1847 / 128 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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ien Wichti keit für unsere ganze Lebensthätigkeit als Vereinigier

Landtag 1 . Ich mu bekennen, daß, wenn ich auch dem Landtags-

Marschall sehr gern icrmit die öffentliche Anerkennung von meinem Stßndpunkt aus zusprechen muß, daß das Möglichste von seiner Seite geschehen ist, um uns die breiteste Basis bei unsereitVerhand- liinsgen zu gewähren,„ doch Zeiten kommen können, ,wy em, Anßkkkk die en Play einnimmt und es allerdings sehr schw1kkig sk"! wurde, in der gegenwärtig zur Geltung gebrachten Art und Weise hier fort- zukommen und uns dann durch und in formeller Beziehuitg FHs?!" auferlegt werden könnten, welche ger-1de-JU„1!"skkk “UKW?!" skandi- sche, reichsständische Wirksamkcit aufhxben konnten." Wtrxhaben auf den Provinzial-Landtagcn bereits „Wiedxkhqlk “le“- düß uns (5)?- schäfts-Ordnunqen gegeben find, die wir nicht mit unscrem lxbendi- gen Wirken in “Uebereinstimnnmg hielten, _und-deiéhalb glaube _ich, ist es hier von der größten Wichtigkeit, da[; wir eine Allerhöchste Ju- terpretation erbitten und die Jxage generell stellen. Wenn bei jeder

etition Se.?)kajestät der König Sich vorbehalten wollte, den Ge- chäftsgang des Verxiiiigtezn Landtags, zu bestimmen, so diirfte dies die größesien Schwierigkeiten fur_ die Regierungen selbst bereiten. Ich glaube, daß em Reglement, em Geschäftsusus ein bestimmt fest- gesexzter sein muß, und _daß namentlich, wenn die Versammlung zum ersieunmie zusammen isi, sie sich den Boden erwerben und fest“ siclien muß, auf welchem sie leben und wirken soll,

Marlxchall: Ich bin der Meinung, das; dieser Gegenstand zur Berat ung über das Reglement gehört, die uns nahe bc- vorsteht.

Abgeordn. von Vincke: Ich habe mir eine kurze Bemerkung erlauben woilen. Wenn der Landtags-Marschall belieben sollte, die Friage,speziel_l zu stellcn in Bezug auf eine Petition, so würde es niir nich? “moglich sein, dieselbe zu beantworten, denn wir kennen ja die Petitrdii nur_ ans allgemeinen Andeutungen. Ich glaube, daß, wenn wir.,uder die Frage entscheiden sollen, die von dem Marschall an den K_dnig gebracht wcrden soll, wir nns in voÜcr Kenntnis; der Sachechsindeii müffen, um nicht zu veranlaffen, das; Er. Majestät dem Kdmg eine Meinung als die unsere bezeichnet werde, die wir nach naherxr Kenntnis; der Sachlage in dem Umfange nicht wiirden festhalteit konnen. Wenn die Frage speziell gestellt wird, so bin ich der Meinung, daß die Petition erst Vorgelescn werden muß. Ich glaub? jedoch, dgß'die generelle Stellung der Fraze besser ist, da es sich hier um Prinzipien handelt, die wiederkehren önnen.

' Marschallw Es scheint mir, als ob der Herr Redner selbst nicht 111 Zweifel sei„ wie er zu stimmen haben Werde; da cr sehr be- stimmt erklart hat, ich hätte sie nicht zurüäweisen diirfen.

, Angordn. von Vincke: Nach dem, was hier gesagi isi, habe ich alle_rdingsk'glauben miiffen, daß der Landtags-Marschall sich nicht im Rechi bcfandc. Y_ck) wünsche aber, daß iiber eine solche wichtige Frage nicht eher abgestimmt werde, bevor wir mit der Sache genau bekannt smd,-1ch glaube, daß dies eine Ansicht ist, die fiir sich selbst redew Uebrigens habe ich zu bemerken, daß, wenn über die Frage abgestimmt werdcn soil, nach §. 7 ch Gcschäftö-Reqlcmmtts erst eine - crathZ-ung in einer Abtheilung darüber siattfiuden iiniß.

ine Stimme (vom Plaße): Das rini wel ' ' " Angelege-nheit hier“ V?" in»? zur Sprache Ybrcéäßi wirKWisianch diirchgrcifender"Wichtigkeit, „daß wir es nicht ernst qenug behandeln konnen. Es hangt davon die ganze naiionaic Vcstinimunq dcs Laud- tags ab, und Von dieser Ansicht au6gche11d, fordcreich Sie auf, Ihre anz? Aufmerksamkeit der Fragestellung zuzuwenden. Würde die Frage peziell gistelit, so würde sie nur iiber einen einzelnanall entschei- deii, und wir- können über diesen Fall nicht entscheiden, weil wir nicht

Wissen, was in der „Petition gesagt ist, Wir können nicht rutschcidcn,

oh das Recht und.die Verpflichtung, welche der Marschall in Anspruch mmint, v„crlekzt seien, da wir nicht wissen, was petitionirt worden ist.

Allem, hatte er das Recht, Petitionen zitrückzuwäscn, so wiirden wir ups gußer Stand?, befinden, dariiber zu urthcilen, ob der L).)iai'schall hier "", Rechte ware oder nicht. Der Marschall hat erklärt, er be- fande sich nicht auf dem Rechtsboden, ei“ nähmc blos die Verpflich- tring txt Anspruch. Ich glaube, das Recht sowohl, wie dichrpflichtunq, niuffcn tm Rxglcment bestimmt und bezeichnct sein. Es findct sich darin diese Verpflichtung nicht; Petitionen können nur von der Abthcilunq iind darin von uns selbst zurückgewiesen werden. Das ist meine An?- stcht; die-Ansicht des Marschalls und vieler Anderer ist eine andere

ewesen. ,Desfhalh kqnn die Frage nur die sein: welche von beiden

nichts!) isi, diedrich-ttg-e? Die Majorität wird fich dafiir aussprechen, weich,? sie fur die richtige hält, und wenn der Marschall in dcr Mi- norttat sich bxfmden sollte, so würde er qanz richtig nach §. 29 des Reglements sich darüber die Allerhöchste Entscheidung zu erbitten ha- ben, ob er oder die quorität die richtige Ansicht habe,

, Marschall: Es ist der Antrag gestellt worden, daß die Peri:- tion hier verlesen werden solle.

(Unruhe, viele Stimmen dagegen.)

