcrtben kleinen Schrift, welche indessen bei ihrer skrzzenhaften Natnr weder auf erschöpfende Behandlung des (Gegenstandes, noch auf streng systematische Darstellung Anspruch macht, im möglichsten Zusammen- bangc hcrauSgrhoben. Zum Schluffe erlauben wir uns noch die Bemer- fiing, das: wir bei aller sonstigen Uebereinsiimmung mit den Ansichten des Verfaffeis roch darin dessen Meinung nicht zu theilcn vermögen, daß der (Iöetraidewuclm als notdwendiges Uebel neben dem Getraidchandel unbe- dingt geduldet werden miiie. Ailerdings wird es in den meisten Fällen der Geskchbnng schlochtcrdings unmöglich sein, bestimmte Gränzen zwischen dem Betricbc des seinen ehrlichen Gcwinn suchenden Kaufmanns und des seinen Gewinn suchenden Wucherer?) festiusieilen; aber der öffentlichen Mei- nung muß es vorbehalten bleiben, eklatante Fälle, wo der Eigennus in schmachvollcr Hartberzigkcit einen allgemeinen Nojhsiand nngebiihrlicb aus- bcutet, schonungslos vor den Augen der Welt zu brandmarken.

Handels- und Borscn-nachrtchtcn.

Berlin, 16. Jan. Die Umsätze in Eisenbahn-Actien waren im Larisa dieser Woche höchst unbedrutmd. Insbesondere wurde wenig in vollen Aciirn grmackit, daber solche mit grrin cn AuInahmen ihren Cours von letzter Woche behaupteten. Nirdcrscbl- iärkische gingen bis 89'; % xiriiick, stirzxmi jedoch rasch wieder bis 9177 %, wozu heute Vries blieb, 01.3, % war _;ii 1k111chk11. Auch Hallr-Thiiringcr schwankten Zwischen 90 und 07-2 %, hkilic' 97 Vrirs, Tei Vcrkrhr in einigen Quittungsbogen, und [mms'nkiilb in Köln-Mindrn, war rbcnsalls nur abwechselnd bclebt, je nnckirrm dic auswärtigen Berichte giinstig odcr nachtheilig lauteten. In dirsrr L*cxiclmng inflnirten die wiener Notirungrn grgcnwärtig am meisten aiif Unserer Börse, wennglkich das Geschäft in österreichischen Bahnen mit Ausriahme don Pesthcrn sebr midcdcutend geworden ist. Leßtcre Effekten folgten der strigendcn Tendenz in Wien und wurden in bedeutenden Poßen von 07", bis 907/.% mcistcns fiir answärtige Rechnung gekauft. Die Spe- culation an unserer Börse bleibt darin, wie in unseren Actien, äußerst ge- ring, dock) eine steigrnde Tendenz vorherrschend. Köln - Minden [inden siib von 92; bis 05 “„ gehoben und schließen heute 94'5 Viicf und Geld. Der heutige Rückgang isi wohl dem Umstande zirznsrbrcibcii, das; im Vcrein mit schlechten Rente-Notirungen auch maniiic Gcwinn-Rralifirnngrn vorgcnommen wurden. In Frd. Wilhelm Nordbahn war das Geschäft ziemlich bedeutrnd, fir schwankten zwischen 75"; und 707; %, blicben beute 70 Br., Posrn-Stargard, bis 8635 gewichen, ka- men wii-rcr mis 88,2, % und bleiben 877; Vr. u. Geld. » In allen übri- grn Ouiitungsbogen wenig gemacht, und deren Course erfuhren nur ge- ringc erändrrnngen. Dcr “Schluß unserer heutigen Börse blieb im Gan- zen slaii, won: indrß kein besonderer Grund vorlag.

Unierk-Ztaats-Fonds halten sich gut und steigend. Staatsschuldscheine bis 947,5 “„ nnd Priimienscheine bis 93'7, % bezahlt.

Zn frrmdrn Fonds ist Wenig gemacht und die meisten derselben nie-

dkxgck wie in voriger Woche. Heute waren Hamb. Feuerkaffcn-Anleihe :- 802 % begehrt und Hamb, Prämien-Anleihe 86'Ä % Geld. „_ Von Wcchscln blieben Wien und Hamburg in f. S. esucht, dagegen 1" London niir znr herabgesester Notiz zu begeben genießen und Frank- furt a. M.n1cht zu [offen. Das Geschäft war heute belebter, als die Woche iiber.

_ Berlin, 16.“ Jan. Das Verhältniß unserer dieswbchentlichen Land- Zusnl'ki'n von Weizen und Roggen gegen vorige Woche hat sich nicht ver- andrrt, voii Gerste, Hafer und Erbsen aber ist weniger zu efiihrt worden; rs _gmgcn ein: 123 Wspi. Weizen, 208 Wspl. Roggen, 3 Wspl. Gerste, 2243 Wsp!._§)ascr, 7 Wspl. Erbsen. Reger Begehr fiir alle Sorten von Screen uriicrcr Fionsumenten bewirkte im Allgemeinen, bei promptem Absav, cine Preis-Erhohurrg von mehreren Thalrrn pr. Wispel. Auch an der Kornballe wurden die Forderungen für verwinterte Güter (PlaH-Vorräthe find kannr nennenswerth) wesentlich gesteigert. Umsäße hierin kamen von Belang „nicht zu Stande. Wiewobl die Berichte aus allen bezithkkdkn und zmuckwirkcnd auch aus allen exportirenden Ländern positägiich “höht? Notirnngen brachten und fiir Unternehmungen anregend blieben, schienen unsere Geschäftsleute, bei dem jryigen Stande der Preise, doch besonnen davon abzusehen, Um so mehr vielleicht, als deren vor Frühfabk "icht "icht wieder zu realisirrn sein dürften! Zu gemäßigter“! Pkkise" wurde “" be- scbtänltcr Verkehr sich eher hcmuSgebildrt haben, ["i-""d““ *" Weizen pr. Frühjahr, wenn dafür Abgebrr wären. Wir„smb “an“) wieder auf fast nur nomineUe Preis-Angaben hingewiesen; sl" weißen &“,pr pol- nischen 83-86 Rthlr., fiir bunten 84/86vsd. polnische" 79-432 N' lk- (eine Ladung 84pfd. verwirrterter boite 79„_Rtbik., kim? Ladung 851)“. „k- dung 81 Nthtr.), für gelben 85/87pfd- markischkkx 784" N'blk-Z Kleinig- keiten bunten polnischen in ]nco erreichten 83-780 Rthlk.

Roggen ;" 1060 b"- 82__84psd. 70-72 Rthlr. werth, verwintert siebende Ladungen nach Entfernung „69-70 Nkblk- p. 82psd, ZU sobäsem Das Geschäft auf Liefert!!! p- quhxabr hatte von Mitte der Woche an, als wir circa 70 Mbit. anden, SÜW“! Umfang 3" 1 RM“ p. Ws“ aus- und absteigenden Preisen, je nachdem gerad? Frage oder A ebot ein- ander übkklk U] waren; heute sch10ffkn Wit: 697 Rib“. bez. lb ., 69T Mhz„ G„ Zuni/Zuli 68 Rthlr, Br., 67; Mbit. G.

Gr. Bruch-Gkkßk- im Kanal verwintert, wtirde gus 56-55 Mb]“ p, 70/71psv. gehalten, und 52 Nthlr. Gebot dafiir blieb unberüäficheigt