Abgedrdit, von der Heydt: Es i vielfach die Ride chvc- sen vonkemer Declaration des Geschäfts- cglemcnts; ich bin* nicht der Meinung, daß es hier darauf ankommt. Das Geschäfts-chlc- ment ist nur gxgebeti über dyn Geschäftsgang des Vereinigten Ladd- tags, es soll nicht die Rechte desselben darthun; diese Rechte sind in dein Geseße vom 3. Jßhruar 1847 ausgeführt, und am Schlusse ZUR ??: „Der GcschaftY-Yang auf dem Vereinigten Landtage wird KU.;?!) etm von Und zu voll_zic endes Reglement geordnet werden.“ Die die 511); nTnzstragejist aher eme Rechtsfxage, und die Entscheidung über Re lem Pk erzz tft kme Rechtöenischeidun ; diese Frage konnte im

E 8a Nxchxncht erdrtert werdet). Ich in also der Meinunq, daß daßge; ?Ich dßuf eme Declaration des Re lemcnts ankommt, “sondern über die Kom kxtm handelt, ob_ es im Reck?“ der Versammlung liege, daß d' F Pdenz zu entscheiden, und ich bin daher der Meinung, - '“ rage ahm JeÜeUt werde, ob die Versammlung das Recht,

NLWKN Kompetenz zu entscheiden, dem Marschall einseitig zuer-

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Marschall: Der Ab eordneie Wächter hat das Wor

(Während dieser die Re§diierbühne besteigt, spricht) t,

_der Ahgeordn. Weyher (vom Play): Wenn es auch nicht Zweifelhast ist, daß es dem Marschall zustehe, schließlich hierüber zu „est1mmxu, so schwebt mir ein Ausweg vor, daß die Versammlung ihre Metnimg aUSdriicken könne, wenn sie beiBeantwoi'tuug der Frage lhre, Motive mit aufgenommen zu sehen wünscht, und dieser würde darm bestehen, daß die Versammlung die Frage, welche dcrLandiags; Maxschall sionen will, mit „Nein“ beantwortet und als Grund dafür augtebt, Mil er sich die Beurtheilung selbstständig angemaßt hat.

(Unterbrechung,)

Abgeordn. Wächter: Nachdem sich hier so Verschiedene Ansich- ten, theils iiber den beziiglichen Gegenstand, theils iiber die Fragstel- [ting hxrauögestellt haben, so glaube it's), daß, wenn die Frage über dle]? “einzelne Petition gestellt wurde, sich alle diejenigen, dic ebenfaUs Petitionxu zurückbekommen haben, im Nachtheil befinden; wird die Frage nicht allgemein gestellt, so würden dergleichen Fälle wieder Von iicuqni eintreten. Ich bin auch Einer von denjenigen, der mehrere Yetitionen zurückbekommen hat, darunter zwci, Welche von Wichtigkeit fur die gaiize Monarchie sind, ich habe sie allerdings nur mit speziel- ler Hmwcxsnng auf Preußen gerichtet, aber der Antrag ging bei bei- dcn ganz allgemein. Der eine Antrag war über Chausseen fiir das ganze „Land, mit spezieller Hinwcisung auf Litthaucn; der zweite auf Regulirung der sämmtlichen Ströme, mit spezieller Hiiiivcisunq auf dtcjlnlng wclche Ostpreußen und Litthaucn durchschneiden. Bci bci: dyn Anträgen kann man nicht annehmen, das; sie blos das Zntcrrffc einzelner Provinzen betreffen; sic sich?]! in Verbindung mit dém qan- xen Lande. Dthalb glanbc iw, hätten sie einer letliciluiig iiberwie- sen Werden niiincn. Der dritte Antrag betrifft allerdinqö blos Preu- ßci), und es ist cinAntrag, bctrcffcnd die Jeucr-Vcrsichirimq. Dabei“ mochic :ck mir die Bitte erlauben, das; es gestattet wiirde, dcrqlcichcn Anträge einer Kommission „zu iibcrwciscn. *

(Der Abgeordnete (Bier, welchem der Landtaaö-Marschall das Wort gcgcbrn, besteigt die Tribüne, während don Zielen Seiten der Ruf nach Abstimmung laut wird.)

?lbgcordn. Gier: Nur eine ganz kuch Bemerkung. Dcr ab: gehende Rcdncr hat mich um so mehr in der Ansicht bestärkt, das: kcmc [Prinzipien -Ji*agc gestillt werden kann und noch weniger dar? iibcr abgestimmt werden darf, indem sie einen ganzandcrcn Geschäfts- gang, "eine ganz andere Vorbereitung Voraussch. Es kommen an- dere Falle vor, und es sind schon viele vvrgekommcn, daß der Mur- schal! nach dem GcscH eine Petition zurückgegeben hat, ich selbst bin 111"d1ks8111 Fall gewesen. Das Gesetz autorisirt ihn dazu in solchen Fallen; ich will nur einen Paragraphen vorlesen:

, (Liest vor.)

Hier liegt aber ein einzelner zweifelhafter Fall Vor, der achmacbt werdcn muß, um vorwärts ;u kommen. Der Marschall ist Zweifel- haft gewesen über sein Verfahren und fragt uns ganz einfach, ob wir anderer Meinung sind als er. Das halte ich für einfach; er wünscht darüber unsere Abstimmung, und um“ so kann die Frage gestellt wer- den., Ich sclbcr werde gegen den Marschall stimmen, indem ich der Meinung bm, daß die Eingabe an die Abtheilung hätte qewiksen Werden müssen, und ich wünsche sogar, daß der Marschall dié Gewo- qcnhcit haben möchte, nach näherer Priifung nicht an den König zu erichtcn, sondern, wenn die Versammlung gegen ihn stimmt unddu- durch den Wunsch zu erkennen giebt, daß die Petition cincr Abthci;

litiig„_iibedwieseit werden möchte, der 9)karsclmli sie noch an den Aus- schuß bcfordcrx, indem ich glaubs, cs wiirden dadurch Vcrlcczcnhcitcu und _roße I)iisxstnmmmg beseitigt Werden. * '!bgcordn. _»on der Heydt (vom Playe): Ich beantrage, daß. die Frage 10 gestellt werden möge: „Ist die Versannnlnnq der Meinung, daß der Landtago-Z).)iarschall iiber die Frage dcr Koriidctcnz des Landtags einseitig cntschcidkn kann?“ * Abgcordti. (Hier (Vom Playa): Das geht nicbt! So kann die Frage nicht gestellt Wii'dcn! Dann wiirde sie erst in die Abthei- lung zu bringen sein! Abgcordn. von der Hrvdt (vom Platze): Ick) [mbc am“ nicht das Recht, dic Frage 31! stellen, ich habe nur gebeten! eincn Vorsckiliiq ;naétcn zu diirfen, m.d dcr Landtags - “))iarschall hat mir [“as/ci? au . Eine Stimme (vom Plays): Ick Wollte blos vor der Ab- stiunming iiber die Prinzipien-Frage . . . Marschall: Der Abgeordnete von Witte [mi friiher um das Wort gebeten. ' ' Abgcdrdn. don Witti" (vom Platz): 'Ich wollte mir nur cr- l_aubcn, die Anxicht auszusprcckjcn, das; mir die Fraue, wie sie der Landtagö-Ykarschall vorgelesen hat, noch viel “zu prinßipicll ist. Icli behaupte, sie muß noch spezieller gestelltwcrdcn, wenn wir aussprcckicii wollen, da; sie mir mit B*zugnahmc auf §. “39 gkstc'llt werde, Ich Ybaupte, ,das; es nur die Frage sein kann, ob das Verfahren in dcr _Yrdming i1t-oder_nickt; ich behaupte, es ist in dcr Ordumiq; es liegt hier ein zweifelhaétcr Fall Vor, und dann hat dcrLandtaqöZ-Marschäll uach deni angefiiyten Paragraphen intci'imistisib, bcacdten Sic ch wohl, weine,.er'ren, interimistisck) zn cntschciden. Tics istqesckxc- hen; die prinzipielle Frage muß vorbehalten bleibrn bis zur *Bcia- thung dcs_ Reglements, die wir nächstens bi'kommcn werdcn; dann Mrdmdwir tm Stande skin, hieriiber uns zu erklären, und bis dahin jvcrde :ck meine Meinung zurückhalten. , Abgeordn. von Brodowski (vom Platze, war nur undeutlick) zu vgrstchcn): Ich habe im Anfange gesprochen, das; nach §. 29ch Maychall allerdings das Recht hat, in zweifelhaften Fällen zu cut- schcidcns. 'Es qt a,b-cr hier kein zweifelhafter Fall. Nach §. 2671. muß eine _)ede Pßtition eincr Abtheilung zur Bcrathnnq überwiesen werden. ,chn hier ein Zweifel vorhanden gewesen wäre, so wiirde gesagt sem, prthsziclle Sachcn müssen zurückgewiesen werdcn. Ich mache darauf ,ausmcrksam: Se. Majestät dci König hat nuWa- sprochen: „Zwischen Uns sci Wahrheit.“ Dcr brave Unterthan mus;

denn anders kann der König zur Wahrheit nicht kommen. Wird sie unter dem Vorwandc, sie betreffe nur eine Provinz, zurückgewiesen, so kann_ Se. Majestät der König nicht wissen, ob diese Frage An-

kiang findet, ob die Uebeltände, die in der Petition enthalten sind, wirklich begriindet seien. eshalb bitte ich die Versammlun , zu er- lankn- daß dieser Gegenstand wenigstens einer Abtheilung üJerwiesen werde und es jest bei der allgemeinen Frage bleibe.

[1 M,a1'schall: Ich muß bei der Meinung Verbleiben, daß eine ÖLJeitnem Zlk, stellende Frage nicht vorbreeitet ist. Sie wird bei der Wir?) !)?in uber das Reglement, welche nah? bevorstxht, voxkommen, pctcn n“ atnn dem Marschall die Entscheidung über die Kom- frischt“ 'H) „zugesprochen, so,!»in ich damit außerordentlich zu- nommcir e [WW nur dadurch . eme unangenehme Verpflichtung abge- „_ “l 't, k erhaupt: je weiter das Reglement gestellt ist, xe mehr PZN),“ en" es der Veksammlung überläßt, desto leichter und bequemer i!, NMC“) dkkx VorskYenden. Hier handelt es sich aber nur um einen clnlecn Hall, ux den ich die allerhöchste Entscheidun nach- sUÜZk" '"," - soft") k,"? Versammlung der Meinung ist, da? meine Y'Mcht mchY d“? UÄUIL gewesen; was iibriqens das materielle der TJYZÉJZ'YÉ“ sko„ w;*"schLB'ch Zufrichxig, daß “sievouständig hier vcr- / *r n onnc. ci cr-ra ' "- digt habe, th es bleiben. F gesteum'g“ w'“ 'ch fie “"g“-““'

( ufrcgung. Viele Stimmen durck einander,

Ick fragxznxrsk, Vb ILWÜUschk Wird, daß, ich zur )Fragestellung

ubcrgehe. Diejenigen, welche dafür sind, bitte ich aufzustehen, (Bedeutende Majorität dafür).

, Ick _komme jetzt" zur Jragesicliung selbst und bewerke, daß dieje- iiigexn-l die isch dadurch eingeengt fühlen, weil sie die Petitiox! nicht dollxtandtg cmicn, immer dagegen flimmert können", sie Werden mir überhaupt die Kompetenz absprechen.

(Mehrere Redner verlangen noch das Wort).

Ick kann Niemanden mehr das Wort geben, da wir jexzt in dcrlLslbjttmnnmg sind; ich bitte den Herrn Sciretair, die Frage zu der 9 en.

Sccretair Naumann (verliest die Frage: „Ist die Versamm- lung der Meinung, ob der Marschall den »" 263. unrichtig ausge- legt habe, indc'm derselbe sich nicht fiir befugt hicl, den 111 Frägc stehenden Petitionsantrag anzunehmen?“) *

_ Marschall: Diejenigen Herren, Welche dafiir siimmcn, die alio glauben, das; fck nicht im Recht bin, bittk fck aufzustehen.

(Majorität fiir Bcjahung der Frage erhebt sich)

Die Majorität hat die Frage bejaht, ich werde also die Aller- höchste Entscheidung nachsuchcn.

Abgeordn. Camphauscn: Ick habc nur den Wunsch aus- driickcn wollen, das; nunmehr der I)i“arsiball die von ihm beabsichtigte Berufung noch nicht vornehme, sondern, da die Verathung iiber das Gcschästs-Reglcmcnt nahe chorstel)i, so wiirde diese Frage mehr im Allgemeinen behandelt wcrden können. Die Vcrsannnlung wird gc- wis; damit einverstanden sein, daß dchMarschall einstweilen fortfahre, so zu handrln, wie er cs nach seiner Ucbcrzcngung für richtig gehal-

ten hat.

(Viele Stimmen: Nein, nein!") Marschall: Ich glaube nicht, daß dies die Meinung dcher- sammlung sein wird, obgleich ich nichts dagegen habe. Eine Stimme (vom Platz): Ich bin der Meinung, daß es dem I)iarschall iibcrlaffcn bleiben muß, die Instruction cinzuholrn. Eine Stimme (vom Play,]: Ich glaube, daß die Prä- 111iss_xti, die der Landtags-Marschall gestellt hat, artögefiihrt Werden muUe'n.

Abgeordn. von Beckcrath: Auf die so eben qcsckyloffene Vcr- handlnng komme ich nur mit dem cinzigcn Worte zuriick, daß di? Beriifimg an Se. Majestät nicht von der Vki'sammlima, sondern lc- diglick von dem Herrn Marschall ausgeht. *

Marschall: Za wohl! (Hanz'richtig!

(Sckl1ls2folgk,]

,Berichtigung. * Zu dem Berichte über die Siyimg der Vereinigten Kiiricn am 29. April, Allg. Preuß. Ztg., Seite 603 Spach 1, mus; die Rede des Freiherrn Von Lilicn-Echt- lyaziicn folgcndernu'iszcnlauten: Nach dem Gutachten der Ab- theiluiig scheint es, daß das Resultat der Konferenz xwisckien dem zu „wahlcnden Ansschnssc und dem Herrn Minister dcs Innern nicht '," [“a-s Plenum des Vereinigten Landtages gelangen, sondern nur der 111 dicser Saibc dem nächsten Provinzial -- Vaiidtaqe vorzulcqen- „dM 'Attxrhijchftcn Proposition zur Grundlage dicnén soll, “Es lst indcxscn ,wiinschenwiérth, das; das Resultat der Konfercnz dem Vereinigten Laydtage gleich Vorgeleqt werde, damit jc nini) dcm Ausfaile desselben die einzelnen l)ici)*Vcrsan1meltcn Provxn- zial-Li111dtage,iiii Stande sind, sich die sofortige Ucbcriveisnng der auf ihre Provinz fallenden Summe zu erbitten. Wenn vorher von einem Mitglicdc dcr Versammlnng beantraqt worden i“t die Aller- höchst bkwilligtc Summe zur Lindcrung dci gegenwärti ,en allgemei- nen Noth zn Verwenden, so bemerke ick), déiß dieser weck *in der Provinz Westfalen vollständig erreicht wird, wenn der Jus diese fal- lcndc thiiheil unjener Summe der daselbst bereits bestehenden Pro- vinzial-Hiilfs-Kgne schleunigst überwiesen wird. Denn in der Pro- vinz Weitsalßn jmd sehr viele Gemeindebauten, namentlich Weqcbau- ien- znxAiisfiihrunq völlig'vorbcrcitet; die Fonds der Provinzial-Hülfs- .ziaxse sind iiidesscn so erschöpft, daß sie zur Zeit außer Stande ist, den Ge- meinden die zur ?[tisfiihrziitg jener Bauten erforderlichen Darlehne auf Amortisation zu gewähren. Cs leuchtet daher ein, daß in der Pxovaxz Westfalen dcm Nothsiandc einc schr Wesentliche Linderung wurde zii Theil Werden, wenn durch Vc'rstärkunq der Fonds der dor;- tigcn HUlfÖ-Vüffk diesc in den Stand gcscßt würde, den Gemeinden die zur Ausfuhrunq der bereits Oorbcrcitcken Gcmeinde-Bauien er-

dik Wahrheit aUSsprechen, wie sie ihm sein empfindcndcs Herz diktirt,

forderlichen Geldmittel gewähren zu können.“

Beilage

;:- das dortige Wochenblatt: ? d. M., Abends 7 Uhr, begann ein plöizlichcs Anschwellen des Elb-

669 Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.

Sonntag den 9seu Maj,

Uichtamtlicher Th eil.

Inhalt.

Inlayd. Berlin. Ernennungen in der Armee.

Deutsche Bundesstaaten. Königreich Bayern. Veränderungen im diplomatischen Corps. _ Revision des Judengeseßes. _ Sinkender Getraidcpreisc. _ Königreich Sachsen. Steigen der Elbe, _ Kö- nigreich Württemberg. Abreise des Königs nach Baden. _ Un- ruhen in Stuttgart. _ Mißlungene Aufrcizungs:.Vcrsuchc in Ulm. _ Schreiben aus Schwerin. (Hoftmuer.)

Rußland und Polen. St.Petersburg. Ordensvorleihung._Erklä- rung in Bctreff der Uebereinkuuft mit der Bank von Frankreich. _ Getraidehaudel Qdcffa's. _ Versiärkun dcs Conseils der Kredit-An- stalten, _ Acticn-Compagnie fiir Wallfis )fang.

Frankreich. Paris. Ordensverlcihungcn, _ Anschuldigung gegen die VerWaltung seitens des (L3c11cralCitbiöreö. _ Vermischtes. _“ Schiri- ben aus Paris. (Debatte iiber die“ Marine; persönliche Angelegenheit dcs. Pairs Herrn Teste; Gährung in dcr konservatchn Partei.) *

Giropbrttanienxtjmd Irland. London. Hosnachricht. _ Nack):- richtcn aus Branden. _ Tclcgraphische Depesche: Annahme der Fabrik- dill im Unterhause; keine Interdention in Gricckxnland. '

Ntedxrlandex Aus de_m Haag. Befinden des Königs,

Belgien. Brüssel, Mißlingcn dcs Cinigunqsvcrsuchcö der Liberalen. _ Freihi'indclsvercin. _ Ncncr Kammerbcschluß iiber die Bahn von Viiiffcl nach _Gent, _. Ynnahmc des Lebensmittel-(5_5cseßcs. _ Vermischtes.

Examen, Briese aus Madrid (Nachrichtcn aus Poitugal, _ Die panische Intervention; Vermischtes.) _ und Paris (Nachrichten aus Catalonien.)

Portugal. Lissabon. “Das neue “))iinisteiiam. _ Die "Bedingungen der m_iglischcn Regierung au die Junta von Porto gewiesen.

Turkei: Friedlichcrc Aussichten.

„Ostindien. Paris, Neue Uebci'landposi,

Helmdcketls- und Börsen-Nachrichten. Berlin. Vörscn- und Markt- *i*i“1 ) .

Inland.

„Berlin, 8, Mai. Nach dem lxutigcn Militair-Wochcn blatt ist der Baron von Fircks, Hanptmann und Comumndcur dcr bien Jägkr-Abtheilung, ZUM ctatömäßigcn Major und der Hauptmann don Brauchitsch, womöiaiser Franz-Grenadicr-Regiment, zumTi- rektor ch Militair. Knabi'n:Erzichungs-Znstituts zu Annaburg ernannt ivorxcn, und soll Letzterer beim Regiment als aggrcgirt gefiihrt wer en.

Deutsche Bundcsßaatrn.

Königreich Bayern. Das Regierungs-Blatt vom 3. Mai. enthält nachstehende Veränderun an im diplomatiscken Corps: Der König!. S_taawmth im außerordeut ichen Dienst, Friedrich Graf Von LuxbUl'g, ist zun) außerordentlichcn Gesandten und chollmächtig- ten Minister “1.7". I,?aiscil. dsicrrcichischen Hofe ernannt; der Minister- Rcsident am Hdntgl. Wkkmischcn Hofe, ?))karimilian Graf von Ma»- rogna, von diesein Posten abberufen und in gleiiher Eigenschaft an den Iiönigl. belgischen und _an chi Rönigl. niederländische." Höf W„__ seYt und an seine Stcll/e bekanntlich der König!. Staatsrath im an- ßcrordcntlichen Dienst, Karl „VlYl Abel, zum außerordentlichcn Gesand- ten und bevollmächtigten Minister an dem Königl. sardinischcn Hofe ernannt; dcr Königl. MinistchResidcpt aii dcm „Königl. griechischen Hofe, Karl von Gasser, von senicm bisherigen Posten abberufen und zum Königl. Bundestags -(*_§5c1§1n-dtcn und anßcrordcntlichcn (He- sandten uud bcdollmächtigten Minthr im dem kurhessischcn, Gros;- [)crzogl. hessischen und Hexzygi W[[Jlllschkn Hofe iii,provisorischcr Eigenschaft ernannt; der „Königl. Kammsrer und Mmtster-Rcsident, Clément Graf Von Waldkirch, in Kizrlöi'uhe, zum anfxcrordcntlichcn Gesandten und bevollmiiihtigxxii Minister an dem Großherzog]. badi,- schcn Hose in provisorixchcr Eigenschaft ernannt; dci“ Königl. Käm- merck und Legatioiiö-„Sci'rcfaii', Mar Pcrgler Freiherr von Pcrglas, in Berlin, zum Ministev-Rcsidcntcn an dem Königl. griechischen Hose in provisorischer Eigenschaft ernannt worden.

“Dem Vernehmen nach,- wird das Edikt vom 10. Juli “1813, die Verhältnisse der Jsmclifen bctrcffend, cincr Révision unterworfen.

Ju Regensburg waren am (1, Mai die Preise des Gcti'aides namhaft zurückgegangen. deutende (Heiraidcziige kamen fortwährend auf der Donau an, und obgleich die Wenigsten Ladungi'n fiir den dortigen Markt bestimmt

den Höhe hcrabzudriiikcn. '.)luch in Würzburg war am 1. Mai der Gctraidcmarkt so rcichlich befahren, wre seit lange'm nicht mehr“, der

waren, so trugen sie doch dazu bei, die Preise von ihrer schwindcln: ZW" SMULÖPUWW Mgckvikskn WOW?" (s* die Beilagc 3"

In Bambc'rg hat der “))?agistmt bekannt gemacht, das; allen Zwischciihändlcrn und Unterhändlern der Besuch des dortigen (858- traidcnmritcö zum Behnfc dcs (Ißctraidccinkauch untersagt ist, und

das; diejenigen, welche hiergegen fehlen, nicht nur die Hinwegwcisung

von der Schranne, sondern außerdem auch noch die strengste Ahn»: dung zu gewärtigen haben.,

„Königreich Sachsen. Aus Pirna vom 4. Mai meldet „Am vergangenen Sonntag, den “„It-'n

stroms. Dic Fährlcute sollen schon in den Nachmittagsstmrden aus dem Voriiberschwimmen einiger Stiicken Vieh ein baldiges großes Wasser gemuthnmßt haben. Der Strom erreichte in der Nacht vom Sonnkasäe zmit Montage eine solche Höhe, das; Montag friih das Wasser chou tm niederen Stadtgraben stand.

Clhmcsser 6-0 12“ iiber 0, Abends 7 Uhr 7" iiber 0 und heute, Dienstag frizh, 7": 10“ iiber 0. Dieser Standpunkt scheint nun auch nicht mehr uberstiegen, weiden zu wollen, da es denselben schon seit mehreren Stunde!! J'emxlch, unverrückt beibehalten hat. Ueber den wahren Grund diesex ploylichen Wasserfluth sind bis jeßt noch keine stcherxn NZchrichten ?lngélaufcn; man spricht von siarken Wolkenbrü- chen m Bohmen, von anhaltendem Regen und dadurch beigeführ- tem raschen Schmelzen des Schnees in den höheren G ' gen.“

Königreich Württemberg. Se. Majestät der König

“* fich am 3. Mai zum Gebrau ' , , LLM)?“ "“ck Baden begeben. che em“ Brunnenkut “Uf “mg?

Käufer waren weniqei', und die Prcisc Von Korn nud Weizen fielen. Z? reich «"Yekanftcn MM" 3" bezahlen hat. ck Die zu diesem ZMck MAFO

“* lebhaftes Aufsehen erregt, sie ist von den Zeitungen verschiedentlich ausge-

.J gcgncn nnd dieselben nicht der Unterstiißung zu bcrauben, Welche

Am Mittag zeigte der !

Frankfurter Blätter melden aus Stuff art vom 4. Mai: „Der Sturm ist [oogebrochen und, xvas mgn no, gesiern kaum zu glauben wa te, geschehen. S on mrt Herembrichen der Nacht ward es gestern cbhaft auf den traßen, namenilich in der Nähe der Hauptstädter Straße, in welcher das Haus xincs Bäckers sicht, der sich den Haß des Volkes zugezogen, uiid aus dem Markt. Um acht Uhr ging der Lärm los und steigerte, sich unter dem Einschlagen der Laternen und Fenster so, daß sämmtliche Regimenter ausrückcn muß: ten. Als die Massen nicht ans einander gehen wollten, fing man an, mit Gewalt Play zu machrn, und nun flogen Von allen Seiten Steine auf das Militair. Selbst des Königs iind dcs Kronprinxcu Erscheinen bcschwichtigicn das Toben der Masse nicht, und so wurde leider ein- gehauen und scharf geschossen. Der Verlust von drci Menschenleben soll zu beklagen sein. An 150 sind gcfiinglick) cingexogcn, mehrere Häuser und name*ntlick) das (Hebäudc, in welchem sick) das Kriminal- Amt befindi't, sind demolirt Wordcn. Heute friih hcrrsibi große Aus.: regung in der Stadt. Man steht in ?))kassi' vor cinem Hause, in dessen Lädcn fiinf Kugeln stecken. Die Roitci'ci hat die Schranne bcscßi, und man ist nicht ohne Sorge fiir die' kommende- Nacht.“

Die D. A. Z. enthält folgende Nachriiliien aus Ulm Vom 4. Mai: „Dic kaum gehobene Besorgnis; wäre gestern ?lbend bcinahe aufs neue rege geworden. Nachmittags hatten sick) nämlick einige vi'i'we'gi'ni' Bursabc ano dcr Hi'ft' des Volks auf den verschiedenen Sektionen der beim Festungsbau beschäftigten Arbeiter nmhcrgetric- ben und diese unter der Vorspiegclnng, das; im Lohn inchrhältnissc zu ihrer Arbeit zu gering sei, gcicn die' FestungsbauDirection auf: zuwilgeln gesucht, (55liickliche1*wcii]c scheitcrtc dcr elende Plan aber an der Bicdcrkcii dcr ehrlichen Arbeiter, welche der “Direction so»- fort Anzeige machten, "Diese und die städtischen Behörden tra- fen indes; alle nur möglichcn Vorsiihts = Maßregeln. Abends gegen 6 Uhr hieß es mm, die Uchelwollcndcn hätten sich in Vermehrter Anzahl in einem Wirthsihaftsgaiicn vor der Stadt postirt, um dort die zu dieser Zeit von ihrer Arbeit heimkehrenden Schnitzer Von neuem aufzureizcn. Alsbald eilten die Behörden mit Polizcimannschafk, Gendarmen imd Militair dahin, Thore und Stra- 1cn wurdcn militairisch bescßi, und in dir zum ancnthore führenden Hanptstmße wogtc cine zahllose Menschenmenge. Indes; glanbte wohl Niemand ernstlick an den Wicdcrmiöbrmb von Unruhen, zumal man hörte, daß die Öcsiungödauarbciter die ihnen Nachmittags Wc:- JM ilircs ruhigen Verhaltens von der Direction zuerthciltc Belo- bimg freudig aufgenonmii'n hätten. Bald kehrte die **ehördc auch wieder zuriick, die auf: und niedci'wogcndc Mengc verlief sich, und alle Besorgnis; schwand, Gleichwohl blicbcn auch fiir die folgende Nacht die Vorsichiönmßrcgeln der friiheren Tage in vollstcr Amvcn- dung. Nachmittags wurdkll mehre Verhaftungen vorgenommen. " Von den aus den dcmolirtcn Häusern cntrveudctcn Sachen sind sehr viele theils freiwillig, theils in Folge einer gcschchcnen öffentlichen Auf- forderung wieder ziiriickgebracht worden; wieder andere wurden bei einer angeordneten Haussuchung vorgcfnndcu. (Hestern Nachmittag riiöktc ein Theil der wieder einberufenen Beurlaubtcn in die Stadt ein, deren Garnison somit um etwa .“"xl.)l_)Mann vermehrt wird. Die gestern friih Von Stuttgart hcimgekchrte Deputation brachte die er- frculiche Nachricht mit, daß die Jruchtkästcu geöffnet werden sollen, Dies hat iiberall dcn bcruhigendsten Eindruck gemacht. In Geis- lingen sind ebenfalls auf dem letzten Markte Drohungen ausgestoßen worden. In Bibrach wurden vier Bürgern, Welche im Verdachic dcs Wuchcrhandclö stehen, die Fenster eingeworfen. Aehnlichc Demon: sti'ationcn läßt das Gerücht in Ellwangen, Tiibingen nnd gcgen die Kimstmiihle in Plochingcn geschehen sein.“

% Schwerin, 5. Mai. Auf ?lllerhöchstcn Befehl legt der Großherzogliche Hof wcxkn Ablebens Sr. Kaiserlichen Hoheit deo Erzherzogs Karl von Ocitci'reick) von heute auf 14 Tage Traum" in der Art an, daß die Damrn während der i'rsii'u Woche in säUVäk'Zk" Kleidern und weißem Kopfpuß, wiihrend der zivciti'n Woche in schwar.- zcn Kleidern und buntem K_opfpuiz und die Herren in der ganzen Zeit mit schwarzen Westen und schwarzem Unterzeugc erscheinen.

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 1. Mai. Sk. Majestät dcr Kaisi'r hat unterm 1.7tcn v. M. folgendes Rcskript an den Erzbischof Nikanor Von Warschau gprichtct:

„Ihr vicljälrigcr der Kirche und dem Vaterlande gewi'ihtci' Dienst UUd Ihk Eifervoäes Wirken im Hirtcn-L'lmtc, mit dem Sie der Vchal- tnn_g *zwi'icr Cparchiccn vorstcbcn, l_mbcn fortwährend Meins Aufmerksamkeit aus Sie qclcnkt, Indem Ick solche Verdienste durch einen neuen Beweis Meines LVohltvollcns gcgen Sie zu ehren wiinschi', verleihe Ick Ihnen die dmmanteuen Insignien drs Ordens dcs hciligcn i'cihtgläubigrn (Bioßfiirsti'n Lilcrgnder-Newski. Ich empfehle Mick» Jhrcn(_§)cbcten und verbleibe Ihnen ka nnmcrdar wohlgewogen. (gez.) Nikolaus.“

Das Journal de St. Pctcröbourq enthält in seinem

Weizen um 8 Fl., Korn um 5 Fl. Bc- heutigen Blatt folgende Erklärung in Betreff 'der Uebi'i'einkunft mit

der Bank Von Frankreich: * „Von der Summe der 540 Millionen Silbcr-Rubcl, die zum Ankauf “ir. 119 der „“A [[I- Preuß. Ztg.), sollen die 50Mil1ioncn Fr. vorweggenommen Werden, *Michi* kik KUiscrlichc Regierung fiir die neulich bei der Bank von Frank-

elt

“Iris abgc chloffcne Ucbercinkimft hat in der finanziellen und politischen

;legt worden. Wir wollen die wahre Bedeutung dieser Maßregel ausein-

J anderseßcn, _ Ucbcrrascht von einer Jinanzkrisis, die aus einem Zusam-

mentreffen unglücklicher Umstände entsprang, hatte die Bank von Frankreich, », um den dringenden Anforderungen des Handels und dci“ (»HeWerbc Zu be-

ie bci “' dicser groß:: und 11iit51ichcn Iircdit-Anstalt zu finden gewohnt sind, bereits zu Verschiedenen Auskunfwnnttcln ihre Zuflucht genommen, wie zu ;. eincr Anleihe in Engkand und zu einer Erhöhung des Diskonto.

YZ Diese I)iaßregcln zeigten sick) ais unzulänglich, und die Bank hatte daher,

(um im Stande zu sein, die stetö nmchsendcn Bediirfniffc des Publikums zu . befriedigen, dic Augemeffenbcit des Verkaufs cines Theils der in ihrem Por- ! tcfeuillc befindlichen öffentlichen Fonds, um den Vaarvorrath zu vermehren, L_ in Erwägung gezogen. _ Unter diesen Umsiäyden ließ die Kaiserliche Rc- - icrung ihr durch Vermittelung inneres Gescbästsnägers in Paris einen für rLeide Theile gegenseitig vorthcilhaften _Vorschlag machen, nämlich: zu einem ?xmit beiderseitiger Einwilligung scsigcicßtcn chise die öffentlichen Fonds, sjvcläx die Bank zu verwerthen beabsichtigte, bis zum Belauf von 50 Mil- lionen Fr. anzukaufen. _ Dic Uebereinkunft wurde unverzüglich zu gegen- seitiger Befriedigung abgeschloffcn, _ Sie war vortheilhaft fiir die Bank, Weil fie ihr das Geld, dessen fie bedurfte, von außerhalb verschaffte und fie zugleich des Verlustes überhob, dem sie in Folge des ferneren Sinkens des ' Courses der Staatöpapicrc an der pariser Börse ausgesetzt gewesen wäre, wo das Erscheinen einer so starkcn Masse von Fondöunsehlbar eine fortschrei- tende Verringerung ihres Verkaufspreises, bewirkt haben würde._ Das Ge- Wäft War für Frankreich von Nußen, indem es auf so gelegen kommende

eise der (&er des Mangels an haaren! Gelbe ab alf, der auf alle Productionsquc cn zurückwirkte; indem es die Besorgni e zerstreuteütwelche e

die Handelsbewe ungen lähmten; indem es das Vertrauen KY: ,: und den Cours der enten zum Steigen brachte, _ Die franzöfis e egterung,

die Bank und die unparteiischen Organe der Presse verfehlten auch nicht dem Schritt der Kaiserlichen Regierung „den Werth eines Dienstes, eineé wohlwollenden Verfahrens gegen Frankxeichdeizule en. _ Eine unter dem Titel Portefeuille erscheinende Zeitschrift, we che_ die Bedeutung der Uebereinkunft mit eben so viel Scharfbltck als Richtigkeit gewürdi t hat, spricht fich, indem sie die glücklichen Folgen anerkennt, welcFe für Frankreich daraus hervorgegangen find, „folgendermaßen auß: „„Diese günstige Lage isi die Frucht des Dietistes, welchen die Kaiserlich russische Regierung der Bank geleistet, eines Dienstes„ der fich als ein wohlwollendes Verfahren gegen ganz Frankreich erweist. Es wäre ungerecht, es zu verkennen, und wir fiir uziser T_hetl halten es für würdiger und edler, laut zu erklären: es ist xm großer Dienst„ er inuß fruchtbar in seinen Wirkungen sein; nur Unredltchkxn und !acherliche Eitel- keit könnten dies bestreiten,““ _ Vermöge dex innigen Beziehungen, welche zwischen den Hauptmärkten bestehen, die den Kredit in Europa rcgein, konnte diese Uebereinkunft nicht verfehlen, zugleich einen wddlthiitigcn EinflußMauf dic Finanzlage Englands aitSzuiibcn, wo die Geldkrijis sich ebenfalls fuhl- bar machte. Das Steigen, wclches sofort in dem Course der Fond? an der londoncr Börse eintrat, ist ein Dienst, wofiir England der Kaiserlichen Regierung Dank schuldig isi, wie es auch mehiexe Blatter )enes Landes offen cingesmndcn haben. _ Gehen wir €th -zu unserem cigcnm Ziitercffc über, und prüfen wir die Lortheile, weiche Rußland von dem Ankauf der von der französischen _ank verkaUsten Fonds zu ziehen berufen ist. _ Vom rein fidkalischcn Gesichtspunkte be- trachtet, lag schon ein Wesentlicher Vortheil darm, einen Theil der Metall- massc, die unser Rcservc-Kapital bildet, in einen ,Ankauf von Wilkommen soliden Renten umzuwandeln: auf die Zahlungsfähigkeix Frankxetchs kann auch nicht der Schatten eines ZWeifcls fallen, und es ist gcwiß, daß es kcinc sicherere „Zahlung giebt, als die der Staatsschuld dieses andes. Der Kaiscilichc Schatz hat den Ankauf diescr Renten in einer Zeit gedruckten Standes und namentlich zu dem sehr nicdrigenPreise von 115 Fr, 75 Cent. fiir die 5 pCtge. gekauft. Zn kurzem muß die Rente wieder auf ihren Nor- malstand gelangen, Noch im vorigen Jahre wurde die 5pCtge. zu 122 Fr. noiirt; so daß, abgesehen von einem jährlicher: Einkommen, das mehx als 2 Millionen Fr. beträgt, und welches Rußland von dieser Anlegung ziehen wird, der Kaiserliche Schaß auch die Aussicht hat, diese Renten in der Foige mit einem reinen Gewinn von einigen Millionen auf das in deim Geschaft angelegte Kapital wiccherkaufen zu können. _ Aber ein GeWinn dieser Art hat nur einen ganz untergeordneten Werth im Ver leich zii den Handelö-Jytcressen, Welche dies Geschäft, zu dem wir uns (Hlü zu wünschen hgben, "", hoch- sten Grade begiinstigt, _ Bekanntlich ist Frgnkrcich durch_ _die Gctrmdenoth in die Notthndigkrit Versetzt, gelvaltige Manon _von Jeldsruchtcn vom A_us- lande ;u beziehen, Der ziemlich geringe Belans der französischen Ausxuhr nach Rußland nöthigi Frankreich, fast den ganzen Betrag der Lebensniittxl, die es in unseren Häfen holt, in Geld zu bezahlen; baarcö Geld aber 1stl es eben, woran es Frankreich fehlt. _ Dieser Umstand vcranlgßi denYan-“ dc! dieses Landes, seine Geschäfte vorzugStveise nach den Vereinigten Stag- ten von “.'lmcrika zu richten, die Gctraide in Uebexfluß haben, und wo die f1*an;ösische Ausfuhr einen acht oder neun Mal sm_rkcrin Wxxthdusmacht, als sie ihn in Rußland erreicht, _ Zudem mzn atio die Kaiqcrliche Regie- rimg Frankreich die Bezahlung unseres Getrmch diirch den Ankauf seiner Renten erleichtert, leitet sie natürlich den _Handel derÖ Landes nach unse- ren Häfen im Schwarzen Meere uiid in der Ostsee. zuruck „und verschafft Rnßland cinen bcirächt1ichcn Getraidc-Absaß zu Preisen, die em außeror- dcmlicher Begehr schr erhöht. hat und wovon , unser, Ackerbau de- trächtlichcn Gewinn ziehxn erd. "_ S9. hat die Kaiserliche Meßti- rung, indem fie Frazikreich zu HulLe konxmt, desen" (xzildvcrlegcn M mehr oder weniger aus die anderen Borscn Citropa's zttiitckwirkte, zugleich ein sowohl fiir den Schatz wie für den Handel dcs Kaiyeirciches vorthcil- hafteö Geschäft gemacht. _ Fiir diejenigen, welche in den Finanz-Umsäsen nicht bewandert sind, wollen wir nur noch bcmcrkcn, daß dieses Geschäft keine Barrennmffen ans Nnßland cntfcrncn kaum “Dich)andcls-Bilanz wird, in Betracht dci“ ungeheuren Menge von (Hctraidc, welche wir Frank- reich liefern können, nothwendig das baarc (Held nach unseren Märkten zu- rückführen, und so wird es am Ende, nach Abschluß der Re'chnmtgen, sich finden, das; Rußland die bei der Bank von Frankreich gei'aiistcn Renten in Getraide bezahn haben wird. _ Man hat in szug aufdie uns bxschéif- tigcndc llcbcreinkunft eine Bemerkung gemacht„die Anschein genuZ fiir sch hat, als daß wir sie mit Stillschweigin udci*gc_l_1etiko17ntkti. Man iyat namlich be- lmnptct, die Kaiserliche chiemng häiie i_hi*e3xap1ti1lie11 gewmnixicher,verwenden können, rockin sie ihre eigcucchuti-n-Zizyci'iptionfcn aufgekauft gttc, dic niedriger als dir si'anzösisckicn Fonds stchcn, und die daher, einen hohxien ms ans gieich viel Kapital gebracht haben wtirdcn. Dieser Einwurf tvird fich abe_r leicht wi- derlegen lasen. _ Ersteixs wiirde mati durch den Atifkauf russischer Fonds an der amsterdamcr Bör|c, wo der großte Theil nnycrxr Anleihen kontra- []il'k ist, den von uns bezeichneten Handxis-Zniercssen keinen Dienst geleYet liaben, dcim ein Geschäft dieser Art wuidc dic wacgungrn unseres e- kmidcbandels mit Frankrcich nicht im geriitgsiciierlcichtcrt haben; Frankreich hätte dann die Borräthe, dercn cs dedars, „lieber aus der) ercimgten Staaten von Amerika bezogen, wo die' franzosischcn Erzeugnisse ein?" um- fangreicheren und vorthcilhaftcrcw Markt finde». Es war dies fiir Ruß- land eine mit bedeutendere ?)iiicksicht, als einige Tanyciidc "don Franken mehr, die der Fiskus an Zins von dcm „fur das Gcschast dcsiimm- tin Kapital ichcn konnte, _ Andcrcrscitö, Wenn "i_itan die ganz spcxicllc Bcstnnnnmg dcs ziiin Ankaiif der , franzonschcii Renten „cxiycndctcn Kapitals crwägt, wti'dmait nicht bestreiten, daß es, in gewissen Fällcn cin wesentlicher Vortheil, ist, lieber fremde Staatspapiere als In- scx-jpjjoncn dcr *,)kationalichuld m Rcscrvx zu haben. Wenn man einen Theil der 311 (chährlcisimig der Sicherheit des Audtausches der Kreditbil- 1th bestimmten Metall-Reycive durch emen pr'oduk-twm Werth ersest, so kömmt es vor Allem darauf an, sich die Mögltckkeit zu erhalten, ndthigen- falls diese Valutcn leicht in bauch Geld nmicßen zu können, ohne die Miss zn verschlimmern, die n einer ermehrung der Vaarvorräthe ge- drängt hätte, In dieser Hinsicßt bieten die fremden StaatSpapiere größere Leichtigkeit dar. Erst in dem Augenblick,. wo UU-LÜUÖL e-ine Finanzkrifis oder ein allgemeiner panischer Schrecken eintritt, können die Reservekaffcn in die Nothwcndigkcii kommen, alle ihre Fonds zu yerWerthen, um der Nachfrage nach baarcmGeldc zu begegnen; wenn sie_ dann mutJnscriptionender National- schuld vcrsehcn sind, so miiffcn sie dieye gerade "in dem Augenblick verkau- fcu, wo diese Kiisiö dercn Werth hcrmiiergedrust haben wiirde. _ Die Gränzcn dieses Artikels gestatten mis nicht„ hier auf die politischen Betrachtungen einzugehen, welche d1c veschiedenen Oi'gane der Presse und des Parteigcistcs an die zwischen dei Kaiserlichen Regierung nnd der Bank von Frankreich abgeschlossene Ueberemkunst zn knupfen gesucht haben. _ Die Einen erblickten darin eine Absicht Rußlands, fich zwischen Frankreich und Ewland zu stellen, um fie noch mc r zu entzwcien; die Abficht, in den poli- tischen5 erbälmisscn dcr Kabinette von St.Petersburg iind Paris eine, Verände- rung zu eröffnen (inauxurer). Andere schrieben ,der Kaiserlichen Regierung dxn Niickgcdanlen zu, sie wolle sich die Möglichkeit bereiten, dem Fondsmaxktvon Pans das Gesetz vorzuschreibcn, anf dicken Markt ""i-br,!!! (;)-“wicht von 50 Millionen zu diiickcn, indem man diese Fonds -_Manc inMcmcm Augenblick der Krise dorthin Werfen könnte, um die Course ziim &?!"er 3!“ bringen"; was mit anderen Worten so viel hieße, als: Rußlqnd wurde Fonds, die es mit 50 Millionen bezahlt, fiir 40 odci 45 Millionen derkaufen, also einem baarcn Verlust von 5 oder 10 :))killwiic'n sich „unter ““h““- blos Ut)! . - - “q"“ , [len uns nicht damit an halten, all' die

Fiankrctch u xchadcn. „vir no , , ; d T verkehrten Vßkeinungcn zu rrörtcrn, die m diescr »ache WFM“ ageßpreffe verbreitet worden sind. Der ,:zcsundc Beistand dcs Pu" i-ums wud- ße Übkkdikö unfehlbar schon nach mch wahren WMW gewurdigt haben.

In dci“ zweiten Hiilfte dos MTW (nach rusxischem Kalxnder) ' ' 240 Schinc aus dem Auslande angekommen, die alle smd in Odessa b . , ' Getraide einnehmen werden, Es waren a er augenblicklich dix Vorräthe sehr geschmolzen, da „wegen der schleckxten Wege die Zu- fuhren aus den entfernten Propinzcn noch nicht emge angen.

Sc. Majestät der Kaiser hat folgendes uta ten des

“6 ts be äti t: Der Reichsrat!) hat auf o g Yßjch 5?"an - Hiinigsiers iiber die Aufnahme des Prä enten